The Warren House Inn bei Postbridge (Devon) – Das einsame Gasthaus im Dartmoor

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Einsamer kann man kaum noch wohnen, als hier mitten im Dartmoor, drei Kilometer von Postbridge entfernt. Die B3212 geht direkt am Warren House Inn vorbei und spült, vor allem in den Sommermonaten, Kundschaft ins Haus, aber im Herbst und Winter, wenn es im Dartmoor wettermäßig so richtig zur Sache gehen kann, geht es in dem Gasthof ruhig zu. Das Free House gehört zum Duchy of Cornwall und ist völlig unabhängig von Gas-, Wasser- und Elektrizitätsversorgern. Den Strom liefern zwei Dieselgeneratoren, zum Kochen verwendet man Flüssiggas und das Wasser kommt aus einem Brunnen.

Das gegenwärtige Gebäude wurde 1845 erbaut und diente vielen Bergleuten, die in den umliegenden Bergwerken arbeiteten, als “watering hole”. 1930 schloss die letzte Mine und so steht seitdem der Warren House Inn einsam und allein mitten im Dartmoor.
Bekannt wurde das Haus dadurch, dass in einem Kamin ein Feuer brennt, dass seit über 150 Jahren niemals ausgegangen ist und das natürlich gehegt und gepflegt wird, denn sollte es erlöschen, wäre das wohl ein böses Omen für die Zukunft des Gasthauses.

Nicht erst seit Conan Doyles Roman “The Hound of the Baskervilles” gilt das Dartmoor als mysteriös und unheimlich und so ist es nicht verwunderlich, dass sich auch um den Warren House Inn Sagen und Mythen gewoben haben. Eine von diesen Geschichten ist die von dem Reisenden, der hier einmal übernachtet hat und in seinem Zimmer in einer Kiste eine Leiche fand. Als er den Wirt darauf ansprach, meinte dieser, es handle sich dabei nur um seinen Vater, der vor 14 Tagen gestorben war, und da der Schnee so hoch lag, konnte man ihn nicht zur Beerdigung nach Tavistock bringen; so packte man ihn in die Kiste, salzte den Körper ein, damit er besser hielt, und wartete auf Tauwetter.

Im Inneren des Warren House Inns ist es sehr gemütlich, mit Kaminen, Holzbalken und gemauerten Steinwänden. Auf der Speisekarte bzw. auf den handgeschriebenen Tagesangeboten auf Schiefertafeln stehen u.a. ein Warren House Ploughmans und eine Warreners Pie; das Cajun Chicken dagegen passt nicht so recht in einen Dartmoor-Gasthof.

Ich persönlich finde die Atmosphäre im Dartmoor im Winterhalbjahr viel eindrucksvoller als bei strahlendem Sonnenschein, aber das ist sicher nicht jedermanns Sache.

Hier ist ein Film über einen Flug über den Warren House Inn und das Dartmoor.

The Warren House Inn
Postbridge
Devon
PL20 6TA
Tel. 01822 880208

Das Buch zum Artikel:
Tom Greeves: The Warren House Inn – Dartmoor. Quay Publications 2001. 64 Seiten. ISBN 978-1870083409.

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The Edgar Wallace Pub in der Essex Street (London) – Benannt nach einem der Meister des Kriminalromans

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Möchte man in London mal kein Real Ale trinken, sondern ein “richtiges deutsches Bier”, so kann man das in der deutschen Kneipe “Bierschenke” in der Essex Street Nummer 46 tun. Hier gibt es Bitburger, Warsteiner und Köstritzer Schwarzbier; dazu vielleicht ein paar Nürnberger Bratwürste oder eine Berliner Currywurst?

Wir sind hier mitten im Londoner Anwalt- und Gerichtsviertel; in der Essex Street und in der näheren Umgebung wimmelt es nur so von Anwaltspraxen. In der Nummer 7/8 sind z.B. die Brick Court Chambers zu finden, ein namhaftes Büro, in dem 75 Barrister ihrem Beruf nachgehen. Direkt gegenüber und nur ein paar Schritte von der deutschen Bierkneipe entfernt, liegt ein uriger Pub namens The Edgar Wallace. Die Klientel dieses Hauses setzt sich, wie sollte es in dem Viertel anders sein, überwiegend aus Vertretern der juristischen Berufsstände zusammen.

Auf dem Gelände des nach dem Klassiker des englischen Kriminalromans benannten Pub stand früher ein Gasthof namens The Essex Head, zurückzuführen auf Robert Devereux, Earl of Essex, ein Günstling Elizabeths I. Hier trafen sich im 18. Jahrhundert regelmäßig Dr. Johnson und seine Freunde. Erst 1975 taufte man den Pub in The Edgar Wallace um, exakt einhundert Jahre nach dem Geburtstag des Schriftstellers. Wallace verbrachte einen Teil seiner Kindheit in diesem Teil Londons; als Elfjähriger verkaufte er schon Zeitungen in der nahegelegenen Fleet Street, in die er später als Journalist zurückkehren sollte.

Im Pub kann man auf das Wohl des Krimiautors, der in Deutschland vielleicht sogar noch populärer war als in England, mit einem Glas Edgar’s Pale Ale anstoßen, das von der Nethergate Brewery hergestellt wird. Im ersten Stock sind einige Erinnerungsstücke an Edgar Wallace untergebracht.
Wer sich also nicht scheut inmitten von Richtern und Rechtsanwälten sein Pint zu schlürfen, dürfte sich in The Edgar Wallace wohlfühlen.

The Edgar Wallace
40 Essex St
London WC2R 3JE
Tel. 020 7353 3120

Published in: on 29. März 2013 at 02:00  Kommentare (1)  
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Crocker’s Folly – Das verlassene Haus am Londoner Aberdeen Place

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Am Aberdeen Place im Londoner Stadtteil St John’s Wood befindet sich ein Haus, das nun schon neun Jahre lang leer steht und die meiste Zeit verbarrikadiert war. Es ist schade um dieses aus der spätviktotianischen Zeit stammende ansehnliche Gebäude, aber es will sich einfach (noch) kein Käufer finden. Hier ist eine kurze Zusammenfassung der absonderlichen Geschichte des Hauses.

Ein gewisser Frank Crocker hatte Ende des 19. Jahrhunderts eine Vision: Eine Eisenbahnlinie wurde vom Norden aus ins Zentrum Londons gebaut und Crocker war sich 100% sicher, wo die Endstation dieser neuen Linie sein würde. So baute er 1898 genau dort ein Hotel mit mehreren Bars und Restaurantbetrieb hin, dem er den Namen The Crown Hotel gab. Direkt vor seinem Haus würden die hungrigen und durstigen Reisenden aussteigen und in Scharen hereinströmen. Es würde ein Goldgrube werden! Aber leider erwies sich Crockers Vision als falsch. Die Bahnlinie schwenkte um und der Bahnhof wurde etwa 1,5 Kilometer entfernt gebaut, dort wo heute die Marylebone Station steht.

Die Folge: The Crown Hotel stand überwiegend leer, die schönen Zimmer wurden nicht genutzt. Frank Crocker machte pleite und beging Selbstmord, indem er sich aus einem der Fenster seines Hotels stürzte… so die Legende, erfunden von dem neuen Besitzer, der sich dadurch mehr Aufmerksamkeit für sein Haus erhoffte. Crocker starb 1904 (nicht per Selbstmord) und war bis zuletzt ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft.

Das Crown Hotel wurde als Pub weitergeführt und durch die Nähe zu dem berühmten Lord’s Cricket Ground lief es gar nicht so schlecht. Im Jahr 2004, es war 1987 in The Crocker’s Folly umgetauft worden, schloss das Haus am Aberdeen Place 24 seine Pforten und dämmert jetzt vor sich hin. Hin und wieder wurden notdürftige Reparaturen durchgeführt, aber die meiste Zeit waren Türen und Fenster mit großen Holzplatten vernagelt. Es ist ein Jammer um dieses stattliche Gebäude, das über die wohl schönste viktorianische Inneneinrichtung aller Londoner Pubs verfügte.

Crocker’s Folly wird als Grade II gelistet, d.h. es ist ein Bauwerk von nationaler Bedeutung und speziellem Interesse. Der Verkaufspreis soll bei £4.2 Millionen liegen, was sicher den weiteren Betrieb als Pub ausschließt, und man befürchten muss, dass eines Tages ein Unternehmer kommt und das historische Gebäude abreißt, um auf dem Gelände Luxusappartements zu bauen.

Szenen für zwei Filme wurden in dem Haus am Aberdeen Place gedreht: “Georgy Girl” 1966 mit James Mason und Lynn Redgrave und “Das Bildnis des Dorian Gray” (2009) mit Ben Barnes und Colin Firth.

Crockers Folly
24 Aberdeen Place
London NW8 8JR

Saracen’s Head in Wolterton (Norfolk) – Hier legt man Wert auf regionale Produkte

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Genussvolles, bewusstes Essen mit fast ausschließlich regionalen Produkten hat für die Besitzer des Saracen’s Head in Wolterton bei Erpingham in Norfolk absolute Priorität. Der nicht ganz leicht zu findende Pub, der auch über sechs Hotelzimmer verfügt, liegt “in the middle of nowhere but centre of everywhere”, optimal für Besuche der Nord- und Ostküste der Grafschaft Norfolk und der Norfolk Broads.

Die Menükarte des Restaurants, und das ist auch der ausschlaggebende Grund, warum ich diesen Pub hier vorstelle, gibt für die verwendeten Produkte an, von wie weit her sie transportiert worden sind. Das habe ich noch in keinem anderen Restaurant erlebt. Hier sind einige Beispiele:

- Das Char Grilled Sirloin Steak kommt von Rindern, die in dem 8 km entfernten Blickling auf der Weide standen
- Die Taube für den Salad of Local Pigeon Breast kommt aus Nord-Norfolk und wurde maximal 16 km transportiert
- Die Zutaten für die Leek and Carrot Tarte Tatin kommen aus Aylsham und Cawston, beide Orte sind ca 11 km vom Saracen’s Head entfernt
- Die Käseplatte besteht aus Produkten der Ferndale Farm in Little Barningham (4 km), Mrs Temples Cheese aus Wighton (28 km) und einem Brie aus der (sorry!!!) fernen Grafschaft Somerset.

Küchenchef im Saracen’s Head ist der in Blakeney geborene und aufgewachsene Mark Sayer, der im vergangenen Jahr hierher gekommen ist und vorher viele Jahre im The Norfolk Mead in Coltishall gearbeitet hat. Also ein erdverbundener Mann aus Norfolk.

Der Saracen’s Head wurde 1806 im Stil eines toskanischen Bauernhauses gebaut, das vor einigen Jahren von den heutigen Besitzern Tim und Janie Elwes übernommen wurde, die vorher ein Hotel in den französischen Alpen geleitet hatten.

Die Zufahrt erfolgt am besten von der A 140 aus Aylsham kommend Richtung Cromer, nach Erpingham links abbiegen und von dort über die Wall Road Richtung Wolterton. Auf der rechten Seite der Wall Road liegt der Pub.

The Saracen’s Head
Wolterton near Erpingham
Wall Road
Norfolk NR11 7LZ
Tel. 01263 768909

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Dog-friendly pubs – Hier sind Hunde willkommen

Hier sind Hunde sehr willkommen: The Old George in Stony Straford.   © Copyright Cameraman

Hier sind Hunde sehr willkommen: The Old George in Stony Stratford.
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Nicht jeder mag Hunde in einem Pub; dabei lieben Hunde Pubs, vor allem diejenigen mit einem lodernden Kaminfeuer, vor dem man sich so schön ausstrecken kann. Damit Hundebesitzer kein Drama erleben und mitsamt ihrem vierbeinigen Liebling des Gasthofs verwiesen werden, gibt es spezielle Guides für dog-friendly pubs und auch entsprechende Webseiten.

Womit werden denn nun die Hunde ruhig- bzw. zufriedengestellt, während Herrchen und Frauchen ihre Pints trinken? In den hundefreundlichen Pubs gibt es natürlich Wasser und für alle “well-behaved dogs” hin und wieder auch einmal einen Hundekuchen. In manchen Pubs dürfen Hunde nur in die Bar, in ganz großzügigen Gasthöfen dürfen sie überallhin.

In Stony Stratfords (Buckinghamshire) The Old George Inn heißt es “Dogs are made very welcome and may even be given a chew”.  Auch in The Red Lion in Stodmarsh (Kent) sind Hunde willkommen, es gibt hier nur eine kleine Einschränkung: “Keep them away from the resident cats!”; die Pubkatzen haben hier also Vorfahrt. Ein Paradies für Hunde ist The Blacksmith’s Arms in Naburn (North Yorkshire): “The pub has its very own Dog Bar with fresh water and bowls available as well as dog treats in return for a donation to The Dogs Trust.”

Es gibt zahlreiche Webseiten, die die hundefreundlichen Pubs auflisten, z.B.:
- http://www.doggiepubs.org.uk
- http://www.roverrecommended.com
- http://www.petsallowed.co.uk/dog-friendly-pubs.php

Hier eine kleine Auswahl von Büchern:
- Good Guide to Dog Friendly Pubs, Hotels and B&Bs
- Dog Friendly Pubs: Your Comprehensive Guide to Dog Friendly Pubs
- Paws Under the Table: 40 Dog-Friendly Pubs and Walks from Oxford to the Cotswolds

Hier ist ein Film über einen besonders hundefreundlichen Pub: The Royal Sovereign in Brighton.

Dogs

Published in: on 1. Januar 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  

Haworth (West Yorkshire) Teil 2 – The Black Bull

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Mitten in Haworth am oberen Ende der steilen Hauptstraße liegt The Black Bull; auch dieser Pub hat natürlich eine Verbindung zu den Brontës, denn hier pflegte Branwell sich langsam aber sicher zu Tode zu trinken. Am 24. September 1848 starb er, wahrscheinlich auf Grund einer Tuberkuloseerkrankung, aber sein hoher Alkohol- und Drogenkosum haben sicher dazu beigetragen, dass er schon mit 31 Jahren starb. Er war Dauergast im Black Bull, denn vom Pfarrhaus aus, hatte er nur wenige Schritte bis dahin zurückzulegen.

Viel anders sah der Pub zu den Zeiten der Brontës sicher auch nicht aus; “old world charm” ist wohl eine treffende Bezeichnung für das immer etwas trist wirkende graue Gebäude, vor dem man im Sommer (und die hartgesottenen Engländer tun das wohl auch im Winter) sein Pint trinken und dabei die vorbeiströmenden Touristenscharen beobachten kann.

An Branwell erinnert noch sein Lieblingsstuhl, auf dem er stundenlang im Black Bull zu sitzen pflegte; der steht nicht in den Gasträumen, sondern auf einem Treppenabsatz, versehen mit einem Schild: “The Branwell Chair – this is the original chair that was occupied by Branwell Bronte on his many visits to this inn.”

Wer hier nicht nur einen Drink zu sich nehmen, sondern auch etwas essen möchte, kein Problem: Wie wäre es mit “The Full Brontë“, einer Platte für zwei Personen mit Steaks, Hühnchen und Scampi?

Natürlich ist The Black Bull auch “haunted”, wir sind schließlich in England und an dem Thema “Geister” führt oft kein Weg vorbei. Ich habe mir gerade noch einmal die entsprechende Episode der TV-Serie “Most Haunted” auf DVD angesehen, in der Yvette Fielding, Derek Acorah und Richard Felix dem Black Bull und dem benachbarten Friedhof einen nächtlichen Besuch abstatten. Derek Acorah meint die Anwesenheit von Branwell noch immer spüren zu können. Sowohl in den Gasträumen als auch in einigen Zimmern sollen sich unerklärliche Dinge zugetragen haben:  Gläser und Aschenbecher gehen ohne menschliches Zutun plötzlich zu Bruch, ein Mann mit einem Zylinderhut sitzt häufig an einem der Tische, starker Zigarrengeruch ist manchmal im Gasthof wahrzunehmen (Branwell liebte Zigarren!).
Hier ist Teil 1 der “Most Haunted”-Episode und hier sind einige stimmungsvolle winterliche Impressionen von Haworth und dem Black Bull.

The Black Bull
119 Main Street
Haworth
Bradford, West Yorkshire  BD22 8DP
Tel. 01535 642249

Die besten Pubs des Jahres – Ausgezeichnet von The Good Pub Guide

Pub of the Year 2013: The Cock Inn in Hemingford Grey (Cambridgeshire).   © Copyright Graham Taylor

Pub of the Year 2013: The Cock Inn in Hemingford Grey (Cambridgeshire).
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Jedes Jahr zeichnet The Good Pub Guide die besten Pubs des Jahres aus, unterteilt in einzelne Kategorien, aber die Krönung ist natürlich der “Pub of the Year”. Hier sind die neu gekürten National Award Winners 2013:

Pub of the Year 2013:
The Cock Inn in Hemingford Grey in Cambridgeshire. Letztes Jahr traf es einen Pub in Wiltshire (The Potting Shed in Crudwell), jetzt ist einmal Cambridgeshire an der Reihe. Hemingford Grey liegt in der Nähe der A14 bei Huntingdon. The Cock erhielt zusätzlich auch noch die Auszeichnung “Cambridgeshire Dining Pub of the Year“, d.h. in diesem Pub ist alles vereint: Gutes Essen, gepflegte Biere und eine stimmige Atmosphäre.

Dining Pub of the Year 2013:
Beckford Arms in Fonthill Gifford in Wiltshire (hier ein Video). Dieser Pub ist auf dem Fonthill Estate zu finden, dort, wo William Beckford Ende des 18. Jahrhunderts seine riesige Fonthill Abbey baute, deren Turm 1825 in sich zusammenstürzte.

Country Pub of the Year 2013:
The Royal Oak in Fritham in Hampshire. Ein New Forest-Pub wie aus dem Bilderbuch: Fachwerk, Reetdach, offenes Kaminfeuer im Winter und Biergarten im Sommer. Möge es diese Art von Pubs noch lange geben!!

Value Pub of the Year 2013:
The Anchor Inn in Oldbury-on-Severn (Gloucestershire). Freut mich besonders, da ich kürzlich in Oldbury war und darüber in meinem Blog auch berichtete. Liegt nur ein paar Kilometer von Thornbury entfernt.

Outside Loo of the Year 2013:
The Tram Inn in Eardisley (Herefordshire).
Die Toiletten so mancher Pubs lassen einiges zu wünschen übrig. Nicht so die des Tram Inns, die dafür auch diese spezielle Auszeichnung bekamen.
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The Good Pub Guide 2013. Ebury Press 2012. 1056 Seiten. ISBN 978-0091948719.

Dining Pub of the Year 2013: The Beckford Arms in Fonthill Gifford (Wiltshire).   © Copyright Miss Steel

Dining Pub of the Year 2013: The Beckford Arms in Fonthill Gifford (Wiltshire).
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Country Pub of the Year 2013: The Royal Oak in Fritham (Hamshire).   © Copyright Stefan Czapski

Country Pub of the Year 2013: The Royal Oak in Fritham (Hamshire).
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Value Inn of the Year 2013: The Anchor Inn in Oldbury-on-Severn (Gloucestershire).   © Copyright John Lord

Value Pub of the Year 2013: The Anchor Inn in Oldbury-on-Severn (Gloucestershire).
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Outside Loo of the Year 2013: The Tram Inn in Eardisley (Herefordshire).   © Copyright Philip Halling

Outside Loo of the Year 2013: The Tram Inn in Eardisley (Herefordshire).
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Published in: on 4. Dezember 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  

The Pub Is The Hub – Eine Initiative zur Rettung britischer Pubs

The Queen’s Head in Hawkedon (Suffolk).
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Über das Pubsterben und die Verödung englischer Dörfer durch Schließung lokaler Läden habe ich an dieser Stelle schon mehrfach berichtet, auch über Initiativen, die sich dagegen anstemmen. “The Pub Is The Hub” ist eine dieser Initiativen, die im Jahr 2001 durch HRH The Prince of Wales ins Leben gerufen wurde, der sich schon immer für den Erhalt des ländlichen Lebens eingesetzt hat.

Der Pub ist für das dörfliche Leben immens wichtig – hier trifft man sich, tauscht sich aus und hier werden die sozialen Strukturen am Leben gehalten. Fällt der Pub weg, bricht auch der Zusammenhalt der Gemeinde weg. Um dem entgegenzusteuern, unterstützt “The Pub Is The Hub”, in Zusammenarbeit mit Brauereien, Pub Companies und örtlichen Behörden, den Erhalt des Village Pubs und berät Kommunen, diesen gegebenenfalls auch selbst zu übernehmen.

Da etwa 70% aller englischen Dörfer keinen eigenen Laden mehr haben und auch zahlreiche Postämter geschlossen wurden, bietet sich der (noch existierende) Pub geradezu dafür an, diese Funktionen und weitere andere mit zu übernehmen. So gibt es heute Pubs, die z.B. eine Bäckerei, eine Apotheke, eine Bibliothek integriert haben; in einem Pub wird sogar der sonntägliche Gottesdienst abgehalten.

Über eine dieser Initiativen im “The George and Dragon” in Hudswell (North Yorkshire) berichtete ich bereits (s. dazu meinen Blogeintrag). Hier einige weitere Beispiele:

- The Queens Head in Hawkedon (Suffolk) verfügt über eine angeschlossene Metzgerei.
- The Alma in Copford Green (Essex) hat den Senior Citizens Luncheon Club für die ältere Dorfbevölkerung eingerichtet, wo es Essen für einen reduzierten Preis, sowie kostenlosen Kaffee und Tee gibt und wo Zeitungen und Zeitschriften ausliegen. Hier können sich die Damen und Herren den ganzen Nachmittag aufhalten.
- The Coach and Horses in Hemingby (Lincolnshire) wendet sich an die jungen Dorfbewohner und bietet einen Youth Club an, in dem man sich treffen und z.B. Darts, Tischtennis oder Billard spielen kann.
- The Tree Inn in Stratton (Cornwall) übernahm die Aufgaben des Postamtes, das 2006 schloss, und bietet darüber hinaus auch noch während der Schalterstunden einen kostenlosen Internetzugang an.

Alle diese dörflichen Initiativen wurden von The Pub Is The Hub unterstützt.
Hier ist ein sehr interessanter Film zum Thema.

The Pub is the Hub
Regional Agricultural Centre
Great Yorkshire Showground
Railway Road
Harrogate, HG2 8NZ
Tel: 01423 546165

The Alma in Copford Green (Essex).
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The Coach and Horses in Hemingby (Lincolnshire).
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The Tree Inn in Stratton (Cornwall).
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Published in: on 14. Oktober 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Alison Archer: Cows to Corpses – My Life in a Village Pub

Wer einmal wissen möchte wie es hinter dem Tresen und in der Küche eines englischen Pubs zugeht, dem kann ich Alison Archers Buch “Cows to Corpses: My Life in a Village Pub” sehr empfehlen! Sie und ihr Mann Rob haben bis zum Jahr 2006 im Marketingbereich gearbeitet, als sie sich ihren Lebenstraum erfüllten: Sie kauften sich einen Pub. Der Name des Pubs wird im Buch zwar nicht genannt, aber es handelt sich um The Bell in Bosbury (Herefordshire).

Aus dem Traum wird schnell ein Albtraum, denn es läuft nicht rund. Der neu eingestellte Koch wird den Anforderungen nicht gerecht, so dass Ehemann Rob sich selbst an den Herd stellen muss, was wiederum mit großem Stress verbunden ist. Alison stellt sich hinter den Tresen, zapft Bier und unterhält sich mit den Gästen. Langsam kommt der Pub in Schwung, das Restaurant ist gut ausgelastet, die Stammgäste werden mehr, aber für Alison und Rob gibt es so gut wie keine Freizeit, auch der neueingestellte Koch entlastet das Ehepaar nicht wirklich.

Das Buch umfasst den Zeitraum vom Februar 2006 bis zum Juni 2007. Im Jahr 2009 mussten sie The Bell wieder verkaufen, denn die Wirtschafts- und Finanzkrise machte auch vor dem kleinen Ort Bosbury nicht halt. Ihre Schulden, die sich angehäuft haben, machen ihnen nach wie vor schwer zu schaffen und der einzige Weg, sie abzuzahlen, ist, ihr Haus zu verkaufen, was sie natürlich unbedingt vermeiden wollen. Alison Archer schrieb dieses Buch in der Hoffnung, von den Einnahmen den Schuldenberg abtragen und so in ihrem Haus bleiben zu können. Wenn sie 20 000 Exemplare verkauft, könnte es klappen.

“Cows to Corpses” gibt auch einen sehr lebendigen Einblick in das Leben eines englischen Dorfes im 21. Jahrhunderts. Ich habe es sehr gern gelesen und kann es unbedingt empfehlen. Wer es kauft, tut auch noch eine gute Tat!

Hier geht es zu ihrer Homepage und hier ist Alison im Film zu sehen.

Good Luck, Alison and Rob!!!

Alison Archer: Cows to Corpses – My Life in a Village Pub. FeedARead.com 2012. 280 Seiten. ISBN 978-1781760581.

The Bell in Bosbury.
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The Bull and Spectacles in Blithbury (Staffordshire)

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Es gibt schon merkwürdige Pubnamen in England. Wie kommt der Bulle zu der Brille im Namen des Pubs The Bull and Spectacles in Blithbury in der Grafschaft Staffordshire? Da gibt es mehrere Versionen. Früher hieß der Pub The Bull’s Head; als einmal ein betrunkener Gast  den Kopf des Bullen mit seiner Brille verzierte, fand man das so witzig, dass man den Pub umbenannte – so Version 1.

Version 2: Ein Bulle hat mit dem Pubnamen gar nichts zu tun, sondern es ist eine Verballhornung von Anne Boleyn (Bull-inn), eine der Frauen Heinrichs VIII.

Version 3: Ein preisgekrönter Bulle fraß einmal giftige Beeren und starb fast daran. Ein Witzbold aus dem Dorf machte den Vorschlag, dem Bullen eine Brille zu verpassen, damit so etwas in Zukunft nicht noch einmal passiert.

Die Homepage des Pubs schweigt sich jedenfalls über die Entstehung des Namens aus – vielleicht wissen es die Besitzer auch nicht so genau. Es heißt, dass der Pub auch von drei Geistern heimgesucht wird. Diese schwer fassbaren Geschöpfe scheinen sich in britischen Pubs besonders wohl zu fühlen, denn es gibt bestimmt hunderte von “haunted pubs”.

The Bull and Spectacles legt Wert auf gutes Essen und so geht die Speisekarte weit über das Standardangebot der meisten Pubs hinaus.

Blithbury liegt an der B5014 südlich von Abbots Bromley, dort wo der Horn Dance beheimatet ist (s. dazu meinen Blogeintrag).

The Bull and Spectacles
Uttoxeter Road
Blithbury
Rugeley
WS15 3HY
Tel: 01889 504201

The Bull and Spectacles erhält ein neues Pubschild.
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Pubschilder – The World’s End in Camden (London)

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174 Camden High Street lautet die Adresse dieses Pubs mit dem düsteren Namen “The World’s End“, der im Nord-Londoner Stadtteil Camden Town liegt. Das Pubschild zeigt ein Boot, besetzt mit fünf Männern (Wikinger?), das offensichtlich von einer Welle getragen in einen Abgrund stürzt.
Bis 1985 hieß der Pub “The Olde Mother Redcap“. Seit 1690 soll auf dem Gelände schon eine Taverne gestanden haben; das heutige Gebäude entstand 1875.

Bekannt wurde “The World’s End” auch dadurch, dass unter dem Haus ein bekannter Club angesiedelt ist, “The Underworld Club“, in dem schon u.a. Dave Stewart, The Cranberries, The Foo Fighters  und Radiohead aufgetreten sind.

Viele bekannte Londoner wie Charles Dickens sollen hier früher häufig zu Gast gewesen sein. Der Pub hat sich, obwohl er zu den größten in ganz Großbritannien zählt, eine besondere Atmosphäre bewahrt; überall finden sich Erinnerungsstücke aus vergangenen Zeiten, so auch das vorige Pubschild, das die Mother Redcap zeigt.

Auf der anderen Straßenseite gab es einmal ein Gasthaus, das “Mother Black Cap” hieß. “Dracula”-Autor Bram Stoker war der Meinung, dass es  zwei Hexen mit diesen Namen gab und die mit der schwarzen Kappe soll Mother Shipton gewesen sein, die 1488 in einer Höhle in Knaresborough (North Yorkshire) geboren wurde und Prophezeiungen über das Ende der Welt gemacht hatte, in denen es u.a. hieß:

Und einstürzende Wasserfluten werden
Das Land überfluten mit solchem Getöse,
Daß Menschen kauern in schlammigen Moor
Und knurren wegen ihrer Gefährten.

…deutet das Pubschild auf diese Prophezeiung hin?

Übrigens gibt es auch in Mother Shipton’s Knaresborough, direkt am River Nidd, einen Pub mit dem Namen “Worlds End“, in dem ich einmal ein “Mittags-Pint” getrunken habe.

The World’s End
174 Camden High Street
London NW1 0NE
Tel. 020 7482 1932

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Gastropubs

The Crab and Lobster in Asenby (North Yorkshire).
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Ja, es ist traurig: Das Pubsterben geht weiter. Täglich schließen Pubs im ganzen Land ihre Pforten für immer und hinterlassen meist eine schmerzliche Lücke. Steigende Bierpreise und das Rauchverbot sind nur zwei Gründe, warum immer mehr Briten lieber zuhause bleiben, sich ein billigeres Sixpack aus dem Supermarkt holen und das dann vor dem Fernsehgerät trinken.

Wie können Publicans dagegen ansteuern? Einige haben sich entschieden, ihren Pub vom reinen Biertrinkerlokal in einen Edelpub mit Fine Dining-Qualitäten umzurüsten. Die Stammgäste beäugen diesen Umstrukturierungsprozess meist argwöhnisch, fürchten sie doch, als “Nur-Biertrinker”, auf der Strecke zu bleiben. Das Thema ist in der “Inspector Barnaby”-Krimiserie in Episode 33  “The Maid in Splendour” (dt. “Tod im Liebesnest”) schön herausgearbeitet worden.

Meine erste Begenung mit einem Gastropub ist schon ziemlich lange her. Es war der Crab & Lobster in Asenby (North Yorkshire), ein ausgesprochen angenehmer Pub mit einem ebensolchen Restaurant. Es folgten, ebenfalls in North Yorkshire, The General Tarleton in Ferrensby und The Angel Inn in Hetton, zwei ausgesprochen edle Häuser.

Pub Grub wie Ploughman’s Lunch, Sandwiches, Steak and Kidney Pie oder Bangers & Mash gehörte/gehört  zum Standard-Repertoire der meisten Pubs; große Portionen, die mir immer schon den Appetit aufs Abendessen vertrieben.
1991 soll der Begriff “Gastropub” laut Wikipedia von David Eyre and Mike Belben geprägt worden sein, als sie The Eagle im Londoner Stadtteil Clerkenwell übernahmen.Mittlerweile gibt es bereits Pubs, deren Küche mit Michelin-Sternen ausgezeichnet worden sind. Im Michelin-Führer 2012 sind es schon 13.  The Harwood Arms im Londoner Fulham ist der zurzeit einzige Londoner Pub mit einem Stern. Weitere “besternte” Pubs sind z.B.  The Sir Charles Napier in Chinnor (Oxfordshire) und The Black Swan in Oldstead (North Yorkshire), den ich an dieser Stelle auch schon vorgestellt habe.

Seit diesem Jahr gibt es erstmals sogar einen Pub mit zwei Michelin-Sternen: The Hand and Flowers in Marlow in Buckinghamshire, einer recht wohlhabenden Gegend. Der 2005 von Tom und Beth Kerridge eröffnete Gastropub erhielt schon 2006 seinen ersten Stern und kann sich jetzt rühmen Großbritanniens erster und einziger 2*-Träger zu sein. Zu finden ist The Hand & Flowers mitten in Marlow in der West Street, das ist die A4155, die quer durch die Stadt führt.

The Sir Charles Napier in Chinnor (Oxfordshire).
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Published in: on 18. August 2012 at 02:20  Kommentare (1)  
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Der Tan Hill Inn (North Yorkshire) – Großbritanniens höchstgelegener Pub

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Er liegt schon sehr einsam, der Tan Hill Inn in North Yorkshire; die nächste Stadt Kirkby Stephen ist immerhin 18 km entfernt. Ich bin dort mehre  Male vorbeigekommen und im Sommer kann es an schönen Tagen ganz schön voll werden dort oben in 528 m Höhe. Damit ist der Tan Hill Inn der höchstgelegene Pub in ganz Großbritannien. Im Winter dagegen, wenn der Sturm um das Haus braust, ist es drinnen sehr gemütlich, aber draußen kann es dann ganz schön ungemütlich werden. Vor einigen Jahren wurde eine Gesellschaft, die im Pub Silvester feierte, für einige Tage eingeschneit. Aber es gibt sicher Schlimmeres, in einem warmen Pub, dessen Bar und Küche gut bestückt ist, von der Umwelt abgeschnitten zu sein.  Da gab es doch einmal einen Roman von Agatha Christie…

Und wenn man so weit weg von der Zivilisation ist, muss man sich schon etwas einfallen lassen, um Kundschaft in den abgelegenen Pub zu holen. 1995 bekam der Tan Hill Inn als erster Pub die Lizenz, Eheschließungen durchführen zu können. In dieser grandiosen Landschaft sind Hochzeitsfeiern natürlich sehr beliebt geworden.

Weiterhin werden am Wochenende Live Music-Abende veranstaltet, man kann seine Stag und Hen Parties hier feiern und der Tan Hill Inn ist sehr beliebt als Ziel bei Autorallyes.

Die Firma Everest, die Doppelverglasungen herstellt, wählte den Pub mehrfach für ihre Werbespots aus. Das im 17. Jahrhundert gebaute Haus wurde von der Firma mit neuen energieeffizienten Fenstern und einer Solaranlage versehen, im Wert von £90,000: Nicht schlecht für die Besitzer des Tan Hill Inn; dazu kommt noch die kostenlose Werbung durch die Spots.

Auf Grund der scharfen Zunge der Landlady ist der Tan Hill Inn auch schon einmal als “Fawlty Towers of North Yorkshire” bezeichnet worden, doch die Stammgäste lieben  sie und verzeihen ihr die eine oder andere rüde Bemerkung.

Hier
ist einer der frühen Werbespots der Firma Everest und hier einer der neueren.

Tan Hill Inn
Reeth, Richmond,
Swaledale, North Yorkshire Dales,
DL11 6ED
Tel. 01833 628 246

Das Buch zum Artikel:
David Gerrard: In the Winds of Heaven – A Portrait of Tan Hill Inn. C P Printing & Publishing 1991. 96 Seiten. ISBN 978-1873293102.

Großbritanniens höchstgelegener Pub – Tan Hill Inn.
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Published in: on 12. August 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  

The George and Dragon in Hudswell (North Yorkshire) – Ein Pub, der dem Dorf gehört

The George and Dragon in Hudswell (North Yorkshire).
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Welcher britische Pub kann sich schon rühmen, vom amtierenden Außenminister eröffnet zu werden? Genau das geschah am 12. Juni 2010 in dem kleinen Ort Hudswell in North Yorkshire, als William Hague hier zu diesem Zweck erschien. Man muss aber auch dazu sagen, dass Hague MP für Richmond (North Yorkshire) ist, das gleich um die Ecke liegt. Nun erscheint ein MP natürlich nicht bei jeder Pub-Eröffnung. Der George and Dragon schloss im August 2008 seine Pforten, weil die Besitzer in finanzielle Schwierigkeiten geraten waren. Da die 200 Bewohner von Hudswell nicht auf ihren Pub verzichten wollten, gründete man die Hudswell Community Pub Ltd, eine Kooperative, die auch den größten Teil für den Ankauf und die Renovierung aufbrachte. Übrigens ist auch William Hague Mitglied der Kooperative.

Seitdem geht es dem George and Dragon gut und Hudswell besitzt wieder einen Ort, in dem man sich treffen kann. Man ging sogar noch einen Schritt weiter und integrierte die Dorfbibibliothek in den Pub und startete einen Buchclub, der sich regelmäßig einmal im Monat hier trifft.
In einem Teil des Pubs befindet sich der Dorfladen, der von Ehrenamtlichen geführt wird,  und für die Kunden des Ladens und des Pubs gibt es obendrein auch noch einen kostenlosen Internetanschluss (ein Laptop kann für wenig Geld geliehen werden). Wenn das kein Angebot ist in einem 200-Seelendorf!

Der Guardian hat Hudswells Pub zu den 10 besten in North Yorkshire gewählt.

Hier ist ein Film über North Yorkshires ersten Community Pub.

The George and Dragon
Hudswell, North Yorkshire, DL11 6BL
Tel. 01748 518373

The Magdala in Hampstead (London) – Hier erschoss Ruth Ellis 1955 ihren Liebhaber

This work has been released into the public domain.

2a South Hill Park, London, NW3 2SB, so lautet die Adresse des Pubs “The Magdala“, der am südlichen Zipfel des Parks Hampstead Heath liegt. Nach einem oder auch mehreren Pints kann man in den ausgedehnten Parkanlagen dort also sehr schön spazierengehen. The Magdala hat auch eine sehr interessante Speisekarte, was ihn in die Nähe eines Gastro-Pubs rückt.
Bekannt ist er spätestens seit dem Ostersonntag 1955, als sich vor den Türen des Pubs ein Mordfall ereignete, der in die Annalen der britischen Kriminalgeschichte einging.

Die Londoner Bardame Ruth Ellis erschoss hier am 10. April ihren Liebhaber, den Rennfahrer David Blakeley. Die Beziehung zwischen den beiden war angespannt; Blakeley war gewalttätig und einige Tage vor der Tat erlitt Ruth Ellis eine Fehlgeburt, weil Blakeley mal wieder zugeschlagen hatte. Als der Mann “The Magdala” verließ, schoss Ellis auf ihn. Ihr zweiter Schuss streckte ihn nieder; dann schoss sie so lange auf Blakeley, bis das Magazin ihrer Tatwaffe leer war. Der Rennfahrer erlag seinen Verletzungen auf dem Weg ins Krankenhaus; Ruth Ellis ließ sich widerstandslos von der Polizei festnehmen und wurde später zum Tode verurteilt. Am 13. Juli wurde die 28jährige im Holloway Prison aufgehängt und war damit die letzte Frau, die man in Großbritannien hinrichtete.

Ob wohl noch einige, die hier ihr Pint trinken oder ihr Dinner zu sich nehmen, an die Tragödie denken, die sich vor Jahrzehnten vor dem Pub abgespielt hat?

Hier ein alter Newsreel vom Tage der Hinrichtung und hier ein kurzer Überblick über einige Hampstead-Pubs, darunter auch The Magdala.

The Magdala
2a South Hill Park
London, NW3 2SB

Tel. 0207 435 2503

Das Buch zum Artikel:
Muriel Jakubait and Monica Weller: Ruth Ellis – My Sister’s Secret Life. Robinson 2005. 325 Seiten. ISBN 978-1845291198.

The Mug House in Claines (Worcestershire) – Der Pub auf dem Friedhof

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Zwischen Worcester und Kidderminster in der Grafschaft Worcestershire liegt das kleine Dorf Claines, über das es nicht viel zu sagen gibt, außer, dass es einen ungewöhnlichen Pub besitzt: The Mug House. Dieser Pub, der im 15. Jahrhundert erbaut wurde und heute der großen, in Wolverhampton stationierten Brauerei Marston’s plc gehört (ihr gehören über 2000 Pubs im ganzen Land), liegt mitten auf dem Gelände der örtlichen Kirche St John the Baptistund man muss über den Friedhof laufen, um zu ihm zu gelangen.

Wenn man im Mug House sein Pint trinkt, dann tut man das auf den Überresten von ca 15 000 Menschen, die im Laufe der Jahrhunderte hier begraben wurden. Die Nähe zur Kirche bietet sich natürlich an, um hier Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen zu feiern (na ja, letzteres kann man wohl nicht feiern nennen). Das Verhältnis zwischen den Vikaren und Pubbesitzern war offensichtlich immer gut. In den 1950er Jahren soll der damalige Vikar zum Betreiber des Mug House einmal gesagt haben: “You fill my church and I’ll fill your pub” (so im Daily Telegraph vom 8. September 2007 nachzulesen).

Dass es in einem Pub, der auf einem Friedhofsgelände liegt, spukt, liegt ja auf der Hand. Im Keller bewegen sich Gegenstände von selbst; in einem Raum des Gebäudes stellen sich die Nackenhaare der Hunde auf und sie starren auf den Kamin; Türen öffnen und schließen sich von allein. Auch ein Fernsehteam war schon im Haus, um die unerklärlichen Phänomene zu untersuchen.

Wer sich einmal die Glocken von St John the Baptist anhören und den Bell-Ringern bei der Arbeit zusehen möchte, kann dies hier tun.

Es gibt noch einen zweiten Pub, der auf geheiligtem Boden liegt: The Ring O’ Bells in Kendal in Cumbria.

The Mug House
Claines Lane
Claines
Worcester, Worcestershire, WR3 7RN
Tel. 0871 951 1000

St John the Baptist in Claines. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Philip Halling

Mein Buchtipp – Paul Moody & Robin Turner: The Search For the Perfect Pub

Paul Moody und Robin Turner sind immer auf der Suche nach “Juwelen” in der sich ständig verändernden britischen Publandschaft. In ihrem Buch “The Rough Pub Guide: A Celebration of the Great British Boozer” (Orion Books 2008) haben sie ein Countdown der 50 eigenwilligsten Pubs zusammengestellt (Platz 1: The Montague Arms, New Cross, London; Platz 2: The Dyffryn Arms, Pontfaen, Dyfed; Platz 3: The Temple, Manchester).

In Moody und Turners letztem Buch, “The Search For the Perfect Pub“,machen sie sich auf die Suche nach dem perfekten Pub. Das Buch trägt den Untertitel “Looking For the Moon Under Water” und die Autoren nehmen damit Bezug auf ein Essay, das George Orwell 1946 schrieb, in dem er den fiktiven Pub “The Moon Under Water” beschrieb, seine Vorstellung damals von dem perfekten britischen Pub.

Das Buch ist gleichzeitig eine locker geschriebene Untersuchung über die Rolle und die Problematik des Pubs im 21. Jahrhundert:

Wirte versuchen die schwindenden Gästezahlen aufzufangen, indem sie ihre Häuser in Gastro-Pubs, Themen-Pubs oder Musik-Pubs umwandeln.

Die großen Pubcos, das sind die großen Gesellschaften, denen tausende von Pubs gehören, lassen die Wirte oft im Regen stehen und helfen ihnen nicht, sondern schließen die Gasthöfe kurzerhand, wenn sie nicht die geforderten Umsatzzahlen bringen.

Die großen Supermarktketten bieten Bier deutlich billiger an, was dazu führt, dass die Pints zuhause getrunken werden.

Das Rauchverbot hat ein übriges getan und den Pubs Umsatzverluste eingebracht.

Schwere Zeiten stehen der britischen Institution “Pub” bevor, aber: Es gibt sie glücklicherweise immer noch, die “Boozer”, und sie spielen nach wie vor eine außerordentlich wichtige gesellschaftliche Rolle. Dieses Buch kann ich jedem empfehlen, der sich für dieses Thema interessiert. Auf meinen Reisen sind Pubbesuche immer sehr wichtig und ich fahre nie nach England, ohne meinen “AA Pub Guide” dabeizuhaben.

Hier ist ein Video, in dem ein Publican von den Problemen seiner Zunft singt.

Paul Moody & Robin Turner: The Search For the Perfect Pub – Looking For the Moon Under Water. Orion Books 2011. 288 Seiten. ISBN 978-1409112679.

Mein persönlicher “Perfect Pub”: The Falkland Arms in Great Tew (Oxfordshire). – Eigenes Foto.

The Barge Inn in Honeystreet (Wiltshire) – Einer der skurrilsten englischen Pubs

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Wiltshire ist eine mysteriöse Grafschaft. Hier finden wir Stonehenge, die Steinkreise von Avebury, es gibt unzählige UFO-Sichtungen bei Warminster und über den Salisbury Plains…und es gibt die Kornkreise. So finden wir in Wiltshire auch einen der skurrilsten englischen Pubs: The Barge Inn in Honeystreet, direkt am Kennet and Avon Canal und da, wo es die meisten Kornkreise gibt. Kein Wunder, dass sich der Gasthof jahrein, jahraus als Crop Circle Pub of The Year bezeichnet und als Hauptquartier der sogenannten Croppies gilt.

Wo es Kornkreise gibt, sind natürlich auch UFOs nicht weit und so wird im Pub ein ganz spezielles Bier ausgeschenkt, das Alien Abduction Ale, gebraut von der örtlichen Brauerei Honeystreet Ales, die außerdem noch ein Bier namens Croppie und ein Cider namens Area 51 im Angebot hat.
Das grüne Alien Abduction Ale schützt übrigens (nach wissenschaftlichen Untersuchungen) zu 93% vor Entführungen durch Aliens. 3 Pints pro Tag (2 Pints bei Damen) sollten es allerdings schon sein, damit das Bier seine volle Schutzkraft entfalten kann.

Seit 2010 gehört The Barge Inn der Brauerei Honeystreet Ales, die ihn an die  Barge Inn Community Group verpachtet hat.

In der Episode “The Wench is Dead” (1998) der TV-Krimiserie “Inspector Morse” mit John Thaw in der Hauptrolle spielte der Gasthof auch schon einmal eine Rolle und einige Jahre später traf sich hier die Morse Appreciation Society zu einem Lunch, bei dem auch der “geistige Vater” des charismatischen Inspektors, Colin Dexter, anwesend war.

Wer mit dem Narrow Boat den Kennet and Avon Canal befährt, kann direkt am Pub anlegen; es steht auch ein Campingplatz zur Verfügung.

Ich könnte noch viel über diesen bemerkenswerten Pub schreiben, aber man kann alles auf den hervorragend gemachten Webseiten nachlesen.

Hier ist ein Film über The Barge Inn.

The Barge Inn
Honeystreet
Pewsey, Wiltshire. SN9 5PS
Tel. 01672 851 705

The Boot Inn in Barnard Gate an der A40 in Oxfordshire – Der “Schuh-Pub”

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Wenn man von Oxford auf der A40 in Richtung Witney fährt, findet man kurz hinter Eynsham in dem winzigen Dorf Barnard GateThe Boot Inn“, einen Pub, der etwas Besonderes aufweisen kann, das es in keinem anderen britischen Gasthaus gibt: Schuhe von Prominenten. Wenn man einmal anfängt, etwas zu sammeln, lässt es einen so schnell nicht mehr los und so kann Craig Foster, der Besitzer des Pubs, mittlerweile eine umfangreiche Sammlung an den Wänden seines Hauses zeigen, alle Schuhe sorgfältig positioniert und mit Fotos der Spender versehen.

Wir finden hier Schuhe der drei Bee Gees, einen Stiefel von Jeremy Clarkson, Sportschuhe der Rennfahrer Fernando Alonso, Rubens Barrichello, Eddie Irvine und Eddie Jordan, Fußballstiefel von Gary Lineker, George Best und Stanley Matthews und einen Halbschuh des Fernsehjournalisten Jeremy Paxman (und das ist nur eine kleine Auswahl).

Außer prominentem Schuhwerk verfügt “The Boot Inn” über eine sehr gemütliche Einrichtung mit zwei großen Kaminen, einen Biergarten und ein separates Restaurant. Die Weinkarte ist sehr umfangreich und “would satisfy the most cosmopolitan of oenophiles” wie der AA Pub Guide meint.
Also: Im “The Boot Inn” stimmt so ziemlich alles und er ist einen Besuch wert.

The Boot Inn
Barnard Gate
Nr Eynsham, Oxfordshire OX29 6XE
Tel: 01865 881231

Ye Olde Fighting Cocks in St Albans (Hertfordshire) – Einer der ältesten Pubs Englands

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“Spieglein, Spieglein an der Wand – Wer ist der älteste Pub im ganzen Land?” könnte man in Anlehung an ein Märchen fragen und würde mindestens ein halbes Dutzend unterschiedliche Antworten erhalten. Den “Ye  Olde Trip to Jerusalem” in Nottingham, der beansprucht Englands ältester Pub zu sein, habe ich in meinem Blog bereits vorgestellt. Auch “Ye Olde Man & Scythe” in Bolton (Greater Manchester) meint, den Titel für sich in Anspruch nehmen zu können.

In St Albans in Hertfordshire steht “Ye Olde Fighting Cocks“, der im Guinness Book of Records als ältester geführt wird. Das Gebäude des “Ye Olde Fighting Cocks” soll aus dem 11. Jahrhundert stammen und  hat im Laufe seines Bestehens seinen Namen mehrfach geändert; so hieß es auch schon einmal “The Round House” und “The Fisherman”. Seinen jetzigen Namen erhielt der Pub nach den Hahnenkämpfen,  einst eine beliebte “Sportart”, die hier durchgeführt wurden.

Noch heute ist der Pub, der nur ein paar Minuten Fußweg von der Kathedrale von St Albans entfernt ist, ein beliebter Treffpunkt für alle, die in gemütlicher Atmosphäre ein Pint trinken wollen oder etwas essen möchten (z.B. einen Fighting Cock Beef Burger). Im Sommer steht ein großer Biergarten zur Verfügung. Großgewachsene Menschen könnten im Pub Probleme bekommen, denn die Decken sind recht niedrig.

Ye Olde Fighting Cocks
16 Abbey Mill Lane
St Albans, Hertfordshire
AL3 4HE
Tel: 01727 869152

“The Philharmonic Dining Rooms” in Liverpool – Einer der außergewöhnlichsten Pubs Englands

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Wenn man einmal Liverpool besucht, sollte man auf jeden Fall auch in die Hope Street gehen. Dort steht gegenüber der Liverpool Philharmonic Hall einer der außergewöhnlichsten Pubs in ganz England mit dem Namen Philharmonic Dining Rooms, der sich selbst als “one of the most lavish and ornate pubs in the country” bezeichnet. Durch die Nähe zur Konzerthalle ist dieser Pub natürlich besonders bei Konzertbesuchern und den Mitgliedern des Royal Liverpool Philharmonic Orchestras sehr beliebt.

Erbaut wurde “The Phil”, wie es von Einheimischen kurz genannt wird, um das Jahr 1900 herum von dem Bierbrauer Robert Cain, einem der damals reichsten Männer im Königreich, dem über 200 Pubs in Liverpool gehörten.

Das Gebäude ist architektonisch bemerkenswert und steht schon seit langem unter Denkmalschutz. Beeindruckend ist der Haupteingang, der im Art Nouveau-Stil gestaltet wurde.
Das nicht minder beeindruckende Interieur des Pubs ist ganz dem Thema “Musik” gewidmet; das ist man der Konzerthalle gegenüber natürlich schuldig. So sind zwei besonders schöne Räume nach den Komponisten Brahms und Liszt benannt. Man wird hier überall mit holzvertäfelten Wänden, Buntglasfenstern und Mosaikfußböden konfrontiert; kein Wunder, dass sich ständig Besucher aus aller Welt einfinden.

Eine weitere Besonderheit haben die Philharmonic Dining Rooms zu bieten: Die Herrentoiletten, die aus rosafarbenem Marmor und Mosaiken bestehen. Sie sind so spektakulär, dass auch Frauen einen Blick hineinwerfen dürfen (wenn sie gerade nicht benutzt werden).
The price of fame is not being able to go to the Phil for a quiet pint“, soll John Lennon einmal gesagt haben und der musste es ja als echter Liverpudlian gewusst haben.

“The Phil”  gehört zu den Nicholson’s Pubs, eine Kette von historisch besonders interessanten Gasthäusern.

Hier ist ein Rundgang durch das Haus im Film zu sehen.

The Philharmonic Dining Rooms
36 Hope Street
Liverpool
Lancashire
L1 9BX
Tel. (0151) 707 2837

Das Buch zum Artikel:
Christopher Routledge: Cains – The Story of Liverpool in a Pint. Liverpool University Press 2008. 160 Seiten. ISBN 978-1846311505.

Author: John Bradley. - This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic license.

Pubs – Vom kleinsten zum größten, vom höchsten zum tiefsten

Englands kleinster Pub in Bury St Edmunds. - © Copyright Craig Janes and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wo steht eigentlich der kleinste, größte, älteste, höchst gelegene Pub in England?

Hier sind einige Fakten über besondere Pubs auf der Insel:

Der kleinste Pub ist The Nutshell in Bury St. Edmunds (Suffolk), der gerade einmal 5×2 Meter misst. Es sollen sich einmal sage und schreibe 102 Menschen hineingequetscht haben. Bestellungen für ein Pint hat da sicher niemand mehr aufgeben können. Im Pub hängt ein Schild “Coach Parties welcome, of no more than 2 persons”.

Der größte Pub ist The Regal in Cambridge, der ein Fassungsvermögen von 1300 Menschen haben soll. Wenn voll besetzt, dürfte man da wohl ziemlich lange auf seine Bestellungen warten. The Regal war früher einmal das modernste Kino der Universitätsstadt.

Die Frage nach dem ältesten Pub ist schwer zu beantworten, da es einen langen Streit um diese Frage gibt. Einer der Favoriten ist Ye Olde Trip to Jerusalem in Nottingham, der 1189 gebaut wurde und den ich an dieser Stelle schon einmal vorgestellt habe.

Der höchst gelegene Pub Englands ist der Tan Hill Inn in den Yorkshire Dales, der 520 Meter über dem Meeresspiegel zu finden ist. Da kommt es im Winter schon manchmal vor, dass der Pub eingeschneit und von der Umwelt abgeschnitten ist.

Der am niedrigsten liegende Pub ist The Admiral Wells in Holme bei Peterborough (Cambridgeshire). Hier kann man sein Pint 3 Meter unter dem Meeresspiegel trinken.

Der südlichste Pub auf dem Festland ist The Top House in Lizard (Cornwall).

Die Pubs mit dem längsten bzw. kürzesten Namen liegen beide in Stalybridge (Greater Manchester). Der eine heißt The Old Thirteenth Cheshire Astley Volunteer Rifleman Corps Inn, der andere kurz und bündig Q.

Das Buch zum Artikel:
The AA Pub Guide 2011. AA Publishing 2010. 700 Seiten. ISBN 978-0749566814. Ich reise nie ohne diesen Führer!!

Der älteste? Ye Olde Trip to Jerusalem in Nottingham. - © Copyright Dave Hitchborne and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Hier wird man schon einmal eingeschneit: The Tan Hill Inn. - © Copyright Stephen McKay and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Trinken unter dem Meeresspiegel: The Admiral Wells in Holme. - © Copyright Rodney Burton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der südlichste: The Top House Inn in Lizard Town. - © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Kürzer geht's nicht: Q in Stalybridge. - © Copyright Gerald England and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 30. September 2011 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  

Mister Fitzpatrick’s Temperance Bar in Rawtenstall (Lancashire) – Die letzte alkoholfreie Bar Englands

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Eine Bar in England, die keinen Alkohol ausschenkt? Gibt es so etwas? Ja, gibt es, aber nur noch eine und zwar in Rawtenstall in Lancashire.

Während der Industriellen Revolution erlebte der Nordwesten Englands eine starken Bevölkerungszuwachs und damit verbunden eine Zunahme an Alkoholismus, da man an jeder Straßenecke Bier oder Gin kaufen konnte. Als Gegenbewegung entstand die Temperance Movement (Abstinenzbewegung), die einen totalen Verzicht auf Alkohol predigte. Es entstanden sogenannte Temperance Bars, in denen man beispielsweise Ingwerbier, Vimto (Saft von Weintrauben, Himbeeren und schwarzen Johannisbeeren) oder Sarsaparilla (ein Getränk aus Stechwinden) kaufen konnte.

Eine letzte dieser Bars ist übriggeblieben, Mister Fitzpatrick’s Temperance Bar in Rawtenstall in Lancashire. Hier wird nach wie vor kein Alkohol ausgeschenkt, dafür aber die oben erwähnten, exotisch klingenden Getränke.
Malachi Fitzpatrick war der letzte aus der Familie, der die Bar über 50 Jahre lang betrieb, bis ins hohe Alter von 90 Jahren. Danach folgte ein Besitzerwechsel, doch die Bar behielt ihren Namen.

Heute kann man Mister Fitzpatrick’s Produkte auch online kaufen. Wie wäre es einmal mit dem Kräuterlikör Lemon & Ginger Cordial oder mit dem nicht so appetitlich klingenden Blood Tonic oder mit Dandelion & Burdock (ein Mix aus Löwenzahn und Klette)?
Hier ist das alles noch einmal im Film zu sehen.

Mr Fitzpatrick’s
Number 1
Fallbarn Road
Rawtenstall
Rossendale
Lancashire
BB4 7NT
Tel: 01706 234620

Mein Buchtipp – Ian Marchant: The Longest Crawl

Ian Marchant und sein Freund Perry Venus haben eine Idee: Sie wollen den längsten “Pub crawl” machen, der in Großbritannien möglich ist; beginnend mit dem südlichsten Pub und endend mit dem nördlichsten und darüber hat Ian Marchant ein Buch geschrieben.

Die beiden starten mit einem Besuch des “Turk’s Head” auf der Insel St. Agnes, eine der Scilly-Inseln. Weiter südlich geht es in Großbritannien nicht mehr.
Dann geht es aufs Festland zurück und Ian und Perry besuchen einen Pub nach dem anderen, wobei sie nicht mehr zu zählende Pints in sich hineinschütten und die Promille-Grenze am Steuer wohl nicht immer beachtet wird.

Auf der Tour lernen sie interessante Leute kennen, verabreden sich mit Freunden, die ihnen die Pub-Landschaft in ihren jeweiligen Orten näher bringen und kurieren so manchen Kater aus.
Das Ziel der beiden Bier-Fans ist schließlich der nördlichste Pub Großbritanniens, die Bar des Baltasound-Hotels auf der Insel Unst, eine der Shetland-Inseln, von der sie allerdings enttäuscht sind. Ein paar Meilen nördlich davon, so erfahren sie, gibt es noch eine Bar, die zu einer Royal Air Force-Station gehört, die Baa Bar. Auch die nehmen sie noch mit, obwohl es keine öffentliche Bar ist.

So haben Ian und Perry innerhalb eines Monats ein paar tausend Meilen zurückgelegt, jeweils weit über 100 Pints getrunken und jede Menge neue Pubs kennengelernt. Wer sich für das Thema “Pubs” interessiert, wird an diesem Buch sicher seine Freude haben.

Ian Marchant: The Longest Crawl – Being an account of a journey through an intoxicated landscape or A child’s treasury of booze. London: Bloomsbury 2007. 403 Seiten. ISBN 978-0-7475-8557-2.

"The Turk's Head" auf St. Agnes (Scilly Isles), Großbritanniens südlichster Pub. - © Copyright Lambert and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Das Baltasound Hotel auf der Shetland-Insel Unst - Ziel von Ians und Perrys Pub Crawl. - © Copyright Robbie and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Breaking News – Das erste Pubschild mit William und Kate ist da!!

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Kaum sind Prince William und Kate Middleton verheiratet und zum Duke and zur Duchess of Cambridge geworden, hat man schon das erste Pubschild mit dem Konterfei der beiden aufgestellt  und zwar in… Tilshead, einem kleinen Dorf in Wiltshire auf der Salisbury Plain und der Pub heißt “The Rose & Crown“.
Also: Alle William und Kate-Fans müssen diesen Pub aufsuchen, wenn sie denn einmal in Wiltshire unterwegs sind!

Hier die Adresse und ein Foto vom Pub:

The Rose & Crown
High Street
Tilshead
Wiltshire
SP3 4RY
(01980) 621062

The Rose & Crown, noch mit altem Pubschild. - © Copyright Brian Robert Marshall and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Flags courtesy of http://www.3DFlags.com..

The Black Swan in Oldstead (North Yorkshire) – The AA Pub of the Year 2010

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Alljährlich vergibt der britische Automobilclub AA eine Reihe von Auszeichnungen an besonders empfehlenswerte Hotels , Restaurants und Pubs. Der aktuelle englische Pub of the Year für das Jahr 2010 ist The Black Swan, der in Oldstead in der Nähe von Helmsley in North Yorkshire liegt.

The Black Swan ist sowohl Country Pub als auch Gastro Pub, d.h. in der Bar bekommt man klassische Pubgerichte, die vorbildlich zubereitet sind und im Restaurant wird eine Küche auf sehr hohem Niveau geboten, wofür Chefkoch Adam Jackson als einziger Pub in ganz Yorkshire von der AA drei Rosetten erhalten hat. Drei Rosetten bedeuten”Outstanding restaurants that demand recognition well beyond their local area“.

Tom und Anne Banks haben den Pub 2006 übernommen und ihn in relativ kurzer Zeit zu dem vielleicht besten in Yorkshire gemacht. Nicht nur die Küche ist etwas ganz Besonderes hier, auch der kleine Hotelbereich mit nur vier Zimmern hat vom AA die höchst mögliche Sternezahl, nämlich 5, erhalten. Die Übernachtungspreise liegen bei £145 -£155 pro Person und beinhalten das Frühstück und ein dreigängiges Abendmenu.

Da aller guten Dinge drei sind: Die AA hat dem Black Swan auch noch den “Breakfast Award” verliehen.

The Black Swan
Oldstead YO61 4BL
Tel. 01347 868387

“Ye Olde Trip to Jerusalem” in Nottingham – Englands ältester Pub?

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Wer ist nun wirklich Englands ältester Pub? Es gibt mehrere, die sich um diese Ehre streiten, von denen “The “Ferry Boat Inn” in Holywell bei St. Ives (Cambridgeshire), “Ye Olde Fighting Cocks” in St. Albans (Hertfordshire) und “Ye Olde Trip to Jerusalem” in Nottingham die wahrscheinlichsten Kandidaten sind.

Letzterer (AD 1189) behauptet es jedenfalls steif und fest auf seiner Homepage und hier handelt es sich nicht nur um einen Pub, “Ye Olde Trip to Jerusalem” ist mehr ein Happening, denn hier ist jede Menge los. In den Kellergewölben, die man in einer 20minütigen Führung besichtigen kann, treiben einige Geister ihr Unwesen, in einem eigenen Souvenirladen kann man sich mit Andenken aus dem “Trip” eindecken und dann gibt es immer wieder Aktionen wie Bierfestivals etc.

Natürlich gibt es hier auch eine breite Palette an Bieren u.a. ein Ale, das “Olde Trip” heißt und von der Greene King Brewery in Bury St Edmunds (Suffolk) hergestellt wird.

Der alte Inn liegt zu Füßen des Nottingham Castles und ist in den Berg hineingebaut worden; ein wirklich hübscher Pub, sowohl innen wie außen und auf jeden Fall einen Besuch wert, ob er nun der älteste Pub ist oder nicht.

Ye Olde Trip to Jerusalem
Brewhouse Yard
Nottingham England
NG1 6AD
Tel. 0115 947 3171

Dwyle Flunking – Ein Pubgame, in dem ein Eimer mit Bier eine Rolle spielt

Dwyle Flunking vor dem Lewes Arms in Lewes (East Sussex). - © Copyright Roz South and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Ein Pubspiel der besonderen Art, das im Freien zelebriert werden sollte, ist das Dwyle Flunking, ein feuchtes Spiel, in dem ein Eimer Bier im Mittelpunkt steht. Die Regeln sind einfach: Zwei Teams spielen gegeneinander, wobei jedes Team aus 12 Spielern besteht. Team 1 bildet einen Kreis und tanzt um einen in der Mitte stehenden Eimer mit Bier. Ein Teilnehmer von Team 2 steht in der Mitte des Kreises mit einer Art Besenstiel in der Hand, an dessen Ende ein Lappen oder Schwamm hängt (natürlich mit Bier vollgesogen). Der außerhalb des Kreises stehende Schiedsrichter pfeift und in diesem Moment klatscht der Mann oder die Frau mit dem Besenstiel (der Flonker) irgendeinem der im Kreis Tanzenden den Bierlappen ins Gesicht oder an den Körper. Ein Gesichtstreffer zählt 3 Punkte, ein Körpertreffer 2 Punkte und ein Beintreffer 1 Punkt. Wenn der Flonker keinen Treffer erzielt, muss er schnell ein Pint Bier trinken.
Jeder im Team ist einmal als Flonker dran, danach wechseln die Teams. Am Ende werden die Punkte zusammengerechnet. Das Siegerteam erhält als Preis einen Nachttopf aus Zinn.
 Oft soll das Dwyle Flunking aber enden, ohne dass jemand weiß, wer wieviel Punkte erreicht hat und dass es eigentlich auch allen Beteiligten egal ist. Der Spaß an dem Pubgame ist wichtiger.

Wie man Dwyle Flunking vor dem Lewes Arms in Lewes (East Sussex) spielt, ist hier zu sehen.

Published in: on 24. April 2011 at 04:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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The Wellington Arms in Southampton (Hampshire) – Englands einziger Pub, der auch gleichzeitig ein Konsulat ist

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Das Rauchverbot in englischen Pubs traf viele “Regulars”, die gern mal zur Zigarette griffen, schwer. Das Bier so ganz ohne zu trinken, schmeckte ihnen im wahrsten Sinne des Wortes nicht. Aber was sollten sie schon gegen das Gesetz ausrichten? So mancher Wirt überlegte, ob es nicht vielleicht doch einen Ausweg aus dieser Situation geben könnte und Bob Beech, der Publican des “Wellington Armsin Southampton hatte da eine Idee. Wenn sein Pub nicht auf britischem Boden stehen würde, gälten dann ja auch die britischen Gesetze dort nicht…

Die Idee: Bob Beech erklärte seinen Pub kurzerhand zum Konsulat des Königreichs von Redonda. Nie davon gehört? Es gibt wohl auch nur wenige Menschen auf der Welt, die schon von diesem Königreich gehört haben. Redonda ist eine winzige Insel in der Karibik, nicht weit von Antigua entfernt, auf der kein Mensch wohnt. 1865 soll sich hier ein gewisser Matthew Dowdy Shiell von der nahe gelegenen Insel Montserrat zum König von Redonda ausgerufen haben und dieser Titel wurde bis in die heutige Zeit  immer weitergereicht. Näheres ist auf der Homepage des Pubs nachzulesen. Da ist natürlich viel britischer Humor dabei und dem Konsul Redondas, besagtem Wirt Sir Robert Beech, gelang es auch nicht, die britischen Behörden davon zu überzeugen, dass die Rauchverbotsbestimmungen in seinem Pub nicht gelten, aber einen Versuch war es immerhin wert…

Die Raucher des Wellington Arms müssen sich also weiterhin nach draußen begeben, um sich eine Zigarette zu genehmigen; für sie hat Sir Robert aber eine überdachte Raucherzone gebaut.

The Wellington Arms,
56, Park Road
Southampton, Hampshire, SO15 3DE

 

Das Königreich Redonda. Copyright: George McFinnigan. - This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license

The Crooked House in Himley (Staffordshire) – Ein Pub, in dem alles schief ist

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Wenn man einen zuviel über den Durst getrunken hat, kann es durchaus vorkommen, dass man das Gefühl hat, der Fußboden ist nicht eben, die Wände schief und alles um einen herum scheint etwas aus dem Lot geraten.
Genau dieses Gefühl hat man auch im Pub “The Crooked House” bei Himley in der Grafschaft Staffordshire, ohne dass man einen Tropfen Alkohol getrunken hat.
Der Name des Pubs sagt es schon, hier ist alles “crooked”, also schief. Wie kommt das?
1765 wurde das Haus errichtet, auf einem Gelände unter dem später im 19. Jahrhundert Kohle abgebaut wurde. Irgendwann gab das Erdreich etwas nach und das Haus sackte ab, so dass es auf der einen Seite über einen Meter niedriger lag als auf der anderen. In den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde das Gebäude für unsicher erklärt und es stand kurz vor dem Abriss. Zwei Brauereien retteten es aber, indem sie Stützpfeiler anbringen ließen und so die Stabilität wieder herstellen konnten.

Der früher “Glynne Arms” genannte Pub heißt jetzt “The Crooked House” und ist zu einer Touristenattraktion in Staffordshire geworden. Da es auch noch einen Hausgeist gibt, ein ehemaliges Dienstmädchen namens Polly, hat “The Crooked House” eigentlich alles, was man von einem typisch englischen skurrilen Pub erwartet.

Crooked House
Coppice Hill
Himley
Staffordshire
DY3 4DA
telephone: 01384 238583

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