James Herbert (1943-2013) – Einer der großen britischen Autoren der Horrorliteratur

Ash

Was Stephen King für die USA ist, war James Herbert für Großbritannien: Der vielleicht erfolgreichste Autor von Horrorromanen. Am 20. März starb er in seinem Haus in Woodmancote in West Sussex kurz vor seinem 70. Geburtstag. Seine 23 Romane wurden in über 30 Sprachen übersetzt und verkauften sich weltweit mehr als 54 Millionen mal. Sein letztes Buch “Ash” erschien wenige Tage vor seinem Tod am 14. März. Die größte Auszeichnung in der Welt der Literatur, die James Herbert erhielt, war sicher der World Horror Convention Grand Master Award im Jahr 2010, den ihm niemand anderes als Stephen King überreichte, der den Preis selbst bereits 1992 entgegennehmen konnte.

Herbert begann seine Laufbahn als Schriftsteller 1974 mit seinem Roman “The Rats” (dt. “Die Ratten”), der ihn auf einen Schlag berühmt machte. Bis 1988 veröffentlichte er fast jedes Jahr ein neues Buch, in den 1990er Jahren folgten weitere fünf, dann wurden die Abstände etwas länger. Ich las einmal “The Magic Cottage” (dt. “Magic Cottage”) und “The Survivor” (dt. “Todeskralle”), letzteres wurde von David Hemmings 1981 verfilmt. Weitere Verfilmungen von Herberts Romanen waren u.a. “Deadly Eyes” (dt. Night Eyes”), das auf “The Rats” basierte, “Haunted” (dt. “Haunted – Haus der Geister”) nach dem gleichnamigen Roman und “The Secret of Crickley Hall“, eine dreiteilige TV-Serie der BBC, die nach Herberts vorletztem Roman gedreht wurde.

Die Trauerfeier für James Herbert fand in der St Peter’s Church in Henfield (West Sussex) statt, ca 2 km von seinem Haus in Woodmancote entfernt. Unter den Trauergästen fanden sich sein Schriftstellerkollege Peter James (ich berichtete über ihn in meinem Blog) und sein Freund Bob Young (der viele Hits für die Rockgruppe Status Quo schrieb), der auch eine Trauerrede hielt. Als Herberts Sarg in die Kirche getragen wurde, spielte man sein Lieblingslied “Here Comes the Sun” von den Beatles.

Hier ist ein Interview mit James Herbert kurz vor seinem Tod und hier ein Film über seine Beerdigungsfeier.

Die St Peter's Church in Henfiled (West Sussex).    © Copyright Robin Webster

Die St Peter’s Church in Henfield (West Sussex).
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Published in: on 10. Mai 2013 at 02:00  Kommentare (3)  
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William Wymark Jacobs: The Monkey’s Paw – Eine der besten englischen Gruselgeschichten

Plakette an W.W. Jacobs' Haus in der Londoner Gloucester Road. Source: LondonRemembers.com.

Plakette an W.W. Jacobs’ Haus in der Londoner Gloucester Gate Nummer 15.
Source: LondonRemembers.com.

Gestern schrieb ich einen Blogeintrag über die englische Schauspielerin Jane Wymark und erwähnte kurz, dass sie die Enkelin des Schriftstellers William Wymark Jacobs ist, der von 1863 bis 1943 lebte. Dieser Mann wurde durch eine Kurzgeschichte berühmt, die er 1902 in dem Erzählungsband “The Lady of the Barge” veröffentlichte und die auch heute noch gelesen und hin und wieder neu verfilmt wird: “The Monkey’s Paw“, in deutscher Übersetzung “Die Affenpfote“.

In meinem Studium beschäftigte ich mich intensiv mit Horrorliteratur und unter den unzähligen Romanen und Geschichten, die ich in dieser Zeit gelesen habe, war, neben “Oh Whistle and I’ll Come to You, My Lad” von M.R. James, die “Affenpfote”, die, die mich am meisten beeindruckt hat.

Es ist die Story einer mumifizierten Affenpfote, die ein indischer Fakir verzaubert (oder verflucht?) hat und die dem Besitzer drei Wünsche erfüllen kann. Durch einen britischen Kolonialoffizier gelangt sie nach England und gerät dort in die Hände einer Familie, die die Zauberkraft der Pfote ausprobiert. Ihre drei Wünsche werden erfüllt, aber nicht so wie sich das vorgestellt hat. Ich werde den ganzen Inhalt hier nicht wiedergeben, den kann man sehr gut in der Wikipedia nachlesen.

Die Story von W.W. Jacobs hat zahlreiche andere Schriftsteller inspiriert (ich denke da speziell an Stephen Kings “Friedhof der Kuscheltiere”) und wurde mehrfach verfilmt. Am besten gefällt mir die Version des Regisseurs Ricky Lewis jr aus dem Jahr 2011, die die unheimliche Atmosphäre der Buchvorlage sehr gut einfängt. Hier ist der Film in voller Länge zu sehen. Eine Neuverfilmung, die auch “The Monkey’s Paw” heißt, befindet sich zurzeit in den USA in der Post-Production-Phase und soll am 25. Oktober in die Kinos kommen. Dieser in New Orleans gedrehte Film hält sich aber nicht so eng an das Original wie der von Ricky Lewis jr.

Das Hauptwerk von William Wymark Jacobs ist heute weitgehend vergessen. Man hat den Schriftsteller mit zwei blauen Plaketten geehrt, die an zwei seiner Wohnhäuser angebracht worden sind. Einmal in Loughton in Essex am Feltham House in Goldings Hill und einmal an der Nummer 15 Gloucester Gate am Regents Park.

Hier ist der vollständige Text der deutschen Übersetzung von “The Monkey’s Paw”.

Hier in Gloucester Gate wohnte Jacobs eine Zeit lang. Source: http://www.londonremembers.com.

Hier in Gloucester Gate am Regent’s Park wohnte Jacobs eine Zeit lang.
Source: http://www.londonremembers.com.

Published in: on 28. April 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Vergessene Krimiautoren – Pamela Branch

Eigenes Foto.

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Lediglich vier Bücher hat Pamela Jean Branch geschrieben und damit in der Geschichte des englischen Kriminalromans keine allzu großen Spuren hinterlassen. Die 1902 im heutigen Sri Lanka (damals noch Ceylon) geborene Autorin schrieb diese vier Krimis in den 1950er Jahren, dann war Sendepause bis zu ihrem Tod im Jahr 1967.

Wie kann man Pamela Branchs Krimis am besten charakterisieren? Ich würde sagen: Skurril, schwarzhumorig, albern. Ich habe gerade noch einmal ihren Erstling “The wooden overcoat” gelesen, der 1965 als “Leichen in Nachbars Garten” in deutscher Übersetzung in der Reihe “rororo thriller” erschien (und noch einige Male nachgedruckt wurde). Da wird der Leser mit kauzigen, skurrilen Typen konfrontiert wie den Mitgliedern eines Clubs, die alle aus Mangel an Beweisen von einer Mordanklage freigesprochen worden sind. Im Nebenhaus wohnen merkwürdige Künstler, die unter einer Rattenplage leiden und die überwiegend damit beschäftigt sind, Leichen loszuwerden, die sich in ihrem Haus häufen.

Auch Pamela Brachs zweites Buch “Lion in the cellar” erschien in der Thriller-Reihe des Rowohlt Taschenbuch-Verlags in deutscher Übersetzung unter dem Titel “Onkel hängt am falschen Strick” (1967). Das Szenario ist hier so ähnlich wie im Vorgängerband. Bei der Vorstellung der Hauptpersonen zu Beginn des Krimis heißt es z.B. “Sukie Channor – besucht ihre Familie  im Irrenhaus. Oder im Wachsfigurenkabinett”. Die beiden agierenden Kriminalbeamten Inspektor Stoner und Constable Chivvers “überführen einen richtigen Mörder des falschen Mordes” usw. usw. Es geht auch hier wieder drunter und drüber.

Murder every Monday” ist Branchs dritter Roman, auf Deutsch unter dem Titel “Mord jeden Montag” als Goldmann Taschen-Krimi 1966 erschienen. Hier heißt es: “Die Hochschule für angehende Mörder floriert bestens. Interessenten aus aller Welt belegen Kurse – doch beim sechsundzwanzigsten Lehrgang geht etwas schief”. Einer der Kursteilnehmer verstößt gegen die Hausordnung, die da lautet: “Mord im Institut verstößt gegen die Hausordnung”.

Pamela Branchs vierter und letzter Krimi “Murder’s little sister” (1959) wurde nie übersetzt und ist auch in keiner deutschen Bibliothek zu finden. Ich habe ihn mir einmal vor langer Zeit (als es noch nicht so einfach war wie jetzt, Bücher antiquarisch zu bekommen) über den internationalen  Leihverkehr der Bibliotheken aus der University Library of Cambridge besorgt. Darin geht es um Enid Marley, eine “agony aunt”, also eine “Kummerkastentante” der Zeitschrift “You”, die ihren fremdgehenden Ehemann mit einem vorgetäuschten Selbstmordversuch zurückholen will. Natürlich geht das schief. Während Enids Abwesenheit übernimmt ein arbeitsloser Balletttänzer ihren Job bei der Zeitschrift und verursacht ein Chaos unter den hilfesuchenden Briefeschreibern.

Pamela Branch war eine reisefreudige Dame, die viel in der ganzen Welt unterwegs war. Wenn sie sich in ihrem Heimatland aufhielt, wohnte sie in London, meistens in Kensington. Sie starb mit nur 65 Jahren an Krebs.

Eine ausführliche Biografie findet sich auf der Webseite der Rue Morgue Press, einem amerikanischen Verlag, der in Colorado ansässig ist, und der sich auf den Nachdruck von klassischen Kriminalromanen spezialisiert hat. Alle vier der rabenschwarzen Krimis von Pamela Branch stehen dort im Programm.

Published in: on 23. April 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Cricket-Krimis – Eine kleine Auswahl

 This image is in the public domain because its copyright has expired.

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Cricket ist eine Sportart, deren Regeln mir wohl für immer verborgen bleiben werden. Oft habe ich in englischen Dörfern die Herren in Weiß spielen sehen, ohne zu verstehen, warum sie plötzlich losrennen, um dann wieder für eine ganze Weile still zu stehen oder sich für eine Tasse Tee zurückzuziehen. Cricket und englisches Dorfleben bilden eine Symbiose und beide eignen sich hervorragend, um sie in einen gemütlichen Krimi einzuarbeiten.

Natürlich gibt es auch in der TV-Serie “Midsomer Murders” bzw. “Inspector Barnaby” Episoden, in denen ein Cricketmatch im Mittelpunkt steht. In Folge 8 “Dead Man’s Eleven” (dt. “Sport ist Mord“) dreht sich alles um ein Spiel zwischen Fletcher’s Cross und Midsomer Worthy und in Folge 69 “Secrets and Spies” (dt. “Sportler und Spione“) übernimmt Tom Barnaby die Rolle des Schiedsrichters auf dem Cricketplatz von Midsomer Parva.

Es gibt eine Fülle englischer Kriminalromane, in denen Cricket mehr oder weniger im Vordergrund steht. Hier ist eine kleine Auswahl. Viele sind vergriffen, aber problemlos antiquarisch zu bekommen.

- Michael Gilbert: The crack in the teacup (1966) = Der Business Mörder (1967) oder Schneller Mord ist doppelter Umsatz (1986)
- Michael Gilbert: The night of the twelfth (1976) = Aus Liebe stirbt man nicht (1977)
- J. J. Marric (das ist John Creasey): Gideon’s sport (1970) = Sieg, Platz, Tod (1977)
- Nicolas Blake: A question of proof (1935)
- Nancy Spain: Death before wicket (1946)
- Adrian Alington: The amazing test match crime (1939)
- John Creasey: A six for the Toff (1955)
- Barbara Worsley-Gough: Alibi innings (1958)
- Clifford Witting: A bullet for Rhino (1950)
- Geoffrey Household: Fellow passenger (1955)
- Denzil Batchelor: Test match murder (1936)
- Hal Pink: The test match mystery (1941)
- Ted Dexter & Clifford Makins: Testkill (1976)

Einen sehr guten Überblick über das Thema “Cricket im Krimi” bietet ein Artikel, den Marvin Lachman 1975 für das US-Krimimagazin “The Armchair Detective” schrieb: “A Yank looks at Cricket and the Mystery Story“.

Published in: on 19. April 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Die Lodore Falls in Cumbria und der Dichter Robert Southey

   © Copyright Tony Beattie

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Am Südufer des Sees Derwent Water im Lake District in Cumbria steht das schön gelegene Lodore Falls Hotel. Von hier aus gelangt man zu den Lodore Falls, wo sich der kleine Fluss Watendlath Beck 30 Meter tief als Wasserfall eine Schlucht hinunterstürzt, bevor er im Derwent Water mündet. Wenn es hier oben im Nordwesten Englands stark geregnet hat, was ziemlich oft vorkommt, kann aus dem Flüsschen schon einmal ein reißender Fluss werden und die Lodore Falls entwickeln sich zu einem beeindruckenden Naturschauspiel.

Robert Southey (1774-1843), neben William Wordsworth und Samuel Taylor Coleridge einer der sogenannten Lake Poets, hat sich dieses Wasserfalls 1820 in einem Gedicht angenommen, das er “The Cataract of Lodore” nannte, ein Musterbeispiel für die Onomatopoesie, so lautet die Bezeichnung für ein lautmalendes Gedicht oder wie es die Wikipedia exakt beschreibt: “die Nachahmung eines Naturlautes oder eines sonstigen außersprachlichen akustischen Phänomens durch die klanglich als ähnlich empfundene Lautgestalt eines sprachlichen Ausdrucks”.

“How does the Water
Come down at Lodore?’
My little boy ask’d me
Thus, once on a time;
And moreover he task’d me
To tell him in rhyme.”

So beginnt Southeys Gedicht, das immer mehr Fahrt aufnimmt, um sich dann wie ein herabstürzender Wasserfall zu gebärden:

“Sinking and creeping,
Swelling and sweeping,
Showering and springing,
Flying and flinging,
Writhing and ringing,
Eddying and whisking,
Spouting and frisking,
Turning and twisting,
Around and around
With endless rebound!”

So geht es noch lange weiter bis das Gedicht mit den Worten endet:

“All at once and all o’er, with a mighty uproar,
And this way the Water comes down at Lodore.”

Das ist sicher eines von Robert Southeys Meisterwerken, und er muss sich lange an den Lodore Falls aufgehalten haben, um diesen Klangteppich eines Wasserfalls in ein Gedicht zu verweben.

Hier ist der vollständige Text und hier wird das Gedicht vorgetragen.

Wie die Lodore Falls in “Hochform” aussehen, zeigt dieser kurze Film.

Robert Southey. This work is in the public domain.

Robert Southey.
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Published in: on 16. April 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Vergessene Krimiautoren: Ronald A. Knox (1888-1957)

This work has been released into the public domain by the copyright holder.

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Ronald Arbuthnott Knox war ein unglaublich produktiver Schriftsteller. Er schrieb Dutzende von Büchern, überwiegend mit religiösem Inhalt, denn Knox war Theologe und Priester. Als Sohn des späteren Bischofs von Manchester geboren, schlug auch er die theologische Laufbahn ein, wechselte 1917 von der anglikanischen zur römischen Kirche über und wirkte viele Jahre lang in Oxford.

Ronald Knox las gern in seiner Freizeit Krimis und meinte eines Tages, sich auch einmal daran versuchen zu wollen; so schrieb er 1925 seinen ersten Kriminalroman “The Viaduct Murder” (dt. “Der Mord am Viadukt”), der bei Methuen in London erschien. Es folgten noch eine Handvoll weitere, in denen jeweils sein Serienheld, der Versicherungsdetektiv Miles Bredon, der für die Firma Indescribable Insurance Company arbeitet,  die Fälle löste. Knox’ Krimis waren in den 1920er und 1930er Jahren recht beliebt, bei Literaturkritikern kamen sie allerdings nicht so gut an. So schreibt Norman Donaldson in der Enzyklopädie “Twentieth Century Crime and Mystery Writers“: “In particular, his six detective novels…are disappointing, and his detective Miles Bredon is a faceless nonentity”. Selbst Knox hat seiner Serienfigur gegenüber ein gespaltenes Verhältnis. In seinem Krimi “Der Tote im Silo” meint er gleich am Anfang “Miles Bredon ist Privatdetektiv. Ein solcher Mitarbeiter ist eigentlich überflüssig. Versicherungsbetrüger werden auf Kosten des Steuerzahlers von der Polizei belangt” und in “Die drei Gashähne“: “Er war nicht eigentlich faul, aber er fiel allen möglichen ihn immerzu ablenkenden Steckenpferden zum Opfer”. Robert Speaight bringt es in seinem Buch “Ronald Knox the writer” (1966) auf den Punkt: “To be frank Bredon is a bore”.

Als bester Krimi gilt der bereits oben erwähnte “The Body in the Silo” (der in den USA unter dem Titel “Settled Out of Court” erschien).

Ganz interessant sind auch Ronald Knox’ 10 Gebote, worauf man beim Schreiben eines Kriminalromans achten sollte. Sie lauten:

1. Der Verbrecher muss bereits zu Beginn der Geschichte Erwähnung finden, aber es darf niemand sein, dessen Gedanken der Leser folgen kann.
2. Übernatürliche Kräfte oder Mächte sind selbstverständlich untersagt.
3. Es darf nur eine Geheimkammer respektive nicht mehr als ein Geheimgang verwendet werden, und dies auch nur dann, wenn sich die geschilderte Umgebung dazu eignet.
4. Weder sind bis jetzt unbekannte Gifte gestattet noch irgendeine Art der Verabreichung, die am Ende eine lange wissenschaftliche Erklärung erfordert.
5. Chinesen haben in der Geschichte nichts zu suchen.
6. Weder darf der Zufall dem Detektiv zu Hilfe eilen, noch darf er unerklärliche Eingebungen haben, die sich als richtig herausstellen.
7. Der Detektiv darf das Verbrechen nicht selbst begehen.
8. Alle Spuren, auf die der Detektiv stößt, müssen dem Leser unverzüglich vor Augen geführt werden.
9. Der beschränkte Freund des Detektivs, sein Watson, darf keinen seiner Gedankengänge verschweigen; sein Intelligenzquotient muss leicht, aber nur ganz leicht, unter dem des durchschnittlichen Lesers liegen.
10. Zwillinge und Doppelgänger dürfen erst auftreten, nachdem wir gebührend auf sie vorbereitet worden sind.

Ronald Knox beendete seine Karriere als Krimiautor, weil ihm sein Bischof bedeutete, dass das Schreiben von derartiger Literatur einem Mann seines Ranges unwürdig sei.

Der einzige noch im deutschen Buchhandel lieferbare Titel ist “Der Mord am Viadukt” (Tally-Ho! Verlag Robert Schulze 2011. 242 Seiten. ISBN 978-3942316019).

Ronald Knox starb am 24. August 1957 und wurde auf dem Friedhof der Kirche St Andrew’s in dem kleinen Ort Mells in Somerset beigesetzt, dort wo später auch sein Bewunderer und Freund, der “War Poet” Siegfried Sassoon, auf eigenen Wunsch beerdigt wurde.

Das Buch zum Artikel:
Evelyn Waugh: The Life of Right Reverend Ronald Knox. Penguin Classics 2011. 320 Seiten. ISBN 978-0141193526.

St Andrew's Church in Mells (Somerset).   © Copyright Kevin Gordon

St Andrew’s Church in Mells (Somerset).
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Eigenes Foto.

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Published in: on 27. März 2013 at 02:00  Kommentare (2)  
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Happisburgh (Norfolk), Sir Arthur Conan Doyle und The Hill House

The Hill House in Happisburgh.Copyright: http://www.literarynorfolk.co.uk/

The Hill House in Happisburgh.
Copyright: www.literarynorfolk.co.uk

Happisburgh an der Nordostküste der Grafschaft Norfolk ist ein Dorf, das, wie kaum ein anderes, sehr stark von der Küstenerosion betroffen ist. Viele Häuser sind im Laufe der Jahrzehnte zusammengebrochen und viele werden noch folgen. Trotz Schutzmaßnahmen wie dem Bau von Wellenbrechern fressen sich die Wellen immer wieder in die weichen Klippen, die dann irgendwann nachgeben und abbrechen. So dürfte Happisburgh eines Tages von der Landkarte verschwunden sein.

Im Jahre 1903 stattete der Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle auf einer Rundreise mit seinem Auto durch Norfolk auch Happisburgh einen Besuch ab, wobei er im Hill House Hotel abstieg. Dort traf er den zwölfjährigen Sohn des Gastwirts, Gilbert John Cubitt, der dem Erfinder des Super-Detektivs Sherlock Holmes etwas zeigte, was dessen Aufmerksamkeit erregte. Der Junge hatte sich eine Art Geheimschrift ausgedacht: Er ordnete jeden Buchstaben des Alphabets einem jeweils unterschiedlich gestalteten Strichmännchen zu. Gilbert schrieb seinen Namen in dieser Geheimschrift und Sir Arthur war begeistert.

Das müsste sich doch in einen neuen Fall für seinen Helden aus der Londoner Baker Street einbauen lassen, dachte er. Gesagt, getan: “The Adventure of the Dancing Men” (dt. “Die tanzenden Männchen”) war dann der Titel der neuen Sherlock Holmes-Story. Als kleine Anerkennung für die Idee des Gastwirtssohnes Gilbert John Cubitt nannte er die Figur des (später ermordeten) Landjunkers in seiner Geschichte Hilton Cubitt. Ich habe “Die tanzenden Männchen” gerade noch einmal gelesen, und ich muss sagen, die Sherlock Holmes-Erzählungen haben auch nach über hundert Jahren nichts von ihrem Reiz verloren. Hier ist eine von mehreren Verfilmungen der Geschichte (gedreht wurde in Leighton Hall in Lancashire, also nicht in Norfolk).

The Hill House gibt es auch heute noch und man ist nach wie vor stolz auf den Besuch Sir Arthurs, was sich in zwei Plaketten manifestiert, die links und rechts des Eingangs vom Gasthof angebracht sind.

Das Wahrzeichen von Happisburgh ist der Leuchtturm, der in dem 1989 erschienen, großartigen Kriminalroman “Devices and desires” (dt. “Vorsatz und Begierde”) von P.D. James mehrfach erwähnt wird. Das Musikvideo “The writer” mit Ellie Goulding wurde am und im Leuchtturm gedreht (hier zu sehen).

Dieser Film zeigt den traurigen Abriss eines verlassenen Hauses in Happisburgh.

Das Buch zum Artikel:
Mary Trett: The Book of Happisburgh. Halsgrove 2011. 160 Seiten. ISBN 978-0857040978.

Old Thatch in Bourne End (Buckinghamshire) – Hier lebte Enid Blyton von 1929 bis 1937

Ab heute kommt der Film “Fünf Freunde 2” in die deutschen Kinos. Grund genug, um in meinem heutigen Blogeintrag an die Schöpferin der “Fünf Freunde”-Serie, Enid Blyton, zu erinnern.

1929 suchte die Kinderbuchautorin Enid Blyton (s. dazu auch meinen früheren Blogeintrag) nach einem neuen Haus und wurde in Bourne End in Buckinghamshire fündig. Old Thatch hieß das reetgedeckte, aus dem 17. Jahrhundert stammende Cottage, in das sie sich sofort verliebte und das für acht Jahre ihr Zuhause werden sollte. Das von einem großen Garten umgebene Haus im Coldmoorholme Lane ist nur wenige Schritte von der Themse entfernt und liegt in einem ruhigen Wohngebiet direkt neben dem Countrypub The Spade Oak.

Die Old Thatch Gardens sind zur Besichtigung freigegeben, in diesem Jahr vom 12. Mai bis zum 29. August, jeweils mittwochs, donnerstags und sonntags von 14 Uhr bis 17.30 Uhr.

Wer einige der unzähligen Kinderbücher von Enid Blyton gelesen hat, fragt sich vielleicht, ob u.a. auch Old Thatch und Bourne End Pate gestanden haben für die Schauplätze der Romane. Namentlich erwähnt werden weder das Haus noch die Kleinstadt, doch sind einige Parallelen unübersehbar.

Nachdem die Schriftstellerin 1937 von hier wieder weggezogen ist (nach Beaconsfield, ebenfalls in Buckinghamshire), hat sich natürlich einiges in Old Thatch verändert. Im Garten stehen aber nach wie vor die Apfel- und Birnenbäume, die Eibenhecke und der Teich, den Enid Blyton seinerzeit angelegt hatte.
Bei einem Besuch in den Old Thatch Gardens kann man am Nachmittag im Tea Room auch Tee und von den Betreibern selbstgebackenen Kuchen zu sich nehmen.

In den 1930er Jahren startete Enid Blyton eine Buchreihe, die sie nach ihrem Haus nannte: “The Old Thatch Series“; darin erschienen z.B. Titel wie “The Talking Teapot”, “The Strange Tale of Mr. Wumble” oder “Children of Other Lands”.

Wer sich The Old Thatch ansehen möchte, der fahre von der A4155, die von Bourne End nach Marlow führt, kurz hinter dem Ortsausgang von Bourne End, links in den Coldmoorholme Lane. Nach kurzer Fahrt kommt man links an dem Cottage vorbei. Parken kann man davor auf der engen Straße nicht, das geht erst auf dem Parkplatz von The Spade Oak.

Old Thatch
Coldmoorholme Lane
Bourne End, Buckinghamshire, SL8 5PS
Tel. 01628 527518

Das Buch zum Artikel:
Tess Livingstone: Enid Blyton at Old Thatch. Connorcourt 2008. 72 Seiten. ISBN 978-1921421037.

The Spade Oak in Bourne End.   © Copyright David Hawgood

The Spade Oak in Bourne End, der direkt an The Old Thatch angrenzt.
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Der tragische Tod des Schriftstellers W.G. Sebald bei Norwich in Norfolk

The Old Rectory in Poringland,Copyright: http://www.literarynorfolk.co.uk/

The Old Rectory in Poringland,
Copyright: www.literarynorfolk.co.uk/

Winfried Georg Sebald, meist nur kurz W.G. Sebald genannt, war ein deutscher Schriftsteller und Literaturwissenschaftler, der 1966 nach England auswanderte. 1976 zog er mit Frau und Tochter in das kleine Dorf Poringland, das nur wenige Kilometer südlich von Norwich in der Grafschaft Norfolk liegt. Die Familie bezog dort das ehemalige Pfarrhaus The Old Rectory in der Straße Upgate. Sebald arbeitete an der University of East Anglia in Norwich als Professor für Europäische Literatur und schrieb mehrere Bücher, die sowohl in Deutschland als auch in England Anklang fanden, ja, man handelte ihn sogar als möglichen Literatur-Nobelpreisträger.

Sebalds Leben endete auf dramatische Weise am 14. Dezember 2001. Er stieg zusammen mit seiner Tochter Anna in Poringland in seinen Peugeot 306 und fuhr auf der A146 in Richtung Norwich. In einer langgestreckten Linkskurve, so die Aussagen von Augenzeugen in den Autos hinter ihm, geriet sein Auto plötzlich in den Gegenverkehr, wo er mit einem Tanklastwagen kollidierte. An der Unfallstelle konnte man nur noch seinen Tod feststellen; seine Tochter überlebte, wurde aber schwer verletzt. Der Universitätsprofessor hatte möglicherweise am Steuer einen Herzinfarkt erlitten, der ihn handlungsunfähig machte, so das Ergebnis der Obduktion.

Winfried Georg Sebald fand seine letzte Ruhestätte nur wenige hundert Meter von The Old Rectory entfernt, auf dem Friedhof der St Andrew’s Church in Framingham Earl.

Hier ist ein Interview, das W.G. Sebald wenige Tage vor seinem Tod einem US-amerikanischem Radiosender gab.

Das Buch zum Artikel:
Uwe Schütte: W. G. Sebald. Einführung in Leben und Werk. Vandenhoeck & Ruprecht 2011. 256 Seiten. ISBN 978-3825235383.

St Andrew's in Framingham Earl, die letzte Ruhestätte von W.G. Sebald.   © Copyright John Salmon

St Andrew’s in Framingham Earl, die letzte Ruhestätte von W.G. Sebald.
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Eines von Sebalds bekanntesten Büchern.Eigenes Foto.

Eines von Sebalds bekanntesten Büchern.
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Published in: on 17. Januar 2013 at 02:00  Kommentare (1)  
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George Orwell und sein Grab auf dem Friedhof von All Saints in Sutton Courtenay (Oxfordshire)

   © Copyright Brian Robert Marshall

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George Orwell, sein richtiger Name war Eric Arthur Blair, ist einer der ganz Großen der Weltliteratur, dessen Roman “1984“, den er 1949 schrieb und der eine Schreckensvision für die Zukunft beinhaltet, mittlerweile von der Realität des 21. Jahrhunderts eingeholt bzw. überholt worden ist.

Orwell starb am 21. Januar 1950 in London im Alter von 46 Jahren an Tuberkulose. Er wollte gern nach den Riten der Anglikanischen Kirche beigesetzt werden; da er keiner Kirchengemeinde angehörte, arrangierten Freunde des Schriftstellers einen Gottesdienst in der Londoner Christ Church. Orwells Wunsch nach einem letzten Ruheplatz auf einem Friedhof auf dem Lande konnte ihm sein Freund, der Zeitungsverleger David Astor erfüllen. Astor, der in Sutton Courtenay in Oxfordshire lebte, sprach mit dem Vikar des Dorfes, der einwilligte, den großen Schriftsteller auf seinem Friedhof zu beerdigen.

So ist nun The Church of All Saints, nur wenige hundert Meter von der Themse entfernt, zu einem Wallfahrtsort für alle Anhänger des Autors von “1984″ geworden. Auf dem einfachen Grabstein steht lediglich “Here lies Eric Arthur Blair, Born June 25th 1903 – Died January 21st 1950“. Da es hin und wieder zu Irritationen bei Besuchern des Friedhofs führt, die nach einem Grab mit der Aufschrift “George Orwell” suchen, hat man an der Kirchentür einen kleinen Wegweiser zu der Grabstelle angebracht.
Direkt neben Blair/Orwell findet man auch das Grab David Astors, der am 7. Dezember 2001 starb und frühzeitig diesen Platz neben seinem Freund für sich reserviert hatte.

Ist es ein Zufall, dass direkt vor der Kirche ein Pub namens “George & Dragon” steht?

Sutton Courtenay liegt südlich von Abingdon an der B4016.

Hier ist ein Film über einen Besuch auf dem Friedhof von Sutton Courtenay.

Die All Saints Church in Sutton Courtenay.   © Copyright Bill Nicholls

Die Church of All Saints in Sutton Courtenay.
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Published in: on 21. Dezember 2012 at 02:00  Kommentare (1)  
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Vergessene Krimiautoren – Eden Phillpotts (1862-1960)

Wer sich einmal mit dem Leben der Queen of Crime, Agatha Christie, beschäftigt hat, stößt unweigerlich in der Entwicklungsphase der angehenden Schriftstellerin auf den Namen Eden Phillpotts, ein Freund der Familie und Nachbar; sein Haus “Eltham” in der Oakhill Road lag nicht weit von “Ashfield” entfernt, dem Wohnsitz ihrer Eltern in der Barton Road im Seebad Torquay (Devon). Als die junge Agatha ihre ersten Schreibversuche unternahm, riet ihr ihre Mutter, Eden Phillpotts um Rat zu Fragen, was sie denn auch tat. Der 1862 geborene Phillpotts, “ein Mann von sonderbarem Aussehen, mit seinen nach oben gezogenen Augenwinkeln glich er mehr einem Faun als einem menschlichen Wesen” (so Agatha Christie in ihrer Autobiografie “Meine gute alte Zeit”), war damals ein erfolgreicher Schriftsteller, dessen Kriminalromane und dessen Dartmoor-Zyklus gern gelesen wurden. Er nahm sich der jungen Dame an und förderte sie, was ihm Agatha Christie nie vergaß: “Wie dankbar ich ihm bin, lässt sich in Worten kaum ausdrücken…mir zu helfen, war ihm ein echtes Anliegen“.
1932 widmete sie ihrem Gönner einen ihrer Romane “Peril at End House” (dt. “Das Haus an der Düne”): “To Eden Phillpotts. To whom I shall always be grateful for his friendship and the encouragement he gave me many years ago“.

Phillpotts war ein ausgesprochener Vielschreiber, dessen Bücher heute fast vergessen sind. Er fühlte sich zeitlebens in Devon am wohlsten und so beschäftigte er sich ausgiebig mit dem Dartmoor, das ja von Torquay nicht weit entfernt ist. Viele seiner Romane sind dort angesiedelt und er hat sogar einen Dartmoor-Zyklus geschrieben, der aus 18 Romanen und zwei Bänden mit Kurzgeschichten besteht. Ich habe davon einmal den Band “Widecombe Fair” gelesen, ein 552 Seiten umfassender Roman, in dessen Mittelpunkt das jährlich am zweiten Dienstag im September stattfindende Volksfest in dem Dartmoor-Dörfchen Widecombe-in-the-Moor steht.

In einigen von Phillpotts Krimis löst der ehemalige Scotland Yard-Inspektor John Ringrose die Fälle, so z.B. in “A Voice from the Dark“, das ich einmal gelesen habe. Ganz gut fand ich auch Phillpotts’ 1926 erschienes “The Marylebone Miser“, ein Locked-Room-Mystery, ebenfalls mit John Ringrose.

Die Literaturkritik hält nicht allzuviel vom Schaffen des Autors. So schreibt z.B. Richard C. Carpenter in “Twentieth Century Crime & Mystery Writers“: Phillpotts’ mysteries, plodding, drawn-out, and conventional in characterization, are principally of historical interest” und “It is nevertheless true that he did contribute to the detective mystery some notably original situations, though they often are so bizarre as to call for indulgent willingness to suspend disbelief on the reader’s part”.

1960 starb Eden Phillpotts im Alter von 98 Jahren in dem kleinen Dorf Broadclyst, in der Nähe von Exeter in Devon. Seine zahllosen Romane sind heute weitgehend vergessen. Ins Deutsche wurden laut Katalog der Deutschen Nationalbibliothek lediglich drei seiner Bücher übersetzt.

Hier in Broadclyst in Devon starb Eden Phillpotts im Jahr 1960.
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Published in: on 26. November 2012 at 02:00  Kommentare (1)  
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T.E. Lawrence – Gedenkstätten für Lawrence von Arabien

Clouds Hill bei Moreton (Dorset).
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Thomas Edward Lawrence (1888 – 1935) ist weltweit besser als “Lawrence von Arabien” bekannt. Peter O’Toole verkörperte den Archäologen, Geheimagenten und Schriftsteller in David Leans berühmtem mit mehreren Oscars ausgezeichnetem Spielfilm “Lawrence von Arabien” (1962).

T.E. hat in England Spuren hinterlassen, was sich u.a. auch daran zeigt, dass es viele Gedenkstätten in unterschiedlicher Form für ihn gibt. Einige möchte ich hier einmal nennen:

- An erster Stelle steht natürlich Lawrences Wohnhaus Clouds Hill bei Moreton in Dorset. Das kleine Häuschen ging 1939 in den Besitz des National Trust über und ist zu besichtigen. Der “Lawrence of Arabia Trail” führt hier vorbei, ein etwa vierstündiger Rundweg, der am Bovington Tank Museum beginnt und endet und auch an der St Nicholas Church in Moreton vorbeiführt, wo der Trauergottesdienst für Lawrence stattfand und auf deren Kirchhof er beerdigt wurde.

- In der St Martin’s Church im nahegelegenen Wareham findet sich eine liegende Steinplastik von ihm, die sein Freund Eric Kennington anfertigte. Lawrence ist dort in arabischer Kleidung zu sehen.

- An der Stelle zwischen Cloud’s Hill und dem Bovington Camp, an der Lawrence mit seinem Motorrad am 19. Mai 1935 tödlich verunglückte, wurde ihm zu Ehren ein Baum gepflanzt. Dort angebrachte Erinnerungsplaketten wurden immer wieder gestohlen und so hat man jetzt eine steinerne Gedenktafel für ihn errichtet.

- In Bridlington, an der Ostküste Yorkshires, wo Lawrence bei der Royal Air Force stationiert war, hat man ihm eine Sonnenuhr gewidmet, auf der steht: “This sundial has been erected to the memory of Lawrence of Arabia who as Aircraftsman Shaw served in the Royal Air Force in Bridlington between 1929-1935″.

- In der Krypta der Londoner St Paul’s Cathedral findet sich der Abguss einer Bronzebüste, die Eric Kennington bereits 1926 geschaffen hatte. 1936 wurde diese Büste feierlich enthüllt.

- Zwei blaue Plaketten wurden in London für T.E. Lawrence angebracht: Eine in der Barton Street Nr. 14, wo er eine Zeit lang wohnte und große Teile seines Buches “Seven Pillars of Wisdom” schrieb und eine am Union Jack Club an der Sandell Street, in dem er Mitglied war.

- Lawrence studierte in Oxford am Jesus College und dort findet sich eine Plakette im Eingangsbereich, ein Abguss bereits obengenannter Bronzebüste von Eric Kennington am Eingang zur Kapelle und in der Hall die Kopie eines Ölgemäldes, das Lawrence in arabischer Kleidung zeigt.

Wie man sieht: Thomas Edward Lawrence ist in England unvergessen.

T.E. Lawrences Grab auf dem Kirchhof von St Nicholas in Moreton (Dorset).
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Erinnerungsstein für T.E. Lawrence. An dieser Stelle ereignete sich der tödliche Motorradunfall.
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Teil der Steinplastik in der Church of St Martin in Wareham (Dorset).
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Algernon Blackwood – Ein Meister der Weird Fiction

Für meine Examensarbeit “Howard Phillips Lovecraft (1890-1937) und seine Stellung innerhalb der anglo-amerikanischen Weird-Fiction-Literatur” setzte ich mich seinerzeit intensiv mit Autoren der sogenannten Weird Fiction auseinander. Im Zuge der Vorbereitung für diese Arbeit traf ich mich einmal mit Kalju Kirde in seiner Wohnung in Göttingen; Kirde war der Herausgeber der legendären Buchreihe “Bibliothek des Hauses Usher” des Insel-Verlages. In dieser auf hellgrünem Papier gedruckten bibliophilen Reihe erschienen insgesamt 26 Bände international bedeutender Autoren dieses Genres, darunter auch Algernon BlackwoodsDas leere Haus“, das mich damals besonders begeisterte.

Algernon Henry Blackwood, Commander of the British Empire, wurde 1869 in Shooter’s Hill (Kent) geboren, ein Ort, der heute zu Greater London gehört. Blackwood arbeitete u.a. als Geigenlehrer, Milchbauer in Kanada, Zeitungsreporter in New York und Barmixer. Später, nach seinem Aufenthalt in den USA und Kanada, ließ er sich wieder in England nieder und schrieb Romane, Kinderbücher, Bühnenstücke und vor allem Kurzgeschichten mit Themen, in denen das Übernatürliche im Mittelpunkt steht.

In der oben erwähnten Kurzgeschichtensammlung “Das leere Haus” finden sich zwei der besten Horrornovellen des Autors: “Der Wendigo” (Elchjäger in Kanada werden von einem mysteriösen Wesen bedroht, das einer indianischen Legende entstammt) und “Die Weiden” (Zwei Kanufahrer geraten auf einer Fahrt auf der Donau in eine seltsame Landschaft, die nur aus Weiden, Wind und Wasser zu bestehen scheint. Sie fühlen sich dort immer stärker bedroht, merkwürdige Wesen erscheinen und ihr Aufenthalt in dieser Wasserlandschaft schlägt in blankes Entsetzen um). H.P. Lovecraft, der amerikanische Meister der Gruselliteratur, hielt “Die Weiden” (1907 erschienen) für eine der besten Erzählungen der fantastischen Literatur überhaupt.

Algernon Blackwood, der es immer wieder schafft eine düstere und beklemmende Atmosphäre in seinen Erzählungen aufzubauen, sagte einmal: ” My real interest here, however, lay always and still lies in the question of a possible extension of human faculties  and the suggestion that the man in the street possesses strange powers which never manifest normally”.

Da Blackwood sehr an allem Übernatürlichen interessiert war, trat er auch dem Ghost Club bei, über den ich in meinem Blog bereits berichtete. Er starb 1951 im Alter von 82 Jahren und wurde im Londoner Golder’s Green Krematorium eingeäschert. Seine Asche wurden in dem Schweizer Ort Saanenmöser verstreut.

In Deutschland sind zurzeit alle Übersetzungen vergriffen und nur noch antiquarisch zu bekommen; in England sind noch einige von Blackwoods Werken im Buchhandel erhältlich.

Hier kann man sich “The Willows” komplett anhören.

Das Buch zum Artikel:
Mike Ashley: Starlight Man – The Extraordinary Life of Algernon Blackwood. Constable 2001. 320 Seiten. ISBN 978-1841194172.

Published in: on 29. Oktober 2012 at 02:00  Kommentare (3)  
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Vergessene Krimiautoren: Belton Cobb

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In den 1950er Jahren erschien erstmals eine Handvoll Übersetzungen von Kriminalromanen des englischen Autors Belton Cobb, später in den 1960er und 1970er Jahren wurden noch einige nachgeschoben; bis auf zwei Ausnahmen wurden alle vom Goldmann-Verlag veröffentlicht. Laut dem Katalog der Deutschen Nationalbibliothek wurden elf Romane übersetzt.

Wer war nun dieser Belton Cobb, den heute kaum noch jemand kennt? In den mir vorliegenden Goldmann-Krimis stehen keinerlei biografische Daten. Geoffrey Belton Cobb lebte von 1892 bis 1971 und war kaufmännischer Direktor des Longman-Verlages in London. Nebenbei arbeitete er als Journalist für mehrere Zeitschriften.

Im Laufe seines Lebens schrieb er über 50 Kriminalromane; der erste war “No Alibi” aus dem Jahr 1936, der letzte “Suspicion in Triplicate“, den Belton Cobb 1971 veröffentlichte. In diesen 35 Jahren “verschliss” der Autor mehrere Seriendetektive wie Inspector Cheviot Burmann, Superintendent  Manning und Detective Bryan Armitage.

Über die Qualität der Krimis von Belton Cobb ist man geteilter Meinung. Ich habe gerade noch einmal “No Charge For Poison” (dt. “Gift aus der Apotheke?”) aus dem Jahr 1950 gelesen, mit den beiden Detektiven Manning und Barnett aus dem fiktiven Inchester als “Spürhunde”. Ich muss sagen, dass mich dieser Krimi doch etwas gelangweilt hat: Er tritt auf der Stelle, entwickelt sich nur mühsam und zäh weiter und die Dialoge, sowohl der beiden Detectives als auch der zahlreichen Verdächtigen (es gibt viele “red herrings”), wiederholen gebetsmühlenartig immer die gleichen Sachverhalte.

Auch Jacques Barzun und Wendell Hertig Taylor in ihrem Standardwerk “A Catalogue of Crime” (New York 1989) kommen zu zwiespältigen Ergebnissen in der Beurteilung der Krimis. Ihr Kommentar zu “Lost Without Trace” (1967): “Let it be lost without trace”. Den Roman “With Intent to Kill” (1958) bezeichnen sie als “superficially plotted and carelessly written”, während sie zu “Poisoner’s Base” (1957) sagen “…well plotted and the chitchat at meals is lively , so long as the wife stays out of it”. Na ja…

Belton Cobb schrieb neben seinen Krimis auch einige wenige Sachbücher, mit denen er aber im Genre blieb wie “Critical Years At The Yard: The Career Of Frederick Williamson Of The Detective Department And The C.I.D” oder “Murdered On Duty: A Chronicle Of The Killing Of Policemen“.

Die Bücher von Belton Cobb sind sowohl in England als auch in Deutschland seit langem vergriffen, aber man bekommt die meisten natürlich problemlos über die Online-Antiquariate.

Published in: on 7. Oktober 2012 at 02:00  Kommentare (3)  
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Peter James – Ein Krimiautor und sein Serienheld Roy Grace, auf dessen Spuren man jetzt in Brighton wandeln kann.

Roy Graces erster Fall.

In Oxford gibt es Inspector-Morse-Touren, in Edinburgh Inspector-Rebus-Touren und seit kurzem kann man im Seebad Brighton an der englischen Südküste auf den Spuren von Detective Superintendent Roy Grace wandeln.

D.S. Roy Grace ist der Serienheld einiger sehr erfolgreicher Romane von Peter James, dessen erster Fall 2005 in “Dead simple” (dt. “Stirb ewig”) geschildert wurde. Sieben weitere Krimis folgten, von denen bisher fünf ins Deutsche übersetzt wurden, die es alle auf die Bestsellerlisten geschafft haben. Für “Stirb ewig” erhielt Peter James in Deutschland 2005 den “Krimi-Blitz” für den besten Kriminalroman des Jahres. Die deutsche Fangemeinde des Detective Superintendents wuchs von Thriller zu Thriller. Zuletzt erschien 2011 in deutscher Übersetzung “Dead like you” (dt. “Du sollst nicht sterben”). Auf eine Übersetzung warten noch “Dead man’s grip” (2011) und “Not dead yet” (2012).

Am 25. August wurde erstmals in Brighton ein Rundgang auf den Spuren von Roy Grace durchgeführt, der sofort ausgebucht war; auch alle Grace-Touren im September sind bereits belegt. Lyn Neville von Brighton Walks hat sich ein Jahr lang auf diese Touren vorbereitet und erhielt dabei tatkräftige Unterstützung von Peter James selbst, der sich natürlich darüber freut, dass man seinem Detektiv diese Ehre erweist.

Tourbeginn ist jeweils samstags um 15 Uhr am Bahnhof von Brighton. Die Teilnahme kostet £10 und der Spaziergang dauert zwei Stunden. Wer daran teilnehmen möchte, wende sich an Brighton Walks unter der Telefonnummer 01273 302100.

Peter James ist sehr an paranormalen Phänomenen interessiert. Er wohnte einmal in einem von Geistern heimgesuchten Haus in Ditchling (East Sussex) und auf einem ehemaligen Bauernhof außerhalb von Lewes (East Sussex), in dem es auch von Geistern wimmelte. Sein derzeitiger Wohnsitz ist ein Pfarrhaus aus der viktorianischen Zeit, das, nach eigenen Angaben, geisterfrei ist.

Peter James ist Vizepräsident des  Old Police Cells Museums in Brighton und Ambassador der Brighton University; er ist der Stadt am Meer also sehr verbunden.

In diesem Film spricht Peter James über seien Roman “Dead man’s grip”.

Roy Graces letzter Fall

Brighton: Hier löst D.S. Roy Grace seine Fälle. Eigenes Foto.

Published in: on 5. September 2012 at 02:00  Kommentare (2)  
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Die Küstenstadt Whitby (North Yorkshire) im Spiegel der Literatur

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Die kleine Hafenstadt Whitby an der Ostküste der Grafschaft North Yorkshire hat es mir schon seit langem angetan, was man daran erkennen kann, dass ich an dieser Stelle schon mehrere Blogeinträge getätigt habe, z.B. über den Dracula Trail, die Ghost Walks und den Roman “The Hundred and Ninety-nine Steps” von Michel Faber, der in Whitby spielt.

An Fabers Roman möchte ich anknüpfen, denn es gibt eine ganze Reihe von weiteren  Büchern, die in der Hafenstadt angesiedelt sind.

- Der in Yorkshire geborene und in Kanada lebende Krimiautor Peter Robinson lässt zwei seiner Romane in Whitby spielen: “Caedmon’s Song” (1987, dt. “Das stumme Lied”) und “Friend of the Devil” (2007, dt. “Wenn die Dämmerung naht”).

- Der erste Band der Sister Fidelma Mysteries des Historikers und Krimiautors Peter Tremayne, ein Pseudnym von Peter Berresford Ellis, mit dem Titel “Absolution By Murder” (1994, dt. “Nur der Tod bringt Vergebung”) spielt während der Synode von Whitby im Jahr 664.

- Der Kinderbuchautor Robin Jarvis hat in den 1990er Jahren eine Fantasy-Trilogie geschrieben mit dem Titel “The Whitby Witches” (sie wurde nicht ins Deutsche übersetzt).

- “Britain’s spookiest town”, so nannte der Guardian Whitby einmal, war auch der Ort, in dem seinerzeit Graf Dracula an Land ging. Bram Stokers Klassiker beginnt hier an der rauen Küste North Yorkshires, und er hat nicht unwesentlich zur Bekanntheit der Stadt beigetragen.

- Wilkie Collins verbrachte 1861 einige Zeit im Royal Hotel und sein weniger bekannter Roman “No Name” (1862, dt. “Ohne Namen”) enthält Szenen, die in Whitby spielen.

- Auch Paul MagrsThe Adventures of Brenda and Effie“-Serie nutzt die zuweilen unheimliche Atmosphäre der Stadt;  bisher sind vier Horror-Romane erschienen, als letzter “The Bride That Time Forgot” (gibt es nicht auf Deutsch).

- Storm Jameson wurde 1891 in Whitby geboren und einige ihrer Roman sind hier angesiedelt, z.B. “The Moon is Making” (1938, nicht ins Deutsche übersetzt). Die Autorin, von der einige Romane übersetzt worden sind, dürfte in Deutschland kaum noch bekannt sein.

- Auch Mrs Gaskell, die mit vollem Namen Elizabeth Cleghorn Gaskell hieß und von 1810 – 1865 lebte, verbrachte 1859 einige Zeit in Whitby, um für ihr Buch “Sylvia’s Lovers” (1863, wurde nicht übersetzt) zu recherchieren. Whitby erscheint hier als Monkshaven.

- Und als letztes natürlich noch einmal Michel Fabers atmospärisch sehr dichte Novelle “The Hundred and Ninety-Nine Steps” (2001, dt. “Hundertneunundneunzig Stufen”).

Ich kann nur jedem empfehlen, der nach Whitby fährt, die 199 Stufen zu der Abtei hinaufzusteigen. Von dort oben hat man einen wunderschönen Blick auf die Stadt und das Meer.

Britain’s spookiest town? Eigenes Foto.

Published in: on 17. August 2012 at 02:00  Kommentare (2)  
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Die Isle of Purbeck (Dorset) – Enid Blyton Country

Corfe Castle = Kirrin Castle.
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Als Kind habe ich die Bücher von Enid Blyton regelrecht verschlungen. Erst kam die “Fünf Freunde“-Serie dran, dann folgten die “Geheimnis um“- und die “Abenteuer“-Serien. Die 1968 gestorbene Autorin war ungeheuer produktiv: Über 750 Bücher soll sie geschrieben haben, von denen mehr als 600 Millionen Exemplare verkauft wurden.

Damals machte ich mir keine Gedanken darüber, wo denn die Schauplätze der Handlung in England lagen, was mich jetzt aber besonders interessiert. Enid Blyton machte gern in Dorset Urlaub und da speziell auf der Isle of Purbeck. Das ist eine Halbinsel, die sich südlich von Poole und Bournemouth erstreckt und deren bekannteste Orte Wareham, Corfe Castle und Swanage sind. Besonders Swanage hatte es der Kinderbuchautorin angetan, wo sie häufig ihr Urlaubsquartier bezog. Auf den Streifzügen durch die Isle of Purbeck ließ sie sich inspirieren und so finden wir einiges in ihren Büchern wieder.

Aus dem Corfe Castle wurde z.B. das Kirrin Castle und aus der im Poole Harbour liegenden Brownsea Island wurde Whispering Island.

Echte Enid Blyton Fans werden entzückt sein, wenn sie in dem Ort Corfe Castle den Ginger Pop Shop entdecken; das ist ein Laden, der sich ganz der Autorin gewidmet hat. Hier findet man u.a. sämtliche lieferbaren Bücher von ihr, aber auch zahlreiche vergriffene Titel. Das bei den Fünf Freunden so beliebte Ingwerbier ist natürlich hier auch zu haben. Die Betreiber des Ladens haben noch einen weiteren in Poole mit einem ähnlichen Angebot; zusätzlich findet man hier “Eileen Soper’s Illustrated World”. Eileen Soper (1905–1990) war eine der Illustratorinnen von Enid Blytons Büchern, die z.B. die ganzen “Fünf Freunde”-Serie mit Bildern versah.

Seit 1995 kümmert sich die Enid Blyton Society um das Andenken an die berühmte Kinderbuchautorin, veranstaltet Gedenktage und gibt dreimal im Jahr das The Enid Blyton Society Journal heraus.

Das Buch zum Artikel:
Barbara Stoney: Enid Blyton – The Biography. The History Press 2006. 240 Seiten. ISBN 978-0752440309.

Der Ginger Pop Shop in Poole.
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Published in: on 5. August 2012 at 02:00  Kommentare (1)  
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Klassiker des englischen Kriminalromans: Joseph Smith Fletcher

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Joseph Smith Fletcher gehört zu den längst vergessenen Autoren von Kriminalromanen, sowohl in Deutschland, als auch in England. Selbst in Yorkshire, wo er 1863 geboren wurde, kennt ihn heute kaum ein Mensch mehr. Dabei gehörte er in den 1920er und 1930er Jahren, sowohl in Großbritannien als auch in den USA, zu den populärsten Schriftstellern, mit einem gewaltigen “Output”; über 230 Bücher soll er geschrieben haben: Kriminalromane, historische und Liebesromane, aber auch Sachbücher, davon viele mit Bezug zu seiner Heimat Yorkshire.

Bei dieser Menge an Büchern liegt es auf der Hand, dass die Qualität nicht immer die beste war. Ich habe gerade noch einmal “Murder of the only Witness” (dt. “Der einzige Zeuge”) aus dem Jahr 1933 gelesen, in dem einer seiner Serienhelden, der Londoner Privatdetektiv Ronald Camberwell, mitspielt. Das ist ein nett zu lesender, aber nicht sehr gehaltvoller Country- House-Murder-Krimi.
Zu seinen besten und populärsten Krimis zählen “The Middle Temple Murder” (1919; dt. “Das Geheimnis um Mr. Marbury”) und “The Charing Cross Mystery” (1923; dt. “Das Verbrechen im Nachtzug”). Ersterer gehörte zu den Lieblingsromanen des US-Präsidenten Woodrow Wilson, der J.S. Fletcher “entdeckt” haben soll.

Geboren wurde Fletcher in Halifax (West Yorkshire) und er wuchs bei seiner Großmutter auf einer Farm in Darrington, bei Pontefract auf und besuchte die Silcoates School in Wakefield, alles Orte in West Yorkshire. Spätere Wohnorte waren London und Dorking (Surrey). 1935 starb Joseph Smith Fletcher im Alter von 71 Jahren.

Heute erinnert so gut wie nichts mehr an den produktiven Schriftsteller. Nur in der Kirche von Darrington, dort wo er aufwuchs, widmete man ihm einen Lettner. Und im Jahr 2006 wurde ihm zu Ehren im Gissing Centre in Wakefield eine Ausstellung gezeigt, die an Fletchers Leben und Werk erinnerte.

St Luke and All Saints in Darrington (West Yorkshire).
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Published in: on 24. Juli 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Wincanton (Somerset) – Eine Kleinstadt und ihre Verbindung zum Fantasy-Autor Terry Pratchett

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Wenn man in die kleine Ortschaft Wincanton im Südosten der Grafschaft Somerset einfährt, wird man von einem Schild begrüßt, auf denen die Partnerstädte aufgeführt sind. Die hessische Stadt Lahnau ist eine davon und der französische Ort Gennes-les-Rosiers die andere. Es gibt aber noch eine dritte Partnerstadt von Wincanton, nämlich Ankh-Morpok (Discworld). Einen regen Austausch zwischen diesen beiden Städten wird es wohl nie geben, denn Ankh-Morpok ist fiktiv, aber allen Fans der Fantasy-Romane von Sir Terry Pratchett wohlbekannt,  handelt sich hierbei doch um die wichtigste Stadt in den “Scheibenwelt“-Romanen des britischen Autors. Seit 2002 besteht diese Partnerschaft, ein Marketing-Gag, um auf Wincanton aufmerksam zu machen? ‘The association with Discworld works extremely well for our town, helping to boost the local economy”, zitiert die Daily Mail einen früheren Bürgermeister der Stadt.

Doch die spezielle Verbindung zwischen dem Städtchen in Somerset und dem Fantasy-Autor geht noch weiter. Im Jahr 2009 wurden zwei Straßen in Wincanton nach Straßen in Ankh-Morpok benannt: Die Peach Pie Street und die Treacle Mine Road. Pratchett ließ es sich nicht nehmen, die beiden Straßen höchstpersönlich einzuweihen, in Anwesenheit von hunderten von Discworld-Fans, von denen sich viele zu diesem Anlass entsprechend verkleidet hatten.

In der High Street Nummer 41 in Wincanton findet sich eine weitere Verbindung zu Terry Pratchetts Romanserie: “The Cunning Artificer“, ein Discworld-Laden, in dem man so ziemlich alles kaufen kann, was sich ein Fan wünscht. Und so kommen denn auch viele Scheibenwelt-Fans aus der ganzen Welt nach Wincanton, um Ankh-Morpok so nahe wie möglich sein zu können.

Sir Terry Pratchett, der über 55 Millionen Exemplare seiner Fantasy-Saga weltweit verkaufen konnte, wohnt nicht allzuweit von Wincanton entfernt in der Grafschaft Wiltshire in Broad Chalke, ca 12 km westlich von Salisbury, im Gurston Manor.

Wem der Name “Wincanton” irgendwie bekannt vorkommt: Vielleicht hat ihn jemand schon einmal als Schriftzug auf einem Lastwagen gesehen, denn die Firma mit diesem Namen gehört zu den größten europäischen Logistikunternehmen mit Hauptsitz in Chippenham (Wiltshire). Die Ursprünge der Firma gehen auf Wincanton in Somerset zurück.

Dieser Film zeigt eine Autofahrt durch Wincanton.

Die High Street von Wincanton. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Michael Smith

Inspector Morse und Oxford – Geführte Touren durch die “City of Dreaming Spires”

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Colin Dexter hat mit Inspector Morse eine der großen Figuren der englischen Kriminalliteratur geschaffen. Sowohl die Bücher als auch die TV-Serie mit dem großartigen John Thaw in der Titelrolle gehören zu meinen absoluten Favoriten. Die Stadt Oxford, in der alle Bücher bzw. Filme spielen, bildet jeweils den attraktiven Hintergrund.

1999 ließ Colin Dexter in dem Buch “The Remorseful Day” (dt. “Und kurz ist unser Leben”) seinen Serienhelden sterben und seitdem hat der auch in Oxford lebende Schriftsteller kein Buch mehr veröffentlicht. John Thaw, der Inspector Morse in der TV-Serie verkörperte, starb im Jahr 2002.

In Deutschland ging man etwas lieblos mit dem Werk Colin Dexters um. Die Romane wurden zwar übersetzt und erschienen im Rowohlt-Taschenbuchverlag, verdient hätte er aber durchaus einige Hardcover-Ausgaben. Neu aufgelegt wurden die Krimis auch nicht und sind im Buchhandel nicht mehr lieferbar.
Nicht viel anders erging es der Fernsehserie. Einige Episoden wurden synchronisiert und im DDR-Fernsehen ausgestrahlt und das war’s dann auch.

So wie man in Edinburgh geführte Touren auf den Spuren von Ian Rankins Serienhelden Inspector Rebus mitmachen kann, so gibt es das gleiche auch in Oxford für Inspector Morse. Die Oxford Official Guided Walking Tours bieten diese Rundgänge jeden Samstag um 13.30 Uhr an, zeitweise zusätzlich noch montags und freitags. In zwei Stunden wird man auf diesen Touren (Kosten: £8.50 ) zu vielen wichtigen Stationen geführt, die in den Romanen bzw. Filmen eine Rolle gespielt haben.
Hier einige Beispiele:
- The Randolph Hotel mit seiner “Morse Bar“, in der man gelegentlich Colin Dexter antreffen soll (ich habe ihn bei meinem Aufenthalt dort leider nicht getroffen).
- Das dem Hotel direkt gegenüberliegende Ashmolean Museum of Art and Archaeology; spielt eine Rolle in “The Jewel That Was Ours” (dt. “Tod für Don Juan”), verfilmt als “The Wolvercote Tongue”.
- The Eagle and Child, eines der “Watering Holes” des trinkfreudigen Inspectors, wo schon J.R.R. Tolkien und C.S. Lewis zahlreiche Pints zu sich genommen haben.
- The Sheldonian Theatre; Schauplatz für einen Mord in “The Twilight of the Gods” (gibt es nur als Film, nicht als Buch).

Die Touren beginnen jeweils am Tourist Information Centre, 16 Broad Street.

Hier ein kleiner Appetithappen auf Morses Oxford.

Das Buch zum Artikel:
Bill Leonard: The Oxford of Inspector Morse and Lewis. The History Press 2008. 192 Seiten. ISBN 978-0752446219.

The Randolph Hotel in Oxford. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright John Darch

 

The Ashmolean Museum. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright R Sones

Published in: on 29. Juni 2012 at 02:00  Kommentare (1)  
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“Jane Eyre Laid Bare” – Eine erotische Version des Buchklassikers, demnächst im Handel

Charlotte Brontë. – The image is in the public domain.

Als ich vor Jahren erstmals Haworth in North Yorkshire besuchte, dachte ich, dass das eine kleine, abgelegene und ruhige Stadt sei. Als ich dann in den Ort fuhr, wurde ich auf einen großen, fast vollen Parkplatz gelenkt, auf dem mir Ordner  einen Platz zuwiesen. Es wimmelte in Haworth vor Menschen, vor allem Japaner waren in Scharen unterwegs. Wenn dass die Brontë-Schwestern gewusst hätten, dass einmal so viele Menschen aus aller Welt ihren Wohnort und vor allem ihr Wohnhaus, das Brontë Parsonage, aufsuchen würden!

Charlotte Brontës Klassiker “Jane Eyre” wurde bis heute immer wieder neu aufgelegt, in viele Sprachen übersetzt und mehrfach verfilmt. Demnächst wird jetzt eine neu erzählte Version ihres Romans unter dem Titel “Jane Eyre Laid Bare” erscheinen, in dem die Autorin Eve Sinclair den Stoff gehörig mit erotischen Zutaten versehen hat.
“”I think that readers through the ages have appreciated the smouldering sexual chemistry between Jane and Rochester and I have changed very little of Brontë’s original to retell the timeless story of a young girl falling for an unattainable older man and getting out of her depth in a sensual world she cannot control”, so die Autorin in “The Bookseller”.

“Jane Eyre Laid Bare” wird im August zuerst als e-Book erscheinen, kurz danach als Taschenbuch und zwar im Verlag Pan Macmillan.

Erotische Adaptionen von Romanklassikern sind nicht neu. Als weiteres Beispiel sei Jane Austens “Pride and Prejudice” genannt, das unter dem Titel “Pride and Prejudice: Hidden Lusts” von Mitzi Szereto einen erotischen Touch verpasst bekam.

The Brontë Parsonage in Haworth (North Yorkshire). – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Dave Green

Published in: on 16. Juni 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  

Reginald Hill – Einer der besten englischen Krimiautoren aller Zeiten

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Am 12. Januar diesen Jahres starb einer der besten englischen Krimiautoren aller Zeiten: Der 1936 in Hartlepool (County Durham) geborene Reginald Hill.
Hill war einer der Schriftsteller, die von Buch zu Buch immer besser wurden und man wird ihn sehr vermissen. Ich habe einen großen Teil seiner Bücher gelesen und muss sagen, dass er sehr anspruchsvolle Kriminalromane geschrieben hat, von denen vor allem seine “Dalziel & Pascoe“-Serie auch in Deutschland bekannt geworden ist.

Sein erster Roman um die beiden Detectives Andrew Dalziel und Peter Pascoe erschien 1970 unter dem Titel ” A Clubbable Woman” (dt. “Eine Gasse für den Tod”). Leider ging es bei den deutschen Übersetzungen ziemlich drunter und drüber; die Bücher wurden (noch) nicht alle übersetzt und sie erschienen nicht in chronologischer Reihenfolge.
Die zweite Serie um den Detektiv Joe Sixsmith wurde noch gar nicht in Deutsche übersetzt.

Reginald Hill schrieb auch einige sogenannte “Stand Alones”, also Bücher, die zu keiner Serie gehören; dazu gehört auch sein letztes Werk “The Woodcutter” (noch nicht ins Deutsche übersetzt), das nach Ansicht meiner Frau, die alle Bücher von Reginald Hill gelesen hat, sein bestes überhaupt ist.

Die Serie um die beiden Detektive aus Yorkshire wurde unter dem Titel “Dalziel & Pascoe” von der BBC von 1996 bis 2007 verfilmt; einige davon wurden auch vom ZDF in deutscher Synchronisation ausgestrahlt. Warren Clarke spielte Andrew Dalziel und Colin Buchanan den Peter Pascoe.

Hill lebte viele Jahre in Doncaster in South Yorkshire, zog dann aber mit seiner Frau Pat nach Ravenglass in Cumbria, wo er dann auch Anfang diesen Jahres an einem Gehirntumor verstarb. Am 20. Januar wurde in der Kirche St. Michael and All Angels in Muncaster in Cumbria ein Gedenkgottesdienst für Reginald Hill abgehalten.

Es heißt, er hätte noch einen letzten Dalziel & Pascoe-Roman hinterlassen, der im Jahr 2013 erscheinen soll.

In diesem Film spricht Reginald Hill über sein Buch “Midnight Fugue” (noch nicht ins Deutsche übersetzt).

Hier ist ein Ausschnitt aus der BBC-Reihe” Dalziel & Pascoe”, Serie 10, Folge 3 “Wrong Time Wrong Place“.

St Michael and All Angels in Muncaster (Cumbria). Hier fand die Trauerfeier für Reginald Hill statt. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Alexander P Kapp

Published in: on 12. Juni 2012 at 02:00  Kommentare (3)  
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Die P G Wodehouse Society – Eine Gesellschaft, die die Erinnerung an einen großen Autor humoristischer Romane aufrecht hält

P.G. Wodehouse (1881 – 1975). – This image is in the public domain because its copyright has expired.

In meinem gestrigen Blogeintrag über die Hop Back Brewery sprach ich über ein Bier namens Summer Lightning. Genau den gleichen Titel trägt auch ein humoristischer Roman aus der Feder von Sir Pelham Grenville Wodehouse, 1929 erschienen; die deutsche Übersetzung heißt “Sommerliches Schlossgewitter” (noch problemlos antiquarisch erhältlich).

Wodehouse, der von 1881 bis 1975 lebte, schrieb mehr als 70 Romane und über 200 Kurzgeschichten und ist auch heute noch sehr beliebt, denn viele seiner Werke werden immer wieder neu aufgelegt. Am berühmtesten wurde Wodehouse durch seine Romane, in denen Bertie Wooster und sein Diener Reginald Jeeves im Mittelpunkt stehen. Durch die TV-Serie “Jeeves and Wooster” mit Stephen Fry und Hugh Laurie in den Hauptrollen, die in 23 Episoden von 1990 bis 1993 ausgestrahlt wurde, erhielt der Autor noch einmal einen neuen Beliebtheitsschub.

Die britische P G Wodehouse Society hat sich des Autors und seiner Werke angenommen, pflegt sein Andenken und gibt eine vierteljährlich erscheinende Zeitschrift heraus, die den witzigen Titel “Wooster Sauce” trägt. Der Präsident der Society ist übrigens der großartige Schauspieler Richard Briers. Inspector Barnaby-Fans erinnern sich sicher gern an seine Rolle als mörderischer Vikar in der Episode “Death’s Shadow” (dt. “Der Schatten des Todes”). Richard Briers spielte 1995 die Rolle des  Honorable Galahad Threepwood in einer Verfilmung des Wodehouse-Romans “Heavy Weather“, der im Sudeley Castle in Gloucestershire gedreht wurde, das ich in meinem Blog auch schon vorgestellt habe.

Die P G Wodehouse Society unternimmt wirklich eine Menge, nachzulesen auf ihrer Website unter “Recent Events”. Diese Website ist sehr gut gestaltet und enthält so ziemlich alles, was man über Wodehouse wissen sollte.

Das Buch zum Artikel:
P. G. Wodehouse: A Life in Letters. Hutchinson 2011. 624 Seiten. ISBN 978-0091796341.

Published in: on 2. Juni 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Der Tolkien Trail bei Hurst Green in Lancashire – Auf den Spuren des “Herr der Ringe”-Schöpfers

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Alexander P Kapp. – Cromwell’s Bridge.

Das Stonyhurst College ist eine schon 1593 gegründete katholische Schule nahe des Ortes Hurst Green in Lancashire, in der viele spätere Berühmtheiten ihre Ausbildung genossen haben. Das College ist in einem beeindruckenden, riesigen, Ehrfurcht einflössenden  Gebäude untergebracht.

Sir Arthur Conan Doyle ging hier zur Schule und die Baskerville Hall in seinem Sherlock Holmes-Roman soll Stonyhurst nachempfunden sein.
Der berühmte J.R.R. Tolkien schrieb einen Teil seiner Romantrilogie “Der Herr der Ringe” im Stonyhurst College, in dem sein Sohn Michael als Lehrer angestellt war. Tolkien unternahm lange Spaziergänge in der Umgebung der Schule und seine Fantasiewelt Mittelerde soll von der Landschaft Lancashires beeinflusst worden sein. Heute kann man diese Spaziergänge auf dem sogenannten Tolkien Trail nachvollziehen, einem 9 km langen Rundweg, der zu einem großen Teil am River Ribble und River Hodder entlangführt. Der Trail beginnt in Hurst Green und führt am Stonyhurst College und seinem Observatorium vorbei; weitere Stationen auf dem Weg, den Tolkien oft gegangen ist, sind Hodder Place, ein Bauwerk aus dem Jahr 1780, Cromwell’s Bridge, die über den Hodder führt, Hacking Hall und ein steinerner Aquädukt aus den 1880er Jahren.

Tolkien wohnte bei seinen Aufenthalten im Stonyhurst College meist in dem Gästehaus New Lodge; dort und in einem Klassenzimmer in der oberen Gallerie der Schule schrieb er an seinem Roman, der ihn weltberühmt machte.

Hier sind einige stimmungsvolle Fotos vom College versammelt.

Stonyhurst College. Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright robert wade

 

Das Observatorium des Stonyhurst Colleges am Tolkien Trail. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright mark belshaw

Gasogene Books – Ein Verlag in Indianapolis, der sich ganz Sherlock Holmes verschrieben hat

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Die Popularität des großen Detektivs Sherlock Holmes aus der Londoner Baker Street, dessen letztes literarisches Auftreten 1927 in “The Adventure of Shoscombe Old Place” (dt.: “Shoscombe Old Place”) stattfand, ist auch nach 85 Jahren ungebrochen. Robert Downey jr verkörperte den “Super Sleuth” 2009 in Guy Ritchies Film “Sherlock Holmes” und zurzeit zeigt die ARD die gleichnamige BBC-Fernsehserie, in der Benedict Cumberbatch die Hautrolle spielt.

In Indianapolis im US-Bundesstaat Indiana hat sich der Verlag Gasogene Books ganz dem britischen Detektiv verschrieben. Dort erscheinen ausschließlich Bücher, die sich mit dem Thema “Sherlock Holmes” beschäftigen (Gasogene war eine Art Siphon mit dem man Sodawasser herstellen konnte und der auch in Holmes’ Wohnung zu finden war).

Der Verlag (ein Imprint der Wessex Press) hat eine besonders schöne Edition sämtlicher Sherlock Holmes-Romane und -Geschichten unter dem Titel “The Sherlock Holmes Reference Library” veröffentlicht und bietet darüber hinaus Werke der Sekundärliteratur an. Hier sind einige Beispiele:

- David Hammer: A Deep Game – The Travelers’ Guide to the London of Sherlock Holmes
- Léo Sauvage: Sherlockian Heresies
- Vincent Starrett: The Private Life of Sherlock Holmes
75th Anniversary Edition
- Leslie S. Klinger: Baker Street Rambles

Gasogene Books
P.O. Box 68308
Indianapolis, IN 46268
USA

Published in: on 21. Mai 2012 at 02:00  Kommentare (1)  
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Cotchford Farm bei Hartfield (East Sussex) – Winnie the Pooh und ein Ex-Rolling Stones-Mitglied

Das idyllische (manchmal überlaufene) Hartfield in East Sussex. – © Copyright Nigel Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Als wir von unserem Ashdown Park Hotel (s. hierzu meinen Blogeintrag) nach Tunbridge Wells fuhren, kamen wir auch durch das Bilderbuchdorf Hartfield in East Sussex. Südlich von Hartfield geht von der Chuck Hatch Road die Cotchford Lane ab und daran liegt die Cotchford Farm (hier ein Foto der Farm), die in den letzten Jahrzehnten immer mal wieder in den Medien erwähnt wurde; aus zwei Gründen.

1925 wurde die Farm von dem Schriftsteller Alan Alexander Milne erworben, der einen der großen Kinderbuchklassiker schrieb “Winnie-the-Pooh“, zu Deutsch “Pu der Bär”.  Milne schrieb die Geschichten für seinen  Sohn Christopher Robin Milne, dessen Stofftiere als Vorbilder für die Figuren des Buches dienten und der auf der Cotchford Farm aufwuchs. Das Buch war außerordentlich erfolgreich, wurde in viele Sprachen übersetzt und viele Male verfilmt. Mitten in Hartfield steht der hübsche kleine Laden Pooh Corner, in dem man alles kaufen kann, was in irgendeiner Form mit Pu, dem Bären zu tun hat.
A.A. Milne starb hier am 31. Januar 1956 und vieles sieht auf der Farm noch so aus wie in den Tagen, als die Milnes hier noch lebten.

Diese Farm wurde dann1968 von Rolling Stones-Mitglied Brian Jones für £35.000 gekauft und am 3. Juli 1969 geriet die Farm in die Schlagzeilen der Weltpresse, denn an dem Tag wurde Brian Jones in seinem Swimming Pool tot aufgefunden. Nach einer gerichtsmedizinischen Untersuchung soll er unter Alkohol und Drogen gestanden haben, während er schwamm und dann ertrank. Bis heute halten sich Gerüchte, dass der Rolling Stone ermordet wurde, was mehrere Autoren in ihren Büchern zu beweisen versuchten.
Hier ist das letzte bekannte Foto von Brain Jones, aufgenommen auf der Cotchford Farm.

Stephen Wooley produzierte im Jahr 2005 auf der Grundlage dieser Bücher den Film “Stoned“, der das Leben von Brian Jones auf der Cotchford Farm bis zu seinem Tod zeigt. Vielleicht wird auch dieser Fall niemals aufgeklärt werden, der nunmehr schon fast 43 Jahre zurückliegt.
Hier ist eine Episode aus Crimewatch, die den Tod von Brian Jones untersucht.

Zurzeit steht die Cotchford Farm zum Verkauf. Der Preis: £2 Millionen.

Cotchford Farm
Cotchford Lane
Hartfield, East Sussex TN7 4, UK
Natürlich ist die Farm in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden!!

Das Buch zum Artikel:
Laura Jackson: Brian Jones – The untold life and mysterious death of a rock legend. Piatkus 2009. 304 Seiten. ISBN 978-0749941536.

Pooh Corner in Hartfield. – © Copyright Ian Paterson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.


Crimefest 2012 in Bristol (24. – 27. Mai) – Treffpunkt britischer und amerikanischer Krimiautoren

Das Bristol Marriott Royal am College Green; hier findet das Crimefest 2012 statt. – © Copyright Neil Owen and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In den USA gibt es die Bouchercon, das Thrillerfest oder die Left Coast Crime, alles Veranstaltungen, bei denen sich die Krimiautoren des Landes treffen, sich austauschen und wo Preise vergeben werden.

Auch Großbritannien kann so etwas vorweisen und dazu gehört u.a. das jährlich in Bristol stattfindende “Crimefest“, das in diesem Jahr vom 24. bis zum 27. Mai ausgetragen wird. Das erstmals 2008 durchgeführte Treffen scheint sich mittlerweile etabliert zu haben, denn große Namen aus der Welt des Krimis haben ihr Kommen zugesagt, u.a. Lee Child, P.D. James, Frederick Forsyth und aus den USA Sue Grafton und Jeffery Deaver.

Die vier Tage sind vollgepackt mit Vorträgen, Diskussionen und Interviews, die alle im Bristol Marriott Royal Hotel stattfinden. Einige Beispiele:

- Historical Crime Fiction: Stepping Back in Time – How Do You Choose Your Time and Place?

- Death in a Cold Climate – Scandinavians

- The Nature of Evil: Where Does It Come From and Why Do We Write About It?

- Idiosyncratic Protagonists: Creating Believable and Unique Characters

Auch in diesem Jahr werden wieder drei Crimefest Awards vergeben:

Der Audible Sounds of Crime Award für das beste Audiobook (£1,000). Vorjahressieger: John Le Carré für “Our Kind of Traitor”, gelesen von John Le Carré und Peter James für “Dead Like You”, gelesen von David Bauckham.

Der Goldsboro Last Laugh Award für den humorvollsten Krimi (£500). Vorjahressieger: L C Tyler für “The Herring in the Library”.

Der eDunnit Award für den besten Krimi im elektronischen Format ( £500 + eReader). Vorjahressieger: Philip Kerr für “Field Grey”.

CRIMEFEST
Basement Flat
6 Rodney Place
Bristol BS8 4HY
Tel: 0117-9737829.

Published in: on 10. Mai 2012 at 02:00  Kommentare (2)  
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Die Jerome K. Jerome Society – Sie kümmert sich um das Andenken an einen großen englischen Schriftsteller

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In meinem Blog kommt der englische Schriftsteller Jerome K. Jerome (1859 – 1927) immer mal wieder vor. Zuletzt besuchte ich sein Grab in Ewelme (Oxfordshire) und stellte ein Foto davon in meinen Blog.

Nicht zuletzt auf Grund seines Klassikers “Three Men in a Boat” (dt. “Drei Mann in einem Boot”) ist Jerome auch heute noch weit über die Grenzen seines Heimatlands bekannt. Um sein Andenken kümmert sich seit 1984 liebevoll die Jerome K. Jerome Society, die mittlerweile über Mitglieder in der ganzen Welt verfügt. Die Ziele der Gesellschaft in ihren eigenen Worten:

“To provide opportunities for interested people to meet, correspond and share their enjoyment of his works, to promote lectures and exhibitions and to encourage research into Jerome’s life and writings”.

Belsize House, Walsall (West Midlands) ist das Geburtshaus Jeromes und hier wurde 1984 ein kleines Museum eingerichtet. Um die Finanzierung des Museums zu gewährleisten, wurde die Gesellschaft gegründet, die heute aber weit mehr auf die Beine stellt. U.a. gibt sie das Magazin” Idle Thoughts” heraus und hat die erste vollständige Bibliografie über Jerome und seine Werke zusammengestellt.

Die Lieblingsbeschäftigung der Jerome-Anhänger ist aber, wie das auch auf der Homepage  mitgeteilt wird, eine Fahrt auf der Themse, gekleidet in gestreiften Blazern und Strohhut, mit einigen Flaschen Champagner an Bord (und gegebenenfalls auch mit einem Hund) in memoriam an George, Harris, Jerome und Hund Montmorency.

Die Mitgliedschaft in der Jerome K. Jerome Society kostet lediglich bescheidene 12 Pfund.

Hier ist ein Mini-Filmclip, auf dem Jerome zu sehen ist, und hier der komplette Film “Three Men in a Boat” aus dem Jahr 1956.

Jerome K. Jerome Society
The Laurels
1 Knight’s Hill
Aldridge
Walsall

Das Buch zum Artikel:
Jerome K. Jerome: The Other Jerome K Jerome. Nonsuch Publishing 2008. 160 Seiten. ISBN 978-1845886356.

Das Geburtshaus von Jerome K. Jerome in Walsall, in dem früher einmal ein kleines Museum untergebracht war. - © Copyright Derek Bennett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 8. April 2012 at 02:00  Kommentare (2)  
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Hucknall in Nottinghamshire – Hier findet sich die letzte Ruhestätte von Lord Byron

St Mary Magdalene Church in Hucknall. - © Copyright Phil Evans and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Lord Byron, Englands großer Dichter, der für die damalige Zeit einen skandalösen Lebensstil pflegte, wohnte eine Zeit lang in Newstead Abbey im Südwesten der Grafschaft Nottinghamshire, dem Familiensitz der Byrons. Nicht weit davon entfernt, in Hucknall,  liegt die letzte Ruhestätte von George Gordon Byron, 6th Baron Byron, so sein vollständiger Name, der schon im Alter von 36 Jahren in Messolongi in Griechenland starb, wo er am griechischen Freiheitskampf teilgenommen hatte.

Byrons Leichnam wurde einbalsamiert (es hieß, dass sein Herz in Griechenland geblieben ist,  nach anderen Quellen sollen es seine Lungen gewesen sein, die die Griechen gern behalten wollten) und nach England gebracht. Da die Westminster Abbey ihn auf Grund seiner “fragwürdigen Moralvorstellungen” nicht in ihren Mauern haben wollte, wurde er im Familiengewölbe der Byrons in der Kirche St. Mary Magdalene in Hucknall beerdigt.

An seiner Seite liegt auch seine Tochter Augusta Ada, Countess of Lovelace, die mit dem Computerpionier Charles Babbage arbeitete und nach der die Programmiersprache Ada benannt ist.
Der König von Griechenland schickte 1881 eine  Marmorplatte nach Hucknall, die direkt über Byrons Grab angebracht wurde. Ein Gedenkstein findet sich außerhalb der Kirche mit der Inschrift ” But there is that within me which shall tire torture and Time, and breathe when I expire”.

St. Mary Magdalene in Hucknall ist zu einer Pilgerstätte für Byron-Freunde aus der ganzen Welt geworden.

Das Buch zum Artikel:
Fiona MacCarthy: Byron – Life and Legend. Faber and Faber 2003. 688 Seiten. ISBN 978-0571179978.

Byrons Gedenkstein vor der Kirche. - © Copyright Phil Evans and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Herbert Adams – Ein fast vergessener Klassiker des britischen Kriminalromans

Eigenes Foto

Herbert Adams ist ein britischen Krimiautor, dessen Romane bereits in den 1930er Jahren ins Deutsche übersetzt wurden, später dann in den 1950er und 1960er Jahren noch einmal im Goldmann-Verlag erschienen und danach in Vergessenheit geraten sind, was leider auch für sein Heimatland gilt.

Über Adams’ Leben ist nur sehr wenig bekannt. Er wurde 1874 in geboren und über seinen Geburtsort gehen die Meinungen auseinander; London bzw. die Grafschaft Dorset werden da genannt. Auch über das Todesjahr gibt es unterschiedliche Auffassungen, die zwischen 1952 und 1958 schwanken. Verheiratet war er mit Jessie Louise Cooper. Die deutsche Wikipedia gibt an, dass Adams als Immobilienmakler tätig war; er war aber auch Mitglied des britischen Surveyors Institute. Alles sehr mysteriös wie seine Krimis, deren erster 1924 unter dem Titel “The Secret of the Bogey House” erschien, in dem erstmals Amateurdetektiv Jimmie Haswell auftrat. Adams’ zweiter Serien-Detektiv, Roger Bannion,  wurde 1928 in dem Roman “Exit the Skeleton” eingeführt. Die Figur des Jimmie Haswell verschwand bald wieder, während Roger Bennion seinen letzten Fall 1958 in “Death of a Viewer” löste.

Die Romane gehören in die Kategorie der “cozies”, also der gemütlichen Krimis und spielen oft auf Golfplätzen wie z.B. “The Nineteenth Hole Mystery” (1939), “The Body in the Bunker” (1935) oder “Death Off the Fairway” (1936).

Susan Oleskiw schreibt in “Twentieth Century Crime and Mystery Writers” zutreffend: “Despite the changes in the mystery novel that left Adams’s works dated, his stories contain a cleanness of vision and integrity of form that makes them attractive to many readers”.

Ich besitze glücklicherweise ein Dutzend seiner Werke und mir hat die Lektüre immer sehr viel Spaß gemacht. Die Romane sind schon seit langer Zeit, sowohl vom britischen wie vom deutschen Markt verschwunden, antiquarisch kann man sie natürlich zum Teil noch bekommen.

Published in: on 26. Februar 2012 at 02:00  Kommentare (2)  
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