Shed of the Year Awards – Auf der Suche nach Großbritanniens schönsten Schuppen

The ‘West Wing’ from Berkshire winner of the Cuprinol Shed of the Year competition 2016. With friendly permission of

West Wing – Shed of the Year 2016 und sein Erbauer Kevin Herbert.
With friendly permission of Andrew Wilcox from Readersheds.co.uk

Viele haben in ihren Gärten Schuppen stehen, in denen in der Regel Gartengeräte abgestellt sind. Das sind meist einfache kleine Holzhäuschen, die in irgendeiner Ecke untergebracht sind und nicht besonders spektakulär aussehen. Es gibt aber auch Menschen, die aus ihren Schuppen etwas ganz Spezielles gemacht haben, was sie aus der Masse der normalen Gartenhäuschen deutlich hervorhebt.

Der britische TV-Sender Channel 4 beschäftigt sich in seiner Reihe „Amazing Spaces: Shed of the Year“ mit diesen exotischen Schuppen und das schon in diesem Jahr mit der dritten Staffel. Der Höhepunkt der Serie ist jeweils die Vergabe des Preises „Shed of the Year Award„. In der Jury, die über den schönsten Schuppen entscheidet, sitzen George Clarke, der Moderator der Sendung, das Amazing Spaces Team mit William Hardie, Laura Clark und Max McMurdo, und der Initiator des Wettbewerbs Uncle Wilco alias Andrew Wilcox, der eine eigene Website und einen Blog zum Thema betreibt: „Readersheds.co.uk„.

Es gibt Unterkategorien wie „Workshop/Studio“, „Eco“, „Historical“, „Unique“ und noch einige mehr, aber jedes Jahr gibt es nur einen Hauptpreis, der im Jahr 2016 an Kevin Herbert aus Berkshire vergeben wurde. West Wing heißt sein Gartenhaus, das zu 90% aus Recyclingmaterial besteht und besonders umweltfreundlich ist. Aus nahezu 3000 Wettbewerbsteilnehmern hat es Kevin Herbert geschafft, die Jury davon zu überzeugen, dass sein West Wing etwas ganz besonderes ist. Das Dach besteht aus Gras und Wildblumen, im Loft findet sich  ein Bett und ein „secret bookcase“ ist auch im West Wing untergebracht. Acht Jahre lang hat der stolze Preisträger an seinem Häuschen gearbeitet, und seine Mühe ist belohnt worden.

Kevins Vorgänger, der den Shed of the Year Award 2015 gewonnen hat, war Walter Micklethwait aus Aviemore in Schottland, dessen Inshriach Distillery auch sehr gut in die Zeit des Wilden Westens gepasst hätte.

Einer meiner persönlichen Favoriten ist der Shed of the Year 2012 in der Kategorie „Cabin/Summerhouse“: Das Colne Valley Postal History Museum in Halstead (Essex). Darin hat sich Steve Knight sein eigenes kleines Museum eingerichtet, in dem jede Menge Briefkästen, Briefmarkenautomaten und andere Gegenstände aus dem ehemaligen Besitz der Royal Mail zur Schau gestellt werden. Am Samstag, dem 10. September, ist wieder ein Public Open Day. Die Adresse: 109 Head Street in Halstead.

Wer sich für kuriose britische Schuppen interessiert, der sollte unbedingt die oben bereits genannten Webseiten von Readersheds.co.uk aufrufen, dort findet man zahlreiche Beispiele für den Ideenreichtum der britischen „sheddies“.

Hier ist eine Folge der ersten Staffel der Channel 4-Serie zu sehen.

Ludlow in Shropshire und sein Food Festival

   © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Ludlow ist eine wirklich sehenswerte Kleinstadt. Ich erwähnte sie in meinem Blog schon einmal, als ich das Feathers Hotel vorstellte, eines der schönsten Gebäude dort.
Ludlow steht in dem Ruf, einer wichtigsten Orte für Feinschmecker im ganzen Land zu sein. Hier gibt es ausgezeichnete Restaurants, und das Essen und Trinken ist für die Bewohner sehr wichtig. So schloss sich Ludlow als erste englische Stadt der Cittaslow-Bewegung an (vielleicht sollte man Ludlow in Ludslow umtaufen), die genussvolles, bewusstes und regionales Essen propagiert.

In den letzten beiden Jahren gab es, was die Restaurantszene Ludlows betrifft, einige gravierende Veränderungen, leider zum Negativen.
Mr. Underhill’s Restaurant konnte sich schon seit vielen Jahren eines Michelin-Sterns rühmen und war über 30 Jahre in Ludlow ansässig. Jetzt ist das Restaurant schon seit geraumer Zeit geschlossen und seine Zukunft ist noch unklar.
La Bécasse war ebenfalls ein herausragendes Restaurant in der Stadt und stand auf der Liste der 100 besten in England, die die Sunday Times erstellt hatte, weit oben. 2013 musste der Inhaber Insolvenz anmelden, und auch den neuen Besitzern ging es so. Anfang 2015 war Schluss mit der Bécasse.

Jedes Jahr findet in der Stadt in Shropshire das Ludlow Food Festival statt (in diesem Jahr vom 9. bis zum 11. September), bei dem über 150 lokale und regionale Nahrungsmittelproduzenten ihre Produkte vorstellen. Zu Füßen des Ludlow Castles und auch im Inneren der Burg, sind dann jede Menge Stände aufgebaut, an denen man alle Waren probieren kann.
Auch in diesem Jahr wird es wieder den Ludlow Sausage Trail geben, bei dem die örtlichen „family butcher“ aufgesucht werden können, die dann spezielle Wurstsorten anbieten.
Viele namhafte Köche aus dem ganzen Land finden sich regelmäßig zum Food Festival in Ludlow ein. In diesem Jahr ist u.a. Adam Johnson von Raymond Blancs „Le Manoir aux Quat‘ Saisons“ dabei.

Ludlow verfügt natürlich auch über eine eigene Brauerei, die Ludlow Brewing Company (hier ist ein Film über die Brauerei), die Biere mit den merkwürdigen Namen Black Knight, Boiling Well und Stairway herstellt.

Das wirklich beeindruckende Programm des Food Festivals 2016 ist hier einzusehen.

Ein Besuch in Ludlow, das von John Betjeman als „the perfect historic town“ bezeichnet wurde, lohnt sich immer und man sollte möglichst über Nacht hier bleiben, denn im Dunkeln entwickelt die Stadt eine ganz besondere Atmosphäre.

Hier ist ein ausführlicher Filmbericht über das Food Festival 2013.

Ludlow Marches Food and Drink Festival
Unit 12, The Business Quarter
Eco Park Road
Ludlow
Shropshire
SY8 1FD

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Auf dem Sausage Trail in Ludlow.   © Copyright Jeremy Bolwell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 31. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Time Machine Museum of Science Fiction in Bromyard in Herefordshire

   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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An der A44 zwischen Worcester und Leominster in der Grafschaft Herefordshire liegt die kleine Marktstadt Bromyard, in der man ein außergewöhnliches Museum findet, das zu einer Pilgerstätte für Dr Who-Fans geworden ist. „Dr Who“ ist eine Science Fiction-Fernsehserie in Großbritannien, die schon seit Jahrzehnten Kultstatus erreicht hat. 1963 lief die erste Folge „vom Band“ und wird noch heute ausgestrahlt, zurzeit mit Peter Capaldi in der Titelrolle. In Deutschland hat die SF-Serie nie Fuß gefasst; ein halbes Dutzend Sender versuchten sich daran, aber ohne großen Erfolg. Seit einiger Zeit kann man frühere Folgen auf Einsfestival sehen.

Diesem Dr Who und anderen Fantasy-Gestalten ist das Time Machine Museum of Science Fiction in Bromyard gewidmet. Red Dwarf, Star Trek und Star Wars sind weitere SF-Serien und -Filme, die in dem Museum eine Rolle spielen. Die Museumsbetreiber haben eine Fülle von Kostümen und Requisiten zusammengetragen, die bei der Produktion der Filme verwendet wurden. Wie heute in vielen Museen üblich, kann man auch hier auf zahlreiche Knöpfe drücken und dadurch Licht- und Geräuscheffekte hervorrufen. Das Time Machine Museum of Science Fiction sieht von außen recht klein aus, im Inneren wird man aber durch viele Räume geleitet und es erweist sich als wesentlich größer als vermutet. Jeder Raum ist voll mit Erinnerungsstücken und man hat sich hier sehr viel Mühe gemacht, damit alle Science Fiction-Fans voll auf ihre Kosten kommen. Das Museum steht mitten in der Innenstadt von Bromyard und ist im Juli und August täglich geöffnet, sonst in den anderen Monaten immer samstags und sonntags von 10.30 Uhr bis 16 Uhr. Der Eintritt beträgt £8 für Erwachsene und £6 für Kinder.
Wem der Weg nach Bromyard zu weit ist, der kann sich mit diesem ausführlichen Film einen Eindruck von dem Museum verschaffen.

Time Machine Museum of Science Fiction
12 The Square
Bromyard
Herefordshire, HR7 4BP

Published in: on 30. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Uncle Tom Cobley und ein armes geschundenes Pferd – Motiv für zwei Pubschilder in Devon

The Old Inn in Widecombe-in-the-Moor (Devon).   © Copyright Maigheach-gheal and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Old Inn in Widecombe-in-the-Moor (Devon).
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Tom Pearce, Tom Pearce, lend me your grey mare.
All along, down along, out along lea.
For I want for to go to Widecombe Fair,
With Bill Brewer, Jan Stewer, Peter Gurney,
Peter Davy, Dan’l Whiddon, Harry Hawke,
Old Uncle Tom Cobley and all,
Old Uncle Tom Cobley and all.

So lautet die erste Strophe des Liedes „Widecombe Fair„, das davon handelt, dass sich einige Männer das alte Pferd von Tom Pearce ausleihen, um damit nach Widecombe-in-the-Moor im Dartmoor zu reiten, wo gerade wieder der berühmte Markt stattfindet. Leider bekommt Tom Pearce sein Pferd nicht wieder zurück, denn es überstand die Strapazen des Rittes nicht, kein Wunder, wenn so viele Männer gleichzeitig auf dem Tier unterwegs waren.

Einer dieser Männer war Old Uncle Tom Cobley, dessen Name noch heute durch die Redewendung „Uncle Tom Cobley and all“ bekannt ist, was in etwa mit „…und jede Menge Leute“  oder „…und die ganze Sippschaft“ zu übersetzen ist.

Diese Szene des Rittes der Männer um Tom Cobley nach Widecombe ist auf zwei Pubschildern wiedergegeben. Eines davon findet sich in Widecombe-in-the-Moor in Devon selbst und zwar am The Old Inn mitten im Ortszentrum am Village Green. Das Schild zeigt die sieben Männer auf dem bemitleidenswerten Pferd bei ihrer Ankunft in Widecombe. Ich könnte mir denken, dass der erste Weg die Sieben in The Old Inn geführt hat, wo sie einige Pints vernichtet haben, bevor sie sich den Amüsements der Fair widmeten.

Ein ähnliches Pubschild ist an der Tom Cobley Tavern in Spreyton, ebenfalls in Devon, angebracht. Auf diesem Bild sitzen nur vier Männer auf der „grey mare“, drei laufen nebenher. Trotzdem sieht das arme Tier sehr geschunden aus. In Spreyton am nördlichen Rand des Dartmoors soll sich auch das Grab Tom Copleys befinden, der 1794 starb.

Es gab noch einen weiteren Pub, der Tom Copley gewidmet war und der in der Foxhole Road in Paignton (Devon) stand; leider existiert dieser Gasthof nicht mehr, man hat daraus einen Coop-Supermarkt gemacht. Wie schade!!

Hier ist das Lied „Widecombe Fair“ zu hören.

The Tom Cobley Tavern in Spreyton (Devon).   © Copyright Robin Lucas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Tom Cobley Tavern in Spreyton (Devon).
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Published in: on 29. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Gawthorpe Hall bei Padiham in Lancashire und Charlotte Brontë

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Wenn man sich die Gawthorpe Hall bei Padiham in Lancashire im hohen Norden Englands ansieht, erinnert das Haus sofort an das Highclere Castle in Hampshire, dort, wo die TV-Serie „Downton Abbey“ gedreht wurde, nur ist es etwas kleiner. Bei beiden hatte der Archtitekt des Londoner Parlamentsgebäudes, Sir Charles Barry, seine Hände im Spiel. In den 1850er Jahre wurde Barry von den Besitzern von Gawthorpe Hall damit beauftragt, umfangreiche Änderungen sowohl im Inneren als auch am Äußeren vorzunehmen wie u.a. die Erhöhung des Turmes auf dem Dach, an dem das Motto der Shuttleworth-Familie, die das Haus mehrere Jahrhunderte lang bewohnte, zu lesen ist: „Prudentia et Justicia“ (Vorsicht und Gerechtigkeit). Rachel Kay-Shuttleworth war die letzte Besitzerin von Gawthorpe Hall, nach deren Tod das Haus 1970 dem National Trust übertragen wurde. Dieser Film zeigt das Haus von der Luft aus.

Sir James Kay-Shuttleworth und seine Frau Janet wohnten Mitte des 19. Jahrhunderts auf diesem Anwesen an den Ufern des River Calder. Sir James war ein Philantrop mit einem ausgepägten Interesse an Literatur, und so weilte auf seinen Wunsch hin eine junge Frau, die unter dem Namen Currer Bell Romane verfasste, zweimal auf Gawthorpe Hall. Currer Bell war das Pseudonym von Charlotte Brontë, die nur wenige Kilometer entfernt, jenseits des Moores, in Haworth in Yorkshire wohnte.
1850 und 1855 war Charlotte zu Gast in diesem beeindruckenden Haus und so recht warm wurde sie mit Sir James und Janet eigentlich nicht, obwohl sie sich sehr um sie kümmerten. Bei einem Besuch im Lake District machten die beiden sie mit der Schriftstellerin Elizabeth Gaskell bekannt, die zu einer Freundin Charlottes werden sollte. Elizabeth Gaskell, oft nur Mrs Gaskell genannt, war die spätere Biografin der Pfarrerstochter aus Haworth („The Life of Charlotte Brontë“, dt. „Das Leben der Charlotte Brontë“).

Bei ihrem zweiten Besuch auf Gawthorpe Hall im Januar 1855 machte Charlotte, trotz der kalten Witterung, einen ausgedehnten Spaziergang auf dem Gelände und zog sich dabei eine schwere Erkältung zu, von der sie sich nicht mehr erholen sollte. Wenige Wochen später, am 31. März, starb sie kurz vor ihrem 39.Geburtstag in Haworth. Als Todesursache wurde Tuberkulose angegeben, die vielleicht durch die Erkältung noch verstärkt worden war. Andere waren der Meinung, dass Charlotte auf Grund von Problemen mit ihrer Schwangerschaft zu Tode kam.

Gawthorpe Hall wurde in diesem Jahr am 20. April wieder für den Publikumsverkehr freigegeben, nachdem erforderliche, umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt worden waren. Hier ist ein Film darüber.

Bis zum 30. Oktober ist, anlässlich des 200. Todestages von Charlotte Brontë in diesem Jahr, eine Ausstellung in Gawthorpe Hall zu sehen, die den Titel „Literary Lions“ trägt und die Erinnerungsstücke der Schriftstellerin zeigt, einige davon vom Brontë Parsonage Museum in Haworth ausgeliehen.

Selbstverständlich ist Gawthorpe Hall nicht von Geistern und Spukerscheinungen verschont geblieben, und so fand sich das Team der TV-Sendung „Most Haunted“ auch hier an und verbrachte eine ungemütliche Nacht in dem alten Gemäuer; hier ist die Episode zu sehen.

Gawthorpe Hall
Burnley Road
Padiham
Burnley BB12 8UA

   © Copyright Adie Jackson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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„Doctor Thorne“ – Die neue TV-Serie des „Downton Abbey“-Erfinders Julian Fellowes

West Wycombe House in Buckinghamshire.   © Copyright Jurek and Trish Sienkiewicz and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

West Wycombe House in Buckinghamshire.
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Man war gespannt, was der „Vater“ der weltweit erfolgreichen TV-Serie „Downton Abbey“, Julian Fellowes, wohl als nächstes Projekt in Angriff nehmen würde. Die Antwort heißt „Doctor Thorne„, nach dem gleichnamigen Roman des viktorianischen Schriftstellers Anthony Trollope (1815-1882). Das Buch ist Teil der sogenannten „Barchester Chronicles“ und erschien 1858. Die deutsche Übersetzung hatte den gleichen Titel und wurde erstmals vom Manesse-Verlag 1954 veröffentlicht, ein umfangreiches Werk von 774 Seiten.

Julian Fellowes adaptierte Trollopes Werk für das Fernsehen und es wurde vom 6. bis zum 20. März von ITV als Dreiteiler gesendet; die Serie ist bereits auf DVD erhältlich. Ob Julian Fellowes sich mit dieser einen Staffel begnügt, ist noch offen; Stoff genug bieten die anderen Romane der „Barchester Chronicles“.

Die Hauptrolle, Doctor Thorne, spielt Tom Hollander, den man aus zahlreichen TV-Serien und Spielfilmen kennt, darunter Julian Fellowes‘ „Gosford Park“.
Seine Nichte Mary Thorne spielt Stefanie Martini, eine Neuentdeckung, die vorher ein Gastspiel in einer Folge der Serie „Endeavour“ gegeben hatte und als nächstes in einer weiteren Serie, „Emerald City“, zu sehen sein wird.
Zwei aus Inspector Barnabys „Midsomer Murders“ bekannte Schauspielerinnen sind in „Doctor Thorne“ auch zu sehen: Phoebe Nicholls, die die Countess de Courcy verkörpert. Sie war in „Midsomer Murders“-Episode 27 „A Tale of Two Hamlets“ (dt. „Das Haus des Satans“) die Laura Smythe-Webster.
Rebecca Front ist in Julian Fellowes‘ Serie die Lady Arabella Gresham und spielte in Midsomer Murders“-Episode 97 „Let Us Prey“ (dt. „Da hilft nur beten“) Reverend Martha Hillcott.

Gedreht wurde an mehreren Orten, darunter West Wycombe Park in Buckinghamshire, dort wo im 18. Jahrhundert der ominöse Gründer des Hellfire Clubs, Sir Francis Dashwood, wohnte und das heute dem National Trust gehört. In „Doctor Thorne“ fungiert das Haus als Greshamsbury Park.

Ein weiteres Herrenhaus des National Trusts wurde ebenfalls für die Innenaufnahmen des Greshamsbury Parks genutzt: Osterley Park, in Isleworth im Westen Londons gelegen. Dieses Haus wurde für den Bankier Sir Thomas Gresham im 16. Jahrhundert gebaut (die Familie Gresham spielt eines wesentliche Rolle in der Serie „Doctor Thorne“; ist die Namensgleichheit wohl Zufall?).

Seit 2002 gehört Tyntesfield House ebenfalls zum National Trust. Es liegt bei der Ortschaft Wraxall im Norden der Grafschaft Somerset. Das im neugotischen Stil für den Geschäftsmann William Gibbs Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute Haus dient in der Serie für die Außenaufnahmen von Boxall Hill, in dem Roger Scatcherd wohnt.

Hier ist der Trailer zu Julian Fellowes‘ TV-Serie zu sehen.

Osterley Park House im Westen Londons.   © Copyright Thomas Nugent and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Osterley Park House im Westen Londons.
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Tyntesfield House in Somerset.    © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Tyntesfield House in Somerset.
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Bobby Moore (1941-1993) – Einer der ganz großen englischen Fußballspieler, der heute noch verehrt wird

Die Bobby Moore-Statue vor dem Londoner Wembley-Stadion.   © Copyright Basher Eyre and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Bobby Moore-Statue vor dem Londoner Wembley-Stadion.
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Am 30. Juli in diesem Jahr jährte sich zum fünfzigsten Mal das berühmt(berüchtigte) Endspiel der Fußballweltmeisterschaft, das England gegen Deutschland im Londoner Wembley-Stadion gewann. Über das von Geoff Hurst erzielte (oder auch nicht erzielte) Tor wird noch heute gestritten und ist als „Wembley-Tor“ in die Sportgeschichte eingegangen. Kapitän der englischen Nationalmannschaft war damals Robert Frederick Chelsea Moore, besser bekannt als Bobby Moore, ein gebürtiger Londoner, der zu den ganz Großen im europäischen Fußball gehört. Sein Heimatverein war von 1958 bis 1974 der Club West Ham United, für den er 544 Spiele bestritt. Es folgten noch ein paar Jahre beim Londoner Rivalen FC Fulham und in der US-amerikanischen Liga, auch als Trainer war er noch eine Zeitlang tätig, doch sein Herz schlug in erster Linie für West Ham United, den Verein im Londoner East End. Am 24. Februar 1993 starb Bobby Moore leider schon viel zu früh an Krebs.

Auch 33 Jahre nach seinem Tod wird Bobby Moore noch heute verehrt. Vor wenigen Wochen wurde eine 97minütige Filmdokumentation veröffentlicht mit dem Titel „Bo66y – The Movie“ (wobei die beiden „b“s von Bobby durch die Zahl „66“, das Jahr der Fußball WM, ersetzt wurden), in der das Leben des Fußballspielers im Mittelpunkt steht. Hier ist der Trailer zu sehen.

Nur ein paar Schritte vom ehemaligen Stadion des West Ham United Football Clubs, Boleyn Ground oder auch Upton Park genannt, das in diesem Jahr geschlossen wurde, weil der Verein ins nahegelegene Olympiastadion in Stratford gezogen ist, steht ein Denkmal am Beginn der Green Street, das Geoff Hurst, Martin Peters und Ray Wilson zeigt, die Bobby Moore auf den Schultern tragen. Die fünf Meter hohe Statue wurde im April 2003 eingeweiht, in Anwesenheit einiger der damaligen WM-Teilnehmer.

Vor dem neuen Wembleystadion in London steht ein weiteres Bobby Moore-Denkmal, das im Mai 2007 von Sir Bobby Charlton enthüllt wurde (und der 1966 bei der Fußball WM an der Seite von Moore kämpfte) und das die etwas bombastische Inschrift trägt:

„Immaculate footballer, Imperial defender, Immortal hero of 1966, First Englishman to raise the World Cup aloft, National treasure, Master of Wembley, Lord of the game, Captain extraordinary, Gentleman for all time“.

Aus Anlass des 50. Jahrestages des Gewinns der Fußballweltmeisterschaft hat die Greene King Brauerei in Bury St Edmunds (Suffolk) ein Bier auf den Markt gebracht, das sie „Bo66y – Bobby Moore’s Best“ („Celebrating 1966“) genannt hat und das witzigerweise 4,2% Alkoholgehalt hat; 4:2 endete damals das WM-Finale England gegen Deutschland.

Die Statue in der Nähe des ehemaligen Stadion von West Ham United mit Martin Peters, Geoff Hurst, Bobby Moore und Ray Wilson. This work has been released into the public domain.

Die Statue in der Nähe des ehemaligen Stadions von West Ham United mit Martin Peters, Geoff Hurst, Bobby Moore und Ray Wilson (von links nach rechts).
This work has been released into the public domain.

So gedachte man an den 20. Jahrestag von Bobby Moores Tod im Boleyn-Stadion des Westham United.   © Copyright Robin Sones and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

So gedachte man des 20. Jahrestags von Bobby Moores Tod im Boleyn Ground von West Ham United.
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Published in: on 26. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Milchflaschensammlung des Steve Wheeler aus Malvern in Worcestershire

Hier an der Leigh Sinton Road in Malvern steht das Milk Bottle Museum.   © Copyright Mat Fascione and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier an der Leigh Sinton Road in Malvern steht das Milk Bottle Museum.
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Am 02.02.2011 schrieb ich in meinem Blog schon einmal über das Thema „Milchflaschensammeln„, das ich heute noch einmal aufnehmen möchte, indem ich die riesige Sammlung von „milk bottles“ des Steve Wheeler aus Malvern in Worcestershire vorstelle.
Über 35 Jahre schon sammelt der Mann diese Objekte, die für die meisten von uns allen gleich aussehen; aber weit gefehlt. Es gibt da eine große Bandbreite an Formen , an Etiketten usw. Steve Wheeler hat Milchflaschen aus der ganzen Welt zusammengetragen und es bisher auf rund 20 000 Stück geschafft, wobei der Löwenanteil, nämlich über 17 000 Flaschen, aus Großbritannien kommt. Die Sammlung hat er in Regalen in einem Gebäude hinter seinem Haus in der Leigh Sinton Road Nummer 16 untergebracht, das er als „Milk Bottle Museum“ bezeichnet. Dort finden sich Schätze aus Molkereien, die schon lange nicht mehr existieren, von der königlichen Royal Dairy Farm in Windsor usw. usw.
Es begann damit, dass Steve Wheeler auf einer Wanderung durch die Brecon Beacons in Wales eine schmutzige alte Milchflasche fand, die, wie er recherchierte, aus einer lange geschlossenen Molkerei aus Shropshire stammte. Da war das Jagdfieber geweckt, das bis heute angehalten hat und auch jetzt ist ihm kein Weg zu lang, um eine Flasche in seine Sammlung aufzunehmen, die ihm noch fehlt und das sind noch mehrere Tausende.
Etwa £100,000 ist seine Kollektion wert und am liebsten würde er daraus ein richtiges Museum machen mit festen Öffnungszeiten, denn bisher können Interessenten die Flaschen nur nach vorheriger Anmeldung sehen.

Steve Wheeler verabscheut übrigens Milch und hat seit seiner Kindheit keine mehr getrunken. In diesem Film kommt er selbst zu Wort und zeigt uns seine Sammlung.

 

Published in: on 25. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Peasmarsh in East Sussex – Sir Paul McCartney und „Granny“ Smith

Die Hauptstraße von Peasmarsh.   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Hauptstraße von Peasmarsh.
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An der A268 liegt der kleine Ort Peasmarsh, nur wenige Fahrminuten mit dem Auto von Rye in East Sussex entfernt. Die Main Street zieht sich endlos durch das Dorf hindurch, an der neben den Wohnhäusern ein Superstore und der hübsche Cock Inn zu finden sind, dessen Wirtshausschild ein Pfau schmückt. Die Dorfkirche St Peter and Paul ist ziemlich weit weg von den nächsten Häusern, dafür liegt sie idyllisch ruhig, umgeben von vielen alten Gräbern, deren Grabsteine in unterschiedlichen Neigungswinkeln aus dem Boden ragen.

Sir Paul McCartney hat sich Peasmarsh als Wohnort ausgesucht, vielleicht war die Nähe zum Meer für die Wahl ausschlaggebend. Er lebt auf einer Farm, in der 1799 ein kleines Mädchen geboren wurde, das Maria Ann Sherwood hieß, Tochter eines Farmarbeiters. Getauft wurde sie am 5. Januar 1800 in St Peter and Paul. 1819 heiratete sie in der Dorfkirche von Ebony in Kent einen gewissen Thomas Smith und hieß nun Maria Ann Smith. Beide lebten in Beckley (Kent) und bekamen in den nächsten neunzehn Jahren acht Kinder. Wie so viele Familien in dieser Zeit wanderten die Smiths nach Australien aus und ließen sich in New South Wales nieder, wo sie in Obstplantagen arbeiteten. Thomas Smith erwarb später selbst einige Plantagen und dort soll seine Frau Maria (mittlerweile „Granny“ Smith genannt) an einem Bach ein paar junge Apfelbäume gefunden haben, die da eigentlich gar nicht hingehörten. Sie päppelte die Bäume auf und einige Zeit später pflanzte ein Nachbar von ihr diese Apfelbäume in großer Stückzahl an und konnte jedes Jahr eine gute Ernte einfahren. Wie wurden die Äpfel genannt? Genau Granny Smith, die noch heute in vielen Ländern der Welt angebaut werden.

Ein grasgrüner Granny Smith Apfel ziert das Etikett des Plattenlabels Apple Records, das von den Beatles 1968 gründet wurde, und da wären wir wieder bei Ex-Beatle Paul McCartney und seiner Farm in Peasmarsh, auf der Maria Ann geboren wurde.

St Peter and Paul, in der getauft wurde.   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Peter and Paul, in der Maria Ann Sherwood getauft wurde.
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...und hier heirateten Mary Ann und Thomas, in St Mary the Virgin in Ebony (Kent).   © Copyright Julian P Guffogg and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

…und hier heirateten Maria Ann und Thomas, in St Mary the Virgin in Ebony (Kent).
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Granny Smith Äpfe. This work has been released into the public domain by its author, Kristina Walter.

Granny Smith Äpfel.
This work has been released into the public domain by its author, Kristina Walter.

Published in: on 24. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Clay Pipe Research Society – Die Gesellschaft für Freunde der Tonpfeifen

Die Broseley Pipe Works in Shropshire.   © Copyright Sarah Charlesworth and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Broseley Pipe Works in Shropshire.
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1983 wurde sie in England gegründet, die Clay Pipe Research Society, in der sich Menschen aus der ganzen Welt zusammengefunden haben, die sich für Tonpfeifen interessieren. Die Gesellschaft dient als Basis für alle diejenigen, die über Tonpfeifen forschen, die sie sammeln oder die sich einfach nur dafür interessieren.

Die Pfeifen existieren in England seit dem 16. Jahrhundert und wurden meist in kleinen Werkstätten hergestellt; oftmals waren sie reich verziert und bieten sich so als Sammlerobjekte an. Broseley bei Ironbridge in Shropshire war früher einmal das Zentrum der Tonpfeifenherstellung in England und die in den 1950er Jahren aufgegebenen Produktionsstätten, die Broseley Pipeworks, sind heute Teil der Ironbridge Gorge Museen und stehen für Besichtigungen zur Verfügung.

Zweimal im Jahr veröffentlicht die Clay Pipe Research Society einen Newsletter, der Nachrichten aus der Welt der Tonpfeifen beinhaltet, und in unregelmäßigen Abständen erscheint das „Journal„, in dem längere Beiträge zu einzelnen Themen zu finden sind.

Jedes Jahr treffen sich die Mitglieder der Gesellschaft zu einer Tagung, im letzten Jahr in Carlisle in Cumbria, in diesem Jahr am 24. und 25. September im Wrest Park in Bedfordshire (Thema meines gestrigen Blogeintrags).

Eine wichtige Adresse für alle Tonpfeifensammler und -forscher ist das im Department of Archaeology der Universität Liverpool untergebrachte National Pipe Archive.

Wie Tonpfeifen in den 1950er Jahren in Broseley hergestellt wurden, zeigt dieser Film.

Das Tonpfeifenmuseum in den Broseley Pipeworks.   © Copyright Chris Allen and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Tonpfeifenmuseum in den Broseley Pipeworks.
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Lily Allen: The Fear – Ein Song, ein Musikvideo und ein Landhaus in Bedfordshire

Wrest Park in Bedfordshire.   © Copyright Nigel Cox and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wrest Park in Bedfordshire.
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Die in London geborene englische Popsängerin Lily Allen veröffentlichte im Jahr 2008 einen Song mit dem Titel „The Fear„, der es auf Platz 1 der britischen Singlecharts schaffte und mit zwei Ivor Novello-Preisen ausgezeichnet wurde und zwar in den Kategorien „Best Song Musically and Lyrically“ und „Most performed work“. Geschrieben hatte den Song Lily Allen selbst, in Kooperation mit dem US-amerikanischen Produzenten Greg Kurstin. Enthalten ist „The Fear“ auch auch auf Allens zweitem Studioalbum „It’s Not Me, It’s You„. Nach ihren eigenen Worten geht es in dem Lied um die Furcht „of the world becoming this horrible sterile place. Being scared that there’s never going to be anything real any more that isn’t sponsored“.

Gedreht wurde das Musikvideo zu „The Fear“ in einem sehr schönen Landhaus bei Silsoe in Bedfordshire, Wrest Park, das zwischen 1834 und 1839 für Thomas Philip de Grey, 2nd Earl de Grey, 3rd Baron Grantham and 6th Baron Lucas (1781-1859) erbaut wurde, einem Politiker, der u.a. die Positionen First Lord of the Admiralty und Lord Lieutenant of Ireland innehatte. Der Mann mit den vielen Titeln hatte damals das Haus selbst entworfen und sich von dem Baustil französischer Architekten inspirieren lassen. Die Gärten wurden bereits zur Zeit des alten, abgerissenen Vorgängerbaus angelegt, u.a. auch von dem berühmten Lancelot „Capability“ Brown, dessen 300. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Der Landschaftsarchitekt wurde mit einer Gedenksäule in den Gärten von Wrest Park geehrt.

English Heritage übernahm das Anwesen im Jahr 2006 und erstellte einen 20-Jahres-Plan, mit dem das Haus und die Gärten komplett neu gestaltet werden sollten; ein großer Teil davon ist schon geschafft. Natürlich ist Wrest Park auch zu besichtigen, hier sind die Öffnungszeiten. Zu erreichen ist Wrest Park über die A6 (Luton-Bedford) in der Höhe des Ortes Silsoe über die Park Avenue.

Hier ist Lily Allens Musikvideo „The Fear“ zu sehen.

Die Gartenanlagen von Wrest Par.   © Copyright M J Richardson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Gartenanlagen des Wrest Parks.
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Die schöne Zufahrt zu Wrest Park.   © Copyright Philip Jeffrey and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die schöne Zufahrt zum Wrest Park.
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The Stowmarket Gun Cotton Explosion am 11. August 1871 – Eine Tragödie in Suffolk

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Die Arbeit in Munitions- und Pulverfabriken war schon immer ziemlich gefährlich. In meinem Blog berichtete ich früher einmal über die gewaltige Explosion, die sich am 2. April 1916 in einer dieser Fabriken in Uplees bei Faversham in Kent ereignete, bei der 109 Menschen ums Leben kamen. 45 Jahre früher, am 11. August 1871 spielte sich eine ähnliche Tragödie in Stowmarket in der Grafschaft Suffolk ab.

Die Stowmarket Gun Cotton Works wurden 1863 gebaut, um durch chemische Prozesse Treibmittel für Feuerwaffen herzustellen. Am frühen Nachmittag kam es an jenem Augusttag zu zwei gewaltigen Explosionen, die den ganzen Ort Stowmarket erschütterten und einen Krater in den Boden rissen, der 30 Meter im Durchmesser maß und drei Meter tief war. Noch in fünfzig Kilometern Entfernung war die Explosion zu hören, die in einem Umkreis von sechs Kilometern Fensterscheiben zu Bruch gehen ließ und zahlreiche Häuser schwer beschädigte.
Doch viel schlimmer als die Sachschäden waren die zu beklagenden Opfer. 28 Menschen wurden getötet und 75 verletzt, unter den Opfern waren auch zwei Mitglieder der Familie, die die Fabrik besaß.

Was war die Ursache der Explosion, fragte man sich damals? Konnte es sein, dass die an diesem Tag recht hohen Temperaturen dazu beigetragen haben? Oder war vielleicht Sabotage im Spiel? Auch diese Möglichkeit wurde in Betracht gezogen. Aber auch die ausgesetzte Belohnung von 100 Pfund zur Ermittlung der Ursache des Unglücks trug nicht dazu bei, das bis heute ungeklärte Rätsel zu lösen.

Auf dem Gelände der Stowmarket Gun Cotton Works an der Needham Road, das mehrfach den Besitzer wechselte, wurden bis zum Ersten Weltkrieg weiterhin Explosivstoffe hergestellt, anschließend Industrielacke und Farben. Der heutige Besitzer ist die US-amerikanische Firma PPG Industries, die hier Autolacke produziert.

Erst im Jahr 2014 wurden die Opfer der Katastrophe mit einer Gedenkplakette auf dem Old Cemetery von Stowmarket geehrt, auf der die Namen von 23 Opfern eingraviert sind; die fünf weiteren sind auf anderen Friedhöfen beigesetzt worden.

Mein Buchtipp – Rupert Matthews: Haunted Places of Bedfordshire & Buckinghamshire

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Ich glaube, in keinem anderen Land der Welt gibt es so viele Bücher zum Thema „Spukorte“ wie in England und nirgendwo habe ich so viele Menschen getroffen, die an „ghosts“ oder „spirits“ glauben und von persönlichen Begegnungen mit dem Übernatürlichen erzählen. Da mich dieses Thema auch sehr interessiert, habe ich mir im Laufe der Jahre viele Bücher zugelegt, die sich damit beschäftigen, unter anderen auch „Haunted Places of Bedfordshire & Buckinghamshire“ von Rupert Matthews, werden darin doch Geschichten aus meiner Lieblingsgrafschaft Buckinghamshire erzählt. Der Autor ist Mitglied der Society of Psychical Research und des Ghost Clubs und hat weitere Bücher über „Haunted Places“ u.a. in Devon, Kent und Wiltshire geschrieben.

Einige Beispiele, alle aus Buckinghamshire:
Im Chenies Manor House wurde in den 1970er Jahren ein bis dahin unbekanntes Zimmer entdeckt und seitdem ist von einer geisterhaften, dunkelgekleideten Person die Rede, die in dem Haus umgeht. Obwohl man die Tür zu besagtem Zimmer immer fest schließt, wird sie ständig geöffnet wieder vorgefunden.

In der High Street von Chalfont St Peter hat man mehrfach eine Pferdekutsche gesichtet, die vor der ehemaligen Kutschenstation The Greyhound anhält und die sich dann allmählich in Luft auflöst.

Im Hughenden Manor, dem ehemaligen Wohnsitz von Benjamin Disraeli, wird der frühere Hausherr hin und wieder im Treppenhaus gesichtet, wo er mit Papieren in der Hand steht und nach wenigen Sekunden verschwindet.

In Great Missenden soll ein schwarzer Mönch sowohl tags als auch nachts das Gelände der Abtei heimsuchen, und in der Hauptstraße, dort wo der Gasthof The George steht, will man ebenfalls des Öfteren eine schwarzgekleidete unheimliche Gestalt gesehen haben.

Rupert Matthews: Haunted Places of Bedfordshire & Buckinghamshire. Countryside Books 2004. 95 Seiten. ISBN 978-1853068867.

Chenies Manor House.   © Copyright Mark Percy and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Chenies Manor House.
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The Greyhound in Chalfont St Peter.   © Copyright Nigel Cox and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Greyhound in Chalfont St Peter.
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Hughenden Manor.    © Copyright Rob Farrow and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hughenden Manor.
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Great Missenden Abbey.   © Copyright Peter and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Great Missenden Abbey.
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Published in: on 20. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mr Monkey oder wie ein Blogger mehrere Jahre lang den South Tyneside Council in Atem hielt

Die Town Hall von South Shields, in der der South Tyneside Council untergebracht ist.    © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Town Hall von South Shields, in der der South Tyneside Council untergebracht ist.
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Im Nordosten Englands findet man die Region South Tyneside, östlich von Newcastle upon Tyne, mit South Shields als Verwaltungssitz. Die Ratsmitglieder wurden in den Jahren 2008/2009 von einem Blogger in den Wahnsinn getrieben, der unter dem Namen Mr Monkey in seinem „South Tyneside’s Premier Blog“ die Politiker attackierte und ihnen schwere Vergehen vorwarf. Da war von Wahlfälschung die Rede, von Korruption  und Amtsanmaßung und alle Ratsherren/damen wurden beim Namen genannt. Die Bevölkerung amüsierte sich köstlich, so dass Mr. Monkey über 4000 Zugriffe täglich auf seinem Blog verzeichnen konnte. In der Rubrik „Twat of the Week„, was man etwa mit „Blödmann der Woche“ übersetzen kann, nahm er sich jede Woche einen der Ortspolitiker vor und stellte ihn/sie mit Foto an den Pranger.

In South Tyneside lag offenbar vieles im Argen, denn Mr Monkey hatte keine Probleme, seinen Blog mit Inhalt zu füllen.
Dann kam plötzlich am 21. Juli 2009 die Meldung „mr monkey calls it a day“, in der der anonyme Blogger ankündigte, am 30. Juli aufzuhören („this chimp has decided to give his victims an early birthday present“). Er meinte, sein Ziel erreicht zu haben und stellte noch einmal alle seine „Erfolge“ zusammen.
Hörte man damals ein Aufatmen in den Gängen der Town Hall von South Shields? Ja und Nein, denn es war dem Council nicht gelungen, den wahren Namen von Mr Monkey herauszubekommen, trotz intensivster Bemühungen, die sich mehrere Jahre hinzogen, auch nachdem der Blog geschlossen war. Eine amerikanische Anwaltskanzlei wurde eingeschaltet, um die Identität von Mr Monkey herauszufinden, da der Blog auf der in Kalifornien ansässigen Firma WordPress geschrieben worden war. Die Kosten für die ergebnislose  „Hexenjagd“ beliefen sich auf über £200 000, bezahlt aus Steuergeldern, auch das eigentlich ein Skandal.

Ein Ratsmitglied unternahm vor einem kalifornischen Gericht rechtliche Schritte gegen den Rat von South Tyneside, weil er den finanziellen Aufwand für die Suche nach Mr Monkey für völlig überzogen hielt und er das ganze Unternehmen stoppen wollte. Auch diese (erfolglose) Aktion verursachte hohe Kosten.

Die Identität des Bloggers aus South Tyneside konnte nie gelüftet werden; eine kleine Rache hatte Mr Monkey aber noch auf Lager: Nachdem sein Blog eigentlich abgeschlossen war, löschte er ihn nicht, sondern ließ ihn weiterhin bis zum heutigen Tag auf WordPress stehen. Wer möchte, kann ihn hier lesen.

Published in: on 19. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Botallack Mine bei St Just in Cornwall

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In vielen Teilen von Cornwall sieht man noch die Überreste des einstmals blühenden Zinn- und Kupferbergbaus, auch hier nördlich von St Just im Westen der Grafschaft. Die Ruinen der Botallack Mine, auch Crown Mines genannt, abenteuerlich in die Felsklippen gebaut und Teil des UNESCO Weltkulturerbes, zeugen von der Tätigkeit der Bergleute, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Zinn, Kupfer und Arsen abbauten. 570 Meter tief hatte man den Schacht nach unten und etwa 600 Meter horizontal unter den Meeresboden getrieben, eine äußerst gefährliche Arbeit. Einige Bergleute erzählten, dass sie bei der Arbeit im Stollen den Atlantik über sich hören konnten. Als die Preise für Kupfer und Zinn abstürzten, musste das Bergwerk 1895 geschlossen werden.

Schon während die Mine noch in Betrieb war, vor allem nachdem der Prince of Wales dem Bergwerk 1865 einen Besuch abgestattet hatte, entwickelte sich die Crown Mine zu einem touristischen Ziel. Zwei Jahre vor dem Besuch hatte es hier einen tragischen Unglücksfall gegeben, als eine Gruppe von acht Männern und einem Kind in den Schacht stürzten weil die Kette eines Fahrkorbs gerissen war.

Heute gehört die Botallack Mine dem National Trust, der einen 1,6 Kilometer langen „Mining Walk“ angelegt hat, der rund um das ehemalige Bergwerksgelände führt. Im Count House, in dem damals die Löhne ausgezahlt wurden, ist jetzt eine kleine Ausstellung untergebracht, die täglich von 10 Uhr bis 16 Uhr besichtigt werden kann und keinen Eintritt kostet. Ein benachbartes Cottage stellt der National Trust als Ferienunterkunft zur Verfügung.

Das Gelände der Botallack Mine wurde von 1975 bis 1977 für die Dreharbeiten der BBC-TV-Serie „Poldark“ verwendet, die  im deutschen Fernsehen unter dem gleichen Titel von der ARD gezeigt wurde. Auch die neue BBC-Serie „Poldark“ aus dem Jahr 2015 wurde hier in diesem Teil von Cornwall gedreht. Die Vorlage für die beiden Fernsehserien war das zwölfteilige Romanwerk „Poldark“ von Winston Graham (1908-2003), von dem sieben Teile in deutscher Übersetzung in den 1980er Jahren erschienen.

Dieser Film zeigt die beeindruckende Küste Cornwalls und die Ruinen des Bergwerks.

Das Count House.   © Copyright Stuart Logan and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Count House.
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Published in: on 18. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Village Signs – Cawston in Norfolk

   © Copyright Michael Garlick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Wenn man auf der B1145 (Aylsham-Reepham) durch Cawston in Norfolk fährt, muss man schon genau aufpassen, damit man das Dorfschild nicht übersieht, denn es steht einige Meter abseits der Hauptstraße, in der Booton Road, die zur Cawston Parish Church St Agnes führt.

Das Schild trägt als Zusatz die Jahreszahl 1937, die an die Krönung von Georg VI. am 12. Mai 1937 in der Westminster Abbey erinnern soll. Das Village Sign besteht aus fünf Teilen, ein großes Bild in der Mitte, vier kleine an jeder Ecke und wurde von Harry Carter gestaltet, jenem in Norfolk legendären Dorfschildermacher. Das Original befindet sich in der Kirche, es wurde 2001 durch ein Aluminiumschild ersetzt.

Das große Bild zeigt einen Weber an seinem Webstuhl und erinnert an die Zeit Mitte des 19. Jahrhunderts, als in Cawston bis zu 40 Webstühle im Einsatz waren. Ende des Jahrhunderts war die Textilindustrie im Ort praktisch zum Erliegen gekommen.
Die anderen, kleineren Bilder auf dem Schild zeigen einen pflügenden Bauern, die heilige Agnes, nach der die Kirche benannt wurde, ein Symbol für den Lord of the Manor John of Gaunt und den sogenannten „Duel Stone„, der auf das letzte in Norfolk ausgetragene Duell am 20. August 1698 hinweist. Den Duel Stone (der dem National Trust gehört) findet man östlich von Cawston an der B1149. Die Duellanten waren damals Sir Henry Hobart, der auf Blickling Hall residierte, und Oliver Le Neve, ein Rechtsanwalt aus Great Witchingham. Beide waren erbitterte Feinde und beleidigten sich gegenseitig. Hobart forderte den Anwalt zum Duell auf, das an jenem Augusttag ausgefochten wurde. Eigentlich war Sir Henry der bessere Degenkämpfer, doch Le Neve brachte es irgendwie fertig, seinem Opponenten einen tödlichen Stich zu versetzen, an dem dieser tags darauf in Blickling Hall verstarb. Der Sieger des Duells flüchtete nach Holland, kam zwei Jahre später aber wieder nach Norfolk zurück und wurde dort von aller Schuld freigesprochen.

Harry Carter hat auch mit diesem Dorfschild wieder gezeigt, was für ein großartiger und ideenreicher Künstler er war. Ich habe ihn in meinem Blog schon einmal vorgestellt.

Der Duel Stone von Cawston.   © Copyright Helen Steed and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Duel Stone von Cawston.
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Published in: on 17. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Ston Easton Park Hotel in Somerset – Ein Update

Author: William Avery. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Author: William Avery.
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Vor fünf Jahren stellte ich in meinem Blog das Ston Easton Park Hotel in Somerset vor, das damals zur von Essen Hotelgruppe gehörte. In der Zwischenzeit ist das Luxushotel in unruhiges Fahrwasser geraten, da die Hotelgruppe zusammenbrach und die Zukunft des Hauses eine Zeit lang ungewiss war. Im September 2012 wurde Ston Easton Park, zusammen mit Sharrow Bay im Lake District, von der Firma Hamilton Bradshaw des Unternehmers James Caan übernommen und seitdem herrscht wieder Ruhe in diesem idyllischen Teil der Grafschaft Somerset.

Das Hotel liegt in einem weitläufigen Parkgelände, das von dem berühmten Landschaftsarchitekten Humphry Repton (1752-1818) angelegt wurde. Das Haus wurde im 18. Jahrhundert für John Hippisley Coxe gebaut, dessen Familie schon seit über 200 Jahren in Ston Easton wohnte. Bis zum Jahr 1956 blieb es im Familienbesitz, dann musste es verkauft werden, da die Steuerlast zu hoch war. Ston Easton Park verfiel allmählich, bis der Herausgeber der Times, William Rees-Mogg, es übernahm und viel Geld in die Restaurierung des Hauses steckte. 1978 ging es in neue Hände über und wurde in ein Hotel umgewandelt.

Ston Easton Park ist ein 4*-Hotel und verfügt über lediglich 20 Zimmer, von den  Classic Rooms bis zu den State Rooms, wobei die Preise bei etwa £150 beginnen. Vor wenigen Tagen bekam ich ein Angebot des Hotels über £215 für Übernachtung, Frühstück und Abendessen; das ist im Vergleich zu anderen Country House Hotels recht günstig.

The Sorrel Restaurant, das eine Küche auf hohem Niveau in sehr schönen Räumlichkeiten bietet, zählt zu den besten in Somerset. Es stand bei meinem letzten Blogeintrag noch unter der Leitung des Küchenchefs Adam Cain, seine Stelle hat in diesem Jahr Martin Baker übernommen, der schon unter Gordon Ramsay und Marco Pierre White gearbeitet hat.

Das in palladianischem Stil gebaute Haus liegt am Rande des kleinen Dorfes Ston Easton an der A37 (Bristol-Shepton Mallet), westlich von Midsomer Norton (keine Verbindung zu Inspector Barnabys Midsomer County!).

Dieser Film vermittelt einen Eindruck von der Lage des Hotels und von seinen Räumlichkeiten.

Ston Easton Park
Nr. Bath
Somerset
BA3 4DF

Foto meines Hotelprospektes

Foto meines Hotelprospektes

 

Published in: on 16. August 2016 at 02:00  Comments (1)  
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The British Guild of Beer Writers Awards

Impression vom Manchester Beer Festival 2016.   © Copyright Dave Pickersgill and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Da schlägt das Herz eines Bierliebhabers höher: Impression vom Manchester Beer & Cider Festival 2016.
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Bier hat im täglichen Leben der englischen Gesellschaft eine bedeutendere Rolle als bei uns in Deutschland, daher nehmen in meinem Blog Artikel über Bier, Brauereien und Pubs einen relativ großen Teil ein. Es gibt auf dem englischen Buchmarkt eine Vielzahl von Veröffentlichungen, die sich mit dieser Thematik befassen und einige Autoren der „Bier-Bücher“ haben sich in der British Guild of Beer Writers zusammengefunden, die jedes Jahr im Dezember einige besonders herausragende Autoren mit Preisen prämieren. Hier sind einige der ausgezeichneten „Beer Writer“ der letzten Jahre:

Den Guild Award for Best Beer & Travel Writer des Jahres 2015 erhielt Des De Moor für sein Buch „The CAMRA Guide to London’s Best Beers, Pubs and Bars“ (CAMRA Books 2015), ein umfassender Führer durch die Londoner Pubszene (über 200 Pubs werden detailliert dargestellt), Brauereien und ihre Biere; das ist bereits die zweite Auflage seines Führers. Der 1961 in Ipswich geborene De Moor ist ein Experte in Sachen Bier, der schon weltweit in Jurys gesessen und unzählige Biere beurteilt hat.

Den zweiten Platz im Jahr 2015 teilten sich Roger Protz und Adrian Tierney-Jones; sie erhielten den Preis für ihr gemeinsames Buch „Britain’s Beer Revolution“ (CAMRA Books 2014). Beides sind erfahrene Buchautoren; Roger Protz ist u.a. Herausgeber des jährlich erscheinenden „Good Beer Guide“ (die Ausgabe 2017 mit mehr als 1000 Seiten erscheint am 15. September), Adrian Tierney-Jones schrieb zum Beispiel „1001 Beers: You Must Try Before You Die“ (Cassell 2013). In ihrem prämierten Buch berichten sie von ihrer Tour durch Großbritannien auf der Suche nach innovativen und kreativen Brauereien.

Den Guild Award for Best Beer & Travel Writer des Jahres 2014 erhielten Ray Newman und Jessica Slack für ihr Buch „Brew Britannia: The Strange Rebirth of British Beer“ (Aurum Press 2014), das sie unter ihren Bloggernamen Jessica Boak and Ray Bailey veröffentlichten. Das Buch ist inhaltlich ähnlich wie das oben erwähnte „Britain’s Beer Revolution“; ich stellte es in meinem Blog schon einmal vor.

Will Hawkes freute sich 2013 darüber, dass er mit dem Award ausgezeichnet wurde. Hawkes arbeitet für mehrere englische und amerikanische Zeitungen als „Drink, food and travel writer“ und schrieb das Buch „Craft Beer London“ (Vespertine Press 2012).

Pete Brown war der Preisträger des Jahres 2012 (und 2009). Er schrieb unter vielen anderen das Buch „Man Walks Into a Pub: A Sociable History of Beer“ (Pan 2010). Browns neues Werk, das am 18. August erscheint, trägt den vielversprechenden Titel „The Pub: A Cultural Institution – From Country Inns to Craft Beer Bars and Corner Locals“ (Jacqui Small).

Von der British Guild of Beer Writers werden jedes Jahr noch weitere Auszeichnungen vergeben, hinter denen jeweils Brauereien stehen wie Shepherd Neame 1698 Award for Best Beer & Food Writer, Fuller’s ESB Award for Best Beer Writer – Trade Media und Molson Coors Award for Best Beer Writer – National Media.

Das Buch erhielt den British Guild of Beer Writers Awards im Jahr 2014. Foto meines Exemplares.

Das Buch erhielt den British Guild of Beer Writers Award im Jahr 2014.
Foto meines Exemplares.

 

 

Published in: on 15. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Cuckooland – Ein Museum für Kuckucksuhren in Tabley (Cheshire)

Einige der Uhren im Cuckooland Museum. Author: Kirsty Davies. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Einige der Uhren im Cuckooland Museum.
Author: Kirsty Davies.
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Die Brüder Roman und Maz Piekarski haben es sich zur Lebensaufgabe gemacht, sich mit dem Thema Kuckucksuhren zu beschäftigen; dabei sind sie weltweit zu den anerkanntesten Spezialisten geworden. Bei Tabley, westlich von Knutsford an der A556, im Speckgürtel der Großstadt Manchester, haben sie vor 26 Jahren das Cuckooland Museum eröffnet, das umfangreichste Kuckucksuhren-Museum der Welt, untergebracht in einer ehemaligen Schule. In dieser Zeit haben sie mehr als 700 dieser beliebten Uhren aus dem Schwarzwald zusammengetragen. Die beiden Brüder bieten darüber hinaus auch noch einen Reparaturdienst für Kuckucksuhren und andere mechanische Uhren an. Selbst aus der Heimat der Uhren, dem Schwarzwald. kommen hin und wieder Restaurierungsaufträge in Tabley an.

Die Piekarski-Brüder aus dem ländlichen Cheshire haben sogar schon Vorträge in der Heimat dieser Uhren, im Schwarzwald, gehalten und stehen in ihrem Fachwissen den dortigen Technikern in nichts nach. Des Weiteren haben die beiden die International Cuckoo Clock Keepers‘ Society gegründet. die über 450 Mitglieder hat, darunter die Auktionshäuser Sotheby’s und Christie’s.

Wer sich eine Kuckucksuhr zulegen möchte, kann das in dem  angeschlossenen Shop tun, der auch andere Dinge aus dem Schwarzwald zum Kaufen anbietet wie Bierkrüge und Wetterhäuschen.

Wer sich nicht so besonders für Uhren interessiert, hat die Möglichkeit hier auch anderes besichtigen wie z.B. Original Schwarzwald-Orgeln oder alte klassische Motorräder.

Das Museum ist ganzjährig von 10 – 18 Uhr geöffnet. Die Adresse:
Cuckoo Land
The Old School
Chester Road
Tabley
Cheshire
WA16 0HL

Hier ist ein kleiner Ausschnitt aus einer DVD, die es im Museum zu kaufen gibt.

In dieser ehemaligen Schule ist das Kuckucksuhrenmuseum untergebracht.    © Copyright Roman Piekarski and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In dieser ehemaligen Schule ist das Kuckucksuhrenmuseum untergebracht.
  © Copyright Roman Piekarski and
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Published in: on 14. August 2016 at 02:00  Comments (1)  
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The British Lawn Mower Racing Association

Wo alles gegann: The Cricketers Arms in Willesden Green (West Sussex).    © Copyright Simon Carey and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wo alles begann: The Cricketers Arms in Wisborough Green (West Sussex).
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Pubs sind offensichtlich die reinsten Brutstätten für die Entwicklung skurriler Ideen. Nach dem Trinken des einen oder anderen Pints werden bei manchen Besuchern kreative Gedanken freigesetzt, die sie dann tatsächlich auch umsetzen (über einige dieser Fälle habe ich in meinem Blog schon berichtet), so geschehen im Jahr 1973 im The Cricketers Arms in Wisborough Green (West Sussex). Dort saßen einige Männer, tranken ihre Biere und beobachteten wie gegenüber auf dem Village Green und Cricketplatz der Rasen gemäht wurde. Jim Gavin, einer der Männer und leidenschaftlicher Motorsport-Fan, meinte dazu, daraus könne man doch eine neue Sportart machen. Einen Rasenmäher hat doch jeder zuhause, das kostet also nicht viel. Gesagt, getan, bald darauf fand in Murphy’s Field in Wisborough Green das erste Rasenmäherrennen statt und das war der Anfang der British Lawn Mower Racing Association (BLMRA), die bald gegründet wurde und die bis heute besteht. Hier ist das Promo-Video.

Die Rennen werden in vier Kategorien ausgetragen, wobei die erste die Mäher umfasst, die geschoben werden („A Group 1 lawn mower is a machine designed to cut grass for domestic purpose“).
Die Königsdisziplin ist das Rennen mit Mähern der Gruppe 4 („A Group 4 mower is a lawn tractor with a chassis designed for an engine up to 18hp, which has been designed to cut grass for domestic purposes“).

Die BLMRA organisiert jedes Jahr mehrere Meisterschaften und Rennen, darunter The British Championship, The World Championship und The British Grand Prix. Das härteste aller Rennen aber ist das 12 Hour Endurance Race, das immer abends um 20 Uhr beginnt und bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr geht. Am 6. August wurde das nächtliche Rennen in diesem Jahr ausgetragen, in Five Oaks bei Billingshurst, also ganz in der Nähe von Willesden Green, der Geburtsstätte des Lawn Mower Racing. Gestartet wurde es durch die Schauspielerin und TV-Moderatorin Jodie Kidd, die selbst Motorsporterfahrung hat.

Übrigens: Die Rennsportlegende Sir Stirling Moss war in den Anfangsjahren Teilnehmer einiger Rennen und gewann sowohl den British Grand Prix als auch das 12-Stunden-Rennen.

Dieser elfminütige Film informiert über alles, was man als zukünftiger Rasenmäher-Rennfahrer wissen muss.
Wer sich grundsätzlich für Rasenmäher interessiert, dem sei ein Besuch im British Lawnmower Museum in Southport empfohlen (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Published in: on 13. August 2016 at 02:00  Comments (4)  
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Newton Abbot (Devon) im Zweiten Weltkrieg – Ziel vieler deutscher Bombenangriffe

Newton Abbot Railway Station, Ziel der Angriffe vom 20. August 1940.   © Copyright Mike Crowe and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Newton Abbot Railway Station, Ziel der Angriffe vom 20. August 1940.
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Newton Abbot, eine Kleinstadt am südöstlichen Rand des Dartmoors in Devon gelegen, war im Zweiten Weltkrieg mehrfach das Angriffsziel deutscher Bombenflugzeuge; man spricht von 65 Angiffen, bei denen 22 Menschen ums Leben kamen und 90 verletzt wurden. Warum gerade Newton Abbot in der tiefen Provinz im Südwesten des Landes?

Die Stadt lag an einer wichtigen Eisenbahnlinie, die London und mehrere Militärstützpunkte mit Plymouth verband, deren Naval Dockyards eine strategische Bedeutung hatten, und genau diese Schienenverbindung wollten die deutschen Bomberbesatzungen zerstören und unterbrechen.

Am 20. August 1940 erlebte die Stadt die schwersten Angriffe, bei denen 15 Zivilisten, die sich gerade auf dem Bahnhof aufgehalten hatten, getötet und viele Menschen verletzt wurden. Zu den Opfern zählten auch zwei Kinder, die sechsjährige Dilys Adams und der neunjährige Kenneth Maunder. Der Bahnhof war das eigentliche Ziel, doch auch die umliegenden Straßen wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Sachschaden war groß mit vielen zerstörten Lokomotiven und Eisenbahnwagen. Die deutsche Besatzung der Flugzeuge warf nicht nur Bomben ab, sondern setzte zusätzlich noch Maschinengewehre ein. War das wirklich nötig? Hätte man nicht stattdessen die Schienen außerhalb des bewohnten Gebiets zerstören können? Es war doch eigentlich klar, dass bei den Angriffen hauptsächlich Zivilisten zu Schaden kommen würden.

Nach diesem schrecklichen 20. August kam Newton Abbot aber nicht zur Ruhe; im Oktober, November und Dezember folgten weitere Bombenabwürfe und in den Jahren 1941 und 1942 ging es weiter. Am 17. Mai 1941 wurde ganz in der Nähe des Pen Inns (aus dem kürzlich eine Toby Carvery geworden ist) an der Torquay Road eine riesige Bombe abgeworfen, die glücklicherweise nur einen leichten Sachschaden hervorrief. Am 25. April 1942 gerieten die Straßen um den Devon Square bei einem nächtlichen Angriff in das Fadenkreuz der deutschen Bomber, wobei fünf Menschen getötet und viele Wohnhäuser und Geschäfte starke Schäden erlitten.
Kurz vor Weihnachten, am 20. Dezember 1942, flogen wieder deutsche Kampfflugzeuge über die Region, die das kleine Dorf Ipplepen bei Newton Abbot angriffen, wobei der Kirchturm von St Andrew’s zerstört wurde (warum??).

Hier am Pen Inn an der Torquay Road schlug eine besonders schwere Bombe ein.   © Copyright Scriniary and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier am Pen Inn an der Torquay Road schlug am 17. Mai 1941 eine besonders schwere Bombe ein.
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Diese Region um den Devon Square wurde am von deutschen Bmben getroffen.   © Copyright Robin Stott and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Diese Region um den Devon Square wurde am 25. April 1942 von deutschen Bomben getroffen.
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Der Kirchturm von St Andrew's in Ipplepen wurde stark beschädigt.    © Copyright Paul Hutchinson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Kirchturm von St Andrew’s in Ipplepen wurde am 20. Dezember 1942 stark beschädigt.
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Published in: on 12. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Kathedrale von Salisbury im Spiegel der Literatur

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Wenn man sich der Stadt Salisbury in Wiltshire nähert, kann man schon von weitem den Turm der Kathedrale sehen, der mit 123 Metern der höchste in ganz Großbritannien ist. Die Kirche ist ein Touristenmagnet im Süden Englands; bei meinem Besuch drängelten sich hier viele Menschen aus aller Welt.

Das imposante Bauwerk hat schon mehrere Male im Zentrum literarischer Werke gestanden, von denen ich hier einige nennen möchte:

Edward Rutherfurd wurde 1948 in Salisbury geboren und ist dadurch natürlich prädestiniert, über seine Heimatstadt zu schreiben. In „Sarum: The Novel of England“ (dt. „Sarum“) aus dem Jahr 1987 zeichnet er die Geschichte Salisburys von der Vorzeit bis zur Gegenwart auf, wobei der Bau der Kathedrale einen großen Raum einnimmt. Ein Monumentalwerk von knapp 800 Seiten.

Noch wesentlich umfangreicher, fast 1300 Seiten, ist Ken Folletts Roman „The Pillars of the Earth“ (dt. „Die Säulen der Erde“) aus dem Jahr 1989, in dessen Mittelpunkt der Bau einer Kathedrale in dem fiktiven Ort Kingsbridge im Süden Englands steht. Neben der Kathedrale von Wells war es vor allem die Salisbury Cathedral, die Ken Follett in seinem Roman vor Augen hatte. In „World Without End“ („Die Tore der Welt“) hat der Autor 2007 die Geschichte mit weiteren 1300 Seiten fortgesetzt.

Der Nobelpreisträger William Golding (1911-1993) ist in Deutschland in erster Linie durch seinen 1954 erschienenen Roman „Lord of the Flies“ (dt. „Herr der Fliegen“) bekannt. Golding lebte und arbeitete einen Teil seines Lebens in bzw. in der Nähe von Salisbury (er wurde auf dem Friedhof von Bowerchalke, 14 Kilometer südwestlich von Salisbury, begraben). In seinem Roman „The Spire“ (1964), der unter dem Titel „Der Turm der Kathedrale“ in deutscher Übersetzung erschien, dient der Turm der Salisbury Cathedral als Vorbild.

Keinen Roman sondern ein Gedicht hat Thomas Hardy (1840-1928) über die Kathedrale von Salisbury geschrieben, ohne sie allerdings beim Namen zu nennen. „A Cathedral Face at Midnight“ heißt es und es wurde 1925 in dem Band „Human Shows“ erstmals veröffentlicht. Hier ist das Gedicht nachzulesen.

Wer nicht schwindelfrei ist, sollte sich diesen Film über die Besteigung des „spires“ lieber nicht ansehen.

Published in: on 11. August 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Die A272 – 140 Kilometer quer durch Südengland

Die A272 östlich von Winchester in Hampshire.   © Copyright Jim Champion and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die A272 östlich von Winchester in Hampshire.
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Ich mag die A 272, die durch überwiegend ländliches Gebiet führt. In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde die  Straße gebaut und im Großen und Ganzen verläuft sie noch genauso.
Die A 272 beginnt im Osten etwa bei Poundford in East Sussex und endet nach ca 140 Kilometern in der Nähe von Winchester in Hampshire. Auf der gesamten Strecke, bis auf einige ganz kleine Teilstücke, bleibt die Straße zweispurig; das Überholen von LKWs ist vor allem bei linksgelenkten Autos wie bei meinem manchmal schwierig (ich muss mich dann immer auf meine Beifahrerin verlassen). Da die meisten LKWs aber sehr zügig fahren, ist ein Überholen oft gar nicht erforderlich. Man fährt auf der A 272 durch viele Dörfer und Kleinstädte wie Billingshurst, Petworth und Midhurst.

Über die Straße ist ein wundervolles Buch geschrieben worden: „A 272: An Ode to a Road“ von Pieter und Rita Boogaart, zwei Holländern, im Jahr 2000 erschienen, das 2013 in der vierten Auflage neu überarbeitet und erweitert worden ist.
Auf 213 Seiten berichten die Boogaarts über alles Sehenswerte entlang der Straße in einem Umkreis von einigen Kilometern nördlich und südlich davon: Eine wahre Fundgrube! An Hand dieses Buches könnte man wochenlang die A 272 entlang fahren und an beinahe jeder Wegbiegung etwas Neues entdecken. Außergewöhnlich ist die Seitenaufteilung des Buches; die beiden mittleren Teile einer Doppelseite geben den laufenden Text wieder, die beiden Seitenränder enthalten Zusatzinformationen.

Wer sich für Bücher über englische Straßen interessiert, dem sei auch das Buch „The A303: Highway to the Sun“ von Tom Fort empfohlen, das ich in meinem Blog vorgestellt habe.

Pieter und Rita Boogaart: A 272: An Ode to a Road.Pallas Athene Art 2013. 272 Seiten. ISBN 978-1843680956.

Die A272 im Stadtzentrum von Midhurst (West Sussex).   © Copyright Stuart Logan and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die A272 im Stadtzentrum von Midhurst (West Sussex).
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Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

 

Bandstands – Musikpavillons in England

Auftritt der Abba Tribute Band im Eastbourne Bandstand.   © Copyright PAUL FARMER and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Auftritt der Abba Tribute Band im Eastbourne Bandstand.
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A bandstand is a circular or semicircular structure set in a park, garden, pier, or indoor space, designed to accommodate musical bands performing concerts„, so bringt es die Wikipedia genau auf den Punkt. In der viktorianischen Zeit waren die Musikpavillons besonders beliebt und oft traten dort Brass Bands zur Freude der Zuhörer auf.

Der wahrscheinlich größte Experte in Sachen Bandstands in Großbritannien ist der Landschaftsarchitekt Paul Rabbitts, 1965 im County Durham geboren, der sein Herz an die Musikpavillons gehängt und ein Register erstellt hat, in dem alle diese Gebäude aufgelistet sind, sowohl die noch existierenden als auch die aufgegebenen und abgerissenen. 1119 sind da bisher zusammengekommen in Großbritannien und Irland, von Aberdare in Wales bis Youghall in Irland.

Zwei Homepages hat Paul Rabbitts erstellt, auf denen er jede Menge Informationen über die Pavillons zusammengestellt hat:
http://www.bookabandstand.com/ und http://www.paulrabbitts.co.uk/

Darüberhinaus hat er zwei Bücher zum Thema verfasst wie „Bandstands“ (Shire Publishing, 2011) und „Bandstands of Britain“ (The History Press, 2014), drei weitere sind in Vorbereitung.

Vier dieser Musikpavillons möchte ich hier kurz vorstellen:

The Eastbourne Bandstand nennt sich selbst „The busiest bandstand in the United Kingdom“. Der 1935 erbaute Pavillon bietet pro Jahr über 135 Musikveranstaltungen der unterschiedlichsten Art an, heute zum Beispiel eine Kids Disco Party Night. Viele Tribute Shows finden hier statt wie in diesem Monat die von Blondie, Robbie Williams und Bruno Mars. Plätze für rund 1400 Zuschauer sind an dem Pavillon vorhanden.

1884 wurde der Brighton Bandstand gebaut, vor einigen Jahren komplett renoviert und 2009 neu eröffnet. In diesem besonders schön gestalteten Pavillon werden in den Sommermonaten jeweils sonntags Musikveranstaltungen angeboten, man kann The Bandstand aber auch für Hochzeitsfeiern mieten, das daruntergelegene Café sorgt für das Catering.

Der Deal Memorial Bandstand an der Ostküste von Kent legt seinen Schwerpunkt auf Blaskapellen. In diesem Monat treten hier zum Beispiel die Band of the Brigade of Gurkhas und die Medway Concert Brass auf. Der 1993 eröffnete Musikpavillon erinnert an einen Bombenanschlag der IRA am 22. September 1989 auf die Royal Marines School of Music in Deal, bei dem elf Musiker getötet und elf verletzt wurden.

„Jazz on the Pantiles“ ist ein beliebtes Festival, das seit mehr als 20 Jahren in den Pantiles im Bandstand der Stadt Royal Tunbridge Wells in Kent veranstaltet wird. Von Mai bis September kommen hier jeden Donnerstagabend Jazzfreunde auf ihre Kosten.

Der Brighton Bandstand.   © Copyright Marathon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Brighton Bandstand.
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Der Musikpavillon in Deal (Kent).   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Musikpavillon in Deal (Kent).
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Der Bandstand in den Pantiles von Royal Tunbridge Wells (Kent).   © Copyright Marathon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Bandstand in den Pantiles von Royal Tunbridge Wells (Kent).
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Published in: on 9. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Scudamore’s – Cambridges ältester Puntingbetrieb

Scudamore's Punting Company am Mill Lane in Cambridge.   © Copyright Kate Jewell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Scudamore’s Punting Company am Mill Lane in Cambridge.
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Woran denkt man, wenn man den Namen Cambridge hört? An die alten Universitätsgebäude, an die Backs, den River Cam und natürlich an Punting. Punts sind jene Flachboote, mit denen Passagiere über den Fluss Cam gestakt werden, von Männern und Frauen, die auf einer Art Plattform auf dem Boot stehen und diese mit einer langen Stange fortbewegen und steuern. Wie das genau funktioniert zeigt dieser Film.

Maurice „Jack“ Scudamore war der erste, der diese Boote in Cambridge einführte. 1903 gründete er Scudamore’s Boatyard in der Mill Lane und noch heute kann man an derselben Stelle Scudamore’s Punts mieten und das an 364 Tagen im Jahr (nur am ersten Weihnachtstag bleibt die Mietstation geschlossen). Die Firma hat sich im Laufe der Zeit einiges einfallen lassen, um die Punting Touren noch attraktiver zu gestalten. Da gibt es zum Beispiel Strawberry and Cream Tours (£28.50), Champagne Punt Tours (£35) und Pimm’s & Lemonade Tours (£28.50). Wer möchte, kann eine Proposal Tour buchen (£175), um seiner Geliebten die wichtigste Frage seines Lebens zu stellen und später, sollte die Antwort positiv ausfallen, eine romantische Hochzeitstour (£165) mit ihr zu unternehmen.

Eine ganz normale private 45 Minuten lange Punting Tour auf dem River Cam kostet £150 (£120 bei Vorbestellung) pro Boot. Schließt man sich einer Gruppe an, werden £19 fällig. Diese Preise beinhalten alle einen Punter, der jede Menge Informationen über die Colleges parat hat, an denen man vorbeifährt. Diejenigen, die es sich zutrauen, selbst eines dieser Flachboote zu steuern, können das Punt für £27.50 pro Stunde mieten oder für £110 den ganzen Tag.
In diesem Film kann man an einer kleinen Punting Tour durch Cambridge teilnehmen.

Scudamore’s hat aber nicht das Monopol für Punting Tours auf dem River Cam. Da gibt es u.a. noch die Magdalene Bridge Punting Company, die vom Jesus Green aus operiert und die Cambridge Chauffeur Punts, die interessanterweise ein zweigängiges Thai-Menu auf dem Wasser im Programm haben und deren 27 Boote an der Silver Street vor Anker liegen.

In der Hauptsaison kann es auf dem Fluss ziemlich voll werden und dann ensteht schon einmal ein kleines Verkehrschaos wie dieser Film zeigt.

Hochbetrieb auf dem River Cam.    © Copyright Chris Allen and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hochbetrieb auf dem River Cam.
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Auch bei schlechtem Wetter finden die Touren statt.   © Copyright Christopher Hilton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Auch bei schlechtem Wetter finden die Touren statt.
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Published in: on 8. August 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Spukorte – Die B3212 im Dartmoor bei Postbridge in Devon

Die B3212 zwischen Postbridge und Two Bridges.   © Copyright Alan Hunt and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die B3212 zwischen Postbridge und Two Bridges.
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Auf einem Teilstück der B3212 im Dartmoor (Devon) kam es immer wieder zu zahlreichen Unfällen, deren Ursache manchmal unklar war. Vor allem zwischen Postbridge und Two Bridges verunglückten Autos, manchmal mit tödlichem Ausgang. Bei schönem Wetter sieht das Dartmoor eigentlich ganz freundlich aus, doch wenn das Hochmoor im Nebel liegt, herrscht eine ganz andere Atmosphäre und wer nachts unterwegs ist, sieht das alles mit ganz anderen Augen. Ich bin selbst einmal an einem nebelverhangenen Tag durch das Moor gefahren und traf dabei auf zwei große Hunde, wobei sofort Erinnerungen an The Hound of the Baskervilles wach wurden.

Mehrere der Fahrer, die auf der B3212 verunglückten, erzählten eine unglaubliche Geschichte wie es zu dem Unfall kam. Während der Fahrt hätten sich plötzlich unheimliche behaarte, körperlose Hände auf das Lenkrad gelegt und das Fahrzeug von der Straße manövriert. Die Hände sollen soviel Kraft gehabt haben, dass ein Gegenlenken nicht möglich war. Merkwürdigerweise ähnelten sich alle diese Geschichten sehr stark und nach Presseberichten waren bald im ganzen Land die „Hairy Hands“ vom Dartmoor bekannt und berüchtigt. Nicht nur Autofahrer hatten diese unheimliche Begegnung, auch Motorradfahrer waren betroffen wie einmal im Jahr 1921 als Dr Helby, Angestellter des nahegelegenen Dartmoor Prison, tödlich verunglückte. Zwei Kinder, die im Beiwagen mitfuhren, erzählten wie der Arzt verzweifelt um die Kontrolle des Motorrades gekämpft hatte, als ob jemand gegen seinen Willen das Lenken übernommen hätte.

Eine andere Geschichte machte einige Jahre später die Runde, als ein in einem Wohnwagen campierendes Pärchen erzählte wie sie eines Nachts aufwachten und die Hairy Hands am Fenster sahen, die offensichtlich einen Weg in das Innere des Caravans suchten.

Erklärungsversuche für die Vorgänge gab es einige, zum Beispiel dass die Hände einem ehemaligen Insassen des berüchtigten Dartmoor Gefängnisses gehörten, der seine Opfer stets erwürgt hatte, oder einem anderen Kriminellen, dem man vor langer Zeit zur Strafe die Hände abgehackt hatte. Eine ganz andere Erklärung für die vielen Unfälle auf dem Straßenstück haben die Bewohner des Dartmoors, die behaupten, dass manche Fremde viel zu schnell auf der unübersichtlichen Straße unterwegs waren und dadurch die Kontrolle über ihre Fahrzeuge verloren haben. Doch warum sollten die Fahrer, die von den Hairy Hands vorher noch nie gehört hatten, unabhängig voneinander die gleiche Geschichte erzählen?

Dieser Film vollzieht die Geschichte von den Hairy Hands noch einmal nach.

Ein kleiner, knapp 12minütiger Spielfilm mit dem Titel „The Hairy Hands“ wurde 2010 gedreht und ist hier in voller Länge zu sehen (er ist nicht für Zartbesaitete geeignet!).

Published in: on 7. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Chearsley (Buckinghamshire)

The Bell alias The Woodman.   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Bell alias The Woodman.
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Als wir vom Abendessen in der Crown in Cuddington zu unserem Übernachtungsort, dem Long Crendon Manor in Long Crendon, zurückfuhren, passierten wir das kleine hübsche Dorf Chearsley, das nur einmal als Drehort für eine Episode der TV-Serie „Midsomer Murders“ bzw. „Inspector Barnaby“ diente. Wir befinden uns in dieser Region tief im Midsomer County, denn ringsum befinden sich viele Dörfer, die man alle aus der Serie kennt.

In Folge 49 „Country Matters“ (dt. „Pikante Geheimnisse“) sehen wir den Dorfpub, den Dorfladen und das Village Green. Fährt man auf der Aylesbury Road und der Crendon Road durch den Ort muss man schon genau hinsehen, um Pub und Laden zu erkennen, denn beide sind hinter hohen buschigen Bäumen versteckt.

The Bell am Village Green ist im Film The Woodman, in dem Danny Piggott hinter dem Tresen steht. Der 450 Jahre alte historische Gasthof mit dem Reetdach eignet sich ausgezeichnet für eine Midsomer Murders-Episode. Im Film sehen wir Barnaby und Ben Jones vor dem Pub sitzend; sie werden Augenzeugen einer Auseinandersetzung zwischen Danny Piggott und seinem Widersacher Gary Talbot, der zusammen mit seiner Frau den Dorfladen Elverton Village Stores betreibt.
Diesen Laden gibt es wirklich; er heißt Chearsley Stores und liegt ebenfalls direkt am Village Green. Die Inhaber hatten es nicht immer leicht und mussten mehrere Male ums Überleben kämpfen. Im Jahr 2000 sollte das Geschäft verkauft werden, doch die Bewohner Chearsleys konnten den Plan abwenden. 2006 aber musste der Laden geschlossen werden, da der Mietvertrag abgelaufen war. Zwölf Monate später wurde das Haus verkauft und der neue Besitzer eröffnete einen Laden, den er mit einem Tea Room kombinierte. Das ging leider schief; der Tea Room schloss 2009 und der Laden 2010. Ein Jahr später, 2011, übernahm ein neuer Mieter den Dorfladen, der bis heute existiert. Das Problem mit diesen kleinen Läden in Dörfern ist der geringe Umsatz und das relativ kleine Angebot. Viele, die sich für das Überleben der Shops in Krisenzeiten einsetzen, kaufen letztendlich doch lieber in den großen Supermärkten ein.
In „Country Matters“ sehen wir auch Innenaufnahmen des Chearsley Stores, wenn Tom Barnaby und Ben Jones Gary und Tracy Talbot interviewen.

Chearsleys St Nicholas Church wurde bei den Dreharbeiten nicht mit einbezogen; Reverend Suzes Kirche ist in Wirklichkeit eine andere St Nicholas Church, die in Remenham in Berkshire dicht an der Themse steht. Auch das Haus, in dem die Kochschule von Rose Southerley untergebracht ist, findet man nicht in Chearsley, sondern in Fingest (Buckinghamshire), gegenüber der Kirche St Bartholomew (ich berichtete in meinem Blog über Fingest). Es wurde also auch in dieser Episode sehr viel gestückelt und man erweckt den Eindruck, als ob alles an einem Ort gedreht worden wäre.

Der Dorfladen, der in "Country Matters" von betrieben wird.   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Dorfladen, der in „Country Matters“ von Gary und Tracy Talbot betrieben wird.
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The Bulwer-Lytton Fiction Contest oder Wer schreibt die skurrilsten Romananfänge?

Edward George Bulwer-Lytton, der Namensgeber des Schreibwettbewerbs. This work is in the public domain.

Edward George Bulwer-Lytton, der Namensgeber des Schreibwettbewerbs.
This work is in the public domain.

Edward George Bulwer-Lytton (1803-1873) kennt man in Deutschland hauptsächlich durch seinen Roman „The Last Days of Pompeii“ aus dem Jahr 1834, der ein Jahr später in deutscher Übersetzung erschien und noch heute unter dem Titel „Die letzten Tage von Pompeji“ lieferbar ist. Weniger bekannt ist sein Roman „Paul Clifford“ (1830), der unter dem gleichen Titel 1834 ins Deutsche übersetzt wurde. Das Buch beginnt mit den berühmten Worten:
It was a dark and stormy night; the rain fell in torrents — except at occasional intervals, when it was checked by a violent gust of wind which swept up the streets (for it is in London that our scene lies), rattling along the housetops, and fiercely agitating the scanty flame of the lamps that struggled against the darkness„.

In der deutschen Übersetzung klingt das so:
„Es war eine dunkle, stürmische Nacht, der Regen fiel in Strömen und ließ nur dann von Zeit zu Zeit nach, wenn er von einem heftigen Windstoß unterbrochen wurde, der durch die Straßen heulte (unser Schauplatz ist nämlich London), in den Giebeln sauste und übermüthig mit den kümmerlichen Flämmchen der Lampen spielte, welche gegen die Finsterniß ankämpften“.

Für manche Literaturhistoriker gilt dieser Satz als der schlechtest mögliche, um einen Roman zu beginnen.

Dieser Satz war auch der Aufhänger für Professor Scott Rice von der kalifornischen Universität von San José, der 1982 die Idee hatte, einen Wettbewerb zu veranstalten, in dem die Teilnehmer einen ähnlich schlechten Anfangssatz eines fiktiven Romans verfassen sollten. Bulwer-Lytton Fiction Contest (BLFC) hieß das Unternehmen, an dem damals nur drei Personen interessiert waren. Im Jahr darauf machte Professor Rice für seinen Schreibwettbewerb erheblich mehr Reklame und plötzlich war das nationale und sogar das internationale Interesse da. Tausende von Einsendungen trafen in den folgenden Jahren ein und bis heute werden alljährlich die schönsten bzw. schrecklichsten Satzanfänge komponiert und, wenn man Glück hat, ausgezeichnet.

Als Beispiel für die Kreativität der Wettbewerbsteilnehmer ist hier der Gewinner aus dem Jahr 2015, Joel Phillips aus West Trenton in New Jersey, der diesen wunderschönen Satz konstruierte:

Seeing how the victim’s body, or what remained of it, was wedged between the grill of the Peterbilt 389 and the bumper of the 2008 Cadillac Escalade EXT, officer „Dirk“ Dirksen wondered why reporters always used the phrase „sandwiched“ to describe such a scene since there was nothing appetizing about it, but still, he thought, they might have a point because some of this would probably end up on the front of his shirt„.

Weil so viele Menschen am BLFC teilnehmen, sind Unterabteilungen geschaffen worden wie Abenteuer, Horror, Geschichtsroman, Science Fiction usw. Auf den Webseiten des BLFC steht zu lesen: Where „www“ means „Wretched Writers Welcome“, dort kann man auch die skurrilsten Beiträge nachlesen.

Edward George Bulwer-Lytton erwähnte ich in meinem Blog einmal, als ich über Knebworth berichtete, das riesige Haus in Hertfordshire, in dem der Schriftsteller jahrelang wohnte.

Der Campus der San José State University in Kalifornien, wo der Wettbewerb aus der Taufe gehoben wurde. This work is in the public domain.

Der Campus der San José State University in Kalifornien, wo der BLFC-Wettbewerb aus der Taufe gehoben wurde.
This work is in the public domain.

Knebworth House, in dem Bulwer-Lytton wohnte.   © Copyright Dr Neil Clifton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Knebworth House, in dem Bulwer-Lytton wohnte.
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British Airways i360 – Die neue Attraktion im Seebad Brighton

Der Turm mit seiner Kapsel kurz vor der Fertigstellung. Author: Sludge G. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Der Turm mit seiner Kapsel kurz vor der Fertigstellung.
Author: Sludge G.
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Bei meinem letzten Besuch im Seebad Brighton war noch nichts von den Bauarbeiten zum geplanten Turm British Airways i360 zu sehen, nur einige große Plakate wiesen auf einen ungewissen Baubeginn hin. Heute, am 4. August 2016, ist es nun soweit, der 162 Meter hohe Superturm wird eröffnet. Gegenüber den Ruinen des abgebrannten West Piers steht die neue Besucherattraktion Brightons, die sicherlich viele Touristen aus aller Welt anziehen wird, bietet sie doch einige Superlative. British Airways i360 ist die erste „vertical cable car“ der Welt und der weltweit höchste sich bewegende Aussichtsturm. In einer 93 Tonnen schweren Glaskapsel gleiten die bis zu 200 Fahrgäste in 20 Minuten von der „Talstation“ bis zum „Gipfel“ und haben dabei eine grandiose 360 Grad Aussicht, die bei gutem Wetter bis zu 40 Kilometer weit reichen kann. Die abendlichen Fahrten nach 18 Uhr dauern 30 Minuten, dann ist die Sky Bar geöffnet, an der man ein Glas englischen Sekt oder ein Real Ale trinken und dabei die Sicht auf die Küste von Sussex und das Meer genießen kann.

Geplant wurde der Turm von dem Londoner Architektenbüro Marks Barfield, das auch schon das London Eye auf der Themse entworfen hat. Gewisse Ähnlichkeiten der Riesenkapsel in Brighton und den kleineren Londoner Riesenradkapseln sind zu erkennen.

Das £46 Millionen teure Gebäude soll nach Planungen der Betreiber über 700 000 zahlende Touristen anlocken, die bereit sind, £15 für eine Fahrt auszugeben, Kinder zahlen die Hälfte. Wer möchte kann die komplette Kapsel für private Feiern mieten und man kann sich in luftiger Höhe auch das Ja-Wort geben.

Was der Besucher noch wissen sollte: Der Turm ist sonntags bis donnerstags von 10 Uhr bis 22 Uhr in Betrieb, freitags und samstags bis 23 Uhr. Ab Windstärke 8 wird der Betrieb eingestellt.

Auch das etwas heruntergekommene Umfeld des Strandes am West Pier, der übrigens vor 150 Jahren eröffnet wurde, hat man im Zuge des Turmbaus aufgehübscht. Dort entstanden/entstehen Restaurants und Läden, weg sind die hässlichen, verbarrikadierten ehemaligen Strandgebäude.

Doch nicht alle Bewohner Brightons sind mit ihrer neuen Attraktion einverstanden; Widerstand regte sich bereits und so betitelte man den i360 schon als „iSore“ und „horrendous thing in the sky“. Hannah Brackenbury nahm sogar einen Protestsong auf, den sie „Grey Big Pole“ nannte und in dem sie davon träumt, dass der Blitz in den Turm einschlägt und er zusammenstürzt.

Heute nun um 22 Uhr startet die Eröffnungsfeier mit einem Feuerwerk und einer Illumination des Turmes.

Dieser Film
zeigt den neuen Turm, von einer Drohne aus gefilmt.

   © Copyright James Emmans and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Das Plakat am West Pier zeigte bei meinem Besuch im Januar 2012 schon wie der Turm einmal aussehen sollte. Eigenes Foto.

Dieses Plakat am West Pier zeigte bei meinem Besuch im Januar 2012 schon wie der Turm einmal aussehen sollte.
Eigenes Foto.

So sah es damals aus am Strand aus. Eigenes Foto.

So sah es damals am Strand aus, wo jetzt der Turm steht.
Eigenes Foto.

The Red Lion in Hatfield (Hertfordshire) – Hier spielten sich am 4. Januar 1970 dramatische Szenen ab

   © Copyright Robert Edwards and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Wenn ich den Namen der Stadt Hatfield in Hertfordshire höre, denke ich in erster Linie an das Hatfield House, jenen Palast, in dem Heinrich VIII. seine Kinder Elizabeth, Mary und Edward erziehen ließ, und an die de Havilland Aircraft Company, die hier viele Jahre lang ihre Flugzeuge baute. Da Hatfield nicht weit von London entfernt liegt, wohnen in der Stadt viele Pendler, die in der Metropole arbeiten.

Nur wenige Gehminuten vom Hatfield House entfernt, liegt an der Great North Road Nummer 88 ein Pub, The Red Lion, der an seinem Neueröffnungstag eine Tragödie erlebte. Am Sonntag, dem 4. Januar 1970 öffnete The Red Lion seine Pforten und hatte gleich am ersten Abend einen sehr prominenten Gast: Keith Moon, Schlagzeuger der Rockgruppe The Who, damals eine der berühmtesten Bands Großbritanniens. Moon, seine Frau und einige Freunde fuhren dorthin, weil der Besitzer der Sohn eines seiner Nachbarn war. Doch gleich als sie den Pub betraten, merkten sie, dass sie da wohl einen Fehler gemacht hatten, denn der „Rote Löwe“ war fest in der Hand von aggressiven Skinheads. Keith Moon, der selten Bier, dafür um so lieber teuren Brandy trank, wurde von den jungen Männern angemacht. Solche Getränke wie sie Moon liebte, konnten sich die Skins nicht leisten und je später der Abend wurde, um so aggressiver traten die Glatzköpfe dem Drummer gegenüber auf. Als die Gruppe um Keith Moon schließlich den Pub verließ, wurde die Stimmung immer gewalttätiger. Der Bentley des Musikers geriet in den Mittelpunkt der Auseinandersetzungen. Die Skins bewarfen ihn mit Münzen und versuchten ihn umzukippen. Keith Moons Freund, Bodyguard und Fahrer Neil Boland gelang es nicht, den schweren Wagen durch die aufgebrachte Menge zu steuern und so stieg er aus, um die Meute zu konfrontieren. Es gab ein Handgemenge, währenddessen sich Moon selbst ans Steuer setzte und Gas gab. Er soll kein besonders geübter Fahrer gewesen sein, der auch nur selten selbst fuhr, und als sich der Bentley in Bewegung setzte, merkte Keith Moon nicht, dass Neil Boland unter das schwere Fahrzeug geraten war und er ihn eine ganze Strecke mitschleifte. Als er schließlich anhielt, war Boland so schwer verletzt, dass er noch in der Nacht im Krankenhaus verstarb.

Keith Moon wurde vor Gericht gestellt, aber was den Tod Bolands anging, freigesprochen, dafür aber wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss verurteilt. Später kam eine andere Version der nächtlichen Vorgänge vor dem Red Lion auf; jemand behauptete, nicht Keith Moon sondern seine Frau Kim hätte am Steuer des Bentleys gesessen, und der Musiker hätte die Schuld auf sich genommen. Was auch immer richtig ist, Keith Moon ließ diese Tragödie vor dem Red Lion in Hatfield bis zu seinem Tod im Jahr 1978 nicht mehr los.

Hier
ist Keith Moon mit einem Schlagzeugsolo zu hören und zu sehen.

The Red Lion gehört zur McMullen Brewery, die seit 1827 in der Grafschaftshauptstadt Hertford ansässig ist.

The Red Lion
88 Great North Road
Hatfield AL9 5EU

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