The Bedfordshire Clanger – Zwei Mahlzeiten in einer Teigtasche

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Viele englische Grafschaften haben regionale Spezialitäten, die oft weit über ihre Grenzen bekannt geworden sind wie z.B. die Cornish Pasties, der Yorkshire Pudding oder der Lancashire Hotpot. In Bedfordshire sind es die Bedfordshire Clangers, die einst den Landarbeitern als sättigende Mittagsmahlzeit dienten. Dabei handelt es sich um eine Art Teigtasche, die in der einen Hälfte mit einer herzhaften und auf der anderen  mit einer süßen Füllung versehen ist. So nahm man damals praktisch ein zweigängiges Menü mit aufs Feld. Die herzhafte Füllung konnte aus Hackfleisch mit Kartoffeln und Gemüse bestehen, die andere Seite der Teigtasche war meistens mit Marmelade oder kleingehackten Obststückchen gefüllt.

Auch heute noch kann man Bedfordshire Clangers kaufen und als Heimstatt dieser Spezialität gilt Sandy in Bedfordshire, wo sich die Gunns Bakery um den Fortbestand der Teigtaschen kümmert. Seit über 50 Jahren stellt man sie hier in den unterschiedlichsten Varianten her: Klassisch, vegetarisch und es gibt sogar eine “Weihnachtsausgabe” der Clangers. Gunns Bakery hat noch zwei weitere Geschäfte, eines liegt in der Hauptstadt der Grafschaft, in Bedford, und das andere in Biggleswade; in beiden kann man die Teigtaschen kaufen. Wie man die Clangers in der Gunns Bakery herstellt, zeigt dieser Film.

Gunns Bakery in Sandy (Berkshire).    © Copyright St Swithun's VC Lower School

Gunns Bakery in Sandy (Berkshire).
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Published in: on 4. April 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Cumberland Sausage – Eine Wurstspezialität aus dem Nordwesten Englands

In einigen englischen Hotels, in denen ich übernachtete, bekam ich zum Frühstück zu meinem “Full English Breakfast” neben Eiern, Schinken usw. auch Cumberland Sausage. Die Würstchen kommen aus dem Nordwesten des Landes, von dort, wo man die Grafschaften Cumberland und Westmorland zum County Cumbria zusammenlegte. Der Originalzustand dieser Würstchen, wie man sie oft in den Fleischergeschäften sieht, ist spiralenförmig zusammengerollt und recht lang; ich habe sie beim Frühstück aber nur in “normaler Würstchenlänge” bekommen, sonst wäre der Teller auch schon voll gewesen.

Seit 2011 hat die “Traditional Cumberland Sausage” den PGI-Status erhalten (Protected Geographical Indication), das heißt, sie darf nur in Cumbria hergestellt werden und muss einen Fleischanteil von mindestens 80% haben. So wurde diese Wurst auf die gleiche Stufe gestellt wie andere geschützte britische Produkte wie beispielsweise Melton Mowbray Pork Pie, Dorset Blue Cheese oder Whitstable Oysters.

Möglicherweise hat die Cumberland Sausage sogar deutsche Ursprünge, denn eine Theorie ist, dass sie von deutschen Bergarbeitern erfunden wurde, die im 16. Jahrhundert in den Nordwesten Englands zogen, um hier zu arbeiten. Die örtlichen Fleischereien haben ihre eigenen Rezepte; manche wurden immer wieder von Generation zu Generation weitergegeben, und sie unterscheiden sich in der Zusammensetzung von Gewürzen und Kräutern.

Die Cumberland Sausage Association hat sich jahrelang für die Qualität dieser Spezialität eingesetzt und dagegen angekämpft, dass große Wurstwarenhersteller, die irgendwo in England ansässig waren, ihre Cumberland Sausage genannten minderwertigen Produkte in großem Stil auf den Markt warfen.

Dieser Film zeigt die Herstellung von Traditional Cumberland Sausage.

Das Buch zum Artikel:
Paul Peacock: The Sausage Book. The Good Life Press 2008. 192 Seiten. ISBN 978-1904871446.

Published in: on 10. März 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Berry Bros. & Rudd – Großbritanniens älteste Weinhandlung in London

   © Copyright R Sones

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Sollte man einmal bei der Queen oder beim Prince of Wales eingeladen werden und dort ein Glas Wein vorgesetzt bekommen, so kann man fast sicher sein, dass der Wein von der Firma Berry Bros & Rudd geliefert worden ist, denn sie hat schon seit langem die Royal Warrants und darf sich Hoflieferant nennen.
Seit 1698 gibt es diese Wein- und Spirituosenhandlung schon und wer dort einmal einkaufen möchte, muss sich in die St. James’s Street Nummer 3 begeben, wo das Geschäft seit seiner Gründung ansässig ist. Das schöne alte Haus scheint sich kaum verändert zu haben und besitzt eine sehr ansprechende Fassade. Zu den Kunden von Berry Bros. & Rudd gehörten unter vielen anderen Prominenten z.B.  Lord Byron, William Pitt the Younger und der Aga Khan (wie die Homepage der Firma stolz verkündet).

Die Kellergewölbe ziehen sich weitläufig unter der St. James’s Street und angrenzenden Straßen hin; hier lagern riesige Mengen von Weinen und einige der Räume stehen auch für Festlichkeiten zur Verfügung wie der Napoleon Cellar und der Pickering Cellar. Die Firma führt hier Weinproben durch und hält in der Wine School Seminare ab. Im vorigen Jahr erhielt die Weinschule den Wine Educator of the Year Award bei der International Wine Challenge. Es ist schon großartig, was hier fast jeden Tag an Informationsveranstaltungen angeboten wird. Hier ist der Events Calendar für das erste Halbjahr 2013.

Berry Bros. & Rudd, die über 4000 Weine und Spirituosen im Angebot haben, wurden schon so oft ausgezeichnet, dass man das kaum noch zählen kann. In diesem Jahr verzeichnete Timeout das Geschäft unter den “best shops in London”.

In Basingstoke unterhält die Firma noch einen Bin End Shop, ist aber auch international tätig mit Verkaufsbüros in Dublin, Tokyo und Singapur.

Dieser Film wirft einen Blick hinter die Kulissen von Berry Bros. & Rudd und dieser Film informiert über die Weinschule der Firma.

Berry Bros & Rudd
3 St James’s Street
London, SW1A 1EG

Published in: on 23. Februar 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Postcard Teas in London – Ein Mekka für Teetrinker

Was die Firma Berry Bros. & Rudd für Londoner Weinliebhaber ist, ist Postcard Teas für Freunde des erlesenen Tees. Den kleinen Laden findet man in der Dering Street 9, gleich neben dem Duke of York Pub, nur ein paar Schritte von der Oxford Street entfernt.

Timothy d’Offay hat mit seinem Geschäft ein Mekka für das britische Nationalgetränk geschaffen, in dem man die besten und erlesensten Teesorten aus allen Regionen Asiens kaufen kann. Seit einigen Jahren versieht Postcard Teas alle seine Teedosen mit exakten Angaben über den jeweiligen Produzenten und den Herkunftsort. Auf diese Weise möchte sich die Firma deutlich von den massenproduzierten “Industrie-Tees” abheben und zeigen wie groß die Unterschiede zwischen diesen und handverlesenen, sorgfältig produzierten Tees sein können.

Wie beim Wein gibt es beim Tee natürlich auch riesengroße Preisunterschiede. So kostet beispielsweise der rare chinesische “Fragment of Imperial Red Robe 2012” von Master Xu £29.00 für 6 Gramm.

Postcard Teas bietet nicht nur die besten Teesorten der Welt an, sondern auch alles Mögliche rund um dieses beliebte Getränk wie Teekannen, Teekessel und Bücher über Tee. Außerdem kann man an jedem Samstagvormittag hier zur Teeschule gehen, in der man ein Teatasting erleben kann.

In diesem Film wird der Teeladen in London vorgestellt.

Postcard Teas
9 Dering Street
London W1S 1AG
Tel. 020 7629 3654

Das Buch zum Artikel:
Mary Lou Heiss: The Tea Enthusiast’s Handbook – A Guide to the World’s Best Teas. Ten Speed Press 2010. 208 Seiten. ISBN 978-1580088046.

Published in: on 6. Februar 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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The Jolly Fryer in Filton bei Bristol – Hier gibt es den größten Burger Großbritanniens

Wo gibt es den größten, fettesten und kalorienhaltigsten Burger ganz Großbritanniens? Den gibt es in dem unscheinbaren kleinen Jolly Fryer in der Filton Avenue Nummer 557a in Filton (South Gloucestershire), einige Kilometer nördlich von Bristol.

Super Scooby heißt das Gebilde aus Fleisch, Frühstücksspeck, Zwiebeln, Salat und Soßen. Der Burger ist 15 cm hoch, wodurch das Verspeisen zu einer Kunst wird und man sich unter Umständen den Kiefer verrenken kann; er besitzt stolze 2,645 Kalorien, was mehr als dem Tagesbedarf eines ausgewachsenen Mannes entspricht, wiegt 1,5 Kilogramm und kostet £10.

Wer es genau wissen möchte, hier ist die Zusammensetzung des Super Scooby:
4 Burger à 250 Gramm
12 Zwiebelringe
8 Scheiben Frühstücksspeck
8 Scheiben Käse
2 Salatblätter
6 Tomatenscheiben
3 Soßen
Mayonnaise
1 Weichbrötchen
Dazu gibt es noch eine große Portion Chips

Es soll kaum jemanden geben, der dieses Burgermonster in einem Rutsch vertilgt: Wer es schafft, bekommt vom Inhaber des Jolly Fryer eine Diät-Cola auf  Kosten des Hauses (ob das wohl ein verlockendes Angebot ist??)
In diesem Film kann man zuschauen wie jemand den Super Scooby tatsächlich komplett aufisst.

Übrigens: Noch erheblich größere Burger gibt es in den USA. In Denny’s Beer Barrel Pub in Clearfield, Pennsylvania, werden bis zu 100 Pfund (!) schwere Exemplare serviert.

The Jolly Fryer
557A Filton Avenue
Horfield
Bristol, Avon BS7 0QH
Tel. 0117 969 2376

Published in: on 23. Januar 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  

Tregothnan – Die erste und einzige Teeplantage in Großbritannien

Tregothnan House.   © Copyright Ian Capper

Tregothnan House.
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Wer die 6. Staffel der TV-Serie “Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener” auf ARTE gesehen hat, erinnert sich vielleicht noch an die vorletzte Folge, in der es um das Thema “Frühstück Royal” ging. Die Fernsehköchin besuchte darin die einzige Teeplantage in ganz Großbritannien, die auf dem Gelände des Tregothnan Estates in Cornwall liegt, fünf Kilometer südöstlich von Truro.
Die Boscawen-Familie wohnt hier schon seit 1335; das eindrucksvolle Landhaus wurde 1652 erbaut. Der 92jährige George Hugh Boscawen ist der momentane Besitzer des Anwesens und er trägt den Titel 9th Viscount Falmouth.

Schon seit zwei Jahrhunderten wächst auf dem Landgut die chinesische Teepflanze Camellia Sinensis, aber erst seit 2005 wurde daraus Tee hergestellt und verkauft. Die klimatischen Bedingungen Cornwalls sind ideal für Teeanbau; sie entsprechen etwa den Gebirgsausläufern des Himalayas. Zum Verkauf stehen schwarzer Tee, grüner Tee und Kräutertee; alles wird in Handarbeit gemacht, ist also recht aufwändig.

Das große Londoner Kaufhaus Fortnum&Mason nahm den Tee aus Tregothnan in sein Sortiment auf; man kann ihn auch online direkt vom Hersteller kaufen oder ihn in Deutschland bei der Sarah Wiener GmbH beziehen, die Generalimporteur der Tregothnan-Produkte für Deutschland, Österreich und die Schweiz ist. Die Preise für 25g-Dosen schwarzen Tees liegen zwischen € 4,70 und € 6,70.
Ein Besuch des Hauses ist nicht möglich; die Gärten sind nur nach vorheriger Anmeldung zu besichtigen (£65.00 inklusive Cream Tea).

Dieser Film informiert ausführlich über den Tee aus Cornwall.

Tregothnan
Tresillian
Truro, Cornwall, TR2 4AN
Tel. 01872 520000

Published in: on 12. Januar 2013 at 02:17  Hinterlasse einen Kommentar  
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The Pudding Club in Mickleton (Gloucestershire)

Das Three Ways Hotel in Mickleton: Sitz des Pudding Clubs.   © Copyright Colin Craig

Das Three Ways House Hotel in Mickleton: Sitz des Pudding Clubs.
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In der Umgebung von Chipping Camden in den Cotswolds stieß ich immer wieder auf ein Schild mit der Aufschrift “The Pudding Club“, das in die Ortschaft Mickleton wies. Was hat es wohl damit auf sich?

In Mickleton gibt es das Three Ways House Hotel, seit 1985 Sitz des Pudding Clubs, der es auf seine Fahnen geschrieben hat, den traditionellen englischen Pudding am Leben zu halten (Pudding bedeutet im Englischen Nachtisch, Dessert, Süßspeise). Die Pudding Club Meetings finden einmal pro Woche statt und daran kann jeder teilnehmen. Auf der Menükarte an den jeweiligen Abenden stehen keine Vorspeisen und lediglich drei einfache Hauptgänge zur Auswahl, aber dann geht es erst richtig los: Es folgen sieben Puddings, von denen man soviel essen kann wie man möchte, da gibt es u.a.  Roly Poly, Lord Randall’s Pudding, Syrup Sponge, Sticky Toffee, Spotted Dick und Bread and Butter Pudding, das alles kann man mit literweise mit Vanillesauce übergießen.

Wenn man sich durch diese vielen Süßspeisen hindurchgegessen hat und absolut nichts mehr geht, führt der Weg zwangsläufig geradewegs zur Hotelbar, wo man dann unbedingt einen Absacker braucht.
Glücklich sind diejenigen, die so weise waren und sich im Hotel gleich ein Zimmer bestellt haben. Da sollte man auf jeden Fall kein Standardzimmer sondern einen Pudding Club Bedroom buchen.  Der Spotted Dick and Custard Room beispielsweise hat Wände, die in Vanillesaucefarbe gehalten sind; der Sticky Toffee and Date Room erinnert an ein Beduinenzelt und der Farbton des Chocolate Rooms ist natürlich schokoladig.

Wer jetzt neugierig geworden ist: Mickleton befindet sich an der B4632, nördlich von Chipping Camden, in der Chapel Lane, die beim Supermarkt Costcutter von der High Street abzweigt.

Hier ist ein Film, der die Prozeduren des Pudding Clubs zeigt.

Three Ways House Hotel,
Mickleton,
Chipping Campden,
Gloucestershire,
GL55 6SB
Tel. 01386 438429

Das Buch zum Artikel:
Great British Puddings by The Pudding Club. Ebury Press 2012. 224 Seiten. ISBN 978-0091945428.

Published in: on 17. Dezember 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Minghella Ice Cream und die Isle of Wight

Hier in Wootton auf der Isle of Wight ist der Firmensitz von Minghella Ice Cream.
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Vor einigen Jahren besichtigte ich einmal in Waterbury im US-Bundesstaat Vermont die Eiscremefabrik “Ben & Jerry’s“, die vielleicht das beste Eis der USA herstellt. Dort zeigte man uns die Herstellung so verlockend klingender Sorten wie Red Velvet Cake, Chocolate Fudge Brownie oder Cinnamon Buns. Ben & Jerry’s gibt es ja mittlerweile auch in Deutschland zu kaufen.

An diese US-Firma muss ich immer denken, wenn ich mit dem Eishersteller Minghella konfrontiert werde, der auf der südenglischen Isle of Wight ebenfalls Gourmet-Eiscreme herstellt. Hier gibt es Sorten wie Raspberry Ripple Romance, Love Potion No 9 Ice Cream, Eton Mess Ice Cream und Crushed Walnuts & Maple Syrup. Das Eis der Firma Minghella wurde schon mehrfach mit den Great Taste Awards ausgezeichnet, die so etwas wie die Oscar’s in der britischen Welt der Nahrung und Genüsse darstellen. 230 Sorten Eis gibt es bereits und es wird immer weiter experimentiert.

Gegründet wurde die Firma 1950 von Edward und Gloria Minghella mit dem Ziel, das beste Eis der Welt herzustellen. Auch heute noch leiten die beiden, unterstützt von ihrer Tochter Gioia, das Unternehmen, das in der High Street in Wootton auf der Isle of Wight angesiedelt ist. Verwendung für die Produktion findet übrigens nur die Milch von Kühen der Insel.

Vielleicht kommt jemandem der Name Minghella irgendwie bekannt vor; ja, es gab da den berühmten Filmregisseur Anthony Minghella, der 1954 auf der Isle of Wight geboren wurde und der schon 2008 starb. Er war der Sohn von Edward und Gloria und sein bekanntester Film war sicher “The English Patient” (dt. “Der englische Patient”) für den er 1997 den Oscar erhielt (hier einige Aufnahmen von der Preisverleihung). Zu diesem Anlass kreierte die Familie ein spezielles Eis: “Champagne Celebration“. Das Anthony Minghella Theatre in Newport auf der Isle of Wight wurde nach dem berühmten Sohn der Insel benannt und jedes Jahr findet hier das Minghella Film Festival statt.

Das Eis der Familie Minghella kann man auch außerhalb der Insel probieren, es wird z.B.  bei Fortnum & Masons angeboten. Besichtigungen der Fabrik sind nur nach vorheriger Absprache möglich.

Minghella
High Street
Wootton, Isle of Wight PO33 4PL
Tel: 01983 883545

Published in: on 17. November 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Paxton & Whitfield – Londons beste und älteste Käsehandlung

Author: Herry Lawford. Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert) lizenziert.

Wenn man in Paris einen exzellenten Käse kaufen möchte, dann geht man zu Androuet, der in der Stadt mit sechs Geschäften vertreten ist. Der Maître Fromager Affineur ist seit 1909 in Paris ansässig und ich sah einmal auf einer Speisekarte eines angeschlossenen Restaurants, dass dort ein mehrgängiges Menü angeboten wurde, dass ausschließlich aus Käse bestand.

Was Androuet für Paris ist, das ist Paxton & Whitfield für London, ein Super-Käseladen in der Jermyn Street Nummer 93. Die Ursprünge der Käsehandlung gehen bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück; die Partnerschaft zwischen Harry Paxton & Charles Whitfield wurde im Jahr 1797 besiegelt.
Winston Churchill sagte einmal: “Ein Gentleman kauft seine Hüte bei Locks, seine Schuhe bei Lobbs, seine Hemden bei Harvey & Hudson, seine Anzüge bei Huntsman und seinen Käse bei Paxton & Whitfield“. Aber nicht nur Gentlemen gehen zum Käsekauf in die Jermyn Street, auch die königliche Familie ist dort Stammkunde. Schon Queen Victoria ließ Paxton & Whitfield 1850 einen Royal Warrant zukommen und mit Unterbrechungen ist die Firma auch heute noch Hoflieferant sowohl für Queen Elizabeth II als auch für HRH The Prince of Wales.

Die Käsehandlung durchlebte im Laufe ihres Bestehens viele Höhen und Tiefen; vor allem in wirtschaftlich schwierigen  Zeiten stand die Firma mehrmals kurz vor dem Aus. Was sie immer wieder auf die Beine brachte, war der unermüdliche Einsatz ihrer diversen Eigentümer, die es schafften, stets eine gleichbleibend hohe Qualität ihrer Produkte zu gewährleisten. Man stand bzw. steht in ständigem Kontakt zu den Produzenten im Land; importiert ausgesuchte Käse auch aus anderen Ländern.

Die Auswahl ist riesig (ca 250 Sorten) und so kommt der Londoner in den Genuss, so ausgefallene Käsesorten wie Robin Congdons Beenleigh Blue aus Devon oder Simon und Tim Jones’ Lincolnshire Poacher kaufen zu können.
Neben dem Hauptgeschäft in London gibt es noch zwei Filialen von Paxton & Whitfield in Bath und Stratford-on-Avon. Wer nicht in einer der drei Städte wohnt, kann sich den Käse auch direkt ins Haus schicken lassen.

Hier ist ein Besuch in der Londoner Käsehandlung im Film zu sehen.

Paxton & Whitfield
93 Jermyn Street
London SW1Y 6JE
Tel. 020 7930 0259

Published in: on 25. Oktober 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Das Eton College und seine kulinarischen Besonderheiten

Wenn man den Namen Eton hört, denkt man sicher als erstes an sein berühmtes College, an das Thema Kulinarik denkt man da eher als letztes. Ein neu erschienenes Kochbuch versucht uns nun eines Besseren zu belehren. In “The Eton Cookbook“, herausgegeben von Caroline Waldegrave und Sandra Robinson,  sind die Lieblingsrezepte von ehemaligen Collegeabsolventen versammelt.

William Waldegrave, Minister im Kabinett John Majors, steuert das vielleicht bekannteste Rezept, das mit der Stadt Eton verbunden ist, bei: The Eton Mess, ein traditionelles Dessert, das aus Erdbeeren, Sahne und Baisers besteht. Diese Süßspeise wird immer gern bei dem jährlich stattfindenden Cricket Match gegen das Winchester College gegessen. Hier ist die Eton Mess-Version von Starkoch Marco Pierre White.

Londons Bürgermeister Boris Johnson ist mit einem recht einfachen Rezept vertreten: Käsetoast.

Der Abenteurer Bear Grylls, dessen Survival-Dokumentarfilmreihe “Ausgesetzt in der Wildnis” vom deutschen Fernsehsender DMAX ausgestrahlt wird, gibt sein Lieblingsrezept Huckleberry Chocolate Pie preis.

Vom 11. Baronet of the Binns, Sir Thomas „Tam“ Dalyell Loch, einem ehemaligen schottischen Parlamentsmitglied, erfahren wir das Rezept West Lothian Porridge.

Eine kleine Auswahl aus dem 200 Rezepte umfassenden Kochbuch stellt Caroline Waldegrave heute, am 22. September,  anlässlich des Windsor Festivals 2012 jeweils um 12 Uhr, 13 Uhr und 14 Uhr vor.

Bestellt werden kann das Buch für £25 + Porto z.B. beim Eton College Shop.

Eton Mess.
Author: Jennifer Lyons. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Published in: on 22. September 2012 at 02:00  Kommentare (2)  
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The Circle Line Pub Crawl – Nur etwas für absolut Trinkfeste

Ein Pub Crawl ist so etwas wie “ein Zug durch die Gemeinde”, d.h. man begibt sich von Pub zu Pub, um dort jeweils ein oder auch mehrere Pints zu trinken. Wie es der Name ja schon signalisiert, kann das heißen, dass man die letzten Pubs auf der Tour nur noch kriechend (crawling) erreicht.

Eine Herausforderung selbst an die trinkfestesten Pub Crawler ist der Londoner Circle Line Pub Crawl. Die Circle Line ist eine der Londoner U-Bahnlinien, die  auf einer Strecke von 27,2 Kilometern einmal kreisförmig durch den inneren Stadtbereich führt. Kreisförmig ist nicht so ganz richtig, die Streckenführung sieht eher aus wie ein Kreis auf den jemand getreten hat.

Die Circle Line hat 27 Stationen und die Herausforderung an die Pub Crawler besteht darin, an jeder U-Bahnstation auszusteigen und im nächstgelegenen Pub ein Bier zu trinken. Das macht insgesamt 28 Glas Bier, denn das letzte Glas muss im Anfangspub getrunken werden. Im Internet gibt es sogar eine eigene Webseite, die die nächstgelegenen Pubs an den einzelnen Stationen nennt.

Die Tour dauert so ca zwölf Stunden und es wird dringend empfohlen, jeweils nur ein halbes Pint pro Pub zu sich zu nehmen, wobei immerhin ca acht Liter zusammenkommen (1 Pint entspricht 0,568 Litern). Es gibt aber auch Männer (es sind wohl fast nur Männer, die diese Tortur auf sich nehmen), die  diese “Half-Pint-Circle-Line-Crawler” als Weicheier bezeichnen und in jedem Pub ein ganzes Pint zu sich nehmen, was einem Konsum von 15,904 Litern entspricht. Es sollen überwiegend trinkfeste Australier sein, die diese gewaltige Biermenge in sich hineinkippen und dann auch noch halbwegs aufrecht stehen können.
Die Webseite für die Circle Line Pub Crawler empfiehlt den ganz besonders Durstigen, nach Bewältigung der Strecke, noch ein Abschluss-Pint am Leicester Square zu sich zu nehmen…

Paddington Station – Eine der U-Bahnstationen der Circle Line.
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The Pride of Paddington nahe der U-Bahnstation Paddington – Ein Pub, der für den Circle Line Pub Crawl in Frage kommt.
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Published in: on 20. September 2012 at 02:00  Kommentare (1)  
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Marmite – Der Brotaufstrich, der geliebt und gehasst wird

An Marmite scheiden sich die Geister. Die einen können sich ein Frühstück ohne Marmite auf dem Toast nicht vorstellen, anderen wird schon beim Anblick des quetschbaren Kunststoffbehälters übel.

Marmite ist ein Brotaufstrich, der überwiegend aus Hefeextrakt besteht. Dafür werden die beim Bierbrauen bei der alkoholischen Gärung anfallenden Hefekulturen verwendet. Das Produkt wird auch heute noch in Burton-on-Trent in Staffordshire hergestellt, einer Stadt, in der es einmal 30 Brauereien gab; den Grundstoff für Marmite gab es also direkt vor Ort. Heute hat sich die Brauereilandschaft in der Stadt durch Übernahmen und Zusammenschlüsse stark verändert. Ich habe vor vielen Jahren noch die Bass Brauerei besichtigt, die von dem US-Konzern Coors übernommen worden ist.

Seit 1902 wird Marmite hergestellt, und die Soldaten im Ersten Weltkrieg bekamen es wegen des hohen Nährwertes zugeteilt. Was hat man dem Hefebrotaufstrich nicht schon alles an Wunderdingen angedichtet? Er soll  gegen Moskitostiche und die morgendliche Übelkeit von schwangeren Frauen helfen usw. Andererseits hat Marmite einen hohen Salzgehalt und beinhaltet sehr viele Zusatzstoffe, so dass der Verkauf in Dänemark verboten worden ist.
Neuere wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass der hohe Vitamin B3-Anteil das Immunsystem des Körpers wesentlich stärkt.

Wie auch immer: “Love it or hate it.”

Wer jetzt Appetit bekommen hat, der kann sich Marmite problemlos in Deutschland beschaffen, z.B. beim The English Shop, dort kostet ein 500 Gramm-Behälter €11.99.

Marmite unterhält bei Youtube einen eigenen Kanal. Sehr schön ist diese Szene mit einem Corgi, der sicher nicht zur Fraktion der Marmite-Fans gehört.

Das Buch zum Artikel:
Andrea O’Connor: The Bumper Book of Marmite. Absolute Press 2009. 144 Seiten. ISBN 978-1906650124.

Published in: on 4. September 2012 at 02:00  Kommentare (3)  
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Bubble and Squeak – Ein beliebtes Resteessen in England

Author: Tarquin Binary. – This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic license.

Was vom Sunday Roast übergeblieben ist, wird traditionell gern am Montag verzehrt und man nennt das Ganze dann Bubble and Squeak. Es gibt dafür also kein festgelegtes Rezept, aber in der Regel besteht das Essen aus Gemüse, Kartoffelbrei, Spiegelei, Schinken oder den Fleischresten vom Vortag; vergleichbar am ehesten mit dem deutschen Bauernfrühstück.

Der lautmalerische Name des Essens soll daher kommen, dass, wenn man die ganzen Zutaten in eine Pfanne gibt und diese erhitzt, Blasen (bubbles) und quietschende Geräusche (squeaks) entstehen.

Die erste “Bubble and Squeak”-Erwähnung ist in dem Kochbuch “A new system of domestic cookery: formed upon principles of economy, and adapted to the use of private families” von Maria Eliza Ketelby Rundell aus dem Jahre 1808 zu finden.

Bubble and Squeak ist eines jener englischen Gerichte, die merkwürdige Namen tragen; ich denke da auch an Toad in the Hole, Spotted Dick, Neeps and Tatties oder Bangers and Mash.

Wie so oft haben sich auch auch englische Starköche dieses traditionellen Gerichts angenommen und verfeinert und so gibt es spezielle Bubble and Squeak-Rezepte von Delia Smith, Nigel Slater und Jamie Oliver.

In diesem Film wird gezeigt wie man Bubble and Squeak herstellt.

Published in: on 23. Juli 2012 at 02:00  Kommentare (1)  
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Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener – Jetzt ist sie in Großbritannien unterwegs

Die sympathische Fernsehköchin, Buchautorin und Restaurantbesitzerin Sarah Wiener ist wieder unterwegs. Nach ihren Rundfahrten mit ihrem Käfer-Cabrio durch Frankreich, Italien und Österreich hat sie sich jetzt im Jahr des Diamond Jubilees und der Olympischen Spiele Großbritannien vorgenommen. Auf dem Sender arte startet am 11. Juni, jeweils um 19.30 Uhr, ihre zehnteilige Serie “Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener in Großbritannien“.

Hier sind die zehn Stationen:

11. Juni: Whitby (North Yorkshire) – Zu Gast bei Paul Gildroy im Magpie Café - Rezept: Fish’n’Chips mit Sauce tartare

12. Juni: Machynlleth (Powys in Wales) – Zu Gast bei Gareth Jones im The Wynnstay Hotel und Restaurant – Rezept: Cheddar Fritters und Honig-Lamm mit Seegras-Küchlein und Minzsauce

13. Juni: Colbost bei Dunvegan auf der Isle of Skye in Schottland – Zu Gast bei Michael Smith im The Three Chimneys – Rezept: Lachs-Kedgeree & Cranachan

14. Juni: Pickering (North Yorkshire) – Zu Gast bei Victor Buchanan in The White Swan Inn – Rezept: Gebratenes Moorhuhn auf Sauerteigbrot mit Kartoffelchips

15. Juni: Polegate (East Sussex) – Zu Gast bei Neil Wakefield in The Sussex Ox – Rezept: Roastbeef mit Gemüsesauce, Yorkshire Pudding & Austern

18. Juni: Isle of Man – Zu Gast bei Tim Croft, Besitzer eines Fischgeschäfts – Rezept: Jakobsmuscheln auf Blutwurstscheiben an Apfelkompott und Apfelsauce

19. Juni: Corfe Castle Railway Station (Dorset) in einem Waggon der Swanage Railway (wetterbedingt) – Rezept: Typisch englisches Picknick

20. Juni: Belle Isle Estate (County Fermanagh in Nord-Irland) – Zu Gast bei Liz Moore in der Belle Isle Cookery School – Rezept: Venision, Champ & Wirsing

21. Juni: Cornwall – Zu Gast bei Jill Jobson – Rezept: Frühstück

22. Juni: Waltham Abbey (Essex) – Zu Gast bei Tony Lane im The Pie and Mash Shop - Rezept: Aal in Gelee und Pie & Mash

Die DVD zu der Fernsehserie erscheint am 30. Juni.

Published in: on 5. Juni 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Der Baddeley Cake im Londoner Drury Lane Theatre

Robert Baddeley, der Spender des nach ihm benannten Kuchens, in seiner letzten Rolle als Moses in Sheridans “School for Scandal”. This image is in the public domain.

Vor einigen Jahren habe ich einmal das Londoner Theatre Royal in der Drury Lane besichtigt (übrigens eines der “most haunted theatres” in England). Leider habe ich bisher noch keine Vorstellung dort besucht.

In diesem Theater spielt sich jedes Jahr am 6. Januar (Twelfth Night) eine besondere Zeremonie ab: Nach dem Ende der Vorstellung wird dann der sogenannte Baddeley Cake angeschnitten. Robert Baddeley (1733–1794) war ein Schauspieler, der ab 1762 bis zu seinem Tod im Theatre Royal arbeitete. Seine letzte Rolle war die des Moses in Richard Brinsley Sheridans Stück “The School for Scandal” (dt. “Die Lästerschule”). Bevor Baddeley starb, legte er testamentarisch fest, dass jedes Jahr am 6. Januar im Green Room des Theaters Wein und Kuchen für die Theatertruppe gereicht werden soll. Die dafür notwendigen £3  sollten aus seinem Vermächtnis entnommen werden.

Dieser Brauch, der erstmals am 6. Januar 1796 vollzogen wurde,  hat sich bis heute gehalten. Seit ab 1975 Alan Barrett aus Bath den Baddeley Cake gestaltete, nahm er die Form einer Modetorte an, d.h. jedes Jahr war die Vorstellung vom 6. Januar maßgebend für das Aussehen des Cakes. So gab es schon Torten mit Motiven aus  Hello Dolly, Pirates of Penzance, 42nd Street, Miss Saigon und My Fair Lady.

Ab 2009 hat die Firma Squires Kitchen die Gestaltung des Baddeley Cakes übernommen und das Thema der letzten Torte im Januar 2012 war”Shrek the Musical“, das hier seit geraumer Zeit mit großem Erfolg aufgeführt wird.

Das Theatre Royal, Drury Lane. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Paul Gillett

Published in: on 24. Mai 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Bring-Your-Own-Restaurants – Hier kann man seinen Wein selbst mitbringen

Wenn man so eine Flasche in sein BYO-Top-Restaurant mitbringt, blamiert man sich bestimmt nicht. - User: Ile-de-re. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

In manchen Lokalen der einfacheren Art, die über keine Ausschanklizenz von Alkoholika verfügen,  konnte man in England schon immer seinen Wein mitbringen. Einige verlangen ein geringes Korkgeld dafür, andere nicht.

Seit einigen Jahren hat die Zahl dieser Bring Your Own (BYO)-Restaurants zugenommen und zwar nicht auf dem Sektor der Billiglokale, sondern in dem Bereich der hochpreisigen Restaurants.

Es gibt viele Leute, die einen Abend in einem angenehmen Restaurant bei einem schönen (auch teueren) Essen verbringen wollen, aber die oft hohen Preise für eine Flasche Wein nicht bezahlen wollen. In vielen Restaurants wird der Einkaufspreis des Weines mit 3 oder 4 multipliziert und auf der Karte angeboten. Dabei erzielen die Restaurants ihre höchsten Gewinne; das Essen selbst wirft meist nicht so viel ab. Kein Wunder, dass man auf diese sprudelnde Einnahmequelle nicht so ohne weiteres verzichten möchte.
Aber eine zunehmende Zahl der englischen Restaurantbesucher möchte es anders und so musste man sich wohl oder übel darauf einstellen.

Es gibt Top-Restaurants, die ein immenses Korkgeld erheben, so z.B. muss man in Londons L’Atelier de Joel Robuchon £50 bezahlen, um sich seine eigene Flasche am Tisch servieren zu lassen. Londons Pied à Terre verlangt ebenfalls £50, reduziert das Korkgeld aber auf £25, wenn man eine weitere Flasche von der eigenen Karte bestellt. Das Restaurant des Ritz Hotels fordert sogar £85 beim Mitbringen einer Flasche Champagner.
Es versteht sich von selbst, dass man in Restaurants dieser Kategorie keine Flasche Billigwein mitbringt, das würde denn doch beim Sommelier ein tiefes Stirnrunzeln verursachen; nein, eine besonders gute, hochpreisige Flasche sollte es schon sein.

Es gibt sogar schon Restaurants, die BYO erlauben und die dadurch Umsatzsteigerungen erzielt haben. Der Guardian sprach bereits von einer “Bring-your-own bottle revolution”, so beliebt ist diese Bewegung geworden und es gibt im Internet Verzeichnisse von BYO-Restaurants.

Wer z.B. in Englands Austern-Stadt Whitstable in Kent seinen eigenen Wein zum Essen mitbringen möchte, der hat gleich zwei Restaurants zur Auswahl, die das akzeptieren: Wheelers Restaurant, die gar kein Korkgeld erheben, und Jojo’s, bei denen man £2 (für bei Tesco gekauften Wein jedoch £5???) bezahlen muss.

In Deutschland kenne ich keine BYO-Restaurants; vielleicht schwappt diese Bewegung ja irgendwann einmal über den Kanal zu uns über.

Published in: on 25. April 2012 at 02:00  Kommentare (3)  
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Ludlow in Shropshire – Die Stadt des guten Geschmacks

Das Ludlow Food Festival. - © Copyright David Stowell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ludlow ist eine wirklich sehenswerte Kleinstadt. Ich erwähnte sie in meinem Blog schon einmal, als ich das Feathers Hotel vorstellte, eines der schönsten Gebäude dort.
Ludlow steht in dem Ruf, einer wichtigsten Orte für Feinschmecker im ganzen Land zu sein. Hier gibt es ausgezeichnete Restaurants und das Essen und Trinken ist für die Bewohner sehr wichtig. So schloss sich Ludlow als erste englische Stadt der Cittaslow-Bewegung an (vielleicht sollte man Ludlow in Ludslow umtaufen), die genussvolles, bewusstes und regionales Essen propagiert.
Mr. Underhill’s Restaurant kann sich schon seit vielen Jahren eines Michelin-Sterns rühmen und ist jetzt schon 31 Jahre in Ludlow ansässig.
La Bécasse steht auf der Liste der 100 besten Restaurants, die die Sunday Times erstellt hat, auf Platz 24.

Jedes Jahr findet in der Stadt in Shropshire das Ludlow Food Festival statt (in diesem Jahr vom 7.-9. September), bei dem über 150 lokale und regionale Nahrungsmittelproduzenten ihre Produkte vorstellen. Zu Füßen des Ludlow Castles und auch im Inneren der Burg, sind dann jede Menge Stände aufgebaut, an denen man alle Waren probieren kann.
Auch in diesem Jahr wird es wieder den Ludlow Sausage Trail geben, bei dem die örtlichen “family butcher” aufgesucht werden können, die dann spezielle Wurstsorten anbieten, und den Real Ale Trail, der durch die örtlichen Pubs führt.

Ludlow verfügt natürlich auch über eine eigene Brauerei, die Ludlow Brewing Company (hier ein Film über die Brauerei), die Biere mit den merkwürdigen Namen Black Knight, Boiling Well und Stairway herstellt.

Ein Besuch in Ludlow, das von John Betjeman als “the perfect historic town” bezeichnet wurde, lohnt sich immer und man sollte möglichst über Nacht hier bleiben, denn im Dunkeln entwickelt die Stadt eine ganz besondere Atmosphäre.

Hier ist ein ausführlicher Filmbericht über das Food Festival 2010.

Ludlow Marches Food and Drink Festival
Stone House
Corve Street
Ludlow
Shropshire
SY8 1DG
Tel. 01584 873957

Das Buch zum Artikel:
David Lloyd: Ludlow. Nonsuch Publishing 2005. 128 Seiten. ISBN 978-1845881597.

Published in: on 21. April 2012 at 02:00  Kommentare (7)  
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Spotted Dick – Eine beliebte Süßspeise mit einem leicht anrüchigen Namen

Photographer: Justinc. - This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Um wieder einmal die Wikipedia zu zitieren: “Spotted dick ist ein in Großbritannien verbreiteter gedämpfter oder gebackener  Pudding aus Rindernierenfett und Trockenfrüchten (meistens Korinthen), der üblicherweise mit Custard serviert wird”. Das klingt vielleicht nicht besonders verlockend, der Spotted Dick ist aber in England sehr beliebt. Vor kurzem sah ich diese Süßspeise in einem Pub angeboten, allerdings habe ich sie noch nie probiert.

Die Engländer haben ja schon einige komische Namen für ihre Speisen gewählt, wenn ich an Bubble and Squeak oder Bangers and Mash denke. Der Spotted Dick gehört mit in diese Kategorie. Da “dick” im Sprachgebrauch auch “Penis” heißt, gibt das der Süßspeise einen besonderen Touch.
Beim Bestellen des Spotted Dick werden immer mal wieder anzügliche Bemerkungen gemacht, so dass man z.B. in einigen Kantinen aus dem Spotted Dick einen Spotted Richard oder Sultana Sponge machte, aber irgendwie war das alles nicht das richtige und man kehrte immer wieder zu dem Originalnamen zurück.

Eine Version wie der Name “dick” zustande kam, ist, dass er sich aus pudding-> puddink -> puddick -> dick ableitet. Egal, ob das nun stimmt oder nicht: Spotted Dick bleibt ein beliebter Pudding im Vereinigten Königreich.

Wer diese Nachspeise mit dem “giggle factor” selbst einmal machen möchte, hier ist das Rezept. Man kann es auch in der Dose kaufen, z.B. hier.

Dieser Film zeigt im Detail wie man Spotted Dick herstellt.

Das Buch zum Artikel:
Brian Turner: Brian Turner’s Favourite British Recipes – Classic Dishes from Yorkshire Pudding to Spotted Dick. Headline Book Publishing 2003. 224 Seiten. ISBN 978-0755310920.

Published in: on 22. Februar 2012 at 02:00  Kommentare (1)  
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Hobbs House Bakery in Chipping Sodbury (South Gloucestershire) und die Fabulous Baker Brothers

Als ich vor einigen Tagen in der Church Street in Tetbury (Gloucestershire) die Auslagen einer Buchhandlung betrachtete, fiel mir ein Buch auf, das dort ausgestellt war und den Titel “The Fabulous Baker Brothers” trug. Auf dem Schutzumschlag waren zwei Männer zu sehen, die vor der Hobbs House Bakery standen. Als ich mich umdrehte, blickte ich auf die… Hobbs House Bakery. Wie das, fragte ich mich, über diesen kleinen Laden ist ein Buch geschrieben worden? Ich forschte nicht weiter nach, bis ich jetzt auf den britischen Bestsellerlisten genau dieses Buch unter den Top Ten wiederfand.

Also: Die Fabulous Baker Brothers sind die beiden Brüder Tom und Henry Herbert, die zurzeit mit ihrer Koch- bzw. Backshow beim Sender Channel Four viel Erfolg haben. Der Laden in Tetbury ist eine Filiale ihres Hauptgeschäfts in Chipping Sodbury (South Gloucestershire), das auch auf dem Buchumschlag abgebildet ist und nicht weit entfernt liegt.

Tom Herbert ist von Beruf Bäcker, dessen Backwaren nicht nur in den südlichen Cotswolds sehr begehrt sind. Sein berühmtes “Shepherd’s Loaf” ist das teuerste Brot Großbritanniens; im Laden kostet es stolze £12, wenn man es sich zuschicken lassen will, kostet es  £21. Viele Prominente, die in den Cotswolds wohnen, gehören zu den Stammkunden der Hobbs House Bakery.

Gleich nebenan hat Bruder Henry Herbert seinen Fleischerladen. Er ist gelerneter Koch, der sogar im Londoner 2-Sterne-Restaurant “Le Gavroche” gearbeitet hat, dann aber zur Verwunderung seiner Kollegen seine Karriere in der Gastronomie aufgab und den Fleischerladen in Chipping Sodbury übernahm. Seine Produkte sind alle “free range” und stammen überwiegend aus der nahen Umgebung.

Hobbs House Bakery und Hobbs House Butchery ergänzen sich optimal in ihrem Angebot und die beiden Brüder arbeiten sehr gut zusammen.
Neben dem hervorragenden Brot, das im Hobbs House verkauft wird, gibt es eine große Auswahl an Kuchen und Torten, aus denen der Sodbury Cake besonders herausragt. Die Queen Mum liebte diesen Kuchen so sehr, dass sie sich ihn immer, wenn sie in Highgrove (der Landsitz von Prince Charles, der gleich um die Ecke liegt) zu Gast war, bringen ließ.

Es läuft also im Augenblick alles rund für die “Fabulous Baker Brothers”, die auch noch Filialen in Cirencester und Nailsworth betreiben: Ihre Fernsehshow kann sich gut gegen die Konkurrenzsendung der BBC “The Great British Bake Off” behaupten und das Buch zur Sendung verkauft sich hervorragend.

In diesem Film sind die beiden Brüder in voller Aktion zu sehen.

Hobbs House Bakery,
Hatters Lane, Chipping Sodbury,
Bristol BS37 6AA
Tel. 01454 321 629

Das Buch zum Artikel:
Tom Herbert und Henry Herbert: The Fabulous Baker Brothers. Headline 2012. 256 Seiten. ISBN 978-0755363650.

Die historische Marktstadt Chipping Sodbury. - © Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 4. Februar 2012 at 02:00  Kommentare (1)  
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The Original Maids of Honour – In Richmond (Surrey) werden sie hergestellt

Author: Amanda Slater. - This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

In der berühmten Bäckerei The Original Maids of Honour  in Richmond in Surrey stellt man einen Kuchen her, der Maids of Honour heißt und der auf eine lange Geschichte zurückblicken kann.
Heinrich VIII soll einmal Anne Boleyn und ihre Maids of Honour dabei “erwischt” haben wie sie gerade einen besonders schmackhaften Kuchen aßen. Er probierte davon und war so begeistert davon, dass er das Rezept sofort beschlagnahmte und in einer verschlossenen Kiste im Richmond Palast aufbewahren ließ.
Anfang des 18. Jahrhunderts wurde das Rezept einer Bäckerei in Richmond übergeben, die dann diese kleinen Kuchen herstellte; sehr zur Freude der mondänen Gesellschaft Richmonds.

Die  Original Maids of Honour-Bäckerei befindet sich seit 1887 bis heute an der Kew Road in Richmond, im Südwesten Londons, wo man die Kuchen kaufen und im angeschlossenen Café auch gleich probieren kann. Das Rezept für die Maids of Honour ist übrigens immer noch streng geheim. Gebacken werden die Kuchen an jedem Tag, inklusive Samstag und Sonntag, und wer in der Umgebung der Bäckerei in Richmond wohnt, kann sich die süßen Sachen auch nach Hause bringen lassen, in einem Lieferwagen der Marke Austin, der in den 1930er Jahren gebaut wurde.
Die Bäckerei an der Kew Road befindet sich direkt neben den Royal Botanical Gardens.

The Original Maids of Honour
288-290 Kew Road
Richmond, TW9 3DU
Tel. 020 8940 2752

Mit diesem alten Austin werden die Kunden der Bäckerei beliefert. - © Copyright Stefan Czapski and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 29. Januar 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Grasmere (Cumbria) – Hier wird ein spezieller Lebkuchen hergestellt

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Bei dem Wort “Lebkuchen” denkt man in Deutschland unwillkürlich an Nürnberg, von wo das wohl bekannteste Weihnachtsgebäck hierzulande stammt.
In England gilt Market Drayton in Shropshire als die Lebkuchenstadt und bereits am Ortseingang wird man von einem Schild begrüßt auf dem zu lesen steht “Market Drayton – Home of Gingerbread”.

Doch auch in Grasmere, im Nordwesten des Landes, in der Grafschaft Cumbria, steht eine Institution, die mit Lebkuchen zu tun hat: Der Grasmere Gingerbread Shop. Viele Touristen kommen in diesen Teil des Lake Districts, um sich das Dove Cottage anzusehen, wo einer der berühmtesten Dichter Englands, William Wordsworth, lange Jahre wohnte.

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts stellte eine gewisse Sarah Nelson in Grasmere nach einem bis heute geheim gehaltenen Rezept Lebkuchen her und dieses geheimnisvolle Rezept liegt im Tresor der National Westminster Bank in Ambleside (Cumbria).

Sarah Nelsons Original Celebrated Grasmere Gingerbread kann man ausschließlich im dortigen Laden oder über die Webseite des Shops online kaufen.

Englands Fernsehkoch Jamie Oliver äußerte sich einmal enthusiastisch über den Lebkuchen aus Cumbria und meinte, er sei der beste, den er je gegessen hätte (sorry Market Drayton!) und Londons Chefkoch Gennaro Contaldo (vom Restaurant “Passione”) sagt sogar, dass der Grasmere-Lebkuchen der beste der Welt sei (sorry Nürnberg!).
Der täglich frisch gebackene Lebkuchen ist so berühmt, dass auch Prominente nach Grasmere kommen, um hier einzukaufen; so wurden im Laden auch schon einmal Tom Cruise und Nicole Kidman gesichtet.

Wer also einmal in der Nähe von Grasmere sein sollte, dem sei ein Besuch in dem winzigen Shop empfohlen. Hier ist die Adresse:

Church Cottage
Grasmere
Ambleside, Cumbria LA22 9SW
Tel. 015394 35428

und hier ein interessanter Film über die Herstellung des Lebkuchens in Grasmere.

Das Buch zum Artikel:
Jack Hallam: The Gingerbread Ladies – the Rags-to-Riches Story of Sarah Nelson, the Creator of Lakeland’s Celebrated Gingerbread. Hallam 1979. 36 Seiten (antiquarisch noch erhältlich).
 

Published in: on 5. Januar 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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London Particular – Der Nebel und die Erbsensuppe

Author: Qfamily. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Noch heute meinen viele Menschen, die nie in London waren,  dass hier ständig Nebel über der Stadt liegt und man zeitweise nicht die Hand vor den Augen sehen kann. Nun, das stimmte auch eine Zeit lang, aber seitdem 1956 der Clean Air Act in Kraft trat, wodurch Privathaushalte keine Kohle mehr in ihren Öfen verfeuern durften, ist dieser Spuk vorbei und die Qualität der Londoner Luft ist deutlich besser geworden (obwohl einem die Autoabgase auch ganz schön zu schaffen machen).
Damals sagte man vom Londoner Nebel, er sei dick wie Erbsensuppe, ein richtiger “pea souper” oder man sprach auch vom “London Particular“, ein Begriff, den schon Charles Dickens in seinem Roman “Bleak House” verwendete.

Die Köche des historischen Restaurants “Simpson’s-in-the-Strand” sollen die Erfinder der Erbsensuppe gewesen sein, die noch heute den Namen “London Particular” trägt. Die Hauptzutaten für diese wärmende Suppe, die natürlich in der kalten Jahreszeit sehr beliebt ist,  sind gelbe oder grüne Erbsen, Sellerie, Karotten, Zwiebeln und Schinken. Wer das einmal nachkochen möchte, hier ist ein Rezept der berühmten Fernsehköchin Delia Smith.

Hier ist ein Film über den Londoner Nebel Anfang der 1950er Jahre.

Published in: on 22. Dezember 2011 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Kippers aus Craster (Northumberland) – Die Besten der Besten

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Wenn ich mehrere Tage hintereinander im Hotel das typisch englische Frühstück mit Rührei, Schinken, Würstchen usw. zu mir genommen habe, möchte ich auch einmal etwas anderes essen und so bestelle ich mir dann meistens einen Kipper.

Ein Kipper ist ein kalt geräucherter, vorgesalzener Hering mit oder ohne Kopf, der vom Rücken her gespalten wird und nur noch an den Bauchseiten zusammen hängt“, so das Lebensmittel-Lexikon. Der Kipper wird zum Frühstück warm serviert, ist sicher nicht jedermanns Sache, aber man sollte ihn einmal probieren.

Die besten Kipper kommen aus der kleinen Hafenstadt Craster in Northumberland. Dort ist die Fischräucherei der Firma L. Robson & Sons  schon seit 1906 tätig, die die Kippers auf traditionelle Weise herstellt. Etwa 16 Stunden hängen die Heringe in der Räucherei, deren Feuer durch Sägemehl aus Eichenholz genährt wird, das wiederum den Fischen ihren typischen Geschmack gibt. Ein gutes Hotelrestaurant weist auf der Frühstückskarte extra darauf hin, dass seine Kipper aus Craster kommen.

Außer den Kippers räuchert die Firma Robson & Sons auch noch Lachs, Schellfisch und Dorsch. Wenn man schon einmal in Craster ist, sollte man die Produkte der Firma auch vor Ort probieren und zwar in deren “Craster Fish Restaurant“, das auf dem Gelände der Räucherei liegt.

Wie Craster Kippers hergestellt werden, zeigt dieser Film.

L. Robson & Sons Ltd.
Craster, Northumberland, NE66 3TR
Tel. 01665 576223

Das Buch zum Artikel:
Colin Biott: We Can Mind the Time – Memories of Craster People. Craster Community Development Trust 2005. 160 Seiten. ISBN 978-0955085901.

Die Räucherei der Fa L. Robson & Sons. - © Copyright Joan Sykes and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Hafen von Craster; im Hintergrund das Dunstanburgh Castle. - © Copyright Joan Sykes and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.



Published in: on 6. Dezember 2011 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Aktuelle Kochbücher auf den englischen Bestsellerlisten

Obwohl die englische Küche noch immer nicht den allerbesten Ruf hat (zu Unrecht, denn ich habe in englischen Restaurants  schon sehr gut gegessen) und man sie auf dem Kontinent mit Fish & Chips, Lamm mit Pfefferminzsoße oder Yorkshirepudding mit Gravy gleichsetzt – Das Interesse der Engländer an TV-Kochshows und an Kochbüchern ist groß und so finden sich regelmäßig Bücher zum Thema Kochen (oft Begleitbücher zu Fernsehshows) auf den vorderen Plätzen der Bestsellerlisten.

Hier ist eine Auswahl mit dem Stand Ende November 2011:

- Jamie Oliver: Jamie’s Great Britain. Jamies Bücher verkaufen sich hervorragend in England, einige sind auch in deutscher Übersetzung erschienen. Er wuchs schon als Kind im Restaurant seiner Eltern auf, die noch heute den Gastropub “The Cricketers” in Clavering bei Saffron Walden in Essex betreiben. In seinem aktuellen Buch bricht Jamie Oliver eine Lanze für die britische Küche. Auch visuell ist dieses Buch ein Genuss. Basierend auf seiner Fernsehserie.

- Lorraine Pascal: Home Cooking Made Easy. Die in der Karibik geborene Lorraine Pascal war erst Model, bevor sie ihre Liebe fürs Kochen entdeckte. Durch ihre BBC-Fernsehshow “Baking Made Easy” wurde sie landesweit bekannt und das unter dem gleichen Titel erschienene Begleitbuch war ein durchschlagender Erfolg. Im September und Oktober diesen Jahres wurde die Nachfolgeserie “Home Cooking Made Easy” ausgestrahlt und wieder parallel dazu ein Buch auf den Markt gebracht, das sich seit Wochen auf den Bestsellerlisten hält.

- Hugh Fearnley-Whittingstall: Veg – River Cottage Everyday. Hugh Fearnley-Whittingstall betreibt seine “River Cottage” Kochsendungen auf Channel 4. In seiner letzten Show, die im Herbst diesen Jahres lief, beschäftigte er sich mit Gemüse und in seinem Begleitbuch hat er über 200 Rezepte zusammengestellt, die mehr Appetit auf das “Grünzeug” machen sollen. Auch dieses Kochbuch ist üppig illustriert.

- Linda Collister: Great British Bake Off – How to Bake: The Perfect Victoria Sponge and Other Baking Secrets. Im Sommer 2010 startete die BBC ihre neue Kochshow “The Great British Bake Off“, eine der auch in Deutschland beliebten Kochwettbewerbe, in der Amateurbäcker gegeneinander antreten, von denen in jeder Sendung einer herausgewählt wird, bis am Schluss der Sieger übrigbleibt. Über 120 Rezepte sind in diesem Buch der BBC zusammengefasst – kurz vor Weihnachten ein sehr beliebtes Thema.

Published in: on 29. November 2011 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  

Borough Market – Einer der größten Lebensmittelmärkte Londons

© Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die London Lifestyle Awards wurden im vorigen Jahr erstmals vergeben und der Sieger in der Kategorie London Food Market of the Year  war der Borough Market, der im Stadtteil Southwark in den Hallen unterhalb der verlängerten London Bridge angesiedelt ist.

Der Borough Market ist “posh”, d.h. hier kaufen auch die Londoner Feinschmecker ein, die Köche der großen Restaurants und die vermögenden Bewohner der Metropole, für die die gehobenen Preise des Marktes keine Rolle spielen.
Der nur donnerstags bis samstags geöffnete Markt bietet eine riesige Auswahl an einheimischen und internationalen Produkten an. Ursprünglich war der Borough Market ein reiner Obst- und Gemüsemarkt; mittlerweile gibt es aber auch viele andere Dinge hier zu kaufen.
Die “Wine Pantry” z.B. hat sich auf den Verkauf englischer Weine und Sekte spezialisiert und soll die größte Weinhandlung dieser Art in ganz Großbritannien sein.
The Sausage Man” bietet Wurst und Schinken aus dem Schwarzwald an.
Une Normande à Londres” hat eine riesengroße Auswahl an französischem Käse.
Der Stand von “Utobeer” an der Middle Row hat sich auf Biere aus der ganzen Welt spezialisiert.
The Rabot Estate” an der Stoney Street importiert edle Kakao-Produkte von der Karibikinsel St. Lucia.

Das ist nur eine kleine Auswahl aus dem riesigen Angebot, das man auf dem Borough Market findet. Hier kann man wirklich einen ganzen Tag zubringen, ohne dass es langweilig wird.

In einigen britischen Filmen wurden Szenen auf dem Borough Market gedreht, so. z.B. in “Lock, Stock and Two Smoking Barrels” (dt. “Bube, Dame, König, grAS”) und “Bridget Jones’s Diary” (dt. “Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück”).

Hier ist ein Film über den Borough Market zu sehen.

Borough Market
8 Southwark Street
London SE1 1TL
Tel. 020 7407 1002

Das Buch zum Artikel:
Ptolemy Dean: The Borough Market Book -  From Roots to Renaissance. Civic Books 2006. 192 Seiten. ISBN 978-1904104902.

Pork Scratchings – Beliebter Pubsnack aus Schweinehaut

Der Pubsnack in Großaufnahme. - This work has been released into the public domain by its author, Hassocks5489

“These deep-fried pig carcass salted snacks are popular in pubs, where the greasy, hairy morsels can be washed down with beer in an attempt to stop them  simply coming straight back up again”, so beschreibt Iain Aitch in seinem wunderschönen Buch “We’re British, Innit?” (Collins 2008, ISBN 978-0-00-727132-0) den besonders von Pubbesuchern heiß geliebten Snack.

Was ist das nun genau? Pork Scratchings sind in Tüten abgefüllte fritierte und gewürzte Schweineschwarten. Diese knusprigen Teilchen isst man am besten zu einem Pint Bitter oder Lager. Das eine oder andere zurückgebliebene Schweinehaar sollte einen allerdings nicht stören, auch sollte man vor dem Verzehr überlegen, ob die Zähne das aushalten.

Pork Scratchings kommen ursprünglich aus dem Black Country, das ist die Region nördlich und westlich von Birmingham.
Der größte Hersteller dieses Snacks ist Mr Porky, eine zur Tayto-Gruppe gehörende Firma, die jährlich 20 Millionen Tüten davon verkauft und die auf ihrer Webseite extra darauf hinweist: “Only recommended for people with strong, healthy teeth”. Hier ein Werbspot der Firma.

Wer sich intensiver mit Pork Scratchings beschäftigen möchte, dem kann ich nur die Webseite Hairy Bar Snacks empfehlen; hier findet man wirklich alles, was man zum Thema wissen möchte.

Wer jetzt Appetit auf die Schweineschwärtchen bekommen haben sollte, der kann sich die auch in Deutschland online kaufen, z.B. bei Great British Food . Die “Mr. Porky”-Tüte kostet €1.19.

Hier ist noch ein netter kleiner Sketch mit dem Comedian Harry Hill zum Thema Pork Scratchings zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Greg Gutfeld: Lessons From the Land of Pork Scratchings – A Miserable Yank Finds Happiness in the UK. Simon & Schuster 2009. 239 Seiten. ISBN 978-1-84739-075-2.

Published in: on 30. Oktober 2011 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Wo gibt es den besten Afternoon Tea in Großbritannien?

Eigenes Foto.

Nicht nur in den USA gibt es eine Tea Party-Bewegung, auch im Mutterland des Afternoon Teas ist es wieder “in”, die Zeit zwischen Lunch und Dinner mit einer Kanne Tee und einigen Leckereien zu überbrücken, wobei mir diese Art  “Tea Party” wesentlich sympathischer ist als die US-amerikanische.

Anna Maria Russell, 7. Duchess of Bedford, soll den Afternoon Tea etwa um 1840 “erfunden” haben. Bei meinem Aufenthalt kürzlich im Oakley Court Hotel bei Windsor sah ich, dass dort recht viele Hotelgäste in der Lounge ihren Nachmittagstee zu sich nahmen, der reich mit leckeren Dingen garniert war, wobei ich mich fragte wie man dann 2-3 Stunden später schon wieder zum Abendessen schreiten kann.

Der UK Tea Council zeichnet jedes Jahr drei Etablissements aus, die einen vorbildlichen Afternoon Tea anbieten und das in drei verschiedenen Kategorien. Wer den Tea Guild’s Top Tea Award erhält, der darf sich wie ein Oscar-Gewinner fühlen, denn in der Teebranche gibt es keine höhere Auszeichnung. Wie beim “Michelin” zieht ein Heer von anonymen Testern durchs Land und überprüft Tea Rooms, Pubs und Hotels auf die Qualität ihres nachmittäglichen Angebots. Hier sind die drei Sieger des Jahres 2011:

Den “The Tea Guild Top Tea Place Award” erhielten die Rocke Cottage Tea Rooms bei Clungunford in Shropshire gelegen. In diesem aus dem 17. Jahrhundert stammenden Cottage stimmt nach Meinung der Inspektoren einfach alles: Perfekter, freundlicher und kenntnisreicher Service, ausgezeichnete Qualität der angebotenen Produkte, die alle aus der nähesten Umgebung kommen und angenehmes Ambiente. Auf der Karte finden sich Zusammenstellungen, die so nette Namen haben wie “The Queen of Hearts She Made Some Tarts All On a Summers Day“oder “Polly Put the Kettle  On, We’ll All Have Tea”. 

The Tea Guild Top City & Country Hotel Tea Award 2011” ging an The Angel Hotel im walisischen Abergavenny in Monmouthshire. Auch hier rühmten die Inspektoren den vorbildlichen freundlichen Service, Auswahl und  Qualität des angebotenen Tees und die leckeren Scones und Sandwiches. “The Full Afternoon Tea” kostet hier £16.80 und “The Angel High Tea”  £19.80. Wer möchte, kann das noch mit einem Glas Champagner krönen.

The Tea Guild Top London Afternoon Tea Award 2011” schließlich wurde einem der besten Londoner Hotels verliehen, dem Claridge’s. Hier nimmt man seinen Tee im The Foyer zu sich, von dessen Art Déco-Einrichtung die Inspektoren begeistert waren. In dieser stilvollen Atmosphäre werden vom sachkundigen freundlichen Personal zahlreiche Teesorten angeboten, die in hervorragender Qualität serviert werden. Hier muss man für seinen Afternoon Tea allerdings tiefer in die Tasche greifen: Die Standardausgabe kostet £38. In der Vorweihnachtszeit und bis zum 2. Januar serviert man im Claridge’s den Festive Afternoon Tea mit Weihnachtsgebäck, Stollen und Champagner für £55. Hier ist ein Film über Afternoon Tea bei Claridge’s.

So klingt der “Afternoon Tea” der Kinks.

Das Buch zum Artikel:
Perfect Places for Afternoon Tea (AA Lifestyle Guides). Automobile Association 2011. 304 Seiten. ISBN 978-0749566395.

Rocke Cottage Tea Rooms bei Clungunford. – © Copyright Trevor Rickard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Angel Hotel in Abergavenny. – © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Claridge’s in Mayfair, London. – © Copyright Mr Biz and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das London Restaurant Festival 2011 und das spektakuläre London Eye Dinner

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Das diesjährige London Restaurant Festival findet vom 3. bis zum 17. Oktober statt. 2009 ins Leben gerufen, werden jetzt zum dritten Mal in ganz London in über 600 teilnehmenden Restaurants spezielle Menüs angeboten und Veranstaltungen rund um das Thema Essen durchgeführt. Spitzenköche aus der Hauptstadt, aber auch “Normalköche” aus dem Lokal an der Ecke haben sich in diesem Jahr wieder Gedanken gemacht wie sie ihre Gäste kulinarisch verwöhnen können.

Das Highlight des diesjährigen London Restaurant Festivals dürfte aber wohl das an vier Tagen angebotene Dinner in einer der Gondeln des Riesenrades London Eye darstellen. Vom 3. bis zum 6. Oktober, jeweils ab 19.15 Uhr, werden drei Gondeln zu einem Mini-Restaurant umfunktioniert, in denen jeweils 10 Gäste Platz haben. Der Abend beginnt bei einem Glas Champagner im Savoy Hotel, dann werden die Gäste zum London Eye chauffiert. Hier nimmt man in seiner Gondel Platz und erhält nach jeder vollständigen Rotation des Riesenrades einen neuen Gang des Menüs serviert, jeweils von einem anderen Spitzenkoch zubereitet, u.a. von  Hélène Darroze vom Connaught Hotel und Nuno Mendes  vom Viajante. Es muss schon ein großartiges Erlebnis sein, dieses Menü zu sich zu nehmen und gleichzeitig einen atemberaubenden Blick auf das erleuchtete London zu haben.
Dieser einmalige Abend hat natürlich seinen Preis. Zwischen £12,500-£15,000 kostet eine Gondel, je nachdem ob man den Tag mit einer Übernachtung im Savoy Hotel ausklingen lassen möchte.
Die Einnahmen kommen übrigens einem wohltätigen Zweck zugute.

Das Buch zum Artikel:
“Time Out” London Eating and Drinking Guide 2012. Time Out Guides 2012. 288 Seiten. ISBN 978-1905042630 (Erscheint am 10. Oktober 2011).

Nächtlicher Blick vom London Eye auf die Hungerford Bridge. - © Copyright Paul Gillett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 6. Oktober 2011 at 02:00  Kommentare (2)  
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Der Einfluss englischen Käses auf die nächtlichen Träume

Cheddar - Ideal für "Prominententräume". - This image has been released into the public domain by its author and copyright holder, Jon Sullivan.

Der internationale Ruf englischen Käses konnte nie mit dem seiner französischen Artgenossen mithalten, denn so richtig kann man sich offensichtlich außerhalb der Insel nicht mit den Produkten englischer Kühe anfreunden.
Die British Cheese Board hat in einer Untersuchung herausgefunden, dass der Verzehr englischen Käses, kurz vor dem Schlafengehen, die Träume beeinflussen kann. 200 Testteilnehmer hatten eine Woche lang, eine halbe Stunde, bevor sie ins Bett gingen, 20g Käse zu sich genommen. 72% hatten daraufhin einen angenehmen Schlaf und die meisten konnten sich am nächsten Morgen noch genau an ihre Träume erinnern. Dabei wurde festgestellt,  dass die Käsesorte maßgeblich an der Art der Träume beteiligt war.

Stilton, Cheddar, Red Leicester, British Brie, Lancashire und Cheshire waren die “verabreichten” Käsesorten und hier ist das Resultat der Studie:

Red Leicester ist der optimale Käse, wenn man nostalgische Träume schätzt. Über 60% der Teilnehmer träumten von vergangenen Schultagen, früheren Freunden oder Häusern, in denen sie einmal gewohnt hatten.

Der Verzehr von Stilton rief die wildesten und verrücktesten Träume hervor, besonders bei den weiblichen Testpersonen. Sprechende Stofftiere, vegetarische Krokodile und Parties in Irrenanstalten bevölkerten die Träume der Stilton-Esser.

Britischer Brie ließ die weiblichen Tester z.B. an schönen Stränden entspannen, während die männlichen eher obskure Träume hatten; beispielsweise wurde von einer Unterhaltung mit einem Hund berichtet, in angetrunkenem Zustand.

Die Lancashire-Käse-Esser berichteten überwiegend von Träumen, in denen es um das Berufsleben ging, nicht unbedingt um ihr eigenes, sondern häufig auch um ein anderes “erträumtes” Berufsleben.

Cheddar-Käse ruft wieder ganz andere Träume hervor. Die Teilnehmer berichteten übereinstimmend von Begegnungen mit Prominenten; das waren sowohl Filmschauspieler als auch Fußballstars.

Käse aus Cheshire ist optimal für diejenigen, die nichts mit Träumen am Hute haben. Die meisten schliefen nach dem Verzehr dieses Käses tief und traumlos.

Nigel White vom British Cheese Board meinte: “Now that our Cheese and Dreams study has finally debunked the myth that cheese gives you nightmares we hope that people will think more positively about eating cheese before bed.”

Ob das alles auch für französischen Käse zutrifft, ist mir nicht bekannt.

Wer wilde, verrückte Träume bevorzugt, sollte zu Stilton greifen. - Attr.: Designgeist. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 3.0 Unported license.

Published in: on 3. September 2011 at 04:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Mister Fitzpatrick’s Temperance Bar in Rawtenstall (Lancashire) – Die letzte alkoholfreie Bar Englands

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Eine Bar in England, die keinen Alkohol ausschenkt? Gibt es so etwas? Ja, gibt es, aber nur noch eine und zwar in Rawtenstall in Lancashire.

Während der Industriellen Revolution erlebte der Nordwesten Englands eine starken Bevölkerungszuwachs und damit verbunden eine Zunahme an Alkoholismus, da man an jeder Straßenecke Bier oder Gin kaufen konnte. Als Gegenbewegung entstand die Temperance Movement (Abstinenzbewegung), die einen totalen Verzicht auf Alkohol predigte. Es entstanden sogenannte Temperance Bars, in denen man beispielsweise Ingwerbier, Vimto (Saft von Weintrauben, Himbeeren und schwarzen Johannisbeeren) oder Sarsaparilla (ein Getränk aus Stechwinden) kaufen konnte.

Eine letzte dieser Bars ist übriggeblieben, Mister Fitzpatrick’s Temperance Bar in Rawtenstall in Lancashire. Hier wird nach wie vor kein Alkohol ausgeschenkt, dafür aber die oben erwähnten, exotisch klingenden Getränke.
Malachi Fitzpatrick war der letzte aus der Familie, der die Bar über 50 Jahre lang betrieb, bis ins hohe Alter von 90 Jahren. Danach folgte ein Besitzerwechsel, doch die Bar behielt ihren Namen.

Heute kann man Mister Fitzpatrick’s Produkte auch online kaufen. Wie wäre es einmal mit dem Kräuterlikör Lemon & Ginger Cordial oder mit dem nicht so appetitlich klingenden Blood Tonic oder mit Dandelion & Burdock (ein Mix aus Löwenzahn und Klette)?
Hier ist das alles noch einmal im Film zu sehen.

Mr Fitzpatrick’s
Number 1
Fallbarn Road
Rawtenstall
Rossendale
Lancashire
BB4 7NT
Tel: 01706 234620
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