Mein Buchtipp – Ian Aitch: We’re British – An Irreverent A-Z of All Things British

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Iain Aitch ist ein witziger Typ. Schon sein erstes Buch „A Fête Worse Than Death: A Journey Through an English Summer“ habe ich mit großem Vergnügen gelesen und auch sein zweites „We’re British, Innit: An Irreverent A-Z of All Things British“ ist allen zu empfehlen, die einen Nerv für britischen Humor haben. In diesem „Funny A-Z of all that we are and all that we do“ geht es um typisch Britisches, in Iain Aitchs unnachahmlicher Weise aufbereitet.

Über die Einführung und Wirkung von „Alcopops“ sagt er z.B.: „The side effect of this increase in teen drinking was a correlating rise in teen pregnancy, ensuring that the pensions crisis may yet be averted“.

Über „Marks & Spencer„: „Not to be confused with Communist Manifesto writers Marx and Engels, this supermarket-cum-department store is where Britain goes to buy its underwear. In fact, so widespread is this practice that HM Customs officials toyed with the idea of doing away with the checking of passports, simply checking the tag in the back of people’s underpants instead“.

Und über die „Seaside„: „It may have lost some of its allure in the twenty-first century, but it is still the place we go to make sandcastles, ride donkeys and catch crabs, be it in a bucket, from the bed in a B&B or from a local heroin-addict prostitute“.

Das Buch ist ein wahres Lesevergnügen!!

Iain Aitch ist aber nicht nur Journalist und Schriftsteller, er ist auch in die Annalen der britischen Geschichte eingegegangen als Erfinder des „World Phone in Sick Day“ und als Initiator des Londoner Santacons, einer Massenveranstaltung von Weihnachtsmännern bzw. -frauen.

Iain Aitch: We’re British, Innit: An Irreverent A-Z of All Things British. Collins 2008. 243 Seiten. ISBN 978-0-00-727132-0.

Published in: on 24. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Crimefest 2017 in Bristol

Das Kongresshotel, das Bristol Marriott Royal.
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Vom 18. bis zum 21. Mai ist es wieder soweit, in diesen Tagen findet das Crimefest 2017 in Bristol statt, einer der wichtigsten internationalen Kongresse der Kriminalliteratur (ich berichtete in meinem Blog schon einmal über das Crimefest 2012). „Where The Pen Is Bloodier Than The Sword“ lautet das Motto des Crimefests, an dem auch in diesem Jahr namhafte Krimiautoren teilnehmen werden. Zentrum des Geschehens ist das Bristol Marriott Royal Hotel am College Green.

Im Jahr 2008 fand das erste Crimefest in Bristol statt und mittlerweile hat es sich etabliert und zieht die Crème de la Crème der Krimiautoren aus der ganzen Welt an. In diesem Jahr nehmen u.a. teil:

Ann Cleeves – Autorin der Vera Stanhope- und der Shetland-Serien, die ins Deutsche übersetzt wurden. Bekannt wurde sie in Deutschland auch durch die Verfilmung der Vera Stanhope-Romane („Vera“).

Anthony Horowitz – Ein produktiver Autor von Krimis und Kinderbüchern; er schrieb auch die Drehbücher von mehreren Episoden der „Inspector Barnaby“-TV-Serie.

C.J. Box – Ein US-amerikanischer Krimiautor aus Wyoming, der durch seine Joe Pickett-Romane bekannt wurde, Preisträger des Edgar Allan Poe-Awards 2009 (mehrere Übersetzungen seiner Werke liegen vor).

Peter Lovesey – Ein englischer Autor, der schon fast 50 Jahre im Geschäft ist und bereits den Gold Dagger, den Silver Dagger und sogar den Cartier Diamond Dagger für sein Lebenswerk erhalten hat. Viele seiner Romae wurden ins Deutsche übersetzt.

Eine Delegation isländischer Krimiautoren ist in diesem Jahr zu Gast beim Crimefest.

Das Angebot an Vorträgen und Diskussionen ist äußerst umfangreich. Auch hier einige Beispiele:

„Wunderbar! The Hidden Wonders Of The German Krimi“ ist das Thema einer Diskussionsrunde, an der deutsche Autoren teilnehmen.

Capital Crimes: London As Location

The Ice Queens Cometh – Iceland’s Queens Of Crime

A Little Bit Creepy: Scaring Your Readers With Death

Auch Preise werden in diesem Jahr vergeben wie der Last Laugh Award für den humorvollsten Krimi und der Flashbang Award für den besten Mini-Krimi, der nur aus 150 Wörtern bestehen darf.

Dass es bei dem Krimifest auch lustig zugehen kann, zeigt dieser Film aus dem vorigen Jahr.

Published in: on 23. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Star Tavern im Londoner Stadtteil Belgravia – Einstmals Treffpunkt von Filmstars und Kriminellen

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6 Belgrave Mews West, so lautet die Adresse des Pubs The Star Tavern. Die kleine Privatstraße liegt im vornehmen Londoner Stadtteil Belgravia, wo mehrere Botschaften zu finden sind. Die österreichische Vetretung steht gleich gegenüber vom Pub, die deutsche Botschaft ist nur ein paar Schritte weiter entfernt und auch die Länder Norwegen, Spanien, Finnland und Serbien haben sich in Belgravia niedergelassen.

Freunde von Fuller’s London Pride kommen in der Star Tavern auf ihre Kosten, aber auch das ESB, das Frontier  und das IPA aus dem Hause Fuller’s gibt es hier „on tap“. The Star Tavern sorgte in den 1950er und 1960er Jahren öfter einmal für Aufsehen, denn Leinwandstars wie Diana Dors, Peter O’Toole und Albert Finney trafen sich gern in der ruhigen Straße in Belgravia. Doch nicht nur Filmgrößen gingen in dem Pub ein und aus, auch schillernde Figuren aus der Londoner Unterwelt mochten The Star Tavern. So traf man hier u.a. den „Burglar to the Stars“, Peter Scott, der sich darauf spezialisiert hatte, bei Prominenten einzubrechen. Auf seiner Liste sollen Stars wie Shirley MacLane, Elizabeth Taylor und Lauren Bacall gestanden haben. Berühmt wurde Peter Scott vor allem durch den Diebstahl einer £200,000-Halskette, die der Italienerin Sophia Loren gehörte. In der Star Tavern, so sagt man, hätte Scott kurz nach dem Diebstahl, der für Schlagzeilen in der Londoner Presse sorgte, ein dickes Geldbündel hervorgezogen und zweideutige Anmerkungen zu dem Diebstahl gemacht.

Noch berühmter wurde der Pub aber als Treffpunkt jener Gangster, die den legendären Postzugraub vom 8. August 1963 durchführten. „Mastermind“ Bruce Reynolds und einige seiner Komplizen trafen sich in Belgrave Mews West und gingen immer wieder den Plan durch, mit dem sie den Postzug von Glasgow nach London ausrauben wollten. The Great Train Robbery nahm also in der Star Tavern seinen Anfang.

Heute ist die Unterwelt hier nicht mehr vertreten; man kann in Ruhe sein Pint trinken oder sein Essen bestellen, das von Chefkoch Adam Szelag zubereitet wird. Dieser Film zeigt einige Bilder aus dem Pub.

The Star Tavern
6 Belgrave Mews West
Belgravia
London
SW1X 8HT

„Wuthering Heights“ – Ein Roman der Weltliteratur und seine musikalische Umsetzung

Die Autorin des Romans „Wuthering Heights“, Emily Brontë.
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Emily Brontës einziger Roman „Wuthering Heights“ (dt. „Sturmhöhe“) erschien unter ihrem Pseudonym Ellis Bell im Jahre 1847 und ist ein Werk der Weltliteratur, das noch heute gelesen wird und mehrfach verfilmt wurde, zuletzt 2015 in einer modernen Version unter dem Titel „Wuthering High“ (dt. „Gefährliche Leidenschaft“).

Auch die Musik hat sich des Stoffes um Heathcliff und Catherine Earnshaw angenommen. Kate Bush schrieb den 1978 veröffentlichten Song „Wuthering Heights„, in dem sie die traurige Geschichte adäquat umgesetzt hat. Die 1958 im Osten Londons geborene Sängerin gehört für mich zu den besten der englischen Musikgeschichte. Es gibt zwei verschiedene Musikvideos, die „White Dress“- Version und die „Red Dress“-Version. Beide zeigen eine hübsche Frau mit ausdrucksstarken Augen und sehr ästhetischen Bewegungen.

Kate Bushs Interpretation ihres Songs ist noch immer die mit Abstand beste; andere haben sich auch daran versucht…doch niemand kam an das Original heran.

Meiner Ansicht nach ist die zweitbeste Version von „Wuthering Heights“ die von Hayley Westenra, einer neuseeländischen Sängerin, die überwiegend in London lebt. Hier ist ihr Musikvideo, gedreht in passender Umgebung.

Auch die US-amerikanische Sängerin Pat Benatar versuchte sich 1980 an dem Brontë-Stoff, hier zu hören.

Die brasilianische Band Angra nahm „Wuthering Heights“ 1993 auf und versucht, sich eng an das Original zu halten. Hier ist ihre Version.

Gewöhnungsbedürftig ist wie die kalifornische Band White Flag 1992 „Wuthering Heights“ interpretierte. Mein Geschmack ist es nicht.

Die drei Londoner Puppini Sisters verpassten dem Song 2006 einen Touch 1940er Jahre. Na ja…

In einem Pub nahm das Ukulele Orchestra seine Version des Kate Bush-Songs auf, auch diese ist weit entfernt vom Original.

Ganz fürchterlich finde ich die Interpretation von Jah Wurzel im Reggae-Stil.

Top Withens House in West Yorkshire, möglicherweise die Inspiration für das Buch „Wuthering Heights“. Siehe dazu meinen Blogeintrag.
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Published in: on 21. April 2017 at 02:00  Comments (1)  
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The Black and White Village Trail in Herefordshire

Leominster – Hier beginnt der Black and White Village Trail.
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Herefordshire im Westen Englands ist eines der ländlichsten und am wenigsten besiedelten Counties, in dem die Landwirtschaft im Mittelpunkt steht. Das berühmte Hereford-Rind stammt von hier. Da die Verstädterung also noch nicht so weit vorgedrungen ist, gibt es in Herefordshire noch viele idyllische Dörfer und Kleinstädte. Die Firma Lilliput Lane (s. dazu meinen Blogeintrag) würde hier jede Menge Anregungen bekommen.

Der Black and White Village Trail , der 1987 angelegt wurde, verbindet einige besonders schöne Dörfer miteinander und umfasst 64 Kilometer. „Black and White“ wurde die Rundstrecke genannt, weil man hier zahlreiche Fachwerkhäuser sehen kann, die besonders gut erhalten sind. Viele von ihnen stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert.
Die gut ausgeschilderte Tour beginnt in Leominster, wo man sich in der Touristeninformation am Corn Square eine Karte besorgen kann, und führt durch eine sehr reizvolle Landschaft mit Obstgärten und Rinderweiden. Hier wird Cider produziert, den man z.B. in Pembridge bei Dunkerton’s probieren kann. Viele gemütliche Pubs und Tearooms stehen am Wegesrand und die Dörfer Eardisland und Weobley zählen zu den schönsten des Landes.
Hier ist England noch so wie man es sich vorstellt und wie es hoffentlich noch lange bleiben wird.

Dieser Film zeigt einige besonders schöne Beispiele von Dörfern auf dem Trail.

Pembridge.
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Eardisland.
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Weobley.
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Published in: on 20. April 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Margaret Yorke – Eine Krimiautorin, die in Long Crendon in Buckinghamshire lebte

Die High Street von Long Crendon.
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Margaret Yorke, (1924 – 2012), ist für mich eine der besten englischen Krimiautorinnen. Sie schrieb ihre Bücher zwischen 1970 und 1990 und mein absoluter Lieblingskrimi von ihr ist der 1974 erschienene „No medals for the Major“ (auf Deutsch „Der Hass der Selbstgerechten“). In der Idylle des Dorfes Wiveldown gerät Major Johnson, der dort ein ruhiges Dasein führt, in den Verdacht, ein Mädchen aus dem Ort ermordet zu haben. Die Gerüchteküche in Wiveldown kocht hoch und der (natürlich unschuldige) alte Herr sieht keinen anderen Ausweg, als sich das Leben zu nehmen. Ein ganz hervorragender Krimi!
In Margaret Yorkes Romanen ist es oft so, dass in der Idylle eines Dorfes oder einer Kleinstadt plötzlich ein Gewaltverbrechen alles durcheinander bringt: Vandalismus, Vergewaltigung und Jugendkriminalität passen eigentlich hier gar nicht hin, aber Verbrechen, die man vorwiegend aus Großstädten kennt, halten leider auch Einzug in das Dorfleben.

Margaret Yorke lebte viele Jahre in dem hübschen Long Crendon in Buckinghamshire, über das ich in meinem Blog schon mehrmals berichtete. Hier findet man reetgedeckte Häuser, mehrere Dorfpubs und das großartige Long Crendon Manor House. Das Courthouse aus dem 15. Jahrhundert ist schon seit 1900 im Besitz des National Trusts; das obere Stockwerk ist zu besichtigen.

Margaret Yorke hatte ihren Wohnsitz im Oriel Cottage in der High Street, nur ein paar Schritte von der St Mary’s Church entfernt, auf deren Kirchhof sie auch beerdigt wurde. Leider ist es mir nicht gelungen, ihre Grabstelle zu finden. Auch ein Bediensteter der Kirche und die Bibliothekarin der Public Library, rund hundert Meter von der Kirche entfernt, konnten mir darüber keine Auskunft geben. Ein Foto von Margaret Yorke war in der Bibliothek ausgestellt, deren Eröffnung sie beiwohnte und bei diesem Anlass ein Interview gab (hier zu sehen).

Long Crendon gehört zu den Dörfern in Buckinghamshire, die am häufigsten als Drehort für die TV-Kimiserie Midsomer Murders benutzt wurden. Die Folgen „Garden of death“ (dt. „Der Garten des Todes“), „The axeman cometh“ (dt. „Mord mit Groove“), „Things that go bump in the night“ (dt. „Nachts, wenn du Angst hast“), „A tale of two hamlets“ (dt. „Das Haus des Satans“) und „The Dagger Club“ (dt. „Britisches Roulette“) wurden hier zum Beispiel gedreht.
Long Crendon liegt 3 km nordwestlich von Thame in Oxfordshire, auch das ein Ort, der häufig von Inspector Barnaby aufgesucht wurde.

Foto meiner Exemplare.

S Mary’s in Long Crendon. Hier liegt Margaret Yorke begraben.
Eigenes Foto.

Die Long Crendon Public Library.
Eigenes Foto.

Das Court House gegenüber der Kirche.
Eigenes Foto.

Long Crendon Manor House.
Eigenes Foto.

  

 

Published in: on 19. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Parnham House in Dorset – Ein weiteres Landhaus, das einem Feuer zum Opfer gefallen ist

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Es gibt eine Liste von englischen Landhäusern, die im Laufe der Jahrzehnte zerstört, abgebrannt oder abgerissen worden sind. Der Zähler steht momentan auf 1967. Zuletzt war Clandon Park in Surrey am 29. April 2015 abgebrannt; ich berichtete in meinem Blog darüber.

Seit Samstag, dem 15. April ist ein weiteres Country House zu beklagen, das einem Feuer zum Opfer gefallen ist: Parnham House bei Beaminster in Dorset. Um 4.10 Uhr morgens ging bei der Feuerwehr ein Notruf ein und kurz darauf traf sie auf dem Landsitz ein, wo die Feuerbekämpfer nicht mehr viel ausrichten konnten. Parnham House ist in Teilen bis auf die Grundmauern abgebrannt. Besitzer ist der Österreicher Michael Treichl, ein Londoner Finanzinvestor, der mit seiner Familie hier lebte und der das Haus erst vor acht Jahren renoviert hatte.

Parnham House wurde im 16. Jahrhundert erbaut und war über zweihundert Jahre lang der Wohnsitz der Familie Strode. Der berühmte Londoner Architekt John Nash hatte das Anwesen 1810 umgestaltet und neue Treppen und Fenster eingebaut. Ein späterer Bewohner von Parnham House war William Barnard Rhodes-Moorhouse, ein Pilot, der im Ersten Weltkrieg fiel und posthum mit dem Victoria Cross ausgezeichnet wurde. Er ist auf dem Gelände des Parnham House begraben.

Im Zweiten Weltkrieg diente das Haus der amerikanischen Armee als Stützpunkt und hier sollen Pläne für die Invasion in der Normandie erstellt worden sein. Weitere Verwendungszwecke für Parnham House waren ein Country Club und ein Pflegeheim. 1976 wurde es von dem namhaften Möbeldesigner John Makepeace übernommen, der hier seine School for Craftsmen in Wood einrichtete. 2001 verkaufte Makepeace sein Haus an den österreichischen Finanzinvestor.

Der verheerende Brand geschah erst vor wenigen Tagen, und so ist die Ursache zurzeit noch nicht klar, aber der Verdacht auf Brandstiftung scheint sich zu erhärten.

Published in: on 18. April 2017 at 02:00  Comments (2)  
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The Blue Bicycle – Eines der besten Restaurants in York

The Blue Bicycle in York. – Eigenes Foto

Es gibt in York zahllose Restaurants, aber bis vor kurzem hatten wir keines gefunden, das aus der Masse herausragte. Wer gern indisch oder italienisch isst, kommt in der Stadt voll auf seine Kosten, auch die vielen Pubs bieten einfache Kost an.
Jetzt haben wir aber doch ein Restaurant gefunden, das eine anspruchsvollere Küche hat und eine abwechslungsreiche Karte anbietet: Das Blue Bicycle in der Fossgate, ca 3 Minuten zu Fuß von den Shambles entfernt. Ein entsprechendes blaues Fahrrad steht übrigens vor der Tür.
Im Haus war einmal ein Bordell untergebracht und im Untergeschoss kann man Fotos von einigen der Damen betrachten, die hier einmal ihrem Gewerbe nachgingen. Die Webseiten des Restaurants greifen dieses Thema wieder auf.

Das Blue Bicycle ist angenehm eingerichtet und wir fühlten uns auf Anhieb wohl. Die Speisekarte lässt eine bestimmte Richtung nicht erkennen. Es gibt englische Gerichte (Pan-fried Bubble & Squeak oder Lasagne of Yorkshire Black Pudding), italienisch angehauchte (“Cannelloni” of Goat’s Cheese & Cucumber) und asiatisch inspirierte (Cured Salmon with Thai spices, Mango & Chilli relish & a Crab won-ton). Die Preise für die Vorgerichte liegen zwischen £6 und £11.50, die der Hauptgerichte zwischen £15 und £22.50.
Die Weinkarte ist umfangreich und gut sortiert.

Wer einmal in York einen kulinarisch anspruchsvollen Abend erleben möchte, dem kann ich das Blue Bicycle sehr empfehlen.

Schräg gegenüber liegt ein „gestyltes“ Restaurant mit indischer und Bangladeshi Küche, die Mumbai Lounge, die wir auch getestet und für gut befunden haben.

The Blue Bicycle
34 Fossgate
York, YO1 9TA
Tel. 01904 673990

Der River Foss fließt direkt am „Blue Bicycle“ vorbei. – Eigenes Foto.

Published in: on 17. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Champing oder Bed and Breakfast in ehemaligen Kirchen

All Saints in Aldwincle (Northamptonshire)
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Immer mehr Kirchen werden in England aufgegeben und anderen Nutzungszwecken zugeführt; Restaurants, Bars, Kletterhallen und was auch immer erfindungsreichen Menschen sonst noch einfällt, werden in den Ex-Gotteshäusern installiert. Andere Organisationen wiederum wie der Churches Conservation Trust oder die Friends of Friendless Churches kümmern sich liebevoll um den Erhalt der alten Bauwerke, die viel zu schade sind, um sie abzureißen. Das kostet natürlich viel Geld und da muss man Ideen haben, um die Kassen etwas aufzufüllen. Eine dieser Ideen des Churches Conservation Trust ist, einige Kirchen einfach als Bed & Breakfast zu vermieten. Einen Begriff für das Übernachten in Kirchen hat man schnell gefunden: Champing (Church + Camping), angelehnt an das Glamping (Glamourous Camping), also das Übernachten in ungewöhnlichen Objekten; ich berichtete in meinem Blog darüber.

£49 pro Erwachsenem kostet eine Übernachtung in der Woche (am Wochende £59) inklusive Frühstück in einer der zwölf Kirchen, die für das Champing bisher zur Verfügung stehen. All Saints in Aldwincle in Northamptonshire war die erste Kirche, in der der Churches Conservation Trust  seine neue Übernachtungsidee testete. Geschlafen wird auf Luftmatratzen, darüberhinaus stehen Tische, Klappstühle, eine mobile Toilette und eine Waschgelegenheit zur Verfügung. In einem benachbarten Bauernhof in Aldwincle wird das Abendessen eingenommen, das Frühstück am nächsten Morgen in der Kirche. Die Idee zündete und weitere Kirchen wurden in das Champing-Programm aufgenommen. Die Vorstellung, einmal eine Nacht in jahrhundertealtem Gemäuer zu nächtigen, war verlockend (und für einige sicher auch etwas beängstigend). Jede der Kirchen ist anders, in einigen gibt es elektrisches Licht, manche haben richtige Toiletten; beheizbar ist aber keine Kirche, deshalb wird Champing auch nur von März bis September angeboten.

Hier sind einige der Champing-Kirchen:

St Mary the Virgin in Fordwich (Kent), vor den Toren der Kathedralenstadt Canterbury, wo bis zu zwölf Übernachtungsgäste untergebracht werden können (hier ist ein Film darüber).

All Saints in Billesley (Warwickshire) bei Stratford-upon-Avon, die mit William Shakespeare in Verbindung gebracht wird. Hier können nur zwei Gäste die Nacht verbringen (very romantic!!).
Saint Katherine in Chiselhampton (Oxfordshire), nur wenge Kilometer von der Universitätsstadt entfernt. Geeignet fpr maximal sechs Gäste.
St Thomas in Friarmere (Greater Manchester). Eine alte Kirche am Rand des Saddleworth Moors (für bis zu acht Gäste). Hier wurden im vorigen Jahr einige Teile des Films „A Monster Calls“ (dt. „Sieben Minuten nach Mitternacht“) u.a. mit Sigourney Weaver gedreht (hier ist der Trailer).
Old St Stephen’s in Fylingdales (North Yorkshire) im North York Moors National Park, nicht weit von Whitby entfernt. Hier finden bis zu vier Übernachtungsgäste Platz.
Übrigens darf man auch Hunde mitbringen und Alkohol ist kein Thema (wir sind ja in England), aus einer kleinen Weinliste kann man sich den passenden Wein für eine romantische Nacht aussuchen oder selbst mitbringen.
Wer Champing einmal ausprobieren möchte wende sich an den
The Churches Conservation Trust
Society Building,
8 All Saints Street
London, N1 9RL
champing@thecct.org.uk
Dieser Film zeigt weitere Informationen über Champing.

St Mary the Virgin in Fordwich (Kent).
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All Saints in Billesley (Warwickshire).
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St Katherine in Chiselhampton (Oxfordshire).
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St Thomas in Friarmere (Greater Manchester).
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Old St Stephen’s in Fylingdales (North Yorkshire).
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Mein Buchtipp – David Long: Bizarre England

Foto meines Exemplares.

David Long hat rund zwanzig Bücher über London und Großbritannien geschrieben, in denen er sich überwiegend mit wenig bekannten und kuriosen Dingen auseinandersetzt. Eines dieser Bücher habe ich gerade mit Genuss gelesen: „Bizarre England – Discover the Country’s Secrets & Surprises„, Teil einer dreiteiligen Reihe, deren andere Teile „Bizarre London“ und „Bizarre Scotland“ heißen und alle bei Michael O’Mara in London erschienen sind.

„From weird buildings to eccentric museums and from mystical superstitions to remnants of magical rites, this is a guide like no other“, so steht es im Buch, und ich kann da nur zustimmen. Vieles von dem was David Long erzählt, wird man in keinem Reiseführer finden, und ich kann dieses Buch allen empfehlen, die wie ich einen Nerv für Exzentrisches und Kurioses haben.

Einige Beispiele:

Die erstaunlichsten Irrgärten des Landes (Ragley Hall Maze in Warwickshire) und die obszönsten Ortsnamen (Backside Lane, Crotch Crescent)

Kurioses aus den Colleges von Oxford und Cambridge (der längste Korridor Europas findet sich im Newnham College in Cambridge)

Bizarre Wettbewerbe und Meisterschaften (Dwyle Flunking in Lewes in West Sussex oder World Nettle Eating Championship in Marshwood in Dorset)

„Odd Pubs to Ponder Over a Pint“ (The Valiant Soldier in Buckfastleigh in Devon)

Die grausamsten Hinrichtungsarten (Hanging, Drawing and Quartering)

Die verrücktesten Gesetze („It is illegal to carry a plank along a pavement“, so der Metropolitan Police Act aus dem Jahr 1839)

David Long: Bizarre England – Discover the Country’s Secrets & Surprises. Michael O’Mara 2015. 192 Seiten. ISBN 978-1-78243-376-7

Published in: on 15. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Englische Exzentriker – Samuel Jessup aus Heckington (Lincolnshire) – Der „Pillenmann“

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Wenn man sich die abendliche Tagesschau bzw. Heute-Sendung ansehen möchte, wird man vorher durch nicht enden wollende Werbung bombardiert, in deren Mittelpunkt fast nur Pharmazeutika stehen. Braucht man die wirklich, stellt sich da die Frage?
Ja!!! würde Samuel Jessup mit Nachdruck geantwortet haben, wenn es denn zu Beginn des 19. Jahrhunderts Werbefernsehen gegeben hätte. Der Mann aus Heckington in Lincolnshire, ein Viehzüchter, warf Tabletten ein wie wohl kein anderer Mensch in der Welt. Von 1791 bis 1816 konsumierte der Mann doch sage und schreibe 226 934 Pillen, das sind 10 806 Tabletten pro Jahr oder 29 pro Tag. Damals, als seine Pillensucht begann, ging er noch relativ mäßig zu Werke, steigerte aber seinen „Input“ regelmäßig, so dass er die letzten Jahre vor seinem Tod am 17. Mai 1817 tatsächlich 78 Pillen pro Tag zu sich nahm. Wogegen diese Pharmazeutika waren, weiß der Himmel. Darüberhinaus besaß er auch noch 40 000 (kein Tippfehler!) Flaschen mit Mixturen und Tinkturen. Es grenzt an ein Wunder, dass Samuel Jessup immerhin noch 65 Jahre alt wurde.

John Wright, ein Apotheker aus Bottesford (Leicestershire), hatte ihm das alles geliefert und besorgt; der Mann muss sich an Samuel Jessup eine goldene Nase verdient haben… das heißt mit dem Bezahlen nahm es der „Pillenmann“ nicht so genau, denn Wright verklagte ihn vor einem Gericht in Lincoln zur Zahlung einer Summe von £787 18s. Man schloss einen Vergleich über £450. Ich bin mir aber nicht sicher, ob Jessup dieses Geld dem Apotheker auch zahlte, denn zwei Monate nach dem Verfahren war der Mann tot. Wahrscheinlich haben diese Unmengen an Tabletten schließlich doch ihre „Wirkung“ gezeigt.

Samuel Jessup wohnte in Heckingtons High Street Nummer 24, dem Stone House, zwei Häuser von der Village Hall entfernt. Heckington liegt an der A17, südöstlich von Sleaford.

Published in: on 14. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Broadbridge Heath und Warnham in West Sussex und der Dichter der Romantik Percy Bysshe Shelley

Field Place bei Broadbridge Heath, Geburtsort von Percy Bysshe Shelley.
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Dicht an der A24 in West Sussex liegen die beiden Ortschaften Warnham und Broadbridge Heath, die für den Dichter Percy Bysshe Shelley (1792-1822) in seinem kurzen Leben eine wichtige Rolle spielten. Am 4. August 1792 wurde er in Field Place geboren, einem Herrenhaus am nördlichen Ortsrand von Broadbridge Heath, das seiner Familie gehörte und das bis 1850 auch im Familienbesitz blieb, später in den Besitz der Eigentümer der Londoner Charrington Brewery kam. Field Place ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.

Getauft wurde Percy am 7. September 1792 in der Kirche St Margaret’s im benachbarten Warnham, deren Ursprünge bis in das 14. Jahrhundert zurückreichen. Der Taufstein, der sogar noch älter ist, mutmaßlich aus dem 12. Jahrhundert, ist noch heute in der Kirche zu sehen. Auch ein Facsimile der Geburtseinträge aus dem Kirchenbuch des Jahres 1792, auf dem die Name Shelleys und seiner Eltern verzeichnet sind, ist in einer Glasvitrine ausgestellt. In St Margaret findet man zahlreiche Memorials der Shelley-Familie, so ist in der Caryll Chapel ein Stein im Boden eingelassen, der an Timothy Shelley (gestorben 1771) und seine Frau Joanna (gestorben 1770) erinnert, die Urgroßeltern des Dichters. An einer Wand auf der Südseite der Kirche findet man eine Tafel, auf der die Namen Helen und Elizabeth Shelley eingetragen sind, die in der Kirche beerdigt wurden, sowie der Name Charles Bysshe Shelley, ein Sohn des Dichters, der im Alter von 11 Jahren starb und hier ebenfalls beigesetzt wurde.

In Broadbridge Heath steht in der Old Guildford Road ein Pub namens The Shelley Arms, der aus dem 14. Jahrhundert stammt und in den der junge Percy öfter einmal nach einem Streit mit seinem Vater Zuflucht gesucht haben soll. Weiterhin erinnern an den Dichter in Broadbridge Heath eine Straße, der Shelley Drive, und die Shelley Primary School.

St Margaret’s in Warnham (West Sussex).
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Der Taufstein in St Margaret’s.
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The Shelley Arms in Broadbridge Heath.
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Wold Newton im Osten von Yorkshire – Schauplatz eines Meteoritenabsturzes

Das Wold Newton Monument.
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Am 13. Dezember 1795 gegen 15 Uhr hatten die Bewohner des Dörfchens Wold Newton im East Riding of Yorkshire, zwischen Scarborough und Driffield gelegen, mächtiges Glück. Ein 25 kg schwerer Meteorit stürzte aus dem Himmel und verfehlte das Dorf nur um Haaresbreite. Der Farmarbeiter John Shipley stand so dicht an der Einschlagstelle, dass er von dem hochspritzenden Matsch durchnässt wurde.
Der Meteorit war so tief in den Boden eingedrungen, dass er mühsam ausgegraben werden musste. Der Eigentümer des Geländes, ein Mr. Edward Topham, leitete den größten Teil dieses ehemaligen Himmelskörpers an das Londoner Natural History Museum weiter, wo er noch heute zu besichtigen ist.

Im Jahr 1799 errichtete Mr. Topham an der Stelle, an der der Meteorit einschlug, ein Denkmal, das die Inschrift trägt:

Here on this spot, December 13, 1795 fell from the atmosphere an extraordinary stone. In breadth twenty-eight inches, in length thirty-six inches and whose weight was fifty-six pounds. This column in memory of it was erected by Edward Topham, 1799.

Der Wold Newton Meteorit brachte den amerikanischen Science Fiction-Autor Philip José Farmer auf die Idee, dieses Ereignis literarisch zu verwenden. So soll der Stein durch seine Radioaktivität genetische Veränderungen in Menschen hervorgerufen haben, die zufällig in einer Kutsche am Absturzort vorbeifuhren. Deren Nachkommen verfügten über außergewöhnliche Fähigkeiten und waren z.B. Sherlock Holmes, Tarzan, James Bond oder Philip Marlowe; sie wurden kurz die Wold Newton Family genannt.

Farmers Idee wurde später von Win Scott Eckert aufgegriffen und fortgeführt, indem er das „Wold Newton Universe“ erschuf.

Das Buch zum Artikel:
Win Scott Eckert: Myths for the Modern Age – Philip Jose Farmer’s Wold Newton Universe. Monkey Brain 2005. 400 Seiten. ISBN 978-1932265149.

Published in: on 12. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Spukorte – The Bell in Toddington (Bedfordshire)

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Gegenüber vom Village Green am Market Square in Toddington in der Grafschaft Bedfordshire, nur wenige hundert Meter von der Autobahn M1 entfernt, steht The Bell, ein Pub, der anstelle eines Gasthausschildes mit einer richtigen Glocke auf sich aufmerksam macht. Es gibt die Theorie, dass der Name des Pubs von einer früheren Glockengießerei kommt, die an dieser Stelle einmal existierte. The Bell war eine Kutschenstation auf der Strecke von London nach Bedford.

Der Gasthof gilt als „haunted“ und zwar soll daran die bildhübsche Tochter eines Gastwirts Mitte des 19. Jahrhunderts daran Schuld sein. Die junge Dame zog auf Grund Ihrer äußeren Erscheinung viele Gäste in den Pub, was ihrem Vater sehr recht war. Der Umsatz war mehr als zufriedenstellend; ein Pint, das von einer hübschen Frau gezapft wird, schmeckt nun mal einfach besser. Es wäre alles so schön gewesen, wenn die Tochter des Landlords nicht über ein außergewöhnlich hitziges Temperament verfügt hätte. Bei der kleinsten Provokation ging sie hoch wie eine Rakete und rastete total aus, und wer das von den Stammgästen wusste, der zog sich bei diesen Wutanfällen lieber in eine sichere Ecke zurück, anstatt zu riskieren, ein Glas Bier über den Kopf geschüttet zu bekommen. Ihr Vater griff bei solchen Vorfällen bald ein und sperrte das Töchterlein weg, wo sie sich dann an Pfannen, Töpfen und anderen Küchenutensilien austoben konnte. Nach einer Weile war der Zorn verrraucht und sie konnte wieder hinter die Theke zurück und auf die Kundschaft losgelassen werden. Als es wieder einmal so weit war und die junge Frau aus dem Schankraum abgezogen werden musste, kehrte nach wenigen Minuten des Gescheppers und Geschreis plötzlich Ruhe ein, eine gespenstische Ruhe, und als der Vater nach seiner Tochter sah, fand er sie tot auf dem Boden vor, sie war an einem ihrer Anfälle gestorben. Seitdem kommt es in The Bell immer mal wieder vor, dass Töpfe und Pfannen in der Küche durch den Raum fliegen, Bilder von der Wand fallen und Biergläser auf unerklärliche Weise den Bartresen entlanggleiten.
Aber es gibt noch weitere unheimliche Begebenheiten in diesem Pub in Toddington wie Damien O’Dell in seinem Buch „Paranormal Bedfordshire“ schreibt; so berichten Angestellte des Hauses, dass sie mehrfach von geisterhaften Händen auf der Schulter berührt worden sind. Eines der Zimmer im Haus ist ständig eiskalt, auch im Sommer.

Wem es in The Bell zu unheimlich ist, der braucht nur die Straße zu überqueren und kann unbehelligt von Geistern sein Pint in The Cuckoo trinken.

 

The Bell
4, Market Square
Toddington
Dunstable LU5 6BP

Anstelle eiens Pubschilds…
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War Memorials – Man findet sie in jeder Stadt und fast jedem Dorf

Ein typisches Kriegerdenkmal in Stonehouse (Gloucestershire).
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A war memorial is a building, monument, statue or other edifice to celebrate a war or victory, or (predominating in modern times) to commemorate those who died or were injured in a war„, so heißt es in der Wikipedia. Man findet die Kriegerdenkmäler überall in Großbritannien, denn jede Stadt und fast jedes Dorf hat in den beiden Weltkriegen Gefallene zu beklagen gehabt. Nach den Burenkriegen wurden die ersten War Memorials errichtet, ganz viele nach dem Ersten Weltkrieg, die häufig mit den Namen der im Zweiten Weltkrieg gestorbenen Soldaten ergänzt wurden. Nur 52 Dörfer in England und Wales, die sogenannten „Thankful Villages“ (ich berichtete in meinem Blog darüber), hatten im Ersten Weltkrieg keine Verluste zu beklagen, mehr als 16 000 Städte und Dörfer dagegen schon.

Es gibt die unterschiedlichsten Versionen von Kriegerdenkmälern, manche sind riesig und mit Skulpturen versehen wie „The Response“ in Newcastle-upon-Tyne (Tyne and Wear) oder das War Memorial von Oldham (Greater Manchester), viele sind kleiner und bescheidener und an prominenten Stellen errichtet worden, gern auf den Village Greens im ländlichen Raum.

Ich möchte hier einmal einige Kriegerdenkmäler im Bild zeigen, stellvertretend für viele Tausend:

The Response in Newcastle upon Tyne.
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Das Oldham War Memorial.
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Kleiner und bescheidener fällt das War Memorial von Great Bircham in Norfolk aus. Es verzeichnet 21 Namen von Gefallenen aus den beiden Weltkriegen.
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Eine schöne gepflegte Anlage an der Queen Street in Market Drayton (Shropshire).
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In Radcliffe bei Bury in Greater Manchester entschied man sich dafür, die gefallenen Soldaten mit einem 12 Meter hohem Obelisken zu ehren.
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War Memorials Online versucht, so viele Kriegerdenkmäler wie möglich zu erfassen und sie der Nachwelt zu erhalten wie dieser Film zeigt.

Die Lord Street in Southport (Merseyside)- Eine der schönsten Einkaufsstraßen Englands und Vorbild für die Pariser Champs Elysées (?)

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Southport liegt weniger als dreißig Kilometer von Liverpool entfernt an der Irischen See und hat etwas mehr als 90 000 Einwohner. Quer durch die Stadt zieht sich die eine Meile lange Lord Street (gleichzeitig die A565), die zu den schönsten Einkaufs- und Bummelstraßen Englands gehört. Sie ist sehr breit und die beiden Fahrbahnen werden durch einen attraktiven Grünstreifen getrennt; auch architektonisch ist die Lord Street interessant. Da sind zum Beispiel die hübschen Gebäude, in denen das Scarisbrick Hotel und das Prince of Wales Hotel untergebracht sind, oder die im viktorianischen Stil erbaute Wayfarers Arcade, die Cambridge und die Royal Arcade und The Monument, das pompöse Kriegerdenkmal. Es gibt eine Fülle von Restaurants und Bars wie die Tony McGee Bar und das V-Café, beide im Vincent Hotel, sowie das Casa Italia und Salvatores Ristorante, in denen man bei schönem Wetter draußen speisen kann. Wer sich mehr für Kirchen interessiert, der kann sich in der Lord Street die Christ Church ansehen, die 1821 gegründet wurde. Auf dem breiten Grünstreifen in der Mitte der Straße findet man die Town Hall Gardens mit dem Princess Diana-Brunnen. Die Lord Street lädt zum Bummeln ein und bei schlechtem Wetter kann man sich in eine der Einkaufsarkaden zurückziehen.

Ja, die Lord Street ähnelt den Pariser Avenue de Champs-Elysées sehr, und es heißt, dass die französische Prachtstraße ihr Vorbild in der Hauptstraße von Southport haben soll. Wie das?
1846 verbrachte Louis-Napoléon Bonaparte, der spätere Napoleon III., einen Urlaub in Southport und wohnte in einer Nebenstraße der Lord Street. Er soll von der baumbestandenen Hauptstraße so begeistert gewesen sei, dass er später, als er Kaiser von Frankreich war und Paris komplett umbaute, die Champs-Elysées nach dem Vorbild der Lord Street habe umgestalten lassen.

Ich glaube nicht, dass die stolzen Pariser sich dessen bewusst sind und wenn, das nicht wahrhaben wollen. Southport in Merseyside hat sicher überhaupt nichts dagegen, als Paris in Englands Nordwesten bezeichnet zu werden, aber Paris als Southport des Südens…

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The Monument, das Kriegerdenkmal.
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Christ Church.
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Die Town Hall Gardens.
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…und die Avenue des Champs-Elysées in Paris.
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Coxwold in North Yorkshire – Ein Dichter der Weltliteratur, eine Kirche und ein schöner Pub

Coxwold in North Yorkshire.
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Ich mag Coxwold! Viele Male bin ich in dem Bilderbuchdorf in North Yorkshire gewesen, das ca 27 km nördlich von York liegt, und in dem drei Gebäude besonders sehenswert sind.

Da ist zum einen Shandy Hall, ein sehr hübsches altes Haus, das Mitte des 14. Jahrhunderts gebaut worden ist, und in dem von 1760 bis 1768 einer der großen Schriftsteller der Weltliteratur lebte: Laurence Sterne, der vor allem durch seinen umfangreichen Roman “ The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman (dt. „Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman“), berühmt wurde. Sterne, der in Coxwold eine Pfarrstelle inne hatte,  schrieb in Shandy Hall den größten Teil dieses Buches. Heute ist hier The Laurence Sterne Trust untergebracht, dessen Aufgabe es ist, das Andenken an den Schriftsteller wachzuhalten, indem man sich einmal um den Erhalt des Gebäudes kümmert und weiterhin hier alles an Dokumenten, Büchern und Bildern zusammenträgt, die in irgendeiner Form mit Sterne zusammenhängen. Shandy Hall berbergt die größte Sammlung von Laurence Sternes Werken weltweit. Von Mai bis September kann man sich das Haus und die Gärten ansehen. Das Grab von Laurence Sterne findet sich übrigens auf dem Kirchhof.

Coxwold verfügt über eine recht große Kirche, St Michael’s, die Anfang des 15. Jahrhunderts erbaut wurde. Bemerkenswert ist hier der Westturm, der eine achteckige Form hat.

Eine wichtige Funktion in Coxwold nimmt natürlich der örtliche Pub ein, und die Dorfbewohner können sich über einen besonders schönen Gasthof freuen, The Fauconberg Arms, eine Kutschenstation aus dem 17. Jahrhundert, in dem auch einige Gästezimmer bereit stehen.
Ich kann einen Besuch in diesem hübschen Dorf  in North Yorkshire sehr empfehlen!

Hier ist ein Film über Shandy Hall und hier ein Film über Coxwolds Gärten und St Michael’s.

Das Buch zum Artikel:
Thomas Keymer: The Cambridge Companion to Laurence Sterne. Cambridge University Press 2009. 224 Seiten. ISBN 978-0521614948.

Shandy Hall.
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The Fauconberg Arms.
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St Michael’s Parish Church.
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Lawrence Sternes Grab in Coxwold.
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Mein Buchtipp – Roger Long: Historic Inns Along the River Thames

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Die Themse ist ein Fluss, der mich immer wieder von neuem fasziniert; sei es als „kleine“ Themse in Wiltshire, sei es als „große“ Themse in London.
Am Rand dieses Flusses haben sich im Lauf der Jahrhunderte zahllose Gasthäuser etabliert, die zu einem Besuch einladen. Im Sommer kann man bei den meisten auf einer Terrasse oder auf dem Rasen direkt neben der Themse sein Pint zu sich nehmen und zuschauen wie sich das Wasser langsam in Richtung London fortbewegt.

Die dicht bewachsenen Ufer rufen Erinnerungen wach an Jerome K. Jeromes Buch „Drei Mann in einem Boot„, wo Harris & Co ihr Lager aufschlagen und ihr Abendessen zubereiten.

Eine Auswahl von besonders empfehlenswerten Gasthöfen an der Themse hat Roger Long in seinem Buch „Historic Inns Along the River Thames“ zusammengestellt und mit Schwarz-Weiß-Fotos illustriert.

Long beginnt seine Reise an der Themsequelle und so heißt dann auch der erste vorgestellte Gasthof „The Thames Head Inn„, der an der A433 zwischen Tetbury und Cirencester in Gloucestershire liegt.

Der letzte an der Themsemündung gelegene Inn ist „The Castle“ an der Eastern Esplanade in Southend-on-Sea in Essex.

Zwischen diesen beiden Eckpunkten finden sich in Roger Longs Buch viele reizvolle Häuser, die auch zu einem längeren Verweilen einladen. Was gibt es Schöneres, als nach einem angenehmen Abendessen den Tag mit einem kleinen Spaziergang an der Themse ausklingen zu lassen und den Booten nachzusehen, die gemächlich flussauf oder flussab fahren?

Roger Long: Historic Inns Along the River Thames. Sutton Publishing 2006. 142 Seiten. ISBN 978-0750943642.
(Das Buch ist zwar schon 11 Jahre alt, aber die  Pubs existieren noch).

The Thames Head Inn zwischen Cirencester und Tetbury.
Eigenes Foto.

The Castle in Southend-on-Sea (Essex).
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The Trout in Lechlade. Gegenüber findet man Old Father Thames.
Eigenes Foto.

Published in: on 7. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Follies – Das Dinton Castle bei Dinton in Buckinghamshire

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Wir befinden uns mitten in Inspector Barnabys fiktivem Midsomer County: An der A418 zwischen Aylesbury und Thame in Buckinghamshire liegen die Dörfer, die in der TV-Serie als Drehorte verwendet wurden, wie an einer Perlenschnur aufgereiht: Haddenham, Chearsley, Cuddington, Westlington, Dinton. In meinem Blog habe ich die außerordentlich attraktiven Ortschaften vorgestellt, so auch Dinton mit seiner hübschen Kirche Saint Peter and Saint Paul an der Upton Road. Direkt daneben liegt Dinton Hall, ein sehr ansprechender Bau mit vielen Giebeln, der Mitte des 18. Jahrhunderts von Sir John Vanhattan bewohnt wurde. Was dem Herrn von Dinton Hall beim Blick aus den Fenstern fehlte, war eine Burg, die seine Augen erfreuen konnte, und so erbaute er Dinton Castle. Gleichzeitig diente die Burg zur Unterbringung seiner umfangreichen Fossiliensammlung, die er aber nicht in Schaukästen präsentierte, sondern in die Wände einmauern ließ. Dort finden sich also Ammoniten, Trilobiten und andere urzeitliche Versteinerungen. Sir John ließ seine Burg nie zu Ende bauen, es gab kein Dach und war eigentlich von Anfang an eine Ruine.
Bald rankten sich Legenden um Dinton Castle, so sollte der Geist von Simon Mayne, dem Henker von Charles I. in der Burg umgehen, der in Dinton wohnte.
Im November 2014 wurde die unter Denkmalschutz stehende Burg für £56,000 versteigert und soll als Wochenendresidenz für den neuen Besitzer umgebaut werden. Dinton Castle steht auf Privatgelände, kann also nicht besichtigt werden. Dieser Film zeigt die romantische Ruine.

Dinton und vor allem das benachbarte Westlington gehören für mich zu den schönsten Dörfern Buckinghamshires.

Fossilien aus der Sammlung Sir John Vanhattans im Mauerwerk der Burg.
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Published in: on 6. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Longplayer, die längste Komposition der Welt, und der einzige Leuchtturm Londons auf der Trinity Buoy Wharf

Der Leuchtturm auf der Londoner Trinity Buoy Wharf.
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Dort, wo die Themse in London eine ihrer Schleifen zieht, auf der Leamouth Peninsula,steht das Bow Creek Lighthouse, der  einzige Leuchtturm Londons, der allerdings nicht mehr in Betrieb ist. Von 1864 bis 1866 wurde der Turm erbaut, der zu Ausbildungszwecken für künftige Leuchtturmwärter diente. Trinity Buoy Wharf heißt das Gelände hier an der Themse, auf der auch die Container City steht, über die ich in meinem Blog einmal berichtete.

Am 31. Dezember 1999 um Mitternacht, als das neue Jahrtausend eingeläutet wurde, begann hier im Lighthouse ein Projekt, das exakt tausend Jahre dauern wird bzw. soll: The Longplayer. Dabei handelt es sich um eine musikalische Komposition, die rund um die Uhr tausend Jahre lang zu hören sein wird, ohne sich zu wiederholen, und die erst am 31. Dezember 2999 beendet ist, so der Plan. Jem Finer hat sich das ausgedacht, ein Musiker, der auch als Gründungsmitglied der Band The Pogues bekannt wurde.

More than a piece of music, Longplayer is a social organism, depending on people – and the communication between people – for its continuation, and existing as a community of listeners across centuries“, und „an artificial life form programmed to seek its own survival strategies„, so eine Form der Erklärung auf den Webseiten des Projekts. Komponiert ist The Longplayer für Klangschalen, im Englischen Singing Bowls genannt, die ihren Ursprung im asiatischen Himalayagebiet haben.

Damit alles reibungslos funktioniert, wurde The Longplayer Trust gegründet, dessen Mitglieder aus der Musik- und Kunstszene kommen. Niemand unter uns wird jemals miterleben, ob dieses interessante Musikprojekt jemals das gesteckte Ziel erreichen wird.
Wer  einmal in die Komposition hereinhören möchte, der kann das in den sogenannten Listening Posts tun, zu finden im Yorkshire Sculpture Park, im The Royal Observatory in Greenwich, in den USA in der The Long Now Foundation in San Francisco oder online per Livestream.

Published in: on 5. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Pubschilder – The Who’d Have Thought It Inn in Milton Combe (Devon)

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Es gibt (Gott sei Dank!!) in England noch immer richtig schöne Countrypubs, bei denen einfach alles stimmt: Die Lage, das Gebäude, die Qualität des ausgeschenkten Biers und die Zubereitung der Speisen. Einer dieser Vorzeige-Pubs ist „The Who’d Have Thought It“ in Milton Combe, ca 12 km von Plymouth in Devon entfernt, am Randes des Dartmoors.

Der Name des Pubs ist etwas ungewöhnlich (es gibt allerdings noch weitere Pubs mit diesem Namen in leicht veränderter Schreibweise), aber das Pubschild zeigt wie er zustande kam. Ein Dorfbewohner von Milton Combe beantragte vor langer Zeit eine Lizenz, um einen Gasthof zu eröffnen. Nachdem er die Hoffnung schon fast aufgegeben hatte, erreichte ihn schließlich doch noch ein Brief mit der Schanklizenz. „Wer hätte das gedacht“, soll der frisch gebackene Wirt ausgerufen haben oder „Who’d have thought it“. Diesen Namen hat er dann gleich für seinen neuen Pub behalten. Auf dem Pubschild zu sehen: Der Wirt mit der Lizenz in der Hand und im Hintergrund der bisherige Platzhirsch, der Publican des „The First and Last“, der gar nicht erfreut ist, jetzt einen Konkurrenten zu haben. Im Vordergrund die Dorfbewohner, die sich über das Ereignis unterhalten.

Der Gasthof, der nur zwei Gehminuten von der Buckland Abbey entfernt liegt, bietet seinen Gästen eine Fülle von Unterhaltungsmöglichkeiten an wie ein Cider Festival, Live Music und spezielle Menüs für spezielle Tage (Burns Night, St Patrick’s Day, St George’s Day).

The Who’d Have Thought It Inn
Milton Combe
Yelverton
PL20 6HP

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Published in: on 4. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Soldiers in Silloth – Ein Museum für Spielzeugsoldaten in Cumbria

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Silloth ist ein kleiner Badeort im äußersten Nordwesten Englands, in der Grafschaft Cumbria. Der Tourismus gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen der Kleinstadt, es gibt einen Hafen, eine Brauerei, Golfplätze und…“Soldiers in Silloth„, ein Museum für Spielzeugsoldaten an der Ecke Marine Terrace und Criffel Street.
Tim Barker hat das Museum gegründet, in dem er seine Sammlung untergebracht hat, die seit über fünfzig Jahren besteht. Mehr als 10 000 Figuren sind hier zu bestaunen: Soldaten, Kanonen, Fahrzeuge, Katapulte, Burgen usw. Tim Barker hat sie bei seinen Reisen durch die Welt gekauft und mitgebracht. Angefangen mit Soldaten aus dem Reich der Ägypter bis hin zu Panzern des Zweiten Weltkriegs, hier in Silloth findet man alles, was das Herz eines Militaria-Sammlers höher schlagen lässt. Nachgestellt sind zum Beispiel die Schlachten  von Agincourt, Waterloo, Saratoga und Rorke’s Drift.

Tim Barker ist eigentlich Schauspieler, der in Dutzenden von TV-Serien aufgetreten ist wie „Inspector Morse“, „Der Doktor und das liebe Vieh“, „Polizeiarzt Dangerfield“ oder „Dalziel and Pascoe“. Auch in dem Spielfilm „Calendar Girls“ (dt. „Kalender Girls“) hatte er eine kleine Rolle.

Die Initialzündung für das Interesse an dem Thema erhielt Tim Barker als Kind, als ihm sein Vater das Buch „Little Wars“ von Herbert George Wells schenkte, das in voller Länge „Little Wars: a game for boys from twelve years of age to one hundred and fifty and for that more intelligent sort of girl who likes boys‘ games and books“ heißt und 1913 erstmals erschienen ist (es wurde nicht ins Deutsche übersetzt). Darin erstellt der Schriftsteller ein Regelwerk für das Spielen mit Spielzeugsoldaten, das Tim Barker so verinnerlicht hat, dass es die Grundlage für die Aufstellung seiner Sammlung in Silloth bildet.

„Soldiers in Silloth“ ist ganzjährig am Wochenende geöffnet, vom 1. Juni bis zum 30. September auch dienstags bis freitags von 13 Uhr bis 16 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt bescheidene £2.

Hier ist ein kleiner Film über das Museum zu sehen.

Die Criffel Street in Silloth.
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Published in: on 3. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Lay-Bys – Einige persönliche Anmerkungen

TJ’s Café an der A619 in Derbyshire.
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Wenn ich auf englischen A- und B-Straßen unterwegs bin und ich einmal anhalten und eine kurze Pause machen möchte, geht es mir häufig so, dass weit und breit kein Parkplatz zu finden ist. In den Dörfern an der Durchfahrtsstraße ist alles zugeparkt und am Straßenrand außerhalb der Dörfer kann man sein Auto oft nicht abstellen. Schön, wenn dann irgendwann einmal ein Lay-By auftaucht, also ein Parkplatz neben der Straße, den man sich mit oft mit „juggernauts“, riesigen LKWs, teilt. Wenn man Glück hat, ist dieser Lay-By asphaltiert und einigermaßen sauber; ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass diese Parkstreifen häufig schlaglochübersät sind, in denen noch das Wasser vom letzten Regenguss steht; also: weiterfahren und nach einem angenehmeren Rastplatz Ausschau halten.

Hin und wieder steht auf den Lay-Bys ein kleiner Imbissladen, in dem sich vornehmlich die Trucker eine mehr oder wenige fettige Mahlzeit holen. Manchmal sind das mobile Stationen, manchmal auch fest installierte Roadside Cafés. Ich habe sie noch nie ausprobiert. Einige dieser Imbiss-Vans stehen schon seit Jahrzehnten an der gleichen Stelle wie zum Beispiel der von Audrey Prentice an der A10 zwischen Cambridge und King’s Lynn, die ihre Kunden schon seit über dreißig Jahren hier bedient.
An der A35 bei Higher Bockhampton in Dorset steht ein Fast Food-Kiosk, der an das Hexenhaus von Hänsel und Gretel erinnert. Fest installiert sind TJ’s Café an der A619 bei Whitwell in Derbyshire oder Starkey’s Café an der A18 im Norden von Lincolnshire.

Manchmal werden Lay-Bys auch für andere Zwecke benutzt wie für nächtlichen Sex, was dann für Unmut der LKW-Fahrer sorgt, die an dieser Stelle ein paar Stunde ausruhen wollen. Die A40, die von London nach Süd-Wales führt, war eine Zeit lang dafür berüchtigt, dass einige ihrer Lay-Bys sich zu Sextreffs entwickelten, woraufhin der Oxfordshire County Council eine Höchstparkzeit von dreißig Minuten dort einführte, um dem Treiben (erfolgreich?) entgegenzutreten.

Lay-Bys sind auch „beliebte“ Ablageplätze für Mordopfer; so wurde zum Beispiel auf einem Parkplatz an der A413 bei Gerrards Cross in Buckinghamshire im vergangenen Jahr eine ermordete Londoner Prostituierte gefunden. Auch im vergangenen Jahr machte man auf einem Lay-By an der A628 bei Tintwistle in Derbyshire die grausige Entdeckung einer männlichen, verbrannten, kopflosen Leiche.

Wahrscheinlich ist es keine gute Idee, nachts auf einer wenig befahrenen Straße eine Pause auf einem abgelegenen Lay-By einzulegen.

Das Hexenhaus an der A35  in Dorset.
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Starkey’s Café an der A18 in North Lincolnshire.
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Ein sehr einladender Lay-By an der A40 in Oxfordshire.
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Published in: on 2. April 2017 at 02:00  Comments (2)  
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The Richard III Experience im Monk Bar von York (North Yorkshire)

König Richard III auf der Anklagebank. Eigenes Foto.

Als wir das Richard III-Museum in York besuchten, das sich seit einigen Jahren The Richard III Experience nennt, gingen sintflutartige Regenfälle über der Stadt nieder, und wir waren froh, uns in trockenen Räumen aufhalten zu können. Einige wenige Touristen suchten im Vorraum des Museums  Zuflucht, sonst waren wir ganz allein in der Ausstellung.

Seit 1992 gibt es das Museum schon, das im Monk Bar untergebracht ist, einem jener Tore in den Stadtmauern, die York noch heute in Teilen umschließen. Von den drei Räumen des Museums soll der oberste 1484 von Richard III selbst in Auftrag gegeben worden sein. Der König hätte sich wohl nicht träumen lassen, dass diese Räumlichkeiten nach mehr als 500 Jahren noch immer seinem Andenken gewidmet sind.

Die Ausstellung ist sehr interessant aufbereitet. Das Kernstück bildet ein Gerichtsverfahren, in dem Richard III des Mordes an seinen beiden Neffen angeklagt wird. Per Knopfdruck kann man den Ton dazuschalten und anschließend werden die Besucher aufgefordert, in ein ausliegendes Buch ihre Meinung zu schreiben, ob der König schuldig oder unschuldig ist.

Im obersten Raum, der durch eine kleine enge Steintreppe zugänglich ist, kann man die von Richard III angeordneten Hinrichtungen nacherleben. Bei unserem Besuch war der Raum geschlossen und ein Hinweisschild stand vor der Tür „Apologies: The executioner is on holiday. Your appointment with death has been postponed„. Noch einmal Glück gehabt!

Anlässlich der Entdeckung des Skeletts des Königs in Leicester und seiner erneuten Beerdigung hat man im Museum einige diesbezügliche Installationen untergebracht. Ein auf dem Schlachtfeld von Towton gefundenes Skelett eines Soldaten wird hier im Museum seit zwei Jahren zur Schau gestellt (hier ist ein Film in Zeitraffer über die Aufstellung).

Im Museumsshop kann man sich mit Literatur über Richard III und allerlei Devotionalien eindecken. Ein Besuch lohnt sich (auch bei schönem Wetter!).

Der Inhaber und die „Seele“ des Museums, Mike Bennett, ist leider im Jahr 2004 im Alter von nur 55 Jahren gestorben. Übernommen wurde das Museum unter der neuen Bezeichnung von der Jorvik Group, die im Micklegate Bar Richards Widersacher Henry VII ebenfalls ein Museum gewidmet hat, The Henry VII Experience.

Siehe zum Thema auch meinen Blogeintrag über die Richard III Society.

 

The Richard III Experience
Monk Bar
York
YO1 7LQ

In uraltem Gemäuer ist das Museum untergebracht. Eigenes Foto.

Der Henker war glücklicherweise im Urlaub. Eigenes Foto.

The Monk Bar in York.
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Published in: on 1. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The World Egg Throwing Championships in Swaton (Lincolnshire)

Thorpe Latimer bei Swaton in Lincolnshire: Austragungsort der Eierwerf-Weltmeisterschaften.
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Bis Ostern ist es nicht mehr weit, eigentlich ein passender Termin, um die jährlich stattfindenden World Egg Throwing Championships auszutragen, aber dem ist nicht so, denn dieser kuriose Wettbewerb findet regelmäßig am letzten Sonntag des Monats Juni statt. Austragungsort ist Swaton in Lincolnshire, genauer gesagt  im Thorpe Latimer Park an der B1394 in Richtung Helpringham.

Eierwerf-Wettbewerbe soll es schon im 14. Jahrhundert gegeben haben; die 2004 gegründete World Egg Throwing Federation hat dem „Sport“ aber klare Regeln gegeben und seit 2006 werden die Weltmeisterschaften in mehreren Kategorien ausgetragen.

Bei dem normalen „Egg Throwing“ werfen sich Zwei-Personen-Teams gegenseitig Eier zu, ein Werfer und ein Fänger. Gewonnen hat das Team, das die größte Distanz überwinden kann, ohne dass das geworfene Ei dabei zu Schaden kommt.

Bei der statischen Eier-Staffel, dem Egg Static Relay, besteht ein Team aus elf Spielern, die sich nicht mehr als fünf Meter von ihrem Standort wegbewegen dürfen. Zwölf Eier müssen jeweils weitergericht werden, bis alle möglichst unversehrt beim letzten Teammitglied ankommen. Zerbrochene Eier werden mit einer Zeitstrafe geahndet.

Beim Egg Target Throwing muss auf eine Entfernung von acht Metern ein menschliches Ziel getroffen werden, wobei bestimmte Körperteile mehr oder weniger Punkte für den Werfer einbringen.

Das Russian Egg Roulette erfordert je zwei Spieler, die sich gegenübersitzen. Jeder hat sechs Eier vor sich, fünf gekochte und ein rohes. Abwechselnd wählen die Teilnehmer ein Ei aus und stoßen es sich gegen die Stirn; wer das rohe erwischt hat, hat verloren.

Beim Egg Trebuchet schließlich wird ein Wurfgerät benutzt, das dem mittelalterlichen Trebuchet nachempfunden ist. Dabei muss ein menschliches Ziel getroffen werden, was Punkte bringt, bzw das „Ziel“ fängt das Ei unbeschädigt und erwirbt dadurch Punkte.

Die Hühner von Swaton und Umgebung müssen auf jeden Fall im Juni Überstunden beim Eierlegen machen, denn für die Weltmeisterschaften werden viele benötigt.

Dieser Film vermittelt Eindrücke von den Championships.

Published in: on 31. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Tipus Tiger im Londoner Victoria & Albert Museum

Author: Victoria and Albert Museum.
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Ich habe das berühmte Londoner Victoria & Albert Museum bisher nur einmal vor längerer Zeit besucht, als damals eine Ausstellung der Fabergé-Eier stattfand. Man kann sich in dem riesigen Museum an der Cromwell Road in Kensington endlos lange aufhalten und man wird immer wieder etwas Neues entdecken.

Einer der Schätze des V&A ist ein merkwürdiges Figurenensemble: Tipus Tiger. Ende des 18. Jahrhunderts wurde es für Tipu Sultan hergestellt, einem Herrscher aus dem südindischen Staat Mysore, und es zeigt einen Tiger, der auf einem britischen Soldaten sitzt und ihm an die Gurgel geht. Der Inder war seinerzeit in einen erbitterten Krieg gegen die britischen Eindringlinge verwickelt und die Figur Tipus Tiger soll wohl einen Zwischenfall darstellen, bei dem der Sohn eines britischen Generals von einem Tiger angefallen und getötet wurde.

Es handelt sich bei Tipus Tiger um einen Musikautomaten, der Geräusche erzeugen kann und zwar die Klagelaute des von dem Tiger bedrohten Mannes und die Brummlaute des Raubtieres. Im Inneren des mit Hilfe einer Kurbel angetriebenen Automaten befindet sich sich orgelartiges Instrument mit Pfeifen und Blasebälgen. Durch Betätigen der Kurbel wird auch ein Arm des um sein Leben bangenden Mannes bewegt.

Tipus Tiger wurde nach der Tötung von Tipu Sultan und der Plünderung seines Palastes nach England gebracht, wo er ursprünglich im Tower of London ausgestellt werden sollte, dann aber doch im East India Company Museum untergebracht wurde. Nach dessen Auflösung ging der Automat im Jahr 1880 in den Besitz des Victoria & Albert Museums über, wo er noch heute zu bestaunen ist.

In diesem Film sind Tiger und Soldat zu sehen und zu hören.

Hier, im Victoria & Albert Museum, wohnt Tipus Tiger.
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Published in: on 30. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Halton House in Buckinghamshire

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Halton House ist eine der vielen Landsitze, die sich die superreiche Rothschild-Familie in Buckinghamshire geleistet haben, neben dem Waddesdon Manor, den Mentmore Towers und dem Aston Clinton House. Gebaut wurde Halton House von 1880 bis 1883 für Alfred von Rothschild, einem Banker, der u.a. die Bank von England leitete. Wenn man den Landsitz sieht, fühlt man sich an die Loire versetzt, denn das Haus wurde im Stil eines französischen Schlosses erbaut. Solange Alfred von Rothschild hier wohnte, wurden gern Feste gefeiert und es herrschte ein ausgelassenes Leben auf Halton House. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, ging leider alles den Bach hinunter: Der Hausherr erkrankte und starb 1918, das Haus erbte sein Neffe, der es absolut nicht mochte und es versteigern ließ. Es ging in den Besitz der Royal Air Force über, die es für einen Schnäppchenpreis übernahm. Noch heute dient Halton House als Offizierskasino für einen der größten britischen Luftwaffenstützpunkte, RAF Halton bei Wendover in Buckinghamshire.

Das architektonisch sehr ansprechende Gebäude geriet schnell ins Visier der Location Scouts der Film- und Fernsehindustrie und so wurden hier zahlreiche Filme gedreht. Hier einige Beispiele:

In „The King’s Speech“ (dt. The King’s Speech“) diente der Gold Room im Jahr 2010 als der Ort, in dem Colin Firth alias Georg VI. seine Rede an die Nation einstudierte.

Teile des James Bond-Films „The World Is Not Enough“ (dt. James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug“) mit Pierce Brosnan wurden hier 1999 gedreht.

What a Girls Wants“ (dt. „Was Mädchen wollen“), eine Teenagerkomödie, wieder mit Colin Firth, dieses Mal als Lord Henry Dashwood, nutzte 2003 das eindrucksvolle Chateau.

In der Erfolgsserie „Downton Abbey“ dient Halton House in der 6. Episode der 2. Staffel als Haxby Park, wo Lady Marys Verehrer, Sir Richard Carlisle, wohnt.

Dieser Film zeigt die Schönheit vom Halton House.

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Mein Buchtipp – James Moore & Paul Nero: Pigeon Guided Missiles

Foto meines Exemplares.

Die beiden Autoren James Moore und Paul Nero haben sich in ihrem Buch „Pigeon Guided Missiles: And 49 Other Ideas That Never Took Off“ mit mehr oder weniger verrückten Ideen auseinadergesetzt, die im Laufe der Zeit irgendwelchen kreativen Hirnen entsprungen sind, die es aber nie geschafft haben, verwirklicht zu werden. In der titelgebenden Geschichte zum Beispiel geht es darum wie man bestimmte Fähigkeiten von Tauben ausnutzen könnte, um sie für militärische Zwecke einzusetzen. Der berühmte US-amerikanische Psychologe B.F. Skinner hatte sich dieses Themas während des Zweiten Weltkriegs angenommen und war der Meinung, dass man Tauben dazu bringen könnte, Raketen zu ihrem Ziel zu führen. Die Experimente wurden nicht weitergeführt, als man andere technische Möglichkeiten erfand, die diese Aufgabe weit besser durchführen konnten.

Das Kapitel „The First Channel Tunnel“ beschäftigt sich mit den ersten Versuchen, einen Tunnel unter dem Ärmelkanal zu graben. Sir Edward Watkin schaffte es in den 1880er Jahren mit einer neuartigen Tunnelbohrmaschine, auf der englischen Seite rund zwei Kilometer und auf der französischen Seite etwa 1800 Meter sich durch das Gestein zu arbeiten. 1883 stoppte man die Arbeiten, weil vor allem hochrangige Militärangehörige vor einer unterirdischen Verbindung zu Frankreich warnten. Auch eine Brücke über den Ärmelkanal war einmal angedacht, aber aus Sicherheitsgründen wieder verworfen.

Weitere Ideen, die nicht verwirklicht wurden, waren u.a. Henry Bessemers Schiff, auf dem man nicht seekrank wird, die Fliegende Untertasse von British Rail, das sich selbst reinigende Haus, Wilhelm Reichs „Cloudbuster“ (s. dazu meinen Blogeintrag über Kate Bushs Video) oder der Ferienort Ravenscar, der nie gebaut wurde (s. auch dazu meinen Blogeintrag).

Wieder ein hochinteressantes Buch aus dem Hause The History Press!

James Moore und Paul Nero: Pigeon Guided Missiles: And 49 Other Ideas That Never Took Off. The History Press 2011. 254 Seiten. ISBN 978-0-7524-5990-5

Published in: on 28. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Midsomer Murders Staffel 19 – Jetzt auf DVD erhältlich (aber nicht komplett)

Foto meiner DVD.

Ist schon ein wenig merkwürdig, dass die 19. Staffel von „Midsomer Murders“ immer noch nicht komplett im britischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Vom 18. Dezember 2016 bis zum 18. Januar 2017 zeigte ITV die Episoden 1 bis 4, Teil 5 und 6 sind noch offen. Auf DVD erschienen jetzt die ersten drei Episoden.

Ich habe den Eindruck, dass es mit der TV-Serie allmählich zu Ende geht und den Drehbuchschreibern nicht mehr viel einfällt. Die Folgen „The Village That Rose From the Dead„, „Crime and Punishment“ und „Last Man Out“ konnten mich nicht überzeugen. Die Handlungen waren ziemlich wirr und so richtig verstanden habe ich sie nicht. DS Charlie Nelson ist schon wieder abgelöst worden, durch DS Jamie Winter, gespielt von Nick Hendrix, gewöhnungsbedürftig, und so richtig warm sind Barnaby und Winter noch nicht geworden. Sykes ist in „The Village That Rose From the Dead“ gestorben (aber nur im Film, Sykes hat das Rentenalter erreicht und seine Schauspielerkarriere an den Nagel gehängt). Sykes wird durch Paddy ersetzt, einen zweijährigen Terriermischling, der von den Barnabys liebevoll aufgenommen wird.

In der Episode 113 „Last Man Out“ feiern wir ein Wiedersehen mit Ben Jones, der in vielen Folgen der Krimserie an der Seite von Tom Barnaby als Detective Sergeant agierte und auch unter DCI John Barnaby eine Zeit lang arbeitete. Ben Jones ist mittlerweile selbst Detective Chief Inspector in Brighton geworden und in der Folge undercover als Jack Morris tätig. Auch die Schauspielerin Ester Hall, die in der Episode als Serena Luthando auftritt, kennen wir schon als Cullys Freundin Cassie Woods aus der Episode 30 „Bad  Tidings“ (dt. „Immer wenn der Scherenschleifer…“).

Die DVD mit den drei letzten Folgen der 19. Staffel „Red in Tooth and Claw„, „Death By Persuasion“ und „The Curse of the Ninth“ wird irgendwann im Laufe des Jahres erhältlich sein.

 

Published in: on 27. März 2017 at 02:00  Comments (5)  

Stony Stratford in Buckinghamshire und die Cock and Bull Stories

The Cock in Stony Stratford.
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Am Ortsrand von Milton Keynes in Buckinghamshire liegt die Kleinstadt Stony Stratford, die früher einmal als Zwischenstopp für den Kutschenverkehr zwischen London und Nordengland diente. Von hier soll der Begriff „Cock and Bull Story“ stammen, was in England soviel wie Lügengeschichte oder Ammenmärchen bedeutet.

The Cock und The Bull waren und sind noch immer zwei Gasthäuser in Stony Stratford, in denen seinerzeit die Kutschengäste übernachteten. Die Reisenden sollen sich auf den langen Überlandfahrten Lügengeschichten erzählt haben, um sich die Zeit zu vertreiben.
Das ist aber nur eine Lesart. Eine andere: Die beiden Coaching Inns traten in einen Wettstreit ein, wessen Gäste die skurrilsten und verrücktesten Geschichten erzählten.
Oder: „Chinese Whispers“ ist das, was man in Deutschland „Stille Post“ nennt, also eine Geschichte wird immer weitererzählt, bis sie völlig verändert am Ende der Erzählerkette ankommt. So kann das damals auch in Stony Stratford gewesen sein: Eine Geschichte, die im Cock erzählt wird, wandert durch die Stadt und kommt im Bull in ganz anderer Form an, oder auch andersherum.

Es gibt in Stony Stratford auch eine Cock & Bull Society: “ The Cock & Bull Society celebrates humour in its various forms. It provides a newsletter, a forum for exchange of ideas and information of a humorous nature, and will be organising festivals and events in and around Stony Stratford in celebration of the witty, the absurd, the freaky, the satirically erudite, and even the plain funny“.

Es existieren aber auch ganz andere Versionen wie die Cock & Bull Stories entstanden sein könnten, aber lassen wir doch den Bewohnern Stony Stratfords den Spaß, dass die Lügengeschichten hier ihren Ursprung hatten.

Keine Cock and Bull Story ist, dass die beiden Gasthöfe an der High Street noch immer existieren. Beweis: Hier sind die Links zu den Webseiten des Bull und des Cock Hotels und hier ist ein Film über die Geschichte der Stadt.

The Bull in Stony Stratford.
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