Hartwell House (Buckinghamshire) – Ludwig XVIII, die G7-Finanzminister und ein Country House Hotel

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Am 10. und 11. Mai diesen Jahres trafen sich die G7-Finanzminister in England und als Tagungsort suchte der Gastgeber, Finanzminister George Osborne, das Hartwell House aus, ein Hotel, das westlich vor den Toren von Aylesbury in Buckinghamshire liegt. Keine schlechte Wahl, denn dieses luxuriöse Country House Hotel kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Diese hier detailliert wiederzugeben, würde den Umfang meines Blogs sprengen, so möchte ich nur auf die Zeit von 1809 bis 1814 hinweisen, in der der Bruder des französischen Königs Ludwig XVI. hier im Exil lebte. Der spätere Ludwig XVIII. wohnte im Hartwell House zusammen mit seiner Frau Luise Maria Josepha von Savoyen, seiner Nichte, der Herzogin von Angoulême, und seinem Bruder, dem Comte d’Artois (der spätere Karl X.).

Auch Hartwell House hatte viele verschiedene Besitzer gehabt, bis es zu einem Country House Hotel umgebaut wurde und heute zu der Gruppe der Historic House Hotels of the National Trust gehört (zusammen mit Middlethorpe Hall in North Yorkshire und Bodysgallen Hall in Wales).

Die Finanzminister und die Notenbankchefs der größten Industrienationen der Welt hatten wahrscheinlich nicht viel Zeit gehabt, die Atmosphäre des Hotels zu genießen. Hartwell House verfügt über einige großartige Räumlichkeiten wie die Great Hall, den Morning Room und die Bibliothek. Sehenswert ist auch das Treppenhaus, das zu den Zimmern und Suiten hinaufführt. Da gibt es die Superior Royal Bedrooms, die Royal Four Poster Rooms und als Krönung die beiden Royal Suites. Welcher Minister in welchem Zimmer geschlafen hat, habe ich leider nicht herausbekommen können.

Daniel Richardson ist schon über 13 Jahre Chefkoch im Hause und sein Restaurant hat von der Automobile Association zwei Rosetten bekommen.

Wer im Hartwell House wohnt, kann in den ausgedehnten, von Capability Brown entworfenen Park- und Gartenanlagen spazierengehen, in denen man kleine Kanäle, Tempel und einen Obelisken bewundern kann.

Die Übernachtungspreise beginnen bei £290 für ein Standard-Doppelzimmer und enden bei £700 für die Lee Suite. Günstiger als im Haupthaus kann man im Hartwell Court wohnen, das sind umgebaute ehemalige Ställe; da beginnen die Doppelzimmerpreise bei £205.

Dieser Film zeigt eine der beeindruckenden Suiten im Hartwell House Hotel und hier sind die öffentlichen Räumen zu sehen.

Hartwell House
Hotel, Restaurant and Spa
Oxford Road
Near Aylesbury
Buckinghamshire
HP17 8NR
Tel. 01296 747444

Mentmore Towers in Buckinghamshire und die dort gedrehten Musikvideos

   © Copyright Rob Farrow

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Das großartige Country House Mentmore Towers ist eines jener Besitztümer der Rothschild-Familie, die hier im Vale of Aylesbury in Buckinghamshire zu finden sind wie u.a. das Waddesdon Manor oder Tring Park. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es für Mayer Amschel de Rothschild gebaut, der nicht allzu lang darin wohnte. Der Besitz blieb in Familienhand bis zum Jahr 1973, als es dem Staat für zwei Millionen Pfund angeboten wurde. Doch der wollte Mentmore Towers für diesen Schnäppchenpreis nicht erwerben, und so kamen die wertvollen Kunstgegenstände des Hauses unter den Hammer und erzielten über sechs Millionen Pfund.

1978 zog die Maharishi Foundation ein, die es 1997 wieder zum Verkauf anbot. Der superreiche Geschäftsmann Simon Halibi übernahm Mentmore und wollte daraus ein Luxushotel machen, ein Plan, der in letzter Minute durch einen Einspruch gestoppt wurde. Halibi ist mittlerweile bankrott; Mentmore Towers gehört ihm wohl aber immer noch. Die Zukunft des Anwesens ist unklar.

Dass ein so großartiges Haus für Filmemacher verlockend ist, liegt auf der Hand und so wurden hier zahlreiche Filme gedreht wie “Eyes Wide Shut” (1999) mit Tom Cruise, “Johnny English” (2003) mit Rowan Atkinson oder “Batman Begins” (2005) mit Christian Bale und Michael Caine.

Auch einige Musikvideos wurden in Mentmore Towers gedreht. Drei davon möchte ich hier kurz vorstellen:

1982 nahm Howard Guard das Musikvideo zu Roxy MusicsAvalon” auf, von Bryan Ferry geschrieben und auch von ihm gesungen. In dem Video bekommt man schon einen Eindruck von den riesigen Räumen von Mentmore.

1991 folgte Enya, die hübsche Irin mit der wunderschönen Stimme, und sang ihr “Only If” unter der Regie von Dan Nathan.

1998 eroberten die Spice Girls Mentmore Towers und nahmen hier am 1. und 2. November das Video zu ihrem Song “Goodbye” auf. Man beachte die Autos am Beginn des Videos auf der Fahrt zu Mentmore: es handelt sich hier um einen 1957 Cadillac Fleetwood 75, einen 1941 Cadillac Fleetwood 75, einen 1955 Imperial Newport und einen 1958 Imperial Crown.

Dieser Film zeigt einen Rundflug über Mentmore Towers, das südlich von Leighton Buzzard liegt, etwa 2 Kilometer von der Bridego Bridge entfernt, da wo am 8. August 1963 der legendäre Postzugraub stattfand (ich berichtete in meinem Blog über diese Stelle)

Toddington Manor in Gloucestershire – Ein großartiges Haus am Rande der Cotswolds

   © Copyright Dave Bushell

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Erstmals wurde ich auf das Toddington Manor durch die gruseligen Schwarz-Weiß-Fotos von Simon Marsden in dessen Buch “Phantom of the Isles: Further Tales from the Haunted Realm” (1990) aufmerksam. Dieses riesige Gebäude musste ich einfach sehen, also fuhr ich in das kleine Dorf Toddington in Gloucestershire. Dort konnte ich leider nur von der Toreinfahrt einen Blick auf das Manor House werfen, denn es war alles abgezäunt. Das 330-Zimmer-Haus stand schon lange Zeit leer und begann langsam zu verfallen. Dass dieses im Gothic Revival-Stil zwischen 1819 und 1840 erbaute, unheimlich wirkende Gebäude auch seine Geistergeschichten hat, liegt auf der Hand. So berichtet Simon Marsden von zwei Einbrechern, die einmal nachts das Gelände in panischer Flucht verlassen haben sollen, als sie einem Wesen begegneten, das halb skelettiert war.

Wenn man das Toddington Manor zum ersten Mal sieht, denkt man unwillkürlich an das Londoner Parlamentsgebäude und das kommt nicht von ungefähr, denn der Erbauer von Toddington, Charles Hanbury-Tracy, der erste Lord Sudeley, war 1836 der Vorsitzende der Kommission, die über den Neubau des britischen Parlaments entscheiden musste. Den Zuschlag bekam damals der Architekt Charles Barry, der sich mit seinem neugotischen Entwurf gegen 96 Konkurrenten durchsetzen konnte. Charles Hanbury-Tracy nahm diese Stilelelemente in den Bau seines Hauses auf.

Seine Erben konnten sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts den Unterhalt des riesigen Anwesens nicht mehr leisten und so wurde Toddington Manor verkauft. Die Besitzer wechselten, bis es dann 1939 von der National Union of Teachers erworben wurde. Im zweiten Weltkrieg zog die US-Armee in das Haus, danach wurden hier Militärfahrzeuge geparkt.
Von 1948-1972 gehörte Toddington der Congregation of Christian Brothers, einem Laienorden in der römisch-katholischen Kirche. In den 1980er Jahren war hier eine Privatschule untergebracht und dann stand das Haus 20 Jahre lang leer, verfiel immer mehr…bis der Künstler und Multimillionär Damien Hirst Toddington entdeckte und 2005 kaufte. Nachdem schon vorher die Sängerin Madonna und die Band The Prodigy Interesse an Toddington Manor gezeigt, dann sich aber doch anders entschieden hatten, griff der umstrittene Künstler zu, der durch einen in Formaldehyd eingelegten Tigerhai berühmt wurde. Seitdem steckt Hirst Millionen in den Umbau des Hauses, das einmal zu einer riesigen Galerie für seine Werke werden soll.

Ich persönlich hätte es für schöner gefunden, wenn Toddington Manor zu einem Luxushotel umgebaut worden wäre (konkrete Angebote gab es, scheiterten aber u.a. am Widerstand der Dorfbewohner), dann wäre man in den Genuss gekommen, in diesem imposanten Gebäude einmal wohnen zu können, so ist es jetzt in den Händen eines Einzelnen und was der daraus macht…

Toddington Manor wird unter der Regie von Damien Hirst umgebaut.    © Copyright Roger Davies

Toddington Manor wird unter der Regie von Damien Hirst umgebaut.
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Nur bis hierher zum Eingang gelangte ich damals in Toddington.    © Copyright Jonathan Billinger

Nur bis hierher zum Eingang des Manor Houses gelangte ich damals in Toddington.
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Park Place bei Remenham (Berkshire) – Ein £140 Millionen-Haus, in dem schon die “Girls von St Trinian” ihren Unfug trieben

Eine historische Aufnahme von Park Place. This image (or other media file) is in the public domain because its copyright has expired.

Eine historische Aufnahme von Park Place.
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Eines der teuersten Häuser, die jemals außerhalb von London verkauft wurden, steht vor den Toren von Henley-on-Thames bei Remenham: Park Place. Das riesige Haus mit einer Wohnfläche von über 2700 m2 wurde im Jahr 2011 für £140 Millionen von dem Russen Andrei Borodin gekauft.

Park Place wurde im 17. Jahrhundert erbaut und kann auf eine wechselhafte Geschichte zurückblicken. Zu den Besitzern des Hauses gehörten u.a. Frederick, Prince of Wales, der Vater von König Georg III, der erste Earl of Malmesbury und der Farbenfabrikant John Noble. Dann diente Park Place einige Jahre lang als Internat, wurde wieder verkauft und sollte als Country Club umgebaut werden, was aber nicht zugelassen wurde. Nachdem das beeindruckende Gebäude oberhalb der Themse eine Zeit lang leer stand, wurde es von einem Bauunternehmer gekauft, der über £100 Millionen in das Haus investiert haben soll und es dann an Andrei Borodin verkauft hat.

Zu Park Place gehören noch mehrere Cottages, ein Reitstall, ein Bootshaus an der Themse, zwei Golfplätze und riesige Parkanlagen; Mr. Borodin wird sich auf seinem Anwesen also sicher nicht langweilen.

Wer den Film “ St Trinian’s” (dt. “Die Girls von St Trinian”) gesehen hat, der im Jahr 2007 gedreht wurde, erinnert sich vielleicht noch an das Schulgebäude, in dem das Internat für die aufsässigen junge Damen untergebracht war; das war Park Place. Davor fand z.B. das Hockeyspiel statt, das zwischen St Trinian’s und dem Cheltenham Ladies’s College ausgetragen wurde.

Das Bootshaus von Park Place an der Themse.    © Copyright Derek Harper

Das Bootshaus von Park Place an der Themse.
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Tutbury Castle – Die Spukburg in Staffordshire

   © Copyright M J Richardson

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In seiner fast tausendjährigen Geschichte hat das Tutbury Castle sehr viel erlebt. Zahlreiche Könige und Königinnen waren hier zu Gast wie Charles I und Charles II (freiwillig) oder Maria Stuart (unfreiwillig; sie war hier dreimal gefangengehalten). Maria Stuart hasste die Burg und nannte sie ” a vile place exposed to all the winds and injuries of heaven“.

Von den einstigen Burganlagen sind heute nur noch Reste übriggeblieben, die es aber in sich haben, denn die Ruinen gelten in den Kreisen der Geisterjäger als “very haunted“; ja, diese Leute geben sich hier praktisch die Klinke in die Hand, denn es gibt nicht viele Burgen und Schlösser in England, in denen so viele Geistererscheinungen protokolliert worden sind. Allein in den Jahren 2000 bis 2003 sollen es über 250 gewesen sein. Sie konzentrieren sich auf zwei Räume, auf die Great Hall und auf den King’s Bedroom; vor allem das kahl wirkende Schlafzimmer war so schlimm, dass man es eine Zeit lang für die Öffentlichkeit schließen musste. Einige Besucher wurden beim Betreten des Raumes ohnmächtig oder ihnen wurde übel und viele verließen ihn fluchtartig.

Das Team der TV-Show “Most Haunted” des Senders LivingTV mit Yvette Fielding und Derek Acorah besuchte auch das Tutbury Castle und was sie nachts in der Burg alles erlebten, kann man hier sehen. Mit dabei war auch der “Spukhistoriker” Richard Felix, der später noch einmal allein hierher kam und einen Film über die Geschichte und die Geister der Burg drehte (hier zu sehen).

Der Eigentümer des Tutbury Castles, das Herzogtum von Lancaster, stellte 1999 eine neue Kuratorin ein, die sich um die Anlage kümmern sollte. Leslie Smith war so erfolgreich in ihrer Arbeit, dass sie die Besucherzahlen um das zwölffache steigern konnte. Sie schlug natürlich auch aus dem Ruf der Burg als Spukort Kapital und so bietet sie das ganze Jahr über Veranstaltungen an wie eine “Tutbury Castle Ghost Hunt with Supper” (gerade erst am 22. März) oder “The Great Tutbury Castle Ghostover” (am 8. Juni). Die Kuratorin ist häufig als Maria Stuart anzutreffen, die sie in einem dem Original nachempfundenen Kostüm verkörpert. Einige Jahre wirkte sie auch im “Most Haunted”-Team mit. Leslie Smiths neue Idee: Sie wird, erstmals am 28. März, in die Rolle der  ehemaligen Premierministerin Margaret Thatcher  schlüpfen. “Buffet and talk with Margaret Thatcher” nennt sich das Event der umtriebigen Kuratorin.
Am 7. April wird auf dem Gelände der Burg eine Hochzeitsmesse abgehalten (heiraten kann man hier auch) und vom 4. bis zum 6. Mai findet ein Piratenwochenende statt. Also: Leslie Smith stellt im Tutbury Castle so einiges auf die Beine.

Wer die Burg einmal besuchen möchte, sie liegt an der A511 zwischen Burton-on-Trent und Uttoxeter. Zu empfehlen ist ein Zwischenstopp im Dog and Partridge in der High Street  von Tutbury, einem sehr schönen Fachwerk-Pub aus dem 15. Jahrhundert.

Tutbury Castle
Castle Street
Tutbury
Burton-on-Trent
Staffordshire
DE13 9JF
Tel: 01283 812129

The Dog and Partridge in der High Street von Tutbury.   © Copyright Dave Bevis

The Dog and Partridge in der High Street von Tutbury.
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Highclere Castle (Hampshire) – Was Sie (vielleicht) schon immer über den Drehort von “Downton Abbey” wissen wollten

Author: JBUK_Planet.This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

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Seit die international erfogreiche TV-Serie “Downton Abbey” hier im Highclere Castle in der Grafschaft Hampshire gedreht wurde bzw. noch gedreht wird (zurzeit ist die 4. Staffel in Arbeit), können sich die Besitzer des Schlosses, der Earl und die Countess of Carnarvon nicht über schwindende Besucherzahlen beklagen. Busweise werden die Downton Abbey-Fans aus aller Welt hierher gekarrt und viele hegen sicher die stille Hoffnung, bei der Besichtigungstour irgendwo auf Lady Mary, Cousin Matthew (Dan Stevens, der Matthew verkörperte, dreht ja nicht weiter und ist zuletzt im Christmas Special 2012 zu sehen) oder auf Robert Crawley, den Earl of Grantham, zu stoßen.

Die Kasse klingelt bei den Carnarvons mehr denn je und das Geld kann natürlich jeder, der über ein so großes Anwesen verfügt, dringend brauchen, denn die Unterhaltskosten sind sehr hoch.

Wer sich detailliert über die Geschichte von Highclere Castle informieren möchte, kann dies an anderer Stelle tun; ich habe hier einmal einige (hoffentlich) interessante Fakten und Trivia zusammengetragen.

- In den Jahren 1839 bis 1842 hat der Architekt Sir Charles Barry Highclere Castle erweitert und nach den Wünschen vom 3. Earl of Carnavon umgebaut. Barry wurde vor allem berühmt durch den Wiederaufbau des Westminster-Palastes in London. Auch die heutige Form des Trafalgar Squares verdanken wir ihm.

- Den Park des Schlosses entwarf einer der bedeutendsten englischen Landschaftsarchitekten: Capability Brown. Weitere bekannte Parkanlagen, für die Brown vernatwortlich zeichnete: Blenheim Palace, Broadlands, Kew Gardens und Stowe.

-Der 5. Earl of Carnarvon entdeckte 1922 zusammen mit dem Archäologen Howard Carter das Grab des ägyptischen Königs Tutankhamun.

- Der berühmte Komponist von Musicals Andrew Lloyd Webber wollte Highclere Castle kaufen, obwohl das Schloss gar nicht zum Verkauf stand. Webber, dessen Haus Sydmonton Court ganz in der Nähe liegt, wollte in dem Familienschloss der Carnarvons seine umfangreiche Gemäldesammlung unterbringen. Der Schätzpreis von Highclere Castle dürfte etwa bei £150 Millionen liegen. Für Herrn Webber offenbar kein Problem. Die Carnarvons waren “not amused”.

- Highclere Castle ist für Hochzeiten sehr beliebt, allerdings nur für Paare mit gut gefülltem Bankkonto. Der Fußballstar Thierry Henry heiratete hier das Fotomodell Nicole Merry; auch das Fotomodell Katie Price ehelichte am 10. September 2005 im Schloss den Sänger Peter André. Beide Ehen sind inzwischen geschieden worden. Wie so eine Hochzeit auf Highclere aussehen kann, zeigt dieser Film.

- Vor “Downton Abbey” wurden hier auch schon andere Filme gedreht wie z. B. wie :
- “Pride and Prejudice” (dt. “Stolz und Vorurteil”) mit Keira Knightley im Jahr 2005
- “King Ralph” (dt. “King Ralph”) mit Peter O’Toole und John Hurt (1991)
- “The Four Feathers” (dt. “Die vier Federn”) mit Heath Ledger und Kate Hudson (2002)
- “Eyes Wide Shut” (dt. “Eyes Wide Shut”) mit Tom Cruise und Nicole Kidman (1999).

- Ich bewunderte das Highclere Castle auch in der witzigen, auf P.G. Wodehouses Erzählungen basierenden TV-Serie “Jeeves and Wooster” (dt. “Jeeves and Wooster – Herr und Meister”) mit Stephen Fry und Hugh Laurie (1990 – 1993). Highclere Castle fungiert in der Serie als Totleigh Towers, das Landhaus von Sir Watkyn Bassett, dessen Tochter Madeline der irrigen Ansicht ist, dass Bertie Wooster sie heiraten will. Hier ist Teil 1 der Episode “Trouble at Totleigh Towers” zu sehen.

- In diesem Jahr findet auch wieder The Battle Proms Concert direkt vor dem Highclere Castle statt und zwar am 3. August. Das New English Concert Orchestra unter der Leitung von Douglas Coombes spielt von 19.30 Uhr bis 22 Uhr bekannte Werke der klassischen Musik. Gekrönt wird der Abend wie immer mit einem großen Feuerwerk.

- Hier ist der Film “Behind the scenes at Downton Abbey“, ein Blick hinter die Kulissen des Highclere Castles.
Teil 1 Teil 2 Teil 3

- Über die Öffnungszeiten und die Preise für dieses Jahr kann man sich hier informieren.

- Über das Buch  Lady Almina and the Real Downton Abbey: The Lost Legacy of Highclere Castle” von The Countess of Carnarvon berichtete ich bereits in meinem Blog.

Highclere Castle
Highclere Park
Newbury
RG20 9RN

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Published in: on 13. März 2013 at 02:00  Kommentare (2)  
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Hammerwood Park (West Sussex) – Ein Haus mit einer wechselvollen Geschichte

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Vor den Toren der Stadt East Grinstead in West Sussex liegt ein Haus, das auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken kann: Hammerwood Park. Der Erbauer war niemand anderes als Benjamin Latrobe (1764-1820), dem späteren “Father of American Architecture”; so genannt, weil er maßgeblich am Bau des Capitols und des Weißen Hauses in Washington D.C. beteiligt war.

1794 baute Latrobe also Hammerwood House im Greek Revival-Stil und der erste Bewohner war ein gewisser John Sperling. Das Haus wechselte mehrfach die Besitzer und wurde im Zweiten Weltkrieg von der Armee in Beschlag genommen, die es als Wohnheim für 200 Soldaten umfunktionierte. Die nächsten Besitzer bauten Hammerwood Park in elf Appartments um, die aber meist leer standen. Latrobes schönes Haus verfiel langsam, bis es 1973 von der englischen Rockgruppe Led Zeppelin gekauft wurde, die darin ein Aufnahmestudio errichten wollte. Gleichzeitig sollten hier die Bandmitglieder mit ihren Familien einziehen; Platz war ja genug vorhanden. Aber aus den Plänen wurde nichts, da Led Zeppelin auf Grund vieler Auslandstourneen selten vor Ort waren und Hammerwood Park so stark von Hausschwamm befallen war, dass die Rocker keine große Lust mehr hatten, sich hier aufzuhalten. So machten sie das Haus 1976 dicht und es gammelte langsam vor sich hin.
1982 wurde es in der Zeitschrift “Country Life” zum Verkauf angeboten; mit Erfolg, denn ein junger Mann namens David Pinnegar übernahm es und stürzte sich in die umfangreichen, dringend benötigten Renovierungsarbeiten, die so gut ausfielen, dass Hammerwood Park mehrere Auszeichnungen dafür bekam.

Heute kann man das Haus zu bestimmten Zeiten auch besichtigen und es stehen sogar zwei Zimmer zur Verfügung, in denen man übernachten kann (£90 bzw. £120 pro Nacht). David Pinnegar stellt Hammerwood Park auch gern für Filmaufnahmen zur Verfügung. 2009 drehte man hier den Thriller  “Knife Edge” (dt. “Knife Edge – Das zweite Gesicht”) mit Hugh Bonneville in der Hauptrolle (den wir als Robert, Earl of Grantham aus der TV-Serie “Downton Abbey” kennen). Ein Jahr später wurden hier einige Szenen des Films “London Boulevard” (dt. “London Boulevard”) mit Keira Knightley und Colin Farrell gedreht. Auch für Musikvideos wurde Hammerwood Park verwendet. Beispiele: “The Flood” von Cheryl Cole und “Growing on me” von The Darkness.

Published in: on 27. Dezember 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Hatchlands Park (Surrey) – Hier befindet sich eine einzigartige Sammlung von Tasteninstrumenten

   © Copyright Peter Trimming

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Hatchlands Park in Surrey liegt an der A246, die von Guildford nach East Horsley führt, in der Nähe des Ortes East Clandon. Das National Trust-Besitztum wird von vielen besucht, die sich die von Humphry Repton gestalteten Gärten ansehen möchten. Repton war einer der ganz großen Landschaftsarchitekten im 18./ 19. Jahrhundert, der u.a. für die Gärten von Dyrham Park, Harewood House und Longleat zuständig war. Auch das Innere des Landhauses kann sich sehen lassen, wurde es doch von dem berühmten Innenarchitekten Robert Adam ausgestaltet.

Doch einer der Hauptgründe für einen Besuch von Hatchlands Park dürfte die Cobbe Collection sein, eine der größten und interessantesten Sammlungen von Tasteninstrumenten weltweit. Das Besondere daran ist sicher auch, dass viele der hier aufbewahrten Instrumente von berühmten Komponisten gespielt wurden. Hier sind einige Beispiele:

-  Ein Grand Pianoforte aus dem Jahr 1836 gehörte einmal Gustav Mahler.
-  Ein weiteres wurde früher von Frédéric Chopin gespielt.
-  Ein Tafelklavier, das 1844 in London gebaut wurde, war einmal im Besitz von Edward Elgar.
-  Ein sogenanntes “Upright Piano” hatte die Ehre, von Franz Liszt gespielt zu werden.

Es werden noch viele weitere Schätze in der Cobbe Collection präsentiert wie z.B. ein Klavier, das 1787 in Paris für Marie Antoinette angefertigt wurde und zwei Cembalos aus den Jahren 1622 und 1623.

Wer diese wertvollen Instrumente auch einmal hören möchte, der kann dies bei einem der zahlreichen Konzerte tun, die hier im Music Room veranstaltet werden.
Der Unterhalt und die Pflege dieser Instrumente ist sehr teuer und daher ist man natürlich für finanzielle Unterstützung sehr dankbar. Die Londoner Chopin Society und die Elgar Society haben beispielsweise die Kosten für bestimmte Klaviere für einige Jahre übernommen, aber jeder andere kann das auch tun und zwar im Zuge des “Adopt an Instrument“-Plans. Die Kosten für ein Jahr liegen in etwa zwischen £200 und £1600.

Hatchlands Park ist in der Regel zwischen dem 1. April und dem 31. Oktober geöffnet.

Dieser Film informiert über Hatchlands Park und dieser Film zeigt einen Ausschnitt aus einem Konzert im Music Room.

Hatchlands Park
East Clandon
Guildford, GU4 7RT
Tel. 01483 222482

Bawdsey Manor (Suffolk) – Wo das Radar entwickelt wurde

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Schöner kann ein Herrenhaus eigentlich kaum liegen: Wo der River Deben in die Nordsee mündet, ein Katzensprung von Felixstowe entfernt, steht an der Küste Suffolks das Bawdsey Manor, von dem man einen sehr schönen Blick auf das Meer hat.

William Cuthbert Quilter, Parlamentsmitglied für Süd-Suffolk,  erwarb 1873 hier ein großes Grundstück und baute darauf dieses Haus, das er im Laufe der Jahre immer mehr erweiterte und das sich aus unterschiedlichen Baustilen zusammensetzt. Die Dame des Hauses, Lady Quilter, nahm sich der Gestaltung der Gärten an. Hier findet man einen Secret Garden, einen viktorianischen Küchengarten, einen italienischen Garten und einen französischen Garten.

1936 wurde Bawdsey Manor vom britischen Verteidigungsministerium übernommen und man installierte hier eine streng geheime Forschungsabteilung, in der Sir Robert Watson Watt mit seinem Team die Radar-Technologie entwickelte. Der 2. Weltkrieg stand vor der Tür und man benötigte in England dringend Frühwarnanlagen mit denen man herannahende, feindliche Flugzeuge erkennen konnte. Hier im Bawdsey Manor entwickelte man die erste Küstenradarstation des sogenannten Chain-Home-Systems.
Bis 1994 blieb das Herrenhaus im Besitz des Verteidigungsministeriums, dann wurde es an die gegenwärtigen Besitzer, die Toettchers, verkauft.

An einigen wenige Tagen im Jahr kann man an einer geführten Tour teilnehmen, die das Manor House und die Gärten, sowie ein Mittagessen umfasst. Fünf Stunden dauert diese Tour und kostet £28.50. In diesem Jahr sind noch drei Termine vorgesehen: Am 12. und 19. September und am 10. Oktober.

Im sogenannten Transmitter Block, der auch nur wenige Tage im Jahr geöffnet ist, kann man sich die “The Magic Ear“-Ausstellung ansehen, die über die Entwicklung des Radars informiert.

Bawdsey Manor
Bawdsey Quay
Woodbridge Suffolk IP12 3AZ
Tel. 01394 412396

Das Buch zum Artikel:
Kinsey Gordon: Bawdsey Birth of the Beam – The History of R.A.F. Stations Bawdsey and Woodbridge. Terence Dalton 1983. 206 Seiten. ISBN 978-0861381050.

Published in: on 30. August 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Ashdown House in Oxfordshire, der National Trust und Pete Townshend

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William, der erste Earl von Craven, baute im 17. Jahrhundert für Elisabeth Stuart, die Königin von Böhmen, ein Haus in den Berkshire Downs, das als Zufluchtsort dienen sollte, denn die Pest war in London auf dem Vormarsch. Doch die “Winterkönigin”, wie sie auch genannt wurde, starb im Jahr des Baubeginns 1662.

Ashdown House wechselte im Laufe der Jahrhunderte häufig die Besitzer, wurde im Zweiten Weltkrieg für die Armee requiriert und begann anschließend allmählich zu verfallen, bis es 1956 vom National Trust übernommen wurde.

Der Trust verpachtete Ashdown House, und der neue Pächter seit 2010 ist ein Urgestein der britischen Rockmusik: Pete Townshend, Gitarrist und Songschreiber der Rockband The Who, die in 1960er und 1970er Jahren international zu den ganz Großen gehörte.

Townshend pachtete das Landhaus für 41 Jahre und bezahlte dafür £4,5 Millionen, musste aber auch einige Auflagen auf sich nehmen. An zwei Tagen in der Woche muss das Haus für die Öffentlichkeit zugänglich sein, die natürlich nur bestimmte Bereiche besichtigen darf.  So kann man mittwochs und samstags zwischen 14 und 17 Uhr an geführten Touren teilnehmen, bei denen die Hall, die große Treppe und das Dach gezeigt werden.

Ashdown House liegt sehr ruhig und abgelegen, einige Kilometer von Lambourn entfernt; zu dem Anwesen gehören große Parkanlagen, ein Tennisplatz, ein 18m langer Swimmingpool und einige Cottages. Wenn Pete Townshend und seine Freunde mal wieder Lust haben, so richtig laut Musik zu machen, so werden sie mit Sicherheit niemanden weit und breit stören.

Hier ist Pete Townshend bei der Vorstellung seiner Autobiografie “Who I am” (erscheint am 11. Oktober 2012 in England und am 8. November auf Deutsch).

Ashdown House
Lambourn
Newbury, Berkshire, RG17 8RE
Tel. 01793 762209

Das zu besichtigende Dach von Ashdown House, von dem man einen sehr schönen Ausblick hat.
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Published in: on 19. Juli 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Camden Place bei Chislehurst (Kent) – Ein Haus, das schon vieles erlebt hat

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Camden Place

, vor den Toren Londons in der Grafschaft Kent gelegen, ist der ganze Stolz des Chislehurst Golf Clubs, denn es fungiert als deren Clubhaus. Auch Hochzeitspaare lieben dieses sehr schöne Haus, das man für entsprechende Feiern mieten kann. Die Imperial Lounge oder der Eugenie Room bieten genau die richtige Atmosphäre, die man für den schönsten Tag des Lebens gern haben möchte.

Doch nicht jeder, der hier feiert wird wissen, was sich im Camden Place schon alles abgespielt hat.
Im frühen 17. Jahrhundert wurde es erbaut und immer wieder von späteren Besitzern umgestaltet und erweitert. Im Jahr 1813 erlebte Camden Place eine Katastrophe. Der damalige Besitzer, ein gewisser Thomas Bonar, wurde am 31. Mai 1813 zusammen mit seiner Ehefrau von einem ihrer Diener, Philip Nicolson, ermordet. Ein Motiv war nie erkennbar. Nicolson wurde nach seiner Flucht in London gefasst und für die beiden Morde gehängt. Dieser Mordfall sollte später Sir Arthur Conan Doyle zu seiner Sherlock Holmes-Geschichte “The Adventure of the Abbey Grange” (dt. “Abbey Grange”) inspirieren.

Im Jahr 1860 kaufte der frankophile Nathaniel Strode das Haus und gab Camden Place einen französischen “Touch”. Als Napoleon III und seine Frau Eugenie ins Exil gehen mussten, bot Strode seinen schönen Landsitz an und  die beiden lebten hier, gemeinsam mit ihrem Sohn, in der ländlichen Idylle. 1873 starb Napoleon III in Camden Place und er wurde auf dem Kirchhof der St Mary’s Church in Chislehurst beigesetzt, wo übrigens auch sein Sohn liegt, der 1879 während des Zulu-Krieges gefallen war. 1881 verließ Kaiserin Eugenie Camden Place und begab sich nach Farnborough in Hampshire.

Nathaniel Strode ging daraufhin wieder auf seinen Landsitz zurück. Nach seinem Tod im Jahr 1890 wurde das Anwesen an William Willett verkauft, der als Erfinder der Sommerzeit gilt (und der Ur-Ur-Großvater des Coldplay-Sängers Chris Martin ist).

Camden Place hat also eine interessante Geschichte hinter sich und erfreut sich heute an Brautpaaren und Golfern.

Camden Place
Camden Park Road
Chislehurst
Kent BR7 5HJ

St Mary’s Church in Chislehurst, letzte Ruhestätte von Napoleon III. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Ian Capper

Published in: on 9. Juli 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Cragside House bei Rothbury (Northumberland) – Das Haus eines genialen Erfinders

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William George Armstrong, 1. Baron Armstrong war ein genialer Erfinder und außerordentlich erfolgreicher Industrieller. Geboren wurde er 1810 in Newcastle-on-Tyne, am 27.12.1900 starb er auf seinem Landsitz Cragside House bei Rothburyin Northumberland. Seinen Reichtum erwarb er sich in erster Linie durch die Herstellung von Waffen, so erfand er die nach ihm benannte Armstrong-Kanone. Als Armstrong starb, waren in seinen Unternehmen über 20 000 Menschen beschäftigt.

Cragside House wurde 1863 erbaut und Armstrong verwandelte seinen Landsitz immer mehr zu einem “Palace of a modern magician“. Er erfand immer neue Dinge und versuchte sie in seinem Haus einzubauen. Während er einmal im Dee angelte, kam ihm die Idee, Wasserkaft in elektrische Energie umzuwandeln. Genau das tat er dann auch 1868 und versorgte Cragside als erstes Haus in der ganzen Welt mit aus Wasserkraft gewonnener Energie. Er betrieb damit u.a. einen Fahrstuhl und in der Küche einen rotierenden Bratspieß. In Cragside fand man damals schon eine Geschirrspülmaschine, fließendes kaltes und warmes Wasser und ein Türkisches Bad.

Armstrong lud einige Berühmtheiten in seinen “Zauberpalast” ein, so staunten u.a. der Schah von Persien und der König von Siam über die Erfindungen des Industriellen; auch der spätere König Edward VII und seine Frau Alexandra statteten Cragside einen Besuch ab.

Das im Tudor Revival Stil erbaute Haus wurde 1977 vom National Trust übernommen und 2007 generalüberholt. Das Haus und die ihn umgebenden Gärten (hier findet sich auch einer der größten Steingärten Europas) sind zu besichtigen (für den stolzen Preis von £14.60 pro Person).

Die BBC-Dokumentationsserie “Abroad Again in Britain“, von Jonathan Meades präsentiert, stellte Cragside vor. Hier ist der erste Teil zu sehen.

Cragside House
Rothbury
Morpeth NE65 7PX
Tel.  01669 620333

Das Buch zum Artikel:
Henrietta Heald: William Armstrong – Magician of the North. Northumbria Press 2010. 320 Seiten. ISBN 978-1904794493.

Published in: on 30. Mai 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Upton Hall (Nottinghamshire) – Uhren, Uhren, Uhren…

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An der A612 in Upton (Nottinghamshire) liegt Upton Hall, in der sich alles um das Thema “Uhren” dreht, denn das Haus ist seit 1972 Sitz des British Horological Institutes (BHI), einer 1858 gegründeten Organisation, die sich mit dem Herstellen, der Reparatur und der Pflege von Uhren beschäftigt.

Upton Hall beherbergt eine Spezialbibliothek mit über 5000 Bänden und ist wohl eine der größten “Uhren-Bibliotheken” der Welt. Weiterhin gibt es hier ein Uhren-Museum zu besichtigen, das allerdings nur an wenigen Tagen des Jahres für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Simon Jenkins beschreibt in seinem Buch “England’s Thousand Best Houses” Upton Hall lautmalerisch sehr schön so:
“The place is a pandemonium of ticking, whirring, bonging, burping and chiming. On the hour, all hell breaks loose. The clocks include grandfather, grandmother, pendulum, carriage, railway, alarm, wrist, quartz, talking, digital and doubtless others”.

Das BHI führt in Upton Hall Seminare durch (z.B. “Replacing Damaged Pivots in Clock & Watches” oder “The Modern Watch Escapement”) , es finden hin und wieder Auktionen statt und es werden Feste veranstaltet wie demnächst die Summer Show 2012, die unter dem Motto “Railway Time” steht.
Mitglieder des BHI erhalten die Zeitschrift “Horological Journal“, die seit 1858 ohne Unterbrechung veröffentlicht worden ist.

Upton Hall
Upton
Newark
Nottinghamshire
NG23 5TE
Tel. 01636 813795

Published in: on 29. April 2012 at 02:00  Kommentare (1)  
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Chillingham Castle (Northumberland) – Englands Spukschloss Nummer Eins

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Weit oben im englischen Norden, in der Grafschaft Northumberland, liegt Englands “most haunted castle”: Chillingham Castle. Das aus dem 12. Jahrhundert stammende Schloss wird von Sir Humphry Wakefield und seiner Familie bewohnt und da man für den Unterhalt eines so alten Gebäudes viel Geld benötigt, wird Chillingham Castle heute für alle möglichen Dinge vermarktet. Hochzeiten in Schlössern sind in England sehr beliebt, so wird auch dieses Haus in Northumberland dafür zur Verfügung gestellt. Weiterhin kann man hier Tagungen durchführen und die Räumlichkeiten für private Feiern mieten.

Da Chillingham Castle das Spukschloss Nummer Eins in England sein soll, werden natürlich auch Ghost Tours angeboten. Wem das noch nicht reicht: Um sich so richtig zu gruseln, kann man auch an einer Nachtwache teilnehmen und darauf hoffen, einen der Schlossgeister zu treffen. £60 kostet das. Von 22.30 Uhr bis um 4.30 Uhr darf man die gruseligsten Räume des Schlosses aufsuchen und wer besonders mutig ist, wagst sich auch in die Folterkammer vor…
Als Erinnerung an die Gruselnacht kann man zum Schluss auch noch ein T-Shirt zum Sonderpreis von £11.99 und eine DVD kaufen, auf der Geisterexperte Richard Felix durch das Haus führt. Geschäftstüchtig ist man schon auf Chillingham Castle.
Auch RTL II war hier schon zu Besuch und drehte einen Film.

Der Historienfilm “Elizabeth” mit Cate Blanchett und Ralph Fiennes wurde zum Teil hier gedreht, wobei Chillingham Castle zu Leith Castle wird.

Wer in dem Castle einmal übernachten möchte, kann dies tun. Einige Apartments im Schloss selbst und die Coaching Rooms, wo früher die Kutschen und die Pferde untergebracht waren, stehen dafür das ganze Jahr über zur Verfügung.
Am 1. April 2012 werden die Tore für Besucher wieder geöffnet und dann sind  das Haus und die Gärten zwischen 12 Uhr und 17 Uhr zugänglich.

Chillingham Castle
Chillingham, Alnwick
Northumberland, UK
NE66 5NJ
Tel. 01668 215359

The Warwick Trebuchet – Die größte mittelalterliche Hebelwurfmaschine steht im Warwick Castle

The Warwick Trebuchet. – © Copyright Martin Addison and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Blide oder Trebuchet war die größte und präziseste Wurfwaffe unter den mittelalterlichen Belagerungsmaschinen mit der man mittels eines Hebels Geschosse über die Mauern einer Burg werfen konnte. Oft wurden auch unappetliche Dinge mit Hilfe dieser Maschine in die Burghöfe geworfen wie Kadaver, in der Hoffnung, dass sich dadurch Krankheiten unter den Belagerten ausbreiten könnten.

Die größte Trebuchet der Welt steht im Warwick Castle in der Stadt Warwick, die 18m hoch ist und 22 Tonnen wiegt. Sie ist kein Original, es handelt sich dabei um eine Rekonstruktion des dänischen Archäologen Peter Vemming, der sich mit diesen mittelalterlichen Maschinen intensiv beschäftigt hat. Der Däne nutzte Originalzeichnungen und -baupläne aus dem 13. Jahrhundert für die Rekonstruktion.
Die überwiegend aus Eichenholz hergestellte Warwick Trebuchet ist in der Lage, Projektile 25 m hoch und 300 m weit zu katapultieren. Wie das genau funktoniert, kann man bei einem Besuch in der Burg selbst miterleben. Das Warwick Castle ist eines der wenigen in England, das ganzjährig geöffnet ist, jede Menge zu bieten hat und auch ganz schön happige Eintrittspreise nimmt. Ich kann mich an frühere Besuche in Warwick erinnern, als der Eintritt £ 12 kostete und das ist schon eine ganze Weile her; unter £ 20 kommt man da heute nicht mehr herein. Dafür kann man sich aber letztendlich auch eine der schönsten und größten Burgen Englands ansehen.

Eine Notiz am Rande:
In Episode 41 der TV-Krimiserie “Inspector Barnaby“, die den Titel “Hidden Depths” trägt (dt. “Tief unter der Erde”), wird der Rechtsanwalt Otto Benham durch Weinflaschen, die mittels einer Trebuchet auf ihn katapultiert werden, ermordet.

Wie die Warwick Castle Trebuchet funktioniert, zeigt dieser Film.

Das Buch zum Artikel:
Ron L. Toms: The Big Book of Catapult and Trebuchet Plans! RLT Industries 2010. 172 Seiten. ISBN 978-0977649730.

Oakham Castle in Rutland – Zugang für Adelige nur mit Hufeisen

The Great Hall des Oakham Castles. - © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Rutland ist Großbritanniens kleinstes County,  in dem es lediglich zwei Städte gibt: Oakham und Uppingham. Eingerahmt wird Rutland von Lincolnshire, Leicestershire und Northamptonshire.

In der Grafschaftshauptstadt Oakham steht gleich hinter dem Marktplatz das Oakham Castle, oder besser, das was davon noch übrig geblieben ist: Die Great Hall. Das Gebäude ist uralt; zwischen 1180 und 1190 wurde es von einem gewissen Walkelin de Ferrers erbaut, Lord of the Manor von Oakham.

Eine Burg stellt man sich eigentlich etwas anders vor, größer und mächtiger, aber Rutland ist ja auch eine kleine Grafschaft…

Wenn man die Great Hall betritt, fallen einem als erstes die vielen Hufeisen auf, die die Wände bedecken. 230 Exemplare sollen es sein, und wie kamen die dort alle hin? Es ist eine alte Tradition, dass alle Mitglieder des englischen Hochadels, die Oakham zum ersten Mal besuchen, dem Lord of the Manor der Stadt ein Hufeisen mitbringen. Das Hufeisen war im Wappen der de Ferrers zu finden, seitdem die Familie 1066 aus Frankreich nach England kam.

Das älteste Hufeisen in der Great Hall stammt aus dem Jahr 1470 und wurde von König Edward IV mitgebracht; der letzte Neuzugang wurde 2005 von Princess Alexandra, The Honourable Lady Ogilvy, die im Jahr 2005 Oakham einen Besuch abstattete, übergeben.

Man kann Oakham Castle von Dienstag bis Sonntag kostenfrei besichtigen und natürlich kann man in der Great Hall auch heiraten (in welchem historischen Gebäude Englands kann man das nicht?).

Wie das früher einmal ausgesehen haben mag, kann man sehr schön in dieser Animation sehen.

Oakham Castle
c/o Rutland County Museum
Catmose Street
Oakham
LE15 6DR
Tel. 01572 758440

Das Buch zum Artikel:
Sue Jennings & Robert Brook: Curious about…Oakham – Walks of Discovery In and Around Oakham. Lightbeam UK 2011. 16 Seiten. ISBN 978-1907752131.

Die Hufeisen in der Great Hall. - Author: Simon Garbutt. This version of the photo is in the Public Domain.

Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Englefield House

© Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wer die Epsode 64 “The Magician’s Nephew” (dt. “Der Wald der lebenden Toten”) aus der TV-Krimi-Reihe “Inspector Barnaby” gesehen hat, erinnert sich vielleicht noch an das großartige Herrenhaus, das im Mittelpunkt des Films steht und in dem Aloysius Wilmington und sein Neffe Simon wohnen.
Hierbei handelt es sich um Englefield House, das in der Nähe von Reading in Berkshire steht. Die Außenaufnahmen und die Szenen in der Bibliothek hat das “Midsomer Murder”-Team hier aufgenommen.

Englefield House gehört Sir William Benyon und seinem Sohn Richard Benyon. Sir William war und sein Sohn ist Member of Parliament. Da das Haus in Privatbesitz ist, kann man es nicht so ohne weiteres besichtigen; lediglich Gruppenführungen sind nach vorheriger Anmeldung möglich. Die Gärten sind allerdings vom 1. April bis zu 31. Oktober montags bis donnerstags geöffnet (montags das ganze Jahr über).

Wer sich für die Geschichte des Hauses interessiert, kann sich hier detailliert informieren.
Die Nachfragen nach einer Dreherlaubnis von Filmproduktionsfirmen sind bei einem so eindrucksvollen Haus, das von London aus schnell erreichbar ist, natürlich groß. Inspector Barnaby hatte hier nur einmal einen Fall zu lösen, aber Kollegen von ihm waren auch schon im Englefield House tätig, so z.B. Hercule Poirot (David Suchet) und Inspector Morse in der Episode “Twilight of the Gods”. Auch Miss Marple (Julia McKenzie) schnüffelte hier schon einmal herum.

Das Haus in Berkshire ist auch in den Filmen “X-Men: First Class” (dt. “X-Men: Erste Entscheidung”) mit Hugh Jackman und Kevin Bacon”, “Easy Virtue” (dt. “Easy Virtue – Eine unmoralische Ehefrau”) mit Jessica Biel und Colin Firth und “The King’s Speech” (dt. “The King’s Speech: Die Rede des Königs”) wieder mit Colin Firth zu sehen.

Die Einfahrt zum Englefield Estate. – © Copyright Pam Brophy and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eastnor Castle (Herefordshire) – Was man mit einer Burg im 21. Jahrhundert so alles anstellen kann

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Burgen und Schlösser heutzutage zu unterhalten, ist eine sehr kostspielige Angelegenheit. Die meisten sind für Besucher geöffnet, aber auch das nur von Frühjahr bis Herbst, und das auf diese Weise hereinkommende Eintrittsgeld reicht auch nicht aus. Da haben sich viele Burg- und Schlosseigentümer so einiges einfallen lassen, womit man zusätzlich noch Geld erwirtschaften kann.

Am Beispiel des in Herefordshire gelegen Eastnor Castles, 3 km von Ledbury entfernt, möchte ich das einmal zeigen.

In England feiert man gern seine Hochzeit in einem Hotel, einer Burg oder in einem Schloss. Das Eastnor Castle bietet da den kompletten Service. Man besitzt die “Lizenz zum Trauen”; von der Trauzeremonie über das Catering bis hin zur Übernachtung in stilvollen Zimmern kann alles gebucht werden (wenn das nötige Geld dafür vorhanden ist). Es muss schon ein Erlebnis der besonderen Art sein, sich in dem von Augustus Pugin gestalteten Drawing Room das Ja-Wort zu geben.

Wenn große Firmen ihre Mitarbeiter oder Kunden zu Präsentationen oder Meetings laden, wählt man gern einen entsprechenden Rahmen. Das Eastnor Castle stellt alles zur Verfügung, was man dafür benötigt; auch, wenn gewünscht, Mahlzeiten und Übernachtungsmöglichkeiten.

Wer nicht auf der Burg übernachten kann, dem stehen auf dem großen Gelände ein Campingplatz und zwei Feriencottages zur Verfügung.

Seit den 1960er Jahren werden auf dem Gelände des Eastnor-Castles die neuen Modelle der Land Rover bzw. Range Rover getestet. Hier gibt es enge schlammige Waldwege und starke Steigungen, ideal für den Test von Offroadern.

Häufig klopften Filmproduktionsfirmen an die Tür des Castles, mit der Bitte um Drehgenehmigung, der man gern nachkommt. Die Burg mit ihren schönen Räumlichkeiten bietet sich für historische Filme geradezu an.
Schon 1969 waren hier Sammy Davis jr. und Peter Lawford am Set des Films “One More Time” (dt. “Die Pechvögel”). Die BBC drehte hier zahlreiche Dokumentationen und Fernsehserien wie die “Antiques Road Show“, “Blue Peter“, “Saving Britain’s Past” oder “Stately Suppers“.
Die britische Rockgruppe Slade nahm 1983 vor dem Castle ihr Musikvideo “Run Runaway” auf.

Es ist also ständig etwas los im Eastnor Castle und der Hausherr, James Hervey-Bathurst, hat zusammen mit seiner Familie eine ganze Reihe von Einnahmequellen erschlossen.

© Copyright Pauline Eccles and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 24. Oktober 2011 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Althorp (Northamptonshire) – Letzter Ruheort von Prinzessin Diana

Der Lake Round Oval mit Insel auf dem Landsitz der Spencers, Althorp. - © Copyright Simon Ledingham and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Am 6. September 1997 machte sich nach einer bewegenden Trauerfeier, die in die ganze Welt übertragen wurde, der Leichenwagen mit dem Sarg von Prinzessin Diana auf den 123 km langen Weg von der Westminster Abbey nach Althorp in Northamptonshire, wo die bei einem Unfall in Paris ums Leben gekommene Prinzessin auf dem Landsitz der Spencers beigesetzt werden sollte.

Diana verbrachte fünf Jahre ihrer Kindheit in Althorp und ihr Bruder Charles Spencer hielt es für angemessen, wenn seine Schwester hier auch ihre letzte Ruhestätte finden würde.
Ursprünglich sollte Diana im Familiengrab der Spencers in der Dorfkirche von Great Brington beigesetzt werden, aber man fürchtete, dass das kleine Dorf von Touristen regelrecht überrannt werden könnte, so entschied man sich für den Landsitz Althorp als Dianas Ruhestätte. Dort gibt es den kleinen Lake Round Oval und darauf eine Insel. Hier wurden die Haustiere der Familie Spencer beerdigt, u.a. Dianas Lieblingskatze Marmalade. Einige der Bäume auf der Insel hatte Diana selbst gepflanzt. Das Grab ist vom Seeufer aus nicht zu sehen.
Gegenüber von der Insel am Rand des Sees befindet sich das Diana Memorial, eine Gedenkstätte für die Prinzessin.

Althorp ist jedes Jahr lediglich für zwei Monate zugänglich; im nächsten Jahr vom 1. Juli bis zum 31. August. Der Andrang in dieser Zeit ist sehr groß und so kann man bereits ab dem 1. Januar 2012 seine Tickets für einen Besuch buchen.

Hier sind einige Eindrücke von Althorp zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Charles Spencer: Althorp – The Story of an English House. Penguin Books 1998. 176 Seiten. ISBN 978-0670883226.

Dianas Gedenkstätte am Lake Round Oval in Althorp. - © Copyright Kenneth Allen and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Mary the Virgin in Great Brington. Hier wurden viele der Spencer Familie beigesetzt. - © Copyright Anthony Wornum and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Chequers (Buckinghamshire) – Landsitz englischer Premierminister seit 1921

This work has been released into the public domain by its author, Stephen Simpson

Wenn es David Cameron in London einmal wieder zu laut und zu trubelig ist, zieht er sich am Wochenende, so wie schon seine Vorgänger, gern auf seinen offiziellen Landsitz nach Chequers zurück. Allzuweit braucht er nicht zu fahren, denn Chequers liegt nahe des Dorfes Ellesborough in Buckinghamshire zwischen High Wycombe und Aylesbury.

Das Landhaus kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, die man kurz zusammengefasst in der Wikipedia nachlesen kann. 1921 wurde Chequers von den damaligen Besitzern Arthur and Ruth Lee, bzw. Lord and Lady Lee of Fareham, verlassen und der englische Premierminister durfte das attraktive Haus auf Grund des Chequers Estate Acts von 1917 beziehen.

Es dürfte wohl kaum ein weiteres Landhaus geben, das so viele hochrangige Politiker aus aller Welt in seinen Mauern empfangen hat, denn Chequers dient nicht nur als “Rückzugsgebiet” der jeweiligen Premierminister, sondern ist auch ein Ort, in dem man sich in privater Atmosphäre mit seinen Staatsgästen unterhalten kann.
Helmut Schmidt pflanzte in Chequers als Gast von Margaret Thatcher einen Kastanienbaum und Willy Brandt schlief  einmal nach einem ausgiebigen Abendessen und dem einen oder anderen Drink, vor dem Kamin in der Long Gallery ein. Für Russlands Präsidenten Boris Jelzin, der im Haus übernachtete, musste eines der Himmelbetten extra verlängert werden, und bei den Besuchen der amerikanischen Präsidenten wimmelte es in Chequers nur so von Sicherheitsbeamten. Als Präsident Richard Nixon hier zu Besuch war, trauten diese der Wasserversorgung des Hauses nicht und brachten massenweise Wasserflaschen mit, die dann nach der Abreise Nixons noch ewig in Chequers herumstanden.

Wenn die Premierminister mit ihren Familien sonntags das Bedürfnis haben, einen Gottesdienst aufzusuchen, so gehen sie meist in Ellesboroughs Peter and Paul Church. Tony Blair hingegen ging mit Frau und Kindern in die römisch-katholische Kirche nach Great Missenden.

Wer sich intensiver mit der Geschichte von Chequers beschäftigen möchte, dem kann ich Norma Majors ausgezeichnetes Buch “Chequers: The Prime Minister’s Country House and its History” (London: HarperCollins 1996) empfehlen; ein großformatiges “Coffee Table Book”  aus der Feder der Gattin des ehemaligen Premierministers John Major. Leider ist das Buch vergriffen und ich bin froh, ein Exemplar zu besitzen.

Updown Court bei Windlesham (Surrey) – Das wohl teuerste Haus Englands

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£70 Millionen ist schon eine Menge Geld für ein Haus und da kommen auch schon die Superreichen ins Grübeln, ob sie so viel dafür ausgeben wollen.
Updown Court, etwa 8 km südlich von Ascot in Surrey, gilt als das teuerste Haus Englands; was heißt Haus, es ist ein riesiges Anwesen auf 230,000 qm mit über 100 Zimmern. 250 Tonnen italienischer Marmor sind hier verbaut worden, es gibt hier einen Squashplatz, eine Bowlingbahn und es wurden mehrere Millionen Pfund in die Elektronik investiert, so dass man zum Beispiel von jedem Ort der Welt die elektrischen Anlagen des Hauses steuern kann.

Aber alle diese wunderbaren Dinge bleiben ungenutzt, weil keiner das Haus kaufen will, das seit 2005 auf dem britischen Immobilienmarkt angeboten wird. Obwohl niemand darin wohnt, kostet der monatliche Unterhalt stattliche  £60,000. In einem kürzlich erschienen Artikel im Daily Telegraph wurde Updown Court als Mischung zwischen einem verlassenen Hotel in Dubai und einem Kreuzfahrtschiff beschrieben.

Potentielle Interessenten waren schon da, aber irgendwie konnten sich weder orientalische Milliardäre, noch superreiche Männer aus den ehemaligen Sowjetrepubliken für den Kauf entscheiden. So gammelt das schöne Haus langsam vor sich hin; aber vielleicht kommt doch noch irgendwann der Märchenprinz und erweckt Updown Court zum Leben.
Hier ist ein Film über Updown Court.

Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Dorney Court (Berkshire)

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Wer im Mai oder Juni in Südengland weilt, hat die Gelegenheit ein besonders schönes Tudor Manor House zu besichtigen, das nur wenige Minuten vom Windsor Castle, dem touristischen Anziehungspunkt, entfernt liegt. Wo die Grafschaften Buckinghamshire und Berkshire zusammenstoßen ist Dorney Court zu finden, das zu Berkshire gehört.

Dieses romantische alte Haus, das seit mehr als 450 Jahren von der Familie Palmer bewohnt wird, gehört mit zu den schönsten Englands. Es wurde mehrfach umgebaut, das Interieur ist aber fast unverändert geblieben. 1661 wurde in Dorney Court die erste Ananas in England angebaut, die man damals stolz König Charles II präsentierte.

So ein schönes Haus, das auch noch in unmittelbarer Nähe Londons und der M4 liegt, ist natürlich als Filmkulisse sehr begehrt. Die Produzenten der TV-Krimiserie “Midsomer Murders” alias “Inspector Barnaby” haben Dorney Court in ihr Herz geschlossen, denn schon viermal stand das Haus im Mittelpunkt des Geschehens.

- In Episode 7 der 2. Staffel “Strangler’s Wood” (“Der Würger von Raven’s Wood”) wurde aus Dorney Court das Fox& Goose Hotel
- In Episode 39 der 8. Staffel “Bantling Boy” (“Erben oder Sterben”), in der es um ein wertvolles Rennpferd namens Bantling Boy geht, ist das Haus Wohnsitz der Familie Bantling
- In Folge 69 der 12. Staffel “Secrets and Spies” (dt. “Sportler und Spione”) wurde aus Dorney Court das Allenby House
- In Folge 80 der 13. Staffel, der vorletzten, in der John Nettles den Inspector Barnaby spielte, “Not in my Backyard” (auch noch nicht im deutschen Fernsehen gezeigt), verwandelte sich das Manor House in Pelfe Hall.

Dorney Court war aber auch noch in anderen TV-Serien zu sehen, so z.B. in der legendären ”Inspector Morse“-Reihe (1987-2000) mit John Thaw in der Hauptrolle. Die Folgen “The Dead of Jericho”, “The Silent World of Nicholas Quinn” und “The Service of All the Dead” wurden in Teilen hier gedreht. Leider liefen nur sieben Folgen davon vor langer Zeit einmal im DDR-Fernsehen in synchronisierter Form.

Inspector Morses Nachfolger “Inspector Lewis” kam in der Episode “Expiation” nach Dorney Court; Hercule Poirot war in “Sad Cypress” hier zu Gast und die unverwüstliche Miss Marple in “The Sittaford Mystery” (2006).

Dorney Court
Windsor, Berkshire SL4 6QP
Tel: 01628 604638

Owlpen Manor (Gloucestershire) – Ein Spukhaus im Tudorstil

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Von dem kleinen Gloucestershire-Dorf Uley führt eine kleine sehr schmale Straße zu dem einsam gelegenen Owlpen Manor, ein romantisches Haus, “The loveliest place in England” wie es ein Reiseführer einmal ausdrückte.
Über Uley habe ich in meinem Blogeintrag vom 21.04.2010 schon einmal berichtet; ein hübsches Dorf mit einem netten Pub und einer schönen Kirche.

Owlpen Manor, das auf eine sehr lange wechselvolle Geschichte zurückblicken kann, gehört heute Sir Nicholas Mander und ist für die Öffentlichkeit zugänglich. In diesem Jahr allerdings nicht, da umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt werden.

In so einem alten Haus muss es einfach auch spuken und das tut es hier auch zur Genüge. Vier verschiedene Gespenster sind im Owlpen Manor schon gesichtet worden, darunter auch Königin Margaret von Anjou, die hier 1471 auf dem Weg zur Schlacht von Tewkesbury Station machte.
Weiterhin treibt im Manor ein Schwarzer Mönch sein Unwesen, sowie Thomas Daunt, ein Zauberer und Alchimist, der hier einmal wohnte.

Die Crew der Fernsehserie “Most Haunted” des Senders Living TV mit Yvette Fielding war im Owlpen Manor im März 2004 zu Gast und versuchte, den paranormalen Phänomenen auf die Spur zu kommen. Hier ist der erste Teil der Sendung zu sehen.

Das Manor-Haus ist bei Film und Fernsehen sehr beliebt; so wurden hier zahlreiche Dokumentationen, aber auch einige Spielfilme gedreht wie z.B.”Tess of the d’Urbervilles“.

Auf dem Owlpen Manor Estate liegen übrigens auch 9 Cottages, die man mieten kann, und ein Restaurant, das “Cyder House“, bietet Spezialitäten wie  Owlpen Beef und Wild, das direkt aus dem Anwesen stammt.

Ein Besuch im Owlpen Manor lohnt auf jeden Fall (sobald es wieder geöffnet ist).

OWLPEN MANOR
Near ULEY
GLOUCESTERSHIRE
GL11 5BZ
Tel. 01453-860261

Friar Park bei Henley-on-Thames (Oxfordshire) – In diesem riesigen Haus wohnte einst George Harrison

Der Eingang zu Friar Park. – © Copyright don cload and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

George Harrison, einer der Beatles, zog 1970 in ein Haus in Henley-on-Thames, das eigentlich viel zu groß für ihn war. Friar Park besitzt nämlich 120 Zimmer, und ich bezweifle, dass er die damals, als er noch lebte, alle auch einmal angesehen hat.
12 ha groß ist das Grundstück, das von einem exzentrischen Rechtsanwalt namens Frank Crisp bebaut wurde und der in Friar Park von 1895 bis 1919 lebte. Crisp hatte eine Vorliebe für unterirdische Bauten und so ließ er unter seinem Haus Wasserwege, Höhlen und Grotten anlegen, in denen er z.B. seine Gartenzwergsammlung unterbrachte.
In den ausgedehnten Gärten ließ Crisp eine Replika des Matterhorns aus Sandstein bauen und in einem See waren knapp unter der Wasseroberfläche Steine so angebracht, dass, wenn Crisps Butler den Gästen Drinks servierte, es so aussah, als ob er mit seinem Tablett in der Hand wie Jesus über Wasser schreiten konnte.

George Harrison musste, als er Friar Park übernahm, erst einmal viel Arbeit in das Anwesen stecken, denn es war ziemlich vernachlässigt worden. Vorher war darin eine katholische Schule untergebracht.  Der Ex-Beatle und seine Frau Olivia liebten die Gartenarbeit und so wurde Crisps Garten wieder zu voller Blüte erweckt.

In Friar Park war es auch, dass George Harrison am 30. Dezember 1999 von einem Einbrecher attackiert und schwer verletzt wurde, obwohl das Gelände von Sicherheitskameras überwacht war und auch sonst Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden waren. George Harrison starb am 29.November 2001 an Krebs.
Harrison hatte in seinem Haus ein Aufnahmestudio installiert, in dem u.a. das Album “Hormonally Yours” von Shakespears Sister aufgenommen wurde. Auch hatte er Friar Park in zwei Songs ein Denkmal gesetzt, in “Crackerbox Palace” und in “The Ballad of Sir Frankie Crisp“.

Auch die Gruppe Strawberry Walrus hat einen Song mit dem Titel “Friar Park” aufgenommen.

Published in: on 5. März 2011 at 04:00  Kommentare (1)  
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Aston Hall in Birmingham – Sehenswertes Stadtschloss aus dem 17. Jahrhundert

Author: Tony Hisgett. - This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license

Auf der Suche nach Aston Hall strandeten wir mitten in der Großstadt Birmingham. Ich fuhr kurz auf einen Parkstreifen, damit wir unseren Stadtplan konsultieren konnten, da hielt ein Polizeiauto hinter uns und wir wurden von zwei freundlichen Polizisten gefragt, ob sie helfen könnten. Wir sagten, dass wir die Aston Hall suchten und bekamen als Antwort: “No problem, just follow us”. Das Polizeiauto fuhr vorneweg, wir hinterher und sie führten uns bis vor den Eingang von Aston Hall. Das kann man wirklich “Die Polizei, dein Freund und Helfer” nennen. Thank you, Birmingham Police!!

Als wir uns nun das Schloss ansehen wollten, erfuhren wir, dass es an diesem Tage geschlossen war; da aber gerade eine angemeldete Schulklasse im Hause war, ließ man uns trotzdem hinein. So viel zur Freundlichkeit der Birminghamer!

Aston Hall ist ein imposantes Schloss, das im Besitz der Stadt Birmingham ist und in den Jahren 2008/09 komplett renoviert wurde.
Das Schloss, im sogenannten “Jacobean Style” erbaut, entstand in der Zeit von 1618 bis 1635 unter der Regie des Architekten John Thorpe und der erste Besitzer und Bewohner von Aston Hall war ein gewisser Sir Thomas Holte.

Der Sohn des berühmten schottischen Erfinders James Watt übernahm das Schloss 1817, bis es 1864 in den Besitz der Stadt Birmingham überging.  Der Garten wurde neu angelegt und man kümmerte sich intensiv um den Erhalt dieses wirklich sehr schönen Gebäudes.

Heute ist Aston Hall ein Museum für das man keinen Eintritt bezahlen muss und in dem man u.a. Räume aus verschiedenen Epochen besichtigen kann.
Nur etwa 200m entfernt liegt übrigens das Stadion des Fußballvereins Aston Villa.

Der Dining Room. Author: Tony Hisgett. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license

Chettle House – Ein Manorhouse im ländlichen Dorset

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Nicht weit von der A354, zwischen Blandford Forum und Salisbury, liegt das hübsche Chettle House, das der eine oder andere schon (unbewusst) im Fernsehen gesehen hat. Peter und Fiona Bourke sind die glücklichen Besitzer dieses Anwesens, das 1710 von Thomas Archer entworfen und innerhalb von 25 Jahren erbaut wurde.

Das Besondere an Chettle House ist, dass es hier keine Ecken gibt, denn die sind alle abgerundet. Das hat der Architekt Thomas Archer schon einmal gemacht und zwar in der Londoner Kirche St. John’s, Smith Square. Auch die Gärten des Hauses sind absolut sehenswert mit wunderschönen alten Bäumen, einem Rosengarten und 60 verschiedenen Clematis-Sorten.

Die Bourkes stellen ihr Haus gern für Hochzeiten zur Verfügung und auch Filmteams sind nicht selten anzutreffen; so wurden hier mehrere Rosamund Pilcher-Filme gedreht und Michael Apteds “Amazing Grace“, der das Leben des William Wilberforce zum Thema hat, der den britischen Sklavenhandel abschaffte, wurde in Teilen im Chettle House aufgenommen. Hier der Trailer zum Film.

Das Haus und die Gärten sind zu besichtigen und zwar ab Ostern bis Oktober, jeweils an den beiden ersten Sonntagen jeden Monats von 11 – 17 Uhr.

Chettle House
Chettle
Blandford Forum
DT11 8DB

Tel: 01258 830858

Published in: on 13. Februar 2011 at 04:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Hampton Court Maze – Hier hat sich schon Harris aus “Drei Mann in einem Boot” verlaufen

Blick auf Hampton Court vom Labyrinth aus. - © Copyright David Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Lice

Hampton Court Palace ist ein großartiges Anwesen an der Londoner Peripherie, in dem man problemlos einen ganzen Tag verbringen kann. Hier sollen die Geister von Jane Seymour und Catherine Howard spuken. Die Tudorfassade und der Uhrenturm sind sehenswert und einen Rundgang durch den Palast sollte man auf jeden Fall machen, trotz des recht hohen Eintrittspreises von £15.40, in dem allerdings ein Audio Guide inbegriffen ist.

Eine Besonderheit von Hampton Court ist “The Maze“, ein jahrhundertealter Irrgarten, der Ende des 17. Jahrhunderts von George London und Henry Wise im Auftrag von William III. angelegt wurde. Etwa 800 m lang sind die Wege in diesem Heckenlabyrinth; manche meinen, es sei ganz einfach, sich darin zurechtzufinden, indem man sich immer nur nach rechts bewegt; andere wiederum haben schon Stunden in dem Irrgarten zugebracht und waren mehr als erleichtert, endlich den Ausgang gefunden zu haben.

Jerome K. Jerome beschreibt in seinem Buch “Three Men in a Boat“  eine wunderschöne Szene wie sich Harris, einer der Protagonisten, im Hampton Court Maze verläuft (Kapitel 6):

“We’ll just go in here, so that you can say you’ve been, but it’s very simple. It’s absurd to call it a maze. You keep on taking the first turning to the right. We’ll just walk round for ten minutes, and then go and get some lunch.”

…Harris kept on turning to the right, but it seemed a long way, and his cousin said he supposed it was a very big maze.

“Oh, one of the largest in Europe”, said Rachael.

“Yes, it must be”, replied the cousin, “because we’ve walked a good two miles already!”

Harris began to think it rather strange himself, but he held on until, at last, they passed the half of a penny bun on the ground that Harris’s cousin swore he had noticed there seven minutes ago.”

Hier die Szenen aus der BBC-Verfilmung “Three men in a boat” mit Michael Palin, Tim Curry und Stephen Moore aus dem Jahr 1975:


Minute 7:05 – 9:50


Minute 0:00 – 1:15

Burton Constable Hall in East Yorkshire – Das Herrenhaus mit eigenem Wal

“We have our own whale” heißt es stolz auf der Homepage von Burton Constable Hall, einem elisabethanischen Herrenhaus 15 km nordöstlich von Hull in East Yorkshire. Wer kann so etwas schon von sich behaupten?
Das imposante Haus steht inmitten eines Parks, der von Englands Landschaftsgärtner Nummer Eins, von Lancelot “Capability”  Brown entworfen wurde.

Wie kommt nun ein Wal, besser gesagt das Skelett eines Wals, in ein Country House, das doch immerhin einige Kilometer vom Meer entfernt ist?
Der 18 m lange Pottwal wurde 1825 in der Nähe von Tunstall an der Küste Yorkshires angeschwemmt. Ein berühmter Chirurg aus Hull nahm sich des riesigen Tieres an, untersuchte und sezierte es und dann wanderte es nach Burton Constable Hall, denn der damalige, Besitzer Sir Clifford Constable , hatte das Recht, alles zu behalten, was dort an der Küste so alles gefunden wurde. So kann man bis heute dieses große Meerestier hier besichtigen und zwar in der Great Barn im Stable Block, also den Stallungen.

Burton Constable Hall ist in diesem Jahr von Ostern bis zum 27. Oktober geöffnet und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, nicht nur wegen des Wales!

Burton Constable Hall - Hier ist der Walfisch zuhause. © Copyright Ian S and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Weihnachten im Waddesdon Manor bei Aylesbury (Buckinghamshire)

Das Waddesdon Manor in Buckinghamshire habe ich in meinem Blogeintrag vom 29.11.2009  schon einmal vorgestellt. Es ist ein großartiges Haus in der Nähe von Aylesbury und hat jetzt in der Vorweihnachtszeit einiges zu bieten. Waddesdon, das ja der Rothschild-Familie gehört, zollt in diesem Jahr der Stadt Tribut, zu der Ferdinand de Rothschild besonders enge Beziehungen hatte: Paris.

Das Haus ist in französischem Stil dekoriert; man findet hier u.a. eine Miniaturausgabe des Arc de Triomphes und des Obelisken vom Place de la Concorde. Im Restaurant kann man sich an französischen Gerichten laben. So ist über die Weihnachtszeit aus einem englischen Country House ein französisches Château geworden.

Das ist aber noch nicht alles: Kinder wird es sicher in den Enchanted Forest ziehen. Vom Haus führt der Reindeer Trail zum Coach House, wo der Zauberwald aufgebaut ist. Hier können Kinder ihre Wunschzettel für den Weihnachtsmann schreiben oder im Schlitten von Father Christmas einmal Probe sitzen.

Das weihnachtliche Waddesdon Manor-Spektakel ist noch bis zum 2. Januar 2011 geöffnet.

Published in: on 18. Dezember 2010 at 04:00  Hinterlasse einen Kommentar  

Chatsworth House Library (Derbyshire) – Eine der größten Privatbibliotheken der Welt

By kind permission of Barbara Tinsley


Chatsworth bei Bakewell in Derbyshire gehört mit zu den imposantesten Stately Homes in ganz Großbritannien. Man kann sich dort einen ganzen Tag lang aufhalten, denn es gibt viel zu sehen.
Eine der schönsten Räumlichkeiten, die ich in ganz England gesehen habe, ist die Bibliothek des Hauses, die mit ca 30 000 Bänden zu den größten Privatbibliotheken der Welt gehört. Die Dukes of Devonshire, die Besitzer von Chatsworth, haben über mehrere Generation die Bücherschätze zusammengetragen. Besonders der 6. Duke war Stammgast bei Bücherauktionen und ersteigerte Anfang des 19. Jahrhunderts u.a. die Bibliothek des Bischofs von Ely. Der 11. Duke of Devonshire hatte sich auf illustrierte Pflanzenbücher spezialisiert.

Um 1830 wurde die Bibliothek umgestaltet und die Bücherschränke entwarf Sir Jeffry Wyattville, der auch dafür bekannt wurde, dass er das Windsor Castle umbaute. Dieser Raum sieht einfach phantastisch aus und ich konnte mich bei meinem Besuch dort kaum losreißen. Wie gern hätte ich ihn einmal ohne Besucher abends mit brennendem Kamin und dezenter Beleuchtung gesehen. Aber das ist nur den Devonshires und ihren Gästen vorbehalten.

Die Decke der Library schuf der Stukkateur Edward Gouge mit Bildern von Antonio Verrio; letzterer arbeitete auch im Burghley House und im Hampton Court Palace. Auf dem Boden liegt ein wertvoller Teppich aus dem Hause Axminster, der bei der Umgestaltung des Raumes damals verlegt wurde.

Chatsworth House, “the Palace of the Peak”, ist immer einen Besuch wert und ein Blick in die Bibliothek ist sehr zu empfehlen!

Published in: on 9. Dezember 2010 at 04:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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