Englische Premierminister und ihre Häuser – Sir Edward Heath und Arundells in Salisbury (Wiltshire)

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Knapp vier Jahre lang war Sir Edward Heath (1916-2005) Premierminister Großbritanniens, von 1970 bis 1974; anschließend war er noch bis zum Jahr 2001 Mitglied des Parlaments, dann zog er sich aus dem politischen Leben zurück.

1985 verlegte Sir Edward seinen Wohnsitz nach Salisbury in Wiltshire und kaufte sich Arundells, ein Haus aus dem 13. Jahrhundert, das auf dem Gelände der Kathedrale steht. Der Ex-Premier renovierte das alte Gebäude, das schon einmal kurz vor dem Abriss stand, und wohnte darin bis zu seinem Tode am 17. Juli 2005. Er war Zeit seines Lebens ein begeisterter Segler gewesen und widmete sich nach seinem Leben in der Politik als Dirigent von Sinfonieorchestern der klassischen Musik; so entstand nach und nach eine Sammlung von musikalischen Gegenständen und Erinnerungen an seine Seglerzeit, die er alle, zusammen mit einer umfangreichen Gemäldesammlung, in Arundells unterbrachte. Sir Edward Heath verfügte in seinem Testament, dass nach seinem Tod das Haus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte und übergab es in die Hände der  Sir Edward Heath Charitable Foundation.

In den fünf Jahren nach der Eröffnung nahm allerdings die Beliebtheit Arundells bei den Besuchern, die sich bei geführten Touren die Schätze des Hauses ansehen konnten, immer mehr ab, so dass es am 29. Oktober 2012 geschlossen wurde. Die erforderlichen Einnahmen von geschätzt £150,000 pro Jahr waren bei weitem nicht vorhanden, um Arundells weiter am Leben zu halten, woraufhin die Verwalter der Stiftung das Haus verkaufen und die Sammlung unter den Hammer bringen wollten. Diese Pläne stießen aber auf erbitterten Widerstand der Friends of Arundells. Dieser Zusammenschluss von Unterstützern des alten Hauses hat sich zum Ziel gesetzt “to ensure that Arundells is safe, sound and successful for future generations to enjoy”.

Die Friends entwickelten einen Plan wie man Arundells wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen und wie sich das Haus selbst finanzieren kann. Ob diese neuen Pläne greifen werden und ob sich die Friends of Arundells gegen die Stiftungsverwalter durchsetzen können, wird die Zukunft zeigen. Im Augenblick ist eine Besichtigung jedenfalls nicht möglich.

Sir Edward Heath hat seine letzte Ruhestätte nur wenige Schritte von seinem Wohnsitz in der Kathedrale von Salisbury gefunden. Unter einem Gedenkstein findet sich dort die Urne mit seiner Asche.

Hier ist ein Nachruf der BBC anlässlich des Todes von Sir Edward Heath.

The Sir Edward Heath Charitable Foundation
Arundells
59 Cathedral Close
Salisbury, SP1 2EN

Gedenkstein in der Salisbury Cathedral.Author: dannysullivan. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Gedenkstein in der Salisbury Cathedral.
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Steep Hill in Lincoln (Lincolnshire) – The Great Street Award 2012

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Über die Stadt Lincoln habe ich in meinem Blog erst zweimal berichtet: Einmal über den Weihnachtsmarkt und einmal über das White Hart Hotel. Mit dem Thema “preisgekrönte Straßen in England” beschäftigte ich mich ebenfalls zweimal: Mit “The Shambles” in York (“Britain”s most picturesque street”) und mit der Copse Hill Road in Lower Slaughter (“Britain’s most romantic street”).

Die Straße Steep Hill in Lincoln wurde von der Academy of Urbanism mit dem The Great Street Award 2012 ausgezeichnet und konnte sich so gegen die Cockburn Street in Edinburgh und die Byres Road in Glasgow durchsetzen. Die Straße ist nichts für Kurzatmige und Gehbehinderte, denn sie macht ihrem Namen alle Ehre: Der steilste Teil des Steep Hills zieht sich in einer Steigung von 14% in die Oberstadt Lincolns hinauf und ist nur zu Fuß zu begehen. Auf dem Weg findet man zwei Häuser, die zu den ältesten, noch bewohnten in ganz Großbritannien gehören, das Norman House (etwa 1170-1180 erbaut) und das Jew’s House (etwa aus dem Jahr 1150), in dem das “Jews House Restaurant” untergebracht ist. Wenn man die Straße hinauf geht, hat man stets die Kathedrale vor Augen, die oben auf dem Hügel alles überragt.

An der alten Römerstraße haben sich viele kleine unabhängige Läden angesiedelt, man findet Tea Rooms und Pubs; kein Wunder, dass man hier auf zahlreiche Touristen trifft, die das Straßenbild genießen. Die ganzen unvermeidlichen Kettenläden verunstalten glücklicherweise den Steep Hill nicht, die sind in der Unterstadt zu finden.

Der Grund für die Preisvergabe der Academy of Urbanism war eben diese Pflege des Traditionellen und Historischen, ohne dass man dabei zukünftige Entwicklungen aus den Augen verlor.

Der Preisträger des Great Street Awards für das Jahr 2013 ist übrigens die Hope Street in Liverpool.

Hier ist ein Film über den Steep Hill in Lincoln.

The Jew's House.The copyright holder of this work releases it into the public domain.

The Jew’s House.
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Woking (Surrey), Herbert George Wells und die Marsianer-Skulptur

Herbert George Wells ist einer der Klassiker der Science Fiction-Literatur und sein Roman “The War of the Worlds” (dt. “Der Krieg der Welten”) gehört zu seinen bekanntesten. 1889 erschien das Buch, das von einer Invasion der Marsbewohner in und bei Woking in Surrey handelt. Wells wohnte viele Jahre in der Stadt in der Maybury Road 143, kannte sich also in der Region gut aus.
Hundert Jahre nach Erscheinen des Romans, der auch mehrfach verfilmt wurde, überlegten die Stadtväter von Woking wie sie ihren berühmten Sohn am besten ehren könnten und man kam auf die Idee, im Stadtzentrum ein Monument zu errichten, das Bezug auf die Invasion der Marsianer nimmt.

Man schrieb einen Wettbewerb aus, der von dem jungen Künstler Michael Condron gewonnen wurde. Sein Vorschlag war die Skulptur eines Marsbewohners, die sich an der Beschreibung aus dem Roman von Wells orientierte. So entstand ein sieben Meter hohes Gebilde aus rostfreiem Stahl, das auf seinen langen Beinen furchterregend durch die Innenstadt von Woking schreitet. Ein paar Meter weiter findet sich das Raumschiff der Marsianer in das Pflaster einbetoniert. Und dann gibt es da noch die Bakterien, die in Wells’ Roman eine so wichtige Rolle spielen, in Steinplatten um die Skulptur herum eingraviert. Eine in den Boden eingelassene Plakette trägt die Aufschrift:

“This sculpture is the artist’s interpretation of a ‘Walking Engine of Glittering Metal’. It celebrates Woking as the birthplace of modern science fiction and marks the centenary of H.G. Wells’ first edition of ‘The War of the Worlds’. In this pioneering novel humanity is saved from an overwhelming martian invasion by earth’s smallest creatures, bacteria. This sculpture was unveiled by the mayor of Woking, Cllr Mrs Irene K. Matthews, April 1998.”

The Martian steht am H. G. Wells Conference and Events Centre am Crown Square.

Wells' Haus in der Melbury Road.I, the copyright holder of this work, hereby release it into the public domain.

Wells’ Haus in der Maybury Road.
The copyright holder of this work releases it into the public domain.

Die Holgate Windmill bei York (North Yorkshire)

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Windmühlen üben auch heute noch eine gewisse Faszination auf uns aus und es gibt immer wieder Menschen, die viel Geld und Zeit aufwenden, um diese Relikte einer vergangenen Zeit vor dem Verfall zu bewahren.

Die Windmühle in Brill (Buckinghamshire) habe ich in meinem Blog schon kurz vorgestellt; heute möchte ich auf die Holgate Windmill aufmerksam machen, die mitten in einem Wohngebiet etwa 2,5 km außerhalb des Stadtzentrums von York steht.
George Waud war der erste Müller, der die Windmühle 1770 in Betrieb nahm. Damals stand sie noch in freier Landschaft; die Landwirte brachten ihr Getreide zum Mahlen hierher und das gewonnene Mehl wurde überwiegend in die Stadt York gebracht, wo die Bäcker es zum Brotbacken verwendeten. Im Laufe der Jahrzehnte wechselte die Holgate Windmill immer wieder die Besitzer, bis schließlich im Jahr 1933 der Betrieb eingestellt wurde.

Trotz einiger halbherziger Versuche, die Mühle zu restaurieren, verfiel sie allmählich;  mittlerweile stand sie auch nicht mehr allein in “freier Wildbahn”, sondern sie war umgeben von Häusern, denn die Stadt York mit ihren Vororten hatte sich immer weiter ausgebreitet.
Der Lokalhistoriker David Lodge hatte es sich auf seine Fahnen geschrieben, die Mühle zu erhalten und immer wieder stand er bei den Verantwortlichen der Stadt York auf der Matte, um sein Ziel zu erreichen. Der Durchbruch kam im November 2001, als die Holgate Windmill Preservation Society gegründet wurde, die heute 600 Mitglieder zählt. Über £400 000 hat die Gesellschaft bis jetzt zusammenbekommen, durch die Hilfe von Sponsoren, aber auch durch zahlreiche Eigeninitiativen.
Das Ziel der HWPS ist es, die Mühle wieder in Betrieb zu nehmen und, wie in früheren Zeiten, Holgate Mehl herzustellen. Jedes Jahr werden mehrere Tage der Offenen Tür durchgeführt, bei denen man sich die Holgate Windmill auch einmal von innen ansehen und sich über ihre Geschichte informieren kann.

Wer die Mühle einmal sehen möchte, der verlasse York auf der A59 (Poppleton Road) in Richtung Harrogate. Gegenüber vom Leeman House führt dann links die Straße Windmill Rise direkt zur Holgate Windmill, die auf einer ummauerten runden Wiese steht, um die der Verkehr gelenkt wird.

Denmark Street – Die vielleicht wichtigste Straße der britischen Popmusikgeschichte

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Von der Londoner Charing Cross Road, der Straße der Buchhandlungen, geht die kleine Denmark Street ab, die in der Geschichte der britischen Popmusik eine sehr große Rolle gespielt hat. Die beiden wichtigsten Musikzeitschriften des Landes wurden hier gegründet: Der Melody Maker in der Hausnummer 19 im Jahr 1926 und der New Musical Express in der Nummer 5 im Jahr 1952. Beide Zeitschriften fusionierten im Jahr 2000.

Elton John arbeitete, damals noch unter seinem Namen Reg Dwight, als Bürojunge in der Firma Mills Music, die ihren Sitz in der Nummer 20 hatte. Hier schrieb er 1970 auch seine erste Hitsingle “Your song“.

Auch für die Rolling Stones war die Denmark Street eine wichtige Straße, denn sie nahmen hier in den Regent Sounds Studios (Hausnummer 4) ihr erstes Album auf. In den gleichen Studios produzierten auch der Folk-Barde Donovan und das Gitarren-Genie Jimi Hendrix ihre ersten Schallplatten.

1963 kaufte George Harrison in der Denmark Street eine Gitarre, die er für die Aufnahme des Songs “Till there was you” verwendete und der auf dem Beatles Album “With the Beatles” erschien.

Malcolm McLaren und die Sex Pistols hatten in der Hausnummer 6 ihren Probenraum.

Viele Musiker kauften in der Denmark Street ihre Musikinstrumente und auch heute noch sind in der Straße mehrere Musikalienhandlungen zu finden wie “Rose Morris Guitar and Drums” oder gegenüber “Chris Bryant’s Musical Instruments”.

Hier ist ein Film über die Tin Pan Alley Londons.

Old Thatch in Bourne End (Buckinghamshire) – Hier lebte Enid Blyton von 1929 bis 1937

Ab heute kommt der Film “Fünf Freunde 2” in die deutschen Kinos. Grund genug, um in meinem heutigen Blogeintrag an die Schöpferin der “Fünf Freunde”-Serie, Enid Blyton, zu erinnern.

1929 suchte die Kinderbuchautorin Enid Blyton (s. dazu auch meinen früheren Blogeintrag) nach einem neuen Haus und wurde in Bourne End in Buckinghamshire fündig. Old Thatch hieß das reetgedeckte, aus dem 17. Jahrhundert stammende Cottage, in das sie sich sofort verliebte und das für acht Jahre ihr Zuhause werden sollte. Das von einem großen Garten umgebene Haus im Coldmoorholme Lane ist nur wenige Schritte von der Themse entfernt und liegt in einem ruhigen Wohngebiet direkt neben dem Countrypub The Spade Oak.

Die Old Thatch Gardens sind zur Besichtigung freigegeben, in diesem Jahr vom 12. Mai bis zum 29. August, jeweils mittwochs, donnerstags und sonntags von 14 Uhr bis 17.30 Uhr.

Wer einige der unzähligen Kinderbücher von Enid Blyton gelesen hat, fragt sich vielleicht, ob u.a. auch Old Thatch und Bourne End Pate gestanden haben für die Schauplätze der Romane. Namentlich erwähnt werden weder das Haus noch die Kleinstadt, doch sind einige Parallelen unübersehbar.

Nachdem die Schriftstellerin 1937 von hier wieder weggezogen ist (nach Beaconsfield, ebenfalls in Buckinghamshire), hat sich natürlich einiges in Old Thatch verändert. Im Garten stehen aber nach wie vor die Apfel- und Birnenbäume, die Eibenhecke und der Teich, den Enid Blyton seinerzeit angelegt hatte.
Bei einem Besuch in den Old Thatch Gardens kann man am Nachmittag im Tea Room auch Tee und von den Betreibern selbstgebackenen Kuchen zu sich nehmen.

In den 1930er Jahren startete Enid Blyton eine Buchreihe, die sie nach ihrem Haus nannte: “The Old Thatch Series“; darin erschienen z.B. Titel wie “The Talking Teapot”, “The Strange Tale of Mr. Wumble” oder “Children of Other Lands”.

Wer sich The Old Thatch ansehen möchte, der fahre von der A4155, die von Bourne End nach Marlow führt, kurz hinter dem Ortsausgang von Bourne End, links in den Coldmoorholme Lane. Nach kurzer Fahrt kommt man links an dem Cottage vorbei. Parken kann man davor auf der engen Straße nicht, das geht erst auf dem Parkplatz von The Spade Oak.

Old Thatch
Coldmoorholme Lane
Bourne End, Buckinghamshire, SL8 5PS
Tel. 01628 527518

Das Buch zum Artikel:
Tess Livingstone: Enid Blyton at Old Thatch. Connorcourt 2008. 72 Seiten. ISBN 978-1921421037.

The Spade Oak in Bourne End.   © Copyright David Hawgood

The Spade Oak in Bourne End, der direkt an The Old Thatch angrenzt.
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The Rising Universe in Horsham (West Sussex) – Ein eigenwilliges Denkmal für Percy Bisshe Shelley

   © Copyright Paul Gillett

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Der Dichter und Schriftsteller Percy Bisshe Shelley (1792 – 1822), der zu den bedeutendsten der englischen Romantik zählt, wurde 1792 in Broadbridge Heath, drei Kilometer westlich von Horsham in West Sussex geboren. Kurz vor seinem dreißigsten Geburtstag ertrank Shelley während eines schweren Sturms vor der Küste von Lerici in Italien.

Am 13. November 1996 setzte ihm die Stadt Horsham ein Denkmal, das damals nicht auf breite Zustimmung stieß. Man hatte natürlich nichts gegen den Dichter einzuwenden, aber “The Rising Universe“, so der offizielle Name des Denkmals, war nicht jedermanns Sache. Die Bildhauerin Angela Conner schuf eine Skulptur in Form eines großen Globus, der auf einem Schaft in einem Wasserbecken steht und sich langsam mit Wasser füllt. Wenn er das Gewicht von sechs Tonnen erreicht hat, schießt das Wasser aus der Kugel heraus, die sich auf diese Weise langsam hebt, sich wieder mit Wasser füllt, sinkt usw.usw. Die Künstlerin wollte so den kosmischen Kreislauf bzw. “The Rising Universe” darstellen. Inspiriert wurde Angela Conner von Shelleys Gedicht “Mont Blanc“, das so beginnt:

The everlasting universe of things
Flows through the mind, and rolls its rapid waves,
Now dark – now glittering – now reflecting gloom –
Now lending splendour, where from secret springs
The source of human thought its tribute brings
Of waters, – with a sound but half its own,
Such as a feeble brook will oft assume
In the wild woods, among the mountains lone,
Where waterfalls around it leap for ever,
Where woods and winds contend, and a vast river
Over its rocks ceaselessly bursts and raves.

Man war unterschiedlicher Meinung, ob man den Dichter, der ja im Meer ertrank, nun unbedingt mit einer Wasserskulptur ehren sollte; mittlerweile hat sich die Bevölkerung von Horsham aber daran gewöhnt und besonders an warmen Sommertagen genießen es die Kinder, sich im Wasserbecken zu erfrischen.

Wie das Kunstwerk genau funktioniert, zeigt dieser Film.

Die Botschaft Ecuadors am Hans Crescent in London – Zuflucht des Wikileaks-Gründers Julian Assange

Bis vor wenigen Monaten hatte sich kaum jemand für die Botschaft des südamerikanischen Staates Ecuador in London interessiert, bis der Wikileaks-Gründer Julian Assange darin Zuflucht suchte, weil Ecuador ihm politisches Asyl gewährt hat. Jetzt sitzt der Australier in dem Botschaftsgebäude am Hans Crescent im vornehmen Londoner Stadtteil Kensington wie die Maus in der Falle. Wagt er sich heraus wird er sofort verhaftet und an Schweden bzw. die USA ausgeliefert.

Die Ecuadorianer haben sich ein schönes Haus in einer bevorzugten Lage für ihre Botschaft ausgesucht. Hans Crescent Nummer 3 liegt zwischen der Brompton Road (der A4) und der Sloane Street (der A3216), direkt neben dem riesigen Gebäude des Edelkaufhauses Harrod’s. Die Botschaftsangehörigen haben rund 30 Meter zu laufen, um dort ihre Einkäufe zu tätigen. Das gepflegte Haus mit den weiß gestrichenen Balkonen beherbergt auch noch die Botschaft Kolumbiens.

Der Hans Crescent war im 19. Jahrhundert Teil einer heruntergekommenen Gegend, die erst durch die Ansiedlung von Harrod’s wieder an Status gewann. Benannt wurde die Straße nach Sir Hans Sloane (1660-1753), einem englischen Wissenschaftler, der alles sammelte, was ihm unter die Finger kam, und diese umfangreiche Sammlung bildete später den Grundstock für das British Museum.

Botschafterin Ecuadors in Großbritannien und “Herbergsmutter” von Julian Assange ist Ana Alban Mora, die seit März 2010 ihr Land in London vertritt (hier ist ein Interview mit ihr). Bevor sie diese Stelle annahm, war sie Umweltministerin.
Die Aufgaben der Botschaft:
“Ecuadorian Embassy provides local, national and worldwide information on their services to all commercial, industrial and tourist orientated activities directed to Ecuador. In addition to this, they are here to assist their compatriots and to offer them the local representation of their homeland.”

Embassy of Ecuador
Flat 3B, 3 Hans Crescent
London SW1X 0LS
T. 020 7584 1367

Der Tavistock Square im Londoner Stadtteil Bloomsbury

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Der schwärzeste Tag in der Geschichte des Londoner Tavistock Squares im Stadtteil Bloomsbury war sicherlich der 7. Juli 2005. Um 9.47 Uhr detonierte in einem roten Doppeldeckerbus der Linie 30 Marble Arch – Hackney Wick eine Bombe, die von einem Terroristen gezündet wurde. Nachdem schon etwa eine Stunde vorher drei Bomben in U-Bahnzügen explodiert waren, die vielen Menschen das Leben kosteten, endete die Anschlagserie hier am Tavistock Square in Höhe des BMA Buildings, der Zentrale der British Medical Association (BMA), blutig. 14 Menschen kamen in dem Bus ums Leben, darunter auch der Attentäter, der erst 18jährige Hasib Hussain.
Nach der Explosion leisteten Ärzte, die sich im BMA Building aufhielten, erste Hilfe und konnten so noch Menschenleben retten.
Ob wohl die Fahrer der roten Linienbusse, die heute den Tavistock Square passieren, noch immer ein mulmiges Gefühl haben und unwillkürlich an den Anschlag denken?

Seit Jahren wird darüber nachgedacht, in den Tavistock Square Gardens ein Denkmal an die Opfer des Terroraktes zu errichten. Bisher gibt es nur im Hyde Park ein zentrales Denkmal für die Opfer aller vier Anschläge.

Benannt wurde der Tavistock Square nicht nach der Kleinstadt in Devon, sondern nach dem Marquess of Tavistock, der gleichzeitig auch der Duke of Bedford war. Der Architekt des 1826 fertig gestellten Platzes war Thomas Cubitt.

Neben dem BMA Building gibt es noch einige weitere erwähnenswerte Gebäude an dem Platz wie das Woburn House, Sitz von Universities UK, eine Interessengemeinschaft britischer Universitäten und Connaught Hall, in dem Studenten der Universität von London untergebracht sind.
In der Hausnummer 52 (dort, wo jetzt das Tavistock Hotel steht) wohnte von 1924 bis 1939 die Schriftstellerin Virgina Woolf mit ihrem Mann Leonard, die hier auch ihren Verlag Hogarth Press untergebracht hatten. Virginia Woolf wurde auch mit einer Büste in den Parkanlagen verewigt.

In den Parkanlagen des Tavistock Squares finden sich einige interessante Denkmäler, die unter dem Motto Frieden und Pazifismus stehen. Mahatma Gandhi sitzt seit 1968 auf einem Sockel im Zentrum des Platzes und einige Meter weiter steht seit 1994 ein Memorial für Kriegsdienstverweigerer, das von dem Komponisten Michael Tippett eingeweiht wurde, der für seine pazifistische Haltung bekannt war.

1953 pflanzte der damalige indische Ministerpräsident Nehru im Tavistock Square eine Rotbuche und ein 1967 hier ebenfalls gepflanzter Kirschbaum soll an die Opfer des Atombombenabwurfs von Hiroshima erinnern.

Der Park des Tavistock Squares: Ein Ort der Ruhe und Besinnung mitten im trubeligen London, hier in einem sehr schönen Film vorgestellt.

In memoriam...   © Copyright Stephen McKay

In memoriam…
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Das Denkmal für Mahatma Gandhi.   © Copyright Colin Smith

Das Denkmal für Mahatma Gandhi.
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Das Denkmal für Kriegsdienstverweigerer.   © Copyright Roger Davies

Das Denkmal für Kriegsdienstverweigerer.
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Snickelways – Die kleinen Gässchen in der Altstadt von York

   © Copyright Carol Walker

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Mark W. Jones ist der Experte für die kleinen Gässchen in der Altstadt von York und der Begriff “snickelways” wurde von ihm 1983 geprägt und zwar in seinem Buch “A Walk Around the Snickelways of York“, das mittlerweile in der 9. Auflage vorliegt. Hier seine Definition:
A narrow place to walk along, leading from somewhere to somewhere else, usually in a town or a city, especially in the city of York“.

Über 50 Snickelways soll es in York geben und sie sind ideal, um Abkürzungen zu nehmen und von einer größeren Straße in die andere zu gelangen. Die kürzeste dieser Gassen ist “Hole-in-the-Wall“, ca 50m vom Münster und nur ein paar Meter vom Bootham Bar entfernt. Der mit stolzen 67 Metern längste Snickelway ist der “Coffee Yard“, der die Straße Stonegate mit der Grape Lane verbindet. In der Grape Lane liegt das kleine Restaurant “Nineteen” versteckt, das ich ausprobiert habe und sehr empfehlen kann.
Nur wenige Schritte weiter findet man die Mad Alice Lane, die von Swinegate zu Lower Petergate führt; benannt nach einer Alice Smith, die bis 1825 in der Gasse wohnte und die an einer Geisteskrankheit litt – damals Grund genug, um sie aufzuhängen.
Weitere schöne Namen für die Snickelways sind Nether Hornpot Lane, Pope’s Head Alley und Le Kyrk Lane. Ein besonderes Erlebnis ist es, diese Gässchen abends im Dunklen entlangzuwandern. Verlaufen kann man sich kaum, denn die Innenstadt von York ist durchaus überschaubar.

Es gibt auch einen Pub, der nach den kleinen Passagen benannt ist: “The Snickleway Inn” (man beachte die andere Schreibweise!) in der Goodramgate. Ich kenne ihn noch unter seinem früheren Namen “Anglers’ Arms”; 1994 fand die Namensänderung statt, geblieben aber ist, dass sich der Pub nach wie vor einer der “the most haunted” der Stadt York nennt und sich mit dieser Aussage wohl auch einen vermehrten Besucherandrang erhofft.

Hier ist ein Film über die Begehung des Coffee Yards.

Das Buch zum Artikel:
Mark W. Jones: A Walk Around the Snickelways of York. Dales Court Press 2010. 9., überarbeitete Auflage. 96 Seiten. ISBN 978-1871125771. 

Nether Hornpot Lane.   © Copyright DS Pugh

Nether Hornpot Lane.
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Eigenes Foto.

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Published in: on 19. Januar 2013 at 02:00  Kommentare (3)  
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Copse Hill Road in Lower Slaughter (Gloucestershire) – Großbritanniens romantischste Straße

So richtig romantisch klingt der Ortsname Lower Slaughter in Gloucestershire ja eigentlich nicht und auch die Straße mit dem Namen Copse Hill Road… na ja, “copse=Wäldchen oder Gehölz” erinnert stark an das Wort “corpse=Leiche”. Aber trotz allem: Die Copse Hill Road wurde zur romantischsten Straße Großbritanniens gekürt und hat den Google Street View Award bekommen.

Experten aus der Reisebranche stellten im Auftrag von Google 20 Straßen in ganz Großbritannien zusammen, die sie für besonders romantisch hielten und etwa 20 000 Menschen votierten für ihre jeweilige Lieblingsstraße mit folgendem Ergebnis:

  1. Copse Hill Road, Lower Slaughter
  2. Front Street, Bamburgh
  3. The Royal Mile, Edinburgh
  4. Mwnt, Y Ferwig
  5. The A591, Grasmere, Lake District

Lower Slaughter ist ein kleines Dorf in den Cotswolds, das zur Grafschaft Gloucestershire gehört, die in dieser Region auch gern “Poshtershire” genannt wird, auf Grund der vielen “posh people”, die sich hier niedergelassen haben. Die Copse Hill Road führt von der A429 erst durch ein bewaldetes Gebiet, dann am Lower Slaughter Manor (ein luxuriöses, sehr zu empfehlendes Country House Hotel) vorbei in die Ortsmitte. Dort stattet sie der Parish Church of St Mary einen kurzen Besuch ab und verlässt Lower Slaughter in nordöstlicher Richtung wieder quer durch Wälder und Wiesen.

Ich glaube, die Wahl der Copse Hill Road zur romantischsten Straße Großbritanniens war mit Sicherheit kein Fehlgriff. Besonders die Kombination der wirklich schönen alten Bäume mit den Cottages aus Cotswold-Stein macht den Reiz der Straße aus.

Das Lower Slaughter Manor Country House Hotel.   © Copyright Richard Humphrey

Das Lower Slaughter Manor Country House Hotel.
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St Mary in Lower Slaughter.   © Copyright Philip Halling

St Mary in Lower Slaughter.
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The Sewer Story und die Bank of England

The Old Lady of Threadneedle Street.This work has been released into the public domain by its author, Arpingstone.

The Old Lady of Threadneedle Street.
This work has been released into the public domain by its author, Arpingstone.

Waren die riesigen Vorräte an Gold- und Silberbarren in der Bank of England, der “Old Lady of Threadneedle Street”, immer absolut sicher aufbewahrt, so dass auch die geschicktesten Bankräuber keine Chance hatten, an sie heranzukommen? Offensichtlich nicht, denn 1836 erhielten die Direktoren ein anonymes Schreiben, in dem jemand behauptete, er könne jederzeit problemlos in den Hochsicherheitsraum gelangen, in dem die Schätze gelagert wurden, und der große Unbekannte schlug in dem Brief vor, sich mit den Herren dort zu treffen, wann immer sie beliebten.

Die Bankdirektoren hielten das Ganze für einen schlechten Scherz, denn sie waren von der absoluten Sicherheit ihres “bullion rooms” überzeugt. Doch schließlich gingen sie doch auf den Vorschlag ein und man verabredete sich zu einem Zeitpunkt mitten in der Nacht in dem Gewölbe unterhalb der Bank. Und siehe da, auf die Minute genau, wurden in dem Raum einige Fußbodenbretter beiseitegeschoben und vor den ungläubigen Augen der Bankdirektoren erschien ein Mann (“I told you so”, mag er gesagt haben). Des Rätsels Lösung: Der Mann war ein “sewer man“, ein Kanalarbeiter, der zufällig bei Reparaturarbeiten in einem Abwassernebenkanal entdeckt hatte, dass von dort aus ein direkter Zugang zu dem Raum mit den Gold- und Silberbarren existierte.
Der ehrliche Mann hätte von dort aus, massenweise Edelmetall herausschleppen können, aber er tat es nicht, sondern machte die Bankleitung auf die Sicherheitslücke aufmerksam.

Aus Dankbarkeit schenkte man dem “sewer man” £800, die er sich auch wirklich verdient hatte. Die Direktoren der Bank of England erbaten natürlich sofort von den Commissioners of Sewers sämtliche Pläne der Abwasserkanäle rund um das Bankgebäude; schließlich wollte man sicher gehen, dass da nicht noch mehr Zugänge zum Allerheiligsten existierten.

Wie der Gold Bullion Vault der Bank of England heute aussieht, zeigt dieser Film und hier ein kurzer Bericht über die Arbeit der heutigen “sewer men” in den Londoner Abwasserkanälen.

Bengeworth Manor – Das wohl älteste Haus in Evesham (Worcestershire)

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Ich habe einmal mehrere Wochen in Evesham in Worcestershire, am Rande der Cotswolds, gewohnt und hatte mir dafür das Bengeworth Manor ausgesucht, das seinerzeit noch zu mieten war; heute ist es so viel ich weiß in Privatbesitz. Manor House klingt vielleicht etwas übertrieben, denn unter diesem Begriff stellt man sich unwillkürlich einen großen Landsitz vor. Bengeworth Manor ist ein uraltes steinernes Haus, das wohl älteste in Evesham, das in der Church Street zu finden ist. An der Hauswand ist ein Schild angebracht, auf dem sämtliche Besitzer verzeichnet sind und das beginnt im Jahr 1025 mit King Canute, Knut dem Großen, der hier einmal wohnte.

Die Haustür aus schwerem Eichenholz mit Eisenbeschlägen soll von der Evesham Abbey übernommen worden sein, und die Holzbalken im Wohnzimmer stammen aus der elisabethanischen Zeit. Im Obergeschoss ist ein Gewölbedach, dass früher einmal Teil einer Kapelle gewesen sein könnte, und ein steinernes Becken diente den Mönchen zum Händewaschen, bevor sie die Kapelle betraten. An mehreren Stellen des Hauses fand ich auch steinerne Vorsprünge, auf denen wohl Kerzen platziert worden waren.

Es war schon ein eigenartiges Gefühl, in so einem alten Gemäuer zu wohnen. Eigentlich hätte das Haus “haunted” sein müssen; ich habe aber keinen der vielen Vorbewohner angetroffen.
Leider war die nähere Umgebung nicht ganz passend, denn an der kleinen Sackgasse, die am Haus vorbei führte, standen einige unansehnliche Werkstattgebäude. Zur Innenstadt ging man von hier aus ca 10-15 Minuten zu Fuß  und das Restaurant des Evesham Hotels (s. dazu meinen Blogeintrag) war auch nur wenige hundert Meter entfernt.

 

Mein Auto passte gerade so in den winzigen Innenhof.Eigenes Foto.

Mein Auto passte gerade so in den winzigen Innenhof.
Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Wann wurde dieser Teil der Wand wohl gemauert? Eigenes Foto.

Das Somerset House in London

   © Copyright Anthony O'Neil

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In vielen klassischen englischen Kriminalromanen ist oft davon zu hören, dass die Detektive in das Londoner Somerset House gehen, um dort Nachforschungen anzustellen, denn in diesem großen Haus an der Themse war das General Register Office untergebracht, wo man die Urkunden über sämtliche Geburten, Todesfälle und Eheschließungen des ganzen Landes einsehen konnte.

Dieses Archiv gibt es nicht mehr im Somerset House, dafür hat man das beeindruckende Gebäude in ein Kunstzentrum umgebaut. 1989 zog hier das Courtauld Institute of Art ein, ein College, das zur Universität von London gehört und sich dem Studium der Kunstgeschichte widmet. Die angeschlossene Kunstgalerie umfasst Werke von berühmten Malern wie Rubens, Van Gogh, Cézanne und Gainsborough.

Im Winter wird der Innenhof, in dem sonst Springbrunnen ihre Fontänen in die Luft schießen, in eine große Eislaufbahn (hier ein Film) umfunktioniert, die speziell bei Kindern und Jugendlichen großen Anklang findet. Im Sommer werden in diesem Hof Konzerte aufgeführt, bei denen u.a. Amy Winehouse und Lily Allen zu hören waren.

Seit 2009 findet sich im Somerset House einmal im Jahr die Modewelt ein, denn hier wird die London Fashion Week abgehalten. Bis zum 3. März 2013 wird noch die Ausstellung “Valentino: Master of Couture” gezeigt, eine Hommage an den italienischen Modeschöpfer. Hier ein Film über die Ausstellung.

Neben der Modewelt hat auch die Filmwelt das prachtvolle Haus an der Themse für sich entdeckt und als Kulisse für einige Streifen verwendet; so z.B. für Guy Ritchies Sherlock Holmes-Verfilmung oder “The Duchess” (dt. “Die Herzogin”) mit Keira Knightley und Ralph Fiennes.

Über das Somerset House gäbe es noch viel mehr zu sagen, aber ich will es hiermit bewenden lassen. Wer das Haus einmal besichtigen möchte, der kann das jeden Donnerstag und Samstag tun. Die etwa einstündigen, geführten Touren sind kostenlos.

Somerset House
Strand
London
WC2R 1LA
Tel. 020 7845 4600

   © Copyright PAUL FARMER

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Die Parliament Street in Exeter – Eine der schmalsten Straßen der Welt

   © Copyright Derek Harper

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Wenn man den Namen Parliament Street hört, denkt man unwillkürlich an einen breiten Prachtboulevard, der an einem riesigen Parlamentsgebäude entlangführt. Nicht so in Exeter, der Hauptstadt der Grafschaft Devon. Hier geht man mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Parliament Street vorbei, ohne diese überhaupt zu bemerken, denn sie ist an einem Ende nur 64 cm breit, am anderen Ende ihrer 50m langen Existenz kann sie dann immerhin üppige 122 cm vorweisen.

Also: Wenn man die Straße einmal in voller Länge entlangschreiten möchte (bitte unbedingt auf menschlichen Gegenverkehr achten!), gehe man zur High Street (nur für Fahrräder und Busse befahrbar) und achte auf die Hausnummern 194 und 195: Genau dazwischen verläuft die Parliament Street, die die High Street mit der Waterbeer Street verbindet.

Ursprünglich hatte die Gasse einen passenderen Namen, nämlich Small Street, aber 1832 benannte der Stadtrat die Straße um, wohl um sich über das Londoner Parlament lustig zu machen, das in diesem Jahr den Reform Act verabschiedete, ein Gesetz, mit dem die Wahlkreiseinteilung für die Wahl des britischen Parlaments geändert wurde. Gesichert ist dieser Grund für die Namensänderung allerdings nicht.

1836 wandten sich die Anwohner an die örtlichen Behörden und forderten eine Verbreiterung der Parliament Street und brachten dafür sogar schon £130 auf, aber die zuständigen Stellen hielten davon nicht viel, und das Ganze geriet in Vergessenheit.

In den 1970er Jahren wurde ein großer Teil der Mauern durch rote Ziegelsteine ersetzt, aber viel ansprechender ist die Gasse dadurch auch nicht geworden.

Kein Gegenverkehr möglich...Foto: Smalljim. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Kein Gegenverkehr möglich…
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Published in: on 14. Dezember 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Das Royal Holloway College bei Egham (Surrey) – Eines der ungewöhnlichsten Gebäude Englands

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“…the place shimmers above the tree-line like a lost temple in a Cambodian jungle” schreibt Simon Jenkins über das Royal Holloway College an der M25 bei Egham in Surrey, westlich von London. Es ist für mich sicher eines der ungewöhnlichsten Gebäude Englands, dieses 1881 im neugotischen Stil erbaute Riesenhaus, das heute der Universität von London gehört.
Das Founder’s Building, so der ursprüngliche Name des Gebäudes, ist dem Loire-Schloss Chambord nachempfunden und gebaut wurde es von Thomas Holloway, einem Mann, der durch den Verkauf von Pillen im 19. Jahrhundert steinreich geworden war. Holloway schickte seinen Architekten William Henry Crossland für zwei Jahre an die Loire, um Chambord genau unter die Lupe zu nehmen und jede Einzelheit zu studieren. Königin Victoria eröffnete das College offiziell und gestattete ihm das “Royal” im Titel zu tragen. Studieren durften hier nur junge Frauen, erst seit 1965 sind auch Männer zugelassen. Heute sind hier über 9000 Studenten aus allen Teilen der Welt eingeschrieben, die das Privileg haben, in einem atemberaubenden Gebäude arbeiten zu können. Im College gibt es sogar einen eigenen Radiosender, Insanity Radio, der von Studenten betrieben wird (hier live zu hören).

In den Innenhöfen des College stehen zwei Skulpturen, die von Prinz Victor von Hohenlohe-Langenburg angefertigt wurden. Der Prinz war Admiral in der Royal Navy und Bildhauer. Die Skulpturen zeigen einmal Königin Viktoria im nördlichen Hof und Thomas Holloway mit Ehefrau Jane im südlichen Hof.

Die Kulisse des Royal Holloway College eignet sich natürlich auch hervorragend für Filmaufnahmen und so wurden hier schon mehrere Spielfilme und Fernsehserien gedreht. Wer Sharon Stones “Basic Instinct II” gesehen hat, erinnert sich vielleicht noch an die Schlussszene, die hier im College-Innenhof gedreht wurde.
Auch die 2009 ausgestrahlte  ITV2-Serie “Trinity” wurde zum größten Teil hier im College hergestellt (hier ein Trailer).
Und auch “Midsomer Murders” war hier zu Gast. Inspector Barnaby klärte in Episode 21 “Murder on St Malley’s Day” (dt. “Mord am St Malley’s Day”) einen Fall in der Devington School (= Royal Holloway College) auf.

Dieser Film stellt das Royal Holloway College vor.

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Der Spinnaker Tower in Portsmouth (Hampshire)

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Der Hafen der Stadt Portsmouth an der englischen Südküste ist einer wichtigsten und größten Militärstützpunkte in ganz Europa. Hier gibt es so einiges zu sehen. In den Historic Dockyards z.B. liegt die HMS Victory, das berühmte Schiff Horatio Nelsons, das an der Schlacht von Trafalgar teilnahm. Nicht weit davon entfernt, kann man die HMS Warrior besichtigen, das erste britische gepanzerte Kriegsschiff. Ein drittes Schiff macht das Trio komplett: Die Mary Rose, das Kriegsschiff Heinrichs VIII, das 1511 gebaut wurde.

Auf den angrenzenden Gunwharf Quays steht seit 2005 ein weiterer Touristenmagnet, der mittlerweile zum Wahrzeichen der Stadt Portsmouth geworden ist: Der Spinnaker Tower. 2001 wurde mit dem Bau des 170m hohen und £35.6 Millionen teueren Turm begonnen, der die Form eines Spinnaker-Segels hat und sehr stark an das Burj Al Arab-Hotel in Dubai erinnert, das aber fast doppelt so hoch ist.

Seit dem 17. Oktober 2005 ist der Turm für die Öffentlichkeit zugänglich, wobei sich natürlich die drei Aussichtsplatformen der größten Beliebtheit erfreuen, die in 100m, 105m und 110m Höhe übereinanderliegen. Mit einem Hochgeschwindigkeits-Aufzug werden die Besucher in dreißig Sekunden bis nach oben transportiert und die größte Attraktion für viele ist der Glasboden der untersten Plattform. In der 2. Etage ist das Café in the Clouds untergebracht, wo man z.B. für £40 seinen Afternoon Tea zu sich nehmen kann (2 Personen inklusive Turmeintritt). Die oberste Plattform schließlich, The Crow’s Nest, ist offen und hier kann der Wind schon einmal ganz schön stark wehen (der Schwankungsbereich liegt hier oben bei 15cm).

Der Bau des Turmes hatte mehrfach für Schlagzeilen gesorgt: Er ist erst fünf Jahre später fertig geworden als ursprünglich geplant; die Baukosten lagen deutlich höher als angenommen; es gab ständig Probleme mit dem gläsernen Außenaufzug, der nie funktionierte und jetzt abgebaut wird.

Wie auch immer: Die Touristen lieben den Spinnaker Tower und strömen in Massen nach Portsmouth (was ja auch Sinn der Sache war); über zwei Millionen sind seit der Eröffnung auf den Turm gefahren, von dem aus man einen großartigen Ausblick hat, einen Ausblick mit Garantie, denn falls man bei seinem Besuch die drei Solent Forts (Spitbank, No Man’s Land und Horse Sand) nicht sehen kann, erhält man einen Gutschein, mit dem man innerhalb von drei Monaten erneut kostenlos den Turm besuchen kann. Der Standard-Eintritt für einen Erwachsenen kostet übrigens £8.25, Kinder zahlen £6.55.

Spinnaker Tower
Gunwharf Quays
Portsmouth
Hampshire
PO1 3TT
Tel. 023 9285 7520

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Published in: on 24. November 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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T.E. Lawrence – Gedenkstätten für Lawrence von Arabien

Clouds Hill bei Moreton (Dorset).
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Thomas Edward Lawrence (1888 – 1935) ist weltweit besser als “Lawrence von Arabien” bekannt. Peter O’Toole verkörperte den Archäologen, Geheimagenten und Schriftsteller in David Leans berühmtem mit mehreren Oscars ausgezeichnetem Spielfilm “Lawrence von Arabien” (1962).

T.E. hat in England Spuren hinterlassen, was sich u.a. auch daran zeigt, dass es viele Gedenkstätten in unterschiedlicher Form für ihn gibt. Einige möchte ich hier einmal nennen:

- An erster Stelle steht natürlich Lawrences Wohnhaus Clouds Hill bei Moreton in Dorset. Das kleine Häuschen ging 1939 in den Besitz des National Trust über und ist zu besichtigen. Der “Lawrence of Arabia Trail” führt hier vorbei, ein etwa vierstündiger Rundweg, der am Bovington Tank Museum beginnt und endet und auch an der St Nicholas Church in Moreton vorbeiführt, wo der Trauergottesdienst für Lawrence stattfand und auf deren Kirchhof er beerdigt wurde.

- In der St Martin’s Church im nahegelegenen Wareham findet sich eine liegende Steinplastik von ihm, die sein Freund Eric Kennington anfertigte. Lawrence ist dort in arabischer Kleidung zu sehen.

- An der Stelle zwischen Cloud’s Hill und dem Bovington Camp, an der Lawrence mit seinem Motorrad am 19. Mai 1935 tödlich verunglückte, wurde ihm zu Ehren ein Baum gepflanzt. Dort angebrachte Erinnerungsplaketten wurden immer wieder gestohlen und so hat man jetzt eine steinerne Gedenktafel für ihn errichtet.

- In Bridlington, an der Ostküste Yorkshires, wo Lawrence bei der Royal Air Force stationiert war, hat man ihm eine Sonnenuhr gewidmet, auf der steht: “This sundial has been erected to the memory of Lawrence of Arabia who as Aircraftsman Shaw served in the Royal Air Force in Bridlington between 1929-1935″.

- In der Krypta der Londoner St Paul’s Cathedral findet sich der Abguss einer Bronzebüste, die Eric Kennington bereits 1926 geschaffen hatte. 1936 wurde diese Büste feierlich enthüllt.

- Zwei blaue Plaketten wurden in London für T.E. Lawrence angebracht: Eine in der Barton Street Nr. 14, wo er eine Zeit lang wohnte und große Teile seines Buches “Seven Pillars of Wisdom” schrieb und eine am Union Jack Club an der Sandell Street, in dem er Mitglied war.

- Lawrence studierte in Oxford am Jesus College und dort findet sich eine Plakette im Eingangsbereich, ein Abguss bereits obengenannter Bronzebüste von Eric Kennington am Eingang zur Kapelle und in der Hall die Kopie eines Ölgemäldes, das Lawrence in arabischer Kleidung zeigt.

Wie man sieht: Thomas Edward Lawrence ist in England unvergessen.

T.E. Lawrences Grab auf dem Kirchhof von St Nicholas in Moreton (Dorset).
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Erinnerungsstein für T.E. Lawrence. An dieser Stelle ereignete sich der tödliche Motorradunfall.
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Teil der Steinplastik in der Church of St Martin in Wareham (Dorset).
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Chipping Norton (Oxfordshire)… zum Ersten – Die Bliss Tweed Mill

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Jedes Mal wenn ich Chipping Norton (Oxfordshire) in den Cotswolds auf der A44 in Richtung Evesham verlasse, fällt mir kurz hinter dem Ortsende auf der linken Seite ein eigenartiges großes Gebäude auf, das von einem hohen Schornstein gekrönt wird. Was hat es damit auf sich?
Es handelt sich hier um die Bliss Tweed Mill, eine Fabrik, in der bis zum Jahr 1982 überwiegend Tweedstoffe hergestellt wurden. 1872 wurde das von George Woodhouse konzipierte Gebäude an der Station Road errichtet, im Auftrag von William Bliss II, einem Unternehmer. Woodhouse stammte aus Lancashire und hatte sich darauf spezialisiert, Fabrikgebäude zu entwerfen. Die Bliss Tweed Mill gestaltete er in der Form eines französischen Schlosses, an dem er jede Menge Verzierungen anbrachte und das Ganze mit einem hohen Schornstein krönte.

Im Jahr 1913 sorgte die Fabrik für Aufsehen, als ein sieben Monate andauernder Streik die Produktion lahm legte. Die überwiegend weiblichen Arbeiter gingen auf die Straße, um für höhere Löhne und für die Zulassung von Gewerkschaften zu kämpfen. Einige Mitglieder des Streikkomitees wurden in Oxford eingesperrt; erst 1945 wurde in der Bliss Tweed Mill die Errichtung eines Gewerkschaftsbüros zugelassen.

Nachdem die Fabrik 1982 schließlich geschlossen wurde, überlegte man, was nun mit dem Gebäude geschehen sollte. Man entschied sich dafür, es in ein Appartmenthaus umzuwandeln und so wurden Ende der 1980er Jahre 34 Luxusappartments in dem ehemaligen Fabrikgebäude zum Kauf angeboten. Die Bewohner des Gebäudes verfügen über einen Swimmingpool, eine Squashanlage und Tennisplätze. Die ruhige Lage im Grünen und die Nähe zu Chipping Norton haben diese Wohnanlage zu einem begehrten und recht teueren Objekt gemacht.

Das Buch zum Artikel:
Chipping Norton Local History Society: Chipping Norton Through Time. Amberley Publishing 2009. 96 Seiten. ISBN 978-1848682894

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Die Außenstelle der Bodleian Library in South Marston (Wiltshire) – Ein riesiges Lagerhaus mit mehr als 230 km Regalfläche

Das Lagerhaus in South Marston (Wiltshire).
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Die Bodleian Library in Oxford, zweitgrößte Bibliothek nach der British Library, gehört zu den Copyright-Bibliotheken des Landes, d.h. jeder britische Verleger ist verpflichtet, ein Exemplar jeden gedruckten Buches, jeder Zeitschrift und Zeitung hier abzuliefern. So kann man sich vorstellen, welche Mengen an gedrucktem Material sich hier angesammelt haben. Da der Stauraum in Oxford schon lange nicht mehr ausreichte, ging man dazu über, Teile der Büchersammlung auszulagern, u.a. in einem ausgedienten Salzbergwerk in Cheshire.

Seit Oktober 2010 steht der Bodleian Library jetzt aber ein sehr viel komfortableres Außenlager zur Verfügung. Für £26 Millionen wurde am Rande von Swindon (Wiltshire), in South Marston, ein riesiges Lagerhaus mit 11,700m² Fläche gebaut, in dem schon jetzt 7,5 Millionen Bücher und 1,2 Millionen Kartenmaterial untergebracht sind. 230 Kilometer Regale stehen zur Verfügung, auf denen Bücher gelagert sind, die in Oxford nicht allzu häufig geordert werden und wenn doch, kein Problem: Innerhalb weniger Stunden sind die gewünschten Bücher in Oxford, denn es existiert eine Art Shuttle-Service, der die Transporte zwischen den beiden Städten durchführt. Zurzeit sind das etwa 5000 Bücher wöchentlich, die im Außenlager bestellt werden. Das Lagerhaus im Keypoint Industrial Estate an der Thornhill Road liegt verkehrsgünstig nahe der A420, die Swindon mit Oxford verbindet.

Der Regalplatz in South Marstons Book Storage Facility, auf etwa acht Millionen Bände ausgelegt, wird schätzungsweise für weitere zwanzig Jahre reichen; pro Tag werden hier durchschnittlich 1000 gedruckte Werke angeliefert, und das im Zeitalter von eBook & Co!

Die Bodleian Library in Oxford: Architektonisch schön, aber mittlerweile viel zu klein.
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Der Oxford Covered Market – Magnet für Touristen und Einheimische

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Es macht immer wieder Spaß, bei einem Besuch in der Universitätsstadt Oxford dem Covered Market einen Besuch abzustatten. Seit mehr als 200 Jahren steht mitten in der Stadt dieses von dem Architekten John Gwynn entworfene Gebäude, das täglich geöffnet und von vier Seiten zugänglich ist.

Ähnlich der Budapester Markthalle, die in meiner Erinnerung etwas großzügiger geschnitten ist und breitere Gänge hat, dient die Markthalle in Oxford überwiegend zur Versorgung der Bewohner mit frischen Lebensmitteln.

Neben Ständen mit Obst und Gemüse, Backwaren, Fisch, Fleisch und Geflügel finden sich mehrere Imbissstände wie Brown’s Café, die Oxford Sandwich Company oder Bolitas, in denen man brasilianische Snacks bekommt.

Manerhält im Covered Market aber auch zahlreiche andere Dinge wie Textilien (z.B. Next to Nothing), Schmuck (z.B. Nothing), Hüte (The Hat Box) oder Schuhe (u.a. Macsamillion). Im Timber Treasures gibt es ausschließlich aus Holz hergestellte Artikel. Was ich leider bei meinem letzten Besuch nicht mehr gefunden habe, war der Second Hand-Buchladen, der früher über eine riesige Auswahl gebrauchter Bücher verfügte.

Der Oxford Covered Market ist von der High Street, der Market Street und dem Cornmarket zugänglich. Die Öffnungszeiten sind: Von Montag bis Samstag von 9 Uhr bis 17.30 Uhr und Sonntag von 10 Uhr bis 16 Uhr. Besonders an Samstagnachmittagen kann es hier ganz schön voll werden. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!

Hier ist ein Rundgang durch den Covered Market zu sehen.

Oxford Covered Market
Market Street
Oxford OX1 3DZ

Das Buch zum Artikel:
Marilyn Yurdan: The Changing Faces of Oxford Covered Market. Robert Boyd Publications 2008. 96 Seiten. ISBN 978-1899536894.

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The London Eye – Interessantes und Kurioses über das höchste Riesenrad Europas

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The London Eye, das Riesen-Riesenrad ist zu einem weiteren Wahrzeichen der britischen Hauptstadt geworden. Die 135 m hohe Touristenattraktion, die jedes Jahr über 3,5 Millionen Besucher anzieht, ist aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.
Es gibt 32 Gondeln, die jeweils etwa 25  Personen fassen. Aber: Es gibt keine Gondel mit der Nummer 13, dafür aber eine mit der Nummer 33. Man ist eben doch etwas abergläubisch.
Mit 2100 Tonnen Gewicht ist das Riesenrad so schwer wie 1,272 Londoner Taxen.

Vor den Olympischen Spielen hatte man die 10 Tonnen schweren Gondeln noch einmal generalüberholt und die Heizung und Klimatisierung energieeffizienter gestaltet. Dazu wurde jeweils eine Gondel abgehängt, auf der Themse flussabwärts bis zu den Tilbury Docks befördert, dort auf einen LKW umgeladen und nach Cropthorne in Worcestershire gebracht, wo die Firma UK Loco die Arbeiten durchführte. Der Betrieb des Riesenrades wurde dabei nicht beeinträchtigt; die abgehängte Gondel wurde jeweils durch ein Dummy ersetzt, eine Gondel, in der aber niemand fahren konnte. Das ganze Projekt kostete £12.5 Millionen.

Im Ticketpreis für das Riesenrad ist auch ein 4D-Film inbegriffen, den man sich, bevor man “an Bord” geht, ansehen kann. Dazu bekommt man eine Spezialbrille ausgehändigt und zur Musik von Coldplay und Goldfrapp erwartet die Besucher ein ganz besonderes Erlebnis, bei dem alle Sinne mit einbezogen werden (also auch das Riechen und Fühlen!).

Die Geschwindigkeit des Riesenrades beträgt 0,9 Stundenkilometer und eine Umrundung dauert dreißig Minuten, so kann man die Gondeln betreten und wieder verlassen, ohne dass das Rad anhalten muss.

Man kann die Gondeln des London Eye auch für spezielle Zwecke mieten, z.B. für Hochzeiten oder für Firmenpräsentationen.

Das Riesenrad hatte in seiner bisher recht kurzen Geschichte bereits vier verschiedene Namen:
- Millennium Wheel (vor der Inbetriebnahme)
- British Airways London Eye (2000 bus 2008)
- Merlin Entertainments London Eye (2008 bis 2011)
- EDF Energy London Eye (derzeitig)

Natürlich wurden auch schon Musikvideos auf dem London Eye gedreht, z.B. “The Beginning of the End” von Status Quo und “Back Here” von BB MAK

Sir Richard Rogers, der berühmte Architekt, sagte einmal über das London Eye:
“The Eye has done for London what the Eiffel Tower did for Paris, which is to give it a symbol and let people climb above the city and look back down on it. Not just for specialists or rich people, but for everybody. The beauty of it: it is public and accessible, and it is in a great position in the heart of London”.

Hier ist ein Film über das Riesenrad.

Das Buch zum Artikel:
Marks Barfield Architects: Eye -  The Story Behind the London Eye. Black Dog Publishing 2007. 192 Seiten. ISBN 978-1906155087.

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Open House London 2012 – Das Wochenende der Offenen Türen

Das Marlborough House.
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Zum zwanzigsten Mal findet in diesem Jahr Open House London statt und zwar am 22. und 23. September. An diesem “Wochenende der Offenen Tür” kann man sich historische Häuser, Geschäftshäuser, Regierungsgebäude etc. ansehen, die sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Entsprechend groß war der Andrang in den vergangenen Jahren gewesen, denn viele wollten sich das nicht entgehen lassen.

In diesem Jahr werden ca 750 Events angeboten, die die offenen Häuser, aber auch anderes wie geführte Touren, Vorträge usw. einschließen. In der Regel braucht man sich für die Besichtigungen nicht anzumelden, nur bei einigen wenigen “Etablissements” ist eine Vorausbuchung erforderlich.

Ein paar Beispiele möchte ich an dieser Stelle geben, was man sich in diesem Jahr ansehen kann:

- Der Jimi Hendrix Flat im Händel House Museum in der 23 Brook Street W1. In dieser Wohnung lebte der US-Sänger und Gitarrist 1968/69.
- Das Marlborough House in Pall Mall SW1. Ehemals Wohnhaus der Dukes of Marlborough, heute Hauptquartier des Commonwealth Secretariat.
- Das Park Lane Hotel am Green Park, Piccadilly W1, ein Hotel, das im Art Deco-Stil erbaut wurde.
- Die Royal Albert Hall an der Kensington Road, SW7. Ein Blick hinter die Kulissen einer der berühmtesten Veranstaltungshallen in London.
- 30 St Mary Axe, besser bekannt als The Gherkin. Das 4ogeschossige Bürogebäude in der City of London ist längst zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden.
- Die Bank of England in der Threadneedle Street, EC2.
- Die Glocken und der Glockenturm der Kirche St Botolph Aldgate in der Aldgate High Street, EC3.
- Lloyd’s of London, One Lime Street, EC3. Das berühmte Gebäude der berühmten Versicherungsgesellschaft.

Der Eintritt ist überall kostenlos. Es gibt eine Broschüre, die alle an diesem Wochenende geöffneten Gebäude auflistet und die man sich für £6.50 zuschicken lassen kann (s. Webseite) oder man kann auf der Webseite von Open House London gezielt nach Gebäuden oder nach Stadtteilen suchen.

Es lohnt sich bestimmt, wenn man am 22./23. September in London ist, dieses Angebot wahrzunehmen.

Das Park Lane Hotel.
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St Botolph Aldgate.
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Beckford’s Tower bei Bath (Somerset) – Ein Turm, in dem man auch wohnen kann

Beckford’s Tower und im Vordergrund das Grab William Beckfords.
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Der Schriftsteller und Exzentriker William Beckford (1760 – 1844) liebte Türme und gab dafür auch eine Menge von seinem reichlich vorhandenen Geld aus. Zuerst ließ er auf seinem Anwesen Fonthill Abbey in Wiltshire den höchsten Turm im gotischen Stil in ganz England bauen, der mit 84 m sogar die Kathedrale von Canterbury übertraf. Insgesamt krachte dieser Turm dreimal in sich zusammen, zuletzt zwei Jahre nachdem Beckford die Fonthill Abbey verkauft hatte. Dieses Mal wurde sie nicht wieder aufgebaut.

Beckford war mittlerweile nach Bath gezogen und wollte dort einen neuen Turm bauen, in den er sich zurückziehen konnte. Auf dem Lansdown Hill, oberhalb von Bath, entstand 1827 schließlich der Beckford’s Tower, in dem der Schriftsteller Teile seiner umfangreichen Kunstsammlung und Bibliothek unterbrachte. 37 m hoch war der Turm nur und Beckford hätte gern noch ein Stück daraufgesetzt, aber vielleicht war er durch die schlechten Erfahrungen mit dem Vorgängerturm gewarnt und so beließ er es bei dieser Höhe.

1995 wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten am Turm vorgenommen, denn es bestand Einsturzgefahr. Heute dient der Beckford’s Tower als Museum, in dem man sich über Beckfords Leben und Wirken informieren kann, und man kann auch auf 154 Stufen die Wendeltreppe bis zur Spitze hinaufsteigen.

Wer das Bedürfnis verspürt, hier weit oberhalb von Bath in dem Turm zu wohnen, kann auch dies tun, denn der Landmark Trust (den ich in meinem Blog schon einmal vorstellte) vermietet im Untergeschoss ein Appartment für drei Personen, das auch den wunderschönen Scarlet Drawing Room umfasst. Sieben Nächte kosten in dem Appartment z.B. im Herbst etwas über £1 000. Informationen darüber bei:
The Landmark Trust
Shottesbrooke
Maidenhead
Berkshire
SL6 3SW
Tel. 01628 825925

Blick auf Bath und den Lansdown Hill. Der Beckford’s Tower liegt ganz oben links auf dem Hügel.
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Richard Burton und seine seltsame letzte Ruhestätte in Mortlake (Greater London)

Mit freundlicher Genehmigung von Tom Holland.

Um es gleich vorweg zu sagen, dieser Richard Burton ist nicht der Schauspieler und ehemalige Ehemann von Elizabeth Taylor, sondern der Afrikaforscher, Orientalist und Übersetzer aus dem 19. Jahrhundert.

Sir Richard Francis Burton (1821 – 1890) gehört zu den großen britischen Forscherpersönlichkeiten jener Zeit, der viel Zeit in Afrika auf der Suche nach den Nilquellen verbrachte, gemeinsam mit John Hanning Speke den Tanganjikasee entdeckte und als Erster, zusammen mit dem Deutschen Gustav Mann, den Kamerunberg erstieg.
Burton war ein Sprachgenie und lernte auf seinen Reisen durch Afrika und Asien zahlreiche Sprachen, darunter Arabisch,  Swahili, Hindustani und Persisch.

Diese Fähigkeit nutzte er auch als Übersetzer, z.B. des Kama Sutra” und der Erzählungssammlung “Tausendundeinenacht”.

Am 20. Oktober 1890 starb Richard Burton an den Folgen eines Herzinfarkts in Triest. Beigesetzt wurde er in Mortlake, im Südwesten Londons, auf dem Kirchhof der St Mary Magdalen’s Roman Catholic Church am North Worple Way. Sein Grabmal in Form eines Beduinenzeltes ist leicht auszumachen und wurde von seiner Frau Isabel Arundell entworfen, die dort an der Seite ihres Mannes ruht. Durch ein Fenster auf der Rückseite des Mausoleums kann man über eine kleine Leiter die Särge der beiden sehen.

Burton äußerte vor seinem Tod den Wunsch, einmal zusammen mit seiner Frau bis in alle Ewigkeit Seite an Seite in einem Zelt zu liegen. Am 15. Februar 1891 fand die Beerdigung statt; seine Frau folgte ihm fünf Jahre später ins Grab.

Das Mausoleum wurde im Laufe der Jahrzehnte immer mal wieder renoviert, denn sowohl Vandalismus als auch der Zahn der Zeit fügten dem steinernen Beduinenzelt Schäden zu. Für die dazu erforderlichen Arbeiten fanden sich glücklicherweise Geldgeber wie die Royal Geographical Society.

In Deutschland wurde der Name Richard Burton durch zwei Bücher von Ilija Trojanow wieder bekannt: “Nomade auf vier Kontinenten” und “Der Weltensammler”, beide zeichnen das Leben des britischen Forschers nach.

1990 entstand ein US-amerikanischer Abenteuerfilm über die Entdeckungsreisen Burtons in Afrika mit dem Titel “Mountains of the Moon” (dt. “Land der schwarzen Sonne”) unter der Regie von Bob Rafelson. Hier ist der Trailer zum Film.

Hier ist ein kleiner Film über das Grabmal.

In Brightling in East Sussex ließ sich John “Mad Jack” Fuller in ähnlicher Form bestatten. Er wählte eine Pyramide als letzte Ruhestätte (s. dazu meinen Blogeintrag).

Das Buch zum Artikel:
Mary S. Lovell: A Rage To Live – A Biography of Richard and Isabel Burton. Abacus 1999. 928 Seiten. ISBN 978-0349110165.

Author: Svarochek. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Der Kensal Green Cemetery – Eine grüne Oase im Westen Londons

Der Haupteingang zum Kensal Green Cemetery an der Harrow Road.
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Als die hygienischen Zustände auf den Londoner Friedhöfen im 19. Jahrhundert immer schlimmer wurden, entschied man sich dafür, neue große Anlagen dafür vorzusehen. Bisher bestattete man die Toten auf kleinen Kirchhöfen, die schnell überfüllt waren. 1832 wurde ein Gesetz erlassen, das private Friedhöfe zuließ und der erste der sogenannten “Magnificent Seven“, der Kensal Green Cemetery, wurde am 24. Januar 1833 vom Bischof von London geweiht und in diesem Monat fand auch die erste Beerdigung statt.

Vorbild für den Kensal Green Cemetery war der Pariser Friedhof Père Lachaise und so pflanzte man gleich zu Beginn 800 Bäume, um der Anlage einen parkähnlichen Charakter zu geben. Wie in Paris findet man auch auf dem Londoner Pendant zahlreiche große Mausoleen, in denen die Reichen und Berühmten beigesetzt wurden.
Betrieben wird Kensal Green seit Beginn bis heute von der General Cemetery Company, die auch für das West London Crematorium zuständig ist, das auf dem gleichen Gelände liegt.

Über 65 000 Grabstellen findet man hier und es sollen 550 Berühmtheiten in Kensal Green beerdigt worden sein, deren Namen im Dictionary of National Biography stehen. Hier einige Beispiele:

- Die beiden Ingenieure Sir Marc Isambard Brunel und sein Sohn Isambard Kingdom Brunel
- Der Schriftsteller William Makepeace Thackeray
- Der Schriftsteller Wilkie Collins
- Der Mathematiker und Erfinder Charles Babbage
- Der österreichische Lyriker Erich Fried
- Der Nobelpreisträger Harold Pinter
- Der Erfinder und Industrielle Carl Wilhelm Siemens

Im West London Crematorium wurden seinerzeit die Schauspielerin Ingrid Bergman und der Queen-Sänger Freddie Mercury verbrannt.

Die Friends of Kensal Green Cemetery bieten im Sommerhalbjahr jeden Sonntag um 14 Uhr eine geführte Tour durch den Friedhof an, die zeitweise auch die Katakomben einschließt, die unter der Anglican Chapel liegen. Im Winterhalbjahr finden diese Touren nur an jedem 1. und 3. Sonntag im Monat statt.

Hier sind einige stimmungsvolle Bilder vom Kensal Green Cemetery zu sehen.

Kensal Green Cemetery
Harrow Road
London
W10 4RA

Das Buch zum Artikel:
James Stevens Curl: Kensal Green Cemetery. Phillimore 2001. 448 Seiten. ISBN 978-1860771941.

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Die ehemalige Londoner Baltic Exchange – Wird Sie in Estland wieder aufgebaut?

Hier, wo jetzt The Gherkin steht, befand sich die Baltic Exchange, bis 1992 eine IRA-Bombe das Gebäude zerstörte.
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Eines der neuen Wahrzeichen Londons, The Gherkin, steht auf einem Gelände, das vorher von der Baltic Exchange eingenommen wurde. 30 St Mary Axe war die Adresse des 1903 gebauten Hauses, in dem das britische Unternehmen, “ein globaler Marktplatz für Schiffsmakler, Reeder und Charterer” (so die Wikipedia), untergebracht war… bis zum 10. April 1992, denn an diesem Tag explodierte vor dem Gebäude eine Bombe, die die IRAdort in einem Lieferwagen deponiert hatte. Bei dem Anschlag starben drei Menschen und das Gebäude wurde so stark beschädigt, dass man es letztendlich nicht mehr reparieren konnte.

Die Baltic Exchange wurde sorgfältig abgetragen, die Teile fotografiert und markiert und dann in Lagerhäuser nach Reading transportiert. Dort kaufte ein walisischer Händler die Gebäudeteile auf und schaffte sie nach Cheshire. Bald darauf verkaufte er sie wieder, dieses Mal nach Kent, wo sie in der Umgebung von Canterbury gelagert wurden.
Auf der SalvoFair im Jahr 2007, einer Spezialmesse, die jährlich in Knebworth stattfindet und auf der Gebäudereste angeboten werden, die zu schade sind, um sie auf Deponien zu bringen, stand die Baltic Exchange erneut zum Verkauf.
Gleichzeitig hatte man auf SalvoWEB, einer Internetseite, das ehemalige Londoner Gebäude angeboten. Diese Anzeige sah der estnische Geschäftsmann und ehemalige Geheimdienstchef des Landes Eerik-Niiles Kross und kaufte alles für rund £800,000 auf. In 49 Containern ließ er die Baltic Exchange-Reste nach Tallinn verfrachten, wo das Gebäude im Zentrum der Stadt wieder aufgebaut werden soll. Wann und wo steht noch immer nicht fest, denn die Finanzkrise machte erst einmal einen Strich durch die Rechnung.

Mein Buchtipp – Tom Fort: The A303 – Highway to the Sun

Eigenes Foto.

Die A303 ist knapp 145 km lang und zählt zu den wichtigen Straßen, die in Englands Südwesten führen. “Geboren” wird sie an der Abfahrt 8 der Autobahn M3 südlich von Basingstoke in Hampshire und ihr plötzliches Ende findet die Straße einige Kilometer nördlich von Honiton (Devon), wo sie von der A30 aufgefressen wird.

Tom Fort, ein Journalist der BBC, kennt die Straße seit mehreren Jahrzehnten und hat jetzt ihre Biografie geschrieben: “The A303: Highway to the Sun“. Mit Auto, Fahrrad und auch zu Fuß hat er jeden Meter dieser vielbefahrenen Straße erforscht und höchst interessante Dinge ans Tageslicht befördert. Das Highlight an der A303 ist sicher die alte Kultstätte Stonehenge, die hier von zwei Straßen in die Zange genommen wird. Menschenmassen pilgern Jahr für Jahr hierher, halten sich im Durchschnitt 20 Minuten hier auf und fahren dann  weiter. Seit Jahren gibt es Diskussionen über die Straßenführung der A303 an dieser World Heritage Site; man wollte die Trasse in einem Tunnel an Stonehenge unterirdisch vorbeiführen, aber die veranschlagten Kosten waren so hoch (zuletzt ca £540 Millionen), dass man bisher immer wieder davon Abstand nahm.

Tom Fort führt uns in seinem Buch durch kleine Dörfer, die an der A303 liegen, zeigt uns Herrenhäuser und weist auf die landschaftlichen Schönheiten der Salisbury Plain hin, die zwar zum großen Teil militärisches Sperrgebiet ist, deren Flora und Fauna aber sehr reichhaltig ist.
Ausflüge in die Geschichte dieses “Korridors” runden den Band ab.

Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen (obwohl ich bisher nur Teile der A303 gefahren bin) und kann es sehr empfehlen!

Ein anderes “Straßen-Buch” beschäftigt sich mit der A272, die weiter südlich verläuft. Das holländische Ehepaar Pieter und Rita Boogaart haben hier wirklich akribisch und außerordentlich detailliert alles zusammengetragen, was es über diese Straße und ihre unmittelbare Umgebung zu berichten gibt: “A272 – An Ode to a Road“  Ebenfalls ein hoch interessantes Buch!!

Tom Fort: The A303 – Highway to the Sun. Simon & Schuster 2012. 344 Seiten. ISBN 978-0-85720-328-1.

Die A303 bei Stonehenge. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris

Published in: on 15. Juli 2012 at 02:00  Kommentare (2)  
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Die Hog Hill Mill – Die umgebaute Windmühle bei Icklesham (East Sussex), die Paul McCartney gehört

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Wenn man von Rye in East Sussex auf der A259 in Richtung Südwesten fährt, kommt man bald nach Icklesham, einem Dorf mit ca 2800 Einwohnern. Wenn man am Ortseingang links in den Workhouse Lane einbiegt und der Straße einige Minuten folgt, sieht man bald, gegenüber von der Elms Farm, auf der linken Seite einen Hügel liegen auf dem eine Windmühle steht. Dies ist der Hog Hill und die Mühle heißt dementsprechend Hog Hill Mill. Es handelt sich hier um eine Bockwindmühle, die 1781 erbaut wurde und 1920 aufgegeben wurde.

1982 wurde die Mühle von Ex-Beatle Paul McCartney gekauft, restauriert und in den dazugehörenden Gebäuden ein Aufnahmestudio eingerichtet. Paul McCartney hat eine Farm, die nicht weit entfernt in Peasmarsh steht, so ist der Weg nur kurz, den er zurückzulegen hat, wenn er in seiner Hog Hill Mill arbeiten möchte.

Die EP “Available Light” von James McCartney, Sohn von Paul und Linda, wurde hier z.B. aufgenommen. Hier sind Szenen aus dem Aufnahmestudio  mit Paul McCartney und Klaus Voormann zu sehen. Paul nahm in der Hog Hill Mill u.a. Teile seines Albums “Memory Almost Full” auf.

Der Queen’s Market im Osten Londons – Der Markt, der sich gegen Abrisspläne behaupten konnte

Der Queen’s Market (rechts) an der Green Street. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Glyn Baker

Die multikulturelle Gesellschaft Londons spiegelt sich im Queen’s Marketwider. Der älteste Straßenmarkt der Stadt, nicht weit vom Stadion des Fußballclubs Westham United entfernt, an der Ecke Green Street/Queen’s Street gelegen, wimmelt nur so von Nationalitäten der ganzen Welt. Hier kann man zu niedrigen Preisen Waren aus Afrika und Asien kaufen, Früchte werden angepriesen, von denen man noch nie gehört hat, Frauen aus Bangla Desh kaufen Stoffe, die sie zuhause zu Kleidern verarbeiten… und alles geht friedlich zu.

Diese Reinform des friedlichen Miteinanders, immer wieder von der Politik propagiert, sollte zerstört werden; das war jedenfalls der Wille der Stadtverwaltung vom Bezirk Newham, in dem der Queen’s Market liegt. Zusammen mit der Firma St. Modwen Properties sollte hier alles komplett abgerissen und dafür ein ultramoderner Komplex aus Luxuswohnungen und Geschäften errichtet werden. Man wollte zwar den bisherigen Betreibern der Stände des Markts Rechte einräumen, hier auch weiterhin Waren anzubieten, doch die dafür notwendigen Kosten hätten die wenigsten tragen können. Eine Filiale der Supermarktkette Asda sollte hier auch untergebracht werden, ein weiterer Sargnagel für die multikulturellen kleinen Geschäftsinhaber.

Doch es formierte sich erbitterter Widerstand in der Bevölkerung. Die Friends of Queen’s Market wurden gegründet, mit dem Ziel, die Pläne der Stadtverwaltung abzuschmettern. Acht Jahre lang dauerte der verzweifelte Kampf und es gelang den Friends den Bürgermeister von London, Boris Johnson, davon zu überzeugen, dass man hier in Newham kurz davor stand, einen großer Fehler zu begehen. Johnson kam den Bürgern im Osten Londons zu Hilfe und wischte die Pläne vom Tisch.

Der Queen’s Market existiert Gottseidank weiter, es wird kein weiteres anonymes Einkaufszentrum geben, das randvoll mit Kettenläden wäre, von denen es schon mehr als genug in den High Streets der englischen Städte gibt. Ein Triumph der Bürgerschaft von Newham!!

Wie es auf dem Markt so zugeht, zeigt dieser kleine Film über einen Fischhändler. Wäre es nicht jammerschade, wenn es so etwas nicht mehr gäbe?

Das Buch zum Artikel:
Paul Kingsnorth: Real England – The battle against the bland. Portobello Books 2009. 320 Seiten. ISBN 978-1846270420. Darin enthalten ein Kapitel über den Kampf für die Erhaltung des Queen’s Market. Ich werde dieses großartige Buch demnächst vorstellen.

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