Margaret Thatcher, die Eiserne Lady, und die britischen Charts im April 2013

Auch nach ihrem Tod spaltet die ehemalige Premierministerin Margaret Thatcher die britische Gesellschaft. Die Verehrer der Eisernen Lady überlegen schon wie man sie am besten ehren kann, z.B. mit einem Denkmal auf dem Londoner Trafalgar Square (auf dem vierten, meist leerstehenden Sockel). Die zahlreichen erbitterten Gegner fanden sich nach ihrem Ableben spontan zu Freudenfesten zusammen. Und dann erinnerte sich irgendjemand an einen uralten Judy Garland-Song aus dem Film “The Wizard of Oz” (dt. “Der Zauberer von Oz”), der 1939 gedreht worden war. “Ding! Dong! The Witch is Dead” heißt dieses Lied und es scheint sich optimal als Partysong für Margaret Thatcher-Hasser zu eignen. Ja, jetzt steht Judy Garland, die 1969 in London starb, damit sogar in den britischen Charts. Bei itunes liegt das Lied in dieser Woche bereits auf Platz 5.

Im Kielwasser des Originals mit Judy Garland hielten gleich noch zwei Coverversionen Einzug in die Charts, einmal mit Ella Fitzgerald aus dem Jahr 1961 und einmal mit den Munchkins.

Ein weiterer Anti-Thatcher-Song hat diese Woche die britischen Charts geentert, Elvis CostellosTramp the Dirt Down” aus dem Jahr 1989, in dem diese Textzeilen zu finden sind:

“When England was the whore of the world
Margaret was her madam
And the future looked as bright and as clear as
The black tarmacadam
Well I hope that she sleeps well at night, isnt
Haunted by every tiny detail
Cos when she held that lovely face in her hands
All she thought of was betrayal…

I never thought for a moment that human life
could be so cheap
‘Cos when they finally put you in the ground
They’ll stand there laughing and tramp the
dirt down”.

Doch damit nicht genug. Es gibt noch eine Menge weiterer Songs, in denen britische Bands ihre Wut auf die Iron Lady manifestiert haben. Hier einige Beispiele:

- Morrissey: Margaret On The Guillotine
-
The English Beat: Stand Down Margaret
- The The: Heartland
- Crass: Margaret Thatcher How Does It Feel To Be The Mother Of A Thousand Dead
- The Exploited: Maggie You Cunt

Ein Stern geht wieder auf: Judy Garland in den britischen Charts im April 2013. This work is released into the public domain by its copyright holder.

Ein Stern geht wieder auf: Judy Garland in den britischen Charts im April 2013.
This work is released into the public domain by its copyright holder.

Published in: on 14. April 2013 at 02:00  Kommentare (1)  
Tags:

Michael Winner 1935 – 2013

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Am letzten Montag, dem 21. Januar 2013 starb in London der ehemalige Filmregisseur und spätere Restaurantkritiker Michael Winner. Ich habe seine Filme, die ihn bekannt machten wie “Ein Mann sieht rot”, “Der Mann ohne Gnade” oder “Der Rächer von New York” nie gesehen, habe aber jahrelang mit Vergnügen seine Kolumne “Winner’s Dinners” in der Sunday Times gelesen. Darin nahm sich Michael Winner Restaurants in London, Großbritannien und dem Rest der Welt vor, die häufig schlecht von ihm beurteilt wurden. Seine Kritiken, die oft von einer ziemlichen Arroganz geprägt waren, wurden in den Leserbriefen der Sunday Times kontrovers diskutiert. Ich hätte nicht gern in einem Restaurant gesessen, in dem auch Michael Winner anwesend war.

Ich erinnere mich noch an seine Kolumne, in der er vor vielen Jahren das Cliveden Hotel auseinandergenommen hatte, und er daraufhin dort Hausverbot erhielt. Mehrere Jahre danach, als ein neues Mangement das Hotel leitete, war er wieder da und lobte das Haus in den höchsten Tönen.
Wie auch immer: Die Kolumne war amüsant zu lesen; im Dezember letzten Jahres entschied er sich, sie aus Krankheitsgründen einzustellen.

Michael Winner schrieb ein Buch über seine Erlebnisse in Restaurants und Hotels: “Unbelievable! My life in restaurants and other places” (JR Books 2010). Darin schreibt er u.a. über seine Essen mit großen Stars der Filmszene wie Warren Beatty, Marlon Brando, John Cleese oder Michael Caine.

Der Londoner rief 1984 den Police Memorial Trust ins Leben, eine Organisation, die sich dafür einsetzt, für im Dienst ums Leben gekommenen Polizeibeamten ein Denkmal zu setzen. Er war sehr engagiert und setzte sich immer wieder für die Polizei ein. Für dieses Engagement sollte er den Order of the British Empire verliehen bekommen, doch Michael Winner lehnte ab und sagte der Sunday Times “An OBE is what you get if you clean the toilets well at King’s Cross Station”. Typisch M.W.

Der ehemalige Regisseur wohnte bis zuletzt in seinem riesigen Anwesen Woodland House im Londoner Stadtteil Holland Park in der Melbury Road Nummer 31, ein Haus mit 47 Zimmern. In seinem Schlafzimmer, das Edward VII einmal als einen der schönsten Räume der ganzen Stadt genannt hat, ist Michael Winner wohl auch gestorben.


Michael Winners Haus in der Melbury Road

Published in: on 22. Januar 2013 at 15:00  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags:

The Oxford Dictionary of National Biography – Mehr als 58 500 Biografien in 60 Bänden

ODNB

Es  ist so eine Sache mit gedruckten Enzyklopädien und Lexika im 21. Jahrhundert. Immer häufiger gibt es nur noch Online-Ausgaben, weil die gedruckte Form bei Erscheinen in Teilen schon wieder veraltet ist, und der Aufwand und die Kosten sehr hoch sind. Die 21. Auflage der Brockhaus-Enzyklopädie z.B. war voraussichtlich die letzte, die in Druckform erschien.

Ähnlich verhält es sich mit dem Oxford Dictionary of National Biography (ODNB), einem Monumentalwerk der Oxford University Press, das mehr als 58 500 Biografien von “men and women who have shaped British history and culture, worldwide, from the Romans to the 21st century” enthält. Die noch erhältliche Printausgabe zum Preis von ca £1500 umfasst 60 Bände + Register mit 61 472 Seiten. Stand: September 2004. Ein Ergänzungsband erschien 2009 mit 819 Biografien von Männern und Frauen, die zwischen 2001 und 2004 starben.
Hier ist natürlich eine Online-Ausgabe unschlagbar, die schnell auf den aktuellen Stand gebracht werden kann. Drei Updates (jeweils im Januar, Mai und September) werden pro Jahr in die ODNB eingepflegt, die mittlerweile aus über 67 Millionen Wörtern besteht. Die Zugangskosten für Privatpersonen liegen bei £215 plus Mehrwertsteuer pro Jahr. In vielen englischen Bibliotheken kann man aber kostenlos über seinen Leserausweis auf die ODNB zugreifen.

1882 wurde die Idee geboren, die Biografien aller wichtigen Briten in einem Lexikon zusammenzufassen. Der geistige Vater des Projekts war der Verleger George Smith, der u.a. die Bücher der Brontë-Schwestern veröffentlichte. Herausgeber der ersten Ausgabe war Sir Leslie Stephen, Vater von Virginia Woolf. Der momentane Herausgeber der ODNB, an dem ca 10 000 Menschen weltweit mitarbeiten, ist Dr Lawrence Goldman vom St Peter’s College in Oxford.

Wie ein biografischer Eintrag aussieht, kann man sich als Podcast auch einmal anhören und zwar auf dieser Seite.

Chipping Norton (Oxfordshire)…und zum Dritten – The Chipping Norton Set

Der Marktplatz von Chipping Norton.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Jonathan Billinger

Die Cotswolds werden von der englischen Prominenz des Showgeschäfts sehr geschätzt und viele haben sich hier ihren Wohnsitz gewählt. Ich berichtete bereits darüber (hier nachzulesen). Aber auch zahlreiche Männer und Frauen aus Politik und Wirtschaft haben sich in dieser landschaftlich sehr attraktiven Region niedergelassen.

Rund um Chipping Norton in Oxfordshire wohnt u.a. Großbritanniens Premierminister David Cameron mit Frau und Kindern. Sie kauften sich im Jahr 2001 für £650,000 ein ehemaliges Farmhaus in dem winzigen Dorf Dean, knapp sechs Kilometer südöstlich von Chipping Norton gelegen.

Eine Meile von den Camerons entfernt, wohnt die Journalistin Rebekah Brooks, einstmals stellvertretende Chefredakteurin der Boulevardzeitung The Sun, dann Chefredakteurin von News of the World, bis sie im vorigen Jahr in den Abhörskandal verwickelt, mehrfach verhaftet und jedes Mal auf Kaution wieder freigelassen wurde. Auch ihr Mann Charlie Brooks, ein Pferdetrainer und langjähriger Freund David Camerons, war in den Skandal verwickelt.

Burford Priory liegt etwa 22 Kilometer weit von Chipping Norton entfernt und wurde vor drei Jahren für £6 Millionen Pfund von Matthew Freud und Elisabeth Murdoch gekauft. Freud ist Chef der PR-Firma Freud Comminications, seine Frau ist Tochter des Medienmoguls Rupert Murdoch. Beide sind mit den Camerons befreundet.

Auch Jeremy Clarkson, der immer wieder durch provokante Äußerungen von sich reden macht, Journalist und seit vielen Jahren einer der Moderatoren des populären TV-Automagazins “Top Gear“, hat sein großes Anwesen nicht weit von “Chippy” (wie die Einheimischen Chipping Norton nennen) entfernt. Die Camerons und die Brooks’ zählen zu seinem Freundeskreis.

The Chipping Norton Set wird dieses Netzwerk aus Politikern und Unternehmern von der britischen Presse gern genannt. Man besucht sich gegenseitig und diese Verquickung von Politik, Medien und Wirtschaft wird in der englischen Öffentlichkeit mit Skepsis betrachtet. Der News of the World-Abhörskandal, der den Chipping Norton Set ins Scheinwerferlicht rückte, lässt auch die Einwohner des Cotswolds-Städtchens nicht kalt: “Phone-hacking connection is Chipping Norton’s unwanted claim to fame” titelte The Guardian am 10. Juli 2011 und zitiert darin Bürgermeister Chris Butterworth mit den Worten “We would prefer to be put on the map for more positive things”.

Burford Priory. Released to the public domain.

Thame (Oxfordshire) – Auch im Tod bleibt Robin Gibb seiner Stadt verbunden

Robin Gibbs Haus The Prebendal in Thame. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Steve Daniels

Ich berichtete kürzlich an dieser Stelle über meinen Besuch in der Stadt Thame in Oxfordshire im Rahmen meiner Reihe “Auf den Spuren von Inspectoe Barnaby”, der hier häufig anzutreffen war.
Am letzten Freitag, dem 8. Juni, wurde Robin Gibb, Sänger der Bee Gees, in seiner Heimatstadt, in der er viele Jahre lebte, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt. Der Trauerzug bestand aus einer von vier Pferden gezogenen weißen Kutsche, auf der der Sarg Robin Gibbs lag. Am Ende des Sargs befand sich die Flagge der Isle of Man, wo der Sänger am 22. Dezember 1949 geboren wurde.

Weit hatte es der Trauerzug nicht, denn Robin Gibb wohnte gegenüber der St Mary’s Church, wo er beigesetzt wurde. Bei der Trauerfeier in der Kirche las Robins Frau Dwina ein von ihr verfasstes Gedicht vor, das sie “My Songbird Has Flown” nannte. Etwa 200 Gäste wohnten der Feier bei, darunter fanden sich auch Uri Geller, Mark Knopfler und Sir Tim Rice. Die Sargträger waren Robins Söhne RJ und Spencer, sowie Stevie Gibb, Barrys Sohn und Steven Murphy, Dwinas Sohn.

Als der Sarg aus der Kirche zum Grab getragen wurde, standen Kadetten des 594. Squadron der Royal Air Force aus Thame Spalier. Robin Gibb hatte vor zwei Jahren ihr neues Hauptquartier in der Windmill Road eröffnet.
Hier ist ein Film über den Trauerzug und die Beisetzung von SkyNews.

Die Bevölkerung Thames trauerte um ihren verstorbenen und verehrten Mitbürger. “Ciao Robin” stand auf einem Banner im Fenster des italienischen Restaurants Mia Capri in der High Street.

Robin Gibb wohnte in dem alten The Prebendal House, das er selbst in diesem Film detailliert vorstellt. “Elizabeth I was here,” sagte Robin Gibb einmal. “So was Henry VIII. George III had some exiles from the French Revolution stay here, about 50 of them”.

Hören wir hier noch einmal Robin Gibb mit “Juliet“.

St Mary’s Church in Thame, hier fand Robin Gibb seine letzte Ruhestätte. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Roger Davies

William Huskisson (1770-1830) – Erstes prominentes Opfer eines Eisenbahnunglücks

Hier bei Newton-le-Willows in Lancashire ereignete sich der tödliche Unfall. – Author: Lmno. This file is licensed under the Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0 License.

Am 15. September 1830 kam erstmals in der Geschichte des englischen Eisenbahnwesens ein Mensch ums Leben, der in die Kategorie “Prominenter” einzuordnen ist. Vorher starben schon Eisenbahner, die im technischen Betrieb tätig waren, aber an diesem Tag im September erwischte es einen Politiker und Parlamentsmitglied namens William Huskisson, der bei der Eröffnung der neuen Liverpool and Manchester Railway anwesend war. Die 56 km lange Eisenbahnstrecke verband die Industriestadt mit der Hafenstadt.

An diesem denkwürdigen Tag starteten acht Züge von Liverpool aus; auf einem fuhr der damalige Premierminister Arthur Wellesley, Duke of Wellington, mit.

Bei Newton-le-Willows in Lancashire (jetzt Merseyside) musste der Zug, in dem die Prominenz saß, anhalten, damit die Lokomotive Wasser aufnehmen konnte. Man stieg aus, um sich die Beine zu vertreten; William Huskisson wechselte ein paar Worte mit dem Premierminister und achtete nicht besonders auf das parallel verlaufende Gegengleis auf dem sich die Dampflokomotive Rocket näherte. Als er sich der Gefahr bewusst wurde, versuchte Huskisson noch, sich in den Waggon zu flüchten, doch die Wagentür schwang auf und der daran hängende Politiker geriet genau in den Weg der heranrauschenden Lokomotive. Huskisson stürzte und sein linkes Bein wurde von den Rädern der Lok zertrümmert.
Der berühmte Eisenbahnpionier George Stephenson fuhr den Schwerverletzten mit einem Zug in das nächstgelegene Krankenhaus nach Eccles, wo man versuchte, dem Parlamentsmitglied das Leben zu retten. Die Verletzung war aber zu schwerwiegend und Huskisson starb noch am selben Tag.

Huskisson wurde auf dem St James Cemetery in Liverpool beerdigt und an dem Ort, an dem er ums Leben kam, errichtete man eine Gedenktafel, die heute im National Railway Museum in York untergebracht ist.

Das Buch zum Artikel:
Simon Garfield:  The Last Journey of William Huskisson – How a Day of Triumph Became a Day of Despair at the Turn of a Wheel. Faber and Faber 2003. 256 Seiten. ISBN 978-0571216086.

Das Huskisson Monument auf dem St James Cemetery in Liverpool. – Author: Man vyi. This work is released into the public domain.

Gedenktafel für William Huskisson, heute im National Railway Museum in York. – Author: Reinhard Dietrich. This work is released into the public domain.

Die Blue Plaques – Hinweise auf besondere Persönlichkeiten an britischen Häusern

South Audley Street, London W1. – © Copyright Christine Matthews and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wenn man in den “Genuss” einer Blue Plaque, also einer blauen Plakette, an seinem Geburts-, Wohn- oder Sterbehaus  kommen möchte, muss man schon mindestens 20 Jahre lang tot oder über 100 Jahre alt sein und irgendetwas geleistet haben, was national oder international von besonderer Bedeutung ist.

Die Entscheidung über die Vergabe einer dieser Plaketten trifft ein spezielles Gremium der Denkmalschutzorganisation English Heritage (Mitglied dieses Gremiums ist übrigens auch Stephen Fry). Pro Jahr gehen ca 100 Vorschläge dort aus der Bevölkerung ein und etwa ein Drittel davon wird akzeptiert. Wenn ein Vorschlag abgelehnt wird, kann erst in 10 Jahren ein neuer Versuch gestartet werden.
Natürlich muss der Eigentümer des Hauses, an dem die Plakette angebracht werden soll, seine Zustimmung dazu geben. Wenn dann die Formalitäten alle geklärt sind, geht es an die feierliche Anbringung. Etwa 20 dieser Blue Plaques werden pro Jahr vergeben.

Ursprünglich gab es diese Hinweistafeln nur in London, aber man weitete das später auf das ganze Land aus. Es gibt bestimmte Regionen in London, wo es vor blauen Plaketten nur so wimmelt, z.B. in Bloomsbury, speziell am Bedford Square und in der Gower Street. Auch im Cheyne Walk an der Themse in Chelsea gibt es sehr viele davon zu sehen.
Die erste Plakette wurde 1867 zu Ehren von Lord Byron vergeben, existiert aber nicht mehr, da das Haus schon 22 Jahre später abgerissen wurde. Die älteste noch existierende Hinweistafel stammt aus dem gleichen Jahr 1867 und die ist in der King Street, St James’s, Westminster zu finden. Sie erinnert an den französischen Kaiser Napoleon III.

Es gibt in London und in anderen Regionen des Landes noch weitere Plaketten, die nicht von English Heritage vergeben werden und die manchmal auch aus blauen Keramikschildern bestehen. Beispielsweise werden von der Birmingham Civic Society Blue Plaques in der ganzen Stadt angebracht, die auf Persönlichkeiten hinweisen, die in irgendeiner Weise mit Birmingham in Verbindung stehen.

Hier ist ein kurzer Film über das Londoner Blue Plaque System und hier ein etwas umfassenderer.

Das Buch zum Artikel:
Emily Cole: Lived in London – Blue Plaques and the Stories Behind Them. Yale University Press 2009. 368 S. ISBN 978-0300148718.
Das Vorwort zu dem Buch stammt aus der Feder von Stephen Fry.

Eaton Place, London. – © Copyright Basher Eyre and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Woburn Place, London WC1. – © Copyright Kevin Gordon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 7. Mai 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags:

Elsfield (Oxfordshire) – Zeitweiliger Wohnort und letzte Ruhestätte von John Buchan, dem 1. Baron Tweedsmuir

The Manor House in Elsfield (Oxfordshire). - © Copyright Jon S and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hätte John Buchan im Jahr 1915 nicht den Roman “The Thirty-Nine Steps” (dt. “Die neununddreißig Stufen”) geschrieben und hätte Alfred Hitchcock 1935 das Buch nicht verfilmt, würde möglicherweise heute kaum noch jemand John Buchan kennen, der 1935 den Titel 1. Baron Tweedsmuir erhielt. Dieses Buch machte ihn berühmt.

Der gebürtige Schotte war u.a. Kriegsberichterstatter im 1. Weltkrieg, Chef des Britischen Geheimdienstes und Generalgouverneur von Kanada; seine besondere Liebe gehörte aber der Schriftstellerei. Buchan schrieb zahlreiche Abenteuer- und Kriminalromane, aber auch Sachbücher, so z.B. Bücher über Julius Caesar, Augustus und Oliver Cromwell. Eine ganze Reihe seiner Bücher sind heute noch im englischen Buchhandel lieferbar, in Deutschland nur noch “Die neununddreißig Stufen”.

John Buchan ließ sich von 1919 bis 1935 im Elsfield Manor in dem winzigen Dorf Elsfield nördlich von Oxford nieder. Über sein Leben in Oxfordshire ist einiges in seiner Autobiografie “Memory Hold the Door” (1940) nachzulesen, das zu John F. Kennedys Lieblingsbüchern gehörte.
John Buchan starb 1940 in Kanada; seine Asche wurde nach England zurückgebracht und auf dem Friedhof von St Thomas of Canterbury in Elsfield, ganz in der Nähe seines früheren Wohnhauses, beigesetzt.

Um sein Andenken kümmert sich heute die John Buchan Society: “The Society is dedicated to providing a resource for those who want to know more about John Buchan, to provide information to scholars and to those who have recently discovered his works alike.”

Die kleine Gemeinde von Elsfield unterhält eine exzellente Homepage, auf der man vieles über das Leben der Buchan-Familie im Dorf nachlesen kann.

Das Buch zum Artikel:
Mildred Masheder: Carrier’s Cart to Oxford – Growing Up in the 1920s in the Oxfordshire Village of Elsfield. Wychwood Press 2008. 140 Seiten. ISBN 978-1902279282 (Im Buchhandel vergriffen, aber problemlos antiquarisch erhältlich).

© Copyright David Luther Thomas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

John Buchans Grab auf dem Kirchhof von St Thomas of Canterbury in Elsfield. - © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 27. März 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags:

Shaw’s Corner in Ayot St Lawrence (Hertfordshire) – Hier entstanden die meisten Werke von George Bernard Shaw

Shaw's Corner in Ayot St Lawrence. - © Copyright David Lally and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Man muss nicht unbedingt ein glühender Verehrer von George Bernard Shaw und seiner Werke sein, um an Shaw’s Corner in dem kleinen abgelegenen Dorf Ayot St Lawrence im Herzen von Hertfordshire Gefallen zu finden, denn das Haus, in dem der berühmte Dramatiker von 1906 bis zu seinem Tod im Jahr 1950 lebte, ist idyllisch gelegen und hat einen hübschen Garten.

Das Haus wurde ursprünglich im Jahr 1902 als Pfarrhaus gebaut, war aber eigentlich viel zu groß für diesen Zweck, und so wurde es 1906 an Shaw vermietet, der es dann später kaufte.
Heute gehört Shaw’s Corner dem National Trust und man kann das Anwesen besichtigen. Wenn man das Haus betritt, hat es den Anschein, als wäre es noch bewohnt – Shaw’s Arbeitszimmer sieht aus, als ob es gerade eben noch benutzt worden wäre, im Kleiderschrank hängen noch seine Anzüge.

Am Ende des Gartens befindet sich Shaw’s rotierende Schreibhütte. Hierhin zog er sich zurück, wenn er in Ruhe arbeiten wollte und hier entstanden viele seiner Werke, die ihn berühmt gemacht haben, z.B. “Pygmalion” für das er einen Oscar erhielt, der im Haupthaus zu sehen ist. Mr. Shaw ließ hier auch ein Telefon installieren, das ihn mit seinem Personal verband. Wenn er keine Besucher empfangen wollte, wurde denen mitgeteilt, Mr. Shaw sei nicht im Hause, was ja auch der Wahrheit entsprach. Die Hütte im Garten war drehbar, so dass George Bernard Shaw sie jeweils nach den besten Lichtverhältnissen ausrichten konnte.

Shaw starb 1950 und auf seinen Wunsch hin wurde seine Asche, gemeinsam mit der seiner Frau Charlotte Payne-Townshend, die bereits 1943 gestorben war, in seinem Garten verstreut.

Das Buch zum Thema:
Michael Holroyd: Bernard Shaw – The One-Volume Definite Edition. Vintage 1998. 848 Seiten. ISBN 978-0099749011.

Shaws rotierende Schreibhütte im Garten von Shaw's Corner. - © Copyright Paul Shreeve and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Cotswolds – Rückzugsort zahlreicher Prominenter

Die Cotswolds in Gloucestershire. – Eigenes Foto

Die Cotswolds in Gloucestershire und Oxfordshire. – Eigenes Foto.

Außerhalb Londons gibt es in ganz England keine solche “Prominentendichte” wie hier in den Cotswolds. Eine wunderschöne Landschaft, die Ruhe und die nicht allzu große Entfernung zu London sind sicher die wesentlichen Gründe, warum sich hier so viele Prominente, vor allem aus Film und Fernsehen, niedergelassen haben.

Hier sind einige Beispiele:

Der international bekannte Künstler Damien Hirst hat sich etwas ganz Besonderes gegönnt, nämlich Toddington Manor in Gloucestershire. Der superreiche Künstler hat im Jahr 2004 dieses riesige Anwesen mit 300 Zimmern für £3 Millionen gekauft. Ich kenne Toddington Manor noch, als es über 20 Jahre hinweg danieder lag. Madonna soll mal mit dem Gedanken gespielt haben, das Anwesen zu kaufen. Jetzt steckt Damien Hirst in die Renovierung von Toddington Manor noch einmal £10 Millionen hinein.

Hugh Grants Melksham Court wirkt dagegen bescheiden. Das aus dem 16./17. Jahrhundert stammende Haus liegt in Stinchcombe in Gloucestershire, ein paar Kilometer von Stroud entfernt und in Gehnähe zu dem Golfplatz Stinchcombe Hill, also ideal für den golfverrückten Schauspieler.

Nicht weit von Hugh Grant entfernt wohnt seine Ex-Freundin Elizabeth Hurley. Ihre abgelegene Farm ist in Ampney Knowle, bei Barnsley, ebenfalls in Gloucestershire zu finden. Auf der Farm, die sie für £2.75 Millionen gekauft hat, gibt es u.a. auch Gloucester Old Spot-Schweine, deren Wurst Liz Hurley hin und wieder auf dem Cirencester Market selbst verkaufen soll. Möglicherweise steht ein Verkauf der Farm an.

Die Sängerin und Schauspielerin Lily Allen hat sich ebenfalls in Gloucestershire niedergelassen. Sie wohnt in der Nähe von Cranham, nördlich von Painswick, in einem £3 Millionen teueren Manor House, das sie sich 2010 zugelegt hat.

Schon seit längerem hat die Bestsellerautorin Jilly Cooper ihren Wohnsitz in den westlichen Cotswolds. Sie lebt in dem kleinen, attraktiven Dorf Bisley bei Stroud.

Jilly Coopers Kollegin, die Schriftstellerin Joanna Trollope wohnt ein paar Kilometer südlich in Minchinhampton.

Im südlichen und östlichen Teil der Cotswolds haben sich auch zahlreiche “Celebrities” niedergelassen. Kate Winslet lebt im Church Westcote Manor in Westcote, das ca 5 km südöstlich von Stow-on-the-Wold befindet, ein £3.5 Millionen teueres Herrenhaus.

In Little Farringdon bei Lechlade (liegt außerhalb meiner beiden Karten) wohnt Supermodel Kate Moss in einem großen unter Denkmalschutz stehenden Haus mit 10 Schlafzimmern.

Der ehemalige Bassist der Popgruppe Blur Alex James hat sich auf die Church Heath Farm bei Kingham, westlich von Chipping Norton in Oxfordshire zurückgezogen. Hier widmet er sich der landwirtschaftlichen Arbeit und stellt u.a Käse her.

Toddington Manor; hier hat sich Damien Hirst niedergelassen. – © Copyright Dave Bushell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 6. März 2012 at 02:00  Kommentare (6)  
Tags:

The Most Annoying People of 2011 – Wer im Jahr 2011 in Großbritannien am meisten nervte

The Most Annoying People 2011: The British Rioters. - Author: hughepaul. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Jedes Jahr Ende Dezember strahlt BBC 3 die Sendung “The Most Annoying People” aus, in der die nervigsten Menschen des jeweiligen Jahres “gekürt” werden.
Hier sind die Menschen, die den Briten im Jahr 2011 am meisten auf den Senkel gegangen sind:

Platz 1: The British Rioters – Das sind jene Leute, die im August durch London und andere große Städte gezogen sind und alles kaputt geschlagen haben, was ihnen in den Weg kam, geplündert und gebrandschatzt haben.

Platz 2: Die Leute, die in den  News-International-Skandal verwickelt waren und sich illegal Zugang zu Mobilfunk-Mailboxen verschafften undTelefone abhörten.

Platz 3: Super-Injunctions. Richter können mit diesem Mittel sämtlichen Medien pauschal Berichte zu bestimmten Themen verbieten. Kritiker beklagen das als unzulässige Einschränkung der Pressefreiheit.

Platz 4: Ashley Cole. Fußballspieler, der beim FC Chelsea spielt. Cole hantierte in der Kabine seines Vereins mit einem Luftgewehr herum. Zum Spaß richtete er die Waffe auf einen Sportstudenten, wobei sich versehentlich ein Schuss löste, der den Praktikanten in die Seite traf und ihm eine blutende Wunde zufügte.

Platz 5: Charlie Sheen. Der US-amerikanische Schauspieler sorgte im Jahr 2011 wiederholt für negative Schlagzeilen.

Platz 6: Pippa Middleton. Die Schwester von Kate Middleton, der Duchess of Cambridge, die bei der königlichen Hochzeit erstmals in Szene trat und ihrer großen Schwester beinahe die Show stahl.

Platz 7: Wayne Rooney. Der Fußballspieler von Manchester United ist aufgrund seines rüden Benehmens sowohl auf dem Platz als auch außerhalb des Platzes  immer für Schlagzeilen gut.

Platz 8: Madonna. Die mittlerweile 53jährige amerikanische Sängerin sorgt immer wieder für Schlagzeilen, beispielsweise durch ihre Beziehungen zu deutlich jüngeren Männern.

Platz 9: Darryn Lyons. Den kennt man in Deutschland nicht (muss man auch nicht). Der in England lebende Australier, der in zahlreichen Radio- und Fernsehsendungen zu sehen war, hatte seinen mehr oder weniger peinlichen Auftritt in “Celebrity Big Brother 2011″.

Platz 10: Die Leute, die an der MTV-Fernsehserie “Geordie Shore” mitgewirkt haben, die britische Version einer US-Serie. “A gaudy kaleidoscope of six packs, shots, fights, simulated fellatio and exposed breasts” (so die Zeitung “Metro”).

Mein persönlicher Favorit: Das irische Zwillingsduo Jedward, das im vergangenen Jahr auch in der Big Brother-Show zu sehen war, und das beim Eurovision Song Contest 2011 Irland vertrat.
Im Ranking “The Most Annoying People” stehen die beiden auf Platz 11 (voriges Jahr Platz 2).

Published in: on 14. Januar 2012 at 02:00  Kommentare (1)  
Tags:

Tony Blackburn – Einer der großen englischen DJs

Author: Martinra1966. – This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license

Tony Blackburn ist eine der festen Größen in der englischen Radiolandschaft und seine Stimme unverkennbar. Der 1943 in Guildford (Surrey) als  Antony Kenneth Blackburn geborene DJ begann seine Karriere in den 60er Jahren auf den beiden Piratenschiffen Radio Caroline und Radio London und stieg dann bei der BBC ein. Radio One wurde am 30. September 1967 als Antwort auf die “Offshore-Konkurrenz” ins Leben gerufen und Tony Blackburn war der erste DJ des neuen Programms. Bis 1973 gestaltete er allmorgendlich die “Breakfast Show” und setzte hier immer wieder seinen eigenen Musikgeschmack durch.

Nach 17 Jahren verließ Tony Blackburn Radio One und arbeitete bei BBC Radio London weiter: Es folgten Beschäftigungen beim Sender Capital Gold und Jazz FM, bis er wieder zur BBC zurückkehrte und beim Lokalsender BBC London 94,9 moderierte. Neben den Verpflichtungen bei der BBC hat er auch noch beim Sender Radio Plymouth eine wöchentliche Show, “Tony Blackburn’s Soul & Motown Show”.
Wie sich seine Radioshows anhörten, ist hier an einem Beispiel aus dem Jahr 1996 zu sehen.

Published in: on 12. Juli 2011 at 04:00  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags:

Wer war eigentlich… “Downing”, der von der Londoner Downing Street?

Sir George Downing (1623-1684). - This image is in the public domain because its copyright has expired.

Die Adresse “Number 10 Downing Street” kennt wohl jedes Kind als Sitz des britischen Premierministers. Nach wem wurde die kurze Straße im Londoner Zentrum nun eigentlich benannt? Gab es jemanden, der Downing hieß?

Ja, den gab es und zwar war der Namensgeber der bekanntesten Straße im ganzen Königreich Sir George Downing, der von 1623 – 1684 lebte, ein Diplomat und Staatsmann, der seinerzeit als Treasury Secretary, Finanzminister, für einige weit reichende Reformen im öffentlichen Finanzwesen verantwortlich war. Außerdem spielte Downing bei der Erwerbung der Stadt New York von den Holländern eine wesentliche Rolle.
Im Laufe seines Lebens schaffte Downing auch eine ganze Menge Geld für sich beiseite und war der größte Landbesitzer in ganz Cambridgeshire. Er galt zwar als geschickter Diplomat und ausgezeichneter Finanzjongleur, sein Ruf war aber nicht so ganz ungetrübt, denn er schien ein richtiger Geizkragen gewesen zu sein (aber als Finanzminister muss man das wohl sein).

Man hatte seinerzeit den Straßennamen gut gewählt, denn in der Downing Street, der Nummer 11, residiert auch der britische Schatzkanzler, der für die Finanzen des Staates verantwortlich ist, das ist zurzeit George Osborne von der Konservativen Partei.

Die Londoner Downing Street in Westminster. - © Copyright Lewis Clarke and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Das britische Unterhaus – Was man dort alles nicht darf

Ganz schön voll hier...

Das britische Unterhaus (House of Commons) entwickelte sich im 14. Jahrhundert unter der Regentschaft Edwards III. Heute gehören dem Unterhaus 646 Abgeordnete an, die als Members of Parliament bezeichnet werden. Diese MPs sind während der Sitzungen bestimmten Regularien unterworfen, von denen ich hier einmal einige vorstelle:

Es ist verboten zu rauchen.

Essen und Trinken ist verboten. ABER: Der Finanzminister (Chancellor of the Exchequer) darf bei seiner Haushaltsrede Alkoholika zu sich nehmen. Von diesem Recht haben einige Chancellors auch Gebrauch gemacht. Kenneth Clarke trank Whisky, Winston Churchill bevorzugte Brandy, Benjamin Disraeli verdünnte seinen Brandy mit Wasser, Geoffrey Howe trank Gin und Tonic, während Derick Heathcote Amory ein seltsames Gebräu wählte: Milch, Honig und Rum.

Man darf während der Sitzungen keine Bücher, Zeitschriften und Briefe lesen.

Es ist untersagt, Hüte, militärische Auszeichnungen und Schwerter zu tragen.

Hunde dürfen nicht mitgebracht werden (ausgenommen sind Blindenhunde).

Man darf die Hände nicht in die Hosentaschen stecken.

Man darf sich nicht mit dem Namen ansprechen (Vorgeschrieben sind Formulierungen wie “The Honourable Member of…” oder “My Honourable Friend…”).

Man darf im House of Commons nicht sterben. Da der Westminster Palace, der Sitz des Parlaments, ein Königlicher Palast ist, in dem Bürgerliche nicht sterben dürfen, würde es bei jedem MP, der hier das Zeitliche segnet, heißen, er sei im St. Thomas’s Hospital gestorben.

Hier ein kurzer filmischer Einblick in die Parlamentsarbeit von der BBC.

… und hier ein nicht ganz ernst zu nehmender satirischer Beitrag:

John Sentamu – Der erste schwarze Erzbischof der anglikanischen Kirche

Author: Nick. - This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license

Die nordenglische Stadt York kann sich rühmen, mit John Sentamu den ersten schwarzen Erzbischof in ganz Großbritannien zu haben und das seit dem 30. November 2005. Als Erzbischof von York steht er in der Rangfolge der anglikanischen Kirche auf Platz 2, hinter dem Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams.

John Sentamu wurde 1949 in einem Dorf in Uganda geboren, studierte an der Universität von Kampala Rechtswissenschaften und wurde Richter am obersten Gerichtshof Ugandas.  Nach der Ermordung seines Freundes, des anglikanischen Erbischofs von Uganda Janani Luwum, beschloss er, Priester zu werden. Sentamu studierte in Cambridge Theologie und wurde 1979 Priester der anglikanischen Kirche. Im Jahr 2002 wurde er Bischof von Birmingham und dann folgte 2005 die Ernennung zum Erzbischof von York.

John Sentamu ist in Yorkshire sehr beliebt und er macht durch unkonventionelle Aktionen immer wieder von sich reden. So verbrachte er einmal eine Woche lang in einem kleinen Zelt, das er in einem Seitenflügel des Münsters von York aufgeschlagen hatte, um dort zu fasten und zu beten und damit auf die Gewalt im Nahen Osten aufmerksam zu machen.

2008 sprang er mit einem Fallschirm aus über 4000m Höhe ab, um für den Afghanistan Trust Geld zu sammeln, eine Organisation, die  britischen Soldaten und deren Familien hilft, die im Afghanistankrieg verwundet oder getötet wurden. Hier ein Film über diese Aktion.

Der zweithöchste Würdenträger der Church of England ist schon eine ganz besondere Person, die auch mit zahlreichen Ehrendoktorwürden nordenglischer Universitäten ausgezeichnet wurde.

Published in: on 8. Oktober 2010 at 03:13  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags:

Fred Dibnah – Der berühmteste Steeplejack aller Zeiten

Was ist ein Steeplejack? Das ist ein Spezialist für Arbeiten an hohen Gebäuden, jemand, der auf Schornsteinen oder Kirchtürmen herumklettert, dort z.B. Gerüste anbringt oder andere Arbeiten durchführt, vor denen die meisten Menschen zurückschrecken würden. Voraussetzung für diesen Beruf: Absolute Schwindelfreiheit.

Ein Steeplejack par excellence war Fred Dibnah, der in ganz England (noch immer) bekannt ist, der aber leider schon 2004 an Krebs starb. Fred Dibnah war kein Turm zu hoch und wenn man ihm bei der Arbeit zusah, konnte einem schon so schwindlig werden.
Der 1938 in Bolton (Greater Manchester) geborene Steeplejack ist in England eine Kultfigur geworden, nicht zuletzt durch seine zahlreichen Bücher und Fernsehsendungen. Mittlerweile gibt es sogar ein Fred Dibnah Heritage Centre in der Radcliffe Road in Bolton, in dem Haus, in dem Fred 35 Jahre wohnte und eine Fan-Homepage, über die man z.B. auch seine DVDs und Bücher kaufen kann.

Zurzeit steht ein Buch über ihn auf der W.H. Smith-Bestsellerliste: “Fred Dibnah’s Made in Britain” von David Hall. Das Buch wirft einen Blick hinter die Kulissen der Dreharbeiten zur BBC-Serie “Made in Britain“, in der Dibnah mit einer uralten Zugmaschine kreuz und quer durch England fährt und große technische Errungenschaften vorstellt wie z.B. die an dieser Stelle von mir kürzlich vorgestellte Middlesbrough Transporter Bridge.

Ihm zu Ehren wurde am 29. April 2008 eine 2,5m hohe Bronzestatue im Stadtzentrum von Bolton aufgestellt und vom Bürgermeister enthüllt.

Hier ein Beispiel für eines von Fred Dibnahs haarsträubenden Klettermanövern:

Published in: on 2. September 2010 at 08:02  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags:

Nicky Clarke – Englands prominentester Friseur

Was heißt hier Friseur? Nicky Clarke ist Hairstylist und dazu noch Träger des Ordens Order of the British Empire. Welcher Haarexperte kann das wohl noch von sich behaupten?
Der gestern 52 Jahre alt gewordene Clarke wurde dadurch bekannt, dass er in verschiedenen Fernsehshows Prominenten die Haare stylte, bevor er eigene Friseursalons in England eröffnete. Im vornehmen Londoner Mayfair hat er einen Salon und auch in Birmingham, Manchester und Leeds.
Sein Credo lautet: I believe that everyone wants to look and feel their absolute best and I have made it my personal goal to help people to do just that. I simply do not believe that anyone needs to have a ‘bad hair day’ – ever!”

Die Preisliste hat es in sich. Man kann, wenn man es denn möchte, von einem Style Graduate bedient werden; dann kostet der Haarschnitt für einen Mann nur ca. 50 EURO. Möchte man aber vom Meister selbst bedient werde, so geht das richtig ins Geld. Bis zu 400 EURO kann dann ein Herrenhaarschnitt kosten. Für David Beckham und Gattin sind das natürlich Peanuts, der “Normalmensch” wird sich es sicher genau überlegen, bevor er seine Füße in den Salon in der Mount Street Nummer 130  in London setzt.

Published in: on 18. Juni 2010 at 17:42  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags:

Valentine Warner – Fernsehkoch der BBC, bald auch im deutschen Fernsehen

Valentine Warner ist mit seiner BBC 2-Reihe “What To Eat Now” der Senkrechtstarter im englischen Fernsehen. Der sympathische neue Stern am Kochhimmel zeigt in seiner Sendung, wie man aus guten, regionalen Produkten einfache und leckere Gerichte zubereitet. Auch als “Russell Brand of the kitchen” tituliert und als “truffle head“, wegen seiner Vorliebe für Trüffel, hat Warner außerdem schon 2 Kochbücher geschrieben, die auch schon in deutscher Übersetzung vorliegen unter dem Titel “Frisch und einfach kochen” und (heute erschienen) “Frisch kochen – jetzt”.

Valentine Warners erster Job war im Londoner Restaurant “Halcyon” und dann arbeitete er die nächsten 5 Jahre unter den Küchenchefs Alastair Little and Rose Carrarini.

Wer sich von Valentines Kochkünsten in Bild und Ton überzeugen möchte, kann ab dem 8. Juni  2010 um 23:15 Uhr RTL II einschalten – dann läuft Valentine Warners Sendung “Iss jetzt“.

Im englischen Fernsehen, wie im deutschen, herrscht kein Mangel an Köchen, dort tummeln sich u.a. Gordon Ramsay, Jamie Oliver, Sophie Dahl, Richard Corrigan und viele andere mehr.

Hier ein Ausschnitt aus “What to eat now”:

Samantha Cameron – Großbritanniens neue First Lady

This work is in the public domain.

Seit gestern Abend gibt es einen neuen Premierminister in Großbritannien, David Cameron, und auch eine neue First Lady, Samantha Cameron.
“Sam Cam”, wie sie von ihren Freunden gennant wird, wurde am 18. April 1971 geboren und kommt aus einem wohlhabenden Hause. Ihr Vater Sir Reginald Adrian Berkeley Sheffield, 8th Baronet, stammt direkt von dem englischen König Charles II (1630-1685) ab; ihre Mutter ist Annabel Lucy Veronica Astor, Viscountess Astor.

Samantha Cameron ist eine Londoner Geschäftsfrau, Kreativdirektorin der Firma Smythson of Bond Street, die Luxusgüter herstellt wie z.B. edle Schreibwaren, Handtaschen, Füllfederhalter und ähliches.

Kennengelernt haben sich Samantha und David in der  Bristol Polytechnic, die  jetztige University of the West of England. Sie studierte dort Kunst und war mit Davids Schwester Clare befreundet. Beide heirateten am 1. Juni 1996 und haben 2 Kinder; das älteste Kind Ivan Reginald Ian starb schon im Alter von 6 Jahren. Nancy Gwen ist 6 Jahre alt und Arthur Elwen 4. Ein weiteres Kind ist unterwegs und soll im September zur Welt kommen.

Das Hochglanzmagazin Tatler hat die 39jährige auf den fünften Platz im Ranking der bestangezogenen Frauen der Welt gewählt und gilt schon als Englands Antwort auf Carla Bruni-Sarkozy.

Published in: on 12. Mai 2010 at 18:01  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags:

Caroline Lucas ist die erste Abgeordnete für die Green Party im britischen Parlament

Copyright by Kaishu Tai. - Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the GNU Free Documentation License

Bei den Parlamentswahlen am vergangenen Donnerstag gab es in Brighton eine große Überraschung. Caroline Lucas, die Chefin der Green Party, konnte ihre Konkurrenten von der Labour Party und den Tories abhängen und wird als erste Grüne in das Parlament einziehen. Sie ist damit von 600 MPs zwar die einzige, die nicht zu den großen Parteien gehört, aber sie sieht das als ersten Schritt und bezeichnet das Wahlergebnis als “historisch”.
Die Grünenchefin konnte sich in Brighton gegen die Labour-Kandidatin Nancy Platts und gegen die Konservative Charlotte Vere durchsetzen.

Caroline Lucas war seit 1999 Mitglied des Europäischen Parlaments; sie repräsentierte dort die Region von Südostengland. Dieses Amt muss sie jetzt aufgeben, weil sie ins Unterhaus einzieht.

Die Green Party hat schon seit längerem in Brighton eine starke Anhängerschaft und ist im Ortsrat mit 13 Sitzen vertreten.
Die 1960 geborene Politikerin erhielt 1989 den Doktortitel der Universität von Exeter für ihre Dissertation “Writing for Women: a study of woman as reader in Elizabethan romance”.

Seit 2008 ist Caroline Lucas Chefin der britischen Grünen und der jetzige Erfolg im Wahlbezirk Brighton Pavilion ist die bisherige Krönung ihrer Karriere.

Published in: on 9. Mai 2010 at 08:40  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags:

Bob Ainsworth – Verteidigungsminister Großbritanniens

This work is in the public domain in the United States.

Man verliert leicht den Überblick über das britische Kabinett, da recht häufig die Ressorts neu besetzt werden. So ging auch das britische Verteidigungsministerium am 5. Juni 2009 in neue Hände über. Bob Ainsworth ersetzte John Hutton, der lediglich neun Monate im Amt war. Ja, Gordon Brown hat alle Hände voll zu tun, seine Kabinettsposten ständig neu zu vergeben.

Wer ist nun Bob Ainsworth?
 Geboren wurde er am 19. Juni 1952 in Coventry. Er war gewerkschaftlich sehr stark engagiert und war von 1984-1992 im Stadtrat von Coventry u.a. als Vorsitzender des Finanzkomitees.
Seit 1992 ist der Mitglied des Parlaments. Als Regierungsmitglied war er u.a. Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Verkehr und Regionen (Januar 2001-Juni 2001), Staatsminister für Drogendelikte und organisiertes Verbrechen im Innenministerium (2001 – Juni 2003), und stellvertretender Geschäftsführer der Regierungspartei. Zuletzt war er Staatsminister für die Streitkräfte im Verteidigungsminsisterium.

Seine Äußerungen bezüglich der Kriege im Irak und in Afghanistan fanden nicht überall Beifall. So meinte er, dass zu Beginn der Kriege in den beiden Ländern, die britischen Truppen erheblich mehr Unterstützung hätten bekommen müssen.
Auch will Ainsworth an den britischen Nuklearwaffen festhalten. So sollen für ca 23 Milliarden EURO die Trident-Atom-U-Boote erneuert werden, was im Unterhaus erbitterte Gegner auf den Plan gerufen hat, die meinen, dass die Kosten dafür weit mehr betragen werden. Der Rechnungshof hat nun Ende 2009 auch noch ein großes Loch im Verteidigungsbudget fest gestellt. Es kommen also schwere Zeiten auf den Verteidigungsminister und auf seinen Chef Gordon Brown zu.

 

Published in: on 7. Januar 2010 at 13:03  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags:
Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 49 Followern an