Englands reichste Dörfer und Kleinstädte – Die Top Ten

Windsor an der Themse.    © Copyright Philip Halling

Top 1: Windsor an der Themse.
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Die Tageszeitung Daily Telegraph veröffentlichte vor einigen Tagen eine Übersicht über die wohlhabendsten Dörfer in England, d.h. Ortschaften mit weniger als 30 000 Einwohnern. Das Maß war die Zahl der dort ansässigen Millionäre. Es erstaunt nicht, wenn man sich die Top Ten ansieht, dass die meisten “affluent villages” im Dunstkreis von London liegen und zwar im Westen bzw. Süden der Stadt. Lediglich zwei Orte schafften es unter die ersten zehn, die im Großraum Manchester zu finden sind, da wo sich z.B. die Fußballer der beiden Spitzenclubs der Stadt angesiedelt haben. Hier ist die Liste:

1. Windsor (Berkshire). Ein Lieblingsort der Touristen, die sich Windsor Castle ansehen wollen. Hier sollen zwischen 850 und 900 Millionäre wohnen, darunter Elton John, dessen riesiges Anwesen in Old Windsor steht. Hier ist ein offizieller Werbefilm für die Stadt.

2. Weybridge (Surrey). Hier wohnten/wohnen berühmte Popstars wie Cliff Richard, Tom Jones und John Lennon, die Fußballspieler John Terry und Frank Lampard. Die Topadresse ist Saint George’s Hill.

3. Sevenoaks (Kent). Etwa 35 km südlich von London gelegen mit schätzungsweise 800-850 Millionären.

4. Beaconsfield (Buckinghamshire). Die Hauspreise im “Goldenen Dreieck” zwischen Burkes Road, Furzefield Road und Cambridge Road liegen oft jenseits der 4 Millionen-Pfund-Marke.

5. Henley-on-Thames (Oxfordshire). Einer meiner Lieblingsorte in England. Schauplatz der jährlichen Ruderregatta. Wird bei reichen Leuten immer beliebter; so haben sich in der Kleinstadt an der Themse schon 400 bis 450 Millionäre niedergelassen.

6. Marlow (Buckinghamshire). Wunderschön, ebenfalls an der Themse gelegen. Der 3*-Koch Heston Blumenthal wohnt hier, und Robbie Williams hat sich ganz in der Nähe ein Haus gekauft.

7. Hale (Greater Manchester). 10 km von Manchester  entfernt. Die Hauspreise sind hier explodiert. Der Ort und die umliegenden Dörfer sind beliebt bei Fußballspielern von ManU und ManCity.

8. Alderley Edge (Cheshire). Hier gilt das gleiche wie bei Hale. Der gerade in den Ruhestand gegangene ManU-Trainer Sir Alex Ferguson lebt hier.

9. Bray (Berkshire). Ich liebe dieses kleine idyllische Dorf an der Themse. Was Baiersbronn für Deutschland ist, ist Bray für England. In keinem Ort gibt es mehr 3*-Sterne-Restaurants als hier (nämlich zwei). Leider ist es mir bisher noch nie gelungen, einen Tisch in Heston Blumenthals “The Fat Duck” zu ergattern. Vorreservierungszeit mindestens acht Wochen. Zahl der hier ansässigen Millionäre: 300-350.

10. Ascot (Berkshire). Kennt man von den Pferderennen (und den Hüten). Der am 23. März unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommene russische Unternehmer Boris Abramowitsch Beresowski wohnte hier.

Top 2: Weybridge. Der Eingang zum St George's Hill Estate.    © Copyright David Howard

Top 2: Weybridge. Der Eingang zum St George’s Hill Estate.
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Top 3: Sevenoaks. Hier die High Street.    © Copyright Stefan Czapski

Top 3: Sevenoaks. Hier die High Street.
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Published in: on 17. Mai 2013 at 02:00  Kommentare (2)  

Withernsea (East Riding of Yorkshire) – Ein Badeort, ein Jazzmusiker und eine Schauspielerin

Die Pier Towers in Withernsea.    © Copyright Richard Croft

Die Pier Towers in Withernsea.
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Withernsea ist ein Badeort an der Küste im sogenannten East Riding of Yorkshire, östlich von Hull, in einer Region namens Holderness gelegen. Zwei Gebäude fallen einem hier sofort ins Auge: Die Pier Towers und der Leuchtturm.

Die beiden Pier Towers an der Promenade bildeten einmal das Eingangstor zu einem fast 400 m langen Pier, der 1877 gebaut wurde. Da immer wieder Schiffe in diese Seebrücke krachten und sie immer reparaturbedürftiger wurde, riss man sie in den 1930er Jahren einfach ab, die zinnengekrönten Türmchen ließ man glücklicherweise stehen und so zieren die beiden nach wie vor diesen Teil der Promenade und erinnern an vergangene Zeiten.

Das andere Bauwerk, das Withernsea Lighthouse, liegt an der Hull Road, etwas landeinwärts, und überragt mit 38 m  Höhe die Kleinstadt. Der Leuchtturm ist nicht mehr in Betrieb und wer die Mühe auf sich nehmen will, kann die 144 Stufen bis zur Spitze hinauflaufen, von wo man einen grandiosen Ausblick aufs Meer und die Küste Yorkshires hat.

Der Leuchtturm beherbergt auch ein Museum, in dem man sich über die Geschichte von Withernsea, die Küstenwache und die britische Seenotrettungsorganisation RNLI informieren kann. Eine Abteilung ist der berühmtesten Tochter von Withernsea gewidmet, der Schauspielerin Kay Kendall (1927-1959), die hier ein paar Häuser weiter geboren wurde.
Kay Kendall, die viel zu früh mit 32 Jahren starb, war mit dem Schauspieler Rex Harrison verheiratet. Man sagte ihr mehrere Affären nach u.a. mit Prince Philip, dem Duke of Edinburgh. Ihre bekanntesten Filme waren “Les Girls” (dt. “Die Girls”) an der Seite von Gene Kelly, “The Reluctant Debutante” (dt. “Was weiß Mama von Liebe?”) mit Rex Harrison und “Once More With Feeling!” (dt. “Noch einmal mit Gefühl”) mit Yul Brynner. Begraben wurde Kay Kendall nicht in ihrem Geburtsort, sondern auf einem Friedhof im Londoner Stadtteil Hampstead.

Neben der berühmte Tochter der Stadt ist man in Withernsea auch auf einen berühmten Sohn stolz. Am 1. März 1921 wurde hier der Jazzmusiker Kenny Baker geboren. Baker spielte Trompete und war an der Seite von zahllosen Stars zu sehen wie Frank Sinatra, Sammy Davis jr. und Tony Bennett. Im britischen Fernsehen war er Dauergast, in frühen James Bond-Filmen war er im Soundtrack zu hören,  und einmal spielte er sogar mit Kay Kendall in dem Film “Genevieve” zusammen, d.h. Kay tat so, als spielte sie die Trompete, dabei war Kenny zu hören. Hier ist die Szene zu sehen. Baker starb im Jahr 1999.

Wie so viele englische Seebäder hat auch Withernsea mit einem Besucherrückgang zu kämpfen. “It’s as dead as a dodo. There has been a lack of investment in the town and now there is nothing to do and no reason to come”, sagte ein Barkeeper des Pier Hotels kürzlich in einem Interview mit der Hull Daily Mail. Aber man hat wenigstens die Erinnerungen an Kay Kendall und Kenny Baker.

Das Withernsea Lighthouse.    © Copyright Gordon Hatton

Das Withernsea Lighthouse.
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Whitby (East Riding of Yorkshire) und seine exotischen Partnerstädte

   © Copyright Pauline Eccles

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Dass Whitby an der Ostküste von Yorkshire zu meinen Lieblingsstädten in England zählt, ist unschwer zu erkennen, habe ich doch schon mehrere Blogeinträge über die Hafenstadt erstellt. Ich glaube, kein anderer Ort in Großbritannien kann sich rühmen, so viele exotische Partnerstädte zu haben wie Whitby. Ich zähle einmal ein paar davon auf:

- Nuku’alofa, die Hauptstadt des Königreichs Tonga
- Waimea auf der Hawaii-Insel Kauai
- Cooktown in Queensland (Australien)
- Anchorage (Alaska)
- Whitilanga in Neuseeland

Wie kam es zu diesen eigenartigen Partnerschaften? Es gibt ein gemeinsames Bindeglied zwischen diesen weit entfernten Orten: Der Seefahrer und Entdecker James Cook (1728 – 1779), der in Whitby zum Seemann ausgebildet wurde, hat sich damals in all diesen Orten aufgehalten. Die HMS Endeavour, auf der er später seine erste Südseereise machte, wurde in Whitby gebaut und auch die beiden Schiffe Resolution und Adventure der zweiten Südseereise stammten aus der Stadt in Yorkshire. Man erweist dem Seefahrer hier auch heute noch die Ehre, z.B. mit dem Captain Cook Memorial Museum, untergebracht in dem Haus, in dem Cook damals als Auszubildender wohnte, und mit dem Captain Cook Monument am West Cliff.

In Nuku’alofa ging Cook am 10 Juni 1777 an Land und in Waimea am 20. Januar 1778. Im australischen Cooktown verbrachte er zwei Monate, um sein Schiff zu reparieren. Ebenfalls im Jahr 1778 segelte er auf der Suche nach der Nordwestpassage als erster Europäer in die nach ihm benannte Bucht Cook Inlet bei Anchorage in Alaska und schon 1769 hielt er sich in Witianga auf der neuseeländischen Nordinsel auf.
In Kanada gibt es eine weitere Stadt namens Whitby, mit der natürlich auch eine Partnerschaft besteht.

Statue von James Cook in Whitby.    © Copyright Andrew Abbott

Statue von James Cook in Whitby.
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Blick auf meine Lieblingsstadt. Eigenes Foto.

Blick auf meine Lieblingsstadt.
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Published in: on 5. Mai 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Coton in the Elms (Derbyshire) – Der am weitesten vom Meer entfernte Ort Großbritanniens

Der von allen Meeren Großbritanniens am weitesten entfernte Ort.   © Copyright Gregg McFadyen

Der von allen Meeren Großbritanniens am weitesten entfernte Ort.
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Wenn man in Großbritannien wohnt, hat man es nie weit bis zu einem der Meere, die die Insel umgeben. Viele der Engländer, Waliser und Schotten benötigen weniger als eine Stunde Autofahrt, um dort hinzugelangen.

Die Bewohner des kleinen Dörfchens Coton in the Elms in Derbyshire sind diejenigen, die es am weitesten zu einem der Strände haben, denn der Ort, 8 km südlich von Burton-upon-Trent, ist exakt 113 km von dem nächstgelegenen Meer entfernt. Um es noch genauer zu sagen: Die Church Flatts Farm, südöstlich von Coton, ist der exakte Punkt, den die Ordnance Survey, die für die Landesvermessung Großbritanniens zuständig ist, ermittelt hat. In einem Interview mit der BBC sagten die Farmbewohner einmal, dass sie mit ihrer meerfernen Lage überhaupt kein Problem hätten und schon seit Jahren nicht mehr dort gewesen wären. Es gibt sogar ein Gedicht über die Farm, das der Oxforder Dichter Ben Parker geschrieben hat und das “Church Flatts Farm” heißt; erschienen in seinem Band “The Escape Artists“.

Über Coton in the Elms gibt es nicht viel zu berichten; vielleicht noch, dass der Dorfpub The Black Horse im Jahr 2011 zum CAMRA Country Pub of the Year gewählt wurde. Der Konkurrent dagegen, The Shoulder of Mutton in der Church Street, schloss 2010 und reihte sich damit in die immer größer werdende Phalanx der aufgegebenen englischen Pubs ein. Ein paar Meter weiter steht für die Kirchgänger des Dorfes  die kleine St Mary’s Church zur Verfügung.

Willkommen in Coton in the Elms.   © Copyright Geoff Pick

Willkommen in Coton in the Elms.
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St Mary's in Coton in the Elms.   © Copyright JThomas

St Mary’s in Coton in the Elms.
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St Mary’s in Whitby (East Yorkshire) – Eine Kirche in Gefahr

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Über eine meiner englischen Lieblingsstädte, Whitby im Osten der Grafschaft Yorkshire, habe ich in meinem Blog schon mehrfach geschrieben. Die kleine Stadt am Meer hat eine wunderschöne Lage; nachdem man die 199 Stufen zu den Abteiruinen erklommen hat, bietet sich dem Betrachter ein einzigartiger Blick auf die Nordsee und auf die Dächer der Altstadt.

Am Ende der vielen Treppenstufen wird man als erstes von der Kirche St Mary’s begrüßt, die hier schon seit dem Jahr 1110 steht, umgeben von einem Friedhof mit uralten Grabsteinen, der sich bis zu den Klippen hin zieht. Bram Stoker, der Schöpfer des “Dracula“-Romans war, als er in Whitby wohnte, von diesem Friedhof so angetan, dass er einige Szenen seines Buches dort ansiedelte. Von seinem Schreibtisch aus konnte er St Mary’s sehen und die um den Kirchturm herumfliegenden Fledermäuse inspirierten ihn…

Als ich zuletzt in Whitby war, konnte ich dort oben noch problemlos herumspazieren und den Blick auf die Flussmündung des River Esk genießen. Leider ist die sehenswerte Kirche in den letzten Monaten in Gefahr geraten, von den Klippen abzurutschen, denn starke Regenfälle haben den Hang so in Mitleidenschaft gezogen, dass einige der Grabstellen bereits hinuntergespült worden sind. Die Bewohner der darunterliegenden Häuser fanden plötzlich menschliche Gebeine in ihren Hintergärten; vielleicht gehörten die einem früheren Verwandten? Kein schöner Gedanke! Die Fischräucherei “Fortune’s Kippers“, die in der Henrietta Street direkt unterhalb des Friedhofs seit 1872 ansässig ist, fürchtet schon um ihre Existenz, sollte es mit dem Klippenabbruch noch schlimmer werden.

Auf dem Friedhof hat man jetzt Warnschilder aufgestellt, denn am Rand der Klippen befindet sich ein Fußweg, der sehr beliebt ist und von vielen Spaziergängern benutzt wird.

Vor zwei Jahren wurde in der englischen Presse schon einmal über den St Mary’s Churchyard berichtet, nachdem dort ein Fotoverbot verhängt worden war. Der Hintergrund: Zweimal im Jahr treffen sich in Whitby die Goths aus aller Welt, um hier das Whitby Goth Weekend zu feiern (demnächst wieder am letzten Aprilwochenende). Ein fester Bestandteil dieses Treffens ist der Besuch des Kirchhofs von St Mary’s, wo man sich auf oder neben den Grabsteinen fotografieren lässt. Die zuständige Kirchenbehörde war der Meinung, dass das den Toten gegenüber respektlos sei, daher das Verbot, das bei den Anhängern dieser Subkultur gar nicht gut ankam. Wie es bei dem Goth Weekend zugeht, zeigen diese Bilder.

Um noch einmal auf abrutschende Klippen in Whitby zurückzukommen: Erst im Dezember zerstörte ein Erdrutsch fünf Häuser in der Straße Aelfleda Terrace, nur ein paar hundert Meter von St Mary’s entfernt. So schön die kleine Hafenstadt ist, so gefährlich kann es auch sein, hier in bestimmten Regionen zu wohnen.
Hoffentlich schafft man es, St Mary’s in irgendeiner Weise zu stabilisieren, denn Whitby ohne seine Kirche auf dem Hügel über der Stadt kann man sich gar nicht vorstellen.

Hier ist ein kurzer Filmbericht der BBC.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

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Published in: on 25. März 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Happisburgh (Norfolk), Sir Arthur Conan Doyle und The Hill House

The Hill House in Happisburgh.Copyright: http://www.literarynorfolk.co.uk/

The Hill House in Happisburgh.
Copyright: www.literarynorfolk.co.uk

Happisburgh an der Nordostküste der Grafschaft Norfolk ist ein Dorf, das, wie kaum ein anderes, sehr stark von der Küstenerosion betroffen ist. Viele Häuser sind im Laufe der Jahrzehnte zusammengebrochen und viele werden noch folgen. Trotz Schutzmaßnahmen wie dem Bau von Wellenbrechern fressen sich die Wellen immer wieder in die weichen Klippen, die dann irgendwann nachgeben und abbrechen. So dürfte Happisburgh eines Tages von der Landkarte verschwunden sein.

Im Jahre 1903 stattete der Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle auf einer Rundreise mit seinem Auto durch Norfolk auch Happisburgh einen Besuch ab, wobei er im Hill House Hotel abstieg. Dort traf er den zwölfjährigen Sohn des Gastwirts, Gilbert John Cubitt, der dem Erfinder des Super-Detektivs Sherlock Holmes etwas zeigte, was dessen Aufmerksamkeit erregte. Der Junge hatte sich eine Art Geheimschrift ausgedacht: Er ordnete jeden Buchstaben des Alphabets einem jeweils unterschiedlich gestalteten Strichmännchen zu. Gilbert schrieb seinen Namen in dieser Geheimschrift und Sir Arthur war begeistert.

Das müsste sich doch in einen neuen Fall für seinen Helden aus der Londoner Baker Street einbauen lassen, dachte er. Gesagt, getan: “The Adventure of the Dancing Men” (dt. “Die tanzenden Männchen”) war dann der Titel der neuen Sherlock Holmes-Story. Als kleine Anerkennung für die Idee des Gastwirtssohnes Gilbert John Cubitt nannte er die Figur des (später ermordeten) Landjunkers in seiner Geschichte Hilton Cubitt. Ich habe “Die tanzenden Männchen” gerade noch einmal gelesen, und ich muss sagen, die Sherlock Holmes-Erzählungen haben auch nach über hundert Jahren nichts von ihrem Reiz verloren. Hier ist eine von mehreren Verfilmungen der Geschichte (gedreht wurde in Leighton Hall in Lancashire, also nicht in Norfolk).

The Hill House gibt es auch heute noch und man ist nach wie vor stolz auf den Besuch Sir Arthurs, was sich in zwei Plaketten manifestiert, die links und rechts des Eingangs vom Gasthof angebracht sind.

Das Wahrzeichen von Happisburgh ist der Leuchtturm, der in dem 1989 erschienen, großartigen Kriminalroman “Devices and desires” (dt. “Vorsatz und Begierde”) von P.D. James mehrfach erwähnt wird. Das Musikvideo “The writer” mit Ellie Goulding wurde am und im Leuchtturm gedreht (hier zu sehen).

Dieser Film zeigt den traurigen Abriss eines verlassenen Hauses in Happisburgh.

Das Buch zum Artikel:
Mary Trett: The Book of Happisburgh. Halsgrove 2011. 160 Seiten. ISBN 978-0857040978.

Englands reichste Dörfer

East Horsley in Surrey.   © Copyright Colin Smith

East Horsley in Surrey.
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Wenn man sich die Liste der reichsten Dörfer Englands ansieht, wie sie der Daily Telegraph 2011 erstellt hat, so verwundert es nicht, dass die meisten davon in den Grafschaften Surrey und Buckinghamshire, also im Speckgürtel von London, liegen. Aber auch die Gegend südlich von Manchester ist mit einigen Dörfern auf der Liste vertreten. Ich fuhr einmal durch das “Goldene Dreieck”, das von den Orten Chalfont St Giles, Chalfont St Peter und Gerrards Cross in Buckinghamshire gebildet wird, und da waren schon sehr viele üppige Anwesen zu sehen, die deutlich über der 1 Millionen Pfund-Marke lagen.

Die Nummer 1 auf der Liste ist East Horsley in Surrey, ein Dorf an der A246 zwischen Guildford und Leatherhead in Surrey. Der Ort liegt mitten im Grünen und macht schon beim Durchfahren einen wohlhabenden Eindruck. Hier wurden 46 Häuser verkauft, deren Wert über £ 1 Millionen lagen. Die Verbindung nach London ist gut, es gibt einen Bahnhof und zur M25 ist es auch nicht weit: Also perfekt für Commuter.

Auf Platz 2 steht Cookham in Berkshire, eigentlich schon eine Kleinstadt, die ich schon einmal in Verbindung mit dem Maler Sir Stanley Spencer in meinem Blog vorgestellt habe. Hier gibt es alles, was man sich nur wünschen kann: Spaziergänge an der Themse, Bootsfahrten, Gastro-Pubs. Die Reichen  des Landes haben die Annehmlichkeiten von Cookham schon längst erkannt und sich hier ihre Häuser gekauft; 41 davon sollen über eine Million Pfund gekostet haben.

Platz 3 wird von Alderley Edge in Cheshire gehalten, ein Ort im südlichen Speckgürtel von Manchester. Hier und in der Umgebung haben sich viel Fußballspieler der beiden Clubs Manchester United und Manchester City angesiedelt. Die Beckhams wohnten hier einst und auch Cristiano Ronaldo hatte, als er noch für Manchester United spielte, seine Villa in Alderley Edge. Der Reichtum der Bewohner spiegelt sich auch im Straßenbild wider: Designerläden, schicke Restaurants und Delikatessläden dominieren. Dass die Preise für Häuser für die meisten unerschwinglich sind, verwundert nicht.

Auf Platz 4 steht das schon erwähnte Chalfont St Peter in Buckinghamshire. Auch hier gibt es wieder exzellente Verbindungen nach London; in einer halben Stunde ist man mit dem Zug in der Innenstadt. Der Ort liegt als Gateway to the Chilterns direkt an diesem großen Erholungsgebiet. 35 Häuser sollen hier jenseits der Millionen Pfund-Grenze liegen.

Platz 5 schließlich ist wieder ein Ort in Cheshire: Prestbury. Auch hier haben/hatten sich Fußballspieler aus Manchester niedergelassen wie Wayne Rooney , Carlos Tevez und Owen Hargreaves. Prestbury verfügt über ein sehr hübsches Ortsbild mit der St Peter’s Church im Zentrum.

Und hier sind die Plätze 6-10 der teuersten Dörfer Englands:

6.   Penn, Buckinghamshire
7.   West Clandon, Surrey
8.   Stoke Poges, Buckinghamshire
9.   Bramley, Surrey
10. Wonersh, Surrey

Die Themse in Cookham.   © Copyright Philip Halling

Die Themse in Cookham (Berkshire).
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Alderley Edge in Cheshire.   © Copyright David Dixon

Alderley Edge in Cheshire.
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Chalfont St Peter in Buckinghamshire.   © Copyright Nigel Cox

Chalfont St Peter in Buckinghamshire.
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St Peter's in Prestbury (Cheshire).   © Copyright Peter Turner

St Peter’s in Prestbury (Cheshire).
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Published in: on 1. März 2013 at 02:00  Kommentare (1)  

Sipson (Greater London) – Ein Dorf kämpft(e) um sein Überleben

   © Copyright Oast House Archive

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Etwa dort, wo heute das Terminal 3 des Londoner Flughafens Heathrow steht, befand sich einmal ein Dorf namens Heath Row, das in den 1940er Jahren komplett abgerissen wurde, um Platz für einen neuen Flughafen zu schaffen. Ein ähnliches Schicksal droht seit einiger Zeit der kleinen Gemeinde Sipson, die eingekeilt zwischen Heathrow und den Autobahnen M25 und M4 liegt. Der Grund: Der Londoner Großflughafen braucht dringend Platz für eine dritte Startbahn, denn er kann das gestiegene Passagieraufkommen kaum noch bewältigen. Platz ist aber Mangelware im dichtbesiedelten Westen der Stadt und so wäre ein Abriss von Sipson ideal für die Flughafenbetreiber Heathrow Airport Holdings Limited, um an dieser Stelle eine weitere Start- und Landebahn zu bauen.

Momentan ist das Thema zwar vom Tisch, da sich sowohl Londons Bürgermeister Boris Johnson als auch die Regierung unter David Cameron gegen einen Ausbau von Heathrow ausgesprochen haben (Johnson favorisiert einen neuen Flughafen in der Themsemündung), aber sicher kann man sich nie sein, ob die Pläne nicht doch eines Tages realisiert werden. Die bis Ende 2012 unter dem Namen BAA firmierenden Betreiber des Flughafens haben damit begonnen, in großem Stil die Häuser von Sipson aufzukaufen, und immer mehr Bewohner haben sich dazu entschlossen, ihr Dorf zu verlassen, denn die Lebensqualität hat kontinuierlich nachgelassen. Der Lärm der Autobahnen, sowie der permanent startenden und landenden Flugzeuge und der nicht mehr vorhandende Dorfzusammenhalt (die alteingesessenen Bewohner werden immer weniger, dafür ziehen Menschen aus aller Herren Ländern hierher, denen die neuen Besitzer der Häuser kurzzeitige Mietverträge geben) haben viele Bürger veranlasst, ihr Leben in einem anderen Teil des Landes weiterzuführen.

Es gibt aber noch Widerstände im Dorf wie Grow Heathrow, eine Organisation von Umweltaktivisten, die auf einer brach liegenden Fläche einen “community garden” angelegt haben. Die lokale No Third Runway Action Group scheint dagegen aufgegeben zu haben, denn ihre Homepage verzeichnet keine aktuellen Einträge mehr.

Wie wird es in Sipson weitergehen? Kommt letztendlich doch die dritte Landebahn und das Dorf  verschwindet unter einer Asphaltdecke, auf der Jets aus aller Welt starten und landen? Wird Heathrow zugunsten eines Flughafens in der Themsemündung oder an einer anderen Stelle aufgegeben und Sipson bekommt eine Überlebenschance?

So wie in diesem Film erleben die (Noch)-Bewohner von Sipson den täglichen Flugverkehr von Heathrow und hier ist der Bericht einer Dame, die fast ihr ganzes Leben im Dorf verbracht hat.

Das Buch zum Artikel:
Philip Sherwood: Around Heathrow Through Time. Amberley Publishing 2012. 96 Seiten. ISBN 978-1445608464.

Published in: on 27. Februar 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Glastonbury High Street – Ein Paradies für Esoteriker und New Age People

   © Copyright David Gearing

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Wenn ich in Glastonbury (Somerset) war, wohnte ich immer in The George and Pilgrims (s. dazu auch meinen Blogeintrag), einem uralten Hotel mit der Adresse 1 High Street, mit Himmelbett und knarrendem Wirtshausschild direkt vor dem Fenster (natürlich “haunted”!).

Glastonbury ist einer jener mystischen Orte, die Esoteriker und New Age People anziehen. Der Legende nach hat Jesus als Kind mit Josef von Arimathäa Glastonbury besucht. In der Abtei soll die Grabstätte von König Artus und seiner Frau Guinevere gewesen sein, und um den Glastonbury Tor, einen Hügel mit einem Turm darauf, ranken sich Mythen und Legenden, es wurden dort paranormale Erscheinungen beobachtet, UFOs gesichtet usw.

Es kommen also viele Menschen nach Glastonbury (es sind noch viel mehr, wenn das alljährliche Glastonbury Festival stattfindet), auf deren etwas entlegene Wünsche sich die Geschäftswelt der Stadt längst eingestellt hat.

Die High Street bietet eine Fülle von Läden, die alles, was das Herz eines Esoterikers höher schlagen lässt, zur Schau stellen. Ich habe so etwas in dieser Konzentration nur noch in Sedona in Arizona gesehen.

In der Nummer 8 findet sich The Psychic Piglet, dessen Angebot sich folgendermaßen zusammensetzt:
“Our comprehensive range includes an extensive selection of Tarot, books & tapes, arrays of exquisite angels & fairies, T-shirts, handmade vegan candles, nagchampa & himalaya incense, along with sound healing music, all of which make us stand out for our quality”.

Gleich daneben in der Nummer 10 steht Yin Yang mit:
“A unique range of crystals, jewellery, statues, clothing, books & CDs, Feng Shui, water features, incense and so much more for your wellbeing and spiritual practice”.

Der Speaking Tree Bookshop hat die Hausnummer 5 und ist auf esoterische Bücher spezialisiert.

Ein sehr auf New Ager abgestimmtes Angebot findet sich in der Nummer 15 im The Goddess and the Green Man:
Our passion is to reclaim the myth and magic of western pagan traditions and support a pagan way of life – an earth honouring spirituality which brings us closer to the natural world, celebrates the Earth and the rhythm of Her seasons, and reflects and empowers our concerns for this beautiful fragile planet”.

Der Market Place ist die Verlängerung der High Street und hier geht es munter weiter mit esoterischen Geschäften wie Man, Myth & Magik auf der Nummer 9 (“Finely crafted items to aid your personal spiritual journey”) oder Cat & Cauldron auf der Nummer 7  (“Hand-crafted artefacts from the pagan community”).

Wer sich also für Esoterika und New Age-Artikel interessiert, der muss einfach nach Glastonbury reisen… oder die Online-Angebote der Geschäfte in Anspruch nehmen.

In diesem Film kann man einmal die High Street in Glastonbury entlangspazieren.

Das Buch zum Artikel:
Steve Wallis: Glastonbury Through Time. Amberley Publishing 2010. 96 Seiten. ISBN 978-1848689077.

   © Copyright Pauline Eccles

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Merkwürdige Ortsnamen im County Durham

   © Copyright Terry Robinson

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Über merkwürdige Ortsnamen in der Grafschaft Dorset berichtete ich schon einmal (hier mein Blogeintrag); aber auch das County Durham im Nordosten des Landes hat einige Dörfer mit ungewöhnlichen Namen. Hier sind ein paar Beispiele:

- No Place. Ein kleines Dorf zwischen Beamish und Stanley. Die Bewohner wehrten sich vehement, als 1983 der Ort in Co-operative Villas umbenannt werden sollte. No Place blieb bestehen, Co-operative Villas wurde sozusagen zum Zweitnamen.

- Pity Me. Ein Vorort von Durham. Über den Ursprung des Namens gibt es mindestens ein halbes Dutzend verschiedene Versionen, z.B.: “St Cuthberts coffin was dropped here by wandering monks on their way to Durham. The miracle working saint is said to have pleaded with the monks to be more careful and take pity on him” (so die Webseite http://www.englandsnortheast.co.uk).

- Dabble Duck. Heißt auf Deutsch so viel wie “planschende Ente” und ist ein Gewerbegebiet bei Shildon.

- Bearpark. Hier gab und gibt es keine Bären; der Name leitet sich wahrscheinlich von dem französischen Beaurepaire ab.

- Crook. Die Bewohner des Dorfes, die “Crooks”, sind mit Sicherheit keine “Gauner”.

- Ireshopeburn. Ein kleines Dorf im Weardale.

Man kann im County Durham auch eine kleine Weltreise machen, ohne die Grenzen der Grafschaft zu verlassen, so gibt es hier ein Toronto, ein Quebec, ein Bloemfontein, ein Bishop Auckland und ein Portobello.
Wer sich eingehender mit dem Thema beschäftigen möchte, dem kann ich das Buch “A Dictionary of County Durham Place-names” von Victor Watts empfehlen (English Place Name Society 2002. ISBN 978-0904889659).

Pity Me.   © Copyright Roger Smith

Pity Me.
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Das Stadtzentrum von Crook.   © Copyright Oliver Dixon

Das Stadtzentrum von Crook.
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Published in: on 15. Januar 2013 at 02:00  Kommentare (2)  
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Bibury in Gloucestershire und der neue britische Pass

Author: Uk Passport Office

Author: Uk Passport Office

Die ab 2010 ausgestellten britischen Pässe sind komplett neu gestaltet worden und wirken jetzt freundlicher und nicht mehr so langweilig. Es wurden neue Sicherheitsfeatures in den biometrischen Pass eingebaut, und er enthält jetzt auch einige Abbildungen von bekannten britischen Wahrzeichen wie den White Cliffs of Dover oder dem Giant’s Causeway. Die Bewohner des Cotswolds-Städtchens Bibury in Gloucestershire können sich darüber freuen, dass auch ihr Ort in den neuen Pass Einzug gefunden hat und zwar in Form einer Abbildung der Arlington Row (hier eine Abbildung), einer der am häufigsten fotografierten Häuserzeilen der ganzen Cotswolds. Diese Cottages aus dem 17. Jahrhundert sind im Pass blau wiedergegeben, was nicht mit der Realität übereinstimmt. Die “richtigen” Arlington Row-Häuser sind natürlich mit den honigfarbenen Cotswolds-Steinen gebaut worden.

Wer den Film “Stardust” (dt. “Der Sternenwanderer“) mit Michelle Pfeiffer und Robert de Niro gesehen hat, erinnert sich vielleicht noch an einige Szenen, die in Bibury gedreht wurden und in denen auch die Arlington Row-Cottages auftauchten.

In den Häusern wohnten früher Weber, die ihre Produkte zur Weiterverarbeitung in die Arlington Mill brachten.

Hergestellt wird der zehn Jahre gültige Pass von der berühmten, in Basingstoke (Hampshire) ansässigen Firma DeLaRue, die auch die britischen Pfund-Noten druckt.

Arlington Row in Bibury (Gloucestershire).   © Copyright John Darch

Arlington Row in Bibury (Gloucestershire).
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Published in: on 8. Januar 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Bampton in Oxfordshire – Hier wurden Teile der TV-Serie “Downton Abbey” gedreht

St Mary's in Bampton.    © Copyright Colin Bates

St Mary’s in Bampton.
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Als Fan der TV-Serie “Downton Abbey” fuhr ich Anfang des Jahres einmal in die kleine Marktstadt Bampton in Oxfordshire, weil dort Aufnahmen für das Fernsehdrama gemacht wurden. Bampton liegt etwa 10km südöstlich von Burford am Rande der Cotswolds an der A4095. Seit dem bekannt wurde, dass der Ort für die Dreharbeiten verwendet wird, hat sich einiges in Bampton verändert: Die Zahl der Touristenbusse hat sich deutlich erhöht und die Souvenirhändler haben ihre Umsätze gesteigert. “Can Bampton village cope with all the attention?” fragte kürzlich die BBC. Ich könnte mir vorstellen, dass im kommenden Jahr (vorausgesetzt die Serie schlägt in Deutschland genauso ein wie in England und in anderen Ländern) auch Reisebusse mit dem “D”-Kennzeichen in Bampton und Highclere Castle, wo der größte Teil der Dreharbeiten stattfand, Station machen werden.

Die Filmszenen, in denen das fiktive Dorf Downton und das Haus der Crawleys zu sehen sind, wurden hier in Bampton gedreht. Die Bibliothek, die direkt neben der Kirche St Mary’s liegt, diente für die Außenaufnahmen des Downton Cottage Hospitals. Das Haus von Mrs Crawley, Churchgate House, liegt ebenfalls neben der Kirche wie auch der Pub “Grantham Arms“, zu dem ein Wohnhaus umfunktioniert wurde.
Wenn man sich diese Schauplätze einmal ansehen möchte, muss man nur von der A4095, die hier Bridge Street heißt, in die Straße Church View einbiegen, die direkt zur Kirche führt.

Hier ist ein Rundgang zu den “Downton Abbey”-Schauplätzen in Bampton zu sehen.
Wer sich für die Filmmusik interessiert: Darüber habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben.

Die Bampton Library bzw.    © Copyright andrew auger

Die Bampton Library bzw. Downton Cottage Hospital
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Brightwell Baldwin (Oxfordshire)

St Bartholomew's in Brightwell Baldwin.   © Copyright Colin Bates

St Bartholomew’s in Brightwell Baldwin.
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Das Mini-Dorf Brightwell Baldwin in Oxfordshire wird von zwei Gebäuden beherrscht. Da ist einmal die Kirche, St Bartholomew’s, die im 14. Jahrhundert erbaut wurde; eine hübsche Dorfkirche, umgeben von einem Friedhof mit alten Gräbern. Wer sich noch an die “Inspector Barnaby”-Episode 15 “Destroying angel” (dt. Ein Männlein stirbt im Walde”) erinnert, erkennt die Kirche vielleicht wieder; hier wurden die Beerdigungsszenen gedreht, als der Inhaber des Hotels von Midsomer Magna zu Grabe getragen wird.

St Bartholomew’s wurde auch in Folge 24  “A talent for life” (dt. “Der Tod und die Lady”) für die Filmaufnahmen einer Beerdigung verwendet. In dieser Episode fanden hier die Trauerfeierlichkeiten für die lebenslustige Witwe Isobel Hewitt statt.

Auch in “Judgment Day” (dt. “Der Mistgabel-Mörder”) ist die Kirche von Brightwell Baldwin kurz zu sehen, als eine Frau auf einem Fahrrad durch den Ort fährt.

Dann dauerte es bis Episode 70 bis das Midsomer Murder-Team wieder in das Dorf in Oxfordshire fand. 2009 drehte man hier einige Szenen für “The glitch” (dt. “Sag ja und stirb!”).

Das andere Gebäude, das im Dorf eine gewichtige Rolle spielt, ist der Lord Nelson Inn, der der Kirche direkt gegenüber liegt. Ideal für einen Drink nach dem sonntäglichen Gottesdienst. Aber: Man kann hier auch sehr gut essen, was z.B. vom Sunday Times Restaurantkritiker AA Gill bescheinigt worden ist. Der sehr gemütlich und elegant eingerichtete Gastropub verfügt über einige Zimmer mit Blick auf die Kirche (Doppelzimmer: £90).

Brightwell Baldwin liegt an einer Stichstraße, die zur B480 (Watlington – Chalgrove) führt.

Dieser Film zeigt die Bellringer von Brightwell Baldwin.

The Lord Nelson.   © Copyright Des Blenkinsopp

The Lord Nelson.
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Haworth (West Yorkshire) Teil 2 – The Black Bull

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Mitten in Haworth am oberen Ende der steilen Hauptstraße liegt The Black Bull; auch dieser Pub hat natürlich eine Verbindung zu den Brontës, denn hier pflegte Branwell sich langsam aber sicher zu Tode zu trinken. Am 24. September 1848 starb er, wahrscheinlich auf Grund einer Tuberkuloseerkrankung, aber sein hoher Alkohol- und Drogenkosum haben sicher dazu beigetragen, dass er schon mit 31 Jahren starb. Er war Dauergast im Black Bull, denn vom Pfarrhaus aus, hatte er nur wenige Schritte bis dahin zurückzulegen.

Viel anders sah der Pub zu den Zeiten der Brontës sicher auch nicht aus; “old world charm” ist wohl eine treffende Bezeichnung für das immer etwas trist wirkende graue Gebäude, vor dem man im Sommer (und die hartgesottenen Engländer tun das wohl auch im Winter) sein Pint trinken und dabei die vorbeiströmenden Touristenscharen beobachten kann.

An Branwell erinnert noch sein Lieblingsstuhl, auf dem er stundenlang im Black Bull zu sitzen pflegte; der steht nicht in den Gasträumen, sondern auf einem Treppenabsatz, versehen mit einem Schild: “The Branwell Chair – this is the original chair that was occupied by Branwell Bronte on his many visits to this inn.”

Wer hier nicht nur einen Drink zu sich nehmen, sondern auch etwas essen möchte, kein Problem: Wie wäre es mit “The Full Brontë“, einer Platte für zwei Personen mit Steaks, Hühnchen und Scampi?

Natürlich ist The Black Bull auch “haunted”, wir sind schließlich in England und an dem Thema “Geister” führt oft kein Weg vorbei. Ich habe mir gerade noch einmal die entsprechende Episode der TV-Serie “Most Haunted” auf DVD angesehen, in der Yvette Fielding, Derek Acorah und Richard Felix dem Black Bull und dem benachbarten Friedhof einen nächtlichen Besuch abstatten. Derek Acorah meint die Anwesenheit von Branwell noch immer spüren zu können. Sowohl in den Gasträumen als auch in einigen Zimmern sollen sich unerklärliche Dinge zugetragen haben:  Gläser und Aschenbecher gehen ohne menschliches Zutun plötzlich zu Bruch, ein Mann mit einem Zylinderhut sitzt häufig an einem der Tische, starker Zigarrengeruch ist manchmal im Gasthof wahrzunehmen (Branwell liebte Zigarren!).
Hier ist Teil 1 der “Most Haunted”-Episode und hier sind einige stimmungsvolle winterliche Impressionen von Haworth und dem Black Bull.

The Black Bull
119 Main Street
Haworth
Bradford, West Yorkshire  BD22 8DP
Tel. 01535 642249

Haworth (West Yorkshire) Teil 1 – Die Vermarktung der Brontë-Familie

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Würde man Patrick Brontë mit seinen Töchtern und seinem Sohn in ihren Heimatort Haworth ins 21. Jahrhundert versetzen, so käme die Pastorenfamilie aus dem Staunen nicht heraus. Nicht nur, dass Touristenscharen aus aller Welt in die Kleinstadt in West Yorkshire strömen (ob die wohl alle schon einmal Bücher der Brontë-Schwestern gelesen haben?), auch die heimische Geschäftswelt versucht aus dem berühmten Namen Brontë Kapital zu schlagen. Bei einem kleinen Rundgang durch die graue Stadt am Moor fällt da so einiges auf:

- Das örtliche Taxiunternehmen heißt? Natürlich, Brontë-Taxis.
- Haworths Pflegeheim mit dem Schwerpunkt auf Demenz und Alzheimer nennt sich Brontë-Park Care Home.
- Wenn man in Haworth für einige Zeit ein Cottage mieten möchte, so kann man das bei der Firma Brontë Haworth Cottages tun; Haworth Holiday Cottages bietet ebenfalls Häuser zum Mieten an; die heißen dann z.B. Brontë Parsonage Cottage oder Wuthering Heights Cottage.
- Selbstverständlich gibt es im Ort auch ein Brontë Hotel, am Rande der Kleinstadt gelegen.
- Der Brontë Weaving Shed der Edinburgh Woollen Mill in der North Street bietet “a great shopping experience for the whole family”.
- In der Main Street finden wir Ye Olde Brontë Tea Rooms und das Villette Coffee House (benannt nach Charlotte Brontës gleichnamigen Roman).
- Freunde der indischen Küchen kommen im Brontë Balti House auf ihre Kosten.
Bei meinen Streifzügen durch die Straßen habe ich sicher noch die eine oder andere Kuriosität übersehen.

Was kann man sich aus Haworth als Souvenir mitnehmen? Wie wäre es mit einem Brontë Cake oder  Brontë Biscuits? In den zahlreichen Souvenirläden im Ort findet bestimmt jeder Brontë-Fan das passende.

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Published in: on 15. Dezember 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Burley (Hampshire) – Der Ort der Hexen

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Burley ist ein hübscher kleiner Ort im New Forest in der Grafschaft Hampshire gelegen. Wenn man durch die wenigen Straßen des Dorfes geht oder fährt, fallen einem sofort die Läden auf, die mit ungewöhnlichen Gegenständen handeln, die alle mit Hexerei im weitesten Sinne des Worte zu tun haben.

Sybil Leek (1917-1982), “Britain’s most famous witch” (so die BBC), Astrologin und Autorin von okkulten Büchern, lebte eine Zeit lang in Burley und brachte damit viel Unruhe in den Ort, weil sie immer wieder von Reportern und Touristen heimgesucht wurde. Die Geschäftswelt allerdings profitierte von ihr und noch heute kommen viele Menschen in das New Forest-Dorf, um sich hier mit ihrem “täglichen Bedarf” an Hexenartikeln einzudecken.

Da gibt es einmal “A Coven of Witches“, ein kleines Hexenhaus, in dem man Astrologiebücher, Hexenkalender, Drachen in allen Größen und Formen, Kobolde als Türklopfer usw. kaufen kann.

Ein paar Schritte weiter gibt es Läden mit den vielversprechenden Namen “The Sorcerer’s Apprentice” und “Wizzydoras”. In “The Mall” ist das Domizil von “The Witchcraft“, auch der “Burley Gift Shop” ist hier zu finden, in dem man unter vielem anderem Kristalle erstehen kann.

Also: Wer sich für Hexen und Okkultes interessiert, sollte unbedingt einmal einen Abstecher nach Burley im New Forest machen!

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Downtown Burley.   © Copyright Graham Horn

Downtown Burley.
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Published in: on 12. Dezember 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Banbury (Oxfordshire) – Einige persönliche Eindrücke

Das Banbury Cross.
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Ich wohnte einmal für kurze Zeit in dem Dörfchen Shutford, einige Meilen westlich von Banbury in Oxfordshire, und da fuhren wir zum Essen abends oft in die Stadt, die zweitgrößte nach Oxford in der Grafschaft. Sicher, Banbury wird im immer im Schatten der Universitätsstadt stehen, aber irgendwie hat der Ort auch einen gewissen Charme.

Etwa 100m neben dem Whateley Hall Hotel, ein 3*-Sterne Hotel, das jetzt zur Mercure-Kette gehört und eine sehr schöne Fassade besitzt, steht das Banbury Cross, eine Art Wahrzeichen der Stadt, das 1859 errichtet wurde und an die Hochzeit von Königin Victorias ältester Tochter, die ebenfalls Victoria hieß, mit Prinz Friedrich von Preußen, dem späteren Kaiser Friedrich III, erinnert. Das steinerne Monument ist 16m hoch und wird an der Spitze von einem vergoldeten Kreuz gekrönt.
Es gibt einen alten Kinderreim aus dem 18. Jahrhundert, in dem das Banbury Cross im Mittelpunkt steht, allerdings ist das ein Vorgänger des gegenwärtigen Monuments: “Ride a Cock Horse to Banbury Cross“. Darin heißt es:

Ride a cock-horse to Banbury Cross,
To see a fine lady upon a white horse;
Rings on her fingers and bells on her toes,
And she shall have music wherever she goes.

Über die Bedeutung des Wortes “cock-horse” ist man sich nicht ganz einig: Es kann sich dabei entweder um ein “Steckenpferd” handeln oder um ein Pferd, das zusätzlich bei starken Steigungen vor eine Kutsche gespannt wurde. Und die “Fine Lady” könnte Lady Godiva oder Elizabeth I sein. Man wird es wohl nie herausbekommen. Hier ist das Lied zu hören.

Wenn man Banburys St Mary’s Church besucht, wird man vor der Kirche einen Gedenkstein finden, der an das Buch “Gullivers Reisen” (1726) des Schriftstellers Jonathan Swift erinnert. Swift soll bei seinen Spaziergängen über den Kirchhof mehrere Grabsteine gesehen haben, auf denen der Name “Gulliver” stand, ein in Banbury damals verbreiteter Name. Auf diese Weise fand der Name Eingang in die Weltliteratur.

Vielleicht hat schon jemand einmal von der Süßigkeit “Banbury Cake” gehört; dieses mit Korinthen gefüllte Gebäck wurde erstmals im 16. Jahrhundert von dem Bäcker Edward Welchman hergestellt. Heute ist es in der Stadt in Oxfordshire nicht mehr oft anzutreffen, aber im “The Banesberie Coffee Shop” in der Butcher’s Row oder im “Pie in the Sky” in der Church Lane kann man noch Banbury Cakes kaufen.

Angenehme Erinnerungen habe ich an das Thai Orchid Restaurant (56 North Bar), in dem man zwischen exotischen Pflanzen in einer Art Wintergarten sitzt; auch die Essensqualität dieses von der thailändischen Regierung mit einem Preis ausgezeichneten Restaurant ist sehr gut.

Übrigens: Manchmal hängt über Banbury der Geruch von geröstetem Kaffee; das liegt an einer der weltgrößten Fabriken zur Herstellung von Kaffee, die hier ihren Sitz hat: Kenco Coffee wird hier produziert.

Hier ist ein kurzer Film, der die Stadt Banbury vorstellt.

Das Buch zum Artikel:
Malcolm Graham: Banbury Then & Now. The History Press 2011. 96 Seiten. ISBN 978-0752463421.

St Mary’s Church.
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Whately Hall Hotel.
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Published in: on 23. November 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Castle Combe (Wiltshire) – Englands schönstes Dorf?

This work has been released into the public domain.

Stolz verkündet die Homepage des Dorfes Castle Combe in Wiltshire: “The Prettiest Village in England“. Kann Sie das zu Recht behaupten? Ich habe schon viele andere Dörfer in ganz England gesehen, die diesen Anspruch auch behaupten könnten, aber Castle Combe ist schon etwas Besonderes. Kaum ein Kalender, der das dörfliche England darstellt, der kein Foto von Castle Combe beinhaltet. Meist ist es das gleiche Motiv: Die Brücke über den By Brook steht dabei fast immer im Vordergrund.

So ein hübsches Dorf zieht natürlich viele Besucher an. Ich hatte das Glück, so ziemlich allein in Castle Combe zu sein und das genoss ich dann auch besonders. Sein Auto sollte man möglichst bald am Ortseingang abstellen, denn der Parkraum im Dorf ist sehr begrenzt. Optimal ist es, wenn man in Castle Combe übernachtet und dann auch abends hier spazierengehen kann. Dafür bietet sich das sehr schön gelegene Manor House Hotel an.

Ein “Castle” wie der Ortsname vermuten lässt, gibt es hier nicht mehr. Wer sich für Kirchen interessiert, der wird sich sicher die in der Ortsmitte gelegene St. Andrew’s Church ansehen.

Castle Combe war schon mehrfach Schauplatz von Spielfilmen, das liegt einfach auf der Hand und da mussten die Location Scouts der Produktionsfirmen auch nicht lange suchen. Wenn die Filmcrews anrücken, kann es für die Dorfbewohner schon manchmal ziemlich lästig werden, zuletzt geschehen bei den Dreharbeiten zu dem Steven Spielberg-Film “War Horse” (dt. “Gefährten”), in dem u.a. Emily Watson und Benedict Cumberbatch zu sehen waren.

Schon 1967 diente Castle Combe in dem Film “Doctor Dolittle” mit Rex Harrison in der Hauptrolle als Drehort; es folgten u.a. “Stardust” (dt. “Der Sternwanderer”) aus dem Jahr 2007 mit Robert de Niro und Michelle Pfeiffer und 2010 der Horrofilm “The Wolfman” (dt. “Wolfman”) mit Anthony Hopkins.

Zu finden ist Castle Combe an der B4039, südlich der M4 und nördlich der A420 (Chippenham-Bristol).

The Manor House Hotel.
This work has been released into the public domain.

St Andrews Church in Castle Combe.
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Published in: on 18. November 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Ridgmont (Bedfordshire) – Hier steht ein riesiges Amazon-Warenlager

Das Amazon Warenlager bei Ridgmont in Bedfordshire.
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Wenn ich mir die Tracking History, also den Laufweg, meiner Bestellungen bei Amazon UK ansehe, finde ich immer wieder als Ausgangsort den Namen Ridgmont in Bedfordshire; dem bin ich einmal nachgegangen.

Die gigantische US-Onlineversender Amazon hat in Großbritannien momentan acht Auslieferungslager, Fulfillment Centers genannt, davon zwei in Schottland, eines in Wales und fünf in England. Alle sind sehr verkehrsgünstig gelegen und befinden sich in unmittelbarer Nähe der Autobahnen; so auch das Lager in Ridgmont an der M1, Ausfahrt 13.

Ridgmont ist ein kleines Dorf, das früher einmal durch die Herstellung von Ziegelsteinen bekannt war; diese Industrie gibt es hier nicht mehr, stattdessen wurden auf dem Gelände der ehemaligen London Brick Works riesige Lagerhallen erbaut. Neben den Warenlagern der Firmen Wolseley und FedEx an der Station Road hat sich auch Amazon UK niedergelassen. Dieses Marston Gate genannte Industriegebiet liegt jenseits der Autobahn, von Ridgmont aus gesehen.

Amazons Fulfillment Center hier in Bedfordshire verfügt über eine Fläche von über 46 000 Quadratmetern und es arbeiten hier etwa 600 Menschen, zu Spitzenzeiten, wie zum Beispiel in der Vorweihnachtszeit, wird das Personal aufgestockt, so dass hier dann bis zu 2000 Arbeiter im Versand beschäftigt sind. Eine Besonderheit der Regallagerführung ist auch hier zu finden: Es gibt keine speziellen Abteilungen z.B. für Bücher, DVDs oder dergleichen. Hier liegen, auf den ersten Blick völlig ungeordnet, alle möglichen Waren durcheinander: Bücher neben Haushaltsgeräten, Spielzeug neben Kosmetikartikeln. Eine ausgeklügelte Software sorgt dafür, dass die rund um die Uhr arbeitenden “Amazonianer” alles schnellstmöglich finden und zum Versand bringen. Bevor die zahllosen Päckchen und Pakete das Lager in Ridgmont verlassen, findet noch einmal eine Schlusskontrolle statt, bei der geprüft wird, ob das Gewicht mit dem auf dem Lieferschein übereinstimmt. Falls nicht, wird die Lieferung noch einmal aus dem Verkehr gezogen und überprüft.

Wer auf der M1 bei Milton Keynes an Junction 13 vorbeifährt, kann die Amazon-Lagerhäuser mit den geschwungenen Dächern dort liegen sehen.

Einen kleinen Eindruck wie die Arbeit in dem Warenlager in Ridgmont aussieht, vermittelt dieser Film.

…und hier das andere Ridgmont, das kleine Dorf in Bedfordshire.
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Dunwich – Die vom Meer verschlungene Stadt in Suffolk

Die erodierenden Klippen von Dunwich.
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Wir wohnten im “Bull Hotel” (s. dazu auch meinen Blogeintrag) in Long Melford (Suffolk) und machten von dort aus Fahrten an die Küste; so kamen wir auch nach Dunwich, das zwischen Aldeburgh und Southwold liegt. Eine Stichstraße führt von der A12 zu dem Küstenort, der nur noch ein Schatten seiner selbst ist.

Im frühen Mittelalter herrschte hier ein reges Treiben. Dunwich war einer der größten Seehäfen des Landes und das Geschäft brummte. Dann kam der 1. Januar 1286: Ein gewaltiger Sturm brauste heran und spülte einen großen Teil der Stadt ins Meer. Im Jahr darauf wurde das bereits stark dezimierte Dunwich von zwei weiteren Stürmen heimgesucht, die verheerende Auswirkungen hatten. Nachdem einige Jahrzehnte später Dunwich von zwei weiteren Stürmen getroffen wurde, war das das Aus für den Ort. Die zahlreichen Kirchen stürzten reihenweise ins Meer, der Hafen war nicht mehr nutzbar, die Geschäftswelt war nicht mehr vorhanden, viele Menschen verloren ihr Leben.
Auch in den folgenden Jahrhunderten musste der einst blühende Ort Tribut ans Meer zollen, denn auch von den verbliebenen Gebäuden sackten immer wieder welche von den Klippen ab.

Heute gibt es den Ort Dunwich zwar noch, aber er besteht nur noch aus einer Handvoll Häusern, der Kirche St James, einem Pub, The Ship Inn,  und dem kleinen Dunwich Museum, das über die Geschichte der verschwundenen Stadt informiert.

Wir saßen vor den Flora Tea Rooms am Strand und schauten auf das Meer hinaus; eine merkwürdige Atmosphäre hatte sich an dem trüben Novembertag breit gemacht. Der deutsche Schriftsteller Winfried Georg Sebald, der in Norfolk lebte und dort 2001 bei einem Autounfall ums Leben kam, beschreibt diese Atmosphäre in seinem Buch “Die Ringe des Saturn” (Eichborn-Verlag 1995).

M.R. James, Autor von gruseligen Kurzgeschichten, der häufig in Dunwich weilte, ließ sich von der Stimmung des Ortes inspirieren und so vermutete man, dass seine berühmte Geschichte “Oh, whistle, and I’ll come to you, my lad” (s. dazu auch meinen Blogeintrag) hier angesiedelt war. Im Vorwort zu dem Buch “The Penguin complete ghost stories of M.R. James” schreibt er aber selbst, dass Felixstowe (Suffolk) dafür Pate gestanden hat.

Jean und Stuart Bacon sind zahllose Male vor der Küste von Dunwich hinabgetaucht und haben dort die Überreste der versunkenen Kirchen gefunden, deren Glocken noch heute, so sagt es die Legende, bei bestimmten Wetterlagen zu hören sein sollen. Ein Zeichen für die Fischer, nicht aufs Meer hinauszufahren, denn das Läuten der Glocken warnt vor einem heraufziehenden Sturm.
Den Glocken von Dunwich hat die Folk-Rock Gruppe Stone Angel, die aus East Anglia kommt, einen Song gewidmet: “The Bells of Dunwich“.

Hier ist ein Film über die “Ghosts of Dunwich”.

Das Buch zum Artikel:
Jean and Stuart Bacon: The search for Dunwich – City under the sea. Segment 1979. 96 Seiten. ISBN 978-0906952016.

Das Dunwich Museum.
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The Ship Inn.
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St James, die übrig gebliebene Kirche von Dunwich.
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Published in: on 31. Oktober 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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The Debatable Land – Ein einst umkämpfter Landstrich an der englisch-schottischen Grenze

Die schottisch-englische Grenze an der A7 im Debatable Land.
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2014 stimmen die Schotten über die Zukunft ihres Landes ab. Die Scottish National Party(SNP), die für die Unabhängigkeit Schottlands kämpft und die stärkste Partei im Land ist, will unter ihrem Chef Alex Salmond endlich wieder ein selbständiges Schottland. Ob ihr das gelingt, ist aber nach wie vor zweifelhaft.

Sollte es die SNP tatsächlich schaffen, würde es dann wieder Probleme mit dem sogenannten Debatable Land geben? Das ist ein Landstrich an der englisch-schottischen Grenze, an dem Cumbria und Dumfries and Galloway aneinanderstoßen und der schon vor Jahrhunderten umstritten und umkämpft war. Diese 16×6 Kilometer große Region verfügte über keine klare Grenzlinie und wurde sowohl von Schottland als auch von England beansprucht. Es kam soweit, dass dort Gesetzlosigkeit herrschte; jeder konnte rauben, plündern und töten, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Mehrere Clans taten sich hier besonders hervor wie die Grahams, die Armstrongs, die Elliots und die Bells; speziell die Grahams galten als extrem blutrünstig. Schließlich einigte man sich über die Grenzlinie und baute den sogenannten Scots’ Dike, einen etwas über 5 km langen, 4 m breiten und ein Meter hohen Erdwall, von dem heute nur noch wenig zu sehen ist.

Das alles spielte sich im 16. Jahrhundert ab. Als König James im Jahr 1603 Herrscher von England und Schottland wurde, sprach er ein Machtwort und beseitigte die Querelen, indem er die streitsüchtigen Clans aus der Region vertrieb.

2008 unternahm die SNP einen Versuch, die Stadt Berwick-on-Tweed in Northumberland wieder nach Schottland zurückzuholen (die Grenzstadt wechselte im Laufe der Geschichte mehrfach die Staatszugehörigkeit), würde sie es auch wieder mit dem Debatable Land versuchen?

Longtown in Cumbria, an der A7 gelegen, ist die letzte englische Stadt vor der schottischen Grenze und bildet mit dem River Esk den südlichsten Punkt dieser Region und der dort einst ansässige Graham-Clan (der zwar vertrieben wurde, aber wieder zurückkehrte) hat einige Spuren hinterlassen, so z.B. Netherby Hall, nördlich von Longtown, der Stammsitz der Grahams für mehrere Jahrhunderte; auch das Graham Arms Hotel wurde von der Familie gebaut. Ob die Besitzer der Eisenwarenhandlung in der High Street, John & Stuart Graham, auch von dem Clan abstammen, kann ich leider nicht sagen.

Das von den Grahams erbaute Hotel in Longtown (Cumbria).
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Netherby Hall, Stammsitz der Graham-Familie.
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Linkenholt (Hampshire) – Das Dorf, das einem schwedischen Milliardär gehört

Der Dorfladen und das ehemalige Postamt von Linkenholt.
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Linkenholt in der Grafschaft Hampshire liegt abseits der großen A-Straßen, nördlich von Andover und einige Kilometer westlich vom Highclere Castle (dort wo die Erfolgs-TV-Serie “Downton Abbey” gedreht wurde). In dem kleinen Dorf wohnen etwa 40 Menschen, es gibt einen winzigen Dorfladen, eine Schmiede, einen Cricketclub, ein Herrenhaus und eine Kirche, St Peter’s. Das ist ja nun alles nichts Besonderes; was hier anders ist: Linkenholt befindet sich in Privatbesitz und das schon seit geraumer Zeit.
Herbert Blagrave, ein Mann aus der Pferderenn- und Cricketszene und ein Philanthrop, kaufte 1964 Linkenholt Estate, das sich aus 21 Häusern, Ackerland und einem Waldgebiet zusammensetzt; lediglich die kleine Kirche gehört nicht mit dazu. Nach Blagraves Tod 1981 war der Herbert and Peter Blagrave Charitable Trust der neue Eigentümer, der Linkenholt im Jahr 2009 erneut zum Kauf anbot.
Die Dorfbewohner, von denen einige schon seit Jahrzehnten hier wohnten, fürchteten, dass durch einen Verkauf die gewachsene Dorfgemeinschaft möglicherweise leiden und Nachteile für alle entstehen könnten.

Ein Käufer fand sich und zwar war es einer der reichsten Männer der Welt (Platz 8 auf der aktuellen Forbes-Liste), der Schwede Stefan Persson, Chef der Textilwarenkette H&M (Hennes & Mauritz), der £25 Millionen hinblätterte, um das Hampshiredorf zu erwerben. Persson besitzt bereits ein Anwesen in Ramsbury, in der Nähe von Marlborough in Wiltshire. Dort gehört ihm auch eine kleine Brauerei, die u.a. das “Ramsbury Gold” herstellt.

Persson soll sich mit seinem Landsmann Claas Bourghardt eine erbitterte “Bietschlacht” um Linkenholt geliefert haben. Bourghardt wohnte als Mieter im Manor House, wo er manchmal sogar den König und die Königin von Schweden zu Besuch hatte; auch Ex-ABBA-Sängerin Anna-Frid Lyngstad, die jetzige Prinzessin Anna-Frid Reuß von Plauen, war dort schon zu Gast.

Stefan Persson hat sich mit dem Kauf von Linkenholt auch die Jagdrechte für die zum Besitz gehörenden Wälder gesichert, denn der Schwede ist ein begeisterter Jäger. Es bleibt zu hoffen, dass der reiche Mann aus Skandinavien alles so im Dorf belässt und die Bewohner ihr beschauliches Leben fortsetzen können.

St Peter’s in Linkenholt; die Kirche, die nicht mit zum Besitz des schwedischen Milliardärs gehört.
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Published in: on 23. Oktober 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Der David Beckham Trail im Londoner Bezirk Waltham Forest – Etwas für Fans des Fußballstars

Author: Regular Daddy. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Der Londoner Bezirk Waltham Forest im Nordosten der Stadt kann sich rühmen, einige prominente Männer hervorgebracht zu haben, die auch international bekannt wurden. Vor allem aus dem Ortsteil Leightonstone kommen sie: Der Regisseur Sir Alfred Hitchcock, der Schauspieler Sir Derek Jacobi und der Fußballspieler David Robert Joseph Beckham, OBE, um nur einige zu nennen.

Der Waltham Forest Council hat letzteren vor einigen Jahren mit dem David Beckham Trail geehrt, einem Rundgang, der zurück in die Kindheit des Mannes führt, der zurzeit immer noch für die Los Angeles Galaxy spielt. Der Trail führt an den Stätten vorbei, die den kleinen David damals prägten und ihn schließlich zu einem der besten englischen Fußballspieler aller Zeiten machten.

Das Licht der Welt erblickte er am 2. Mai 1975 im Whipps Cross Hospital an der Whipps Cross Road. Seine Kindheit verbrachte er im Reihenhaus seiner Eltern in der Norman Road und besuchte die Chase Lane Junior School im Ortsteil Chingford. Beckhams erste Kontakte mit einem Fußball fanden im Ridgway Park und im Mansfield Park statt; beide Parks liegen in Chingford. Als er acht Jahre alt war, trat er dem Fußballverein Ridgeway Rovers bei, deren Jugendmannschaft von Davids Vater trainiert wurde. Seine Karriere begann wohl im Peter May Sports Centre an der Wadham Road in Walthamstow, wo er für seinen Verein mehr als 100 Tore erzielte.

Im Larkswood Park, Ecke New Road/Larkswood Road, verfeinerte der angehende Fußballstar seine Technik im Umgang mit dem Ball. Im Walthamstow Stadium, in dem Hunderennen abgehalten wurden und das jetzt geschlossen ist, verdiente sich David Beckham sein Taschengeld, indem er dort Flaschen aufsammelte.
David wechselte in die Chingford Foundation School am Nevin Drive über, wo er natürlich auch für die Schulmannschaft spielte. Als David zwölf Jahre alt war, klopfte der große Fußballverein Manchester United an die Tür, und da seine Eltern begeisterte Fans des Vereins waren, unterstützten sie die Karriere ihres Sohnes. Von da an ging es nur noch aufwärts…

Einen Plan zum Ausdrucken für den David Beckham Trail gibt es hier.

Das Buch zum Artikel:
Gwen Russell: Arise Sir David Beckham – Footballer, Celebrity, Legend – The Biography of Britain’s Best Loved Sporting Icon. John Blake Publishing 2011. 288 Seiten. ISBN 978-1843582984

Author: Chris McKenna (Thryduulf). This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic license.

Das Walthamstow Greyhound Stadium.
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Published in: on 22. Oktober 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Ravenscar (North Yorkshire) – The Town That Never Was

Die Marine Esplanade in Ravenscar.
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Der kleine Ort Ravenscar, direkt an der Ostküste von North Yorkshire zu finden, liegt auf halbem Weg zwischen Whitby und Scarborough, ca 3 km von der A171 entfernt. Auch heute noch, nach etwa 100 Jahren, wird Ravenscar als “the town that never was” bezeichnet. Wie kam es dazu?

1895 wurde ein großes Areal bei dem Ort Peak (so hieß Ravenscar damals) von der Ravenscar Estate Company gekauft, in der Absicht, dort ein Konkurrenz-Seebad zu Scarborough und Whitby aufzubauen. Man heuerte Arbeitskräfte an, um auf dem Terrain Straßen anzulegen und  Abwasserkanäle zu bauen; Parzellen wurden zum Kauf angeboten und man rührte die Werbetrommel in den Ballungszentren, um potentielle Käufer für die Grundstücke anzulocken. Aber das ganze Projekt lief zäh an, es gab nur sehr wenige Interessenten und schließlich musste man erkennen, dass der schöne Plan für ein weiteres Seebad an der Küste gescheitert war. Nachdem weniger als ein Dutzend Häuser gebaut worden waren, ging die Ravenscar Estate Company 1913 in Konkurs.

Eigentlich hätte man von vorn herein sehen müssen, das das Projekt Ravenscar scheitern musste. Das Baugebiet lag hoch über dem Meer, d.h., wenn die Badefreuden suchenden Urlauber an den Strand wollten, mussten sie sich mühsam die Klippen herunterquälen; unten angekommen, hätten sie keinen schönen Sandstrand vorgefunden (wie in Scarborough), sondern eine felsige Küste, die eigentlich nicht so richtig zum Baden einlud. Außerdem war der hochgelegene Ort den Elementen, sprich starken Winden ausgesetzt und das gefiel selbst den hartgesottenen Engländer nicht, die sonst nicht so leicht mit dem Wetter Probleme haben.

Übriggeblieben sind bis heute die wenigen damals gebauten Häuser, einige Wege und die großspurig genannte Marine Esplanade, eine traurige mit Schlaglöchern bedeckte Straße. Wer sich das alles einmal ansehen möchte, der kann im Raven Hall Country House Hotel wohnen, einem hoch über dem Meer gelegenen Haus.

Der Strand von Ravenscar.
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Published in: on 21. Oktober 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Broadstairs (Kent) und Charles Dickens – Die Geschäftswelt hier profitiert noch immer von dem großen Schriftsteller

Bleak House (links).
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Eigentlich hat Rochester (Kent) eine viel engere Beziehung zu Charles Dickens, der im nahegelegenen Gads Hill Place wohnte, und dessen Romane häufig in der Region spielten. In Broadstairs, an der Küste zwischen Margate und Ramsgate gelegen, verbrachte er oft seinen Sommerurlaub und schrieb hier einen seiner erfolgreichsten Romane “David Copperfield“.

Die Geschäftswelt von Broadstairs macht sich die nach wie vor bestehende Popularität des Schriftstellers zunutze, indem sie ihre Geschäfte nach ihm bzw. nach Figuren aus seinen Romanen benennt. Die Touristen lieben es.

So könnte ein toller Tag für einen echten Charles Dickens Fan in Broadstairs aussehen:

- Anreise am Nachmittag und einchecken im Copperfield’s Vegetarian Guest House an der Queen’s Road, einem mehrfach ausgezeichneten Gästehaus, das im viktorianischen Stil erbaut wurde und auf Umweltbewusstsein sehr viel Wert legt.
– Abendessen im The David Copperfield, ein Restaurant der Harvester-Kette, an der Westwood Road.
– Nach dem Frühstück Besuch des The Dickens House Museum an der Victoria Parade.
– Anschließend ein Besuch bei Bumble’s Antique Dealers in der Albion Street (Mr. Bumble ist eine Figur aus “Oliver Twist”).
– Lunch in Nickleby’s Take Away Café in der Albion Street.
– Danach Spaziergang zum Bleak House, wo Dickens seine Urlaube verbrachte und “David Copperfield” schrieb (damals hieß das Gebäude noch Fort House). Das Haus kann man heute für Hochzeiten und Feste mieten; das Arbeitszimmer von Charles Dickens und ein Schmugglermuseum sind zu besichtigen.
– Wie wäre es jetzt mit einem Pint im Pub Barnaby Rudge in der Albion Street? (Das ist der Name eines Romans von Charles Dickens). Da es sich hier aber um eine Sports Bar handelt und es ziemlich laut zugeht, lassen wir es bei dem einen Pint.
– Um die Zeit zwischen Lunch und Dinner zu überbrücken, holen wir uns einen der leckeren Kuchen aus der Bäckerei Dickens Pantry an der High Street.
– Nach einem Spaziergang, der am The Old Curiosity Shop vorbeiführt, einem Tea Room, geht es zu einem Nachmittagsschlaf wieder zurück in unser Gästehaus.
– Das Abendessen kann man zum Beispiel im Charles Dickens Pub an der Victoria Parade zu sich nehmen, dessen Restaurant…Copperfield’s heißt. Wer eher Appetit auf indische Küche hat, kann auch in der High Street das “Dickens in India” Restaurant aufsuchen. – Wer jetzt aber endgültig das Thema “Dickens” nicht mehr hören kann, der gehe am besten in das “Phileas Fogg” in der Albion Street, das auch nach einer Romanfigur benannt wurde, aber dieses Mal einer von Jules Verne.

Über das jährlich in Broadstairs stattfindende Dickens Festival habe ich in meinem Blog schon berichtet.
Hier ist eine Autofahrt durch Broadstairs im Film, die einen sehr schönen Überblick über den Ort bietet.

Das Buch zum Artikel:
Nick Evans: Broadstairs Heydays and Nowadays. Nick Evans 2007. 160 Seiten. ISBN 978-0954525262.

The Charles Dickens Pub an der Victoria Parade.
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The Barnaby Rudge.
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Published in: on 12. Oktober 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Einige Erinnerungen an Broadway (Worcestershire) -The Jewel of the Cotswolds

Die High Street in Broadway (Worcestershire).
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Broadway (Worcestershire) ist wohl einer der touristischen Hauptanziehungspunkte in den Cotswolds. Die Kleinstadt besteht überwiegend aus Häusern, die aus dem honigfarbenen Cotswolds-Steinen erbaut sind. Hier siedelten sich Künstler an, es gibt hübsche kleine Läden (keine Kettenläden!), ein paar angenehme Pubs und Hotels. Was will man mehr?

In der Hochsaison kann es hier tagsüber schon einmal voll werden, doch wenn die Touristenbusse am Nachmittag den Ort wieder verlassen haben, kehrt Ruhe ein und eine idyllische Stimmung macht sich breit. Ich habe bei meinen Besuchen in Broadway immer im Lygon Arms Hotel übernachtet (s. dazu meinen Blogeintrag), ein Hotel, das im Ortszentrum liegt und sehr zu empfehlen ist (auch das Restaurant!). Wenn man nach dem Abendessen auf die Hauptstraße tritt,  die erleuchteten Fenster der umliegenden Häuser sieht und die Ruhe genießt, so ist das einfach wunderschön.

Ende des 19. Jahrhunderts siedelte sich hier die Broadway Group an, eine Künstlerkolonie, der sich amerikanische und englische Künstler anschlossen wie z.B. John Singer Sargent, Francis Millet, Alfred Parsons und Henry James. Dem Designer   Sydney Gordon Russell hat man sogar ein eigenes Museum gewidmet.

Ich vermisse das Teddybär-Museum in der High Street mit dem angeschlossen Shop, in dem ich einmal meinen Lieblings-Teddybär kaufte (s. dazu meinen Blogeintrag). Leider ist das schon vor Jahren geschlossen worden. Ebenfalls geschlossen wurde der schöne Laden an der High Street, in dem man Seidenartikel von Elaine Ripon erstehen konnte. Dort habe ich meine Lieblingskrawatten gekauft. Trotzdem gibt es in Broadway nach wie vor zahlreiche Galerien, Antiquitätengeschäfte und andere Läden mit interessanten Angeboten.

Hier sind einige stimmungsvolle Bilder von Broadway.

The Lygon Arms Hotel an der High Street.
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Published in: on 5. Oktober 2012 at 02:00  Kommentare (2)  
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Ilfracombe (Devon) und Damien Hirsts umstrittene Statue Verity

Ilfracombe an der Nordküste Devons.
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Über moderne Kunst kann man wunderbar streiten und genau das tun die Bürger der kleinen Küstenstadt Ilfracombe im Norden der Grafschaft Devon. Auf einem Parkplatz direkt am Hafen soll nämlich eine Statue des Künstlers Damien Hirst aufgestellt werden, die eine nackte schwangere Frau mit einem Schwert in der Hand zeigt. Wie steht es denn  nun mit der Beziehung der Hochschwangeren zu der verschlafenen Küstenstadt? Bleibt das vielleicht Hirsts Geheimnis?

Die zuständigen Behörden, die jetzt grünes Licht für die Aufstellung Veritys, so der Name der schwangeren Dame, gegeben haben, sind möglicherweise nicht  in erster Linie von dem künstlerischen Wert der Bronzeskulptur überzeugt, sondern rechnen vielleicht mit einer Ankurbelung des Tourismus, denn aufsehenenerregend ist Verity schon. Damien Hirst hat sein Werk mit über 20 Metern Höhe ein kleines Stückchen höher als Anthony Gormleys berühmten Angel of the North angesetzt und man spricht heute schon vom Angel of the West. Böse Zungen in Ilfracombe nennen die Statue dagegen Belly of the South, in Anspielung auf die Problematik der vielen Teenagerschwangerschaften in der Stadt.

Warum gerade Ilfracombe? Ganz einfach, Damien Hirst wohnt auf einem großen Anwesen außerhalb der Stadt, und er möchte dem Seebad etwas Gutes tun, indem er Verity dort für 20 Jahre aufstellt. Oder will er vielleicht seinem Restaurant 11 The Quay, das nur etwa 100 Meter entfernt liegt, neue Besucherströme zuführen?

Ilfracombe hat noch ein Gebäude, das bei seiner Errichtung seinerzeit für Aufsehen sorgte: Das Landmark Theater, das sehr schnell “Madonna’s Bra” bezeichnet wurde, auf Grund der Form der beiden Gebäudeteile.

Werden sich die Bewohner Ilfracombes auch bald an die schwangere Verity gewöhnen? Geplant ist die Aufstellung für Mitte Oktober.

Ich habe Ilfracombe als recht trüben grauen Ort in Erinnerung, aber wirken nicht alle Seebäder bei Regen so? Hätte damals bei meinem Aufenthalt die Sonne geschienen…

11 The Quay – Damien Hirsts Restaurant in Ilfracombe.
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Das Landmark Theater in Ilfracombe, auch Madonna’s Bra genannt.
This work has been released into the public domain.

Bridport (Dorset) – Die Stadt der Seile und Netze

Die West Street in Bridport.
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Es gibt Städte mit denen man gedanklich automatisch ein Produkt verbindet, das dort hergestellt wird/wurde. Northampton war die Stadt der Schuhe, Luton die Stadt der Hüte, Worcester die Stadt der Handschuhe. Bridport, im Süden der Grafschaft Dorset, war jahrhundertelang die Stadt der Seile. Die Bedeutung, die diese Industrien für ihre jeweiligen Orte hatten, ist heute meist nur noch rudimentär vorhanden.

In der näheren Umgebung von Bridport wurde Hanf und Flachs angebaut und daraus wurden Seile hergestellt, die vor allem Verwendung in der Schifffahrt fanden. Heinrich VII erließ seinerzeit ein Dekret, dass der Hanf, der in einem Radius von acht Kilometern um Bridport angebaut wurde, ausschließlich für die Marine verwendet werden durfte.

Auch die Seile, die die Henker benutzten, kamen aus Bridport und der Ausdruck “to be stabbed by a Bridport dagger” bedeutete nichts anderes, als gehängt zu werden.
Im 19. Jahrhundert verlagerte sich die Seilherstellung für Schifffahrtszwecke nach Portsmouth und so stellte man stattdessen in Bridport Fischernetze her, vor allem für die Fischereiflotten, die vor Neufundland ihre Netze auswarfen.

Auch heute werden in der Stadt in Dorset noch Netze hergestellt, auch wenn sie jetzt aus anderen Materialien bestehen. Die Firma Edwards Sports Products Ltd kann sich rühmen, die Tornetze für Premier League Clubs wie Arsenal, Everton, Tottenham and Liverpool FC geliefert zu haben. Auch die Tennisnetze, die in Wimbledon Verwendung finden, stammen von der Firma aus Bridport.

Die Firma Bridport Nets hat eine große Bandbreite unterschiedlicher Netze im Angebot wie Tarnnetze und Gerüstbaunetze.

Wer sich für das Thema “Seile und Netze” interessiert, kann sich darüber im Museum von Bridport informieren.

Natürlich gibt es in der Stadt der Seile auch einen entsprechenden Pub: The Ropemakers.
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Das Museum von Bridport.
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Published in: on 3. September 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Hurley (Berkshire)

The Olde Bell Hotel.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Colin Smith

Wenn man von Henley-on-Thames auf der A4130 in Richtung Maidenhead fährt, kommt man an Hurley in Berkshire vorbei, d.h. man muss von der A-Straße nach links in die langgezogene Hurley High Street einbiegen, um in das “Zentrum” des kleinen, wohlhabenden Ortes zu kommen.
Die Location Manager der TV-Serie “Inspector Barnaby” haben dieses Dorf ausfindig gemacht, um hier Dreharbeiten für einige Episoden vorzunehmen.

Selbstredend, dass das hübsche “The Olde Bell Hotel“, 1187 erbaut und direkt an der High Street gelegen, als Schauplatz für eine der Folgen verwendet wurde. In Episode 58 “They seek him here” (dt. “Mit Gift und Guillotine”) machte man aus dem Hotel des Dorfes das “Magna Hotel”. Das ist die Folge, in der der Filmregisseur Nick Cheyney bei den Dreharbeiten zu dem Film “The Scarlet Pimpernel” mit Hilfe einer Guillotine ins Jenseits befördert wird.

Auch für Episode 11 “Blue Herrings” (dt. “Drei tote alte Damen”) ging man wieder nach Hurley, um hier zu drehen. Dieses Mal diente die Hurley Priory als Haus des verdächtigen Arztes Dr. Clive Warnford, der in die Todesfälle in dem Alten- und Pflegeheim verwickelt zu sein scheint, in dem Tom Barnabys Tante untergebracht ist.
In der Episode 89 “A rare bird“, die noch nicht im deutschen Fernsehen gezeigt wurde, wohnte in dem gleichen Gebäude wieder ein Mediziner, der Dorfarzt Ian Markham.

Joyce Barnaby taucht auch einmal in Hurley auf: In Folge 63 “Midsomer Life” (dt. “Leben und Morden in Midsomer”) geht sie in den Dorfladen (das eigentliche Postamt), um dort Holzkohle für ein Grillfest anlässlich Tom Barnabys Geburtstag zu kaufen (die sie dort aber nicht bekommt).

Ein Abstecher in das hübsche, an der Themse gelegene Dorf lohnt sich also und ein Besuch in “The Olde Bell” sowieso (hier einige Impressionen).

Das Post Office von Hurley diente als Dorfladen in “Midsomer Life”.
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Littlehampton (West Sussex) – Die längste Bank Großbritanniens, das East Beach Café und The Body Shop

Ein Teil der längsten Bank Großbritanniens am Strand von Littlehampton.
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Wenn man die A259 von Brighton kommend weiter nach Westen fährt, kommt man kilometerlang an Wohnsiedlungen und Industriegebieten vorbei, was nicht wirklich schön aussieht. Einige Kilometer westlich von Worthing liegt der Badeort Littlehampton mit einer Strandpromenade wie sie bei vielen Engländern beliebt ist: Hier findet man Spielbuden, Minigolfplätze, Andenkenläden und Stände, die Süßigkeiten verkaufen, alles schön laut und bunt.

In Littlehampton kann man aber auch die längste Bank Großbritanniens bewundern, die sich 324 Meter an  der Promenade entlangzieht und am 30. Juli 2010 eingeweiht wurde. Die Bank, die aus tausenden von bunten recycelten Holzpfählen besteht und die Platz für 300 Menschen bietet, windet sich um Mauern und Lampenpfosten herum und ist ein kleines Kunstwerk. Von hier aus kann man sich entspannt in den Anblick des Meeres vertiefen.

Neben der Bank gibt es am Strand von Littlehampton noch etwas besonderes zu bewundern: Das East Beach Café. Der berühmte Architekt Thomas Heatherwick hat dieses außergewöhnliche Gebäude entworfen, das einem Stück Treibholz nachempfunden ist. Zwei Männer haben das Café in neun Monaten gebaut, wobei überwiegend Stahl als Baumaterial verwendet wurde. Seit der Fertigstellung im Juni 2007 hat das East Beach Café über 20 nationale und internationale Design- und Architektur-Preise gewonnen.
Das Café ist das ganze Jahr über geöffnet und man kann hier vom Frühstück bis zum Abendessen alle Mahlzeiten einnehmen und hat dabei einen fantastischen Blick aufs Meer.

In Littlehampton befindet sich auch der Firmensitz der Handelskette für kosmetische Produkte The Body Shop. Die Firma wurde 1976 von Anita Roddick gegründet, die übrigens auch in Littlehampton geboren wurde. The Body Shop hat sich auf seine Fahnen geschrieben, auf Tierversuche zu verzichten und legt Wert auf Fairen Handel. Mit ca 800 Angestellten ist The Body Shop ein wichtiger Arbeitgeber in Littlehampton.

Hier sind Bilder von der längsten Bank GBs.

Das East Beach Café.
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Published in: on 27. August 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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