Blenheim Palace in Oxfordshire und die deutsche Gemeinde Blindheim in Bayern

Blenheim Palace.    © Copyright David P Howard

Blenheim Palace.
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Eigentlich müsste der Blenheim Palace bei Woodstock in Oxfordshire, Geburtsort von Sir Winston Churchill und Residenz der Dukes of Marlborough, Blindheim Palace heißen, denn das riesige Anwesen wurde nach einer Schlacht benannt, die in der Umgebung des bayerischen Ortes Blindheim am 13. August 1704 stattfand. Ich zitiere hier die Wikipedia:

“Die Zweite Schlacht bei Höchstädt (im engl. Battle of Blenheim) war die erste größere Auseinandersetzung im Spanischen Erbfolgekrieg. Ein alliiertes Heer aus Kaiserlichen und Reichsarmee unter Befehl von Prinz Eugen von Savoyen sowie der Engländer unter dem Befehl des John Churchill, 1. Duke of Marlborough schlug am 13. August 1704 die Truppen der Franzosen unter dem Befehl von Marschall Tallard und der Bayern unter dem Befehl von Kurfürst Maximilian II. Emanuel. Durch den Sieg wurde ein drohender Marsch der verbündeten französisch-bayerischen Armeen auf Wien verhindert.
Die englische Form Battle of Blenheim dürfte daher rühren, dass die englischen Truppen französische Aufklärer verwendeten. Deren Aussprache des Namens des Weilers Blindheim (nahe Höchstädt an der Donau) führte zur englischen Form Blenheim.”

Blindheim ist heute ein kleiner Ort mit ca 1700 Einwohnern, der im Landkreis Dillingen liegt, nordwestlich von Augsburg.

Der englische Dichter Robert Southey schrieb ein sehr schönes Gedicht über die Schlacht: “The Battle of Blenheim”, hier gelesen von Derek Jacobi.

Hier ist eine Dokumentation über die Schlacht.

Die Schlacht von Blindheim. This image is in the public domain due to its age.

Die Schlacht von Blindheim.
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Die Pfarrkirche St Martin in Blindheim. Author: Szeder László. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported.

Die Pfarrkirche St Martin in Blindheim.
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Denkmal für die Schlacht von Blindheim, im nahe gelegenen Lutzingen. This work is released into the public domain.

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Published in: on 20. Mai 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Joseph Merrick, der Elefantenmensch

This UK artistic work, of which the author is unknown and cannot be ascertained by reasonable enquiry, is in the public domain

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Ein tragischeres Schicksal als das von Joseph Carey Merrick kann man sich wohl schwer vorstellen. Der 1862 in Leicester geborene Mann wurde aufgrund einer seltenen Krankheit als “Der Elefantenmensch” bezeichnet. Schon als kleines Kind zeigten sich bei ihm seltsame Verunstaltungen, die immer schlimmer wurden. Die Mutter des intelligenten Jungen starb schon früh, sein Vater heiratete erneut und Josephs Stiefmutter wollte mit dem Kind nichts zu tun haben. So kam Joseph Merrick in das Leicester Union Workhouse und verdiente sich ein wenig Geld mit dem Verkauf von Schuhcreme in den Straßen der Stadt.

Bald merkte de junge Mann, dass es für ihn nur eine Chance in seinem Leben gab: Er musste sich zur Schau stellen und auf diese Weise Geld verdienen. Mit Hilfe eines gewissen Sam Torr und eines Show-Impresarios namens Tom Norman wurde Merrick als “Half-a-Man and Half-an-Elephant” in den Midlands und in London auf Jahrmärkten und in Hinterzimmer-Varietés vorgeführt.

Schließlich nahm sich ein Arzt, Dr. Frederick Treves, des kranken Mannes an und nahm ihn mit in das Whitechapel Hospital, wo Merrick von nun an lebte. Sein Gesundheitszustand verbesserte sich zeitweise, aber er führt ein sehr einsames Leben, obwohl es einige Menschen in London gab, die ihm zu helfen versuchten wie die Schauspielerin Madge Kendal. Doch in den letzten vier Jahren seines Lebens ging es bergab, die Deformierungen am Kopf hatten stark zugenommen. Am 11. April 1890 starb Joseph Merrick, der Elefantenmensch, im Alter von nur 27 Jahren.

An welcher Krankheit litt er nun? Man nannte die seltene Elefantiasis als eine Möglichkeit oder die Erbkrankheit Neurofibromatose, später noch das Proteus-Syndrom. Ganz sicher waren die Wissenschaftler aber nicht.

1980 machte David Lynch aus der tragischen Geschichte den Film “The Elephant Man” (dt. “Der Elefantenmensch”) mit John Hurt, Anthony Hopkins und John Gielgud in den Hauptrollen. Hier ist der Trailer.

Das Buch zum Artikel:
Michael Howell: The True History of the Elephant Man. Allison & Busby 2001. 240 Seiten. ISBN 978-0749005160.

Published in: on 19. Mai 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Hartwell House (Buckinghamshire) – Ludwig XVIII, die G7-Finanzminister und ein Country House Hotel

his work has been released into the public domain.

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Am 10. und 11. Mai diesen Jahres trafen sich die G7-Finanzminister in England und als Tagungsort suchte der Gastgeber, Finanzminister George Osborne, das Hartwell House aus, ein Hotel, das westlich vor den Toren von Aylesbury in Buckinghamshire liegt. Keine schlechte Wahl, denn dieses luxuriöse Country House Hotel kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Diese hier detailliert wiederzugeben, würde den Umfang meines Blogs sprengen, so möchte ich nur auf die Zeit von 1809 bis 1814 hinweisen, in der der Bruder des französischen Königs Ludwig XVI. hier im Exil lebte. Der spätere Ludwig XVIII. wohnte im Hartwell House zusammen mit seiner Frau Luise Maria Josepha von Savoyen, seiner Nichte, der Herzogin von Angoulême, und seinem Bruder, dem Comte d’Artois (der spätere Karl X.).

Auch Hartwell House hatte viele verschiedene Besitzer gehabt, bis es zu einem Country House Hotel umgebaut wurde und heute zu der Gruppe der Historic House Hotels of the National Trust gehört (zusammen mit Middlethorpe Hall in North Yorkshire und Bodysgallen Hall in Wales).

Die Finanzminister und die Notenbankchefs der größten Industrienationen der Welt hatten wahrscheinlich nicht viel Zeit gehabt, die Atmosphäre des Hotels zu genießen. Hartwell House verfügt über einige großartige Räumlichkeiten wie die Great Hall, den Morning Room und die Bibliothek. Sehenswert ist auch das Treppenhaus, das zu den Zimmern und Suiten hinaufführt. Da gibt es die Superior Royal Bedrooms, die Royal Four Poster Rooms und als Krönung die beiden Royal Suites. Welcher Minister in welchem Zimmer geschlafen hat, habe ich leider nicht herausbekommen können.

Daniel Richardson ist schon über 13 Jahre Chefkoch im Hause und sein Restaurant hat von der Automobile Association zwei Rosetten bekommen.

Wer im Hartwell House wohnt, kann in den ausgedehnten, von Capability Brown entworfenen Park- und Gartenanlagen spazierengehen, in denen man kleine Kanäle, Tempel und einen Obelisken bewundern kann.

Die Übernachtungspreise beginnen bei £290 für ein Standard-Doppelzimmer und enden bei £700 für die Lee Suite. Günstiger als im Haupthaus kann man im Hartwell Court wohnen, das sind umgebaute ehemalige Ställe; da beginnen die Doppelzimmerpreise bei £205.

Dieser Film zeigt eine der beeindruckenden Suiten im Hartwell House Hotel und hier sind die öffentlichen Räumen zu sehen.

Hartwell House
Hotel, Restaurant and Spa
Oxford Road
Near Aylesbury
Buckinghamshire
HP17 8NR
Tel. 01296 747444

Englands reichste Dörfer und Kleinstädte – Die Top Ten

Windsor an der Themse.    © Copyright Philip Halling

Top 1: Windsor an der Themse.
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Die Tageszeitung Daily Telegraph veröffentlichte vor einigen Tagen eine Übersicht über die wohlhabendsten Dörfer in England, d.h. Ortschaften mit weniger als 30 000 Einwohnern. Das Maß war die Zahl der dort ansässigen Millionäre. Es erstaunt nicht, wenn man sich die Top Ten ansieht, dass die meisten “affluent villages” im Dunstkreis von London liegen und zwar im Westen bzw. Süden der Stadt. Lediglich zwei Orte schafften es unter die ersten zehn, die im Großraum Manchester zu finden sind, da wo sich z.B. die Fußballer der beiden Spitzenclubs der Stadt angesiedelt haben. Hier ist die Liste:

1. Windsor (Berkshire). Ein Lieblingsort der Touristen, die sich Windsor Castle ansehen wollen. Hier sollen zwischen 850 und 900 Millionäre wohnen, darunter Elton John, dessen riesiges Anwesen in Old Windsor steht. Hier ist ein offizieller Werbefilm für die Stadt.

2. Weybridge (Surrey). Hier wohnten/wohnen berühmte Popstars wie Cliff Richard, Tom Jones und John Lennon, die Fußballspieler John Terry und Frank Lampard. Die Topadresse ist Saint George’s Hill.

3. Sevenoaks (Kent). Etwa 35 km südlich von London gelegen mit schätzungsweise 800-850 Millionären.

4. Beaconsfield (Buckinghamshire). Die Hauspreise im “Goldenen Dreieck” zwischen Burkes Road, Furzefield Road und Cambridge Road liegen oft jenseits der 4 Millionen-Pfund-Marke.

5. Henley-on-Thames (Oxfordshire). Einer meiner Lieblingsorte in England. Schauplatz der jährlichen Ruderregatta. Wird bei reichen Leuten immer beliebter; so haben sich in der Kleinstadt an der Themse schon 400 bis 450 Millionäre niedergelassen.

6. Marlow (Buckinghamshire). Wunderschön, ebenfalls an der Themse gelegen. Der 3*-Koch Heston Blumenthal wohnt hier, und Robbie Williams hat sich ganz in der Nähe ein Haus gekauft.

7. Hale (Greater Manchester). 10 km von Manchester  entfernt. Die Hauspreise sind hier explodiert. Der Ort und die umliegenden Dörfer sind beliebt bei Fußballspielern von ManU und ManCity.

8. Alderley Edge (Cheshire). Hier gilt das gleiche wie bei Hale. Der gerade in den Ruhestand gegangene ManU-Trainer Sir Alex Ferguson lebt hier.

9. Bray (Berkshire). Ich liebe dieses kleine idyllische Dorf an der Themse. Was Baiersbronn für Deutschland ist, ist Bray für England. In keinem Ort gibt es mehr 3*-Sterne-Restaurants als hier (nämlich zwei). Leider ist es mir bisher noch nie gelungen, einen Tisch in Heston Blumenthals “The Fat Duck” zu ergattern. Vorreservierungszeit mindestens acht Wochen. Zahl der hier ansässigen Millionäre: 300-350.

10. Ascot (Berkshire). Kennt man von den Pferderennen (und den Hüten). Der am 23. März unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommene russische Unternehmer Boris Abramowitsch Beresowski wohnte hier.

Top 2: Weybridge. Der Eingang zum St George's Hill Estate.    © Copyright David Howard

Top 2: Weybridge. Der Eingang zum St George’s Hill Estate.
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Top 3: Sevenoaks. Hier die High Street.    © Copyright Stefan Czapski

Top 3: Sevenoaks. Hier die High Street.
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Published in: on 17. Mai 2013 at 02:00  Kommentare (2)  

Der Guinea Pig Club – Der Club der lebenden Versuchskaninchen, gegründet in East Grinstead (West Sussex)

Das Queen Victoria Hospital in East Grinstead (West Sussex).    © Copyright Nigel Freeman

Das Queen Victoria Hospital in East Grinstead (West Sussex).
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An der Ausfallstraße nach Royal Tunbridge Wells, der A264, liegt das Queen Victoria Hospital (QVH) in der Stadt East Grinstead in West Sussex. Ich bin in dem Ort einmal spazierengegangen, habe aber keinen bleibenden Erinnerungen zurückbehalten. Das Krankenhaus ist “a leading specialist centre for reconstructive surgery and rehabilitation, helping people who have been damaged or disfigured through accidents or disease.” QVH ist schon seit über 60 Jahren auf plastische Chirurgie spezialisiert und machte sich im und nach dem 2. Weltkrieg einen Namen, als man dort Piloten mit schwersten Brandverletzungen behandelte. Flugzeugbesatzungen, die im Battle of Britain abgeschossen oder zu Bruchlandungen gezwungen worden waren, erlitten oft durch die in Flammen aufgegangenen Maschinen gravierende Gesichtsverletzungen und über 600 von ihnen brachte man ins QVH nach East Grinstead, wo es einen Spezialisten gab, der die noch in den Kinderschuhen steckende plastische Chirurgie weiterentwickelt hatte.

Sir Archibald McIndoe hieß dieser in Neuseeland geborene Arzt, dem viele Briten, Australier und Kanadier außerordentlich viel zu verdanken haben. Seine Methoden, z.B. der Hautverpflanzung, waren neu und so dienten ihm die Männer sozusagen als Versuchskaninchen, als guinea pigs. McIndoe und sein Team leisteten Erstaunliches und so konnten viele Männer nach ihrer Entlassung wieder in ein (halbwegs) normales Leben zurückkehren, obwohl sie natürlich, trotz der Künste Dr. McIndoes, für immer gezeichnet waren.

Die menschlichen Versuchskaninchen schlossen sich im Guinea Pig Club zusammen, dessen erster Präsident Sir Archibald McIndoe war. Der erste Schriftführer war jemand, dessen Hände durch Verbrennungen schwer in Mitleidenschaft gezogen waren, d.h. die Protokolle der Clubsitzungen waren erzwungermaßen kurz. Als Schatzmeister wählte man einen ehemaligen Piloten, der schwere Verletzungen an den Beinen erlitten hatte…so konnte er mit der Kasse nicht durchbrennen. Der Humor hatte die Männer trotz ihrer Kriegserlebnisse also nicht verlassen.

Exakt 649 Guinea Pigs gab es am Ende des Krieges und man ging eigentlich davon aus, dass der Club in den Jahren darauf bald aufgegeben werden würde, aber nichtsdergleichen, es gibt ihn auch heute noch, wenngleich die Mitgliederzahl natürlich drastisch gesunken ist. Das jüngste Mitglied ist auch schon über 80 Jahre alt, trotzdem: Man traf/trifft sich noch immer einmal im Sommer und einmal zu einem Weihnachtsessen. Seit dem Tod von Sir Archibald McIndoe im Jahr 1960 hat der Gemahl der Königin, der Duke of Edinburgh, die Präsidentschaft des Guinea Pig Clubs übernommen.

Hier ist eine filmische Dokumentation über die menschlichen Versuchskaninchen.

Das Buch zum Artikel:
E.R. Mayhew: The Reconstruction of Warriors – Archibald McIndoe, the Royal Air Force and the Guinea Pig Club. Frontline Books 2010. 256 Seiten. ISBN 978-1848325845.

Published in: on 16. Mai 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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St Mary in Burgh St Peter (Norfolk) und Charles Cunningham Boycott

St Mary in Burgh St Peter.    © Copyright Adrian S Pye

St Mary in Burgh St Peter.
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Als Monstrosität wurde die Kirche schon bezeichnet, als Pyramide oder Pagode: St Mary in Burgh St Peter im äußersten Südosten der Grafschaft Norfolk. Sie steht außerhalb des Dorfes am River Waveney und zeichnet sich vor allem durch die sonderbare Form des Turmes aus. Samuel Boycott war dafür verantwortlich, der ihn Ende des 18. Jahrhunderts erbauen ließ.
Die Boycotts waren die Lords of the Manor hier und übten einen großen Einfluss auf die Gemeinde aus. 135 Jahre lang stellten sie den Pfarrer und sie übernahmen auch die häufig anfallenden Reparaturarbeiten an der Kirche (was den Kirchenoberen natürlich sehr gelegen kam). Dafür betrachteten sie St Mary auch so ein bisschen wie ihr Eigentum und ihr Mausoleum, denn sie ließen sich alle in der Kirche beisetzen.

Samuel Boycotts Enkel Charles Cunningham Boycott gliederte sich nicht in die Reihe der Pfarrer ein (sein älterer Bruder hatte den “Job” schon übernommen) und ging nach Irland, wo er einen Posten als Grundstücksverwalter übernahm. In den 1880er Jahren ging es der Landbevölkerung dort sehr schlecht und genau in dieser Zeit wollte Charles Boycott die Bauern auf dem Besitz mit einer höheren Pacht belasten. Keine gute Idee: Er wurde von allen Gemeindemitgliedern gemieden, die Läden wollten ihm nichts mehr verkaufen, man grüßte ihn nicht mehr und keiner wollte mehr für ihn arbeiten. Man “boycottierte” ihn. Charles Cunningham Boycott kehrte als gebrochener Mann wieder in seine Heimat zurück, wo er 1897 in Flixton (Suffolk) starb. Sein einfaches Grab findet sich auf dem Kirchhof von St Mary, in der Nähe des Ostfensters. Das Wort “Boycott”, das in die englische und andere Sprachen übernommen worden ist, kann man also dem Mann aus Burgh St Peter “verdanken”.

1947 wurde Charles Cunningham Boycotts Leben von Frank Launder verfilmt. Cecil Parker übernahm die Rolle des Captain Boycott, wie auch der Titel des Films lautete. Hier ein Filmausschnitt.

Das Buch zum Artikel:
Charles Arthur Boycott: Boycott – The Life Behind the Word. Carbonel Press 1997. 368 Seiten. ISBN 978-0953140701 (Vergriffen, aber antiquarisch leicht zu bekommen).

Charles Cunningham Boycott als Karikatur im Vanity Fair Magazine.  his work is in the public domain in those countries with a copyright term of life of the author plus 90 years or less.

Charles Cunningham Boycott als Karikatur im Vanity Fair Magazine.
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Published in: on 15. Mai 2013 at 02:00  Kommentare (1)  
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Mein Buchtipp – Chris Arnot: Britain’s Lost Breweries and Beers

Arnot

Chris Arnot, ein Journalist, der für britische Tageszeitungen schreibt, nimmt sich in seinen Büchern gern Dingen an, die im Leben seines Landes eine große Rolle spielen, aber im Niedergang begriffen sind, z.B.:
- “Britain’s Lost Cricket Grounds: The Hallowed Homes of Cricket That Will Never See Another Ball Bowled” (2011)
- “Fields of Dreams: Grounds That Football Forgot But the Fans Never Will” (2012)
- “Britain’s Lost Mines: A Journey Underground to the Mines that Built the Nation” (erscheint im September 2013)

In seinem letzten Buch “Britain’s Lost Breweries and Beers: Thirty Famous Homes of Beer that have Brewed their Last Pint” nimmt er sich eines Themas an, das die Briten schon seit längerem bewegt, dem Niedergang der Brauereien. Immer mehr Brauereien verschwinden von der Bildfläche, meist werden sie von großen nationalen oder internationalen Konzernen geschluckt und fast immer hinterlassen sie eine schmerzhafte Lücke in dem Ort, in dem sie schon seit Jahrzehnten ihr Bier gebraut haben. Allein in London wurden viele namhafte Brauereien wie Charrington, Manns, Truman and Young’s geschlossen, in Leeds beendete Tetley’s 2011 die Produktion usw. usw.

Chris Arnot besucht 30 dieser ehemaligen Bierbraustätten im ganzen Land, spricht mit ehemaligen, dort angestellten Arbeitern und schildert die Auswirkung der Schließungen auf die jeweiligen Städte und Gemeinden.

Fast zeitgleich mit Chris Arnots Buch erschien ein weiteres zum gleichen Thema: “The Lost Beers & Breweries of Britain“  (Amberley Publishing 2012) von Brian Glover, der sich mit 50 aufgegebenen Brauereien beschäftigt.

Chris Arnot: Britain’s Lost Breweries and Beers – Thirty Famous Homes of Beer that have Brewed their Last Pint. Aurum Press 2012. 192 Seiten. ISBN 978-1781310021.

Published in: on 14. Mai 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  

The Warren House Inn bei Postbridge (Devon) – Das einsame Gasthaus im Dartmoor

   © Copyright Andrew Hackney

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Einsamer kann man kaum noch wohnen, als hier mitten im Dartmoor, drei Kilometer von Postbridge entfernt. Die B3212 geht direkt am Warren House Inn vorbei und spült, vor allem in den Sommermonaten, Kundschaft ins Haus, aber im Herbst und Winter, wenn es im Dartmoor wettermäßig so richtig zur Sache gehen kann, geht es in dem Gasthof ruhig zu. Das Free House gehört zum Duchy of Cornwall und ist völlig unabhängig von Gas-, Wasser- und Elektrizitätsversorgern. Den Strom liefern zwei Dieselgeneratoren, zum Kochen verwendet man Flüssiggas und das Wasser kommt aus einem Brunnen.

Das gegenwärtige Gebäude wurde 1845 erbaut und diente vielen Bergleuten, die in den umliegenden Bergwerken arbeiteten, als “watering hole”. 1930 schloss die letzte Mine und so steht seitdem der Warren House Inn einsam und allein mitten im Dartmoor.
Bekannt wurde das Haus dadurch, dass in einem Kamin ein Feuer brennt, dass seit über 150 Jahren niemals ausgegangen ist und das natürlich gehegt und gepflegt wird, denn sollte es erlöschen, wäre das wohl ein böses Omen für die Zukunft des Gasthauses.

Nicht erst seit Conan Doyles Roman “The Hound of the Baskervilles” gilt das Dartmoor als mysteriös und unheimlich und so ist es nicht verwunderlich, dass sich auch um den Warren House Inn Sagen und Mythen gewoben haben. Eine von diesen Geschichten ist die von dem Reisenden, der hier einmal übernachtet hat und in seinem Zimmer in einer Kiste eine Leiche fand. Als er den Wirt darauf ansprach, meinte dieser, es handle sich dabei nur um seinen Vater, der vor 14 Tagen gestorben war, und da der Schnee so hoch lag, konnte man ihn nicht zur Beerdigung nach Tavistock bringen; so packte man ihn in die Kiste, salzte den Körper ein, damit er besser hielt, und wartete auf Tauwetter.

Im Inneren des Warren House Inns ist es sehr gemütlich, mit Kaminen, Holzbalken und gemauerten Steinwänden. Auf der Speisekarte bzw. auf den handgeschriebenen Tagesangeboten auf Schiefertafeln stehen u.a. ein Warren House Ploughmans und eine Warreners Pie; das Cajun Chicken dagegen passt nicht so recht in einen Dartmoor-Gasthof.

Ich persönlich finde die Atmosphäre im Dartmoor im Winterhalbjahr viel eindrucksvoller als bei strahlendem Sonnenschein, aber das ist sicher nicht jedermanns Sache.

Hier ist ein Film über einen Flug über den Warren House Inn und das Dartmoor.

The Warren House Inn
Postbridge
Devon
PL20 6TA
Tel. 01822 880208

Das Buch zum Artikel:
Tom Greeves: The Warren House Inn – Dartmoor. Quay Publications 2001. 64 Seiten. ISBN 978-1870083409.

   © Copyright Martin Bodman

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Die Burbage Brass Band – Eine der ältesten Blaskapellen der Welt, beheimatet in Derbyshire

Burbage in Derbyshire, Heimat der Brass Band.    © Copyright Peter Barr

Burbage in Derbyshire, Heimat der Brass Band.
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Der Name des kleinen Ortes Burbage in Derbyshire, der jetzt zu Buxton gehört, ist seit 150 Jahren durch seine Blaskapelle weit über seine Grenzen hinweg bekannt. In England sind/waren Blaskapellen häufig in Bergbauorten zu finden und so lag auch Burbage einmal in einer Region, in der Kohle abgebaut und Kalk aus einem Steinbruch geholt wurde. Die Gegend war arm, die Arbeit hart und so gründete man 1861 die Burbage Brass Band, um die Lebensqualität des Dorfes zu verbessern, eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung anzubieten und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Damals hätte sicher niemand damit gerechnet, dass die Burbage Brass Band bis ins 21. Jahrhundert bestehen würde, aber es ist so: Die Kapelle gehört zu den ältesten ihrer Art in der ganzen Welt. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit war so groß, dass die Mitglieder der Kapelle alle zusammen in den Ersten Weltkrieg zogen und dort Seite an Seite kämpften.

Heute rekrutiert die Kapelle ihre Bläser überwiegend aus dem eigenen Nachwuchs (es gibt auch eine Juniorband) und sie kann sich nicht über mangelnde Nachfrage beklagen. Preise hat die Band natürlich auch schon gewonnen, so wurde sie bereits einmal zum Midlands Regional Champion und mehrfach zur besten High Peak-Band ausgerufen.

Wer sich mit dem Thema Brass Band einmal näher beschäftigen möchte, dem kann ich den englischen Spielfilm “Brassed Off” (dt.”Brassed Off – Mit Pauken und Trompeten”) sehr empfehlen, der 1996 mit Peter Postlethwaite in der Hauptrolle gedreht wurde.

Hier ist ein Film über die Geschichte der Blaskapelle.

Das Buch zum Artikel:
Chris Helme: What Brass Bands Did for Me – 30 Legends Remembered. The History Press 2009. 128 Seiten. 978-0752449821.

Published in: on 12. Mai 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Gilbert Randoll Coate und die Irrgärten

Der Irrgarten im Park von Blenheim Palace.    © Copyright Paul Shreeve

Der Irrgarten im Park von Blenheim Palace.
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Gilbert Randoll Coate (1909-2005) war schon ein erstaunlicher Mann. Im Zweiten Weltkrieg nahm er an einer umfangreichen militärischen Operation in Norwegen teil, der Operation Archery, die den deutschen Truppen große Verluste bereitete. Dann half er der griechischen Widerstandsbewegung, die Stadt Kalamata zu befreien. Nach dem Krieg ging er in den diplomatischen Dienst Großbritanniens und arbeitete in vielen Ländern der Welt. Doch nicht durch sein abenteuerliches Leben ist Coates bis heute in Erinnerung geblieben, sondern durch sein Arbeit als “Maze Designer“, als Designer von Irrgärten.

Irrgärten sind speziell in England sehr beliebt und so manches Stately Home bietet so eine Anlage für seine Besucher an, die sich dann mehr oder weniger anstrengen müssen, den Weg wieder hinauszufinden. Coate liebte es, diese “mazes” zu entwerfen und seine Spezialität war, Irrgärten in symbolischer Form anzulegen. Er begann damit 1975 in Lechlade (Gloucestershire), wo er einen Hecken-Irrgarten in Form eines menschlichen Fußes entwarf, 57 m lang und 29 m breit und aus 3000 Eiben bestehend.

1979 tat sich Coate mit einem anderen “Maze-Fan” zusammen, Adrian Fisher, und beide gründeten die Firma Minotaur Designs, die in den folgenden Jahren 15 weitere Irrgärten anlegte, darunter:

- das Marlborough Maze auf dem Gelände des Blenheim-Palastes, 90 x 56 m groß.
- das Leeds Castle Maze in Kent, das 48 x 48 m misst
- das Archbishop’s Maze in Greys Court in Oxfordshire, 1981 vom Erzbischof von Canterbury, Dr. Robert Runcie, eröffnet.
- das Alice in Wonderland Maze im Adventure Wonderland in Dorset.
- das Lunar Labyrinth und das Sun Maze im Park von Longleat, dessen exzentrischer Besitzer, der Marquess of Bath, Irrgärten geradezu sammelt, denn dort stehen noch vier weitere.

Das ist nur eine kleine Auswahl aus dem Schaffen von Randoll Coate. Insgesamt über 50 Irrgärten soll er gestaltet haben, darunter auch einige für Privatgärten und einige in anderen Ländern.

1986 stellte Coate die “Seven Golden Rules for Making a Maze” auf, von denen die siebte lautet:
“Do not allow the cost of the maze to cloud your enjoyment of a creation which will bring pleasure to young and old for generations to come. You will have given our world of harsh reality and mindless speed a timeless oasis, a leisurely paradise, the substance of a dream.”

Das Buch zum Artikel:
John Southcliffe Martineau: Mazes and Labyrinths – In Great Britain. Wooden Books 2005. 64 Seiten. ISBN 978-1904263333.

Archbishop's Maze in Grey's Court.    © Copyright Paul Gillett

Archbishop’s Maze in Grey’s Court.
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Leeds Castle Maze.    © Copyright Nick Smith

Leeds Castle Maze.
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Published in: on 11. Mai 2013 at 02:00  Kommentare (4)  
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James Herbert (1943-2013) – Einer der großen britischen Autoren der Horrorliteratur

Ash

Was Stephen King für die USA ist, war James Herbert für Großbritannien: Der vielleicht erfolgreichste Autor von Horrorromanen. Am 20. März starb er in seinem Haus in Woodmancote in West Sussex kurz vor seinem 70. Geburtstag. Seine 23 Romane wurden in über 30 Sprachen übersetzt und verkauften sich weltweit mehr als 54 Millionen mal. Sein letztes Buch “Ash” erschien wenige Tage vor seinem Tod am 14. März. Die größte Auszeichnung in der Welt der Literatur, die James Herbert erhielt, war sicher der World Horror Convention Grand Master Award im Jahr 2010, den ihm niemand anderes als Stephen King überreichte, der den Preis selbst bereits 1992 entgegennehmen konnte.

Herbert begann seine Laufbahn als Schriftsteller 1974 mit seinem Roman “The Rats” (dt. “Die Ratten”), der ihn auf einen Schlag berühmt machte. Bis 1988 veröffentlichte er fast jedes Jahr ein neues Buch, in den 1990er Jahren folgten weitere fünf, dann wurden die Abstände etwas länger. Ich las einmal “The Magic Cottage” (dt. “Magic Cottage”) und “The Survivor” (dt. “Todeskralle”), letzteres wurde von David Hemmings 1981 verfilmt. Weitere Verfilmungen von Herberts Romanen waren u.a. “Deadly Eyes” (dt. Night Eyes”), das auf “The Rats” basierte, “Haunted” (dt. “Haunted – Haus der Geister”) nach dem gleichnamigen Roman und “The Secret of Crickley Hall“, eine dreiteilige TV-Serie der BBC, die nach Herberts vorletztem Roman gedreht wurde.

Die Trauerfeier für James Herbert fand in der St Peter’s Church in Henfield (West Sussex) statt, ca 2 km von seinem Haus in Woodmancote entfernt. Unter den Trauergästen fanden sich sein Schriftstellerkollege Peter James (ich berichtete über ihn in meinem Blog) und sein Freund Bob Young (der viele Hits für die Rockgruppe Status Quo schrieb), der auch eine Trauerrede hielt. Als Herberts Sarg in die Kirche getragen wurde, spielte man sein Lieblingslied “Here Comes the Sun” von den Beatles.

Hier ist ein Interview mit James Herbert kurz vor seinem Tod und hier ein Film über seine Beerdigungsfeier.

Die St Peter's Church in Henfiled (West Sussex).    © Copyright Robin Webster

Die St Peter’s Church in Henfield (West Sussex).
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Published in: on 10. Mai 2013 at 02:00  Kommentare (3)  
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Gwilym Lee ist der neue Detective Sergeant Charlie Nelson in “Midsomer Murders”

In der 95. Folge der TV-Serie “Midsomer Murders” bzw. “Inspector Barnaby“, die den Titel “Schooled in Murder” trägt, haben wir den letzten Auftritt von Jason Hughes alias Detective Sergeant Ben Jones erlebt, der seit Episode 44 “The House in the Woods” (dt. “Fluch über Winyard”) erst an der Seite von Tom Barnaby und später bei seinem Nachfolger John Barnaby arbeitete. Jason Hughes verlässt die Serie mit einem lachenden und einem weinenden Auge; er hat sich in dem Filmteam immer sehr wohl gefühlt, aber er wollte auch einmal etwas anderes machen und so übernimmt Hughes jetzt neue Aufgaben in Los Angeles.

Was blieb dem Produzenten von “Midsomer Murders” also anderes übrig, als nach einem neuen Detectiv Sergeant Aussschau zu halten, der jetzt in der Person von Gwilym Lee (hier ein Foto) gefunden worden ist. An der Seite von dem “neuen” Barnaby, Neil Dudgeon, wird Lee jetzt als DS Charlie Nelson in der 16. Staffel der Serie fünf neue Episoden drehen.

Gwilym Lee, 1983 in London geboren, ist kein unbeschriebenes Blatt im britischen Filmgeschäft. Abgesehen davon, dass er schon bei der Royal Shakespeare Company mitgespielt hat, war er auch schon in zahlreichen Fernsehserien zu sehen. In “Land Girls spielte er den Reverend Henry Jameson, er hatte einen Auftritt in der Episode “The Quality of Mercy” in der TV-Serie “Lewis” und trat in allen 13 Folgen der “Tierretter”-Serie “Animal Ark” auf.
Lee erhielt 2011 den Sunday Times Ian Charleson Award für seine Darstellung des Edgar im Shakespeare-Drama “König Lear”.

Es wird sicher für Gwilym Lee nicht leicht sein, in die Fußstapfen seines Vorgängers Jason Hughes zu treten, den man über die Jahre lieb gewonnen hatte. Drücken wir ihm die Daumen!

Published in: on 9. Mai 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Withernsea (East Riding of Yorkshire) – Ein Badeort, ein Jazzmusiker und eine Schauspielerin

Die Pier Towers in Withernsea.    © Copyright Richard Croft

Die Pier Towers in Withernsea.
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Withernsea ist ein Badeort an der Küste im sogenannten East Riding of Yorkshire, östlich von Hull, in einer Region namens Holderness gelegen. Zwei Gebäude fallen einem hier sofort ins Auge: Die Pier Towers und der Leuchtturm.

Die beiden Pier Towers an der Promenade bildeten einmal das Eingangstor zu einem fast 400 m langen Pier, der 1877 gebaut wurde. Da immer wieder Schiffe in diese Seebrücke krachten und sie immer reparaturbedürftiger wurde, riss man sie in den 1930er Jahren einfach ab, die zinnengekrönten Türmchen ließ man glücklicherweise stehen und so zieren die beiden nach wie vor diesen Teil der Promenade und erinnern an vergangene Zeiten.

Das andere Bauwerk, das Withernsea Lighthouse, liegt an der Hull Road, etwas landeinwärts, und überragt mit 38 m  Höhe die Kleinstadt. Der Leuchtturm ist nicht mehr in Betrieb und wer die Mühe auf sich nehmen will, kann die 144 Stufen bis zur Spitze hinauflaufen, von wo man einen grandiosen Ausblick aufs Meer und die Küste Yorkshires hat.

Der Leuchtturm beherbergt auch ein Museum, in dem man sich über die Geschichte von Withernsea, die Küstenwache und die britische Seenotrettungsorganisation RNLI informieren kann. Eine Abteilung ist der berühmtesten Tochter von Withernsea gewidmet, der Schauspielerin Kay Kendall (1927-1959), die hier ein paar Häuser weiter geboren wurde.
Kay Kendall, die viel zu früh mit 32 Jahren starb, war mit dem Schauspieler Rex Harrison verheiratet. Man sagte ihr mehrere Affären nach u.a. mit Prince Philip, dem Duke of Edinburgh. Ihre bekanntesten Filme waren “Les Girls” (dt. “Die Girls”) an der Seite von Gene Kelly, “The Reluctant Debutante” (dt. “Was weiß Mama von Liebe?”) mit Rex Harrison und “Once More With Feeling!” (dt. “Noch einmal mit Gefühl”) mit Yul Brynner. Begraben wurde Kay Kendall nicht in ihrem Geburtsort, sondern auf einem Friedhof im Londoner Stadtteil Hampstead.

Neben der berühmte Tochter der Stadt ist man in Withernsea auch auf einen berühmten Sohn stolz. Am 1. März 1921 wurde hier der Jazzmusiker Kenny Baker geboren. Baker spielte Trompete und war an der Seite von zahllosen Stars zu sehen wie Frank Sinatra, Sammy Davis jr. und Tony Bennett. Im britischen Fernsehen war er Dauergast, in frühen James Bond-Filmen war er im Soundtrack zu hören,  und einmal spielte er sogar mit Kay Kendall in dem Film “Genevieve” zusammen, d.h. Kay tat so, als spielte sie die Trompete, dabei war Kenny zu hören. Hier ist die Szene zu sehen. Baker starb im Jahr 1999.

Wie so viele englische Seebäder hat auch Withernsea mit einem Besucherrückgang zu kämpfen. “It’s as dead as a dodo. There has been a lack of investment in the town and now there is nothing to do and no reason to come”, sagte ein Barkeeper des Pier Hotels kürzlich in einem Interview mit der Hull Daily Mail. Aber man hat wenigstens die Erinnerungen an Kay Kendall und Kenny Baker.

Das Withernsea Lighthouse.    © Copyright Gordon Hatton

Das Withernsea Lighthouse.
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Das King’s Manor in York – Bestandteil eines jeden Ghost Walks

This photo is released into the public domain.

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Das King’s Manor, mitten in der Stadt York gelegen, ist Teil der Universität von York, die dort ihr Department of Archaeology, ihr Centre for Medieval Studies, and das Centre for Eighteenth Century Studies untergebracht hat. Ein passendes Gebäude für diese historischen Forschungen, dessen älteste Teile aus dem 15. Jahrhundert stammen.

Kings Manor is probably the most actively haunted house in York“, meint Rupert Matthews in seinem Buch “Haunted York“, und das in einer Stadt, die zu den “most haunted” in ganz Großbritannien zählt!

So ist dieses uralte, düstere Haus selbstverständlich Bestandteil jedes Ghost Walks, von denen es in York ja nicht gerade wenige gibt. Da spukt eine “Lady in Green” durch die Korridore, die ein Rosenbouquet in ihren Händen hält; manche sind der festen Überzeugung, dass es sich bei der Dame um niemand anderen als um Anne Boleyn handelt, die zweite Frau Heinrichs VIII, die sich im Manor kurzzeitig aufgehalten haben soll.

Im Treppenhaus des Nordflügels treibt Sir Henry Hastings, der Earl of Huntingdon, sein Unwesen. Das Porträt eines unbekannten Mannes, von dem man aber vermutet, dass es sich hierbei um Sir Henry handelt, hängt in einem Raum in der Nähe des Treppenhauses. Dieses Porträt hat man schon mehrfach auf dem Boden liegend vorgefunden. Bei unserem Ghost Walk erzählte der Guide von einer Geschichte, die sich vor einiger Zeit zugetragen haben soll: Der Hausmeister des King’s Manor, der abends um 22 Uhr immer noch einmal eine Runde durchs Haus macht, bevor er es abschließt, betrat auch eines Abends wieder das Zimmer mit dem mysteriösen Porträt. Gerade bevor er das Licht aussschalten wollte, stieg der (angebliche) Earl of Huntingdon aus dem Bild heraus und näherte sich dem zu Tode erschockenen Hausmeister, der daraufhin die Flucht ergriff, nach Hause rannte, seiner Frau von dem gruseligen Erlebnis erzählte…und starb.

Auch während der Ghost Walks soll es schon zu gruseligen Vorfällen gekommen sein, so haben mehrfach Teilnehmer, auf den Treppenstufen hinter dem Guide, Frauen in Kleidung aus einem anderen Zeitalter gesehen; Fotoapparate, die noch kurz vorher einwandfrei funktionierten, versagten im King’s Manor ihren Dienst und mehrfach bekamen “Ghost Walker”, die in einem Halbkreis um den Guide standen, einen Schlag auf den Rücken, wodurch sie auf den Boden stürzten.

Bei unserem Ghost Walk ereignete sich nichts dergleichen, aber ich muss schon sagen, die Atmosphäre im King’s Manor ist sehr gruselig, und die Vorstellung, am späten Abend allein im Dunkeln sich hier aufzuhalten…

Man kann sich das King’s Manor ansehen. Der Eintritt ist kostenlos, und das Café, das King’s Manor Refectory, ist für jedermann geöffnet.

The King’s Manor
The University of York
Exhibition Square
York YO1 7EP
Tel. 01904 433995

   © Copyright Michael Jagger

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Published in: on 7. Mai 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Mentmore Towers in Buckinghamshire und die dort gedrehten Musikvideos

   © Copyright Rob Farrow

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Das großartige Country House Mentmore Towers ist eines jener Besitztümer der Rothschild-Familie, die hier im Vale of Aylesbury in Buckinghamshire zu finden sind wie u.a. das Waddesdon Manor oder Tring Park. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es für Mayer Amschel de Rothschild gebaut, der nicht allzu lang darin wohnte. Der Besitz blieb in Familienhand bis zum Jahr 1973, als es dem Staat für zwei Millionen Pfund angeboten wurde. Doch der wollte Mentmore Towers für diesen Schnäppchenpreis nicht erwerben, und so kamen die wertvollen Kunstgegenstände des Hauses unter den Hammer und erzielten über sechs Millionen Pfund.

1978 zog die Maharishi Foundation ein, die es 1997 wieder zum Verkauf anbot. Der superreiche Geschäftsmann Simon Halibi übernahm Mentmore und wollte daraus ein Luxushotel machen, ein Plan, der in letzter Minute durch einen Einspruch gestoppt wurde. Halibi ist mittlerweile bankrott; Mentmore Towers gehört ihm wohl aber immer noch. Die Zukunft des Anwesens ist unklar.

Dass ein so großartiges Haus für Filmemacher verlockend ist, liegt auf der Hand und so wurden hier zahlreiche Filme gedreht wie “Eyes Wide Shut” (1999) mit Tom Cruise, “Johnny English” (2003) mit Rowan Atkinson oder “Batman Begins” (2005) mit Christian Bale und Michael Caine.

Auch einige Musikvideos wurden in Mentmore Towers gedreht. Drei davon möchte ich hier kurz vorstellen:

1982 nahm Howard Guard das Musikvideo zu Roxy MusicsAvalon” auf, von Bryan Ferry geschrieben und auch von ihm gesungen. In dem Video bekommt man schon einen Eindruck von den riesigen Räumen von Mentmore.

1991 folgte Enya, die hübsche Irin mit der wunderschönen Stimme, und sang ihr “Only If” unter der Regie von Dan Nathan.

1998 eroberten die Spice Girls Mentmore Towers und nahmen hier am 1. und 2. November das Video zu ihrem Song “Goodbye” auf. Man beachte die Autos am Beginn des Videos auf der Fahrt zu Mentmore: es handelt sich hier um einen 1957 Cadillac Fleetwood 75, einen 1941 Cadillac Fleetwood 75, einen 1955 Imperial Newport und einen 1958 Imperial Crown.

Dieser Film zeigt einen Rundflug über Mentmore Towers, das südlich von Leighton Buzzard liegt, etwa 2 Kilometer von der Bridego Bridge entfernt, da wo am 8. August 1963 der legendäre Postzugraub stattfand (ich berichtete in meinem Blog über diese Stelle)

Whitby (East Riding of Yorkshire) und seine exotischen Partnerstädte

   © Copyright Pauline Eccles

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Dass Whitby an der Ostküste von Yorkshire zu meinen Lieblingsstädten in England zählt, ist unschwer zu erkennen, habe ich doch schon mehrere Blogeinträge über die Hafenstadt erstellt. Ich glaube, kein anderer Ort in Großbritannien kann sich rühmen, so viele exotische Partnerstädte zu haben wie Whitby. Ich zähle einmal ein paar davon auf:

- Nuku’alofa, die Hauptstadt des Königreichs Tonga
- Waimea auf der Hawaii-Insel Kauai
- Cooktown in Queensland (Australien)
- Anchorage (Alaska)
- Whitilanga in Neuseeland

Wie kam es zu diesen eigenartigen Partnerschaften? Es gibt ein gemeinsames Bindeglied zwischen diesen weit entfernten Orten: Der Seefahrer und Entdecker James Cook (1728 – 1779), der in Whitby zum Seemann ausgebildet wurde, hat sich damals in all diesen Orten aufgehalten. Die HMS Endeavour, auf der er später seine erste Südseereise machte, wurde in Whitby gebaut und auch die beiden Schiffe Resolution und Adventure der zweiten Südseereise stammten aus der Stadt in Yorkshire. Man erweist dem Seefahrer hier auch heute noch die Ehre, z.B. mit dem Captain Cook Memorial Museum, untergebracht in dem Haus, in dem Cook damals als Auszubildender wohnte, und mit dem Captain Cook Monument am West Cliff.

In Nuku’alofa ging Cook am 10 Juni 1777 an Land und in Waimea am 20. Januar 1778. Im australischen Cooktown verbrachte er zwei Monate, um sein Schiff zu reparieren. Ebenfalls im Jahr 1778 segelte er auf der Suche nach der Nordwestpassage als erster Europäer in die nach ihm benannte Bucht Cook Inlet bei Anchorage in Alaska und schon 1769 hielt er sich in Witianga auf der neuseeländischen Nordinsel auf.
In Kanada gibt es eine weitere Stadt namens Whitby, mit der natürlich auch eine Partnerschaft besteht.

Statue von James Cook in Whitby.    © Copyright Andrew Abbott

Statue von James Cook in Whitby.
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Blick auf meine Lieblingsstadt. Eigenes Foto.

Blick auf meine Lieblingsstadt.
Eigenes Foto.

Published in: on 5. Mai 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Ramsbottom (Greater Manchester) – Austragungsort der World Black Pudding Throwing Championships

   © Copyright robert wade

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Vor dem The Oaks Pub in der nordenglischen Stadt Ramsbottom (zwischen Oldham und Blackburn) in Greater Manchester treffen sich einmal im Jahr am zweiten Sonntag im September die führenden Black Pudding-Werfer aus der ganzen Welt zu den World Black Pudding Throwing Championships. Über Black Pudding, der sich oft auf den Tellern eines richtigen englischen Frühstücks findet, berichtete ich schon einmal in meinem Blog.

Das Ziel der Blutwurstwerfer ist es, möglichst viele der jeweils 12 auf einem Gerüst in sechs Metern Höhe liegenden Yorkshire-Puddings abzuräumen. Jeder Teilnehmer hat drei Versuche, für die er £1 bezahlen muss. Nachdem im Jahr 2011 ein Australier Weltmeister wurde, schaffte es im vergangenen Jahr wieder ein Engländer, die meisten Treffer zu landen. Ein Rentner aus Bury, der Heimat der Black Puddings, der noch nie zuvor eine Blutwurst geworfen hatte, räumte gleich sechs Yorkshire-Puddings ab, was zum Titel reichte. Der Weltrekord steht bei 10 Abwürfen.

Der Wettbewerb soll seinen Ursprung in den Rosenkriegen haben, als seinerzeit die Truppen aus  Yorkshire und Lancashire gegeneinander kämpften. Als ihnen die Munition ausging, bewarfen sie sich kurzerhand mit Lebensmitteln (so die Legende); die Yorkists benutzten dafür White Puddings, die Lancastrians Black Puddings…

Im Jahr 2002 wurde bei den Manchester Commonwealth Games das Blutwurstwerfen als inoffizieller Wettbewerb geführt, wobei die Zuschauerzahlen hier höher waren als bei mancher anderen offiziellen Sportart.

Organisator der World Black Pudding Throwing Championships ist der Stubbins Community Trust, der die eingenommenen Gelder für wohltätige Zwecke weiterleitet.

Hier ist ein Film der Hairy Bikers über das Ereignis des Jahres in Ramsbottom.

   © Copyright Paul Anderson

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Vor The Oaks in der Bridges Street finden die Weltmeisterschaften im Blutwurstwerfen statt.    © Copyright robert wade

Vor The Oaks in der Bridge Street finden die Weltmeisterschaften im Blutwurstwerfen statt.
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Toddington Manor in Gloucestershire – Ein großartiges Haus am Rande der Cotswolds

   © Copyright Dave Bushell

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Erstmals wurde ich auf das Toddington Manor durch die gruseligen Schwarz-Weiß-Fotos von Simon Marsden in dessen Buch “Phantom of the Isles: Further Tales from the Haunted Realm” (1990) aufmerksam. Dieses riesige Gebäude musste ich einfach sehen, also fuhr ich in das kleine Dorf Toddington in Gloucestershire. Dort konnte ich leider nur von der Toreinfahrt einen Blick auf das Manor House werfen, denn es war alles abgezäunt. Das 330-Zimmer-Haus stand schon lange Zeit leer und begann langsam zu verfallen. Dass dieses im Gothic Revival-Stil zwischen 1819 und 1840 erbaute, unheimlich wirkende Gebäude auch seine Geistergeschichten hat, liegt auf der Hand. So berichtet Simon Marsden von zwei Einbrechern, die einmal nachts das Gelände in panischer Flucht verlassen haben sollen, als sie einem Wesen begegneten, das halb skelettiert war.

Wenn man das Toddington Manor zum ersten Mal sieht, denkt man unwillkürlich an das Londoner Parlamentsgebäude und das kommt nicht von ungefähr, denn der Erbauer von Toddington, Charles Hanbury-Tracy, der erste Lord Sudeley, war 1836 der Vorsitzende der Kommission, die über den Neubau des britischen Parlaments entscheiden musste. Den Zuschlag bekam damals der Architekt Charles Barry, der sich mit seinem neugotischen Entwurf gegen 96 Konkurrenten durchsetzen konnte. Charles Hanbury-Tracy nahm diese Stilelelemente in den Bau seines Hauses auf.

Seine Erben konnten sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts den Unterhalt des riesigen Anwesens nicht mehr leisten und so wurde Toddington Manor verkauft. Die Besitzer wechselten, bis es dann 1939 von der National Union of Teachers erworben wurde. Im zweiten Weltkrieg zog die US-Armee in das Haus, danach wurden hier Militärfahrzeuge geparkt.
Von 1948-1972 gehörte Toddington der Congregation of Christian Brothers, einem Laienorden in der römisch-katholischen Kirche. In den 1980er Jahren war hier eine Privatschule untergebracht und dann stand das Haus 20 Jahre lang leer, verfiel immer mehr…bis der Künstler und Multimillionär Damien Hirst Toddington entdeckte und 2005 kaufte. Nachdem schon vorher die Sängerin Madonna und die Band The Prodigy Interesse an Toddington Manor gezeigt, dann sich aber doch anders entschieden hatten, griff der umstrittene Künstler zu, der durch einen in Formaldehyd eingelegten Tigerhai berühmt wurde. Seitdem steckt Hirst Millionen in den Umbau des Hauses, das einmal zu einer riesigen Galerie für seine Werke werden soll.

Ich persönlich hätte es für schöner gefunden, wenn Toddington Manor zu einem Luxushotel umgebaut worden wäre (konkrete Angebote gab es, scheiterten aber u.a. am Widerstand der Dorfbewohner), dann wäre man in den Genuss gekommen, in diesem imposanten Gebäude einmal wohnen zu können, so ist es jetzt in den Händen eines Einzelnen und was der daraus macht…

Toddington Manor wird unter der Regie von Damien Hirst umgebaut.    © Copyright Roger Davies

Toddington Manor wird unter der Regie von Damien Hirst umgebaut.
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Nur bis hierher zum Eingang gelangte ich damals in Toddington.    © Copyright Jonathan Billinger

Nur bis hierher zum Eingang des Manor Houses gelangte ich damals in Toddington.
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Barometer World in Merton (Devon) – Ein Museum für Luftdruckmessgeräte

Es gibt wohl in ganz Großbritannien niemanden, der so viel über Barometer weiß wie Philip Collins. Er ist Secretary of the British Barometer Makers Association und Mitglied der Royal Meteorological Society, und er betreibt das größte Barometer-Museum der Welt in der Quicksilver Barn in dem kleinen Dorf Merton an der A386 südlich von Great Torrington in Devon.

Barometer World umfasst eine Ausstellung von Luftdruckmessgeräten und anderen “Wettervorhersageapparaturen” und hat eine Werkstatt, in der diese Geräte hergestellt, repariert und auch restauriert werden. Wer sich ein Barometer zulegen möchte, wird hier im Shop bzw. im Online-Shop fündig und da kann man schnell einmal einige hundert Pfund loswerden; aber dafür sind das auch sehr präzise handgefertigte Messgeräte. Über 300 verschiedene Barometer aus allen Zeiten werden hier in der Quicksilber Barn zur Schau gestellt und man erhält Informationen aus erster Hand von den Barometer-Spezialisten Großbritanniens.

Ein besonders bizarres Instrument ist in der Barometer World zu besichtigen: Das Leech-Barometer (Egel-Barometer) oder auch Tempest Prognosticator genannt, mit dessen Hilfe im 19. Jahrhundert Stürme vorhergesagt werden konnten und das auf Grund der Tatsache, dass sich Egel in Gefäßen je nach Wetterlage eigentümlich verhielten.

Philip Collins ist Autor mehrerer Bücher über das Thema wie “Bizarre Barometers”, “Care & Restoration of Barometers” oder “Aneroid Barometers and Their Restoration”.

Das Museum ist nach vorheriger Absprache geöffnet und der Eintritt beträgt £2.50.

Barometer World
Quicksilver Barn
Merton, Okehampton
Devon
EX20 3DS
Tel: 01805 603 443

Published in: on 2. Mai 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Die Culbone Church im Exmoor National Park (Somerset) – Englands kleinste Kirche

   © Copyright Tony Atkin

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Der Mini-Hafenort Porlock Weir an der Küste von Somerset hat es mir besonders angetan. Ich berichtete in meinem Blog bereits einmal über meinen Aufenthalt im Anchor Hotel. Einen Fußmarsch von etwa drei Kilometern von Porlock Weir entfernt, liegt das winzige Dorf Culbone, das nur aus einer Kirche und einer Handvoll Häusern besteht. Die Kirche ist dem wenig bekannten walisischen Heiligen Saint Beuno geweiht und gilt als kleinstes Gotteshaus Englands. Mit dem Auto kann man hier nicht hinfahren; da muss man schon den Southwest Coast Path nehmen, um die Kirche zu besichtigen.

Die Ausmaße der Culbone Church: Das Kirchenschiff misst gerade einmal 6,60m x 3,80m. 3o Personen passen hinein und auch heute noch werden hier Gottesdienste abgehalten. Wie alt die Kirche tatsächlich ist, lässt sich nicht mehr so genau feststellen; Teile stammen aus dem 13. und dem 15. Jahrhundert, aber die Ursprünge gehen noch viel weiter zurück.

Auf dem Friedhof liegt Joan d’Arcy Cooper begraben, die zusammen mit ihrem Ehemann, dem Töpfer Waistel Cooper, in Culbone wohnte. Cooper war Schriftstellerin und Esoterikerin, die 1982 in ihrem Haus starb. Bei den Trauerfeierlichkeiten versammelte sich eine große Menschenmenge in dem kleinen Ort, um Cooper das letzte Geleit zu geben. Danach fiel Culbone wieder in seinen Dornröschenschlaf zurück.

Die beiden Dichter William Wordsworth und Samuel Taylor Coleridge besuchten die Kirche seinerzeit und ließen sich durch die Landschaft inspirieren. Coleridges berühmtes Gedicht “Kubla Khan” entstand hier in Culbone, das er in einem Haus schrieb, das nur wenige Gehminuten von der Kirche entfernt liegt.

Hier ist ein Film über die abgelegene Kirche in Somerset.

   © Copyright Philip Halling

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Published in: on 1. Mai 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  

Pubschilder – The Trusty Servant in Minstead (Hampshire)

   © Copyright Miss Steel

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Was fällt einem zu Minstead, jenem kleinen Dorf im New Forest in der Grafschaft Hampshire ein? Ja, hier liegt das Grab des Sherlock Holmes-Erfinders Sir Arthur Conan Doyle. Ich berichtete in meinem Blog schon einmal darüber. Im letzten Jahr fuhr ich noch einmal durch Minstead und kam dabei auch am örtlichen Pub vorbei, der gegenüber vom Dorfladen am Village Green liegt. The Trusty Servant heißt er und er hat ein außergewöhnliches Pubschild. Es stellt einen Diener dar, so wie die Herrschaften  ihn sich in optimaler Form vorgestellt und gewünscht haben: Sein Kopf ist der eines Schweins (= er ist nicht wählerisch, was seine Ernährung angeht), seine Schnauze ist mit einem Schloss versehen (= plaudert keine Vertraulichkeiten aus), die Ohren sind die eines Esels (= er ist geduldig) und seine Füße die eines Hirsches (= er ist schnell). In der linken Hand hält der “Verlässliche Diener” sein Handwerkszeug, das er täglich verwenden sollte.

Gemalt hat dieses hübsche Pubschild Peter J Oldreive, dessen Schilder vor allem auf der Isle of Wight zu finden sind wie z.B am Fishbourne Inn oder am Colwell Bay Inn.

The Trusty Servant hat einen großen Biergarten und auch die pubüblichen Tisch-Sitz-Garnituren vor der Tür, so dass man bei schönem Wetter die Idylle des Dorfes genießen kann. Die All Saints Church mit dem Grab Sir Arthurs ist zu Fuß nur ein paar Minuten entfernt, am Ende der Straße Church Close.

Ich kann einen Besuch in Minstead sehr empfehlen; das Dorf ist über die A337 oder die A31 auf schmalen Wegen leicht zu erreichen.

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Published in: on 30. April 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Die Sportwagenfabrik Lotus in Hethel (Norfolk)

Die Lotus-Produktionsanlagen in Hethel (Norfolk).    © Copyright Evelyn Simak

Die Lotus-Produktionsanlagen in Hethel (Norfolk).
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Wer sich für englische Sportwagen interessiert und sich in Norfolk aufhält, sollte unbedingt einmal die Fabrikhallen der Firma Lotus ansehen. Südwestlich von Norwich auf dem Gelände des ehemaligen Luftwaffenstützpunkts Hethel hat sich 1966 die Sportwagenfabrik angesiedelt und baut seitdem hier ihre exklusiven und selten zu sehenden Luxusfahrzeuge. RAF Hethel verfügte über Start- und Landebahnen, die sich ideal als Teststrecken für die Lotus-Fahrzeuge erwiesen.

Colin Chapman war der Firmengründer und die treibende Kraft des Sportwagenherstellers. Er führte die Lotus-Rennwagen in den 1960er Jahren in die Formel-1-Welt ein und kreierte damals die legendären Lotus Elan und Elise. Nach Chapmans Tod im Jahr 1982 wechselte die Firma mehrfach den Besitzer, zurzeit ist Lotus in der Hand der malaysischen Firma Perusahaan Otomobil Nasional Bhd.

Zweimal in der Woche finden Touren durch die Produktionsanlagen statt, in denen die Sportwagen per Hand gefertigt werden: Mittwochs um 14 Uhr, freitags um 10 Uhr. Der Preis: £39. Im Lotus Store kann man sich anschließend mit Fanartikeln eindecken wie T-Shirts, Base Caps und anderen Dingen.

In einigen Spielfilmen finden wir die Sportwagen aus dem Hause Lotus wieder, z.B. ein Esprit in “Pretty Woman” und den James Bond-Filmen “Der Spion, der mich liebte” und “In tödlicher Mission“. Einen Lotus Elan fuhr Emma Peel in der TV-Serie “The Avengers” (dt. “Mit Schirm, Charme und Melone”); hier sind einige Szenenauschnitte.

Gebaut werden in dem Werk in Norfolk momentan der Exige, die Elise und der Evora. Wer diese Modelle einmal fahren möchte, kann das bei der Lotus Driving Academy tun, die Testfahrten auf den firmeneigenen Strecken anbietet (ein nicht ganz billiger Spaß, ab ca £400!).

Dieser Film informiert umfassend über den Lotus Evora.

Lotus
Potash Ln
Hethel, Norwich NR14 8EZ
Tel. 01953 608000

Der Lotus Evora. Attr.: Cobra bubbles. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 3.0 Unported license.

Der Lotus Evora.
Attr.: Cobra bubbles. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 3.0 Unported license.

Published in: on 29. April 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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William Wymark Jacobs: The Monkey’s Paw – Eine der besten englischen Gruselgeschichten

Plakette an W.W. Jacobs' Haus in der Londoner Gloucester Road. Source: LondonRemembers.com.

Plakette an W.W. Jacobs’ Haus in der Londoner Gloucester Gate Nummer 15.
Source: LondonRemembers.com.

Gestern schrieb ich einen Blogeintrag über die englische Schauspielerin Jane Wymark und erwähnte kurz, dass sie die Enkelin des Schriftstellers William Wymark Jacobs ist, der von 1863 bis 1943 lebte. Dieser Mann wurde durch eine Kurzgeschichte berühmt, die er 1902 in dem Erzählungsband “The Lady of the Barge” veröffentlichte und die auch heute noch gelesen und hin und wieder neu verfilmt wird: “The Monkey’s Paw“, in deutscher Übersetzung “Die Affenpfote“.

In meinem Studium beschäftigte ich mich intensiv mit Horrorliteratur und unter den unzähligen Romanen und Geschichten, die ich in dieser Zeit gelesen habe, war, neben “Oh Whistle and I’ll Come to You, My Lad” von M.R. James, die “Affenpfote”, die, die mich am meisten beeindruckt hat.

Es ist die Story einer mumifizierten Affenpfote, die ein indischer Fakir verzaubert (oder verflucht?) hat und die dem Besitzer drei Wünsche erfüllen kann. Durch einen britischen Kolonialoffizier gelangt sie nach England und gerät dort in die Hände einer Familie, die die Zauberkraft der Pfote ausprobiert. Ihre drei Wünsche werden erfüllt, aber nicht so wie sich das vorgestellt hat. Ich werde den ganzen Inhalt hier nicht wiedergeben, den kann man sehr gut in der Wikipedia nachlesen.

Die Story von W.W. Jacobs hat zahlreiche andere Schriftsteller inspiriert (ich denke da speziell an Stephen Kings “Friedhof der Kuscheltiere”) und wurde mehrfach verfilmt. Am besten gefällt mir die Version des Regisseurs Ricky Lewis jr aus dem Jahr 2011, die die unheimliche Atmosphäre der Buchvorlage sehr gut einfängt. Hier ist der Film in voller Länge zu sehen. Eine Neuverfilmung, die auch “The Monkey’s Paw” heißt, befindet sich zurzeit in den USA in der Post-Production-Phase und soll am 25. Oktober in die Kinos kommen. Dieser in New Orleans gedrehte Film hält sich aber nicht so eng an das Original wie der von Ricky Lewis jr.

Das Hauptwerk von William Wymark Jacobs ist heute weitgehend vergessen. Man hat den Schriftsteller mit zwei blauen Plaketten geehrt, die an zwei seiner Wohnhäuser angebracht worden sind. Einmal in Loughton in Essex am Feltham House in Goldings Hill und einmal an der Nummer 15 Gloucester Gate am Regents Park.

Hier ist der vollständige Text der deutschen Übersetzung von “The Monkey’s Paw”.

Hier in Gloucester Gate wohnte Jacobs eine Zeit lang. Source: http://www.londonremembers.com.

Hier in Gloucester Gate am Regent’s Park wohnte Jacobs eine Zeit lang.
Source: http://www.londonremembers.com.

Published in: on 28. April 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Jane Wymark alias Joyce Barnaby

Copyright ZDF/All3Media.Mit freundlicher Genehmigung.

Copyright ZDF/All3Media. Mit freundlicher Genehmigung.

Was wäre DCI Tom Barnaby ohne seine Frau Joyce? Sie hält ihm den Rücken frei, indem sie sich um fast alle häuslichen Arbeiten kümmert. Sie bekocht ihn mehr schlecht als recht und ein wesentlicher  Charakterzug ist ihre (zähneknirschende) Toleranz, wenn Tom wieder einmal vom abendlichen Essenstisch oder bei einem Restaurantbesuch zu einem Mordfall abberufen wird. Joyce versucht sich ein eigenes Leben aufzubauen, in dem sie z.B. in Folge 50 “Death in Chorus” (dt. “Tote singen nicht”) in einem Chor mitsingt oder in Episode 44 “The house in the woods” (dt. “Fluch über Winyard”) bei der Midsomer Conservation Group mitarbeitet.

Jane Wymarks erster Auftritt als Joyce Barnaby erfolgte bereits beim Start von “Midsomer Murders” 1998 in “The killings at Badger’s Drift” (dt. “Tod in Badger’s Drift”), ihr letzter Auftritt an der Seite von John Nettles und ihrer Filmtochter Laura Howard fand am 2. Februar 2011 statt, in Folge 81 “Fit for murder” (lief noch nicht im deutschen Fernsehen). Ihre Nachfolgerin ist Sarah Barnaby, gespielt von Fiona Dolman, die Frau an der Seite von DCI John Barnaby, Toms Cousin, der seinen Job übernommen hat.

Jane Wymark hat das Schauspielergen von ihrem Vater geerbt; Patrick Wymark (1926-1970) hatte sich anfangs auf Shakespeare-Rollen spezialisiert und war dann in zahlreichen Spielfilmen zu sehen, z.B. in Roman Polanskis 1965 gedrehten “Repulsion” (dt. “Ekel”) oder in Robert Parrishs “Doppelgänger” (dt.”Unfall im Weltraum”) aus dem Jahr 1969. Jane Wymarks Großvater war der Schriftsteller William Wymark Jacobs (1863-1943), der Romane und Kurzgeschichten geschrieben hat und vor allem durch die großartige Story “The monkey’s paw” (dt. “Die Affenpfote”) bekannt wurde. Mehr darüber in meinem morgigen Blogeintrag.

Jane Wymark hatte ihre erste Rolle 1975 in einer Fernsehserie namens “Rooms“, einige Jahre später war sie in 11 Episoden der erfolgreichen Serie “Poldark” zu sehen, die von 1975 bis 1977 ausgestrahlt wurde. Darin spielte sie die Morwenna Chynoweth Whitworth. “Poldark” wurde auch im deutschen Fernsehen gezeigt. Es folgten Auftritte in verschiedenen TV-Serien des britischen Fernsehen, von denen man heute kaum noch spricht wie “Chalkface”, “Between the lines” oder “No bananas”. Weltweit bekannt wurde sie aber erst als Joyce Barnaby neben John Nettles.

Jane Wymark ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Ihr Ehemann Paul Howson arbeitet für den British Council.

Hier ist Jane Wymark in einer Folge der TV-Serie “Beasts” aus dem Jahr 1976 zu sehen und hier stellt sie einige Drehorte von “Midsomer Murders” vor.

Published in: on 27. April 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Die Monkey Hangers aus Hartlepool…die einst einen kleinen Affen aufhängten

Die Bewohner Newcastles werden Geordies genannt, die von Grimsby Cod Heads, die von Middlesbrough Smoggies und die von Hartlepool Monkey Hangers. Wie kam es dazu?

Hartlepool ist eine Stadt an der Nordseeküste, etwa auf halben Weg zwischen Whitby und Sunderland, mit über 90 000 Einwohnern. Die Hartlepudlians werden gern auch Monkey Hangers, also die, die Affen aufknüpfen, genannt, weil sie sich während der Zeit der Napoleonischen Kriege etwas geleistet hatten, was ihre Intelligenz in fragwürdigem Licht erscheinen lässt. Ein französisches Schiff erlitt vor Hartlepool Schiffbruch und die ganze Besatzung ertrank in den Fluten. Lediglich eine kleine Gestalt in Uniform rettete sich an Land; es war der Schiffsaffe. Die Hartlepudlians nahmen ihn in Gewahrsam, und da sie noch nie einen Franzosen gesehen hatten, hielten sie den kleinen Kerl für einen feindlichen Matrosen.

Man machte ihm kurzerhand den Prozess, bei dem der Affe auf die gestellten Fragen leider keine Antworten geben konnte, und so sprach man das Todesurteil aus, das dann auch gleich ausgeführt wurde, indem man das arme Geschöpf aufhängte.

Inwieweit das nun alles stimmt, sei dahingestellt, aber es ist eine nette Geschichte und man hört sie auch heute noch in Hartlepool gern. Natürlich machten sich die Bewohner der umliegenden Städte immer wieder lustig über die Dummheit der Hartlepudlians; der Name Monkey Hangers ist ihnen bis heute geblieben.

Der örtliche Rugby Club, die Hartlepool Rovers, werden als Monkey Hangers bezeichnet, und der Fußballverein Hartlepool United hat einen Affen als Maskottchen, der H’Angus the Monkey genannt.

Hier ist die Geschichte vom aufgehängten Affen im Lied zu hören und hier ist ein Reenactment der Urteilsvollstreckung zu sehen.

Published in: on 26. April 2013 at 02:00  Kommentare (1)  
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Z Cars – Eine der langlebigsten TV-Krimiserien Großbritanniens

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Lange Zeit galt “Z Cars” als die langlebigste TV-Krimiserie des britischen Fernsehens, bis sie von der ähnlich aufgebauten Serie “The Bill” überholt wurde. Wie viele Folgen es nun tatsächlich gab, ist etwas umstritten, denn es werden unterschiedliche Zahlen genannt. Die Wikipedia spricht von 799 Folgen, andere Quellen von 695. Egal, es waren auf jeden Fall sehr viele.

Der Startschuss für “Z Cars” fiel am 2. Januar 1962. Im Mittelpunkt der Serie standen die beiden Kriminalbeamten Detective Inspector Charlie Barlow und Detective Sergeant John Watt. Stratford Johns, der 2002 starb, verkörperte den bulligen, manchmal recht arrogant wirkenden DI, Frank Windsor seinen Untergebenen. Windsor war übrigens in Episode 7 “Strangler’s Wood” (dt. “Der Würger von Raven’s Wood”) der Inspector-Barnaby-Serie als der ehemalige DCI George Meekham zu sehen.

Schauplatz der BBC-Serie war die fiktive Stadt Newtown bei Liverpool. In der Polizeistation arbeitete neben den beiden genannten Polizeibeamten noch ein Team von Polizisten, die mit den mehr oder weniger schwerwiegenden Fällen beschäftigt waren, die sich in dem Orte ereigneten. Zwei Polizei-Einsatzfahrzeuge mit den Namen Z Victor 1 und Z Victor 2 waren ständig unterwegs, die zum einen mit den PCs “Fancy” Smith und Scot Jock Weir, zum anderen mit Bert Lynch und Bob Steele besetzt waren. “Z Cars” war eine realistische Krimiserie, die den Polizeialltag in einer englischen Stadt widerspiegelte und die ohne wilde Schießereien und permanente Verfolgungsjagden auskam, wie es in den heutigen Fernsehkrimis die Regel ist.

Die beiden “Helden” Barlow und Watt erwiesen sich als so populär, dass man ihnen ab 1966 eine eigene Serie gab, die unter dem Titel “Softly, Softly” lief, ab 1969 “Softly, Softly: Taskforce” (hier ist ein Ausschnitt aus einer Episode aus dem Jahr 1975). Dabei wechselten die beiden Polizeibeamten mehrfach ihre Reviere und wurden natürlich auch befördert.

Ein weiteres Spin-Off folgte: In “Barlow at Large” agierte dann Stratford Johns als Detective Chief Superintendent Barlow allein ohne seinen treuen Gefährten John Watt.

Ab März 1967 lief “Z Cars”, ohne Barlow/Watts, noch einige Jahre lang weiter.

Ich fand sowohl “Z Cars” als auch die Spin-Offs sehr gelungen und sehr interessant. Leider gibt es keine der Serien auf DVD zu kaufen. Ich habe glücklicherweise noch ein Video mit drei Episoden, darunter auch die allererste vom 2. Januar 1962. Bild- und Tonqualität sind zwar nicht mehr so gut, aber dafür ist das Video eine Rarität.

Im deutschen Fernsehen wurden in den 1970er Jahren zahlreichen Folgen aus “Softly, Softly: Taskforce” ausgestrahlt; hier eine Übersicht.

Hier ist eine komplette Folge aus dem Jahr 1964 zu sehen.

Eigenes Foto.

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Published in: on 25. April 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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The KLF – “What Time Is Love?”

This work has been released into the public domain by its author

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Der Name “Kopyright Liberation Front” war etwas sperrig, so nannte man die britische Band kurzerhand The KLF, die in den 1980er Jahren von Bill Drummond und Jimmy Cauty gegründet wurde. Sie traten auch unter dem Namen The Justified Ancients of Mu Mu und The Timelords auf und was sie machten, wirkte alles recht skurril. So haben sie einmal auf der schottischen Insel Jura eine Million Pfund verbrannt, und auch ihre Musikvideos waren nicht “von der Stange”.

Nach ihrem ersten Nummer-Eins-Hit “Doctorin’ the Tardis” (als The Timelords) wurden sie 1990 international einem breiteren Publikum durch “What Time Is Love?” bekannt. An das Musikvideo dazu möchte ich heute noch einmal erinnern. Es wurde in Wiltshire auf dem Woodborough Hill bei Alton Barnes auf dem Getreidefeld des Farmers David Reid gedreht, der dafür £350 erhielt. In dieser Region hat man schon zahlreiche mysteriöse Kornkreise vorgefunden und so wurde auch für das Video ein “Crop Circle” in das Getreidefeld geschnitten und zwar in der Form des Logos der Band KLF: Eine Pyramide mit einem Ghettoblaster (s. Abbildung oben). Drummond und Cauty hatten sich schon immer für das Phänomen der Kornkreise interessiert, das sie “Landscape Art” nannten und so bauten sie ein ganzes Musikvideo darauf auf, das hier zu sehen ist.

Hier sind einige Crop Circles am Woodborough Hill zu bewundern.

Woodborough Hill in Wiltshire. Hier wurde das KLF-Video gedreht.    © Copyright Andrew Smith

Woodborough Hill in Wiltshire. Hier wurde das KLF-Video gedreht.
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Published in: on 24. April 2013 at 02:00  Kommentare (2)  
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Vergessene Krimiautoren – Pamela Branch

Eigenes Foto.

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Lediglich vier Bücher hat Pamela Jean Branch geschrieben und damit in der Geschichte des englischen Kriminalromans keine allzu großen Spuren hinterlassen. Die 1902 im heutigen Sri Lanka (damals noch Ceylon) geborene Autorin schrieb diese vier Krimis in den 1950er Jahren, dann war Sendepause bis zu ihrem Tod im Jahr 1967.

Wie kann man Pamela Branchs Krimis am besten charakterisieren? Ich würde sagen: Skurril, schwarzhumorig, albern. Ich habe gerade noch einmal ihren Erstling “The wooden overcoat” gelesen, der 1965 als “Leichen in Nachbars Garten” in deutscher Übersetzung in der Reihe “rororo thriller” erschien (und noch einige Male nachgedruckt wurde). Da wird der Leser mit kauzigen, skurrilen Typen konfrontiert wie den Mitgliedern eines Clubs, die alle aus Mangel an Beweisen von einer Mordanklage freigesprochen worden sind. Im Nebenhaus wohnen merkwürdige Künstler, die unter einer Rattenplage leiden und die überwiegend damit beschäftigt sind, Leichen loszuwerden, die sich in ihrem Haus häufen.

Auch Pamela Brachs zweites Buch “Lion in the cellar” erschien in der Thriller-Reihe des Rowohlt Taschenbuch-Verlags in deutscher Übersetzung unter dem Titel “Onkel hängt am falschen Strick” (1967). Das Szenario ist hier so ähnlich wie im Vorgängerband. Bei der Vorstellung der Hauptpersonen zu Beginn des Krimis heißt es z.B. “Sukie Channor – besucht ihre Familie  im Irrenhaus. Oder im Wachsfigurenkabinett”. Die beiden agierenden Kriminalbeamten Inspektor Stoner und Constable Chivvers “überführen einen richtigen Mörder des falschen Mordes” usw. usw. Es geht auch hier wieder drunter und drüber.

Murder every Monday” ist Branchs dritter Roman, auf Deutsch unter dem Titel “Mord jeden Montag” als Goldmann Taschen-Krimi 1966 erschienen. Hier heißt es: “Die Hochschule für angehende Mörder floriert bestens. Interessenten aus aller Welt belegen Kurse – doch beim sechsundzwanzigsten Lehrgang geht etwas schief”. Einer der Kursteilnehmer verstößt gegen die Hausordnung, die da lautet: “Mord im Institut verstößt gegen die Hausordnung”.

Pamela Branchs vierter und letzter Krimi “Murder’s little sister” (1959) wurde nie übersetzt und ist auch in keiner deutschen Bibliothek zu finden. Ich habe ihn mir einmal vor langer Zeit (als es noch nicht so einfach war wie jetzt, Bücher antiquarisch zu bekommen) über den internationalen  Leihverkehr der Bibliotheken aus der University Library of Cambridge besorgt. Darin geht es um Enid Marley, eine “agony aunt”, also eine “Kummerkastentante” der Zeitschrift “You”, die ihren fremdgehenden Ehemann mit einem vorgetäuschten Selbstmordversuch zurückholen will. Natürlich geht das schief. Während Enids Abwesenheit übernimmt ein arbeitsloser Balletttänzer ihren Job bei der Zeitschrift und verursacht ein Chaos unter den hilfesuchenden Briefeschreibern.

Pamela Branch war eine reisefreudige Dame, die viel in der ganzen Welt unterwegs war. Wenn sie sich in ihrem Heimatland aufhielt, wohnte sie in London, meistens in Kensington. Sie starb mit nur 65 Jahren an Krebs.

Eine ausführliche Biografie findet sich auf der Webseite der Rue Morgue Press, einem amerikanischen Verlag, der in Colorado ansässig ist, und der sich auf den Nachdruck von klassischen Kriminalromanen spezialisiert hat. Alle vier der rabenschwarzen Krimis von Pamela Branch stehen dort im Programm.

Published in: on 23. April 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Taxi Globe – Das Informationsblatt für Londoner Taxifahrer

Alle 14 Tage erscheint das Londoner Informationsblatt “Taxi Globe“, das die Cabbies der Hauptstadt über alles Wissenswerte in ihrem Gewerbe informiert und das kostenlos verteilt wird. Die Zielgruppe von über 23 000 lizensierten Fahrern wird in der Postille natürlich auch mit jeder Menge Werbung konfrontiert, denn irgendjemand muss die Produktionskosten ja tragen. Die werbenden Firmen kommen überwiegend aus der Zubehör- und Reparaturbranche, aber auch etwas artfremde Werbung findet sich z.B. in der jüngsten Ausgabe vom 10. April: Da buhlt der Secrets Nachtclub, dessen Spezialität “Table und Pole Dancing” ist, um die Gunst der Taxifahrer und verspricht ihnen, dass sie, wenn sie Kunden zum Club bringen, als “Belohnung” den Eintrittspreis ausgezahlt bekommen, den diese Gäste entrichten müssen, um die attraktiven jungen Damen an der Stange oder auf dem Tisch sehen zu können.

Kleine Meldungen füllen den “Taxi Globe”; so erfahren die Cabbies, dass am Geburtshaus von Harry Beck, der die Londoner U-Bahnkarte entworfen hat, in der Wesley Road in Leyton, jetzt eine blaue Plakette angebracht worden ist, um an diesen Mann zu erinnern. Da gibt es hin und wieder kurze Theaterkritiken und Hinweise auf neue Filme; als Taxifahrer in der Weltstadt London muss man eben rundum informiert sein.

Im Mittelpunkt des Blattes steht aber das wichtigste im Leben eines Cabbies: Das Taxi selbst. Darin verbringt er wahrscheinlich mehr Zeit als mit seiner Frau,und es soll Fahrer geben, die ihr Gefährt auch mehr lieben…

Neben dem “Taxi Globe” existiert schon seit 1921 eine weitere Zeitschrift namens “The Cab Driver“, die auf die Informationsbedürfnisse der Taxifahrer eingeht und sich “The licenced taxi industry’s largest independent newspaper” nennt.

Published in: on 22. April 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Das Agatha Christie Festival 2013 an der Englischen Riviera

Torquay an der Englischen Riviera.    © Copyright Tom Jolliffe

Torquay an der Englischen Riviera.
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Einmal im Jahr treffen sich beim Agatha Christie Festival die Verehrer von Miss Marple und Hercule Poirot an der Englischen Riviera in Devon, d.h. in Torquay und Umgebung. Hier wurde die Queen of Crime am 15. September 1890 als Agatha Mary Clarissa Miller geboren und hier an der Lyme Bay wuchs sie auf.

Das diesjährige Festival findet vom 15. bis zum 22. September statt und in dieser Zeit wird man wieder zahlreichen als Miss Marple und Hercule Poirot verkleideten Fans in Torquay über den Weg laufen.
Was bekommt man denn nun in dieser Woche alles geboten? Hier sind einige Beispiele:

Einer der Höhepunkte ist wieder eine Aufführung der Agatha Christie Theatre Company im Princess Theatre in Torquay, die in diesem Jahr “Go Back For Murder” spielt.

Sehr interesssant stelle ich mir auch den Lunch at Burgh Island vor, der in dem legendären Hotel angeboten wird, in dem Agatha Christie ihre beiden Romane “Evil Under the Sun” und “And Then There Were None” schrieb. Zeitgenössische Kleidung wird ausdrücklich von den Teilnehmern erwünscht.

Im Grand Hotel in Torquay findet am 19. September das Literary Dinner statt, bei dem eine “Kollegin” Agatha Christies anwesend sein wird: Die Krimiautorin Val McDermid.

Einen Tag später, ebenfalls im Grand Hotel, sind zwei weitere Krimiautoren zu Gast: Kate Mosse und Simon Brett, die darüber erzählen, inwieweit sie von der Queen of Crime beeinflusst worden sind.

Torquay ist Start der “Agatha Christie Evening Mystery Vintage Bus Tour“. Wer Oldtimerbusse nicht so mag, kann sich stattdessen an Bord der Fairmile begeben und mit diesem Schiff aus dem Zweiten Weltkrieg über die Torquay vorgelagerte Bucht fahren.

Die zahlreichen Hotels und B&Bs an der Englischen Riviera bieten in der Zeit des Festivals “Agatha Christie Breaks” an, also Sonderangebote für Übernachtung, Frühstück und Abendessen.

Hier ist ein kleiner Vorgeschmack auf das Festival.

Der "Agatha-Christie-Oldtimerbus".    © Copyright Derek Harper

Der “Agatha-Christie-Oldtimerbus”.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Derek Harper

The Grand Hotel in Torquay.    © Copyright Lewis Clarke

The Grand Hotel in Torquay.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Lewis Clarke

 

Published in: on 21. April 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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