St Mary in Burgh St Peter (Norfolk) und Charles Cunningham Boycott

St Mary in Burgh St Peter.    © Copyright Adrian S Pye

St Mary in Burgh St Peter.
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Als Monstrosität wurde die Kirche schon bezeichnet, als Pyramide oder Pagode: St Mary in Burgh St Peter im äußersten Südosten der Grafschaft Norfolk. Sie steht außerhalb des Dorfes am River Waveney und zeichnet sich vor allem durch die sonderbare Form des Turmes aus. Samuel Boycott war dafür verantwortlich, der ihn Ende des 18. Jahrhunderts erbauen ließ.
Die Boycotts waren die Lords of the Manor hier und übten einen großen Einfluss auf die Gemeinde aus. 135 Jahre lang stellten sie den Pfarrer und sie übernahmen auch die häufig anfallenden Reparaturarbeiten an der Kirche (was den Kirchenoberen natürlich sehr gelegen kam). Dafür betrachteten sie St Mary auch so ein bisschen wie ihr Eigentum und ihr Mausoleum, denn sie ließen sich alle in der Kirche beisetzen.

Samuel Boycotts Enkel Charles Cunningham Boycott gliederte sich nicht in die Reihe der Pfarrer ein (sein älterer Bruder hatte den “Job” schon übernommen) und ging nach Irland, wo er einen Posten als Grundstücksverwalter übernahm. In den 1880er Jahren ging es der Landbevölkerung dort sehr schlecht und genau in dieser Zeit wollte Charles Boycott die Bauern auf dem Besitz mit einer höheren Pacht belasten. Keine gute Idee: Er wurde von allen Gemeindemitgliedern gemieden, die Läden wollten ihm nichts mehr verkaufen, man grüßte ihn nicht mehr und keiner wollte mehr für ihn arbeiten. Man “boycottierte” ihn. Charles Cunningham Boycott kehrte als gebrochener Mann wieder in seine Heimat zurück, wo er 1897 in Flixton (Suffolk) starb. Sein einfaches Grab findet sich auf dem Kirchhof von St Mary, in der Nähe des Ostfensters. Das Wort “Boycott”, das in die englische und andere Sprachen übernommen worden ist, kann man also dem Mann aus Burgh St Peter “verdanken”.

1947 wurde Charles Cunningham Boycotts Leben von Frank Launder verfilmt. Cecil Parker übernahm die Rolle des Captain Boycott, wie auch der Titel des Films lautete. Hier ein Filmausschnitt.

Das Buch zum Artikel:
Charles Arthur Boycott: Boycott – The Life Behind the Word. Carbonel Press 1997. 368 Seiten. ISBN 978-0953140701 (Vergriffen, aber antiquarisch leicht zu bekommen).

Charles Cunningham Boycott als Karikatur im Vanity Fair Magazine.  his work is in the public domain in those countries with a copyright term of life of the author plus 90 years or less.

Charles Cunningham Boycott als Karikatur im Vanity Fair Magazine.
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Published in: on 15. Mai 2013 at 02:00  Kommentare (1)  
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Holy Trinity Church in Dalston (London) – Die Kirche der Clowns

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Joseph Grimaldi (1778-1837) gilt allgemein als der Vater aller Clowns. “Seine Version des Clown, den er als stehende Rolle oder lustige Person für sich selbst entwickelte, hatte ein weiß geschminktes Gesicht mit roten Lippen und Wangen”, so die Wikipedia. Grimaldi lebte und arbeitete in London, und dass die Zunft der britischen Clowns ihn auch heute noch verehrt, zeigt sich darin, dass sie sich alljährlich am ersten Sonntag im Februar zu einem Gedenkgottesdienst zusammenfindet und zwar in der Holy Trinity Church im Londoner Stadtteil Dalston, die auch die “Clown’s Church” genannt wird.

Seit 1946 existiert diese Tradition schon. Zuerst traf man sich in einer Kirche in der Pentonville Road in Islington; als diese aber 1959 abbrannte, zog man in die Holy Trinity Church in der Beechwood Road in Dalston. 1968 gab der Vikar der Kirche sein Okay dazu, dass die anwesenden Clowns auch in ihren Kostümen am Gottesdienst teilnehmen konnten, was der Versammlung natürlich ein sehr viel bunteres Bild verlieh.

Am 3. Februar kam man in diesem Jahr wieder zusammen. Das Ganze hat nach und nach mehr einen Showcharakter angenommen; so trat in diesem Jahr einer der Clowns vor den Altar und fabrizierte dort einige Luftballontiere. Es wurde auch wieder an die seit dem letzten Jahr verstorbenen Clowns gedacht und jeweils eine Kerze für sie angezündet – darunter war auch der “Gentleman of Comedy”, Eric Sykes, der im vergangenen Jahr gestorben war.

Nach dem Gottesdienst gab es im Gemeindesaal der Holy Trinity Church noch eine kleine Vorführung, bei der einige Clowns eine Kostprobe ihres Könnens ablieferten.

Wer die Kirche einmal besuchen möchte, der muss sich in den Londoner Stadtteil Dalston begeben, der nördlich von der City liegt. Von der  A10 (Kingsland Road) geht es rechts in die Forest Road und von dort links in die Beechwood Road. Man hat dort in der Kirche auch einige Informationen und Ausstellungsstücke über Clowns zusammengetragen und ein kleiner Altar ist Joseph Grimaldi gewidmet.

Hier ist ein kleiner Film über den Gottesdienst der Clowns.

Holy Trinity Church
Beechwood Road
Dalston, London E8 3DY

Das Buch zum Artikel:
Andrew Stott: The Pantomime Life of Joseph Grimaldi – Laughter, Madness and the Story of Britain’s Greatest Comedian. Canongate Books 2010. 464 Seiten. ISBN 978-1847677617.

Joseph Grimaldi.This work is in the public domain.

Joseph Grimaldi.
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Published in: on 2. März 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Painswick (Gloucestershire) – St Mary’s und die 99 Eiben

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Wenn man auf der A46 durch den hübschen kleinen Ort Painswick, nördlich von Stroud, in Gloucestershire fährt, fällt der Kirchhof von St Mary’s sofort ins Auge. Die spitzgiebelige Kirche im Zentrum des Ortes wird umrahmt von sehr vielen, schön in Form geschnittenen Eiben. Zu diesen Bäumen gibt es eine Legende, die sich bis heute erhalten hat. Die Legende besagt, dass auf dem Kirchhof exakt 99 Eiben stehen dürfen; sollte eine hundertste gepflanzt werden, würde der Teufel diese zerstören.
Man hielt sich in Painswick an diese Vorgabe und bekam im Jahr 2000 ein Problem, denn in der Diözese von Gloucester erhielt jede Gemeinde eine Eibe, die, um das neue Jahrtausend zu feiern, auf den jeweiligen Kirchhöfen eingepflanzt werden sollte. Mit einem unguten Gefühl wurde Eibe Nummer 100 gepflanzt…und siehe da, sie gedieh prächtig (da hatte der Teufel wohl nicht richtig aufgepasst).
Sieben Jahre später kippte eine andere Eibe auf Grund starker Regenfälle auf dem Kirchhof um, was den Baumbestand kurzfristig wieder auf 99 reduzierte; man bekam den Baum durch kräftiges Zurückschneiden wieder in den Griff und seine Genesung machte schnelle Fortschritte.

Die Painswick-Eiben wurden Anfang des 17. Jahrhunderts gepflanzt, sind also über 300 Jahre alt. Jeden September werden sie beschnitten, was etwa zwei Tonnen Baumschnitt ergibt. Diese Pflanzenreste werden aber nicht auf einer Deponie entsorgt oder geshreddert, sondern von einer Firma abgeholt, die daraus den Grundstoff für die Antikrebs-Droge Tamoxifen herstellt.

Da die Pflege der Bäume mehrere £1000 pro Jahr kostet, hat man so etwas wie ein “Adopt-A-Yew-Tree”-Projekt ins Leben gerufen; für £99 sponsert man “seinen” Baum drei Jahre lang.

In jedem Jahr wird hier in St Mary’s die Painswick Clypping Ceremony durchgeführt, ein alter Brauch, bei dem am Sonntag nach dem 19. September die Gemeindemitglieder sich an den Händen fassen und sich um ihre Kirche stellen, während sie die Clypping Hymn singen, was ihrer Zuneigung zu ihrem Gotteshaus Ausdruck geben soll.

Hier ist ein Film über die Painswick Yews.

   © Copyright Brian Robert Marshall

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Published in: on 5. Februar 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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“Love Divine, All Loves Excelling” – Ein besonders bei Hochzeiten beliebtes Kirchenlied

Charles Wesley.Diese Bilddatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Charles Wesley.
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Love Divine, All Loves Excelling” – Lady Mary und Matthew suchten sich in der TV-Serie “Downton Abbey” (Staffel 3, Episode 1) dieses Lied zu ihrer kirchlichen Trauung aus und auch Prince William und Catherine Middleton wollten, dass das Kirchenlied zu ihrer Hochzeit in der Westminster Abbey gespielt werden sollte.

Bei einer Umfrage der BBC im Jahr 2005 nach den beliebtesten Kirchenliedern erreichte “Love Divine, All Loves Excelling” den fünften Platz (Platz 1 war “How Great Thou Art“). Der Text stammt von Charles Wesley (1707-1788), einem der Begründer der methodistischen Bewegung; gesungen wird es heute meistens nach der Melodie von “Blaenwern“, einem christlichen Lied, das der walisische Komponist William Penfro Rowlands 1904/05 schrieb.

Charles Wesley soll über 6000 Gedichte und Gebete verfasst haben, von denen viele vertont wurden; “Love Divine, All Loves Excelling” war zweifellos eines seiner schönsten und erfolgreichsten, das von allen Konfessionen verwendet wird. Hier ist der Text der ersten Strophe mit der deutschen Übersetzung:

1. Love divine, all loves excelling,
joy of heaven to earth come down;
fix in us Thy humble dwelling;
all Thy faithful mercies crown!
Jesus, Thou art all compassion,
pure unbounded love Thou art;
visit us with Thy salvation;
enter every trembling heart.

1. Liebe, komm herab zur Erde!
Die du nicht von dieser Welt,
mach, daß sie die deine werde,
schlage bei uns auf dein Zelt!
Liebe, komm, du heißt Erbarmen,
keine Schranke schränkt dich ein,
darum lass auch bei uns Armen
heute dein Erbarmen sein.

Hier ist das Lied bei der königlichen Hochzeit am 29. April 2011 in der Westminster Abbey zu hören und hier in der Version des Wells Cathedral Choirs, einem der besten Kirchenchöre Englands.

Published in: on 16. Januar 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  

Tin Tabernacles – Wellblechkirchen mit vorprogrammiertem Verfallsdatum

St Peter's in Littlebury Green (Essex).   © Copyright James Yardley

St Peter’s in Littlebury Green (Essex).
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In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es in England zu großen Bevölkerungsverschiebungen. Die Menschen zogen dorthin, wo Arbeitskräfte dringend benötigt wurden, denn die industrielle Revolution war in vollem Gang. Was in diesen neuen Ballungsräumen fehlte, waren Kirchen. Diese im traditionellen Stil aus Stein zu bauen, hätte zu lange gedauert, und so errichtete man die Gotteshäuser erst einmal aus Wellblech, das in vorgefertigten Teilen geliefert wurde. Später sollten dann diese Behelfskirchen durch “richtige” Kirchen ersetzt werden.

Tin Tabernacles” war der Name dieser Blechgebäude, die dann auch nach und nach wieder von der Bildfläche verschwanden. Doch einige haben es bis ins 21. Jahrhundert geschafft, ein paar stehen sogar unter Denkmalschutz. Manche sind zweckentfremdet worden, manche werden noch immer als Kirchen genutzt.

Hier sind einige Beispiele:
- Die St. Stephen’s Mission Church in Cinderford (Gloucestershire). 1880 erbaut, diente sie den hier wohnenden Zigeunern als Andachtsort.

- St. Augustine’s Church in Draycott In The Clay (Staffordshire). Eine Mini-Kirche mit nur 40 Plätzen.

- St. Peter’s Church in Littlebury Green (Essex). Eine hübsche, gut erhaltene Kirche aus dem Jahr 1885.

- Church Of The Ascension in Bedmond (Hertfordshire). Eine “60-Sitzer-Wellblechkirche” aus dem Jahr 1880.

- St. Andrew’s Church in  Button Oak (Shropshire). Die kleine Kirche diente seinerzeit Arbeitern als Andachtsort, die im nahegelegenen Wyre Forest Holz schlugen, das in der Eisenindustrie benötigt wurde.

Dieser Film zeigt einige besonders gut erhaltene Exemplare, aber auch einige, an denen der Zahn der Zeit schon sehr genagt hat.

Das Buch zum Artikel:
Ian Smith: Tin Tabernacles – Corrugated Iron Mission Halls, Churches & Chapels of Britain. Camrose Media 2004. 208 Seiten. ISBN 978-0954712600.

St. Stephen's Mission Church in Bilson (Hertfordshire).   © Copyright Jonathan Billinger

St. Stephen’s Mission Church in Cinderford (Gloucestershire).
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St Augustien in Draycott in the Clay (Staffordshire).   © Copyright Geoff Pick

St. Augustine’s in Draycott in the Clay (Staffordshire).
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Church of the Ascension in Bedmond (Hertfordshire).   © Copyright Geoff Pick

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St. Andrew's in Button Oak (Shropshire).   © Copyright Row17

St. Andrew’s in Button Oak (Shropshire).
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Published in: on 14. Januar 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  

St Michael the Archangel in Booton (Norfolk) – Eine außergewöhnliche Kirche für ein 100-Seelen-Dorf

   © Copyright Graham Hardy

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“Norfolk would not be Norfolk without a church tower on the horizon or round a corner up a lane. We cannot spare a single Norfolk church. When a church has been pulled down the country seems empty or is like a necklace with a jewel missing.”
Sir John Betjeman.

Sie liegt schon sehr einsam, die Kirche St Michael the Archangel bei Booton in Norfolk und sie ist wirklich außergewöhnlich für ein Dorf mit etwa 100 Einwohnern. Leider ist die dem Erzengel Michael gewidmete Kirche nicht mehr “in Betrieb”; sie befindet sich in der Pflege des Churches Conservation Trust, der sich um aufgegebene Gotteshäuser kümmert.

Wie kam es dazu, dass eine so große Kirche hierhin mitten “in die Wildnis” gebaut wurde? Wieder einmal war ein Exzentriker am Werke: Der Reverend Whitwell Elwin, ein Nachfahre der Indianerprinzessin Pocahontas, war von 1850-1900 für die Gemeinde Booton zuständig und er wollte eine ganz besondere Kirche haben, die sich von allen anderen in der Umgebung abheben sollte. So zog er durch die Lande und holte sich seine Inspirationen, die dann im Kirchenbau von St Michael the Archangel ihren Niederschlag fanden. Das Vorbild für die westliche Eingangstür fand Elwin in der Glastonbury Abbey, ein Kirchenfenster wurde einem Fenster in der Kathedrale von Lichfield nachempfunden und die St Stephen’s Chapel in Westminster lieferte das Vorbild für ein weiteres Fenster auf der Westseite der Kirche. Die zahlreichen Engel, deren Abbildungen sich überall in St Michael finden, sollen gewisse Ähnlichkeiten mit den vielen jungen Damen aufweisen, die den Reverend auf seinen Reisen begleiteten…

Der exzentrische Geistliche baute bis zu seinem Tod am 1. Januar 1900 an seiner geliebten “Cathedral of the Fields“, und eine Plakette zu seinem Andenken findet sich zu Recht an einer der Kirchenwände von St Michael the Archangel. Leider war die kleine Kirchengemeide irgendwann nicht mehr in der Lage, den Unterhalt für die überdimensionierte Kiche aufzubringen, aber “Gottseidank” sprang der Churches Conservation Trust ein.

Booton liegt nordwestlich von Norwich neben der kleinen Marktstadt Reepham.

Hier sind Bilder von einem “Happening”, das am 14. Juli 2012 in der Kirche stattfand.

Der exzentrische Reverend Elwin.   © Copyright Evelyn Simak

Der exzentrische Reverend Whitwell Elwin.
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Published in: on 31. Dezember 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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George Orwell und sein Grab auf dem Friedhof von All Saints in Sutton Courtenay (Oxfordshire)

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George Orwell, sein richtiger Name war Eric Arthur Blair, ist einer der ganz Großen der Weltliteratur, dessen Roman “1984“, den er 1949 schrieb und der eine Schreckensvision für die Zukunft beinhaltet, mittlerweile von der Realität des 21. Jahrhunderts eingeholt bzw. überholt worden ist.

Orwell starb am 21. Januar 1950 in London im Alter von 46 Jahren an Tuberkulose. Er wollte gern nach den Riten der Anglikanischen Kirche beigesetzt werden; da er keiner Kirchengemeinde angehörte, arrangierten Freunde des Schriftstellers einen Gottesdienst in der Londoner Christ Church. Orwells Wunsch nach einem letzten Ruheplatz auf einem Friedhof auf dem Lande konnte ihm sein Freund, der Zeitungsverleger David Astor erfüllen. Astor, der in Sutton Courtenay in Oxfordshire lebte, sprach mit dem Vikar des Dorfes, der einwilligte, den großen Schriftsteller auf seinem Friedhof zu beerdigen.

So ist nun The Church of All Saints, nur wenige hundert Meter von der Themse entfernt, zu einem Wallfahrtsort für alle Anhänger des Autors von “1984″ geworden. Auf dem einfachen Grabstein steht lediglich “Here lies Eric Arthur Blair, Born June 25th 1903 – Died January 21st 1950“. Da es hin und wieder zu Irritationen bei Besuchern des Friedhofs führt, die nach einem Grab mit der Aufschrift “George Orwell” suchen, hat man an der Kirchentür einen kleinen Wegweiser zu der Grabstelle angebracht.
Direkt neben Blair/Orwell findet man auch das Grab David Astors, der am 7. Dezember 2001 starb und frühzeitig diesen Platz neben seinem Freund für sich reserviert hatte.

Ist es ein Zufall, dass direkt vor der Kirche ein Pub namens “George & Dragon” steht?

Sutton Courtenay liegt südlich von Abingdon an der B4016.

Hier ist ein Film über einen Besuch auf dem Friedhof von Sutton Courtenay.

Die All Saints Church in Sutton Courtenay.   © Copyright Bill Nicholls

Die Church of All Saints in Sutton Courtenay.
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Published in: on 21. Dezember 2012 at 02:00  Kommentare (1)  
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Die Chedzoy Candle Auction – Die älteste Auktion Englands findet alle 21 Jahre in Somerset statt

St Mary's Church in Chedzoy.   © Copyright Richard Webb

St Mary’s Church in Chedzoy.
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Fünf Kilometer östlich von Bridgewater in Somerset liegt der kleine Ort Chedzoy, der sich rühmen kann, dass dort die älteste Auktion Englands ausgetragen wird, und das alle 21 Jahre. Versteigert werden dabei die Pachtrechte auf ein Stück Weideland, Church Acre, das ein gewisser Richard Sydenham im Jahr 1490 der örtlichen St Mary’s Church schenkte. Die Einnahmen aus der Pacht kommen der Kirche zugute, die daraus einen Teil der anfallenden Reparaturkosten bezahlen kann.

Die Prozedur der Auktion sieht so aus, dass zu Beginn eine Kerze angezündet wird, die exakt einen halben Inch, das sind 1,27cm, hoch ist; sobald die Kerze erloschen ist, bekommt das bis dahin höchste Gebot den Zuschlag. Die letzte Auktion fand am 23. Juni 2010 in der Village Hall in Chedzoy statt, in Anwesenheit des Bischofs von Taunton, der auch gleich ein symbolisches Gebot in Höhe von £19 abgab.

Nach 36 Minuten und 47 Sekunden war dann die Lebensdauer der Kerze beendet und das höchste Gebot lag zu diesem Zeitpunkt bei £4000. Der Bieter kommt aus Chedzoy und hat jetzt für 21 Jahre das Recht, das Stück Land namens Church Acre zu bewirtschaften. Die Kirchengemeinde St Mary’s freut sich, mit weiteren regelmäßigen Einnahmen rechnen zu können.

Chedzoy Village Hall. Hier fand die Auktion 2010 statt.   © Copyright Ken Grainger

Chedzoy Village Hall. Hier fand die Auktion 2010 statt.
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Published in: on 18. Dezember 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Normanton Church im Rutland Water – Die Kirche im Stausee

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Mitte der 1970er Jahre musste ein neues Wasserreservoir in der Mitte Englands gebaut werden, um dem steigenden Wasserbedarf gerecht zu werden. Man entschied sich dafür, einen Stausee in der Grafschaft Rutland anzulegen, musste dafür aber die Dörfer Nether Hambleden und Middle Hambleden abreißen und fluten. Jetzt ist Rutland Water das flächenmäßig größte Reservoir Englands.

Auch Teile des Ortes Normanton fielen dem Stausee zum Opfer und die Kirche St Matthew’s (auch Normanton Church genannt), einst Privatkapelle des Normanton Estates, sollte abgerissen werden, weil der Kirchenboden unterhalb der geplanten Wasserlinie liegen würde. Das war aber den Bewohnern der Umgebung zuviel des Guten und es erhob sich lautstarker Protest; nachdem nun schon Dörfer aufgegeben werden mussten, wollte man nicht auch noch auf die baulich sehr schöne Kirche verzichten. Der öffentliche Aufschrei hatte Erfolg: Der gefährdete untere Teil der Kirche wurde mit einem Gemisch von Zement und Steinen aufgefüllt, so dass der Kirchenboden jetzt etwa 60 cm über der Hochwasserlinie liegt.

Weiterhin wurde ein Damm vom Festland zur Kirche gebaut und das komplette Gebäude mit großen Steinen befestigt. Wenn der Stausee voll ist, sieht es, aus als ob St Matthew’s über der Wasseroberfläche schweben würde.

Die Kirche wird seit 1986 als Museum (Rutland Water Museum) genutzt und seit zwei Jahren kann hier auch wieder geheiratet werden. “Music on the Water” ist eine Konzertreihe, die regelmäßig in St Matthew’s stattfindet und bei der klassische Musik oder Jazz gespielt wird.

St. Matthew’s Church
Normanton Park Road
Normanton (Nr. Edith Weston)
Rutland

Das Buch zum Artikel:
Bryan Waites: Normanton Church Rutland Water. Multum in Parvo Press 2009. 24 Seiten. ISBN 978-0952454472.

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Published in: on 16. November 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Greensted Church in Greensted-juxta-Ongar (Essex) – Die älteste Holzkirche der Welt

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Wer einen Nerv für uralte, atmosphärisch dichte Kirchen hat, sollte auf jeden Fall der Greensted Church einen Besuch abstatten. St. Andrews Church ist der offizielle Name und das Gotteshaus liegt in dem kleinen Dorf Greensted-juxta-Ongar, nicht allzuweit von der M25 (Ausfahrt 28) entfernt, in der Grafschaft Essex. Wir haben es hier mit der ältesten Holzkirche der Welt zu tun, die seit weit über 1000 Jahren in diesem stillen Winkel an der Church Lane liegt. Es ist auch eine aktive Kirche, in der an jedem Sonntag ein Gottesdienst abgehalten wird.

1972 widmete die Royal Mail der Greensted Church sogar eine eigene 3-Pence-Briefmarke.

Eine so alte Kirche sieht natürlich nicht mehr so aus wie zur Zeit ihrer Erbauung; im Lauf der Jahrhunderte wurden immer wieder Renovierungsarbeiten durchgeführt und Anbauten vorgenommen. Die Kirche ist innen recht dunkel und, wie sollte es in England anders sein, sie gilt als “haunted“. So will man u.a. einen schwarzgekleideten Mann neben der Orgel und ein Milchmädchen neben der Kanzel gesehen haben. Chris Halton von Haunted Earth TV hat sich die Kirche daraufhin einmal genauer angesehen und hier  ist sein Film.

St Andrews in Greensted-juxta-Ongar geht mit der Zeit und besitzt eine eigene Homepage auf der u.a. auch zahlreiche Fotos zu sehen sind.

The Church of St Andrew
The Rectory
52 Epping Road
Toot Hill
Ongar, Essex. CM5 9SQ

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Die Kanzel.
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Published in: on 4. November 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Nicht mehr gebrauchte Kirchen – Was tun damit?

All Saints Church in Harthill (Cheshire).
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Bei meinem letzten Besuch in der Stadt York fiel es mir wieder auf: Die Zahl der nicht mehr benötigten Kirchen und ihre Wiederverwendung für andere Zwecke nimmt zu. Warum werden immer mehr Kirchen in England stillgelegt und verkauft?

Das liegt sicher daran, dass sich immer mehr Menschen, vor allem jüngere, von der Kirche abwenden. Nur noch 6.3% der Bevölkerung gehen regelmäßig in den Gottesdienst; die Durchschnittszahl der sonntäglichen Gottesdienstbesucher liegt bei 84. Das Verhältnis Kirche zu Einwohnern liegt bei 1: 1340.
Schon vor 10 Jahren sagten Experten voraus, dass die christlichen Kirchen in England etwa um das Jahr 2045 so gut wie tot seien und nur noch 0,5% der Bevölkerung die Gottesdienste aufsuchen werden.

Bei diesem dramatischen Rückgang an Kirchenbesuchern verwundert es natürlich nicht, dass seit 1969 mehr als 1600 Kirchen stillgelegt, abgerissen oder verkauft worden sind. Um einige wenige kümmern sich Organisationen wie The Friends of Friendless Churches (s . dazu meinen Blogeintrag) oder der Churches Conservation Trust.

Viele dieser redundanten Kirche wurden an Privatleute verkauft, die sie als Wohnhäuser umbauten, viele wurden anderen Zwecken zugeführt.

Die hübsche All Saints Church in Harthill (Cheshire) wird jetzt für Zwecke der Gemeinde benutzt. Ebenfalls in Cheshire und zwar in Warrington liegt die St Ann’s Church, die 1995 geschlossen wurde und in der man ein Kletterzentrum eingerichtet hat. Das gleiche hat man mit St.Werburghs in Bristol gemacht, in der das Bristol Climbing Centre (hier ein Film) beheimatet ist.

Andere Verwendungszwecke für aufgegebene Kirchen: Nachtclubs, Spirituosenhandlungen, Schallplattengeschäfte, Textilläden, Tatoo- und Piercingstudios. Einige Kirchen sind sogar in Moscheen umgewandelt worden wie beispielsweise in Clitheroe in Lancashire. In ehemaligen Kirchenräumen kann man in Worcester im Restaurant The Olive Branch speisen.

Wenn die Prognosen zutreffen, und es sieht im Moment ganz danach aus, werden in den nächsten Jahren noch sehr viel mehr Kirchen zum Verkauf freigegeben werden.

St Ann’s Church in Warrington (Cheshire). Ein altes Foto aus dem Jahr 1994, bevor hier ein Kletterzentrum eingerichtet wurde.
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St Werburgh’s in Bristol. Auch hier wurde ein Kletterzentrum eingerichtet.
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Published in: on 28. September 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  

Dewsbury Minster Church of All Saints (West Yorkshire) – Patrick Bronte und der Devil’s Knell

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Dewsbury ist eine Stadt in West Yorkshire, die früher einmal von der lokalen Textilindustrie geprägt war; ein Industriezweig, der, wie in so vielen anderen englischen Städten, schon seit langem zu einer aussterbenden Spezies gehört.
Mitten in der Stadt steht der Mittelpunkt der anglikanischen Gemeinde, die Dewsbury Minster Church of All Saints, eine uralte Kirche, die bis ins 13. Jahrhundert zurückgeht.

Zwei Besonderheiten der Kirche möchte ich hier erwähnen:
Im Dezember 1809 trat hier ein gewisser Patrick Bronte als Hilfspfarrer seine Stelle an, die er bis ins Jahr 1811 behalten sollte. Anschließend führte ihn sein Weg als Geistlicher über Hartshead und Thornton bei Bradford nach Haworth, wo er bis zu seinem Tod bleiben sollte. Patrick Bronte war der Vater der drei Bronte-Schwestern, die in der englischen Literaturgeschichte bis heute eine wichtige Rolle spielen. In der Kirche findet sich eine Gedenktafel, die an Reverend Patrick Bronte erinnert.

Die zweite Besonderheit der Minster Church spielt sich jedes Jahr am Heiligen Abend ab: Ringing the Devil’s Knell. Zwischen 21.30 Uhr und 22 Uhr versammeln sich die Bell Ringer in der Kirche, um die Glocke Black Tom of Southill zu läuten und zwar einmal für jedes Jahr ab Christi Geburt bis heute. Der Ausdruck Devil’s Knell oder auch The Old Lad’s Passing Bell beruht auf dem Glauben, dass der Teufel in dem Augenblick  starb, als Christus geboren wurde. Das Läuten wird so sorgfältig “getimt”, dass der letzte Glockenschlag exakt um Mitternacht erklingt. Im 15. Jahrhundert soll ein gewisser Sir Thomas de Soothill in einem Wutanfall seinen jungen Diener ermordet und als Reue für seine Tat die Glocke Black Tom der Kirche gestiftet haben.

Hier ist The Devil’s Knell am Heiligen Abend 2007 zu hören.

All Saints Minster Church
Rishworth Rd.
Dewsbury, West Yorkshire WF12 8DD

Das Buch zum Artikel:
W.W. Yates: The Father of the Brontes – His Life and Work at Dewsbury and Hartshead. Imelda Marsden 2006. 149 Seiten. ISBN 978-0955269509.

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Published in: on 26. September 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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St Lawrence Church in West Wycombe (Buckinghamshire) – Die Kirche mit der goldenen Kugel

St Lawrence Church in West Wycombe.
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Was wäre der kleine Ort West Wycombe in Buckinghamshire heute ohne Sir Francis Dashwood, der von 1708 bis 1781 lebte? Ein eher unbedeutendes Dorf an der A40.
Sir Francis Dashwood, Politiker und Parlamentsmitglied, ließ die sogenannten Hell Fire Caves ausheben, erbaute das Dashwood Mausoleum oberhalb von West Wycombe, in dem die Urnen mit der Asche der Dashwood-Familienmitglieder untergebracht sind und zeichnet verantwortlich für die goldene Kugel, die auf dem Turm der St Lawrence Church angebracht ist.

Dashwoods berühmt-berüchtigter Hellfire Club traf sich in den Höhlen und dort sollen satanische Rituale und Orgien stattgefunden haben. Die Hell Fire Caves sind zu besichtigen, doch davon in einem eigenen Blogeintrag später mehr.

Sir Francis ließ 1763 die St Lawrence Church umbauen; er gab ihr im Inneren ein gewisses italienisches Flair, ließ den Turm erhöhen und setzte eine goldene Kugel darauf. The Golden Ball, dessen Hülle wirklich aus Gold besteht, ist hohl und bietet darin Platz für etwa 6 bis 8 Personen, die über eine Treppe im Turm durch eine Klappe in die Kugel einsteigen konnten.  Sir Francis soll sich darin mit anderen Hellfire Club-Mitgliedern getroffen haben. Auch hat man von dort oben aus mit Hilfe von Spiegeln und dem Sonnenlicht mit anderen Stellen kommuniziert.
Der Namensgeber der Kirche, der heilige Lawrence, war übrigens der Schutzheilige der Prostituierten, was nicht ganz ohne Witz war, denn es hieß, dass damals Prostituierte, als Nonnen verkleidet, bei den Treffen des Hellfire Clubs eine nicht unbedeutende Rolle gespielt haben. Die Kirche gehört heute dem National Trust, man kann sie besichtigen und gegen eine Gebühr den Turm hinaufsteigen, um The Golden Ball von der Nähe aus zu betrachten.

Church of St Lawrence
Church Lane
West Wycombe Hill
Bucks
HP14 3AP

Das Buch zum Artikel:
Eric Towers: Dashwood – The Man and the Myth. Life and Times of the Hell Fire Club’s Founder. Aquarian Press 1986. 256 Seiten. ISBN 978-0850304275.

The Golden Ball.
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Published in: on 17. September 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Die Whipsnade Tree Cathedral in Bedfordshire – Eine Kathedrale aus Bäumen und Büschen

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Der kleine Ort Whipsnade im Süden Bedfordshires hat drei Besonderheiten vorzuweisen: Hier liegt der berühmte ZSL Whipsnade Zoo, auf einem Hügelhang findet sich der Whipsnade White Lion (s. hierzu meinen Blogeintrag) und dann gibt es hier noch die Tree Cathedral zu sehen, nicht schlecht für ein Dorf mit ca 500 Einwohnern.

Die Whipsnade Tree Cathedral ist ein Park, der in der Form einer Kathedrale gestaltet ist. 1932 wurde mit der Anlage begonnen. Ein gewisser Edmond K. Blyth baute sie unter dem Motto “Glaube, Hoffnung und Versöhnung” in Erinnerung an den Ersten Weltkrieg, in dem er mehrere seiner Freunde verloren hatte.
Die Waldkathedrale wurde während des Zweiten Weltkriegs nicht weiter gepflegt und verwilderte schnell. Nach Kriegsende nahm man sich ihr wieder an, so dass im Jahr 1953 der erste Gottesdienst abgehalten werden konnte. 1960 ging das grüne Gotteshaus in die Hände des National Trusts über und steht heute allen Religionen für Andachten zur Verfügung.

Unterschiedliche Baumarten symbolisieren die Teile der Kathedrale, Rosskastanien bilden z.B. das Querschiff, Eichen den südlichen Eingang und das Hauptschiff und Eschen die Kreuzgänge. Den besten Überblick über die Anlage erhält man sicher, wenn man die Tree Cathedral von der Luft aus sieht.

Verwaltet wird diese besondere Kathedrale vom Whipsnade Tree Cathedral Fund.

Trustees c/o Chapel Farm
Whipsnade
Dunstable, Bedfordshire, LU6 2LL
Tel. 01582 872406

Published in: on 3. Juni 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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“The Ringing World” – Das Fachblatt aller britischen Bell ringer

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Glöckner ist eigentlich die Übersetzung des englischen “bell ringer“, aber irgendwie trifft es das nicht so richtig. Man denkt unwillkürlich an den Glöckner von Notre Dame. Bleiben wir bei “bell ringer”, die in den Kirchen Großbritanniens eine wichtige Rolle spielen. Sie üben eine Kunst aus, die seit Jahrhunderten gepflegt wird; und auch sie haben natürlich eine Fachzeitschrift, die im vorigen Jahr ihr einhundertstes Bestehen feierte: “The Ringing World“.

Am 24. März 1911 erschien die erste Ausgabe und bisher sind über 5000 Hefte veröffentlicht worden.  Die Zeitschrift erscheint wöchentlich und die meisten “Glockenläuter” des Landes dürften das Blatt abonniert haben, denn “The Ringing World” ist das Fachorgan des “Central Council of Church Bell Ringers“.

Es ist schon erstaunlich, was es alles aus der Welt des Glockenläutens zu berichten gibt. Hier ein paar Beispiele aus den April-Ausgaben diesen Jahres:
- The Heart of England Handbell Society
- Peal to mark the 200th Anniversary of the opening peal at Writtle
- Celebrating the 300th anniversary of Fabian Stedman’s life

In der TV-Krimiserie “Inspector Barnaby” gibt es eine großartige Folge mit dem Titel Ring out your dead” (dt. “Glockenschlag zum Mord”) mit dem überragenden Adrian Scarborough, in der das Glockenläuten im Mittelpunkt der Handlung steht und in der es am Ende einige “bell ringer” im Midsomer County weniger gibt.

Ich erinnere mich noch an einen wunderschönen Sonntagvormittag, als wir mit unserem Narrowboat von Bidford-on-Avon weiterfuhren und unsere Fahrt vom Klang der Glocken von St Laurence begleitet wurde; es war eine wunderschöne Stimmung!

Hier ist ein Film über die Kunst des bell ringing.

The Ringing World Ltd
35A High St
ANDOVER
SP10 1LJ
Tel. 01264 366620

Das Buch zum Artikel:
John Camp: Bells and Bellringing. Shire Publications Ltd 2005. 64 Seiten. ISBN 978-0747803263.

St Stephen Walbrook in London – Eine der vielen Christopher Wren-Kirchen in der Stadt

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Die Kirche St Stephen Walbrook in der Londoner City, so wie sie heute aussieht, wurde nach dem Großen Feuer von 1666, das so viele Bauwerke zerstörte, von Sir Christoper Wren neu aufgebaut. Manchmal fragt man sich, welche Kirche Wren damals eigentlich nicht wiederaufgebaut hat. Er muss ein wirklich sehr beschäftigter Architekt gewesen sein.

St Stephen Walbrook (Walbrook ist einer jener zahlreichen unterirdischen Flüsse Londons, die man nie zu sehen bekommt, die aber nach wie vor auf geheimnisvollen Wegen durch die Metropole fließen) besitzt eine eindrucksvolle Kuppel, die Wren nach den Originalplänen der St Paul’s Kathedrale gebaut hat.

Der 1902 in Leipzig geborene berühmte englische Kunsthistoriker Sir Nikolaus Pevsner bescheinigte dieser Londoner Kirche, sie sei eines der zehn bedeutendsten Gebäude in ganz England. Was für ein Lob aus so berufenem Munde!

Leider nahm auch diese schöne Kirche im 2. Weltkrieg durch einen Bombenangriff Schaden, der dann später behoben wurde.

Zur sehenswerten Innenausstattung von St Stephen Walbrook gehört ein außergewöhnlicher Altar aus poliertem weißen Stein, den der weltberühmte Bildhauer Henry Moore gestaltet hat und der 1987 aufgestellt wurde.

In einer Ecke der Kirche steht unter Glas ein Telefon mit dem 1953 die Arbeit der Telefonseelsorge Samaritans begann, die auch heute noch rund um die Uhr an jedem Tag des Jahres hilfesuchenden Menschen zur Verfügung steht und die man über die Rufnummer 08457 90 90 90 erreichen kann. Der Reverend Chad Varah, der Priester in St Stephen Walbrook war,  gründete die Samaritans damals.

Hier ist ein kurzer Film über die Kirche zu sehen.

St Stephen Walbrook
39 Walbrook
London
EC4N 8BN
Tel. 020 7626 9000

Die von Sir Christopher Wren erschaffene Kuppel von St Stephen Walbrook. - © Copyright Basher Eyre and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Altar von Henry Moore. - © Copyright Christine Matthews and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 20. April 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Die St Leonard’s Church in Hythe (Kent) – “The Church with the Bones”

St Leonard's in Hythe (Kent). - © Copyright Helmut Zozmann and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Vor kurzem fuhr ich wieder einmal durch Hythe, eine rund 14 000 Einwohner große Stadt an der Südküste von Kent, die zu den sogenannten Cinq Ports gehört, die ich in meinem Beitrag über Rye (East Sussex) schon kurz erwähnte.

Die Parish Church von Hythe, die aus dem 11. Jahrhundert stammende St Leonard’s Church, verfügt über eine Besonderheit, die viele Besucher anzieht: Das Beinhaus. Ich habe so etwas schon einmal in Hallstatt in Oberösterreich gesehen; in dem kleinen Ort am Hallstätter See befindet sich die größte Schädelsammlung Europas.

Unter dem Altarraum in St Leonard’s sind fein säuberlich 2000 Schädel aufgereiht, zusammen mit 8000 Oberschenkelknochen. Diese Überreste früherer Bürger der Stadt Hythe kann man gegen eine kleine Gebühr besichtigen und sie bringen dadurch der Kirche etwas Geld ein: “our bonehouse has been a nice little earner for the church since medieval times” heißt es auf der Webseite von St Leonard’s und weiter geht es in diesem recht heiteren Ton:  “There are a lot of teeth (dentists love visiting here!)”.

Die Schädel und die Knochen sind Schätzungen zufolge sehr alt. Im Zuge von Erweiterungsbaumaßnahmen im 13. Jahrhundert wurden sie aus alten Gräbern geborgen und schließlich alle in der Krypta zusammengetragen.
Die Universität von Bournemouth hat an diesen menschlichen Überresten schon wissenschaftliche Untersuchungen vorgenommen, z.B. an den Schädeln, die im Bereich der Augenhöhlen Anzeichen einer ganz bestimmten Krankheit zeigen.

Außer St Leonard’s gibt es nur noch eine zweite Kirche mit einem Beinhaus in England, das ist die Holy Trinity Church in Rothwell (Northamptonshire), die in ihrer Krypta die Überreste von ca 1500 Menschen beherbergt. “Have fun browsing around – but be careful you don’t fall into our famous Bone Crypt…” heißt es da auf der Webseite der Kirche. Ja, sie haben schon Humor, die Webseitengestalter der britischen Kirchen.

Hier ist eine Führung durch das Beinhaus von St. Leonard’s.

St Leonard’s Church
Oak Walk
Hythe, Kent CT21 5DN
Tel. 01303 262370

Das Buch zum Artikel:
Marcus Remshaw: St. Leonard’s, Hythe – The Church with the Bones. Pitkin Unichrome 2000. 16 Seiten. ISBN 978-0853729631.

Das Beinhaus von St Leonard's. - © Copyright Chris Whippet and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.


Published in: on 28. März 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Hucknall in Nottinghamshire – Hier findet sich die letzte Ruhestätte von Lord Byron

St Mary Magdalene Church in Hucknall. - © Copyright Phil Evans and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Lord Byron, Englands großer Dichter, der für die damalige Zeit einen skandalösen Lebensstil pflegte, wohnte eine Zeit lang in Newstead Abbey im Südwesten der Grafschaft Nottinghamshire, dem Familiensitz der Byrons. Nicht weit davon entfernt, in Hucknall,  liegt die letzte Ruhestätte von George Gordon Byron, 6th Baron Byron, so sein vollständiger Name, der schon im Alter von 36 Jahren in Messolongi in Griechenland starb, wo er am griechischen Freiheitskampf teilgenommen hatte.

Byrons Leichnam wurde einbalsamiert (es hieß, dass sein Herz in Griechenland geblieben ist,  nach anderen Quellen sollen es seine Lungen gewesen sein, die die Griechen gern behalten wollten) und nach England gebracht. Da die Westminster Abbey ihn auf Grund seiner “fragwürdigen Moralvorstellungen” nicht in ihren Mauern haben wollte, wurde er im Familiengewölbe der Byrons in der Kirche St. Mary Magdalene in Hucknall beerdigt.

An seiner Seite liegt auch seine Tochter Augusta Ada, Countess of Lovelace, die mit dem Computerpionier Charles Babbage arbeitete und nach der die Programmiersprache Ada benannt ist.
Der König von Griechenland schickte 1881 eine  Marmorplatte nach Hucknall, die direkt über Byrons Grab angebracht wurde. Ein Gedenkstein findet sich außerhalb der Kirche mit der Inschrift ” But there is that within me which shall tire torture and Time, and breathe when I expire”.

St. Mary Magdalene in Hucknall ist zu einer Pilgerstätte für Byron-Freunde aus der ganzen Welt geworden.

Das Buch zum Artikel:
Fiona MacCarthy: Byron – Life and Legend. Faber and Faber 2003. 688 Seiten. ISBN 978-0571179978.

Byrons Gedenkstein vor der Kirche. - © Copyright Phil Evans and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Oldbury-on-Severn (South Gloucestershire) – Das Dorf verfügt über eine schöne und eine hässliche Seite

St Arilda's Church in Oldbury-on-Severn. - Eigenes Foto

Nur wenige Kilometer hinter meinem englischen Lieblingshotel, dem Thornbury Castle (hier mein Blogeintrag 1 und Blogeintrag 2) in South Gloucestershire, schlängeln sich kleine Straßen zur Mündung des Severn. Hier liegt ein kleiner Ort namens Oldbury-on-Severn, der Heimat eines großen Atomkraftwerks ist, der Oldbury Nuclear Power Station. 1967 ging der erste der beiden Reaktoren ans Netz, der zweite folgte ein Jahr später. Jetzt geht es dem Kraftwerk an den Kragen, denn ein Reaktor wurde bereits am 30. Juni 2011 abgeschaltet, der zweite soll ab Februar 2012 keine Energie mehr produzieren – für immer. Der wenig schöne Anblick des Kraftwerks wird noch viele Jahr erhalten bleiben, denn es dauert sehr lange, bis so eine Power Station komplett abgetragen ist. ABER: Armes Oldbury. Die Energieriesen E.ON und RWE planen bereits ein neues Atomkraftwerk, nur ein kleines Stück weiter nördlich von der alten Anlage. Wie immer gibt es auch in Oldbury Befürworter und Gegner der Planungen. Hier ein kurzer Film über das, was da kommen soll.

Oldbury hat aber auch seine schönen Seiten, z.B. die Kirche St Arilda’s, die oberhalb des Ortes liegt und von der aus man einen wunderschönen Blick auf die umliegende Landschaft, die Severnmündung und die Waliser Berge hat. Die Heilige Arilda soll im 5. Jahrhundert gelebt haben und ist eine örtliche Heilige, die sonst im Land unbekannt ist. Es gibt ganz in der Nähe, in Oldbury-on-the-Hill, noch eine weitere Kirche, die dieser Heiligen gewidmet ist, St Arild’s Church, die aber nicht mehr “in Betrieb” ist. Achtung Verwechslungsgefahr!!

Ich kann diesen kleinen Ausflug zu St Arilda’s sehr empfehlen. Ein kleiner Friedhof umgibt die Kirche, es sind Bänke aufgestellt und es ist sehr ruhig hier oben. Wunderschön!!

Das Buch zum Artikel:
The Churchyard Book of Oldbury-on-Severn – A survey of the memorials with their inscriptions, situated in the upper churchyard and Church of St Arilda, Oldbury-on-Severn, South Gloucestershire. Oldbury-on-Severn Village History Group 2009. 350 Seiten. ISBN 978-0956286000.

Die hässliche Seite... - © Copyright David Exworth and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

...und die schöne Seite von Oldbury. Blick von St Arilda's auf den Severn und die Waliser Berge. - Eigenes Foto.

Published in: on 1. Februar 2012 at 02:00  Kommentare (2)  
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St Mary Aldermanbury – Eine ehemalige Londoner Kirche, die jetzt in Missouri in den USA steht

Hier stand einmal die Kirche St Mary Aldermanbury im Zentrum Londons. - © Copyright Christine Matthews and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ich habe einmal in einem Hotel in Lake Havasu City, im äußersten Westen des US-Bundesstaates Arizona übernachtet, das nur wenige Schritte von der London Bridge entfernt stand. 1968 wurde die Brücke von einem reichen amerikanischen Unternehmer gekauft, Stein für Stein in London abgetragen und in Arizona wieder aufgebaut. Neben der Brücke wurde noch ein Einkaufszentrum im Tudor-Stil errichtet. Es war schon etwas merkwürdig, in Arizona plötzlich mit einem Stück London konfrontiert zu werden.

Ähnlich erging es einer Londoner Kirche. St Mary Aldermanbury wurde 1666 von der großen Feuersbrunst zerstört, anschließend von Sir Christopher Wren wieder aufgebaut. Dann stand die Kirche einige Jahrhunderte lang friedlich im Zentrum Londons, bis sie 194o bei einem Angriff der deutschen Luftwaffe erneut komplett zerstört wurde. Dieses Mal wurde die Kirche nicht wieder aufgebaut, aber die verbliebenen Reste wurden 1966 in die Stadt Fulton im US-Bundesstaat Missouri transportiert und dienten dort, auf dem Gelände des Westminster Colleges, zum Aufbau einer neuen Kirche, die den Namen St Mary the Virgin Aldermanbury trägt.

Wie kam es dazu? Sir Winston Churchill hatte in einer Rede im Westminster College in Fulton, Missouri, am 5. März 1946 seine berühmte Iron Curtain“-Rede gehalten, in der er den Begriff “Eiserner Vorhang” prägte. 1969 entstand auf dem Campus zu Ehren des britischen Staatsmannes das National Churchill Museum.

Glücklicherweise wurde das Gelände, auf der St Mary Aldermanbury in London stand, nördlich der Guildhall, nicht mit Bürohäusern überbaut. Stattdessen wurden hier Bäume und Büsche angepflanzt und es steht hier auch ein Denkmal, auf dem die Büste Shakespeares zu finden ist, in Erinnerung an John Heminges und Henry Condell, zwei Zeitgenossen des Dichters, die maßgeblich an der Herausgabe von Shakespeares Folio beteiligt waren. Heminges und Condell lebten in der Gemeinde St Mary Aldermanbury und wurden hier auch begraben.

Seine letzte Ruhestätte auf dem Kirchhof von St Mary Aldermanbury fand auch der berühmt-berüchtigte “Hanging Judge” George Jeffreys, der am 18. April 1689 in London starb.

Das Buch zum Artikel:
Christian E. Hauer & William A, Young: Comprehensive History of the London Church and Parish of St.Mary, the Virgin, Aldermanbury – The Phoenix of Aldermanbury. Edwin Mellen Press 1994. 456 Seiten. ISBN 978-0773493902.

Plakette mit dem Bild der amerikanischen Kirche, auch auf dem Gelände von St Mary Aldermanbury in London zu finden. - © Copyright PAUL FARMER and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 10. Januar 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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St Paul’s Church in London – Die Kirche der Schauspieler

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Es gibt wohl kaum eine weitere Kirche in England, die so eng mit dem Theater und der Schauspielerei verbunden ist wie die Londoner St Paul’s Church, die auch “The Actors’ Church” genannt wird und die für den Bereich von Covent Garden zuständig ist. Nicht zu verwechseln mit der St Paul’s Cathedral!

1633 wurde die Kirche von Inigo Jones fertiggestellt, damals einer der bedeutendsten Architekten des Klassizismus. 1795 fiel die Kirche einem Feuer zum Opfer, aber man baute sie nach den Originalplänen wieder auf.

Die Verbindung zum Theater begann schon sehr früh, als 1662 ein italienisches Puppenspiel vor der Kirche aufgeführt wurde, ein Vorgänger der Punch & Judy Show, der englischen Version des Kasperletheaters. Alljährlich findet hier “The Covent Garden May Fayre and Puppet Festival” statt; am 8. Mai diesen Jahres feierte man im Garten der Kirche  Mr. Punch’s 349. Geburtstag.

Gedenkstätten finden sich in St Paul’s u.a. für Charlie Chaplin, Noel Coward, Vivien Leigh und Ivor Novello, ebenso wie die Urnen mit der Asche der Schauspielerinnen Ellen Terry und Edith Evans. Zwei berühmte Theater sind in unmittelbarer Nähe von St Paul’s: Das Theatre Royal, Drury Lane,  und das Royal Opera House.

George Bernard Shaws “Pygmalion“, Vorbild für das Musical “My Fair Lady”, beginnt übrigens unter den Säulen der Vorhalle der Kirche:
Covent Garden at 11.15 p.m. Torrents of heavy summer rain. Cab whistles blowing frantically in all directions. Pedestrians running for shelter into the market and under the portico of St. Paul’s Church, where there are already several people, among them a lady and her daughter in evening dress. They are all peering out gloomily at the rain, except one man with his back turned to the rest, who seems wholly preoccupied with a notebook in which he is writing busily“.

Und wenn man schon “The Actors’ Church” genannt wird, werden in der Kirche natürlich auch Theaterstücke und Musicals aufgeführt. Plätze für 253 Besucher sind vorhanden. St Paul’s ist also eine moderne “Mehrzweck-Kirche”, die in der Gemeinde fest verankert ist.

Wie so eine Theateraufführung in der St Paul’s Kirche aussehen kann, zeigt dieser Trailer.

St Paul’s Church
Bedford Street
London WC2E 9ED
Tel. 020 7836 5221

Das Buch zum Artikel:
Reginald Jacobs: Covent Garden – Its Romance and History. Nonsuch Publishing 2007. 144 Seiten. ISBN 978-1845883621.

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Published in: on 9. Dezember 2011 at 02:00  Kommentare (1)  
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Die All Saints’ Church in Tudeley (Kent) und Marc Chagalls Kirchenfenster

All Saints' Church in Tudeley. - © Copyright Chris Whippet and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Im Westen der Grafschaft Kent, in der Nähe von Tonbridge, liegt der kleine Ort Tudeley, dessen Kirche All Saints’  Besucher aus der ganzen Welt anzieht. Vom Äußeren her unterscheidet sich die kleine Dorfkirche nicht sehr von anderen Kirchen, die Fenster sind es, die so besonders attraktiv sind. Gestaltet wurden sie von dem berühmten französischen Maler Marc Chagall.

Wie kommt es nun, dass mitten in der englischen Provinz eine unscheinbare Kirche diese Besonderheit hat?
Sir Henry Joseph d’Avigdor-Goldsmid war ein Offizier, Banker und Politiker, der 1940 das Somerhill House erbte, das ganz in der Nähe von Tudeley steht. Sir Henry war viele Jahre im Unterhaus vertreten und beendete 1974 seine politische Karriere. 1963 traf die Familie ein Schicksalsschlag, denn am 19. September kam Tochter Sarah mit 21 Jahren bei einem Segelunglück vor der Küste von Rye ums Leben. Sir Henry und seine Frau traten an den französischen Maler Marc Chagall heran und fragten ihn, ob er in Erinnerung an ihre Tochter ein Kirchenfenster in All Saints’ in Tudeley gestalten würde. Chagall sagte zu und kam 1967 selbst zur Einweihung nach Kent. Er war von der Kirche und den Lichtverhältnissen so angetan, dass er noch weitere sieben Fenster herstellen wollte, die dann auch 1974 eingesetzt wurden. 1985 schließlich wurden, nach langem Widerstand der Kirchengemeinde, auch noch die letzten vier Fenster installiert.
Das beeindruckendste dieser Chagall-Meisterwerke ist sicher das Sarah d’Avigdor-Goldsmid gewidmete Ostfenster über dem Altar, das überwiegend in Blautönen gemalt ist.

Im Rahmen des Tudeley-Festivals finden in der Kirche auch Konzerte statt, deren Erlös u.a. für den Erhalt des Gebäudes verwendet wird.

In diesem Film kann man sich die Kunstwerke alle ansehen.

Das Buch zum Artikel:
Patrick Reyntiens: Chagall Glass at Chichester and Tudeley. University College Chichester 2002. 104 Seiten. ISBN 978-0948765780.

Das Sarah gewidmete Ostfenster. - © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Südfenster. - © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 2. Dezember 2011 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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St Martin’s Church in Bladon (Oxfordshire) – Letzte Ruhestätte von Sir Winston Churchill

Churchills Grabstätte. - © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Sir Winston Churchill kam am 30. November 1874 im Blenheim Palace, nördlich von Oxford, zur Welt, und nur wenige Kilometer entfernt, in dem Dörfchen Bladon, fand er, auf eigenen Wunsch, auf dem Kirchhof von  St Martin’s seine letzte Ruhestätte.

Churchill starb am 24. Januar 1965 in London. Am 30. Januar fand der Trauerstaatsakt  in der St Paul’s  Cathedral statt. Anschließend wurde die Leiche des berühmten Staatsmannes mit einem Sonderzug (hier historische Aufnahmen davon), dessen Lokomotive die Typenbezeichnung “SR Battle of Britain class 21C151 Winston Churchill” trug (und die heute im National Railway Museum in York steht), nach Long Hanborough in Oxfordshire gebracht und von dort zur St Martin’s Church in Bladon. Hier fand noch einmal eine Trauerfeier in engstem Familienkreis statt, die vom örtlichen Pfarrer zelebriert wurde.

Unzählige Menschen suchten seitdem die Grabstätte auf, so dass 1998 der Grabstein durch einen neuen, £350 000 teuren, ersetzt wurde und die Grabstelle neu hergerichtet werden musste. Auch 2006 war eine Renovierung des Churchill-Grabes nötig, so groß und auch zerstörerisch war der Besucherstrom.

Sir Winstons Frau Clementine starb 1977 und wurde neben ihm beigesetzt; auch Churchills Eltern, sein Bruder Jack, seine Kinder Randolph, Diana und Sarah, sowie sein Schwiegersohn Christopher Soames fanden auf dem Kirchhof von St Martin’s ihre letzte Ruhe.

Dieser Film zeigt einige Bilder von Churchills Grab.

Das Buch zum Artikel:
Roy Jenkins: Churchill – A Biography. Pan 2002. 1020 Seiten. ISBN 978-0330488051.

St Martin's in Bladon (Oxfordshire). - © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Peter’s Barge – Die einzige schwimmende Kirche Londons

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Am West India Dock im Bereich der Canary Wharf liegt sie, die einzige schwimmende Kirche Londons und wohl auch ganz Großbritanniens. St Peter’s Barge war einmal ein Frachtkahn, der auf den niederländischen Kanälen eingesetzt war, bevor er 2003 als Kirche umgebaut und von den Niederlanden nach London gebracht wurde. Die Church of England installierte dann hier einen hauptamtlichen Pastor, der von vier Mitarbeitern unterstützt wird.

Ziel der St Peter’s Gemeinde ist, den Menschen, die in der  Canary Wharf arbeiten und leben, einen Anlaufplatz zu bieten, wo sie ihrem Glauben nachgehen können. Zweimal pro Woche jeweils in der Mittagszeit werden Lunchtime Services angeboten für die Menschen, die in den großen Bürogebäuden arbeiten, während sonntags um 16 Uhr und um 18.30 Uhr Gottesdienste für diejenigen stattfinden, die hier wohnen.

Es gibt in dem ganzen Canary Wharf-Komplex keine einzige Kirche, was sicher u.a. auch an den immens hohen Mieten liegt, die hier gefordert werden, so war die Lösung mit der schwimmenden Kirche die preiswerteste. An die 100 000 Menschen arbeiten hier in den Docklands, von denen sich bis zu 60 – 70 zu den mittäglichen Andachten einfinden. Marcus Nodder, der zurzeit verantwortliche Pastor von St Peter’s Barge, ist zufrieden mit der Nutzung seiner Kirche.

Wie so ein Lunchtime Service abläuft, ist hier zu sehen.

St Peter’s Barge
West India Quay
Hertsmere Road
London E14 4AL

Zielgruppe der schwimmenden Kirche: Die in diesen Bürokomplexen der Canary Wharf arbeitenden Menschen. - © Copyright John Salmon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 22. Oktober 2011 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Die Kirche St Clement Danes (London) und der Kinderreim “Oranges and Lemons”

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St Clement Danes ist eine Kirche im Londoner Stadtteil Westminster, die nach dem Großen Feuer von London 1682 von Sir Christopher Wren wieder neu aufgebaut wurde. Ein alter Brauch auf dem Gelände der Kirche bestand darin, dass Obst, besonders Orangen und Zitronen, an bedürftige Kinder verteilt wurde; ein Brauch, der noch heute existiert (hier eine Filmaufnahme aus dem Jahr 1962).
Der Kinderreim “Oranges and Lemons” soll auf dieser alten Tradition beruhen, der folgendermaßen lautet:

Oranges and lemons”, say the bells of St. Clement’s
“You owe me five farthings”, say the bells of St. Martin’s
“When will you pay me?” say the bells of Old Bailey
“When I grow rich”, say the bells of Shoreditch
“When will that be?” say the bells of Stepney
“I do not know”, says the great bell of Bow
Here comes a candle to light you to bed
And here comes a chopper to chop off your head!
Chip chop chip chop – The last man’s dead

“Die Handlung gibt einen Dialog zwischen einem Gläubiger und einem Schuldner wieder. Letzterer hat Orangen und Zitronen gekauft, bleibt aber fünf Farthings (Viertelpennies) schuldig. Er will die Schuld bezahlen, wenn er reich geworden ist, kann aber nicht sagen, wann das sein wird. Daraufhin verliert der Gläubiger die Geduld und schickt den Scharfrichter” (so die Wikipedia).

Die Glocken der Kirche von St Clement Danes spielen die Melodie zu dem Kinderreim (hier zu hören).

St Clement Danes ist auch die Kirche der Royal Air Force, die sich besonders um den Wiederaufbau des Gotteshauses nach dem Krieg kümmerte.
1992 wurde vor der Kirche die Statue von Arthur “Bomber” Harris aufgestellt, was zu Protesten in Deutschland, aber auch in England führte, denn Harris war für die Bombardierung von Dresden verantwortlich.

© Copyright Alan Swain and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Published in: on 21. Juli 2011 at 04:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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York Minster Police – Die Kathedrale mit einer eigenen Polizeitruppe

© Copyright Kevin Rushton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

York Minster, die große Kirche in der alten Stadt York (North Yorkshire), wird täglich von tausenden von Menschen aus aller Welt besucht. Dass da eine gewisse Aufsicht sein muss, liegt auf der Hand. Ungewöhnlich ist, dass diese Aufsicht von einer eigenen Polizeitruppe wahrgenommen wird, der York Minster Police.
Schon seit 1285 werden in der Kirche Constables eingesetzt, aber nach der großen Feuersbrunst im Jahr 1829 ist eine richtige Polizeieinheit ins Leben gerufen worden, die heute aus 10 Personen besteht, unter der Führung von Steve Wilkinson.

Das York Minster wird rund um die Uhr bewacht und so werden auch nachts Patrouillengänge durchgeführt. Die Hauptaufgabe der 10 Polizisten ist natürlich vor allem, für die Sicherheit zu sorgen und auf Feuer zu achten. Weiterhin haben sie die Aufsicht über 380 Schlüssel und sind Ansprechpartner für die Touristen, die unzählige Fragen haben, z.B. wo denn das Münster ist, wenn sie direkt davor stehen.
Die Polizeiwache befindet sich auch in der Kirche und ist daran zu erkennen, dass vor der Tür zwei alte Schlagstöcke aufgehängt sind.

Es gibt übrigens weltweit nur noch eine weitere Kirche mit einer eigenen Polizeitruppe und das ist der Petersdom im Vatikan.

Einer der “Kathedralenpolizisten” von York,  John Key,  hat ein Buch über seinen Arbeitsalltag geschrieben “Close Encounters: Reminiscences of a York Minster Policeman“, das in kleiner Auflage erschien und leider vergriffen ist.

Published in: on 7. Juli 2011 at 04:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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St Clement’s Church in West Thurrock (Essex) – Eine Kirche mitten in einem Industriegebiet

St Clement's und Procter & Gamble. - © Copyright Kenneth Yarham and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Immer wenn ich von Dartford in Kent kommend durch den Tunnel unter der Themse auf der anderen Seite in Grays (Essex) herauskomme, werde ich mit einer öden, tristen Industrielandschaft konfrontiert, die von Einkaufszentren, mehrspurigen Straßen und Fabrikgebäuden dominiert wird.
Inmitten dieser zersiedelten Landschaft steht eine Kirche, St Clement’s in West Thurrock, die sich verängstigt zwischen diesen Industrieanlagen eingerichtet hat.

Seit Jahrhunderten steht diese Kirche hier, bevor die Fabriken ihr auf die “Pelle” rückten. Der Global Player Procter & Gamble, deren Gebäude direkt hinter der Kirche stehen, bekam Mitleid mit St Clement’s und nahm sie unter seine Fittiche. 1987 begannen die Renovierungsarbeiten, die von dem Konzern übernommen wurden.

1994 wurde die Kirche für Filmdreharbeiten verwendet und zwar filmte hier Regisseur Mike Newell die Beerdigungsepisode in dem Film “Four Weddings and a Funeral” (dt. “Vier Hochzeiten und ein Todesfall”) mit Hugh Grant in der Hauptrolle.

Hier ist ein Film über die Kirche zu sehen und hier die entsprechende Szene aus dem Film “Four Weddings and a Funeral”.

Published in: on 16. Juni 2011 at 04:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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The Wallingford Church Choir: The Hymns Album – Der Chor aus Oxfordshire und die britischen Charts

Zwischen The Foo Fighters und Mumford & Sons steht in dieser Woche neu in den britischen Charts die CD “The Hymns Album” des Wallingford Parish Church Choirs auf Platz 39. Eine stolze Leistung, sich als Kirchenchor gegen die geballte Macht der Popstars durchzusetzen.

Die Plattenfirma Decca Records hatte eine Aktion gestartet, bei der sie Großbritanniens besten Kirchenchor suchte und ein Ergebnis dieser Aktion ist die CD “The Hymns Album”.
Wallingford ist eine Stadt im Süden der Grafschaft Oxfordshire”. Wer regelmäßig die TV-Krimiserie “Midsomer Murders” alias “Inspector Barnaby” sieht, weiß vielleicht dass die fiktive Stadt Causton im Midsomer County in Wirklichkeit Wallingford ist. Der Kirchenchor ist übrigens schon mehrfach in verschiedenen Episoden der Krimiserie aufgetreten, z.B. in “Death in Chorus” (dt. “Tote singen nicht”).
Siehe auch mein Blogeintrag über Wallingford vom 17.12.2009.

Sue Ledger ist die Leiterin dieses zurzeit aus 52 Mitgliedern bestehenden Chores; das jüngste ist 6 Jahre alt, das älteste über 70. The Wallingford Church Choir ist für zwei Kirchen in der Stadt an der Themse “zuständig”; einmal für St. Mary-le-More und einmal für  St. Leonard’s.

Ihr erfolgreiches “The Hymns Album” enthält 15 Titel, darunter so bekannte wie “How great thou art”, “Jerusalem” und “I vow to thee my country”.
Hier ist ein Film über den Chor zu sehen.

St. Mary-le-More. - © Copyright Michael FORD and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

 

St. Leonard. - © Copyright Michael FORD and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Friends of Friendless Churches – Sie kümmern sich um “verwaiste” Kirchen

St Andrew's Church Woodwalton (Cambridgeshire). - © Copyright Chris Stafford and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Es gibt in England nicht mehr benötigte Kirchen, die entweder abgerissen bzw. als Discotheken oder Restaurants umfunktioniert worden sind. Damit dieses Schicksal nun nicht alle diese sogenannten redundanten Kirchen trifft, wurde 1957 eine Organisation gegründet, die Friends of Friendless Churches. Am 3. Juli diesen Jahres fand in London die erste Sitzung statt, in der Ivor Bulmer-Thomas, ein Parlamentsmitglied, zum Vorsitzenden gewählt wurde. Im Vorstand befanden sich Architekten, Politiker und andere einflussreiche Leute.
Das Geld für die Erhaltung der Kirchen kommt überwiegend durch Spenden und Geldsammelaktionen zusammen, aber auch aus anderen Quellen wie z.B. vom English Heritage fließt finanzielle Unterstützung in die Kasse der Organisation.
Der heutige Präsident der Friends ist Robert Gascoyne-Cecil, 7th Marquess of Salisbury; Schirmherr ist George Paget, 7th Marquess of Anglesey.

Im Besitz der Organisation sind 40 Kirchen, jeweils 20 in England und 20 in Wales. Hier einige Beispiele von einst verwaisten und von den Friends geretteten Kirchen:
St Mary Magdalene’s Church, Boveney in Buckinghamshire
St Leonard’s Church, Spernall in Warwickshire
St Andrew’s Church, Woodwalton in Cambridgeshire

Wer sich eingehender mit dem Thema beschäftigen möchte sei auf folgendes Buch hingewiesen:
Matthew Saunders: Saving Churches: Friends of Friendless Churches: The First 50 Years, im vorigen Jahr im Verlag Frances Lincoln erschienen. ISBN 978-0711230415. Das Vorwort zu dem Buch, das alle Kirchen der Friends vorstellt, schrieb übrigens der Prince of Wales.

Hier wird eine der Kirchen vorgestellt, um die sich die Friends of the Friendless Churches gekümmert haben: St. Mary in Mundon (Essex).

Published in: on 22. März 2011 at 04:00  Kommentare (1)  
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Church of the English Martyrs in Goring-by-Sea (West Sussex) – Hier gibt es die Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle zu sehen

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Besondere Berühmtheit erlangte die Sixtinische Kapelle im Vatikan durch ihre Ausschmückung mit Fresken. Die Deckenmalereien malte Michelangelo Buonarroti zwischen 1508 und 1512 im Auftrag von Papst Julius II.
Wer nicht so weit fahren möchte, um sich diese Deckengemälde anzusehen, kann auch nach Goring-by-Sea in West Sussex fahren und dort die Kirche Church of the English Martyrs besuchen. Hier schuf der englische Künstler Gary Bevans in fünfjähriger Arbeit eine exakte Kopie der Deckenmalerei der Sixtinischen Kapelle. 1993 beendete er sein Werk, das nach wie vor weltweit die einzige Kopie in voller Größe ist.

Gary Bevans, der nie eine Kunstschule besucht hat, bekam die Inspiration für sein Werk, nachdem er 1987 eine Pilgerfahrt nach Rom unternommen und sich die Sixtinische Kapelle angesehen hatte. Er besorgte sich detaillierte Unterlagen über das Michelangelo-Gemälde und kopierte es in den Abendstunden und am Wochenende, denn er war ja berufstätig und konnte die Arbeiten in der Kirche nur in seiner Freizeit ausführen.

Als die Decke mit einer feierlichen Messe am Erntedankfest 1993 eingeweiht wurde, erhielt Gary Bevans eine spezielle Medaille ausgehändigt, die ihm der damalige Papst Johannes Paul II zukommen ließ, in Anerkennung für sein künstlerisches Schaffen für die Katholische Kirche.

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