Der Standedge Tunnel bei Marsden in West Yorkshire – Ein Nadelöhr für Hausbootfahrer

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Der Standedge Tunnel, der die Ort Marsden und Diggle in West Yorkshire verbindet und die Pennines durchquert, ist der längste und höchst gelegene Kanaltunnel Englands. Er ist 5 Kilometer lang und an seiner tiefsten Stelle fast 200 Meter unter Tage.
Nachdem dieser Tunnel jahrzehntelang geschlossen war, hat man ihn 2001 wieder eröffnet und für Boote frei gegeben.
Da neben dem Kanal im Tunnel kein Platz für einen sogenannten „towpath“ war, also eine Art Treidelweg, musste man früher die Boote so vorwärts bewegen, dass einige Männer auf dem Rücken lagen und sich mit den Füßen an der Tunneldecke abstießen, also ein mühsames Unterfangen. Bis vor kurzem war es nicht erlaubt, dass die Hausbootfahrer allein durch den Tunnel fuhren. Man stellte einen Konvoi zusammen und die Boote wurden von einem Schlepper mit Elektromotor hindurchgezogen. Seit 2007 darf man jetzt selbst hindurchfahren; natürlich nur zu bestimmten Zeiten, da der Tunnel keinen Gegenverkehr zulässt. Eine Begleitperson der British Waterways ist allerdings immer dabei.

Wer kein Hausboot sein eigen nennt und trotzdem einmal den Tunnel durchqueren möchte, kann das auch an Bord eines speziellen Bootes tun und für die Fahrt, auf der es garantiert nichts zu sehen gibt, £10.00 ausgeben. Eine Strecke wohlgemerkt! Zurück kann man entweder laufen oder sich einTaxi bestellen.

Am Eingang des Tunnels auf der Marsden-Seite hat man ein Visitor Centre gebaut, das u.a. ein kleines Konferenzzentrum beherbergt und auch Veranstaltungen durchführt, heute z.B. findet eine „Bat Night“ statt, eine abendliche Wanderung auf den Spuren von Fledermäusen, die dort anzutreffen sind.

Eine Durchquerung des Standedge Tunnels auf dem Huddersfield Narrow Canal beschreibt sehr anschaulich Steve Haywood in seinem Buch „Narrowboat Dreams“ (Summersdale Publishers 2008).

Hier ist eine Fahrt durch den Tunnel im Film zu sehen.

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Das Standege Tunnel Visitor Centre.   © Copyright Rude Health and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Standedge Tunnel Visitor Centre.
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Published in: on 25. September 2016 at 10:00  Comments (3)  
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Pubnamen – The Shoulder of Mutton

The Shoulder of Mutton in Appleton Roebuck (North Yorkshire).   © Copyright Ian S and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Shoulder of Mutton in Appleton Roebuck (North Yorkshire).
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Es gab einmal eine Zeit, zu der das Gericht Hammelschulter häufig auf den Speisekarten englischer Gasthöfe zu finden war und so wurden dann auch einige dieser Häuser danach benannt. „Shoulder of Mutton“ ist auch heute noch ein häufig verwendeter Name für Pubs.

Meine persönliche „Lieblings-Hammelschulter“ liegt in dem idyllischen Dorf Appleton Roebuck (ich berichtete in meinem Blog darüber), vor den Toren der Stadt York in North Yorkshire. Ich war dort viele Male zu Gast und fühlte mich in dem Gasthof immer wieder wohl. In dem kleinen angeschlossenen Restaurant stand allerdings keine Hammelschulter auf der Karte, woraufhin das Pubschild eigentlich hindeutet.

Shoulder of Mutton servierte man früher gelegentlich mit einer Gurkensauce und so gab es auch einmal einen Pub in Yapton (West Sussex), der The Shoulder of Mutton and Cucumbers hieß, leider ist auch dieser Gasthof den Weg alles Irdischen gegangen und schloss 2007 für immer seine Pforten.

Ein schönes Pubschild ziert den Shoulder of Mutton in Grandborough in Warwickshire. Darauf zelebriert ein Koch eine gewaltige mit Gemüsen umlegte Hammelschulter. Auf der Karte des Restaurants steht zwar keine „shoulder of mutton“, dafür aber ein „Warwickshire farm lamb rump“, immerhin.

Ein Pub, der bis vor einiger Zeit nur vegetarische Gerichte anbot, dürfte eigentlich nicht nach einem verspeisbaren Tier benannt sein, aber es war so. The Shoulder of Mutton an der Wallingford Street in Wantage (Oxfordshire) war ein reiner „veggie pub“, was sich allerdings im vorigen Jahr änderte, als ein neuer Landlord den Pub übernahm und Fleisch auf seine Speisekarte setzte.

Ein sehr schön anzuschauender Pub ist The Shoulder of Mutton in Wendover in Buckinghamshire und was finden wir da auf der Karte des historischen, zur Chef&Brewer-Kette gehörenden Gasthauses…“Slow cooked lamb shoulder“. Also, es geht doch!

Das war nur eine kleine Auswahl an Pubs, die diesen Namen tragen. Es gibt noch wesentlich mehr davon im ganzen Land verstreut.

Wie man eine geschmorte Lammschulter mit Kräuter-Salsa zubereitet, zeigt uns Tim Mälzer in diesem Film.

The Shoulder of Mutton in Wantage (Oxfordshire).   © Copyright P L Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Shoulder of Mutton in Wantage (Oxfordshire).
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The Shoulder of Mutton in Grandborough.   © Copyright Stephen McKay and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Shoulder of Mutton in Grandborough (Warwickshire).
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The Shoulder of Mutton in Wendover (Buckinghamshire).    © Copyright Wayland Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Shoulder of Mutton in Wendover (Buckinghamshire).
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Published in: on 24. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Spukorte – The Ancient Ram Inn in Wotton-under-Edge (Gloucestershire)

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Auf meinen Reisen durch England bin ich mit vielen Spukorten konfrontiert worden; das waren Hotels, Pubs, Kirchen, Burgen und Schlösser. Zu den unheimlichsten Orten, die ich aufgesucht habe, zählt der Ancient Ram Inn in dem kleinen Städtchen Wotton-under-Edge am westlichen Rand der Cotswolds in der Grafschaft Gloucestershire gelegen. 8 Potters Pond lautet die genaue Adresse, doch bekommt man hier schon seit langem kein Bier mehr gezapft, denn der ehemalige Gasthof aus dem 13. Jahrhundert (so steht es auf einem der Giebel geschrieben) ist in Privatbesitz. Ich konnte mir das Haus allerdings nur von außen ansehen.

Unter den Top Ten der „Haunted Places“ in Großbritannien, die The Guardian einmal veröffentlichte, steht The Ancient Ram Inn auf Platz 5 (nach dem Londoner Highgate Cemetery, der nicht mehr existierenden Borley Rectory in Essex, dem Pendle Hill in Lancashire und dem Red Lion in Avebury in Wiltshire).

Seit 1968 ist das Spukhaus im Besitz des heute 87 Jahre alten John Humphries, eines exzentrischen Mannes, der sich nach eigenen Angaben nur mit der Bibel in der Hand durch sein Gebäude bewegt, um dadurch vor den vielen Geistern und Wesen geschützt zu sein, die sein Haus bevölkern. Es soll dort so schlimm sein, dass es mehrere Mitbewohner nicht mehr aushielten und auszogen. Als sich John Humphries Anfang diesen Jahres ein Bein brach und auf Pflegepersonal angewiesen war, weigerte sich dieses anfangs, das Haus aufzusuchen; schließlich kamen die Pflegerinnen doch, aber immer nur zu zweit.

Das ehemalige Gasthaus am Potters Pond wurde schon von vielen Geisterjägern aufgesucht. Am 17. September diesen Jahres organisierte Fright Nights (ich berichtete in meinem Blog darüber) eine „Ghost Hunt“ im Ancient Ram Inn, die schnell ausgebucht war. Zwischen 20 Uhr und 2 Uhr in der Nacht hatten die Teilnehmer freien Zugang zu allen Räumen des gruseligen Hauses (schwangere Frauen waren nicht zugelassen); eine Séance wurde abgehalten und andere Kommunikationsversuche mit dem Jenseits.

Die Fernseh-Crew der Sendereihe „Most Haunted“ verbrachte in dem Haus eine extrem ungemütliche Nacht (hier zu sehen), der Ghost Club war schon zu Besuch, ebenso North London Paranormal Investigations, The Ghostfinder Paranormal Society, The Institute of Paranormal Research, The Severnside Centre for Fortean Reserach und und und. Auf Youtube kann man sich viele Filme über die nächtlichen Geisterjagden ansehen.

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Southwick (West Sussex), sein Village Green, sein Cricket Club und ein erboster Schriftsteller

Hier auf dem Village Green spielt der Southwick Cricket Club.   © Copyright Paul Gillett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier auf dem Village Green spielt der Southwick Cricket Club.
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Eigentlich fahre ich die A259 von Brighton aus in westlicher Richtung ganz gern, man weiß aber nie so recht, in welchem Ort man sich eigentlich befindet, denn die kleinen Städte an der Südküste liegen wie auf einer Perlenschnur aufgereiht und gehen ineinander über. Einer dieser Orte heißt Southwick, kurz vor Shoreham-by-Sea gelegen. Wenn man von der Küstenstraße, der Albion Street, nach rechts auf die Grange Road abbiegt, kommt man zu dem großen Village Green, Heimstätte des 1790 gegründeten Southwick Cricket Clubs. So haben wir es gern: Ein Green mitten im Ort, darauf Männer in weißer Kleidung, die ihrem Lieblingssport nachgehen und direkt daneben ein Pub, der auch noch The Cricketers heißt.

Doch es gab einmal eine Zeit, als es dem Cricket Club an den Kragen gehen sollte. 1932 verbot der Southwick Urban District Council das Spiel auf dem Green mit der Begründung, dass es zu gefährlich für Passanten und den stärker werdenden Autoverkehr sei, die die Straßen rund um die Grünflächen benutzten. Sie könnten ja von einem der Bälle getroffen werden. Ein Aufschrei ging durch die Reihen der Clubmitglieder und vor allem der Präsident schäumte vor Zorn. Cricket von einem Village Green zu verbannen, das ging ja gar nicht.
Präsident des Clubs war zu dieser Zeit ein gewisser Stuart Petre Brodie Mais (1885-1975), kurz SPB Mais genannt. SPB war als Journalist, BBC-Rundfunksprecher und Buchautor bekannt. Wieviele Bücher er geschrieben hat, lässt sich kaum noch feststellen, die Angaben schwanken zwischen 200 und 300, darunter unzählige Reisebeschreibungen, Sachbücher und Romane. Heute ist SPB Mais weitgehend vergessen.

Der Schriftsteller wohnte direkt am Village Green in seinem Haus The Hall. Er startete eine Kampagne für das Recht seines Vereins, auf dem Green zu spielen, legte sich mit der Polizei an und drohte damit, notfalls mit seinem Anliegen bis ins britische Oberhaus zu gehen. Mais weigerte sich sogar, seine Steuern zu bezahlen, was dazu führte, dass der Council ihn zwangsweise aus seinem Haus ausquartieren ließ. Die Familie des Schriftstellers zog daufhin in den Nachbarort Shoreham-by-Sea. Die aufgewühlten Gemüter des Southwick Cricket Clubs beruhigten sich erst wieder, als im folgenden Jahr ein neuer Rat gewählt wurde, der die Entscheidung der Vorgänger rückgängig machte und das Cricketspielen wieder zuließ. Ob es irgendwann einmal zu Gefährdungen des fließenden Verkehrs oder der Fußgänger durch herumirrende Cricketbälle gekommen ist, konnte ich nicht feststellen.

The Hall am Village Green steht heute noch und erinnert an seinen früheren Bewohner mit einer blauen Plakette. Eine weitere Plakette am Haus weist daraufhin, dass der Maler Douglas Stannus Gray (1890-1959) hier ebenfalls sein Quartier aufgeschlagen hatte, aber nach SPB.

Noch ein Wort am Rande zu Southwick, was aber sicher nur Fußballfans interessieren wird: Ralf Rangnick, hoch angesehener Trainer von mehreren Bundesligavereinen, zuletzt bei RB Leipzig, spielte 1979/80 einmal für den Southwick Football Club, während er an der University of Sussex studierte.

 

Published in: on 22. September 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Millers at the Anchor Hotel in Porlock Weir (Somerset)

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Porlock Weir ist ein winziger, abgelegener Ort an der Küste von Somerset und direkt an dem Miniaturhafen liegt das Anchor Hotel, das ich in sehr guter Erinnerung habe.
Einmal hatten wir dort nur zu Abend gegessen und ein anderes Mal hatten wir hier auch in einem hübschen Zimmer übernachtet. Neben dem Schlafraum gab es noch ein weiteres Zimmer mit einem „bay window“, das direkt auf den Hafen blickte und von dem man abends die Lichter der gegenüberliegenden walisischen Küste sehen konnte.

Das kleine Restaurant ist sehr gemütlich. An einem Abend toste ein Sturm um das Haus, die schweren Vorhänge waren zugezogen und das Abendessen war vorzüglich.

Das Hotel gehört seit einigen Jahren dem Londoner Antiquitätenhändler Martin Miller, der es in „Millers at the Anchor“ umbenannt und nach seinen persönlichen Vorlieben neu gestaltet hat. Martin Miller ist in der Kunstwelt u.a auch als Herausgeber der „Miller’s Antiques Guides“ benannt.

Die Übernachtungspreise in einem Doppelzimmer der gehobenen Kategorie mit Hafenblick liegen bei ca 160 Pfund inklusive Frühstück, die rückwärtigen Zimmer beginnen bei etwa 90 Pfund.

Hier ist ein Film über das Hotel.

Millers at the Anchor
Porlock Weir
Near Minehead
Somerset TA24 8PB

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Published in: on 21. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Dull Men’s Club – Der Club der langweiligen Männer

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

The Dull Men’s Club is a place where dull men share thoughts and experiences, free from gliz and glam, free from pressures to be in and trendy — free instead to enjoy simple, ordinary things„, so steht es auf den Webseiten dieses exzentrischen Clubs zu lesen, der 1985 gegründet wurde und zwar in New York. Leland Carson hieß der Gründer, der 1996 nach Großbritannien übersiedelte und dessen Idee mittlerweile Interesse bei über 5000 Mitgliedern in den USA und hier auf der Insel gefunden hat. Der Club der langweiligen Männer beschäftigt sich mit Dingen, mit denen der „Normalbürger“ eher nichts am Hute hat. In dem 2015 bei der Ebury Press erschienenen Buch „Dull Men of Great Britain: Celebrating the Ordinary“ von Leland Carson findet man eine Auswahl an prominenten Vertretern des Clubs. Hier sind einige Beispiele:

Peter Willis aus Worcester hat einen Traum (von dem wohl außer ihm niemand träumt): Er möchte sämtliche Briefkästen in Großbritannien fotografieren und davon gibt es rund 115 000. In den letzten zehn Jahren hat er bereits 2500 geschafft, der Weg, der noch vor ihm liegt, ist also sehr lang. Sein Sohn hat die Standorte aller Briefkästen in ein tragbares GPS-Gerät eingegeben, das jedesmal piepst, wenn es in die Nähe eines Kastens kommt.

Archie Workman aus Ulverston in Cumbria ist ein Gullydeckel-Enthusiast. Wo immer er sich auch aufhält, er sucht nach zugewachsenen Abdeckungen, befreit sie von Unkraut und lässt sie wieder das Tageslicht erblicken. Archie hat schon einen Kalender mit Gullydeckel-Fotos herausgegeben (der erstaunlicherweise auf großes Interesse stieß), hält Vorträge im ganzen Land über sein Thema und möchte einmal ein Buch darüber schreiben.

Rick Minns aus Wicklewood (Norfolk) ist künstlerisch sehr begabt und freut sich über schmutzige, dreckbespritzte Lieferwagen, die er mit Zeichnungen verschönert, das heißt er macht aus dem angetrockneten Schlamm schöne Bildchen, die allerdings die nächste Autowäsche nicht überstehen. „Ruddy Muddy“ ist sein Spitzname.

John Barnard, Graham Jackson und Myrddin Phillips sind Berg- und Hügelvermesser. Mit einer technisch hochwertigen Ausrüstung haben sie es sich zu ihrer Aufgabe gemacht, nachzuprüfen, ob es sich bei den Erhebungen um einen Berg oder einen Hügel handelt. Ab 2000 Fuß darf sich in England und in Wales ein Berg auch wirklich Berg nennen, alles was darunter liegt ist nur ein Hügel. Die drei Männer haben sich auf die Zweifelsfälle spezialisiert und messen auf den Zentimeter genau nach.

Viele weitere skurrile Fälle von „langweiligen Männern“ finden sich in dem amüsanten, sehr zu empfehlenden Buch.

Leland Carson: Dull Men of Great Britain: Celebrating th Ordinary. Ebury Press 2015. 94 Seiten. ISBN 978-1-78503-090-1

 

Published in: on 20. September 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Mein DVD-Tipp – David Dimbleby: A Picture of Britain

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Im Jahr 2005 strahlte die BBC eine sechsteilige Serie aus, die den Titel trug „A picture of Britain: an inspirational journey through art, landscape and identity“ und die als DVD erhältlich ist. Geschrieben und moderiert wurde die Serie von David Dimbleby, der Großbritannien von Nord nach Süd bereiste und auf die landschaftlichen Schönheiten einging. Diese stellte er in Relation zu Kunstwerken von z. B. Joseph Mallord William Turner, John Constable und Thomas Gainsborough.

Fantastische Landschaftsaufnahmen, in mitreißender Art von David Dimbleby präsentiert, machen die 6 Filme zu einer reinen Augenweide.
Die Episoden:
1. The Romantic North
2. The Flatlands
3. Highlands &  Glens
4. The Heart of England
5. The Home Front
6. The Mystical West

Der 1938 geborene David Dimbleby ist langjähriger BBC-Kommentator und hat unzählige, überwiegend politische Sendungen moderiert.

Die beiden DVDs (Spielzeit 6 Stunden) sind nach wie vor im Handel und können jedem empfohlen werden, der an Großbritannien und Landschaftsmalerei interessiert ist.
Hier ein kleiner Ausschnitt zum „Appetitanregen“.

Published in: on 19. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Newhaven in East Sussex und der vietnamesische Revolutionär Hồ Chí Minh

Die Fähre nach Dieppe im Hafen von Newhaven.   © Copyright PAUL FARMER and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Fähre nach Dieppe im Hafen von Newhaven.
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Newhaven an der Küste von East Sussex hat keinen besonders guten Ruf. Ich bin einige Male durch die kleine Stadt gefahren; auffällig waren die vielen Leerstände im Zentrum. Newhaven erweckt im Allgemeinen einen Eindruck von Trostlosigkeit und darum rangiert sie auch in der Liste der 50 „Crap Towns“ Großbritanniens auf Platz 24 (das Buch mit dem Titel „Crap Towns Returns“ werde ich in meinem Blog demnächst vorstellen).

Was gibt es über die Stadt zu sagen? Es existiert eine Fährverbindung nach Dieppe in Frankreich. 1974 wurde das Auto von Lord Lucan hier in Newhaven aufgefunden. Richard John Bingham, 7. Earl of Lucan, war ein Adeliger, der angeblich 1974 in London sein Kindermädchen Sandra Rivett ermordet haben soll, daraufhin die Hauptstadt verließ und nie mehr gesichtet wurde. Erst Anfang diesen Jahres stellten die Behörden die offizielle Sterbeurkunde aus. Man vermutet, dass Lord Lucan sich auf der Fähre von Newhaven nach Dieppe das Leben genommen hat, indem er ins Meer sprang.

Das ist natürlich recht wenig für eine Stadt, um über ihre Grenzen hinaus für Aufmerksamkeit zu sorgen. Es gibt aber noch eine Persönlichkeit, die immer wieder mit Newhaven in Verbindung gebracht wird: Der vietnamesische Revolutionär und spätere Präsident der Demokratischen Republik Vietnam Hồ Chí Minh. Wie kommt denn das, fragt man sich?

An zwei Stellen in der Stadt wird an den Vietnamesen erinnert: Im Museum und am West Quay im Hafen. Im Newhaven Museum an der Avis Road wurde im Mai 2013 in Anwesenheit des vietnamesischen Botschafters eine Bronzestatue enthüllt, die Hồ auf einem Stuhl sitzend zeigt mit einem Federhalter in der Hand und einem Schriftstück auf dem Schoß. Es gab damals erregte Debatten in Newhaven, ob es wirklich angebracht war, dieser umstrittenen Person hier die Ehre zu erweisen. Für die einen war er ein Kriegsverbrecher und Massenmörder, für die anderen ein Freiheitsheld. Die Bürgermeisterin der Stadt erhoffte sich bei einer Ansprache anlässlich der Feierlichkeiten eine lange und fruchtbare Freundschaft zwischen Newhaven und Vietnam. Ob da wohl schon etwas Fruchtbares in der Stadt angekommen ist?

Am West Quay im Hafen steht ein schwarzer Hồ Chí Minh-Gedenkstein mit einer Inschrift, die dieses Foto zeigt.

Jetzt bleibt natürlich noch die Frage offen, was denn nun Hồ Chí Minh eigentlich in Newhaven gemacht hat. Als junger Mann soll er nach 1913 als Konditor auf der Fähre zwischen Dieppe und Newhaven gearbeitet haben und dadurch häufig in der Stadt in East Sussex gewesen sein. That’s it!

2012 wurde ein Gebäude in Betrieb genommen, das nicht wirklich zu einer Belebung der Attraktivität von Newhaven beigetragen hat: Eine Müllverbrennungsanlage.
„Crap Town Returns“ empfiehlt „The best thing any visitor can do is pass right through and visit nearby Lewes or Brighton“. Armes Newhaven!

Das Museum von Newhaven.   © Copyright Kevin Gordon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Museum von Newhaven.
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Newhaven High Street.   © Copyright Paul Gillett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 18. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Hastings Pier in East Sussex – Im April 2016 wieder zum Leben erweckt

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Was wäre ein richtiges englisches Seebad ohne seine Pier? Man kann darauf spazierengehen, sich amüsieren, Tee trinken oder einfach nur die schöne Aussicht auf das Meer genießen. Doch Piers sind sehr sensible und empfindliche Gebilde. Viele sind schon Raub von Flammen geworden, sind Herbststürmen zum Opfer gefallen oder von Schiffen gerammt worden. Dazu kommt, dass die „Füße“ der Piers ständig dem Salzwasser ausgesetzt sind und darunter im Laufe der Jahrzehnte leiden. Wenn dann noch zündelnde Teenager ihr Unwesen treiben, haben Piers keine Chance.

All diese Unbillen der Natur und der Menschen (ausgenommen die zerstörerischen Schiffe) haben auch der Pier von Hastings in East Sussex zu schaffen gemacht. Am 5. August 1872 feierte das Seebad am Ärmelkanal die feierliche Eröffnung seiner ersten Pier, die von Eugenius Birch (1818-1884) kreiert wurde, seinerzeit einer der renommiertesten Architekten für diese Spezialbauwerke. Birch baute u.a. auch Piers in Eastbourne, Brighton, Blackpool und Weston-super-Mare.

Das Highlight des Piers in Hastings war der große Pavillion, in dem 2000 Menschen Platz fanden, und der bereits 1917 abbrannte. Fünf Jahre später wurde er durch einen neuen Pavillion ersetzt, in dem später in den 1960er Jahren namhafte Künstler der Rock- und Popszene auftraten wie die Rolling Stones, Pink Floyd und Jimi Hendrix.
1990 erlitt die Pier erhebliche Schäden, die durch einen Sturm verursacht worden waren und es stellte sich heraus, dass der Unterboden instabil geworden war. Das bedeutete hohe Investitionen, die keiner bereit war vorzunehmen. 1999 wurde das Bauwerk geschlossen; es folgten neue Besitzer, Rechtsstreitigkeiten mit der Stadt Hastings, eine kurzzeitige Neueröffnung, aber 2008 war dann endgültig Schluss. Im Oktober 2010 brannte die Pier fast vollständig ab, was vermutlich auf Brandstiftung zurückzuführen war, aber die Behörden konnten das nie genau nachweisen. Dieser Film zeigt Bilder von dem Brand.

Im August 2013 kaufte die Hastings Pier Charity die Trümmer für den symbolischen Preis von £1 und entwarf einen Plan wie man die Pier doch wieder ins Leben zurückrufen konnte. Der Heritage Lottery Fund war bereit, £11.4 Millionen in das Projekt zu stecken, dazu kamen Gelder aus dem sogenannten Community Share Scheme plus Spenden und das bedeutete, die Pier konnte wieder aufgebaut und in diesem Jahr am 27. April der Öffentlichkeit übergeben werden. Mögen von nun an, die Stürme einen weiten Bogen um Hastings machen und alle Zündler und Vandalen sich anderswo austoben!

Allerdings kam die neue Hastings Pier nicht bei allen gut an. Kritik wurde laut, dass sie viel zu öde und leer wäre; einige betitelten sie als „The Plank„. Es gibt auf jeden Fall hier sehr viel Platz. Aber vielleicht kommt ja im Laufe der Zeit noch einiges an Attraktionen hinzu, die die neue Pier interessanter machen.

Hier ist ein Film über die neue Hastings Pier.

Die neue Pier am Eröffnungstag.   © Copyright Robin Webster and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die neue Pier am Eröffnungstag.
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Die bisherigen Amüsierbetrieb auf der Pier.   © Copyright Chris Whippet and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die bisherigen Amüsierbetriebe auf der Pier.
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Ein Blick auf die Stadt Hastings von der Pier.   © Copyright Robin Webster and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein Blick auf die Stadt Hastings, von der Pier aus gesehen.
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Mein Buchtipp – Dixe Wills: Tiny Islands

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Dixe Wills ist Reiseschriftsteller und Journalist, der für den Guardian schreibt. Seine Bücher behandeln Themen, die bisher kaum oder noch gar nicht „beackert“ worden sind, zum Beispiel „Tiny Stations„, in dem er 40 „Request Stops“, also Bedarfshaltestellen der britischen Eisenbahnen, besucht oder „Tiny Churches“ (erscheint am 1. Oktober 2016), in dem Dixe Wills 60 besonders kleine Kirchen im ganzen Land aufsucht. Mein Favorit ist sein Buch „The Z-Z of Great Britain„, das ich in meinem Blog schon einmal vorgestellt habe und in dem es um Orte in Großbritannien geht, die mit dem Buchstaben „Z“ beginnen.

Gerade beendet habe ich „Tiny Islands: 60 Remarkable Little Worlds Around Britain„, 2013 erschienen. Thema dieses Buches sind kleine Inseln im Binnenland und vor der Küste, ob bewohnt oder unbewohnt, die Dixe Wills detailliert vorstellt. Ein großer Teil dieser Inselchen liegt vor den Küsten von Wales und Schottland, also außerhalb meines Berichtsgebietes. Die englischen Inseln liegen vor allem an der Südküste und im Nordwesten.

Dixe Wills startet mit Insel Nummer 1: Gugh, Teil der Isles of Scilly; Bewohner 2 (saisonabhängig), die zeitweise in den beiden Häuschen leben, die bei Ebbe von der größeren Nachbarinsel St Agnes aus trockenen Fußes zu erreichen sind.

Weitere Stationen auf der Reise sind zum Beispiel die bekannteren St Michael’s Mount und Burgh Island, dann begeben wir uns auf die Themse, wo wir Eel Pie Island und Monkey Island einen Besuch abstatten. Über die Themse-Inseln gibt es ein eigenes sehr schönes Buch, das ich an dieser Stelle vorgestellt habe „Eyots and Aits – Islands of the River Thames“ von Miranda Vickers.

Im Nordwesten Englands finden sich weitere „tiny islands“ wie das bei Barrow-in-Furness (Cumbria) gelegene Piel Island, nicht zu verwechseln mit dem im Buch ebenfalls vorgestellten Peel Island im Coniston Water in Cumbria. Dort gibt es in den Seen des Lake Districts interessante kleine Eilande wie Derwent Isle und die Islands of Windermere. Dixe Wills beschreibt sie alle, gibt Tipps zur Anreise, zur nächsten Unterkunft, zum nächstgelegenen Pub und was es in der Umgebung noch so alles zu sehen gibt.

Fazit: Ein rundum gelungenes Buch mit vielen Farbfotos und Zeichnungen!

Dixe Wills: Tiny Islands – 60 Remarkable Little Worlds Around Britain. AA Publishing 2013, Reprint 2015. 320 Seiten. ISBN 978-0-7495-7387-4

Gugh Island bei Ebbe.   © Copyright Andrew Abbott and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Gugh Island (Isles of Scilly) bei Ebbe.
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Piel Island bei Barrow-on-Furness (Cumbria).   © Copyright Alexander P Kapp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Piel Island bei Barrow-in-Furness (Cumbria).
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Peel Island im Coniston Water (Cumbria).   © Copyright Rob Noble and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Peel Island im Coniston Water (Cumbria).
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Published in: on 16. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Das Howden Moor im Peak District – Teil 2: The Howden Moor Incident

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Über The Dark Peak im Peak District in Derbyshire habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben. In dem als Bermuda-Dreieck Englands bezeichneten Gebiet kam es zu zahlreichen Flugzeugabstürzen und noch heute finden sich hier und da Wrackteile dieser Maschinen. Diese mysteriöse Region stand auch am 24. März 1997 im Brennpunkt, als sich über dem Howden Moor merkwürdige Dinge ereigneten. Dieser sogenannte Howden Moor Incident ist bis zum heutigen Tag nicht aufgeklärt worden bzw. die zuständigen Behörden halten die tatsächlichen Hintergründe unter Verschluss, wozu viele der Menschen tendieren, die damals die Vorfälle beobachteten.

Gegen 22.15 Uhr meldeten zwei Farmer, dass über dem Moor wohl ein Militärjet abgestürzt sein muss, denn sie sahen wie das Flugzeug aus ihrem Sichtfeld verschwand und es anschließend zu einer Explosion und zu einem grellen Lichtblitz kam. Die Polizeibehörden von Derbyshire und South Yorkshire stellten daraufhin Suchmannschaften zusammen, die sich in das unwegsame Gebiet des Howden Moors machten, Hubschrauber flogen das Gelände ab, doch es wurde nichts gefunden. Die Royal Air Force meldete keinen Flugzeugverlust. Schon vorher war es über dem Peak District zu Flugzeugbewegungen gekommen, die besonders auffielen, da in dieser Nacht der Komet Hale-Bopp am Himmel zu sehen sein war und viele sich dieses Spektakel nicht entgehen lassten wollten. In den nächsten Tagen meldeten sich immer mehr Augen- und Ohrenzeugen, die eigenartige Dinge gesehen und gehört haben wollten. Da war die Rede von einem riesigen dreieckigen Gebilde am Himmel, das von bläulichem Licht umgeben war und in Richtung des Howden Moors flog; mehrere Menschen berichteten von einem summenden Geräusch in der Luft. Die British Geological Survey zeichnete eine Explosion auf, deren Quelle nicht auf dem Boden, sondern in der Luft gewesen sein muss. UFO-Gläubige waren der Meinung, dass Militärflugzeuge ein unidentifiziertes Flugobjekt jagten, dieses dann abstürzte und das MoD (das Verteidigungministerium) die Trümmer schnell abtransportieren ließ. Es kam sogar zu einer Anfrage im Unterhaus, bei der ein Sprecher des MoD aussagte, es hätte zwar an dem Abend Übungsflüge über dem Moor gegeben, aber nicht nach 21.30 Uhr.

In jener Nacht war also allerhand über dem Peak District los und viele Menschen haben unabhängig voneinander Statements über ihre Beobachtungen abgegeben, aber was sich dort tatsächlich ereignet hat, bleibt möglicherweise in den Geheimarchiven des MoD verborgen.

Hier ist ein Vortrag aus dem Jahr 2011, in dem die Vorgänge des Howden Moor Incidents noch einmal genau analysiert werden.

Was mag sich hier am über dem Howden Moor abgespielt haben?   © Copyright Peter Barr and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Was mag sich hier am 24. März 1997 über dem Howden Moor abgespielt haben?
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Published in: on 15. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Howden Moor im Peak District – Teil 1: Tip, der treue Schäferhund, der nicht von der Seite seines toten Herrchens wich

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Joseph Tagg wurde 1868 in Derbyshire geboren und verbrachte den größten Teil seines Lebens in dieser Grafschaft. „Old Joe“ war Schäfer und züchtete leidenschaftlich gern Schäferhunde. Noch bis ins hohe Alter hinein war er aktiv, so auch am 12. Dezember 1953 als der 85jährige an einem eiskalten Dezembertag mit seinem Schäferhund Tip zum Howden Moor im Upper Derwent Valley in Derbyshire ging, um dort nach den Schafen zu sehen. Als der Schäfer und sein Hund am nächsten Morgen noch nicht nach Hause gekommen waren, machten sich mehrere Suchtrupps auf den Weg, um sie aufzuspüren…ohne Erfolg. Das blieb auch in den nächsten Tagen so, die beiden waren wie vom Erdboden verchwunden. Das Howden Moor, das westlich von Sheffield in Deryshire und South Yorkshire liegt ist eine einsame öde Region, in der Menschen schon einmal verschwinden können.

Am 27. März 1954, also 105 Tage nach dem Verschwinden von Old Joe und Tip, fanden zwei Männer der Wasserbehörde zufällig die Leiche des alten Mannes und wer lag, mehr tot als lebendig neben ihm, sein treuer Hund, der die ganze Zeit nicht von der Leiche seines toten Herren gewichen war. In einem der kältesten Winter, die das Howden Moor je heimgesucht hatten, war es Tip gelungen, zu überleben.
Diese Geschichte rührte die Menschen in der Region. Der Hund wurde wurde wieder aufgepäppelt und mit der Bronzemedaille der Canine Defence League, einer Organisation, die sich um das Wohl von Hunden kümmert, und die heute Dogs Trust heißt, ausgezeichnet. Tip sollte nur noch ein knappes Jahr leben, der tapfere Hund starb am 16. Februar 1955.

Damit Tip nicht in Vergessenheit geriet, errichtete man ein Denkmal für ihn, das am Westufer des Upper Derwent Reservoirs zu finden ist.

Das Howdwn Moor im Winter.   © Copyright Neil Theasby and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Howden Moor im Winter.
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Published in: on 14. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Clampers – Die ungeliebten Männer mit der Autokralle

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Gestern schrieb ich in meinem Blog über die bei Autofahrern sehr unbeliebten Gatso Cameras; noch eine Stufe höher in der Ungunst der Autofahrer in England stehen die „Clampers„, das sind die Leute, die im Auftrag von Behörden oder privaten Grundbesitzern, Falschparker mit „clamps“, also mit Autokrallen versehen. „Are you humans or are you clampers?“ heißt es im „Clamper Song„, in dem die verhassten Männer mit „Little Hitlers“ verglichen werden.

Trevor Whitehouse aus Preston in Lancashire meldete 1991 ein Patent für ein dreieckiges „wheel clamp“ an, das im ganzen Land am häufigsten im Einsatz war. Dieses „Wegfahrverhütungsmittel“ kann man nur mit Spezialwerkzeug entfernen, aber trotzdem gelingt es immer wieder einigen handwerklich geschickten Menschen, die Krallen auf unorthodoxe Weise aufzubrechen wie dieser Film zeigt. Manche versuchen auch trotz Kralle wegzufahren, wie das hier zu sehen ist. Da die „clampers“ von niemandem geliebt werden, versucht sich der eine oder andere an ihnen zu rächen wie man das in dem Film „Clampers getting clamped“ sehr schön sehen kann.

Der Royal Automobile Club (RAC) vergab eine Zeitlang den Dick Turpin Award, benannt nach dem berühmten Straßenräuber aus dem 18. Jahrhundert. Mit diesem Preis wurden moderne Straßenräuber des 21. Jahrhunderts „ausgezeichnet“. Einer dieser Preisträger war die Londoner Firma ISTM, die damit beauftragt war, falsch parkende Autos mit einer Kralle zu versehen und/oder abzuschleppen. Dass die Firma die Grenzen ihres Auftrags manchmal deutlich überschritt, zeigen diese beiden Fälle:

  • Eine 81jährige Autofahrerin wurde auf ihrem eigenen Parkplatz „geclampt“, weil ihre Steuerplakette seit 36 Stunden abgelaufen war. Die alte Dame war gerade auf dem Weg, eine neue Plakette zu kaufen.
  • Ein älterer Herr hatte versehentlich sein Auto zehn Minuten lang falsch geparkt. Als er zurückkam, sah er wie sein fahrbarer Untersatz gerade auf einen Abschleppwagen verladen wurde. Dafür dass das Auto wieder auf die Straße gesetzt wurde, musste er £334 bezahlen.

Ein anderer Dick Turpin Award-Preisträger war die Firma Carstoppers, die ihr Unwesen in der kleinen Brontë-Stadt Haworth in West Yorkshire trieb. Diese unbarmherzigen Clamper zogen sich den Zorn der Bewohner zu, weil sie u.a. ein Auto mit der Kralle versahen, in dem sein Fahrer schlief oder kein Mitleid mit einer Rollstuhlfahrerin und ihrem Mann kannten, die mit Mühe die steile Hauptstraße der Stadt erklimmen konnten und deren Parkzeit gerade abgelaufen war.

Weitere Beispiele, die das Interesse der Juroren des Dick Turpin-Preises erweckten:

  • Ein Leichenwagen wurde per Kralle stillgelegt, in dessen Inneren sich ein Sarg mit Inhalt befand
  • Ein Polizeiauto wurde “ an die Kette gelegt“, dessen Besatzung gerade im Einsatz war.
  • Den Vogel schoss wohl jener „Clamper“ ab, der an Stelle der extrem hohen Gebühren auch Goldringe oder sexuelle Gefälligkeiten nehmen wollte.
Published in: on 13. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Gatso Cameras – Die gefürchteten Blitzer an englischen Straßen

Wer einmal durch England gefahren ist, kennt sie zur genüge, die „Gatso Cameras„, fest installierte Blitzer, die die Geschwindigkeit der Fahrzeuge überprüfen. Im Gegensatz zu den meist mausgrauen deutschen Kameras sind die „Gatsos“  gelb und daher etwas besser zu erkennen.
Ich habe einen Straßenatlas, in dem die Messstellen eingezeichnet sind und es gibt auch Navigationssysteme, die rechtzeitig warnen, trotzdem bringen die etwa 20 000 bis 40 000 Pfund teuren Geräte eine Menge Geld ein.

Produziert werden die von Autofahrern ungeliebten Messanlagen von der niederländischen Firma GATSOmeter BV. Benannt wurden sie nach dem ebenfalls niederländischen Rennfahrer und Firmengründer Maurice Gatsonidis (1911-1998). Er konstruierte diese Geräte ursprünglich, um seine Kurvengeschwindigkeit zu messen.

Die ersten Überwachungskameras dieser Art wurden 1988 in Nottingham installiert, nachdem an einer ampelgeregelten Kreuzung drei tödliche Unfälle stattgefunden hatten.

Eine Kamera in der Nähe von Stoke-on-Trent.    © Copyright Jonathan Hutchins and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 12. September 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Die Britannia Coco-Nut Dancers aus Bacup in Lancashire

Bacup ist eine Kleinstadt in Lancashire im Rossendale Distrikt zwischen Rochdale und Burnley. Dort findet an jedem Ostersamstag ein traditioneller Tanz statt, der Boundary Dance, bei dem die Britannia Coco-Nut Dancers morgens um 9 Uhr vom ehemaligen Travellers Rest Pub an der A671 aus, begleitet von der Stacksteads Silver Band,  von einem Ende des Ortes bis zum anderen Ende tanzen. Hier ist ein Film aus dem Jahr 2015.

Die Männer sind in weiß-rote Röcke und schwarze Oberteile gekleidet und präsentieren auf dem Zug durch den Ort sieben sogenannte Garland- und Nut-Dances; dabei sind ihre Gesichter schwarz bemalt, was möglicherweise an die Bergwerkstradition in dieser Region erinnert. Es gibt auch eine andere Version; und zwar kamen Nordafrikaner, die sich im 17. Jahrhundert in Cornwall als Bergmänner verdingten, später nach Lancashire, um sich auch hier ihren Lebensunterhalt unter Tage zu verdienen…und diese Männer waren schwarz. Der Name der Tanzgruppe kommt von der ehemaligen Mine Britannia.

Die Britannia Coco-Nut Dancers, eine Unterabteilung der berühmt-berüchtigten Morris Dancers, sind schon überall in England aufgetreten, auch in der ehrwürdigen Royal Albert Hall. Weitere Auftrittsorte waren u.a. das Todmorden Folk Festival und die Saddleworth Rushcart, also überwiegend im Norden des Landes.

In den letzten Jahren bekamen die „Nutters“ einige Probleme, so wurde ihnen wegen ihrer schwarzen Gesichter ein gewisser Rassismus unterstellt, den sie aber empört zurückwiesen (ich weiß nicht wie lange die schwarze Schminke hält, wenn es zu Regenfällen kommt, die es ja in Bacup durchaus geben kann), außerdem stand das österliche Happening kurz vor dem Aus, weil die Behörden Sicherheitsbedenken hatten, da die Zuschauer auf den Straßen standen und es da hätte zu Unfällen kommen können. Aber man einigte sich und so werden die Britannia Coco-Nut Dancer auch im nächsten Jahr wieder ihre Marathontänze durch Bacup vollziehen können.

Der Startpunkt des Boundary Dance: The Old Travellers Rest, ein ehemaliger Pub.   © Copyright John Darch and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Startpunkt des Boundary Dance: The Old Travellers Rest, ein ehemaliger Pub.
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Published in: on 11. September 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Torquay (Devon), die Palmenstadt an der Englischen Riviera

Palmen an der Shiphay Avenue.   © Copyright Derek Harper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Palmen an der Shiphay Avenue.
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Torquay in Devon ist die größte Stadt an der sogenannten Englischen Riviera, ausgestattet mit einem milden Klima. Was erwartet man von einer Stadt mit mediterraner Atmosphäre? Richtig, Palmen…und die gibt es hier an der Lyme Bay in Hülle und Fülle. Torquay ist stolz auf seine Palmen, obwohl viele streng genommen gar keine sind. „Cordyline australis“ lautet der botanische Name, in Deutschland sagt man Keulenlilie zu ihr und in England gern „Torquay palm“. Seit der Zeit Queen Victorias stehen diese schönen Pflanzen hier an der Riviera von Devon, die ihren Ursprung in Neuseeland haben. Diese Palmen (ich bleibe bei der Bezeichnung) können auch tiefere Temperaturen gut vertragen, bis zu 10 Grad Minus, aber die wurden in Torquay noch nie gemessen. Man findet in der Stadt aber auch andere (richtige) Palmen wie Phoenix dactylifera oder Jubea chiliensis.

Zoff gab es vor einigen Jahren, als die Stadtverwaltung von Torquay eine Kanarische Dattelpalme im Wert von £7000 plus Transportkosten von £13 000 aus Spanien kommen ließ, um damit einen Kreisverkehr an der A380 zu schmücken. Doch da blieb die Palme nicht lange stehen, denn sie wurde an einen neuen Standort gebracht, zur Kreuzung von Riviera Way und Browns Bridge Road, eine Art Niemandsland, wo sie nun ihr Dasein fristet. Die Bürger von Torquay waren angesichts der leeren Kassen der Stadt nicht glücklich mit diesem Ankauf.

Den Namen „Palme“ tragen viele Etablissements in Torquay; da gibt es u.a. Hotels wie das Palm Grove, das The Palms oder das Sherwood Palm Hotel und bis vor kurzem hieß die örtliche Radiostation Palm FM, bevor der neue Eigentümer den Sender im September 2015 in The Breeze umtaufte. Die Station sendet auf der Frequenz 105.5 und ist live hier zu hören.

Cordyline australis in einem Vorgarten an der Barton Road.    © Copyright Derek Harper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Cordyline australis in einem Vorgarten an der Barton Road.
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Die umstrittene Palme aus Spanien, die für kurze Zeit diesen Kreisverkehr verzierte.   © Copyright Derek Harper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die umstrittene Palme aus Spanien, die für kurze Zeit diesen Kreisverkehr verzierte.
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Published in: on 10. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Dan Kieran & Ian Vince: Three Men in a Float – Across England at 15 mph

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Eines der amüsantesten und interessantesten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe, ist „Three Men in a Float“ von Dan Kieran und Ian Vince. Die beiden Autoren und ihr Freund Pras machen sich in einem ehemaligen, elektrisch betriebenen Milchwagen, Baujahr 1958, den sie liebevoll The Mighty One nennen (und den sie für 1400 Pfund bei Ebay ersteigert haben), auf den langen Weg von Lowestoft in Suffolk, der östlichsten Stadt Großbritanniens, bis nach Land’s End in Cornwall, der äußersten Südwestspitze Englands. Klingt einfach? Ist es aber nicht, denn die volle Batterieladung des Fahrzeuges reicht mal so gerade 60 bis 70 Kilometer, dann müssen sich die Drei eine neue Möglichkeit suchen, die Batterien „aufzutanken“. Auch das ist nicht so leicht zu bewerkstelligen, da man das Elektrofahrzeug nicht an jede x-beliebige Steckdose anhängen kann. Es ist also immer wieder spannend wie sie diese speziellen Steckdosen auf dem Weg ausfindig machen. Glücklicherweise ist Pras ein Meister im Umgang mit Elektrizität, und so schafft er es immer wieder, manchmal unter Einsatz seines Lebens, The Mighty One auf mehr oder weniger legale Weise aufzuladen. Mehr als 15 Meilen pro Stunde schafft das Fahrzeug in der Regel nicht, es sei denn, es geht steil bergab, und so bilden sich auf den Straßen schnell Schlangen hinter dem Ex-Milchwagen.

Dan, Ian und Pras treffen auf ihrer ungewöhnlichen Reise überwiegend auf freundliche Menschen, die ihnen gern ihre Hilfe anbieten, und The Mighty One wird immer wieder bestaunt, denn diese Fahrzeuge sind heute immer seltener zu sehen. Das Exemplar mit dem die drei unternehmungslustigen Männer quer durch England fahren (hier ist ein Foto davon), wurde 1958 in der Morris Autofabrik in Cowley bei Oxford geboren, wiegt rund 1300 Kilogramm und hat weder Sitzgurte noch einen Geschwindigkeitsmesser, aber eine Ladefläche, auf der man zur Not auch einmal schlafen kann.

Bei der Lektüre des Buches lernt man so ganz nebenbei auch einiges über die Orte, durch die The Mighty One fährt bzw. Station macht. Übrigens ist eine dieser Stationen das Dörfchen Ewelme in Oxfordshire (ich berichtete in meinem Blog darüber), wo der Mann begraben liegt, nach dem der Buchtitel gestaltet wurde: Jerome K. Jerome, Verfasser von „Three Men in a Boat„.

Dan Kieran & Ian Vince: Three Men in a Float – Across England at 15 mph. John Murray 2009. 278 Seiten. ISBN 978-1-84854-105-6.

Ness Point in Lowestoft (Suffolk). Von hier aus startete The Mighty One in Richtung Land's End.   © Copyright Hamish Griffin and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ness Point in Lowestoft (Suffolk). Von hier aus startete The Mighty One in Richtung Land’s End.
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Und hier in Land's End in Cornwall war die Reise zu Ende.   © Copyright Steven Haslington and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Und hier in Land’s End in Cornwall war die Reise zu Ende.
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Published in: on 9. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

The World Coal Carrying Championships in Gawthorpe (West Yorkshire)

 

Startpunkt des Rennens: The Royal Oak.   © Copyright Betty Longbottom and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Startpunkt des Rennens: The Royal Oak.
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Gawthorpe ist ein Dorf in West Yorkshire zwischen Wakefield und Dewsbury gelegen, über das kaum etwas zu sagen wäre, gäbe es hier nicht alljährlich die Weltmeisterschaften in einer ganz speziellen Sportart, die es allerdings noch nicht geschafft hat, als olympische Disziplin anerkannt zu werden, das Kohlensacktragen. Die World Coal Carrying Championships finden jedes Jahr am Ostermontag statt und das schon seit 53 Jahren.

Worum geht es? Ein 50 Kilogramm schwerer Kohlensack (bei den Frauen sind es „nur“ 20 Kilogramm, bei den Kindern 10 Kilogramm) muss über eine Distanz von etwa einem Kilometer vom Royal Oak Pub in Ossett an der B6128 bis zum Maibaum auf dem Dorfplatz von Gawthorpe transportiert werden. Teilnehmen können sowohl Männer als auch Frauen, die Bedingungen sind aber für beide Geschlechter gleich. Der momentane Weltrekord liegt bei 4 Minuten und 6 Sekunden bei den Männern (gehalten von David Jones) und 4 Minuten und 25 Sekunden bei den Frauen (gehalten von Catherine Foley). Merkwürdig ist nur, dass der offizielle Sponsor zurzeit ein Beerdigungsinstitut ist. Gab es da in irgendeiner Form einen Hintergedanken? Das Rennen ist ja ziemlich anstrengend…

Zum ersten Mal fand der Wettlauf mit den Kohlensäcken 1963 statt, auf Grund einer Idee, die im Beehive Inn (das Gasthaus wurde 2006 abgerissen) bei einigen Gläsern Bier ausgebrütet wurde. Der Kohlenhändler Reggie Sedgewick und Amos Clapham, Präsident des Maypole Committee, gerieten sich darüber in die Haare, wer von ihnen beiden der fitteste wäre und was lag da näher, als diese Meinungsverschiedenheit mit Hilfe von Kohlensäcketragen aus der Welt zu schaffen (Gawthorpe liegt mitten in einer ehemaligen Kohleregion)?

Hier ist ein Film über die Austragung der Weltmeisterschaft in diesem Jahr.

Das Ziel: Der Maibaum in Gawthorpe.   © Copyright Humphrey Bolton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Ziel: Der Maibaum in Gawthorpe.
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Published in: on 8. September 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Das Leben im Norden Englands…im Spiegel der Rockmusik – Teil 3: The Fall und „Hit the North“

Blackpools Central Pier.   © Copyright Gerald England and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blackpools Central Pier.
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The Fall ist eine Band aus der Region Greater Manchester, die Mark E. Smith 1976 gründete. Smith wurde in Broughton, einem Vorort von Salford (Greater Manchester) geboren und wuchs nur ein paar Kilometer entfernt in Prestwich (Greater Manchester) auf. Er war also auch ein „Northerner“, der sich in den Docks von Salford seinen Lebensunterhalt verdiente, bevor er die Band The Fall zusammenstellte, die er nach dem Roman von Albert Camus („La Chute“) benannte, der 1956 erschienen war. Smith sah unendlich viele Bandmitglieder kommen und gehen; er selbst war die einzige Konstante in der Bandgeschichte. Der legendäre BBC-DJ John Peel (1939-2004) erkannte das Potential der jungen Männer und förderte ihre Karriere.

Mit ihrem Song „Hit the North“ aus dem Jahr 1987 kam die Band etwas aus ihrer Punk-Ecke heraus und wandte sich mehr dem Mainstream zu. Smiths amerikanische Frau Brix spielte auf der Aufnahme ebenfalls mit. Der Song hat einen mitreißenden, treibenden Rhythmus, der Text gibt mir aber einige Rätsel auf. Das Video vermittelt, im Gegensatz zu den beiden anderen, die ich in den letzten Tagen an dieser Stelle vorgestellt habe, eine eher positive, fröhliche Atmosphäre. Gedreht wurde es überwiegend in Blackpool; zu sehen sind u.a. die South Pier, die Central Pier und die Achterbahn The Big Dipper.

Hier ist das Video zu „Hit the North“.

Blackpool Nightlife wie in dem Video der Band The Fall zu sehen.   © Copyright Steven Haslington and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blackpool Nightlife wie in dem Video der Band The Fall zu sehen.
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Published in: on 7. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Meine Lieblings-Pubs: The Woolpack Inn in Brookland (Kent)

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Nachdem wir mittags den Kanaltunnel durchquert hatten, suchten wir einen Pub, um uns etwas zu stärken. Anhand unseres Pub-Guides entschieden wir uns für den „Woolpack Inn“ in Brookland (Kent) in der Romney Marsh an der A 259 zwischen Folkestone und Rye gelegen. Romney Marsh ist eine flache, zum Teil unter der Meereshöhe gelegene Marschlandschaft an der Kanalküste.

Der „Woolpack Inn“ ist ein Gebäude aus dem 15. Jahrhundert mit einem sogenannten „inglenook fireplace„, also einem großen begehbaren Kamin, und alten Eichenbalken unter der Decke. Früher war er eine Zuflucht für Schmuggler, die aus dem gegenüberliegenden Frankreich Schmuggelware ins Land holten. Es soll auch einen geheimen Tunnel geben, in dem die Schmuggler vor den Zollbeamten flohen.

Natürlich hat der „Woolpack Inn“ auch einen schönen Biergarten, in dem an schönen warmen Sommertagen gegrillt wird. Ich kenne ihn bisher nur an kalten Wintertagen, aber auch das hat seinen Reiz.

The Woolpack Inn
Beacon Lane
Brookland
Romney Marsh
Kent TN29 9TJ

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Eigenes Foro meines Pubprospekts.

Foto meines Pubprospekts.

Published in: on 6. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Leben im Norden Englands…im Spiegel der Rockmusik – Teil 2: The KLF und „It’s Grim Up North“

Die erste im Song genannte Stadt: Bolton (Greater Manchester) mit einem ehemaligen Fabrikgebäude,   © Copyright Chris Allen and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die erste im Song genannte Stadt: Bolton (Greater Manchester) mit einem ehemaligen Fabrikgebäude.
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„It’s Grim Up North“, das sagten gern die Bewohner des englischen Südens, wenn sie von ihren Landsleuten im Norden sprachen (manche sagen es wohl noch heute, vor allem die, die noch nie in den nördlichen Landesteilen waren). Schmutzige Städte, qualmende Schornsteine, Menschen, die ihren schweren, gesundheitsschädigenden Arbeiten nachgingen, so stellte man sich das vor und es stimmte eine Zeitlang ja wirklich.

The KLF griffen diesen Spruch 1991 in ihrem gleichnamigen Song auf, der von den beiden führenden Köpfen der Band, Bill Drummond und Jimmy Cauty, geschrieben wurde. Die exzentrische Band, die auch unter dem Namen The Justified Ancients of Mu Mu firmierte, war von 1987 bis 1992 aktiv und konnte ihre Single „It’s Grim Up North bis auf Platz 10 der britischen Charts lancieren. Das Besondere am Text ist, dass er nur aus einer Aufzählung nordenglischer Städtenamen besteht, beginnend mit Bolton, Barnsley, Nelson, Colne, Burnley. Das Musikvideo spiegelt die ganze Misere des Norden wieder: Strömender Regen, dichter Autoverkehr, und damit damit das alles noch düsterer wirkt, hat man das Musikvideo in Schwarzweiß aufgenommen. Trostlosigkeit pur! Aber, es gibt ein tröstliches Ende, nachdem die berühmte Hymne „Jerusalem“ im zweiten Teil des Songs eingespielt wird: „The North Will Rise Again“ heißt es im Abspann.

Hier ist das Video zu „It’s Grim Up North“ zu sehen, und wer sich für alle genannten Städtenamen interessiert, hier sind sie aufgelistet.

Barnsley in South Yorkshire, das an zweiter Stelle im KLF-Song genannt wird, und eine verlassene Industrieanlage.   © Copyright Chris Allen and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Barnsley in South Yorkshire, das an zweiter Stelle im KLF-Song genannt wird, und eine verlassene Industrieanlage.
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Published in: on 5. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Queuing oder die Kunst Schlange zu stehen

Schlange an einer Straßenbahnhaltestelle in Manchester.   © Copyright Gerald England and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Schlange an einer Straßenbahnhaltestelle in Manchester.
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Die Briten gelten als die Weltmeister des Schlangestehens. Schön in Reih und Glied wartet man an Bushaltestellen oder in Bäckereien oder in anderen Läden. Absolut verpönt ist es, wenn man sich nicht anstellt, sondern irgendwie versucht, sich an der Schlange vorbei einen Vorteil zu verschaffen. Der Schriftsteller George Mikes hat einmal gesagt „an Englishman, even if he is alone, forms an orderly queue of one„.

In Deutschland ist diese Kunst noch nicht zur Vollendung gebracht worden, da gibt es durchaus noch Luft nach oben (die Italiener sollen darin übrigens noch wesentlich schlechter als die Deutschen sein und viele Tricks kennen, sich an einer Schlange vorbeizumogeln).
In der Hauptpost meiner Stadt gab es früher sechs Schalter, an denen man sich nach freier Wahl anstellen konnte und fast immer stellte man sich dort an, wo es am längsten dauerte. Seitdem es dort nur noch eine Schlange gibt, die sich nach und nach auf die frei werdenden Schalter verteilt, läuft es deutlich besser.

In England gibt es einen Mann, der sich mit dem Thema Schlangestehen seit langem beschäftigt und dem es gelungen ist, durch „Queuing Management“ die Zeit in diesen Schlangen deutlich zu verkürzen. Terry Green aus Stratford-upon-Avon hat bereits 1981 mit seiner Firma Qmatic Methoden entwickelt, den Kundendurchfluss in Geschäften, Banken und Behörden deutlich zu beschleunigen. Statt vielen Schlangen gibt es nur noch eine und durch Aufrufe des jeweils nächsten freien Schalters bewegt sich die Schlange zügig vorwärts. Terry Greens aufgezeichnete Stimme ist auch landesweit zu hören, wenn es heißt „Cashier Number Three, Please„. Die Royal Mail gehörte zu den ersten, die Greens System mit Erfolg  einsetzte; es folgten große Unternehmen wie Boots, Marks & Spencer und die Lloyds Bank. Heute bietet die Firma Qmatic, für die Terry Green noch immer in beratender Funktion tätig ist, eine große Produktpalette, zu der neben den Kundenleitsystemen zum Beispiel auch Selbstbedienungsterminals gehören.
Mr Green hat seine Erfahrungen in zwei Büchern zusammengefasst: „You’re Next: How One Company Changed The Way We Shop“ (Marshall Cavendish 2010) und „Cashier Number Three Please!: Creating Fairer, Faster Service“ (Marshall Cavendish 2012). Hier ist der Mann, der sich bestens mit dem „queuing“ auskennt, in einem Film zu sehen.

Ein weiteres Buch, das sich mit dem Thema befasst, ist Joe Morans „Queuing For Beginners: The Story Of Daily Life From Breakfast To Bedtime“ (Profile Books 2008).

Bei manchen Gelegenheiten bricht aber selbst in England das geduldige Hintereinanderstehen komplett zusammen wie beispielsweise im Jahr 2005, als bei der Eröffnung einer neuen IKEA-Niederlassung so viele Menschen gleichzeitig in den Laden wollten (man spricht von 6000), dass es da sogar Verletzte gab. Wann immer ein neues Smartphone der Firma Apple auf den Markt kommt, bilden sich überall in der Welt lange Schlangen, die Hunderte von Metern lang sein können wie in diesem Film aus Birmingham zu sehen ist.

Eine dänische Studie hat herausgefunden, dass man die Problematik des Schlangestehens in den Griff bekommen könnte, wenn man die Leute, die am Ende stehen, zuerst bedienen würde…aber ob das wohl klappen würde?

Menschenschlange, die zu einer Ausstellung des Graffiti-Künstlers Banksy in Bristol ansteht.   © Copyright Nigel Mykura and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Menschenschlange, die zu einer Ausstellung des Graffiti-Künstlers Banksy in Bristol ansteht.
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Published in: on 4. September 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Das Leben im Norden Englands…im Spiegel der Rockmusik – Teil 1: The Dream Academy und „Life in a Northern Town“

Hebden Bridge in West Yorkshire.   © Copyright Peter McDermott and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hebden Bridge in West Yorkshire.
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In England gibt es ein ziemlich starkes Gefälle zwischen dem Norden und dem Süden. Der Norden des Landes war lange Zeit durch schmutzige Industrien und Bergbau geprägt, die Bevölkerung war überwiegend arm, während der Süden wesentlich wohlhabender war und die Metropole London als Finanzzentrum auf die Home Counties ausstrahlte, in denen sich die gut verdienenden Londoner nach und nach ansiedelten. Die Northerners waren/sind auf die Londoner nicht so gut zu sprechen und die Southerners sehen gern ein wenig von oben herab auf ihre ärmeren Landsleute in den nördlichen Grafschaften herab.

Ich habe einmal drei Rocksongs herausgesucht, in denen „The North“ im Mittelpunkt steht und beginne im ersten Teil mit dem Titel „Life in a Northern Town“ der Band The Dream Academy, die von 1983 bis 1991 bestand. Sie widmete diesen Song dem Sänger und Komponisten Nick Drake, der 1974 im Alter von 26 Jahren an einer Überdosis Drogen starb. Es ist ein recht düsteres Lied zu dem es zwei Musikvideos gibt, die beide im Norden aufgenommen wurden. Die Version 1 (hier zu sehen) nahm The Dream Academy in Hebden Bridge in West Yorkshire auf, einer Stadt, die einen Wandel durchgemacht hat. Erst war der Ort im 19. Jahrhundert von der Textilindustrie geprägt, seit den 1970er Jahren fühlten sich zahlreiche Künstler, New Age-Verfechter und Anhänger alternativer Lebensstile zu der Stadt hingezogen und später entwickelte sich Hebden Bridge zu einer Schlafstadt für viele Menschen, die in den benachbarten Großstädten arbeiteten.

Die Version 2 des Musikvideos „Life in a Northern Town“ (hier zu sehen) drehte die Band hauptsächlich in der Region Newcastle upon Tyne, wobei auch Aufnahmen von einem Industriegebiet in Pennsylvania in den USA zu sehen sind.

Newcastle upon Tyne im Nordosten Englands.   © Copyright Oliver Mills and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Newcastle upon Tyne im Nordosten Englands.
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Published in: on 3. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Devotionalien aus Inspector Barnabys Midsomer County

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Zu der TV-Krimiserie „Inspector Barnaby„, die in dem fiktiven Midsomer County spielt, gibt es neben den DVDs mit sämtlichen  Episoden aller Staffeln noch so allerhand andere Artikel auf dem Markt, die einen echten Fan vielleicht interessieren könnten. Die Bücher zur Fernsehserie habe ich in meinem Blog bereits vorgestellt; die Filmmusik von Jim Parker gibt/gab es auf einigen wenigen CDs, zum Beispiel auf „The Best of Midsomer Murders“ aus dem Jahr 2002 oder „Inspector Barnaby – Soundtrack“ mit 27 Originalaufnahmen aus der Serie (2010). 2015 erschien „Midsomer Murders – Original Television Soundtrack“ mit 16 Titeln aus den Episoden 101 bis 104, darunter auch die Titelmelodie mit Celia Sheens Theremin (die man sich u.a. hier herunterladen kann). Einen Klingelton für das Handy mit der Titelmelodie gibt es natürlich auch.

Wer sich die Krimireihe gern bei einer Tasse Kaffee oder Tee ansieht, muss unbedingt den dazu passenden Porzellanbecher mit der Aufschrift „Keep Calm and Watch Midsomer Murders“ haben, hergestellt von der Chalkhill Printing Company. Und dieser Becher sollte auf dem „Welcome to Midsomer…for a slower pace of life“-Tea Tray stehen.

Ein Brettspiel namens „Cluedo Midsomer Murders“ ist auf dem Markt, in dem man den mysteriösen Tod von Elizabeth Jones in Badger’s Drift aufklären bzw. der Kriminalpolizei von Causton unter die Arme greifen muss.

Für Smartphones stehen mehrere Handyhüllen zur Verfügung mit der Aufschrift „Welcome To Midsomer  – Please Drive Slowly“, für das Samsung Galaxy S5 und das iPhone 5C.

Midsomer T-Shirts gibt es mit unterschiedlichen Aufschriften, so zum Beispiel „Welcome to Midsomer – Please Drive Slowly„, „Midsomer Constabulary„, „Midsomer Survivor“ und für alle Männer, die sich ein wenig in Dr Kate Wilding, die Gerichtsmedizinerin, verliebt haben, dieses schöne Exemplar. Ich habe mir ein T-Shirt der Midsomer Murders Society zugelegt wie oben auf dem Foto zu sehen ist.

Die Firma Lilliput Lane, die durch ihre hübschen kleinen Cottages bekannt geworden ist, die man zu einem „Chocolate Box Village“ zusammenstellen kann, hat in ihrer Produktpalette ein Gebäude aus einem Dorf in Buckinghamshire, in dem mehrere „Midsomer Murders“-Folgen gedreht worden sind: St John the Baptist in Little Missenden. Ein Hochzeitspaar steht vor der Tür, das aber nicht Cully Barnaby und ihre Mann Simon darstellt, denn die wurden in St Mary’s in Denham (Buckinghamshire) getraut.

Dieser Aufkleber ziert das Heckfenster meines Autos. Eigenes Foto.

Dieser Aufkleber ziert das Heckfenster meines Autos.
Eigenes Foto.

 

Published in: on 2. September 2016 at 02:00  Comments (6)  

Shed of the Year Awards – Auf der Suche nach Großbritanniens schönsten Schuppen

The ‘West Wing’ from Berkshire winner of the Cuprinol Shed of the Year competition 2016. With friendly permission of

West Wing – Shed of the Year 2016 und sein Erbauer Kevin Herbert.
With friendly permission of Andrew Wilcox from Readersheds.co.uk

Viele haben in ihren Gärten Schuppen stehen, in denen in der Regel Gartengeräte abgestellt sind. Das sind meist einfache kleine Holzhäuschen, die in irgendeiner Ecke untergebracht sind und nicht besonders spektakulär aussehen. Es gibt aber auch Menschen, die aus ihren Schuppen etwas ganz Spezielles gemacht haben, was sie aus der Masse der normalen Gartenhäuschen deutlich hervorhebt.

Der britische TV-Sender Channel 4 beschäftigt sich in seiner Reihe „Amazing Spaces: Shed of the Year“ mit diesen exotischen Schuppen und das schon in diesem Jahr mit der dritten Staffel. Der Höhepunkt der Serie ist jeweils die Vergabe des Preises „Shed of the Year Award„. In der Jury, die über den schönsten Schuppen entscheidet, sitzen George Clarke, der Moderator der Sendung, das Amazing Spaces Team mit William Hardie, Laura Clark und Max McMurdo, und der Initiator des Wettbewerbs Uncle Wilco alias Andrew Wilcox, der eine eigene Website und einen Blog zum Thema betreibt: „Readersheds.co.uk„.

Es gibt Unterkategorien wie „Workshop/Studio“, „Eco“, „Historical“, „Unique“ und noch einige mehr, aber jedes Jahr gibt es nur einen Hauptpreis, der im Jahr 2016 an Kevin Herbert aus Berkshire vergeben wurde. West Wing heißt sein Gartenhaus, das zu 90% aus Recyclingmaterial besteht und besonders umweltfreundlich ist. Aus nahezu 3000 Wettbewerbsteilnehmern hat es Kevin Herbert geschafft, die Jury davon zu überzeugen, dass sein West Wing etwas ganz besonderes ist. Das Dach besteht aus Gras und Wildblumen, im Loft findet sich  ein Bett und ein „secret bookcase“ ist auch im West Wing untergebracht. Acht Jahre lang hat der stolze Preisträger an seinem Häuschen gearbeitet, und seine Mühe ist belohnt worden.

Kevins Vorgänger, der den Shed of the Year Award 2015 gewonnen hat, war Walter Micklethwait aus Aviemore in Schottland, dessen Inshriach Distillery auch sehr gut in die Zeit des Wilden Westens gepasst hätte.

Einer meiner persönlichen Favoriten ist der Shed of the Year 2012 in der Kategorie „Cabin/Summerhouse“: Das Colne Valley Postal History Museum in Halstead (Essex). Darin hat sich Steve Knight sein eigenes kleines Museum eingerichtet, in dem jede Menge Briefkästen, Briefmarkenautomaten und andere Gegenstände aus dem ehemaligen Besitz der Royal Mail zur Schau gestellt werden. Am Samstag, dem 10. September, ist wieder ein Public Open Day. Die Adresse: 109 Head Street in Halstead.

Wer sich für kuriose britische Schuppen interessiert, der sollte unbedingt die oben bereits genannten Webseiten von Readersheds.co.uk aufrufen, dort findet man zahlreiche Beispiele für den Ideenreichtum der britischen „sheddies“.

Hier ist eine Folge der ersten Staffel der Channel 4-Serie zu sehen.

Ludlow in Shropshire und sein Food Festival

   © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Ludlow ist eine wirklich sehenswerte Kleinstadt. Ich erwähnte sie in meinem Blog schon einmal, als ich das Feathers Hotel vorstellte, eines der schönsten Gebäude dort.
Ludlow steht in dem Ruf, einer wichtigsten Orte für Feinschmecker im ganzen Land zu sein. Hier gibt es ausgezeichnete Restaurants, und das Essen und Trinken ist für die Bewohner sehr wichtig. So schloss sich Ludlow als erste englische Stadt der Cittaslow-Bewegung an (vielleicht sollte man Ludlow in Ludslow umtaufen), die genussvolles, bewusstes und regionales Essen propagiert.

In den letzten beiden Jahren gab es, was die Restaurantszene Ludlows betrifft, einige gravierende Veränderungen, leider zum Negativen.
Mr. Underhill’s Restaurant konnte sich schon seit vielen Jahren eines Michelin-Sterns rühmen und war über 30 Jahre in Ludlow ansässig. Jetzt ist das Restaurant schon seit geraumer Zeit geschlossen und seine Zukunft ist noch unklar.
La Bécasse war ebenfalls ein herausragendes Restaurant in der Stadt und stand auf der Liste der 100 besten in England, die die Sunday Times erstellt hatte, weit oben. 2013 musste der Inhaber Insolvenz anmelden, und auch den neuen Besitzern ging es so. Anfang 2015 war Schluss mit der Bécasse.

Jedes Jahr findet in der Stadt in Shropshire das Ludlow Food Festival statt (in diesem Jahr vom 9. bis zum 11. September), bei dem über 150 lokale und regionale Nahrungsmittelproduzenten ihre Produkte vorstellen. Zu Füßen des Ludlow Castles und auch im Inneren der Burg, sind dann jede Menge Stände aufgebaut, an denen man alle Waren probieren kann.
Auch in diesem Jahr wird es wieder den Ludlow Sausage Trail geben, bei dem die örtlichen „family butcher“ aufgesucht werden können, die dann spezielle Wurstsorten anbieten.
Viele namhafte Köche aus dem ganzen Land finden sich regelmäßig zum Food Festival in Ludlow ein. In diesem Jahr ist u.a. Adam Johnson von Raymond Blancs „Le Manoir aux Quat‘ Saisons“ dabei.

Ludlow verfügt natürlich auch über eine eigene Brauerei, die Ludlow Brewing Company (hier ist ein Film über die Brauerei), die Biere mit den merkwürdigen Namen Black Knight, Boiling Well und Stairway herstellt.

Das wirklich beeindruckende Programm des Food Festivals 2016 ist hier einzusehen.

Ein Besuch in Ludlow, das von John Betjeman als „the perfect historic town“ bezeichnet wurde, lohnt sich immer und man sollte möglichst über Nacht hier bleiben, denn im Dunkeln entwickelt die Stadt eine ganz besondere Atmosphäre.

Hier ist ein ausführlicher Filmbericht über das Food Festival 2013.

Ludlow Marches Food and Drink Festival
Unit 12, The Business Quarter
Eco Park Road
Ludlow
Shropshire
SY8 1FD

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Auf dem Sausage Trail in Ludlow.   © Copyright Jeremy Bolwell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 31. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Time Machine Museum of Science Fiction in Bromyard in Herefordshire

   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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An der A44 zwischen Worcester und Leominster in der Grafschaft Herefordshire liegt die kleine Marktstadt Bromyard, in der man ein außergewöhnliches Museum findet, das zu einer Pilgerstätte für Dr Who-Fans geworden ist. „Dr Who“ ist eine Science Fiction-Fernsehserie in Großbritannien, die schon seit Jahrzehnten Kultstatus erreicht hat. 1963 lief die erste Folge „vom Band“ und wird noch heute ausgestrahlt, zurzeit mit Peter Capaldi in der Titelrolle. In Deutschland hat die SF-Serie nie Fuß gefasst; ein halbes Dutzend Sender versuchten sich daran, aber ohne großen Erfolg. Seit einiger Zeit kann man frühere Folgen auf Einsfestival sehen.

Diesem Dr Who und anderen Fantasy-Gestalten ist das Time Machine Museum of Science Fiction in Bromyard gewidmet. Red Dwarf, Star Trek und Star Wars sind weitere SF-Serien und -Filme, die in dem Museum eine Rolle spielen. Die Museumsbetreiber haben eine Fülle von Kostümen und Requisiten zusammengetragen, die bei der Produktion der Filme verwendet wurden. Wie heute in vielen Museen üblich, kann man auch hier auf zahlreiche Knöpfe drücken und dadurch Licht- und Geräuscheffekte hervorrufen. Das Time Machine Museum of Science Fiction sieht von außen recht klein aus, im Inneren wird man aber durch viele Räume geleitet und es erweist sich als wesentlich größer als vermutet. Jeder Raum ist voll mit Erinnerungsstücken und man hat sich hier sehr viel Mühe gemacht, damit alle Science Fiction-Fans voll auf ihre Kosten kommen. Das Museum steht mitten in der Innenstadt von Bromyard und ist im Juli und August täglich geöffnet, sonst in den anderen Monaten immer samstags und sonntags von 10.30 Uhr bis 16 Uhr. Der Eintritt beträgt £8 für Erwachsene und £6 für Kinder.
Wem der Weg nach Bromyard zu weit ist, der kann sich mit diesem ausführlichen Film einen Eindruck von dem Museum verschaffen.

Time Machine Museum of Science Fiction
12 The Square
Bromyard
Herefordshire, HR7 4BP

Published in: on 30. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Uncle Tom Cobley und ein armes geschundenes Pferd – Motiv für zwei Pubschilder in Devon

The Old Inn in Widecombe-in-the-Moor (Devon).   © Copyright Maigheach-gheal and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Old Inn in Widecombe-in-the-Moor (Devon).
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Tom Pearce, Tom Pearce, lend me your grey mare.
All along, down along, out along lea.
For I want for to go to Widecombe Fair,
With Bill Brewer, Jan Stewer, Peter Gurney,
Peter Davy, Dan’l Whiddon, Harry Hawke,
Old Uncle Tom Cobley and all,
Old Uncle Tom Cobley and all.

So lautet die erste Strophe des Liedes „Widecombe Fair„, das davon handelt, dass sich einige Männer das alte Pferd von Tom Pearce ausleihen, um damit nach Widecombe-in-the-Moor im Dartmoor zu reiten, wo gerade wieder der berühmte Markt stattfindet. Leider bekommt Tom Pearce sein Pferd nicht wieder zurück, denn es überstand die Strapazen des Rittes nicht, kein Wunder, wenn so viele Männer gleichzeitig auf dem Tier unterwegs waren.

Einer dieser Männer war Old Uncle Tom Cobley, dessen Name noch heute durch die Redewendung „Uncle Tom Cobley and all“ bekannt ist, was in etwa mit „…und jede Menge Leute“  oder „…und die ganze Sippschaft“ zu übersetzen ist.

Diese Szene des Rittes der Männer um Tom Cobley nach Widecombe ist auf zwei Pubschildern wiedergegeben. Eines davon findet sich in Widecombe-in-the-Moor in Devon selbst und zwar am The Old Inn mitten im Ortszentrum am Village Green. Das Schild zeigt die sieben Männer auf dem bemitleidenswerten Pferd bei ihrer Ankunft in Widecombe. Ich könnte mir denken, dass der erste Weg die Sieben in The Old Inn geführt hat, wo sie einige Pints vernichtet haben, bevor sie sich den Amüsements der Fair widmeten.

Ein ähnliches Pubschild ist an der Tom Cobley Tavern in Spreyton, ebenfalls in Devon, angebracht. Auf diesem Bild sitzen nur vier Männer auf der „grey mare“, drei laufen nebenher. Trotzdem sieht das arme Tier sehr geschunden aus. In Spreyton am nördlichen Rand des Dartmoors soll sich auch das Grab Tom Copleys befinden, der 1794 starb.

Es gab noch einen weiteren Pub, der Tom Copley gewidmet war und der in der Foxhole Road in Paignton (Devon) stand; leider existiert dieser Gasthof nicht mehr, man hat daraus einen Coop-Supermarkt gemacht. Wie schade!!

Hier ist das Lied „Widecombe Fair“ zu hören.

The Tom Cobley Tavern in Spreyton (Devon).   © Copyright Robin Lucas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 29. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Gawthorpe Hall bei Padiham in Lancashire und Charlotte Brontë

   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Wenn man sich die Gawthorpe Hall bei Padiham in Lancashire im hohen Norden Englands ansieht, erinnert das Haus sofort an das Highclere Castle in Hampshire, dort, wo die TV-Serie „Downton Abbey“ gedreht wurde, nur ist es etwas kleiner. Bei beiden hatte der Archtitekt des Londoner Parlamentsgebäudes, Sir Charles Barry, seine Hände im Spiel. In den 1850er Jahre wurde Barry von den Besitzern von Gawthorpe Hall damit beauftragt, umfangreiche Änderungen sowohl im Inneren als auch am Äußeren vorzunehmen wie u.a. die Erhöhung des Turmes auf dem Dach, an dem das Motto der Shuttleworth-Familie, die das Haus mehrere Jahrhunderte lang bewohnte, zu lesen ist: „Prudentia et Justicia“ (Vorsicht und Gerechtigkeit). Rachel Kay-Shuttleworth war die letzte Besitzerin von Gawthorpe Hall, nach deren Tod das Haus 1970 dem National Trust übertragen wurde. Dieser Film zeigt das Haus von der Luft aus.

Sir James Kay-Shuttleworth und seine Frau Janet wohnten Mitte des 19. Jahrhunderts auf diesem Anwesen an den Ufern des River Calder. Sir James war ein Philantrop mit einem ausgepägten Interesse an Literatur, und so weilte auf seinen Wunsch hin eine junge Frau, die unter dem Namen Currer Bell Romane verfasste, zweimal auf Gawthorpe Hall. Currer Bell war das Pseudonym von Charlotte Brontë, die nur wenige Kilometer entfernt, jenseits des Moores, in Haworth in Yorkshire wohnte.
1850 und 1855 war Charlotte zu Gast in diesem beeindruckenden Haus und so recht warm wurde sie mit Sir James und Janet eigentlich nicht, obwohl sie sich sehr um sie kümmerten. Bei einem Besuch im Lake District machten die beiden sie mit der Schriftstellerin Elizabeth Gaskell bekannt, die zu einer Freundin Charlottes werden sollte. Elizabeth Gaskell, oft nur Mrs Gaskell genannt, war die spätere Biografin der Pfarrerstochter aus Haworth („The Life of Charlotte Brontë“, dt. „Das Leben der Charlotte Brontë“).

Bei ihrem zweiten Besuch auf Gawthorpe Hall im Januar 1855 machte Charlotte, trotz der kalten Witterung, einen ausgedehnten Spaziergang auf dem Gelände und zog sich dabei eine schwere Erkältung zu, von der sie sich nicht mehr erholen sollte. Wenige Wochen später, am 31. März, starb sie kurz vor ihrem 39.Geburtstag in Haworth. Als Todesursache wurde Tuberkulose angegeben, die vielleicht durch die Erkältung noch verstärkt worden war. Andere waren der Meinung, dass Charlotte auf Grund von Problemen mit ihrer Schwangerschaft zu Tode kam.

Gawthorpe Hall wurde in diesem Jahr am 20. April wieder für den Publikumsverkehr freigegeben, nachdem erforderliche, umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt worden waren. Hier ist ein Film darüber.

Bis zum 30. Oktober ist, anlässlich des 200. Todestages von Charlotte Brontë in diesem Jahr, eine Ausstellung in Gawthorpe Hall zu sehen, die den Titel „Literary Lions“ trägt und die Erinnerungsstücke der Schriftstellerin zeigt, einige davon vom Brontë Parsonage Museum in Haworth ausgeliehen.

Selbstverständlich ist Gawthorpe Hall nicht von Geistern und Spukerscheinungen verschont geblieben, und so fand sich das Team der TV-Sendung „Most Haunted“ auch hier an und verbrachte eine ungemütliche Nacht in dem alten Gemäuer; hier ist die Episode zu sehen.

Gawthorpe Hall
Burnley Road
Padiham
Burnley BB12 8UA

   © Copyright Adie Jackson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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„Doctor Thorne“ – Die neue TV-Serie des „Downton Abbey“-Erfinders Julian Fellowes

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Man war gespannt, was der „Vater“ der weltweit erfolgreichen TV-Serie „Downton Abbey“, Julian Fellowes, wohl als nächstes Projekt in Angriff nehmen würde. Die Antwort heißt „Doctor Thorne„, nach dem gleichnamigen Roman des viktorianischen Schriftstellers Anthony Trollope (1815-1882). Das Buch ist Teil der sogenannten „Barchester Chronicles“ und erschien 1858. Die deutsche Übersetzung hatte den gleichen Titel und wurde erstmals vom Manesse-Verlag 1954 veröffentlicht, ein umfangreiches Werk von 774 Seiten.

Julian Fellowes adaptierte Trollopes Werk für das Fernsehen und es wurde vom 6. bis zum 20. März von ITV als Dreiteiler gesendet; die Serie ist bereits auf DVD erhältlich. Ob Julian Fellowes sich mit dieser einen Staffel begnügt, ist noch offen; Stoff genug bieten die anderen Romane der „Barchester Chronicles“.

Die Hauptrolle, Doctor Thorne, spielt Tom Hollander, den man aus zahlreichen TV-Serien und Spielfilmen kennt, darunter Julian Fellowes‘ „Gosford Park“.
Seine Nichte Mary Thorne spielt Stefanie Martini, eine Neuentdeckung, die vorher ein Gastspiel in einer Folge der Serie „Endeavour“ gegeben hatte und als nächstes in einer weiteren Serie, „Emerald City“, zu sehen sein wird.
Zwei aus Inspector Barnabys „Midsomer Murders“ bekannte Schauspielerinnen sind in „Doctor Thorne“ auch zu sehen: Phoebe Nicholls, die die Countess de Courcy verkörpert. Sie war in „Midsomer Murders“-Episode 27 „A Tale of Two Hamlets“ (dt. „Das Haus des Satans“) die Laura Smythe-Webster.
Rebecca Front ist in Julian Fellowes‘ Serie die Lady Arabella Gresham und spielte in Midsomer Murders“-Episode 97 „Let Us Prey“ (dt. „Da hilft nur beten“) Reverend Martha Hillcott.

Gedreht wurde an mehreren Orten, darunter West Wycombe Park in Buckinghamshire, dort wo im 18. Jahrhundert der ominöse Gründer des Hellfire Clubs, Sir Francis Dashwood, wohnte und das heute dem National Trust gehört. In „Doctor Thorne“ fungiert das Haus als Greshamsbury Park.

Ein weiteres Herrenhaus des National Trusts wurde ebenfalls für die Innenaufnahmen des Greshamsbury Parks genutzt: Osterley Park, in Isleworth im Westen Londons gelegen. Dieses Haus wurde für den Bankier Sir Thomas Gresham im 16. Jahrhundert gebaut (die Familie Gresham spielt eines wesentliche Rolle in der Serie „Doctor Thorne“; ist die Namensgleichheit wohl Zufall?).

Seit 2002 gehört Tyntesfield House ebenfalls zum National Trust. Es liegt bei der Ortschaft Wraxall im Norden der Grafschaft Somerset. Das im neugotischen Stil für den Geschäftsmann William Gibbs Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute Haus dient in der Serie für die Außenaufnahmen von Boxall Hill, in dem Roger Scatcherd wohnt.

Hier ist der Trailer zu Julian Fellowes‘ TV-Serie zu sehen.

West Wycombe House in Buckinghamshire.    © Copyright Jurek and Trish  Sienkiewicz and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Osterley Park House im Westen Londons.   © Copyright Thomas Nugent and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Osterley Park House im Westen Londons.
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Tyntesfield House in Somerset.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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   © Copyright Philip Halling and
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