The Church of St Laurence in Surfleet (Lincolnshire) – Die Kirche mit dem schiefen Turm

Wenn man durch das flache Gebiet der Fens in Lincolnshire fährt, sieht man schon von weitem bei der Annäherung an den kleinen Ort Surfleet die Kirche St Laurence und ihren schiefen Turm. Surfleet liegt am River Glen, knapp fünf Kilometer nördlich von Spalding. Die dem Heiligen Laurentius gewidmete Gemeindekirche wurde vor mehr als 700 Jahren erbaut, und da wir uns hier mitten in den Fens befinden, einem Feuchtgebiet, war der Untergrund damals beim Bau der Kirche nicht richtig ausgetrocknet, was zur Folge hatte, dass das Fundament von St Laurence langsam aber sicher absank. Und nun hat man also einen daraus resultierenden schiefen Turm, in dem zwölf Glocken untergebracht sind, eine Seltenheit in dieser Region. Der Neigungswinkel des Kirchturms soll sogar größer sein als der vom wesentlich bekannteren Schiefen Turm von Pisa.
Während des Bürgerkrieges erlitt St Laurence einige Schäden, und die Parlamentarier benutzten die Kirche eine Zeit lang als Pferdestall. Umgeben ist die Parish Church von einer kleinen Ansammlung von Grabsteinen. Hier sind einige Bilder vom Inneren der Kirche zu sehen.

Direkt gegenüber findet man, wie so häufig in England, einen Pub. Er trägt den Namen The Crown, ein Free House, untergebracht in einem recht unscheinbaren Gebäude.

Siehe meine anderen Blogeinträge über schiefe Türme in England: Bridgnorth und Cleobury Mortimer, beide in Shropshire, und Chesterfield in Derbyshire.

Published in: on 16. Januar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Roz Morris: Not Quite Lost – Travels Without a Sense of Direction; a Diary

Foto meines Exemplares.

Roz Morris ist eine Londoner Schriftstellerin, die einmal als Autorin zweier Fantasyromane („My Memories of Future Life“ und „Lifeform Three„) und einmal als Verfasserin der „Nail Your Novel„-Ratgeber bekannt geworden ist, in denen sie Handreichungen für das Schreiben von Romanen gibt. Darüberhinaus agiert sie als Ghostwriter für Prominente, die sie aber nicht verrät, und sie hat ein kleines Bändchen mit dem Titel „Not Quite Lost: Travels Without a Sense of Direction; a Diary“ verfasst, in dem Tagebuchaufzeichnungen zu finden sind.

Ich möchte es gleich vorausschicken: Ich bin von dem Buch begeistert! Roz Morris schreibt humorvoll von ihren Reisen durch England, begleitet von ihrem Mann Dave Morris, der ebenfalls Fantasyromane schreibt. Die beiden übernachten gern in Häusern des Landmark Trusts, zum Beispiel in dem Martello Tower bei Aldeburgh in Suffolk, in diesem Fall keine gut Wahl, denn bei ihrem Aufenthalt hatten sie mit einem undichten Dach zu kämpfen. The Wardrobe an der Kathedrale von Salisbury war ein weiterer Landmark Trust Übernachtungsort, wo Mr und Mrs Morris mit den Bodyguards des ehemaligen Premierministers Ted Heath konfrontiert wurden, der nebenan wohnte (die Geschichte spielte sich schon 1997 ab).

Sehr witzig ist  Roz Morris‘ Bericht über die Befahrung des berühmt-berüchtigten Porlock Hills in Somerset (die A39), eine der steilsten A-Straßen Englands, als sie Probleme mit Automatikgetriebe und Bremsen bekommt.

Es ist ein Vergnügen, das Buch zu lesen. Highly recommended!!

Hier ist ein Interview mit Roz Morris über ihr Buch.

Roz Morris: Not Quite Lost: Travels Without a Sense of Direction; a Diary. Spark Furnace 2017. 185 Seiten. ISBN 978-1-909905-92-4.

Der Martello Tower bei Aldeburgh in Suffolk.
Photo © Adrian S Pye (cc-by-sa/2.0)

The Wardrobe auf dem Cathedral Close in Salisbury.
Photo © Mike Searle (cc-by-sa/2.0)

Der Porlock Hill in Somerset.
Photo © Roger Cornfoot (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 15. Januar 2019 at 02:00  Comments (7)  

Der Forest of Dean Sculpture Trail – Kunstwerke in einem Waldgebiet in Gloucestershire

„Sculpture Trails“ gibt es mehrere in England; in meinem Blog stellte ich bereits den den Grizedale Sculpture Park in Cumbria vor und den am Broomhill Art Hotel in Devon. Im Forest of Dean in der Grafschaft Gloucestershire gibt es einen weiteren namens Forest of Dean Sculpture Trail, der ab 1986 angelegt wurde und von einem Trust permanent finanziell unterstützt wird. Einige der älteren Kunstwerke sind mittlerweile verrottet, einige neue sind dazugekommen. Auf dem „Waldkunstlehrpfad“ finden sich Werke von einigen renommierten Künstlern Großbritanniens, von denen ich hier einige im Bild vorstellen möchte:

Iron Road heißt dieses Werk von Keir Smith (1950-2007) und wurde aus 20 alten Gleisschwellen hergestellt, denn hier verlief einmal eine Bahnlinie. Smith hat in jede Schwelle ein Bild geschnitzt, das in einem Bezug zu dem Waldgebiet steht.

Kevin Athertons fünf Meter hohe Glasskulptur „Cathedral„. Atherton stammt von der Isle of Man.

Place“ oder „Giant’s Chair“ von Magdalena Jetelova, eine der Skulpturen, die dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen sind. Das Kunstwerk wurde abgebaut und zu Holzkohle umgewandelt. Im Laufe diesen Jahres soll an dieser Stelle ein Werk von Elpida Hadzi Vasileva aufgestellt werden, das den Namen „Cusp“ tragen wird.

Searcher“ von Sophie Ryder, einer Londoner Bildhauerin, die sich auf die Erschaffung mystischer Figuren spezialisiert hat.

Heart of Stone“ von Timothy Lees, einem Master Carver, der viel für den National Trust gearbeitet hat.

Hier kann man sich den Forest of Dean Sculpture Trail  noch einmal im Film ansehen.

Forest of Dean Sculpture Trail
Speech House Road (B4226)
Coleford GL16 7EL
Gloucestershire

Published in: on 14. Januar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Skindles – Ein ehemaliges Hotel in Maidenhead und seine Wiederauferstehung als Brasserie

Für viele Jahre ein Schandfleck an der Themse in Maidenhead, das verbarrikadierte ehemalige Skindles Hotel.
Photo © Kevin White (cc-by-sa/2.0)

Londoner, die ihre außerehelichen Beziehungen pflegen wollten, fuhren gern nach Brighton an die Südküste, wo es viele verschwiegene Hotels gab und noch immer gibt. Für die, die nicht so weit fahren wollten, war das Skindles Hotel in Maidenhead (Berkshire) eine Alternative. Viele Pärchen buchten hier gern ein Zimmer, möglichst mit Blick auf die Themse, die direkt am Hotel vorbei fließt, aber der Ausblick stand nicht im Mittelpunkt des Aufenthaltes der Fremdgänger und Fremdgängerinnen.

Die ehemalige Kutschenstation wurde 1833 von William Skindle als Hotel eröffnet und erfreute sich bald großer Beliebtheit, die bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts anhielt. Größen aus Politik und dem Showbusiness gaben sich die Klinke in die Hand. Zeitweilig war es in den 1920 und 1930er Jahren ein Treffpunkt für berühmte Motorsportler, später dann, in den 1950er Jahren, traf man sich gern im Skindles zum Teetrinken und zum Tanzen.  Bette Davis und die Marx Brothers zählten zu den Gästen.

1978 wurde das Skindles in einen Nachtclub umgewandelt, mit ebenso großem Erfolg, denn nach wenigen Jahren hieß es, dass das Studio Valbonne, so der Name, wäre der beste Nightclub der Welt, in den es u.a die Rolling Stones, John Lennon und Yoko Ono und Prinzessin Margaret zog. Alles lief also bestens, bis es in den 1990er Jahren vorbei mit dem Spektakel war. Das Skindles schloss seine Pforten für immer, wurde mit Brettern vernagelt und gammelte vor sich hin, ein Jammer bei dieser wunderschönen Lage, neben der Themsebrücke an der A4, der Bath Road.

Im Oktober 2015 kamen schließlich Baufahrzeuge, die den ganzen Komplex abrissen, um darauf eine elegante weiträumige Wohnanlage zu bauen, die Taplow Riverside Homes & Apartments. Nichts mehr erinnert an das einstmals so beliebte Hotel…bis auf eine Brasserie, die den Namen Roux at Skindles trägt und im Oktober 2018 an der Stelle eröffnet wurde, wo das Hotel stand. Der Name Roux ist in der Gourmetszene Englands ein Begriff, denn Michel Roux und sein Sohn Alain betreiben ein Stück weiter die Themse entlang in Bray das 3*Sterne Restaurant und Hotel Waterside Inn, eines der besten Englands.
Das Roux at Skindles hat deutlich niedrigere Preise als der Waterside Inn und bietet vom Frühstück über Mittagessen, Afternoon Tea bis zum Abendessen alles an, was die Bewohner von Maidenhead sich wünschen, ohne allzu tief in die Tasche greifen zu müssen, aber trotzdem bei den berühmten Rouxs speisen zu können. Außer Montag ist die Brasserie täglich geöffnet.

Roux at Skindles
Mill Lane
Taplow
Maidenhead SL6 OAG

Hier an der Maidenhead Bridge lag das berühmte Hotel.
Photo © Nigel Cox (cc-by-sa/2.0)

The Waterside Inn in Bray.
Eigenes Foto.

 

Published in: on 13. Januar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Great West Way – Eine Initiative, um den Tourismus zwischen London und Bristol zu fördern

Bradford-on-Avon in Wiltshire, eine der hübschen Marktstädte am Great West Way.
Photo © Bob Jones (cc-by-sa/2.0)

Sollte es am 29. März 2019 um 23 Uhr englischer Zeit zu einem harten Brexit kommen, hätte das auch Auswirkungen auf den Tourismus auf der Insel, welche das auch immer sein mögen. Möglicherweise werden die Briten bei ihren Urlaubsplanungen erst einmal vorsichtig sein und im eigenen Land bleiben. Da kommt die Initiative Great West Way gerade recht, die den Tourismus fördern will und zwar im Bereich zwischen London und Bristol. Finanziell unterstützt wird Great West Way vom Discover England Fund, der in den Jahren 2016 bis 2019 £40 Millionen ausgegeben hat bzw. noch ausgeben wird.

Great West Way ist eine knapp 200 Kilometer lange Route, die sich auf beiden Seiten der Autobahn M4 bzw. der Straße A4 entlangzieht, die man zu Fuß, zu Fahrrad, per Boot oder per Auto erkunden kann. Auf den Webseiten gibt es jede Menge Hilfestellungen, um seine Reise zu planen, egal wofür man sich interessiert. Beispielsweise gibt es einen Film and TV Locations Guide, mit dem eine Reise auf den Spuren von Filmschauplätzen unternommen werden kann. Der Industrial Heritage Break führt zu historischen Schauplätzen wie STEAM in Swindon und zur Clifton Suspension Bridge bei Bristol. Wer sich für hübsche Kleinstädte interessiert, der kann sich seine Reise anhand der Top 10 Charming Market Towns zusammenstellen, die u.a. nach Henley-on-Thames, Marlborough, Marlow und Bradford-on-Avon führt.

Weiterhin bieten die Webseiten von Great West Way Unterstützung bei der Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten, angefangen von preisgünstigen Campingplätzen und Bed&Breakfast bis hin zu Luxushotels, von denen es in dieser Region einige gibt wie Lucknam Park, The Royal Crescent in Bath und das Woolley Grange Hotel bei Bradford-on-Avon.

Great West Way ist interessant und hilfreich für jeden, der sich diese Region Englands einmal genauer ansehen möchte und nicht nur auf der M4 an allem vorbeifahren will.

Auf der A4 in Marlborough (Wiltshire).
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

Das Lucknam Park Hotel bei Thickwood in Wiltshire.
Photo © Viki Bennett (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 12. Januar 2019 at 02:00  Comments (2)  
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Rote Milane über den Chiltern Hills in Oxfordshire und Buckinghamshire

Ein Red Kite über Haddenham in Buckinghamshire.
Photo © Rob Farrow (cc-by-sa/2.0)

Die Chiltern Hills liegen dort, wo zahlreiche Folgen der „Inspector Barnaby“-Krimiserie gedreht worden sind, und genau da fühlen sich die Roten Milane (Red Kites) besonders wohl. Nachdem sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts in England komplett von der Bildfläche verschwunden waren, weil Wildhüter sie ausgerottet hatten, versuchte die Royal Society for the Protection of Birds und English Nature sie in den Jahren von 1989 bis 1994 neu anzusiedeln, indem Vögel aus Spanien in den Chiltern Hills ausgesetzt wurden. Da diese Roten Milane mit ihrem neuen Standort einverstanden waren, begannen sie sich zu vermehren und man schätzt, dass heute an die tausend Pärchen hier für Nachwuchs sorgen.
Die Red Kites sind eindrucksvolle Vögel, deren Flügelspannweite bis zu 1,70 Meter betragen kann. Sie ernähren sich hauptsächlich von toten Tieren, aber auch von kleinen Säugetieren und Käfern und Würmern.

Vor kurzem schrieb ich in meinem Blog über den Stokenchurch Gap, wo die Autobahn M40 die Chilterns durchquert; dort kann man häufig die Roten Milane beobachten. Weitere Orte, wo die Wahrscheinlichkeit groß ist, die Vögel kreisen zu sehen, sind der Watlington Hill, The Warburg Reserve und der Bledlow Great Wood bei Chinnor, alle in Oxfordshire, sowie der West Wycombe Hill und The Bradenham Estate in Buckinghamshire. Wer sich näher für die Milane in den Chilterns interessiert, findet weitere Informationen auf der Webseite redkites.net.

Weil die Neuansiedlung der Vögel in den Chilterns so erfolgreich war, hat man die Tiere auch in anderen Teilen Großbritanniens angesiedelt wie zum Beispiel in Yorkshire, den Midlands in Schottland, Wales und Nordirland.

Dieser Film zeigt die schönen Tiere im Flug über den Chiltern Hills und hier ist der „Gesang“ eines Roten Milans zu hören (nicht gerade ein Singvogel, aber immerhin…).

Milane über Cadmore End bei Stokenchurch.
Photo © Graham Horn (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 11. Januar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Albany – Einer der begehrtesten Apartmentkomplexe in London

Zentraler kann man in London wohl kaum wohnen als im The Albany, einem Apartmentkomplex etwas zurückgesetzt von der lebhaften Straße Piccadilly. Das Edelkaufhaus Fortnum&Mason und die Buchhandlung Hatchards liegen gleich gegenüber, wer auf Autos der Marke MG steht, kann diese ein paar Meter von der Haustür entfernt kaufen, und das Juweliergeschäft Vashi ist ebenfalls in der kleinen Stichstraße zu finden. So verwundert es nicht, dass The Albany als Wohnsitz ungemeint begehrt ist und das schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts, als Prince Frederick, Duke of York and Albany sein Haus verkaufte und es in Junggesellenwohnungen umgebaut wurde. Es dauerte nicht lange bis The Albany von wohlhabenden Junggesellen bezogen wurde, die die Lage des Hauses zu schätzen wussten.

Der Dichter Lord Byron wohnte hier von 1814 bis 1815, der Schriftsteller Edward Bulwer-Lytton („Die letzten Tage von Pompeji“) bezog 1835 eine Wohnung und noch weitere Autoren wie Aldous Huxley, Georgette Heyer, J.B. Priestley, Graham Greene und Bruce Chatwin gehörten zu den Bewohnern.

Auch Politiker zog es in The Albany wie George Canning, der im Jahr 1827 einige Monate lang Premierminister war, ein weiter Premierminister Edward Heath, der Tory MP Alan Clark und der konservative Brexit-Befürworter Jacob Rees-Mogg.

Der berühmte Dirigent Sir Thomas Beecham war Bewohner des Albany so wie der Philosoph Sir Isaiah Berlin, der Architekt Norman Foster, der Verleger John Lane, der Schauspieler Terence Stamp und der Designer Ashley Hicks, der uns in diesem Film sein Apartment vorstellt.

Kürzlich wurde ein Duplex-Apartment zum Preis von £6 950 000 zum Kauf angeboten und natürlich auch verkauft.

A la Ronde – Das Haus mit den 16 Ecken bei Exmouth in Devon

Eines der merkwürdigsten Häuser, die dem National Trust gehören, steht am nördlichen Ortsrand von Exmouth in Devon und hat den französisch klingenden Namen A la Ronde. Es wurde im späten 18. Jahrhundert für die beiden Cousinen Jane und Mary Parminter gebaut, die gern ruhig und abgelegen wohnen und dort ihr etwas exzentrisches Leben verbringen wollten.

Das Besondere an diesem Haus ist einmal die äußere Form: es ist sechzehneckig und das findet man nicht so oft. Der Grund dafür soll gewesen sein, dass die beiden Damen den ganzen Tag lang die Sonne (wenn sie denn scheint) in einem der Zimmer haben wollten; sie mussten dabei natürlich  ständig ihren Aufenthalt in ein anderes Zimmer verlegen.

Aber auch das Innere von A la Ronde ist sehr ungewöhnlich. Die beiden Parminter-Cousinen waren sehr reisefreudig und brachten immer einiges von ihren Touren mit, was sie dann auch in ihrem geräumigen Haus großzügig verteilten. Eine besondere Schwäche hatten sie für Muscheln und in einer Gallerie des Hauses finden sich 25 000 Exemplare (ich weiß nicht, wer die alle gezählt hat).

A la Ronde, das nach dem Vorbild der Kirche San Vitale in Ravenna gebaut worden sein soll, durfte nach dem letzten Willen der beiden Damen immer nur an unverheiratete weibliche Blutsverwandte vererbt werden, was auch bis 1886 geklappt hat; dann ging das Haus an den Pfarrer Oswald Reichel über, einen Bruder der letzten Besitzerin. Reichel nahm eine ganze Menge Veränderungen und Modernisierungen vor, die aber zum großen Teil vom National Trust wieder rückgängig gemacht worden sind.

A la Ronde wird in diesem Jahr am 2. Februar mit einem Grand Opening für diese Saison eröffnet. Der Eintrittspreis liegt jetzt bei £10.

Hier ein kleiner Film, der einen Eindruck von diesem merkwürdigen Haus vermittelt.

A la Ronde
Summer Lane
Exmouth EX8 5BD

Die achteckige Halle von A la Ronde.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

Die Heizung in einem der Räume.
Photo © David Hawgood (cc-by-sa/2.0)

Das Vorbild für A la Ronde: Die Basilika von San Vitale in Ravenna.
Author: Username.Ruge
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Published in: on 9. Januar 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Pele Towers – Wachtürme im Grenzbereich zwischen England und Schottland

 

Dieser Turm in Shilbottle in Northumberland wurde Anfang des 15. Jahrhunderts erbaut und in ein Wohnhaus umgewandelt.
Photo © Mike Searle (cc-by-sa/2.0)

Um es gleich vorwegzusagen, mit dem ehemaligen brasilianischen Fußballstar Pele haben die Pele Towers im Norden Englands und im Süden Schottlands nichts zu tun. Man nennt sie auch „Peel Towers„, was schon wieder englischer klingt. Die Wikipedia erläutert: „Der Name wird zwar auf das lateinische Wort „pilum“ zurückgeführt, bedeutet hier aber „Pfosten“ oder „angespitzte Stange“.

Also: Pele Towers sind Wachtürme im englisch-schottischen Grenzbereich, die dafür vorgesehen waren, vor marodierenden und mordenden Banden, den sogenannten „border reivers„, zu warnen, die sich sowohl aus Schotten als auch aus Engländern zusammensetzten und die sich nicht darum kümmerten, welcher Nationalität ihre Opfer angehörten. War der Feind in Sicht, wurde von den Türmen aus mit Hilfe von Feuer- oder Rauchzeichen die Nachbarschaft gewarnt, die sich dann auf den Weg machte, um in den Pele Towers Schutz zu suchen, in denen manchmal auch die Grundbesitzer mit ihren Familien wohnten.

Aufgrund ihrer stabilen Bauweise mit meterdicken Mauern sind noch heute einige dieser Türme erhalten geblieben (hier ist eine großartige Lichtershow zu sehen, projiziert auf den Vicar’s Pele Tower in Corbridge in Northumberland), im englischen Bereich vorwiegend in Northumberland und Cumbria.
Hier sind einige Beispiele:

Clifton in Cumbria.
Photo © Maigheach-gheal (cc-by-sa/2.0)

Pele Tower auf Farne Island (Northumberland).
Photo © Trevor Littlewood (cc-by-sa/2.0)

Der Stricklands Tower am Rose Castle bei Raughton Head in Cumbria.
Photo © Rose and Trev Clough (cc-by-sa/2.0)

Der Horsley Tower in Longhorsley (Northumberland)
Photo © Sandra White (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 8. Januar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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„There’ll Always Be An England“ – Ein patriotisches Lied von Ross Parker und Hugh Charles

Ein „country lane“ wie im Lied besungen, hier in Warwickshire.
Photo © David P Howard (cc-by-sa/2.0)

Die offizielle Nationalhymne“ des Vereinigten Königreichs, ist, wie wohl jeder weiß, „God Save the Queen„. Darüber hinaus gibt es aber noch einige Lieder, die als Nationalhymne 2. Grades gehandelt und mit gleicher Inbrunst gesungen werden, man denke an „Rule Britannia“ (s.mein Blogeintrag) oder „Land of Hope and Glory“ (s. mein Blogeintrag ).

In seinem Buch „England – 1000 things you need to know“ führt Nicholas Hobbes gleich neun National Anthems auf.

Eine davon, „There’ll always be an England„, ist ein patriotisches Lied, das 1939 von Ross Parker (Melodie) und Hugh Charles (Text) geschrieben wurde.
Zum ersten Mal war das Lied in dem Film „Discoveries“ zu hören, der 1939 in die britischen Kinos kam und von Glyn Davis gesungen wurde. Als sich aber Vera Lynn nach Ausbruch des 2. Weltkrieges des Liedes annahm, wurde es zu einem großen Erfolg. Später sangen es noch viele andere, u.a. Tiny Tim und die Sex Pistols, aber das waren dann wieder ganz andere Formen der Interpretation.
Hier ist die Version von Vera Lynn. Der Text des Liedes:

There’ll always be an England
While there’s a country lane,
Wherever there’s a cottage small
Beside a field of grain.
There’ll always be an England
While there’s a busy street,
Wherever there’s a turning wheel,
A million marching feet.

Red, white and blue; what does it mean to you?
Surely you’re proud, shout it aloud,
„Britons, awake!“
The empire too, we can depend on you.
Freedom remains. These are the chains
Nothing can break.

There’ll always be an England,
And England shall be free
If England means as much to you
As England means to me.

…und ein „cottage small“ wie hier in Norfolk.
Photo © Adrian S Pye (cc-by-sa/2.0)

…und ein „field of grain“ vor dem Leeds Castle in Kent.
Photo © nick macneill (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 7. Januar 2019 at 02:00  Comments (2)  

Mein DVD-Tipp – „Charles Dickens’s England“ mit Derek Jacobi

 

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Der Sender Sky Arts strahlte 2009 eine Dokumentation aus, die auch auf DVD erhältlich ist, und die ich allen empfehlen kann, die sich für englische Literatur und speziell für Charles Dickens interessieren: „Charles Dickens’s England„, hervorragend präsentiert von Derek Jacobi, einem englischen Schauspieler, der 1994 einem breiten Fernsehpublikum bekannt wurde durch die Rolle des „Bruder Cadfael“ in den Verfilmungen der historischen Krimis von Ellis Peters.

Derek Jacobi führt in diesem zweistündigen Film zu allen wichtigen Plätzen, die mit Charles Dickens in Zusammenhang stehen: Von Portsmouth zur Isle of Wight, von Chatham nach Broadstairs und von Rochester nach Barnard Castle.  Auf dieser Rundreise trifft Jacobi auf eine Reihe von Dickens-Spezialisten, die ihr umfangreiches Wissen an die Zuschauer weitergeben.

So ist eine atmosphärisch dichte Dokumentation entstanden, nicht zuletzt durch Jacobis einfühlsame Präsentation.
Der DVD ist noch eine weitere hinzugefügt, mit einem „Making of“ und einer Zusammenfassung der im Hauptfilm durchgeführten Interviews und Lesungen von Dickens-Texten.

Die DVD ist zwar vergriffen, aber antiquarisch leicht zu bekommen. Hier ist ein kleiner Ausschnitt daraus.

Das Begleitbuch mit dem gleichen Titel ist 2009 bei Guerilla Books erschienen und noch lieferbar.

Ein Pub in der Union Street in Southwark, London.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Eine Statue des Meisters auf dem Guildhall Square in seiner Geburtsstadt Portsmouth.
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 6. Januar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Idle Working Men’s Club in Bradford (West Yorkshire) – Der begehrteste Club dieser Art in England

 

Author: John Yeadon
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Working Men’s Clubs entstanden in den Industriegebieten Englands im 19. Jahrhundert mit dem Ziel, der Arbeiterklasse Erholung, Entspannung und Bildung zu vermitteln.
In der kleinen Stadt Idle, einem Vorort von Bradford (West Yorkshire), gibt es auch einen, der sich Idle Working Men’s Club nennt. Das ist doppeldeutig, denn „idle“ bedeutet auch so viel wie faul oder träge.
Klar, dass man von dieser Doppeldeutigkeit auch Gebrauch machte und das Logo des Clubs entsprechend gestaltete (es zeigt einen auf eine Schaufel gelehnten Arbeiter).

Das Besondere an diesem 1928 gegründeten Arbeiterclub ist aber, dass er auf Grund der hohen Nachfrage aus dem In- und Ausland Ehrenmitgliedschaften vergeben hat und zwar an Personen, die man normalerweise nicht in so einem Club anzutreffen vermutet, z.B. ehemals „James Bond“ Roger Moore, Mohammed Al Fayed, Paul Gascoigne oder Uri Geller, ja sogar Michael Jackson war zu seinen Lebzeiten Ehrenmitglied (er bekam die Mitgliedschaft von Uri Geller zu seiner Hochzeit geschenkt).

In Zeiten, in denen die Zahl der Working Men’s Clubs rapide gesunken ist, kann sich der West Yorkshire-Club nicht beklagen: Er blüht und gedeiht. Hier sind Stimmungsbilder aus dem IWMC.

Idle Working Men’s Club
23 High Street
Idle
Bradford
West Yorkshire BD10 8NB

Published in: on 5. Januar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Pack o’Cards in Combe Martin (Devon)

 
Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Combe Martin ist ein hübsches Dorf an der Nordküste von Devon, am Rand des Exmoor-Nationalparks. Hier steht ein äußerst seltsamer Pub namens „The Pack o‘ Cards„, auf Deutsch „Das Kartenspiel“. Dieses verschachtelte Gebäude ist nach dem Nummernsystem eines Kartenspiels gebaut worden und zwar gibt es hier:
– 4 Stockwerke = Zahl der Spielkartenfarben
– 13 Zimmer, 13 Türen auf jedem Stockwerk, 13 Kamine = Zahl der Karten einer Farbe
– 52 Fenster, 52 Treppen, 52 x 52 Fuß Grundfläche = Zahl der Spielkarten

Der ganze Pub sieht auch wie ein Kartenhaus aus. Wie kam es dazu?
Ein gewisser George Ley aus Combe Martin spielte gerne einmal eine Runde Karten mit seinen Freunden und eines Tages, das war im Jahr 1690, konnte er einen großen Gewinn einstreichen. Ihm fiel nichts Besseres ein, als ein Haus zu bauen, das ihn immer an diesen großen Gewinn erinnern würde, indem das Gebäude wie ein Kartenhaus gestaltet wurde. Erst im frühen 19. Jahrhundert machte man daraus einen Gasthof, den  King’s Arms Inn. Den heutigen Namen, „Pack o‘ Cards“, erhielt der Pub aber erst 1933.

Wer hier einmal an der Nordküste Devons unterwegs ist, sollte es auf keinen Fall verpassen, diesem „Folly Gasthof“ einen Besuch abzustatten.
In Paul Moodys und Robin Turners „Rough Pub Guide“ („A countdown of the fifty most unforgettable drinking experiences in the UK“) nimmt „The Pack o‘ Cards“ Platz 40 ein. Die Autoren beschreiben den Pub folgendermaßen: „The Pack o’Cards looks less like the pristine pack your grandmother keeps for the odd hand of bridge and more like some kind of booze-fuelled ziggurat erected to the specifications of a pissed-up seventeenth-century Omar Sharif“ (ziggurat = mesopotamischer Tempelturm).

Zu Combe Martin siehe auch einen weiteren Blogeintrag.

The Pack o’Cards
High Street
Combe Martin
EX34 0ET
 

Spinster’s Rock – Eine Megalithanlage im Dartmoor und ihre Legenden

Westlich des Dörfchens Drewsteignton im Dartmoor steht eine Megalithanlage, dort in Devon auch als Quoit bezeichnet, die den Namen Spinster’s Rock trägt. Drei einzelne Felsen tragen eine große Felsplatte, Teil einer ehemaligen Grabkammer. Auf einem Schild erhalten wir Auskunft:
Spinsters’s Rock – A neolithic burial chamber erected around 3500-2500 BC. The chamber probably contained many burials and would originally have been covered by a long earthen mound. The stones fell down in 1862 and were re-erected in the same year. Traditionally the monument was erected by three spinsters one morning before breakfast„.

Da haben wir schon eine Legende. Drei „spinsters“, in diesem Falle handelt es sich bei den Damen um keine alte Jungfern, sondern um Frauen, die Wolle gesponnen haben, warteten auf einen Händler, der ihnen die Wolle abnehmen sollte. Um sich die Zeit zu vertreiben, stapelten die Frauen, die wohl sehr kräftig gewesen sein müssen, ein paar herumliegende Felsen aufeinander. Der Händler wird gestaunt haben, als er bei seiner Ankunft das neu entstandene Bauwerk bewundern konnte, das die Spinnerinnen sogar noch vor dem Frühstück errichtet hatten.

Laut einer anderen Legende soll ein alter Mann mit seinen drei Söhnen dort im Dartmoor aufgetaucht sein und, aus welchem Grund auch immer, das Felsengebilde aufgestellt haben; danach verschwanden sie und wurden nie wieder gesehen. Es heißt, dass es sich bei den Männern um die biblische Figur Noah samt seinen Söhnen gehandelt haben soll, die an dieser Stelle versteinert worden sind (Noah liegt oben drauf auf seinen Söhnen).

Wie es auf dem Schild schon zu lesen war, kollabierten die Felsen im Jahr 1862 und zwar im Januar, nachdem es im Jahr zuvor besonders viele Niederschläge im Dartmoor gegeben hatte. Man machte sich bald darauf an die Arbeit, um Spinster’s Rock wieder aufzustellen, was nicht ganz einfach war, denn der Deckstein wog rund 16 Tonnen. Im November standen die Felsen wieder fast genau wie vorher auf der Wiese, nur ein paar Kleinigkeiten, wie die Positionierung der Steine, waren anders, was aber kaum auffiel.

Published in: on 3. Januar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Little Germany – Ein Stück Deutschland in Bradford (West Yorkshire)

Die Burnett Street.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

Bradford in West Yorkshire, eine Stadt mit einer halben Million Einwohner, verbindet man heute mit seinem hohen Anteil an asiatischer Bevölkerung, der knapp unter 30% beträgt. Vor allem Einwanderer aus Pakistan haben sich die Stadt als Wohnsitz ausgesucht. Außer Englisch sind hier Panjabi und Urdu die meist gesprochenen Sprachen.
Umso erstaunlicher, dass es mitten in Bradford ein Viertel gibt, das Little Germany heißt. Zurückzuführen ist der Name auf die vielen aus Deutschland stammenden Händler, viele jüdischen Ursprungs, die sich Mitte des 19. Jahrhunderts wegen der boomenden Textilindustrie in Bradford niederließen. Sie bauten große Lagerhäuser, in denen sie die in der Stadt produzierten Textilwaren unterbrachten, bevor diese exportiert wurden. Auch der Textilwarenhändler Julius Delius und seine Frau Elise siedelten sich hier an, die Eltern des berühmten Komponisten Frederick Delius, der hier am 29. Januar 1862 das Licht der Welt erblickte.

Susan Duxbury-Neumann hat zu dem Thema ein Buch geschrieben „Little Germany: A History of Bradford’s Germans„, erschienen 2015 im Verlag Amberley Publishing. Hier ist ein Film über das Viertel.

In der Zeit von 1855 bis 1890 entstanden 85 Gebäude von denen heute 55 unter Denkmalschutz stehen. Man ist dabei, einige dieser imposanten viktorianischen Häuser in Hotels, Büros und Wohnungen umzugestalten, die spezielle Architektur aber zu erhalten.
Hier sind einige Beispiele aus Little Germany in Bradford:

Die Cater Street.
Photo © Stephen Craven (cc-by-sa/2.0)

Das Devere House.
Photo © Stephen Craven (cc-by-sa/2.0)

Die Mill Street.
Photo © Robin Stott (cc-by-sa/2.0)

East Parade. In dem Gebäude war einmal die Firma Delius & Co. untergebracht.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 2. Januar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Londoner U-Bahnstation Finsbury Park und der tragische Tod eines Jazz- und Bluesmusikers

Die Londoner U-Bahnlinie Piccadilly Line führt auf rund 71 Kilometern quer durch London. Finsbury Park (hier im Film zu sehen) ist eine der Stationen, zwischen Arsenal und Manor House gelegen, eine stark frequentierte Umsteiger-Haltestelle mit über 30 Millionen Fahrgästen jährlich. Am 8. Mai 1974 starb auf diesem Bahnhof der Jazz- und Bluesmusiker Graham Bond einen tragischen Tod. Der 36-jährige wurde von einem einfahrenden Zug erfasst und war sofort tot. Es dauerte einige Zeit bis seine Identität von den Behörden festgestellt werden konnte. Wie es zu dem tragischen Ereignis kam, wurde nie eindeutig geklärt. Vieles spricht für Selbstmord, Bond hatte immer wieder Drogenprobleme gehabt, soll aber in der Zeit vor seinem Tod clean gewesen sein. Trotzdem gibt es eine Theorie, die besagt, dass ihn Drogendealer, denen Bond Geld schuldete, in die U-Bahnstation verfolgten und es dann zu dem Sturz vor die Bahn kam.

Nach einer anderen, sehr merkwürdigen Theorie soll während eines Exorzismus ein Dämon in ihn gefahren sein, der den Musiker in den Bahnhof trieb und ihn zwang, sich vor den Zug zu stürzen. Graham Bond beschäftigte sich in den letzten Jahren seines Lebens intensiv mit dem Okkultismus und war der Meinung, der Sohn des berühmten Okkultisten Aleister Crowley (1875-1947) zu sein. Zwei von Bonds letzten Alben trugen die Titel „Holy Magick“ (1970) und „We Put Our Magick On You“ (1971).

Graham Bond spielte in den 1960er und 1970er Jahren mit den Größen der damaligen Musikszene zusammen wie Jack Bruce, Ginger Baker, John McLaughlin und Alexis Korner, um nur einige zu nennen.
Seine Beerdigungsfeier fand im South London Crematorium in Streatham Park statt, bei der Jack Bruce die Orgel spielte. Bonds Asche wurde in das Rocky Valley bei Tintagel nach Cornwall gebracht und dort in einem Wasserfall verstreut, den er sehr liebte und der Jack Bruce und Pete Brown inspirierte, den Song „Tickets to Waterfalls“ zu schreiben.

Hier ist Graham Bond am Keyboard zu sehen und zu hören.

Das South London Crematorium.
Photo © Bilbo (cc-by-sa/2.0)

Das Rocky Valley bei Tintagel in Cornwall.
Photo © David P Howard (cc-by-sa/2.0)

Mein Buchtipp – Paul Maunder: The Wind At My Back: A Cycling Life

Foto meines Exemplares

In Paul Maunders Leben spielen vor allem zwei Dinge eine entscheidende Rolle: Schreiben und Radfahren. Beides konnte er in seinen bisher publizierten Büchern zusammenfassen. 2017 erschien „Rainbows in the Mud: Inside the Intoxicating World of Cyclocross“ (Bloomsbury Sport); darin beschäftigt er sich mit der Sportart Cyclocross bzw. Querfeldeinrennen, in Deutschland nicht so weit verbreitet.

In diesem Jahr im Mai veröffentlichte Paul Maunder Buch Nummer 2: „The Wind At My Back: A Cycling Life„, eine Autobiografie, die stark geprägt wird von dem Thema Fahrradfahren. Der Autor wächst in Watlington in Oxfordshire auf und zieht mit seinen Eltern nach Henley-on-Thames (ebenfalls in Oxfordshire gelegen). Die Umgebung beider Orte werden von ihm mittels Fahrrad weitläufig erkundet; die Landschaftsbeschreibungen sind sehr gut gelungen. Was mir an dem Buch aber am besten gefällt (ich habe keine besondere Affinität zum Radfahren) sind die Beobachtungen und Gedanken des Autors, die er in sein Buch einfließen lässt. Er schreibt zum Beispiel über seinen Besuch in Greenham Common in Berkshire, Schauplatz der Demonstrationen der Campaign for Nuclear Disarmament, und dem Atomic Weapons Establishment in Aldermaston, nur ein paar Kilometer weiter, zuständig für den Bau und die Entwicklung britischer Atomwaffen.

Paul Maunder macht uns mit den Werken der Naturschriftsteller Richard Jefferies (1848-1887), Adrian Bell (1901-1980) und Harold John Massingham (1888-1952) bekannt. Maunder, der inzwischen in London wohnt, greift immer wieder den Themenbereich Landleben/Stadtleben auf und meint dazu „It’s easy to dismiss Midsomer Murders as cosy Sunday evening viewing, but the programme says a lot about  our troubled modern relationship with the countryside… For most of us, a pastoral life like this isn’t possible, so it’s quite reassuring when someone gets brutally murdered – it gives us a reason to be thankful for living inside the ring road“.

Eine sehr interessante und empfehlenswerte Lektüre!

Paul Maunder: The Wind At My Back: A Cycling Life. Bloomsbury Sport 2018. 266 Seiten. ISBN 978-1-4729-4813-7.

 

Published in: on 31. Dezember 2018 at 02:00  Comments (2)  

Dwyle Flunking – Ein Pubspiel, bei dem es schwer ist, trocken und nüchtern zu bleiben

Dwyle Flunking vor dem Lewes Arms in Lewes (East Sussex).
Photo © Roz South (cc-by-sa/2.0)

Ein Pubspiel der besonderen Art, das im Freien zelebriert werden sollte, ist das Dwyle Flunking, ein feuchtes Spiel, in dem ein Eimer Bier im Mittelpunkt steht. Die Regeln sind einfach: Zwei Teams spielen gegeneinander, wobei jedes Team aus 12 Spielern besteht. Team 1 bildet einen Kreis und tanzt um einen in der Mitte stehenden Eimer mit Bier. Ein Teilnehmer von Team 2 steht in der Mitte des Kreises mit einer Art Besenstiel in der Hand, an dessen Ende ein Lappen oder Schwamm hängt (natürlich mit Bier vollgesogen). Der außerhalb des Kreises stehende Schiedsrichter pfeift und in diesem Moment klatscht der Mann oder die Frau mit dem Besenstiel (der Flonker) irgendeinem der im Kreis Tanzenden den Bierlappen ins Gesicht oder an den Körper. Ein Gesichtstreffer zählt 3 Punkte, ein Körpertreffer 2 Punkte und ein Beintreffer 1 Punkt. Wenn der Flonker keinen Treffer erzielt, muss er schnell ein Pint Bier trinken.
Jeder im Team ist einmal als Flonker dran, danach wechseln die Teams. Am Ende werden die Punkte zusammengerechnet. Das Siegerteam erhält als Preis einen Nachttopf aus Zinn.
Oft soll das Dwyle Flunking aber enden, ohne dass jemand weiß, wer wieviel Punkte erreicht hat und dass es eigentlich auch allen Beteiligten egal ist. Der Spaß an dem Pubgame ist wichtiger.

Wie man Dwyle Flunking vor dem Lewes Arms in Lewes (East Sussex) spielt, ist hier zu sehen.

Published in: on 30. Dezember 2018 at 02:00  Comments (3)  
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The Rose & Crown in Bainbridge (North Yorkshire)

AD 1445 steht über der Eingangstür des Rose & Crown Hotels und Pubs am Ortseingang von Bainbridge in North Yorkshire. Bainbridge liegt an der A684, mitten im Yorkshire Dales National Park. Das hübsche Haus, „The Pride of Wensleydale“, gehört mit zu den ältesten Hotels/Pubs in der Grafschaft und war früher einmal eine Kutschenstation. Dass wir uns hier in einem Country Pub befinden, sagt schon das vor dem Haus aufgestellte Schild „Dirty boots and muddy paws very welcome any time“. In den drei Bars kann man u.a. Biere der Black Sheep Brewery in Masham probieren; es ist aber ein Free House, also an keine Brauerei gebunden. Es gibt ein hübsch eingerichtetes Restaurant und einige Zimmer mit Übernachtungspreisen von ca £70 bis £80.

Über eine Besonderheit verfügt The Rose & Crown, das Bainbridge Forest Horn, das in einer Glasvitrine untergebracht ist. Leider wird die Tradition des „hornblowing“ zur Zeit nicht weitergeführt. Vor sehr langer Zeit war Bainbridge vom Forest of Wensleydale umgeben, einem weitläufigen dichten Waldgebiet. Jeden Abend vom 27. September bis zum Shrove Tuesday, also dem Faschingsdienstag, war der Hornblower tätig, der kräftig ins Horn blies, um Reisenden und Arbeitern, die sich im Wald befanden, den Weg zurück in die Zivilisation zu weisen, wo sie im Rose & Crown eine Mahlzeit und etliche Pints Bier erwarteten.

The Rose and Crown Hotel
Bainbridge
Wensleydale, North Yorkshire, DL8 3EE 

Bainbridge und The Rose & Crown.
Photo © Peter McDermott (cc-by-sa/2.0)

Pinfolds in englischen Dörfern

In Norwell (Nottinghamshire)
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Es gab vor langer Zeit einen Beruf, der sich „pinder“ nannte und von der Wikipedia so beschrieben wird: „One who impounds cattle, or takes care of the cattle impounded.“ Der pinder war eine Art Viehhüter, aber mit besonderen Aufgaben. Wenn sich Vieh von nicht umzäunten  Weiden entfernte und herrenlos durch die Gegend irrte, war es die Aufgabe des pinders, die Tiere einzufangen und im örtlichen „pinfold„, oder auch „animal pound„, genannt, einzusperren, bis der Eigentümer auftauchte und sie wieder abholte. Dafür musste der natürlich eine Art Strafgebühr oder Aufbewahrungsgebühr bezahlen, was er dann auch, mehr oder weniger widerwillig, tat. Wahrscheinlich bekamen die ausgebüchsten Tiere ihrerseits eine Strafe auferlegt, vielleicht zwei Tage lang kein Heu oder so etwas ähnliches.

Die pinfolds waren meistens von Steinmauern umgeben, abschließbar und „ausbruchssicher“, sehr zum Ärger der dort inhaftierten Tiere. Es gab runde, viereckige, große und kleine pinfolds, von denen noch so manche in den Dörfern Englands erhalten geblieben sind. Ich stelle hier einmal einige im Bild vor:

In diesem ehemaligen pinfold in Screveton (Nottinghamshire) hat man jetzt einen Kräutergarten angelegt.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Ein pinfold in Askham (Nottinghamshire).
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Der Swainby Pinfold in North Yorkshire.
Photo © Mick Garratt (cc-by-sa/2.0)

Huttons Ambo in North Yorkshire. Die Telefonzelle war nicht dafür gedacht, dass die eingesperrten Tiere ihre Besitzer zur Hilfe holten.
Photo © John Illingworth (cc-by-sa/2.0)

Dieser pinfold in Chellaston (Derbyshire) diente für Tiere im offenen Vollzug…
Photo © Ian Calderwood (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 28. Dezember 2018 at 02:00  Comments (5)  
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Das Gebrüll in der Höhle der Löwen – Der Millwall Football Club und seine Fans

Die Höhle der Löwen – The Den of the Lions.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Der Millwall F.C. kann es fußballtechnisch nicht mit den großen Londoner Clubs wie Chelsea, Arsenal oder Tottenham aufnehmen, er spielt in der English Football League Championship, das ist vergleichbar mit der 2. Bundesliga in Deutschland, dafür sind seine Fans aber berühmt-berüchtigt für die lautstarke Unterstützung ihres Vereins. Man spricht da vom Millwall Roar, mit dem die Fans ihre „Lions„, so der Spitzname des Clubs, im Stadion The Den, die Höhle, anfeuern und die Gäste verunsichern, ja manchmal sogar ängstigen.

Der in Bermondsey im Südosten Londons angesiedelte Fußballverein genießt in Fußballkreisen keinen guten Ruf. Gerry Robson hat sich mit diesem Thema schon 2001 in seinem Buch „No One Likes Us, We Don’t Care: The Myth and Reality of Millwall Fandom“ auseinandergesetzt („No One Likes Us, We Don’t Care“ heißt der Fangesang des Millwall F.C., gesungen, oder besser gegröhlt, nach der Melodie von Rod Stewarts „Sailing“) und kommt zu dem Schluss: „The roar brings the collective and its world alive, and can overwhelm both participants and observers“.

Immer wieder kam und kommt es nach Spielen des Millwall F.C. zu Ausschreitungen, die Hooligans sind gefürchtet. Es gibt wohl keine Mannschaft in England, die gern in das Stadion The Den kommt; der junge Gary Linneker sagte einmal, dass den Spielern dort der blanke Hass entgegen schlägt und es keine gute Idee der gegnerischen Mannschaft sei, ein Tor zu schießen.

Zurzeit liegt der Millwall F.C. in der Tabelle der English Football League Championship nur auf Platz 22 (von 24 teilnehmenden Vereinen).

No one likes us, no one likes us
No one likes us, we don’t care!

We are Millwall, super Millwall
We are Millwall from The Den!

In The Den passen über 20 000 Zuschauer.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 27. Dezember 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Diagram Prize – Auszeichnung für das Buch mit dem merkwürdigsten Titel des Jahres – Ein Update

Auf der Frankfurter Buchmesse des Jahres 1978 hatten sich wohl einige der teilnehmenden Aussteller gelangweilt, denn man kam auf die Idee einen neuen Preis zu stiften, den das Buch mit dem merkwürdigsten Titel erhalten sollte. Die britische Fachzeitschrift The Bookseller und die Londoner Diagram Visual Information Limited riefen den Diagram Prize ins Leben, den als erster das Buch „Proceedings of the Second International Workshop on Nude Miceerhielt, also „Berichte der Zweiten Internationalen Arbeitstagung über nackte Mäuse“.

Seit dem Jahr 2000 erfolgt die Wahl des Siegertitels durch Abstimmung im Internet auf der Homepage des „Booksellers“. Geld bekommt der Preisträger nicht, lediglich derjenige, der den Siegertitel vorgeschlagen hat, erhält eine Magnumflasche Champagner.

Ich schrieb vor einigen Jahren schon einmal in meinem Blog über diesen witzigen Literaturpreis und stellte später einen der Preisträger, „Too Naked For the Nazis“ von Alan Stafford, vor. Heute möchte ich den Blogartikel weiter führen und die Preisträger der letzten Jahre vorstellen.

In diesem Jahr gewann erstmals ein nichtenglischer Autor den Diagram Prize, nämlich der Deutsche Thomas Götz von Aust mit seinem Buch „The Joy of Waterboiling: 100 köstliche Rezepte für den Wasserkocher„. Das Buch mit dem englischen Titel gibt es nur auf Deutsch und ist nicht in englischer Übersetzung erschienen. „Künstlerinnen und Künstler des Berliner und Wiener Milieus arbeiten in einem gemeinschaftlichen, interdisziplinären, europäischen Projekt an der visionären visuellen Realisierung und unkonventionellen Verbreitung dieser neuartigen Rezeptsammlung“, heißt es in dem Buch.

Der Preisträger für das Jahr 2017 war „The Commuter Pig Keeper: A Comprehensive Guide to Keeping Pigs when Time is Your Most Precious Commodity“ von Michaela Giles, eine Anleitung wie man am besten eine kleine Herde Schweine hält und dabei so wenig Zeit wie möglich aufwendet.

Den Preisträger 2016 „Too Naked For the Nazis“ erwähnte ich oben schon.

Strangers Have the Best Candy: How Talking To Strangers Leads to a Life of Crazy Adventure and Lasting Friendship“ ist der Siegertitel für das Jahr 2015, geschrieben von Margaret Meps Schulte. Die Autorin schreibt darin von ihren Begegnungen mit Fremden bei ihren Reisen durch die USA.

Mein Favorit ist der Preisträger des Jahres 2014: „How to Poo on a Date: The Lover’s Guide to Toilet Etiquette“ von Mats & Enzo. Die beiden Toilettenexperten geben wertvolle Tipps, wie man sich verhalten sollte, wenn man plötzlich bei einem intimen Treffen mit seiner/seinem Geliebten ein menschliches Bedürfnis verspürt.

Published in: on 26. Dezember 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Brian Hoey: We Are Amused – A Royal Miscellany

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Die Hochzeit des Jahres mit Prince Harry und Meghan Markle ist vorbei, auch Princess Eugenie, oder HRH Princess Eugenie Victoria Helena, Mrs. Brooksbank wie sie jetzt heißt, ist in diesem Jahr unter die Haube gekommen.

Wer nach all diesen royalen Festlichkeiten noch immer nicht genug vom britischen Königshaus hat, dem kann ich das Buch „We Are Amused: A Royal Miscellany“ von Brian Hoey empfehlen. Hoey hat schon über 20 Bücher geschrieben, davon die meisten über die Royals wie „At home with the Queen“ oder „Life with the Queen“.

Sein neues Buch ist ein Lexikon nach dem Motto „Alles, was Sie schon immer über das Königshaus wissen wollten“. Es beginnt mit „A“ wie „Abdication and Accession„, also „Abdankung und Thronbesteigung“ und endet mit „Z“ wie „Zara Phillips„, der ältesten Enkelin der Queen. Dazwischen gibt es viel Interessantes zu lesen z.B. über die Gartenparties im Buckingham Palace, die Gehälter, die den Bediensteten bezahlt werden und die (unrühmliche) Rolle der königlichen Corgies.

Eine informative Lektüre für alle Freunde des englisches Königshauses.

Brian Hoey: We Are Amused – A Royal Miscellany. JR Books 2010. 256 Seiten. ISBN 978-1-906779-85-6.

Villages in the snow

Grantchester in Cambridgeshire.
Photo © John Sutton (cc-by-sa/2.0)

Die Wettervorhersage für Weihnachten sieht in England etwa so aus wie hier in Deutschland: regnerisch und mild, von Schnee ist weit und breit nichts zu sehen. Die einen freut’s, weil sie keinen Schnee wegschieben müssen, die anderen sind traurig, weil dann keine richtige Weihnachtsstimmung aufkommt.
Englische Dörfer sehen schneebedeckt besonders schön aus wie ich das einige wenige Male selbst erleben konnte. Dieser Film zeigt winterliche Szenen aus West Sussex.

Hier sind einige stimmungsvolle „Villages in the snow“ zu sehen:

Snowshill in Gloucestershire.
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)

Old Bolingbroke in Lincolnshire.
Photo © Dave Hitchborne (cc-by-sa/2.0)

Boldron (County Durham).
Photo © Andy Waddington (cc-by-sa/2.0)

Ledgemoor (Herefordshire).
Photo © Philip Pankhurst (cc-by-sa/2.0)

The Merry Harriers in den Blackdown Hills (Somerset)
Photo © Noel Jenkins (cc-by-sa/2.0)

Agatha Christies Grabstein auf dem Kirchhof von St Mary’s in Cholsey in Oxfordshire.
Photo © Bill Nicholls (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. Dezember 2018 at 02:00  Comments (5)  

Pubschilder – The Live & Let Live Inn in Bringsty Common (Worcestershire)

Was für ein wunderschöner Pub mit dem ungewöhnlichen Namen The Live & Let Live! Wir finden ihn in der Nähe von Bringsty, einem kleinen Dorf im Grenzbereich Worcestershire/Herefordshire, und er ist nicht ganz leicht zu finden und nur über einen sogenannten  „Byway Open To All Traffic“ zu erreichen („A byway open to all traffic (or BOAT) is a highway over which the general public have a right to travel for vehicular and all other kinds of traffic, but which is used by the public mainly as footpaths and bridleways are used“).

Der Pub mit dem Reetdach wurde etwa um 1700 gebaut und war einmal eine Produktionsstätte für Cider. Das Haus ist im Jahr 2007 komplett restauriert worden, nachdem es einige Zeit leer gestanden hatte und ziemlich verfallen war.
Das einsam gelegene Gasthaus ist sehr hundefreundlich; die Vierbeiner sind nicht nur im Biergarten, sondern auch im Pub selbst willkommen.

Ich finde das Pubschild sehr gelungen, das den Namen „The Live & Let Live“ wunderschön illustriert: Eine Katze ist so tolerant und lässt ihre Lieblingsspeisen, eine Maus und einen Vogel, unangetastet, obwohl ihr das nicht ganz leicht zu fallen scheint (ihrem Gesichtsausdruck nach zu schließen).

Hier sind einige Bilder vom Pub zu sehen.

The Live & Let Live
Bringsty Common
Bringsty
Worcestershire WR6 5UW

 

Published in: on 23. Dezember 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Stokenchurch Gap – Ein Durchbruch durch die Chiltern Hills auf der Autobahn M40

Auf einer Fahrt von Dorchester-on-Thames in Oxfordshire nach London fuhr ich über die B4009 in Richtung Autobahn M40, die ich bei Lewknor, ebenfalls in Oxfordshire gelegen, bei Junction 6 erreichte. Nach kurzer Fahrt führte die Autobahn durch einen canyonartigen Einschnitt durch die Chiltern Hills, der Stokenchurch Gap genannt wird oder auch Aston Rowant Cutting, da die M40 hier durch die Aston Rowant National Nature Reserve geleitet wird. Die Einheimischen nennen den Streckenabschnitt auch nur The Canyon. Das 1200 Meter lange Teilstück wurde damals beim Bau der Autobahn bis zu einer Tiefe von 47 Metern durch Kalkstein gebrochen und ist sicher für Geologen sehr interessant anzusehen, für den Autobahnbenutzer aber auch.

Der Stokenchurch Gap heißt so, weil der kleine Ort Stokenchurch in Buckinghamshire direkt neben der Autobahn liegt. In der ersten Hälfte der 1970er Jahre wurde die M40 zwischen den Ab-/Auffahrten 5 und 6 gebaut und da gab es jede Menge Zündstoff, denn Naturfreunde und Umweltschützer wendeten sich vehement gegen den Durchbruch durch die Chiltern Hills, zerstörte er doch einen Teil des Naturschutzgebietes Aston Rowant National Nature Reserve, das eigentlich unantastbar war. Gegenvorschläge der Naturschützer wischte man vom Tisch; diese sahen einen Tunnel unter den Chiltern Hills vor bzw. einen Ausbau der bereits bestehenden A40 (die hier parallel zur Autobahn verläuft).
Gleich am Anfang des Vorspanns zur TV-Serie „The Vicar of Dibley“ ist der Stokenchurch Gap aus der Vogelperspektive zu sehen.

Das Thema Untertunnelung der Chilterns stellt sich jetzt erneut beim Bau der Hochgeschwindigkeitsbahnlinie HS2. Voraussichtlich Ende 2019 soll damit begonnen werden, und der Chiltern Tunnel wird nach Fertigstellung eine Länge von 15,8 Kilometern haben.

Published in: on 22. Dezember 2018 at 02:00  Comments (7)  
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Hambleden in Buckinghamshire – Ein Dorf im Besitz eines Schweizer Milliardärs

Das Manor House wird für eine „Miss Marple“-Folge vorbereitet.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Wenn man ein Musterbeispiel für ein englisches Bilderbuchdorf sucht, dann eignet sich Hambleden in Buckinghamshire dafür hervorragend. Ich habe das Dorf in meinem Blog schon zweimal im Zuge meiner „Inspector Barnaby“-Spurensuche vorgestellt (hier und hier). Es ist ein Paradies für Location Manager, darum wurden hier schon viele Filme gedreht.

Viele, die Hambleden besuchen, wissen sicher nicht, dass der Ort in Privatbesitz ist und dem Schweizer Milliardär Urs Schwarzenbach gehört, der das komplette Dorf mit 44 Häusern, einem Pub und einem Dorfladen 2007 für £38 Millionen dem W.H. Smith-Erben Henry Smith, 5th Viscount Hambleden, abgekauft hatte, dessen Familie hier lange ansässig war. Schwarzenbach hat noch zwei weitere Besitztümer nicht weit von Hambleden entfernt: Thames Side Court in Shiplake in Berkshire, das dem Bahnhof von St Moritz nachempfunden sein soll, und Culham Court in Berkshire, in der Nähe von Henley-on-Thames.

Jedesmal wenn ein historischer Film hier in Hambleden gedreht wird, werden die Bewohner der Cottages gebeten, ihre Fernsehantennen vorübergehend abzubauen; man hat sich wohl inzwischen daran gewöhnt, dass Filmcrews den Ort für eine gewisse Zeit übernehmen und man sich eine Zeit lang nicht frei bewegen kann. „Chitty Chitty Bang Bang“ und „101 Dalmatiner„, um nur zwei Beispiele zu nennen, wurden in den Straßen von Hambleden gedreht.

Auf dem Kirchhof von St Mary the Virgin finden wir die Gräber von Jon Lord (1941-2012), Gründungsmitglied der Rockband Deep Purple, und William Henry Smith (1825-1891), der das Unternehmen W.H. Smith bekannt machte.

Hier ist ein Film über den hübschen kleinen Ort.

St Mary the Virgin.
Eigenes Foto.

Culham Court in Berkshire.
Photo © Andrew Smith (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 21. Dezember 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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„Come Fly with Me“ – Eine Sketchshow der BBC mit David Walliams und Matt Lucas

London Stansted Airport.
Photo © Thomas Nugent (cc-by-sa/2.0)

Nachdem David Walliams und Matt Lucas mit ihrer Sketchshow „Little Britain“ Erfolg im britischen Fernsehen hatten, sahen sich die beiden Verwandlungskünstler nach neuen Ufern um und begannen 2010 die neue Serie „Come Fly with Me“ zu drehen, die ein Jahr später in deutscher Synchronisation bei Comedy Central gezeigt wurde. David Walliams wurde von Oliver Welke, Matt Lucas von Oliver Kalkofe synchronisiert. Als Schauplatz suchten sich den beiden einen Flughafen aus, auf dem sie in unterschiedlicher Mission agierten. Einmal spielte David Walliams den Besitzer der Billigfluglinie FlyLo Omar Baba, einmal die Chefstewardess Penny Carter, Matt Lucas war u.a. als schwuler Flugbegleiter Fearghal O’Farrell und als Burger-Verkäufer Tommy Reid zu sehen. Die Fluggesellschaften auf dem Airport heißen Our Lady Air, Great British Air und FlyLo. Man muss schon, wie bei „Little Britain“ auch, eine Vorliebe für diesen schrägen Humor haben, um diese Serie zu mögen, die nur aus sechs Episoden bestand.

Gedreht wurde auf zwei richtigen Flughäfen, auf dem großen London Stansted Airport und dem kleineren Doncaster Sheffield Airport, der den Bereich South Yorkshire bedient. Letzerer bietet Charterflüge nach Osteuropa, zu Ferienzielen im Mittelmeerraum und in einige europäische Metropolen an.

Hier ist die erste Folge von „Come Fly with Me“ im Original und hier in deutscher Synchronisation zu sehen.

Der Doncaster Sheffield Airport.
Photo © Martin Dawes (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 20. Dezember 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Burlington Arcade in London – Luxuriöses Einkaufen unter einem Glasdach

Nicht nur in Paris und in Mailand gibt es Einkaufspassagen, die unter einem verglasten Dach einen Einkausbummel in luxuriösen Geschäften bieten, auch London kann mit so etwas aufwarten und zwar im vornehmen Stadtteil Mayfair mit der Burlington Arcade, die die Bond Street mit Piccadilly verbindet.

Am 20. März 1819 wurde die Einkaufspassage eröffnet, deren Geschäfte überwiegend Waren für Leute mit einem größeren Geldbeutel anboten, was auch heute noch zutrifft. So finden sich hier z.B. mehrere Juweliere und Uhrengeschäfte. Die Firma The Vintage Watch Company bietet mit mehr als 800 restaurierten Rolex-Uhren das weltweit größte Angebot in diesem Segment. Wer sich eine Luxusuhr der Marke Rolex aus dem Jahr 1915 zulegen möchte, kann das hier tun, vorausgesetzt man ist in der Lage  £ 7000 bis  £10 000 dafür auszugeben.
Bei den alt eingesessenen Firmen Church’s und Crockett & Jones kann man edle Schuhe erwerben und die St. Petersburg Collection offeriert Kreationen von Theo Fabergé.

Eine Besonderheit der Burlington Arcade sind die Beadles, das sind elegant gekleidete Herren, deren Aufgabe es ist, für Ruhe und Ordnung in der Passage zu sorgen. So sehen es diese Herren gar nicht gern, wenn dort gepfiffen oder gerannt wird; auch aufgespannte Regenschirme sind in der Arcade unerwünscht. So erzählt Mark Lord, der oberste Beadle auf den Webseiten der Burlington Arcade, das einmal einer seiner Vorgänger einem vor sich hin pfeifenden Mann auf die Schulter tippte und ihn darauf aufmerksam machte, dass Pfeifen in den heiligen Hallen der Arcade nicht gestattet ist. Es stellte sich heraus, dass der Pfeifer niemand anderes als Paul McCartney war, der sich sofort dafür entschuldigte. Der Beadle aber sagte: „As it’s you, Paul, it’s all right“ und von da ab pfiff Paul McCartney jedesmal wenn er die Einkaufspassage betrat, vergnügt vor sich hin.

Hier ist ein filmischer Rundgang durch die Passage.

Auch wenn man keine Vintage Rolex-Uhr kaufen möchte, ist ein Besuch in der Burlington Arcade schon ein besonderes Erlebnis.

Die St Peter’s Brewery in Elmham (Suffolk)

In dem kleinen Dorf St Peter South Elmham südlich von Bungay in Suffolk liegt die St Peter’s Brewery, die erst 1996 von John Murphy gegründet wurde. Die Brauerei benutzt weitestgehend Produkte aus der nahen Umgebung und holt das Wasser aus einem eigenen Brunnen auf dem Gelände.
St Peter’s stellt ausschließlich Real Ales her und der Anteil an Flaschenbieren liegt bei 90%.
Die Flaschen unterscheiden sich von Bieren aus anderen Brauereien dadurch, dass sie oval sind. Die Form beruht auf einer Flasche, die etwa 1770 für den Gastwirt Thomas Gerrard hergestellt wurde, der einen Gasthof am Delaware River in Nordamerika betrieb.

St Peter’s stellt eine breite Palette an Bieren her, darunter auch Exoten wie Grapefruit Bier und glutenfreies Bier, aber auch Organic Ale und Organic Best Bitter. Ich habe drei Sorten probiert: Best Bitter, Old Style Porter und Cream Stout, die ich alle sehr gut fand.

Wie die meisten Brauereien stellt auch St Peter’s saisonale Biere her wie das Summer Ale und das Winter Ale. Das neueste Produkt, das erst am 24. Oktober in den Handel kommt, nennt sich The Saints Whisky Beer und ist eine Kooperation mit The English Whisky Co im nahegelegenen Roudham in Norfolk.

Wer die Brauerei einmal besichtigen möchte, der kann das jeden Samstag und Sonntag zwischen 11 Uhr und 14 Uhr tun, dann finden stündlich geführte Touren statt. Einen Shop gibt es hier auch, wo man die ganze Palette der Biere kaufen kann.

Hier ist eine Bierprobe des Old Style Porters zu sehen und hier ist ein Film über die Brauerei.

Das Buch zum Artikel:
Roger Protz & Steve Sharples: Country Ales & Breweries. Weidenfeld & Nicholson 1999. 160 Seiten. ISBN 978-0297836254 (nur noch antiquarisch erhältlich).

St. Peter’s Brewery Co Ltd.
St. Peter’s Hall,
St. Peter South Elmham,
Bungay, Suffolk.
NR35 1NQ

Eigenes Foto.

 

Published in: on 18. Dezember 2018 at 02:00  Comments (3)  
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