The Folly Fellowship – Die Organisation, die sich der Erhaltung der Follies verschrieben hat

Eigenes Foto.

Folly wird in Wörterbüchern mit “Reiner Zierbau” oder “Nutzloser Prunkbau” übersetzt. Die englischsprachige Wikipedia definiert den Begriff so:
“In architecture, a folly is a building constructed primarily for decoration, but either suggesting by its appearance some other purpose, or merely so extravagant that it transcends the normal range of garden ornaments or other class of building to which it belongs”.

Follies weisen häufig auch auf die exzentrischen Züge ihrer Erbauer hin, daher finden sich in Großbritannien recht viele davon. Damit diese “Juwelen” britischer Baukunst nicht verfallen oder abgerissen werden, kümmert sich seit 1988 eine Organisation namens The Folly Fellowship um sie.  Ihre Hauptaufgaben: to protect, to preserve and to promote.

Die Organisation nimmt sich in liebevoller Weise dieser “Verrückheiten” an und veröffentlicht dreimal im Jahr das Magazin “Follies“, einmal jährlich “The Follies Journal: The International Journal for Follies, Grottoes, and Garden Buildings” und ein e-Bulletin namens “Foll-e“, das man sich auch online ansehen kann.

Einmal im Jahr kommen die Mitglieder zu einer großen Gartenparty zusammen, bei der Sandwiches und Pimms gereicht werden. Der Höhepunkt dieser Party ist stets die Enthüllung einer speziellen Torte, die in Form eines der besuchten Follies gestaltet ist. Die diesjährige Garden Party fand in den Stowe Landscape Gardens in Buckinghamshire statt.

Über das Thema “Follies” sind schon zahlreiche Bücher geschrieben worden; zuletzt, im Juli 2012, erschien “Follies: Fabulous, Fanciful and Frivolous Buildings” von Gwyn Headley.
Mein Favorit ist nach wie vor “Follies: A Guide to Rogue Architecture in England, Scotland and Wales“, ebenfalls von Gwyn Headley, in Zusammenarbeit mit Wim Meulenkamp, geschrieben. Mein Exemplar stammt zwar aus dem Jahr 1990, ist aber auch heute noch gut verwendbar.

Wer Mitglied in der Folly Fellowship werden möchte (der Jahresbeitrag ist 40 EURO) wende sich an:

Membership Secretary
Folly Fellowship
35 Queensfields West
Bognor Regis
West Sussex
PO21 5SG

Published in: on 15. November 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Beckford’s Tower bei Bath (Somerset) – Ein Turm, in dem man auch wohnen kann

Beckford’s Tower und im Vordergrund das Grab William Beckfords.
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Der Schriftsteller und Exzentriker William Beckford (1760 – 1844) liebte Türme und gab dafür auch eine Menge von seinem reichlich vorhandenen Geld aus. Zuerst ließ er auf seinem Anwesen Fonthill Abbey in Wiltshire den höchsten Turm im gotischen Stil in ganz England bauen, der mit 84 m sogar die Kathedrale von Canterbury übertraf. Insgesamt krachte dieser Turm dreimal in sich zusammen, zuletzt zwei Jahre nachdem Beckford die Fonthill Abbey verkauft hatte. Dieses Mal wurde sie nicht wieder aufgebaut.

Beckford war mittlerweile nach Bath gezogen und wollte dort einen neuen Turm bauen, in den er sich zurückziehen konnte. Auf dem Lansdown Hill, oberhalb von Bath, entstand 1827 schließlich der Beckford’s Tower, in dem der Schriftsteller Teile seiner umfangreichen Kunstsammlung und Bibliothek unterbrachte. 37 m hoch war der Turm nur und Beckford hätte gern noch ein Stück daraufgesetzt, aber vielleicht war er durch die schlechten Erfahrungen mit dem Vorgängerturm gewarnt und so beließ er es bei dieser Höhe.

1995 wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten am Turm vorgenommen, denn es bestand Einsturzgefahr. Heute dient der Beckford’s Tower als Museum, in dem man sich über Beckfords Leben und Wirken informieren kann, und man kann auch auf 154 Stufen die Wendeltreppe bis zur Spitze hinaufsteigen.

Wer das Bedürfnis verspürt, hier weit oberhalb von Bath in dem Turm zu wohnen, kann auch dies tun, denn der Landmark Trust (den ich in meinem Blog schon einmal vorstellte) vermietet im Untergeschoss ein Appartment für drei Personen, das auch den wunderschönen Scarlet Drawing Room umfasst. Sieben Nächte kosten in dem Appartment z.B. im Herbst etwas über £1 000. Informationen darüber bei:
The Landmark Trust
Shottesbrooke
Maidenhead
Berkshire
SL6 3SW
Tel. 01628 825925

Blick auf Bath und den Lansdown Hill. Der Beckford’s Tower liegt ganz oben links auf dem Hügel.
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Follies – Der Charborough Tower in Morden (Dorset)

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Nördlich von Wareham in Dorset, bei dem Dörfchen Morden, liegt ein Folly, das das Countryfile Magazine unter die Top 10 Großbritanniens gewählt hat: Der Charborough Tower, ein 1790 von der Drax-Familie, die hier auch heute noch wohnt, erbauter Turm im gotischen Stil auf dem Gelände des Charborough Park Estates.
Der 30m hohe Turm ist achteckig und scheint fünf Stockwerke zu haben. Vom Charborough House führt ein großartiger Zugang zum Turm; über einen von einer steinernen Balustrade gesäumten, breiten, grasbewachsenen Weg gelangt man zu diesem Dorsetschen Folly, das leider nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Nur an einigen Tagen im Jahr besteht die Möglickeit, sich das Anwesen und den Turm anzusehen, meist in Zusammenhang mit einer Veranstaltung für wohltätige Zwecke.

Im Turm führt eine steinerne Wendeltreppe bis zur Aussichtsplattform, von der aus man seinen Blick über vier Grafschaften schweifen lassen kann. Verziert ist der Charborough Tower mit steinernen Fratzen und Wasserspeiern.

Thomas Hardys Roman “Two on a tower” aus dem Jahr 1882 ist hier angesiedelt. So weit ich ermitteln konnte, ist dieses Buch nie in die deutsche Sprache übersetzt worden.

Charborough Park
Wareham
Dorset
BH20 7EN
Tel. 01258 857204

Charborough House. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright John Lamper

Published in: on 23. Mai 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Knill’s Monument bei St Ives (Cornwall) – Ein Folly eines Exzentrikers

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Der Herzenswunsch des ehemaligen Bürgermeisters der Stadt St Ives an der Nordküste Cornwalls namens John Knill (1733-1811) war es, in einem von ihm selbst entworfenen Mausoleum oberhalb des Ortes für alle Zeiten beigesetzt zu werden. So baute er 1782 auf dem Worvas Hill in der Nähe der Carbis Bay eine 15m hohe dreieckige Pyramide… und dann kam alles anders, als es der leicht exzentrische Knill geplant hatte. Er starb 1811 in London und wurde auch dort beerdigt, auf dem Holborn Cemetery. Gut, dass er das zu seinen Lebzeiten nicht gewusst hat! So blickt auch heute noch Knill’s Monument auf die schöne Landschaft Cornwalls herab.

In seinem Testament stellte Knill Geld für den Unterhalt seines Mausoleums zur Verfügung und auch £25 für eine merkwürdige Zeremonie, die erstmals 1801 in seiner Anwesenheit durchgeführt wurde und die alle 5 Jahre wiederholt wird.
Jeweils  am 25. Juli müssen 10 Mädchen, alle 10 Jahre alt und weiß gekleidet, zum Monument gehen, begleitet von zwei Witwen, einem Geistlichen, einem Geigenspieler, dem Bürgermeister von St Ives und einem Zollbeamten. Dort singen sie alle den 100. Psalm und anschließend tanzen die Mädchen zu den Klängen des Geigenspielers eine Viertelstunde um das Monument. Für diese Bemühungen werden die Teilnehmer der Zeremonie von den hinterlassenen £25 (nicht gerade fürstlich) entlohnt; d.h. £15 entfallen auf die Mädchen, Witwen usw. und £10 ist für ein Abendessen vorgesehen, das Bürgermeister, Geistlicher und Zollbeamter zu sich nehmen, wozu sich jeder zwei Gäste aussuchen darf. Schauplatz des Abendessens: Der George and Dragon Inn in St Ives. Wie weit das Geld für die neun Esser reicht ist mir nicht bekannt, aber vielleicht gelingt es ja dem George and Dragon für ca £1 pro Person ein schmackhaftes Essen zu zaubern.
Die nächste Zeremonie findet am 25 Juli 2016 statt.

Der Roman “The Sign of the Triangle” von Joseph Hocking (1860-1937) spielt übrigens am Knill’s Monument.

Hier ist ein kurzer Filmclip von der Zeremonie und hier vom Monument.

Follies: The Needle’s Eye bei Rotherham (South Yorkshire)

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Nur wenige Kilometer von Rotherham (South Yorkshire) entfernt im Wentworth Park stehen die vier sogenannten Wentworth Follies, von denen ich heute The Needle’s Eye vorstellen möchte. Der 2. Marquis of Rockingham, zweimaliger Premierminister Englands Ende des 18. Jahrhunderts, war der “Schöpfer” dieser rund 15 m hohen Pyramide. Wann sie genau gebaut wurde, ist nicht eindeutig, es muss aber in etwa zwischen 1740 und 1745 gewesen sein.

Warum nun wurde diese steinerne Pyramide, die von einer Urne gekrönt wird, gebaut? Es existiert da eine nette Geschichte, deren Wahrheitsgehalt aber auf sehr tönernen Füßen steht:
Der 2. Marquis of Rockingham soll einmal, während er nicht mehr ganz nüchtern war, eine Wette abgeschlossen haben, bei der er behauptete, er könne eine Kutsche durch ein Nadelöhr fahren. Am nächsten Morgen, bei genauerer und nüchterner Betrachtung dieser Wette, musste er doch feststellen, dass das wohl nicht zu bewerkstelligen ist, es sei denn… er baute einen Torbogen, der breit genug war, um mit einer Kutsche hindurchfahren zu können und nannte das ganze einfach “Needle’s Eye” und schwupps war die Wette gewonnen.
Da in der Pyramide einige Einschusslöcher zu finden sind, wird auch gemutmaßt, dass hier einmal Exekutionen stattgefunden haben könnten.

The Needle’s Eye gibt nach wie vor einige Rätsel auf und bleibt vielleicht für immer ein Geheimnis des 2. Marquis of Rockingham.

Published in: on 31. Dezember 2011 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Übernachtung im Schweinestall? In Robin Hood’s Bay (North Yorkshire) ist das möglich

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Der alte Schmugglerort Robin Hood’s Bay liegt einige Kilometer südlich von Whitby an der Küste von North Yorkshire. Man kann hier in Hotels übernachten, man kann aber auch einen Schweinestall für einen Aufenthalt mieten: Der Landmark Trust macht’s möglich.
Es handelt sich hierbei selbstverständlich um keinen normalen Schweinestall. The Pigsty ist ein Folly, das 1883 von John Barry erbaut wurde, einem Schiffseigner, der in der nahegelegenen Fyling Hall wohnte.

Warum soll man seinen Schweinen eigentlich nicht auch mal was Gutes tun und sie in einem neoklassischen Gebäude mit einer Säulenfront unterbringen? Während der Bauarbeiten soll Barry (zur Verzweiflung der Baufirma) immer wieder Änderungswünsche eingebracht haben, aber schließlich stand der kleine Schweinepalast. Ob die glücklichen neoklassischen Schweine auch ein besonders schmackhaftes Fleisch geliefert haben, ist nicht überliefert.

1920 starb John Barry und sein Pigsty verfiel zusehends. Das marode Gebäude wurde 1988 vom Landmark Trust übernommen, restauriert und mit allen Annehmlichkeiten versehen, um es für Menschen attraktiv zu machen (die Schweine hatten es längst verlassen müssen). Der Landmark Trust vermietet The Pigsty, der für zwei Personen ausgelegt ist, für knapp £900 pro Woche in der Hauptsaison; in der Nebensaison kann man für etwas über £400 hier wohnen.

Wie der Blick vom Pigsty aussieht, kann man in diesem Mini-Clip sehen.

Das Buch zum Artikel:
Robin Lidster: Robin Hood’s Bay and Fylingthorpe Through Time. Amberley Publishing 2009. 96 Seiten. ISBN 978-1848686632.

Published in: on 15. Dezember 2011 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Follies – Der Waterloo Tower in Quex Park bei Birchington (Kent)

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In einem Land, das reich an verrückten Gebäuden, sogenannten Follies, ist, fällt sogar der Waterloo Tower noch besonders auf. Das über 60 m hohe Gebäude, das aus zwei übereinanderstehenden Türmen besteht, ist auf dem Gelände des Quex Parks zu finden, einige Meilen westlich von Margate bei Birchington in Kent.

Im Jahr 1819 wurde hier der Waterloo Tower von John Powell Powell erbaut, und er sollte zwei Funktionen erfüllen: Er beherbergt ein Mausoleum und einen Glockenturm. Der vier Stockwerke hohe “Unterturm” besteht aus roten Ziegelsteinen und wird von vier achteckigen Türmchen gekrönt. Das ist jetzt nichts Besonderes, aber zum richtigen Folly wird der Waterloo Tower erst durch den “Oberturm”, der sehr stark an den Pariser Eiffelturm erinnert. Das merkwürdige aufgesetzte Gebilde besteht aus weiß gestrichenem Gusseisen und ruht auf den vier Türmen des darunterliegenden Gebäudes.

Im Waterloo Tower hängen 12 Glocken, eine Seltenheit bei nichtkirchlichen Gebäuden, und geläutet werden sie von den Mitgliedern der Quex Park Society of Change Ringers. Die Bellringer üben hier zweimal im Monat, sonst hört man die Glocken nur zu besonderen Anlässen.
Der obere Turm ist der Kirche St Mary of Charity im nahegelegenen Faversham nachempfunden.

Vielleicht hat ja Gustave Eiffel bei einer seiner Reisen den Waterloo Tower gesehen und den Eiffelturm (bewusst oder unbewusst) in diesem Stil nachgebaut?

Vorbild für den Waterloo Tower: St Mary of Charity in Faversham (Kent). - © Copyright David Anstiss and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 12. September 2011 at 04:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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The Forbidden Corner bei Leyburn (North Yorkshire) – The strangest place in the world

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Mitten in den Yorkshire Dales, in der Nähe von Leyburn, liegt ein großes Gelände mit allerhand Merkwürdigkeiten, das sich The Forbidden Corner nennt, mit dem Zusatz “The Strangest Place in the World“.

Ein gewisser Colin Armstrong, der Besitzer von Tupgill Park, auf dessen Gelände The Forbidden Corner liegt, hatte sich in den 80er Jahren zu seinem eigenen Vergnügen diese Ansammlung von Follies zugelegt und sie dann 1997 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Menschen strömten herbei, um sich den “Pleasure Garden” anzusehen, was in der direkten Nachbarschaft nicht auf durchgängige Begeisterung stieß, wurde doch das Verkehrsaufkommen in der Umgebung von Leyburn stark erhöht. Die Geschäftsleute in der Region aber freut es bestimmt.

Was gibt es denn nun hier eigentlich zu sehen? Tunnel, einen Irrgarten, einen “Temple of the Underworld”, eine gläserne Pyramide, Wege, die nirgendwohin führen, merkwürdige Statuen usw. usw. Kinder, aber auch Erwachsene, lieben The Forbidden Corner, das von der Tageszeitung The Guardian als “Best Family Trip” empfohlen wurde.

The Corner Café bietet Erfrischungen und kleine Gerichte für zwischendurch an und im Gift Shop kann man sich zuguterletzt mit Souvernirs eindecken.

Geöffnet ist The Forbidden Corner in der Regel vom 1. April bis zum 31. Oktober und dann nur noch bis Weihnachten an Sonntagen. Der Eintritt koste für Erwachsene £10.00, für Kinder £8.00. Eine Vorabbuchung ist erforderlich.

The Forbidden Corner
Tupgill Park Estate,

Coverham,
Middleham
Leyburn
North Yorkshire DL8 4TJ.
Tel: (+44) 01969 640638

The Pack o’ Cards in Combe Martin (Devon) – Der “Kartenspiel-Gasthof”

 

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Combe Martin ist ein hübsches Dorf an der Nordküste von Devon, am Rand des Exmoor-Nationalparks. Hier steht ein äußerst seltsamer Pub namens “The Pack o’ Cards“, auf Deutsch “Das Kartenspiel”. Dieses verschachtelte Gebäude ist nach dem Nummernsystem eines Kartenspiels gebaut worden und zwar gibt es hier:
- 4 Stockwerke = Zahl der Spielkartenfarben
- 13 Zimmer, 13 Türen auf jedem Stockwerk, 13 Kamine = Zahl der Karten einer Farbe
- 52 Fenster, 52 Treppen, 52 x 52 Fuß Grundfläche = Zahl der Spielkarten

Der ganze Pub sieht auch wie ein Kartenhaus aus. Wie kam es dazu?
Ein gewisser George Ley aus Combe Martin spielte gerne einmal eine Runde Karten mit seinen Freunden und eines Tages, das war im Jahr 1690, konnte er einen großen Gewinn einstreichen. Ihm fiel nichts Besseres ein, als ein Haus zu bauen, das ihn immer an diesen großen Gewinn erinnern würde, indem das Gebäude wie ein Kartenhaus gestaltet wurde. Erst im frühen 19. Jahrhundert machte man daraus einen Gasthof, den  King’s Arms Inn. Den heutigen Namen, “Pack o’ Cards”, erhielt der Pub aber erst 1933.

Wer hier einmal an der Nordküste Devons unterwegs ist, sollte es auf keinen Fall verpassen, diesem “Folly Gasthof” einen Besuch abzustatten.
In Paul Moodys und Robin Turners “Rough Pub Guide” (“A countdown of the fifty most unforgettable drinking experiences in the UK”) nimmt “The Pack o’ Cards” Platz 40 ein.

High Street
Combe Martin
EX34 0ET
Tel: 01271 882300

Der Abberley Hall Clock Tower bei Great Witley (Worcestershire) – Ein Folly der Extraklasse

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Über 50 m hoch ist der Uhrenturm von Abberley Hall im Nordwesten der Grafschaft Worcestershire, in der Nähe des Ortes Great Witley.  Doch wozu braucht man so einen hohen, separat vom Hauptgebäude stehenden Turm?

In der Zeit von 1883 bis 1884 wurde der Abberley Hall Clock Tower gebaut, der drei Zimmer im unteren Bereich, ein Nähzimmer und ein Glockenzimmer enthält, die alle so gut wie nie benutzt wurden; lediglich im 2. Weltkrieg wurde der Turm als Beobachtungsposten genutzt, um feindliche Flugzeuge zu melden, die in Richtung Birmingham unterwegs waren.

John Joseph Jones, der 1880 Abberley Hall erbte, gab den Turm in Auftrag. Als Grund nannte man damals, Jones wollte seinen vielen Bediensteten und Arbeitern keine Ausrede bieten, sie wüssten nicht wie spät es ist. Glaubhafter scheint aber eine andere Version zu sein: Ganz in der Nähe wohnte Lord Dudley auf Witley Court, zu dem eine gewisse Rivalität bestand und mit einem so gewaltigen Uhrenturm auf dem Gelände konnte Jones seinerzeit ganz schön auftrumpfen.

Auf Abberley Hall ist seit 1916 ein Internat untergebracht, die Abberley Hall School, und der Uhrenturm ist leider nicht zu besichtigen, außer an einigen wenigen Tagen. Schade, denn Liebhaber von Follies würden das sicher liebend gern tun.

Published in: on 8. März 2011 at 04:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Old John im Bradgate Park bei Leicester (Leicestershire) – Ein Folly, der Biertrinker anspricht

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Der Bradgate Park ist ein öffentlicher Park, ein paar Kilometer außerhalb der Stadt Leicester gelegen. Das Besondere an diesem Park ist ein Hügel auf dem ein Folly steht; dieser Folly, der den Namen Old John trägt,  hat die Form eines Bierkruges und dürfte in England einmalig sein.
1784 wurde der “Alte John” erbaut, eigentlich als Beobachtungsturm, von dem aus man sehr schön die Pferderennen sehen konnte, die auf der Rennbahn, die um den Turm führte, ausgetragen wurden.

Einer örtlichen Legende nach aber wurde der Turm nach einem Unglück errichtet, das sich auf dem Hügel zutrug. Bei einem Fest zu Ehren des Sohnes des Earls of Stamford geriet ein Baum in Flammen, der umstürzte und einen der Anwesenden, einen Arbeiter namens John, erschlug. Der von Gewissensbissen geplagte Earl of Stamford ließ daraufhin dieses Gebäude erbauen.
Dichtung oder Wahrheit???

Der große Bradgate Park ist ein Erholungsgebiet für die Bewohner von Leicester und sehr beliebt für Picknickausflüge.

Published in: on 22. August 2010 at 08:52  Hinterlasse einen Kommentar  
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The Penshaw Monument bei Washington (Tyne and Wear)

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Was macht ein griechischer Tempel im Norden Englands in der Nähe des Ortes Washington im County Tyne and Wear? Das Penshaw Monument oder The Earl of Durham’s Monument, wie es offiziell heißt, ist eines jener Follies, die es überall in England gibt und die man dort heiß und innig liebt.

Das Monument ist eine Replika des Hephästos-Tempels in Athen, 30 Meter lang, 16 Meter breit und 20 Meter hoch.
Am 28. August 1844 wurde der Grundstein des Tempels gelegt, dem man John George Lambton, dem 1. Earl of Durham, der zeitweise Generalgouverneur der Provinz Kanada war, widmete.

Früher konnte man über eine Wendeltreppe auf das Dach des Tempels gelangen; nachdem aber 1926 ein 15jähriger Junge von dort zu Tode stürzte, hat man das Dach für Besucher geschlossen.

1939 schenkte der 5. Earl of Durham das Penshaw Monument dem National Trust. Vielleicht wusste er nicht so recht, was er damit anstellen sollte.

Published in: on 24. Juli 2010 at 11:25  Kommentare (1)  
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The House in the Clouds in Thorpeness (Suffolk)

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Ganz so hoch wie der Name es vermuten lässt, “The House in the Clouds“, liegt diese Gebäude in Thorpeness in Suffolk nicht. Auf einem 1923 gebauten Wasserturm hat man dieses Wohnhaus aufgepfropft, damit das Ganze einfach netter aussah. In dem Wassertank, der das Dorf mit Trinkwasser versorgte,  hatte man seinerzeit 230 000 Liter speichern können. 1977 bekam Thorpeness eine richtige Wasserversorgung, wodurch der Turm überflüssig wurde. Daraufhin entfernte man den Tank und baute das Haus aus, das heute über 5 Schlafzimmer und 3 Badezimmer verfügt und das man mieten kann, zu einem Preis von ca 2000 – 3000 Pfund pro Woche.

Published in: on 24. März 2010 at 18:35  Hinterlasse einen Kommentar  
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Follies – Das älteste Baumhaus der Welt in Pitchford (Shropshire)

Pitchford Hall. - © Copyright Betty Longbottom and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Pitchford Hall in Shropshire ist eines der schönsten elisabethanischen Häuser Englands, etwa 8 km südöstlich von Shrewsbury gelegen. Auf dem Gelände der Hall steht ein Kuriosum, das älteste Baumhaus der Welt, hier zu sehen.

Irgendwann im 17. Jahrhundert wurde es erbaut und erstmals 1692 erwähnt. 1760 und 1980 wurde es noch einmal komplett renoviert. Das Baumhaus ist im gleichen Stil gehalten wie das Haupthaus und sitzt etwa vier Meter über dem Boden in einer Linde. Es verfügt über eine Eingangstür, drei gotische Fenster und auch das Innere wurde in gotischem Stil gestaltet.

Pitchford Hall ist in Privatbesitz und nicht zu besichtigen. Pitchford Estate, daneben gelegen, bietet Holiday Homes zum Mieten an.

Published in: on 7. März 2010 at 10:07  Hinterlasse einen Kommentar  
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Follies – Romulus und Remus in West Horrington (Somerset)

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Romulus und Remus, die Kinder des Gottes Mars, von einer Wölfin gesäugt, gehören natürlich nach Rom, aber: Auch der kleine Ort West Horrington in Somerset an der A 39 kurz vor Wells rühmt sich einer Statue der beiden Gotteskinder inklusive Wölfin. Wie kam das?

Im 2. Weltkrieg gab es ein Kriegsgefangenenlager außerhalb von Wells, in dem sich viele Italiener aufhielten, die auf den Farmen der Umgebung arbeiteten. Einer von ihnen, Gaetano Celestra, schuf 1945 in seiner Freizeit dieses Monument, um sich für die Freundlichkeit der “Wellsianer” zu bedanken.  Als Vorlage für das Monument soll eine Abbildung auf einer italienischen Banknote gedient haben. Die Italiener kamen mit den Einheimischen so gut klar, dass noch heute in der Umgebung von Wells viele italienischstämmige Menschen wohnen, möglicherweise einige davon Nachkommen von Gaetano dem Bildhauer.

Im Jahr 2002 wurde das Monument von der Firma D’Ovidio Bros restauriert, da es schon einige Schäden aufwies.

Published in: on 15. Februar 2010 at 20:01  Hinterlasse einen Kommentar  
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Follies – “Mad Jack” Fullers Pyramide in Brightling (East Sussex)

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John “Mad Jack” Fuller (1757-1834) war einer jener englischen Exzentriker, die sich auch auf dem Gebiet der “Follies” hervortaten. Dazu erwählte er den Ort Brightling in East Sussex, südlich der A 265 gelegen, nordwestlich von Battle. Mit nur 23 Jahren wurde er schon für Southampton ins Parlament gewählt und war später MP für Sussex. Er legte sich mit dem Speaker des Parlaments an und machte sich in dem hohen Hause unbeliebt. Als Befürworter der Sklaverei war er auch nicht überall gern gesehen.

Aber zurück zu seinen Follies. Mehrere davon stehen in Brightling u.a. ein 14m hoher Obelisk, ein griechischer Tempel und ein Observatorium.

23 Jahre vor seinem Tod baute er sich ein Mausoleum in Form einer Pyramide auf dem Friedhof der Kirche St. Thomas à Becket in Brightling. Fast 8m hoch ist die Pyramide und die Legende sagt, daß Mad Jack darin an einem Tisch sitzt, in voller Montur mit einem Zylinder auf dem Kopf, vor sich auf dem Tisch ein gegrilltes Hähnchen und eine Flasche Portwein. So soll er auf den Tag der Auferstehung warten.
1982 fand man bei Renovierungsarbeiten heraus, dass diese Legende eben nur eine Legende war. Mad Jack Fuller ist in der Pyramide auf herkömmliche Weise beigesetzt. Schade!.

Published in: on 2. Februar 2010 at 21:03  Kommentare (2)  
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Follies – The Egyptian House in Penzance (Cornwall)

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Es gibt viele Engländer, die noch nie in ihrem Leben in Penzance waren, liegt doch diese Stadt im äußersten Südwestzipfel Englands, nur etwa 15 Kilometer von Land’s End entfernt. In diese Stadt muss man schon gezielt fahren, zufällig vorbei kommt man da nicht. Ich selbst habe es erst einmal geschafft, einen halben Tag in Penzance zu verbringen.

In Deutschland kennt man den Namen allenfalls von der komischen Oper/Operette/Musical  ”Die Piraten von Penzance” von Gilbert und Sullivan.

Ein Gebäude fällt in Penzance besonders ins Auge: The Egyptian House. Warum um alles in der Welt hat man in dieser abgelegenen Stadt in Cornwall ausgerechnet ein Haus hingesetzt, dessen Fassade mit ägytischen Säulen, Ornamenten und Figuren bestückt ist?

Erbaut wurde das Haus in der Chapel Street im Jahre 1835 von dem Architekten John Foulston aus Plymouth für den Mineralogen John Lanvin. Die Fassade soll eine exakte Kopie eines Londoner Museums gewesen sein, das wiederum von dem Tempel Hat-hor aus dem ägyptischen Dendra inspiriert wurde. Nach den Feldzügen Napoleons war Ägypten in Frankreich und England “in”, daher auch der  Bau dieses “Follies”.

In diesem außergewöhnlichen Haus kann man auch wohnen. Der Landmark Trust, eine Organisation, die in ganz Großbritannien historische Gebäude vermietet, bietet 3 Stockwerke zum Preis von je ca 450 – 550 EURO pro Woche an.

Published in: on 20. Januar 2010 at 18:56  Hinterlasse einen Kommentar  
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Follies – Wainhouse Tower in Halifax (West Yorkshire)

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Folly” (so die Wikipedia) bezeichnet in der Gartenkunst ein Bauwerk, das sich durch die ihm zugrunde liegende exzentrische Idee und seine extravagante Ausführung von anderen Gartenstaffagen unterscheidet. Der Begriff wird auch in der Architektur für einen ungewöhnlichen Zierbau verwendet.

Ich möchte in diesem Blog im Laufe der Zeit einmal einige besonders markante Follies in England zeigen; heute der Wainhouse Tower in Halifax in der Grafschaft West Yorkshire.

Mit 84 Metern Höhe ist der Turm der höchste Folly in der Welt und das will schon einiges heißen. Eigentlich sollte der Turm ein Schornstein werden, den John Edward Wainhouse von 1871 – 1875 errichten ließ. Da er aber die dazugehörige Fabrik verkaufte, bevor der Schornstein/Turm fertiggestellt war und der neue Besitzer ihn nicht haben wollte, behielt Wainhouse den Turm und wollte ihn als Observatorium umbauen. Der Architekt Richard Swarbrick baute jedoch derart viele Pfeiler, Säulen und Balustraden an, dass für ein Teleskop absolut kein Platz mehr gewesen wäre.

Nach dem Tode seines Besitzers wurde der Turm versteigert, wechselte mehrfach den Eigentümer und gehört jetzt dem Calderdale Council.

Im Juli 2008 wurde der Wainhouse Tower vollständig renoviert, da es Sicherheitsmängel gab und im Mai 2009 wieder der Öffentlichkeit übergeben, die an bestimmten Tagen im Jahr Zutritt hat und nach dem Erklimmen von 400 Stufen einen faszinierenden Blick auf Yorkshire genießen kann.

Published in: on 11. Januar 2010 at 19:12  Hinterlasse einen Kommentar  
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