Wer war eigentlich…Claridge (der Gründer des Londoner Hotels Claridge’s)?

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In meinem Blog habe ich schon einmal die Bar des Londoner Hotels Claridge’s vorgestellt, die über 1500 Champagnersorten vorrätig hat. Nach wem wurde das Hotel in der Brook Street denn nun benannt?

William Claridge war Mitte des 19. Jahrhunderts Butler in einem sehr vornehmen Haushalt, der einiges von seinem Verdienst beiseite legte, bis er genug zusammen hatte, um sich ein kleines Hotel in der Brook Street im Londoner Stadtteil Mayfair kaufen zu können. Bald darauf, im Jahr 1854, erwarb er auch das angrenzende, sich über mehrere Gebäude hinziehende Edel-Hotel Mivart’s. Schon 1860 galt das “Claridge’s” als eines der besten Hotels der Stadt. Aus Gesundheitsgründen musste William Claridge sein Haus aufgeben, und er verkaufte es an ein Konsortium, das aber den persönlichen Service, den man gewohnt war, nicht aufrechterhalten konnte.

1895 wurde es von Richard D’Oyly Carte, dem schon das Savoy gehörte, übernommen und von Grund auf umgestaltet. Das “Claridge’s” war ein Treffpunkt für Adel und Prominenz. Queen Victoria und ihr Mann Prince Albert waren hier schon 1860 zu Gast. Während des 2. Weltkriegs lebten die Könige von Norwegen, Griechenland und Jugoslawien in dem Hotel im Exil. In der Suite 212 wurde 1945 der Sohn des jugoslawischen Königs geboren und Winston Churchill erklärte kurzerhand die Suite zu jugoslawischem Territorium, so dass der spätere Thronerbe behaupten könne, er sei auf jugoslawischem Boden geboren.
Der Schauspieler Spencer Tracy sagte einmal, er würde lieber nach seinem Tode ins “Claridge’s” gehen statt in den Himmel (wenn er denn die Wahl hätte).

Über das Hotel wäre noch sehr viel mehr zu sagen; über William Claridge ist leider nicht allzuviel bekannt.
In diesem Film stellt sich das “Claridge’s” selbst vor.

Das Buch zum Artikel:
Gemma Levine: Claridges – Within the Image. Collins 2004. 224 Seiten. ISBN 978-0007179831.

Wer war eigentlich…Selfridges?

Selfridges an der Londoner Oxford Street. - © Copyright Martin Addison and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In der Hierarchie der Londoner Edel-Warenhäuser, die von Harrods angeführt wird, steht an zweiter Stelle Selfridges, das in der Oxford Street beheimatet ist.
Woher kommt denn der Name Selfridges?

Harry Gordon Selfridge (1864-1947) war der Gründer des Kaufhauses und er war Amerikaner, der im US-Bundesstaat Wisconsin geboren wurde. In Chicago sammelte Selfridge Erfahrung in der Warenhauskette Marshall Field, in der er die Karriereleiter emporkletterte und sich ein beträchtliches Vermögen erwarb. Von ihm soll der Spruch “Der Kunde hat immer recht” stammen.

1906 reiste Selfridge nach London und stellte fest, dass es in der britischen Haupstadt kein, nach seinen Vorstellungen, “vernünftiges” Kaufhaus gab. Also investierte er £400,000 und baute an der Oxford Street ein Warenhaus, das, basierend auf seinen Erfahrungen aus den USA, neue Maßstäbe setzen sollte.

Am 15. März 1909 wurde Selfridges eröffnet, mit Neuerungen, die es in Großbritannien bis dahin nicht gab: Das Haus offerierte elegante Restaurants, eine Bibliothek, Lese- und Schreibzimmer und man tat alles, damit sich die Kunden wohl fühlten und möglichst lange im Haus blieben, um natürlich für entsprechenden Umsatz zu sorgen.

Das Kaufhaus an der Oxford Street florierte, erlebte aber auch seine dunklen Zeiten; so wurde es im 2. Weltkrieg mehrfach von Bomben getroffen und schwer beschädigt. Sein Gründer, der bereits in der Weltwirtschaftskrise in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, starb 1947 in London fast mittellos und wurde in Highcliffe (Dorset) im St Marks Churchyard begraben; dort hatte Selfridge früher jahrelang im Highcliffe Castle gewohnt.

Heute gibt es neben dem Flagschiff an der Oxford Street noch drei weitere Selfridges, in Birminghams Bullring Shopping Centre und zwei in Manchester, einmal im Exchange Square und einmal im Trafford Centre.

Dieser Film zeigt das Haupthaus in London.

Selfridges
400 Oxford Street
London
W1H 6HB
Tel. 0800 123400

Das Buch zum Artikel:
Lindy Woodhead: Shopping, Seduction & Mr Selfridge. Profile Books 2008. 336 Seiten. ISBN 978-1861971692.

Harry Gordon Selfridge. - This image is in the public domain because its copyright has expired.

Selfridges im Trafford Centre in Manchester. - The copyright holder releases this work into the public domain.

Published in: on 19. März 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Wer war eigentlich…Aston Martin?

Gedenktafel am Aston Hill, wo die Sportwagenlegende Aston Martin ihren Ursprung hat. - © Copyright Chris Reynolds and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Aston Martin ist  ein britischer Sportwagenhersteller, dessen Fahrzeuge heute einen Vergleich mit italienischen Produkten nicht zu scheuen brauchen.

Die Firma hat ihr Hauptquartier in Warwickshire und zwar in dem kleinen “Autodorf”  Gaydon bei Leamington Spa. “Autodorf”, weil neben der Firma Aston Martin das Jaguar Land Rover Gaydon Centre liegt, das Entwicklungszentrum der Autoproduzenten Jaguar und Land Rover. Außerdem gibt es hier das Heritage Motor Centre, ein Automuseum.

Der Name “Aston Martin” wurde aus einem Personen- und einem Ortsnamen zusammengesetzt. Lionel Martin (1878-1945) war zusammen mit Robert Bamford der Firmengründer im Jahr 1913. Aus Bamford & Martin wurde aber bald “Aston Martin”, wobei das “Aston” von Aston Hill bei Aston Clinton in Buckinghamshire kommt, eine Bergrennstrecke, die Lionel Martin seinerzeit befuhr. Lionel Martin über die Entstehung des Namens:
“Wir hatten alle Blumen, wilden Tiere, Vögel und Fische, die wir kannten, durch, und dachten über Ortsnamen nach. Da mein Singer kürzlich beim Bergrennen von Aston Clinton ein paar Punkte geholt hatte, entschieden wir begeistert, den ersten Teil dieses Namens zu verwenden und meinen bescheidenen Familiennamen dranzuhängen” (Wikipedia).

Robert Bamford hatte im Laufe der Zeit das Interesse an der Firma verloren und das Unternehmen verlassen. Lionel Martin tat sich daraufhin mit dem Rennfahrer Graf Lou Zborowski zusammen, doch nachdem dieser bei einem Rennen 1924 in Monza tödlich verunglückte, geriet Martin in finanzielle Schwierigkeiten, und auch er zog sich aus der Firma zurück.

Am 14. Oktober 1945 starb Lionel Martin bei einem Verkehrsunfall im Londoner Stadtteil Kingston. Er war auf einem Fahrrad unterwegs; Fahrräder waren nach dem Bau von Sportwagen seine zweite Leidenschaft geworden.

Hier ist ein Film über den Aston Martin Owners Club Deutschland.

Gaydon in Warwickshire - Hauptquartier der Firma Aston Martin heute, - © Copyright David Stowell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wer war eigentlich…Sainsbury, nach dem die Supermarktkette benannt wurde?

Sainsbury's in Maidstone (Kent). - © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Sainsbury’s ist neben Tesco und Asda, den beiden Marktführern, in fast jeder englischen Stadt zu finden und hier kann man sich mit Lebensmitteln und anderen Dingen eindecken. Mit ca 147 000 Angestellten ist die Firma einer der großen Arbeitgeber des Landes. Wer war aber nun “Sainsbury”?

John James Sainsbury wurde am 12. Juni 1844 im Londoner Stadtteil Lambeth geboren. Mit 14 Jahren hatte er seinen ersten Job, bezeichnenderweise bei einem Lebensmittelhändler in Lambeth. Als 1863 sein Vater starb, musste John James von nun an die Familie ernähren, d.h. seine Mutter und seine beiden Schwestern. Im Alter von 24 Jahren heiratete er Mary Ann Staples und die beiden eröffneten einen Laden, in dem sie Milchprodukte verkauften und zwar in Holborn in der Drury Lane 173.

Finanziell ging es John James und Mary Ann nicht so besonders gut, sie wohnten in sehr beengten Verhältnissen über ihrem Laden. Aber es wurde nach und nach besser und sie schafften es, eine Kette von Lebensmittelläden aufzubauen, die im Jahr als der Firmengründer starb (1928) aus 128 Einheiten bestand. Bis 1995 war Sainsbury’s Marktführer im Vereinigten Königreich; erst dann überholte Tesco und 2003 auch noch Asda.

Die letzten Familienmitglieder der Sainsburys zogen sich Ende der 90er Jahre aus dem Unternehmen zurück; sie halten aber noch 15% der Aktien, davon hält David John Sainsbury, Baron Sainsbury of Turville die meisten. Der Geschäftsmann wohnt übrigens auch in Turville in Buckinghamshire, das ich an dieser Stelle schon einmal vorstellte.
Der Firmensitz liegt heute am Holborn Circus in der City of London.

Der Firmensitz am Holborn Circus. - © Copyright Nigel Cox and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Published in: on 14. Juni 2011 at 04:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Wer war eigentlich… Waitrose, der Gründer der Supermarktkette?

Eine Waitrose-Filiale in Marlborough (Wiltshire). - © Copyright Roger Cornfoot and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Waitrose ist eine  britische Supermarktkette, die sich umsatzmäßig nicht mit den ganz Großen wie Tesco messen kann, die sich dafür an die Kunden mit gehobenen Ansprüchen wendet. 252 Filialen soll es zurzeit nach eigenen Angaben geben mit fast 43 000 Angestellten.

Gab es denn nun jemanden, der Waitrose hieß? Nein; die drei Firmengründer hießen Wallace Waite, Arthur Rose und David Taylor, die 1904 im Westen Londons ein kleines Lebensmittelgeschäft eröffneten. Nachdem Taylor die Partnerschaft verließ, warfen die beiden anderen einfach ihre Nachnamen zusammen und nannten sich fortan Waitrose.
1937 gab es bereits 10 Läden mit 160 Beschäftigten, die in diesem Jahr von der John Lewis Partnership übernommen wurden.
1955 wurde dann der erste Waitrose-Supermarkt im Süd-Londoner Stadtteil Streatham eröffnet, gefolgt von vielen anderen in den 60er und 70er Jahren; zuerst im Süden Englands, später im ganzen Land.
Waitrose acquirierte nach dem Jahr 2000 eine Fülle anderer Supermärkte, z.B. von Safeway, Somerfield und Morrison’s.

Die Supermarktkette ist dafür bekannt, dass sie einen Teil ihrer Gewinne an Wohltätigkeitsorganisationen abgibt und dass die Angestellten “Partner” genannt werden; sie sind Mitbesitzer und erhalten jährlich einen Bonus ausgezahlt, außerdem können sie in den Läden vergünstigt einkaufen.

Was für eine Entwicklung: Vom kleinen Tante-Emma-Laden zu einem Unternehmen mit einem Umsatz von 5 Milliarden Pfund!

Published in: on 30. April 2011 at 04:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Wer war eigentlich… “Harrod”, nach dem das große Londoner Kaufhaus benannt ist?

© Copyright Christine Matthews and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Bis zum  zum 10. Mai vorigen Jahres gehörte das berühmte Londoner Kaufhaus Harrods dem Ägypter Mohamed Al-Fayed, der es dann für £1.5 Milliarden an eine Holdinggesellschaft aus Katar verkaufte (die auch Aktien von VW und Porsche besitzt).
Nach wem wurde das Kaufhaus denn nun benannt? Nach Charles Henry Harrod (1799-1885), einem Londoner Geschäftsmann, der ursprünglich aus Clacton-on-Sea in Essex stammte und dort als Müller arbeitete. 1834 zog es ihn in die Hauptstadt und er eröffnete im Stadtteil Stepney einen Lebensmittelladen. In den 1840er Jahren zog er von Stepney in die Brompton Road in Knightsbridge und nannte dort sein Lebensmittelgeschäft “Harrods“. 1860 übergab er das Geschäft an seinen Sohn Charles Digby Harrod (1841-1905), der es erweiterte und davon profitierte, dass Knightsbridge zu jener Zeit zu einer der besten Adressen Londons geworden war. Um genau diese Klientel kümmerte sich Harrods besonders. Es wurde auch eine eigene Produktlinie eingeführt, die sich als sehr prestigeträchtig erwies.

1883 fiel das Gebäude einem Brand zum Opfer, so dass Charles Digby Harrod ein neues Haus errichten ließ, so wie wir es heute kennen, das fünf Stockwerke hoch war und natürlich ein viel größeres Warenangebot hatte als der alte Laden.
1889 zog sich Harrod aus der Geschäftswelt zurück und verkaufte sein Warenhaus für £120,000.

Harrods ist eines der exklusivsten und bekanntesten Warenhäuser der Welt und die Lebensmittelabteilung dort gehört zu den besonderen Anziehungspunkten.
Wenn Charles Henry sehen würde, was heute aus seinem kleinen Lebensmittelladen geworden ist, er würde seinen Augen wohl nicht trauen.
Hier ein kleiner filmischer Rundgang durch Harrods.

Ein Blick in die Süßwarenabteilung. - © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Published in: on 19. März 2011 at 04:00  Kommentare (2)  
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Wer war eigentlich…der Gründer von Debenhams?

Debenhams in Ashford, Kent. - © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Debenhams gehört zu den größten Einzelhandelsketten Großbritanniens mit etwa 160 Filialen. Auch im europäischen und asiatischen Ausland sind viele Department Stores zu finden, die der Firma gehören.
Doch wer war nun eigentlich “Debenhams”? Der Name geht auf den Gründer William Debenham zurück, der von 1794 bis 1863 lebte und aus Suffolk stammte. Zusammen mit einem gewissen Thomas Clark führte er 1813 in der Londoner Wigmore Street einen Stoffladen; ein zweiter wurde einige Jahre später in Cheltenham eröffnet. Ab 1905 firmierten die Geschäfte unter dem Namen Debenhams Limited.

So richtig begann die Firma dann unter dem Enkel Ernest Debenham zu florieren, der in ganz Großbritannien Kaufhäuser übernahm, die noch eine Zeit lang unter ihrem alten Namen geführt wurden, bis sie dann alle unter das Dach mit dem Namen “Debenhams” kamen.
Als sich Ernest Debenham zur Ruhe setzte, verkaufte er seine Anteile an der Firma, so dass von da ab niemand mehr von der namensgebenden Familie im Unternehmen saß. 1931 erhielt er den neu geschaffenen Titel Baronet of Bladen. Der 1971 geborene Sir Thomas Adam Debenham ist zurzeit der 4. Baronet of Bladen.

Die neuesten, 2010 eröffneten  Debenhams Department Stores finden sich in Bath, Bury, Newcastle und Carmarthen.

Debenhams in der Londoner Oxford Street in weihnachtlichem Glanz. - The copyright on this image is owned by Martin Addison and is licensed for reuse under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0 license.

Published in: on 17. Februar 2011 at 04:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Wer waren eigentlich… Marks and Spencer?

Michael Marks

Marks & Spencer gehört zu den größten  britischen Einzelhandelsunternehmen und ist auf den meisten High Streets englischer Städte zu finden. M&S hat ein breites Warensortiment und ist in etwa mit Karstadt in Deutschland vergleichbar. Etwa 690 Läden gibt es in ganz Großbritannien.

Woher kommt nun der Name Marks & Spencer? Michael Marks (1859? – 1907) und Thomas Spencer (1852 – 1905) gründeten die Firma 1894. Vorher hatte der aus Polen eingewanderte Jude Michael Marks  in Leeds einige Marktstände unter dem Motto “Don’t Ask the Price, It’s a Penny” betrieben. Auf der Suche nach einem Partner für die Expansion seiner Läden traf Marks auf  Thomas Spencer, ein Yorkshire-Mann, der als Kassierer bei einer anderen Firma arbeitete und über gute Kontakte verfügte.

Thomas Spencer

Ihr erstes gemeinsames Geschäft wurde schließlich 1894 in Manchester eröffnet. Ihre Politik war, alle ihre Waren direkt nur bei britischen Herstellern zu kaufen; eine Politik, die erst 2002 (leider) aufgegeben wurde.

Michael Marks arbeitete bis zu seinem Tod im Jahr 1907 an der Weiterentwicklung der Firma. Sein Sohn Simon Marks baute die Firma schließlich zu dem aus, was sie noch heute ist, zu einem der bekanntesten Unternehmen  in der Wirtschaft Großbritanniens.
Thomas Spencer stieg bereits 1903 aus der Firma aus, nachdem sich sein investiertes Geld vervielfacht hatte.

Heute ist der Firmensitz von Marks & Spencer in der City of Westminster; die Einnahmen im vergangenen Jahren betrugen fast 10 Milliarden Pfund und das Unternehmen beschäftigte über 76 000 Mitarbeiter.

Eine M&S-Filiale in Swindon (Wiltshire)

 

…und hier ein M&S-Werbespot:

Published in: on 9. Januar 2011 at 04:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Wer war eigentlich… Boots the Chemist?

Eine Londoner Filiale von Boots the Chemist

Die Drogeriekette Boots gehört zu den typischen High Street-Läden englischer Städte. Hier kann man alles kaufen, was in irgendeiner Form mit Gesundheit und Schönheit zu tun hat. Es gibt eine eigene Abteilung “Apotheke”, wo man seine Rezepte einlösen kann, Kosmetika werden in großer Auswahl angeboten, sogar Spielzeug und Fotoartikel. Wenn man einmal dringend etwas braucht, bei Boots wird man meistens fündig.

Woher kommt nun der Name? Hat er etwas mit Stiefeln (boots) zu tun? Nein. Es gab tatsächlich einmal vor langer Zeit jemanden mit dem Nachnamen Boot und zwar der Firmengründer. 1849 gründete John Boot  (1815–1860), die Firma, die seinen Namen trug und sein Sohn Jesse Boot, 1st Baron Trent (1850-1931), machte daraus eine Einzelhandelskette, die sich “Chemists to the Nation” nannte. Dann folgte eine turbulente Zeit. Die Firma wurde an ein US-Unternehmen verkauft, dann wieder nach England zurückverkauft. Boots kaufte andere Firmen auf und stieß sie wieder ab. 2006 verbanden sich Boots und Alliance UniChem unter dem Namen Alliance Boots plc, das wiederum von dem New Yorker Unternehmen Kohlberg Kravis Roberts & Co übernommen wurde. Von diesen ganzen Veränderungen nahmen wohl die Leute, die bei Boots regelmäßig ihre Zahnpasta oder ihr Haarspray kaum etwas mit.

Hier ist ein Werbespot der Firma aus der Weihnachtskampagne des Jahres 2007:

Published in: on 10. Dezember 2010 at 04:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Wer war eigentlich… W.H. Smith?

Kaum eine High Street in einer englischen Stadt, die nicht über eine Filiale der Fa. W.H. Smith verfügt. Hier versorgt man sich u.a. mit Lesestoff, mit Schreibwaren und mit Spielzeug. Wer aber ist/war dieser W.H. Smith?

William Henry Smith, 1792 in Suffolk geboren, übernahm nach dem Tod seiner Eltern deren Londoner Zeitungsverkaufsstand und gründete 1846 zusammen mit seinem Sohn die Firma W.H. Smith & Son, die den beginnenden Eisenbahn-Boom nutzte und auf Bahnhöfen Zeitungsverkaufsstellen einrichtete.

William Henry Smith (24 June 1825 – 6 October 1891) junior

W.H. Smith junior ging in die Politik und arbeitete in mehreren konservativen Regierungen als Minister. Nach seinem Tod erhielt seine Witwe den neu geschaffenen Titel Viscountess Hambleden und deren Nachkommen kümmerten sich um die expandierende Firma.
Nach dem Krieg geriet W.H. Smith in finanzielle Schwierigkeiten, so dass man die Firma in eine Holding Company umwandelte. Der Einfluss der Familie wurde immer geringer, das letzte Familienmitglied verließ den Aufsichtsrat im Jahr 1996.
Die letzten Jahrzehnte waren geprägt von zahlreichen Zukäufen und Verkäufen und man versuchte sich international zu positionieren. Heute verfügt W.H. Smith über etwa 500 innerstädtische und 120 Bahnhofs- und Flughafenbuchhandlungen und hat ca 17 000 Beschäftigte.

Die W.H. Smith-Zentrale in Swindon (Wiltshire)

Published in: on 30. November 2010 at 04:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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