Auf den Spuren von Inspector Barnaby – The Plough in Cadsden (Buckinghamshire)

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In meinem Blog schrieb ich schon vor längerer Zeit über The Nag’s Head in Great Missenden (Buckinghamshire), in dem man auf dem Weg zur Toilette durchaus einmal Angela Merkel oder einem anderen Staatsoberhaupt begegnen kann. Der Grund: Chequers, der Landsitz der britischen Premierminister ist nicht weit und hin und wieder werden seine Gäste in einen der nahegelegenen Pubs eingeladen, wo man in ungezwungener Atmosphäre ein paar Pints zusammen trinkt.

Neben dem Nag’s Head wird dafür auch The Plough in dem kleinen Dörfchen Cadsden, ebenfalls in Buckinghamshire, aufgesucht, denn dahin könnte man von Chequers auch zu Fuß hingehen. David Cameron kehrte hier gern ein, entweder mit seiner Familie oder mit Politikern aus anderen Ländern. Durch die Presse ging die Geschichte wie er einmal aus Versehen seine damals achtjährige Tochter im Plough zurückließ. Er hatte angenommen, seine Frau Samantha hätte die Tochter mitgenommen, während Samantha annahm, sie wäre in seinem Auto mitgefahren. Als die Eltern das Fehlen der Tochter bemerkten, fuhr David Cameron schnell wieder zurück, um sie im Plough abzuholen.

Ein hoher Gast Camerons war der chinesische Präsident Xi Jinping, den er in The Plough zu einem Fish and Chips-Essen und einem Pint mitnahm (wie dieser Film zeigt). Offensichtlich war Xi Jinping von dem Pubbesuch so beeindruckt, dass er sich später persönlich bei dem Gastwirt mit einer E-Mail bedankte. Durch die Berichterstattung der chinesischen Medien wurde der Pub in China so bekannt, dass immer mehr Touristen aus dem Land bei ihrem Englandbesuch dem Plough einen Besuch abstatteten. Jetzt hat eine chinesische Investmentfirma den Pub sogar gekauft. Ich hoffe nur, dass die Fish and Chips auf der Speisekarte nicht bald durch Chop Suey ersetzt wird.

In der TV-Krimiserie „Inspector Barnaby“ ist in der Episode 47 „Down Among the Dead Men“ (dt. „Die Spur führt ins Meer“) The Plough häufig zu sehen. Barnaby und Jones untersuchen den Mord an dem Erpresser Martin Barratt und dabei geraten der Gastwirt Jack Fothergill und seine Reinemachefrau Ruby Wilmott ins Visier der Ermittler. Viele Szenen in dieser Folge wurden sowohl außerhalb des Pubs als auch im Schankraum selbst gedreht.

The Plough war einmal eine Kutschenstation und seine Anfänge gehen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Wer das prominente Gasthaus einmal aufsuchen möchte: Man erreicht es über den Kreisverkehr in dem Dorf Askett, das nördlich von Princes Risborough und  Monks Risborough liegt. Dort biegt man in die schmale Cadsden Road ein, die zum Longdown Hill wird. Hier geht rechts eine Sackgasse ab, die auf dem Parkplatz des Pubs endet.

Diesen Fußweg könnte man gehen, um von Chequers zum Plough zu gelangen.   © Copyright Chris Heaton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Diesen Fußweg könnte man gehen, um von Chequers zum Plough zu gelangen.
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Christmas in England 2016: Weihnachten im Thornbury Castle Hotel (South Gloucestershire)

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Über das wirklich ungewöhnlich schöne Thornbury Castle Hotel in Thornbury (South Gloucestershire) habe ich in meinem Blog im Laufe der Jahre mehrfach berichtet. Ich habe dort zehnmal gewohnt und es ist mein Hotel Nummer 1 in England. Einmal hatte ich sogar das seltene Vergnügen, die Burg im Schnee zu erleben. Eine wunderbare Atmosphäre, wenn man abends aus dem Fenster seiner „Bedchamber“ auf das Schneetreiben hinausschaut, sich zum Abendessen erst in die kerzengeschmückte Lounge begibt, in der man sich vor das Kaminfeuer setzt, und dann in das Restaurant gebeten wird, das ebenfalls von Kerzen und Kaminfeuer beleuchtet ist. Ich gerate ins Schwärmen…

Das Thornbury Castle Hotel bietet auch in diesem Jahr wieder einen Weihnachtsaufenthalt an, der vom 24. bis zum 27. Dezember dauert und einige Highlights bietet:

Die Anreise beginnt nachmittags am Heiligen Abend. In der Lounge wird als erstes ein Cream Tea angeboten; es folgt am frühen Abend ein Champagner-Empfang (black tie!) der eingetroffenen Gäste, die dabei durch Weihnachtslieder in eine festliche Stimmung versetzt werden. Anschließend genießen alle ein fünfgängiges Gourmet-Menü, das der neue Küchenchef Stuart Shaw kreiert hat (Shaw hatte acht Jahre im Manor House in Castle Combe in Wiltshire gearbeitet). Wer möchte, kann danach die Mitternachtsmesse in der Kirche St Mary’s besuchen, die direkt hinter dem Burghotel steht (Beginn 23.30 Uhr), eine sehr schöne Kirche!!

Am ersten Weihnachtstag versammeln sich die Gäste mittags zu einem Glas Sherry in der Lounge, wo auch kleine Geschenke verteilt werden, und dann geht es wieder zu einem üppigen Festmahl ins Restaurant. Wer dann noch mag, kann anschließend an einer Schatzsuche in der Burg teilnehmen (oder sich in sein Himmelbett legen). Abends wird ein leiches Mahl gereicht und mehrere Portweine zum Probieren angeboten.

Am zweiten Weihnachtstag, dem Boxing Day, gibt es die Möglichkeit, auf der High Street von Thornbury dem traditionellen Auszug der Berkeley Hunt beizuwohnen, der ältesten dieser Art in Großbritannien. Dieser Film zeigt wie es dabei zugeht. Nach einem leichten Mittagessen gibt es auf dem Burggelände eine Vorführung, bei der Michael Davie seine Kunst als Falkner zeigt, die er seit mehr als dreißig Jahren ausübt. Und was machen die Gäste abends? Richtig, sie essen, und zwar zelebriert Stuart Shaw zum Abschied noch einmal ein Gala-Diner. Am nächsten Tag geht es dann wieder nach Hause.

Was kostet so ein Drei-Tage-Paket? Es kommt darauf an, was man für eine Zimmerkategorie gebucht hat. Das Standard-Doppelzimmer kostet zum Beispiel £1755 und das geht dann hoch bis zu £2655 für eine Superior-Suite.

Sehr zu empfehlen für einen Aufenthalt im Thornbury Castle Hotel (nach eigener Erfahrung) sind zum Beispiel die Plantagenet Deluxe Bedchamber und die Bedford Bedchamber.

Diesen kleinen Film habe ich einmal bei einem abendlichen Spaziergang im verschneiten Tudorgarten des Thornbury Castles aufgenommen.

Thornbury Castle vom Kirchhof von St Mary's aus gesehen. Eigenes Foto.

Thornbury Castle vom Kirchhof von St Mary’s aus gesehen.
Eigenes Foto.

Hier in der Lounge steht dann auch ein Weihnachstbaum. Eigenes Foto.

Hier in der Lounge steht dann auch ein Weihnachtsbaum.
Eigenes Foto.

Mein Auto steht zur Abfahrt bereit (leider!). Eigenes Foto.

Mein Auto steht zur Abfahrt bereit (leider!).
Eigenes Foto.

St Mary's hinter dem Thornbury Castle. Eigenes Foto.

St Mary’s hinter dem Thornbury Castle.
Eigenes Foto.

Published in: on 10. Dezember 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Freilandskulpturen Teil 3: Der Tout Quarry auf der Isle of Portland (Dorset)

Blick vom Tout Quarry Sculpture Park auf die Isle of Portland.   © Copyright Adrian King and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blick vom Tout Quarry Sculpture Park auf die Isle of Portland.
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Die Londoner St Paul’s Cathedral, der Buckingham Palace und das Banqueting House sind nur drei Beispiele für berühmte Gebäude, die aus Portland-Stein gebaut worden sind, jenem Naturstein, der aus den Steinbrüchen auf der Isle of Portland in der Grafschaft Dorset  herausgebrochen wird.

Einer dieser vielen Steinbrüche ist der Tout Quarry, der von 1750 bis 1982 das Baumaterial für unzählige Häuser lieferte. Nachdem er geschlossen worden war, gründete der Portland Sculpture and Quarry Trust hier einen Park, in dem Lehrgänge für Bildhauer und Steinmetze angeboten werden. Stein steht nach wie vor in jeder Menge zur Verfügung, und die Kunstwerke, die hier geschaffen worden sind, kann man besichtigen.
Die Zufahrt zum Tout Quarry erfolgt von Weymouth aus über die A354. Südlich von Fortuneswell biegt an einem Kreisverkehr die Wide Street ab, von der es wiederum zum Tradecroft Estate abgeht. Dort ist der Steinbruch zu finden.

Zahlreiche Kunstwerke sind in dem Skulpturenpark zu sehen, temporäre als auch permanente. Eine kleine Auswahl möchte ich hier vorstellen:

  • Antony Gormley ist wohl der berühmteste und bekannteste Künstler, der im Tout Quarry gearbeitet hat. „Still Falling“ heißt seine Skulptur, die er in den Stein des Tout Quarry gemeißelt hat.
  • 1992 entstand „Window“ von Justin Nichol, das sich großer Beliebtheit bei den Besuchern erfreut.
  • Eine Gruppe niederländische Bildhauer, die sich Group 85 nannte, schuf den „Circle of Stones„, in dessen Mitte ein Tisch steht, der von steinernen Sitzen umgeben ist. Dieser Steinkreis ist von einem weiteren umgeben, der aus bankartigen Steinblöcken besteht.
  • Ein Schiffswrack gestaltete die Londoner Künstlerin Rosie Leventon, das sie „Wreck“ nannte und nach einem Boot namens Lerret geformt wurde, das in dieser Region von Fischern verwendet wurde.

Dieser Film zeigt einige besonders schöne Kunstwerke in dem Steinbruch auf der Isle of Portland.

"Still Falling" von Antony Gormley.   © Copyright Oliver Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

„Still Falling“ von Antony Gormley.
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"Window" von Justin Nichol.   © Copyright Oliver Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

„Window“ von Justin Nichol.
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"Circle of Stones" von Group 85.   © Copyright Oliver Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

„Circle of Stones“ von Group 85.
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"Wreck" von Rosie leventon.   © Copyright Oliver Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

„Wreck“ von Rosie Leventon.
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Published in: on 9. Dezember 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Freilandskulpturen Teil 2: Silvas Capitalis im Kielder Forest (Northumberland)

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Der Kielder Forest ist ein großes Waldgebiet im Norden Englands in der Grafschaft Northumberland. Auch hier finden wir abseits aller vielbefahrenen Wege mitten im Wald ein Kunstwerk, das auf den ersten Blick etwas erschreckend wirkt: Silvas Capitalis heißt es, also „Der Waldkopf“. Durch den weitgeöffneten Mund wird der Wanderer ermutigt, in den Kopf zu steigen, wo er Unterschlupf findet und in dem er einige Stufen nach oben steigen und aus den Augen der Figur nach draußen schauen kann.
Inspiriert wurde die US-amerikanische Künstlergruppe SIMPARCH, die Silvas Capitalis konzipierte, von der keltischen Mythologie, in der die „Watcher“ darauf aufpassten, was im Wald und mit seinen Bewohnern vor sich ging. SIMPARCH (Simple Architecture) wurde 1996 in New Mexico gegründet; ihre Werke wurden u.a. schon in der Londoner Tate Modern und bei der Kasseler Documenta ausgestellt.

Silvas Capitalis wurde 2009 aus rund 3000 Einzelteilen in einem Atelier in Kielder Village von sechs erfahrenen Künstlern zusammengesetzt. Das Holz stammt von der Europäischen Lärche. Im Laufe der Jahre hat der Wald allmählich von der Skulptur Besitz ergriffen, indem sich eine Moosschicht über den Kopf gelegt hat, was sicher im Sinne der Erbauer liegt.

Um sich Silvas Capitalis anzusehen, muss man schon eine Strecke zurücklegen, denn das Kunstwerk liegt rund eine Wanderstunde vom Kielder Castle Visitor Centre entfernt und ist über den Lakeside Way zu erreichen. Die Skulptur ist eines von mehreren Kunstwerken auf dem Art & Architecture Trail, die entlang des Kielder Water aufgestellt sind; wir finden dort zum Beispiel noch das Minotaur Maze, die Janus Chairs und das Kielder Observatory wie dieser Film zeigt.
Die Campaign to Protect Rural England hat den Kielder Forest einmal als den stillsten Ort Englands bezeichnet.

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Die Augen der Skulptur von Innen aus gesehen.   © Copyright Oliver Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Augen der Skulptur von Innen aus gesehen.
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Published in: on 8. Dezember 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Freilandskulpturen Teil 1: „Eat For England“ von Bob Budd

Leider ist der Löffel durch Graffiti schon verunstaltet worden.   © Copyright Christine Westerback and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Leider ist der Löffel durch Graffiti schon verunstaltet worden.
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Skulpturen von namhaften Künstlern finden sich meist in Museen oder an exponierten Stellen in Städten, an denen täglich viele Menschen vorbeigehen. Ganz anders sieht es mit einem Kunstwerk aus, das in der nördlichsten Grafschaft Englands, in Northumberland, aufgestellt ist und das auch noch an einem abgelegenen Feldweg. Man kann es besichtigen, wenn man vom östlichen Ortsrand von Cramlington in Richtung Seghill geht. Dort wird  man plötzlich mit einem rund fünf Meter hohen Löffel konfrontiert, der mit der Spitze im Erdreich steckt. Dieses Kunstwerk ist eines von fünfen, die in der Region um Cramlington installiert worden sind und zum Wildspace Network gehören (die anderen heißen zum Beispiel „Footsteps in the Snow“ und „No Entry Gates“). „Eat For England“ nennt sich die Skulptur, auf die ich in meinem heutigen Blogeintrag aufmerksam machen möchte, und der Künstler heißt Bob Budd.

Budd studierte Bildhauerei in Stuttgart und hat sein Atelier in Woodbury bei Exeter in Devon. Einige seiner Werke sind auch in Österreich und in Deutschland anzutreffen.
„Eating For England“ wurde im Jahr 2006 aufgestellt und ist Teil des oben erwähnten Wildspace Networks, das damals eine kräftige Finanzspritze vom Big Lottery Fund erhielt. Bob Budd hat auch eine Erklärung parat, warum sein großer Löffel ausgerechnet auf einem Feld außerhalb eines Ortes steht. Hier draußen auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche ist der Ursprung unserer Nahrung, meint er, und dieser Löffel soll das verdeutlichen.

Ganz in der Nähe von Cramlington ist noch ein Kunstwerk zu bestaunen, über das ich in meinem Blog schon einmal geschrieben habe: The Naked Lady of Cramlington“.

Christmas in England 2016: Weihnachten im Charles Dickens Museum in London

Das Museum in der Doughty Street.   © Copyright Stephen Craven and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Museum in der Doughty Street.
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Denkt man an Weihnachten, denkt man oft auch an Charles Dickens‚ „A Christmas Carol“ (dt. „Eine Weihnachtsgeschichte“), eine der berühmtesten und beliebtesten Geschichten der Weihnachtszeit überhaupt. 1843 erschien sie erstmals und wurde seitdem immer wieder aufgelegt und verfilmt (zum Beispiel 1984 mit George C. Scott als Ebenezer Scrooge; gedreht in Shrewsbury in Shropshire. Hier ist der Film zu sehen).

Charles Dickens‘ Haus in London in der Doughty Street Nummer 48, in dem er u.a. seinen Roman „Oliver Twist“ schrieb, wurde 1925 in ein Museum umgewandelt und ist ein Mekka für die Freunde des Schriftstellers in aller Welt.

Jedes Jahr im Dezember werden die Räume des Hauses weihnachtlich geschmückt und es verbreitet sich eine ganz besondere Atmosphäre in den „heiligen Hallen“. Die Museumsbetreiber haben sich auch in diesem Jahr wieder einiges ausgedacht, womit sie die Besucher erfreuen können. Hier sind einige Beispiele:

Die „Costumed Christmas Walks“ führen in die alten Gassen und Straßen der City of London, in denen „Die Weihnachtsgeschichte“ spielt, und in der ultramodernen Stadt haben sich davon tatsächlich noch einige erhalten.

Eine weitere Tour auf den Spuren des großen Meisters nennt sich „Twists and Turns“ und führt zu den Schauplätzen des Romans „Oliver Twist“. Der 90minütige Spaziergang beginnt am Museum und wird am 10. Dezember um 11 Uhr durchgeführt.

Die „Christmas Housemaid’s Tour“ (11. und 18. Dezember) zeigt den Besuchern das Haus in der Doughty Street von oben bis unten und man erfährt dabei einiges über das Privatleben des Schriftstellers.

An mehreren Nachmittagen und Abenden im Dezember liest Professor Michael Slater aus dem Buch “ A Christmas Carol“. Er ist einer der führenden Dickens-Experten weltweit und war Präsident der International Dickens Fellowship. Am 12.,13. und 23. Dezember kann man Professor Slater jeweils um 15.30 Uhr und 18.30 Uhr zuhören.

Ein besonderes Highlight dürfte wieder die Aufführung von “ A Christmas Carol“ durch den Schauspieler Dominic Gerrard sein. Das ist eine One-Man-Show, von der ein winziger Appetithappen hier zu sehen ist.

Am 14. und 21. Dezember steht das Charles Dickens Museum unter dem Motto „Christmas by Candlight„; dann sind die Räume abends durch viele Kerzen erleuchtet, was ihnen eine ganz besondere Atmosphäre verleiht.

Das Museum ist täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet, an einigen Tagen auch länger. Dieser Film zeigt das Innere des Museums und dieser einen weihnachtlich geschmückten Raum.

Die Doughty Street ist eine schöne baumbestandene Straße im Stadtteil Camden. Hier befinden sich auch in der Nummer 54, nur ein paar Meter vom Dickens-Museum entfernt, die Doughty Street Chambers, die größte Anwaltsgemeinschaft der Welt, die sich für Menschenrechte einsetzt und bei der u.a. auch George Clooneys Frau Amal arbeitet.

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Published in: on 6. Dezember 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Container City in den Londoner Docklands

Container City 1. Author: Cmglee. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Container City 1.
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Was macht man eigentlich mit Schiffscontainern, die nicht mehr gebraucht werden oder deren „Verfallszeit“ abgelaufen ist? Die meisten werden sicher in der einen oder anderen Weise recycelt, doch man kann mit ihnen auch etwas sehr viel Nützlicheres anstellen, nämlich sie als Künstlerstudios umfunktionieren. Auf diese Idee kam man im Jahr 2001 in den Londoner Docklands, in dem man einfach mehrere sogenannte 40-Fuß-ISO-Container aufeinanderstapelte. In kurzer Zeit entstand so die Container City 1, die auf drei Stockwerken Platz für 12 Studios bereithielt. Zwei Jahre später wurde noch ein weiteres Stockwerk hinzugefügt.
Weil die Nachfrage nach diesen Arbeitseinheiten groß war, entstand direkt daneben im nächsten Jahr die Container City 2 mit 22 weiteren Studios auf fünf Stockwerken. Beide „Cities“ sind mit Übergängen verbunden.

Federführend für das ganze Projekt war die Organisation Urban Space Management, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, verfallenden Teilen Londons und anderen Städten Großbritanniens wieder Leben einzuhauchen und das auf umweltschonende und kostengünstige Art.

Entworfen wurden die beiden Container Cities von dem Architekturbüro Nicholas Lacey And Partners, das die „Schachtelstudios“ im Inneren komplett neu gestaltete, indem die Stahltüren durch Glastüren ersetzt und große, runde, bullaugenartige Fenster in die Seitenwände geschnitten wurden. Die Bauweise erwies sich auch als variabel, indem man zwei Container zu einer Einheit zusammenfassen konnte..
Beide Anlagen wurden dann noch mit kräftigen Farben versehen und fertig war ein interessantes und zukunftsweisendes Projekt in einer ständig unter Raumnot leidenden Stadt. Dieser Film zeigt die Containerstadt.

Die Container Cities liegen auf dem Gelände der Trinity Buoy Wharf, einem Teil der ehemaligen Hafenanlagen, die zunehmend verfielen, bis sie dann von Urban Space Management in ein kulturelles Zentrum umgewandelt wurden. Heute findet man hier u.a. Teile der Royal Drawing School, der English National Opera und der University of East London. Die Wharf liegt auf der Nordseite der Themse, direkt gegenüber der O2-Arena.

Die dreiköpfige Popband Living in a Box aus Sheffield hatte 1987 einen Hit, der ebenfalls „Living in a Box“ hieß. Vielleicht inspirierte dieser Song ja einen der Projektträger unbewusst…

Container City 2. Author: Cmglee. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Container City 2.
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Blick auf die Trinity Buoy Wharf.   © Copyright Christine Matthews and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 5. Dezember 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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St Botolph without Bishopsgate – Eine Londoner Kirche im Schatten von Hochhäusern

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Nur ein paar Schritte von der Liverpool Street Station entfernt, mitten in London, steht eine Kirche, St Botolph without Bishopsgate, die von hohen Glaspalästen umgeben ist und kaum Luft zum Atmen zu haben scheint. Früher überragte das anglikanische Gotteshaus die umstehenden Häuser, heute ist es andersherum. Botolph war eine englischer Mönch im 7. Jahrhundert, der später heiliggesprochen wurde. Nach ihm wurden im Londoner Stadtgebiet mehrere Kirchen benannt. St Botolph liegt an der Straße Bishopsgate (der A10) in der City.

Die Kirche hat einige Besonderheiten, auf die ich hier kurz eingehen möchte. Sie überlebte den Großen Brand von 1666 und wurde auch im Zweiten Weltkrieg nicht bombardiert, dafür erwischte es sie am 24. April 1993, als die IRA ganz in der Nähe eine Bombe zündete. Das Dach wurde dabei zerstört und alle Türen und Fenster gingen zu Bruch. Die Kirche wurde als einsturzgefährdet deklariert; doch man machte sich gleich wieder an die umfangreichen Restaurierungsarbeiten, die drei Jahre und sechs Monate in Anspruch nahmen. Im Januar 1997 konnte der Bischof von London St Botolph without Bishopsgate in einem Dankgottesdienst wieder der Gemeinde übergeben.

Der Dichter John Keats (1795-1821) wurde 1795 in St Botolph’s getauft und das Original-Taufbecken ist noch immer vorhanden.

Auf dem Gelände der Kirche findet man, wohl einzigartig, einen Tennisplatz, der der Allgemeinheit zur Verfügung steht; der einzige öffentliche Tennisplatz in der City of London. Er ist ganzjährig bespielbar, im Winterhalbjahr allerdings nur für Netballspieler.

Am Rande des Kirchhofs von St Botolph’s steht ein exotisches Gebäude, dessen Zweck sich einem nicht auf den ersten Blick erschließt. Das war einmal der Eingang zu einem unterirdischen türkischen Bad, das 1895 von Henry and James Forde Neville eingerichtet wurde. Heute befindet sich darin ein Lokal, The Dollhouse.

Über die Kirche von St Botolph without Bishopsgate gibt es auch eine Geistergeschichte: 1982 befand sich ein Fotograf allein mit seiner Frau in der Kirche, in der er einige Aufnahmen machte. Als der Mann die Fotos später entwickelte sah er zu seiner großen Überraschung auf einem dieser Bilder eine Frau in altertümlicher Kleidung auf einer Empore neben dem Altar. Nach einer gründlichen Untersuchung des Fotos durch Experten wurde sichergestellt, dass es sich hierbei um keine Doppelbelichtung handelte, das Bild war echt. Noch mysteriöser wurde diese Sache als sich später ein Bauarbeiter meldete, der das Foto gesehen hatte. Er war einmal in der Krypta der Kirche mit Renovierungsarbeiten beschäftigt und hatte dabei zufällig den Deckel einer der Särge bewegt. Darin lag der noch recht gut erhaltene Körper einer Frau und deren Gesicht hatte eine frappierende Ähnlichkeit mit dem der Frau auf dem Foto.

Die Kirche im Schatten eines Glaspalastes.   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Ein Blick in den Ostflügel.    © Copyright John Salmon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Das Taufbecken, in dem John Keats getauft wurde. Author: Nicholas Jackson. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Das Taufbecken, in dem John Keats getauft wurde.
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Das ehemalige türkische Bad.   © Copyright David Hallam-Jones and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 4. Dezember 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Das einzige Staubsaugermuseum Großbritanniens in Heanor (Derbyshire)

Ein Staubsauger der Firma Dyson. This work is released into the public domain.

Ein Staubsauger der Firma Dyson.
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Wer in Heanor (Derbyshire) und Umgebung Probleme mit seinem Staubsauger hat, der kann sich vertrauensvoll an James „Mr. Vacuum Cleaner“ Brown wenden, denn es gibt sicher nicht viele Menschen in Derbyshire, die sich ähnlich gut mit diesem Haushaltsgerät auskennen. In der Market Street 23 in Heanor ist sein Laden zu finden, in dem er Staubsauger verkauft, repariert und seine riesige Sammlung ausstellt, die einzigartig in Großbritannien ist.

James Brown begann sich schon als Kind für Staubsauger zu interessieren und bekam seinen ersten im Alter von acht Jahren; ja, er ging sogar so weit, dass er sein Taschengeld dafür ausgab. Bis heute hat er zwischen £30 000 und £50 000 für den Kauf von „vacuum cleaners“ ausgegeben. Im Jahr 2010 eröffnete Mr Brown einen Laden und ein Museum in Eastwood, einem Nachbarort, bevor er in die Market Street von Heanor zog. Mit seiner Sammlung von über 300 Geräten hat er es sogar ins Guinness Book of Records geschafft. Sein ältester Staubsauger, ein Hoover 700, stammt aus dem Jahr 1926. Das Wort „to hoover“ für staubsaugen, nach dem amerikanischen Patentinhaber William Henry Hoover (1849-1932), hat sogar Einzug in den englischen Sprachgebrauch gefunden.

Es gibt nicht mehr allzuviele Staubsauger, die James Brown in seiner Sammlung fehlen. Man kann sie sich während der Ladenöffnungszeiten in seinem Museum in Heanor ansehen. Eintritt dafür verlangt er nicht, nur ein überdurchschnittliches Interesse sollte man schon mitbringen, sonst wird es schnell langweilig. Dieser Film stellt Mr Vacuum Cleaner vor.

Heanor liegt nordwestlich von Nottingham, dort wo die A608 und die A6007 zusammentreffen.

In den USA gibt es ebenfalls Vacuum Cleaner Museums wie eines an der Route 66 in St James, Missouri und eines in Portland, Oregon.

Mr Vacuum Cleaner
23 Market Street
Heanor
Derbyshire DE75 7NR

...und ein Modell der Firma Kirby. Author: Don Dearing. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

…und ein Modell der Firma Kirby.
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Published in: on 3. Dezember 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Haltwhistle in Northumberland – Der geografische Mittelpunkt Großbritanniens

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Über Ortschaften, die von sich behaupten, das geografische Zentrum Englands zu sein bzw. im absoluten Mittelpunkt des Landes zu liegen, habe ich in meinem Blog schon mehrfach geschrieben. Da ist Meriden in den West Midlands und die Lindley Hall Farm bei Fanny Drayton in Leicestershire, Coton in the Elms in Derbyshire ist der Ort, der am weitesten von den die Insel umgebenden Meeren entfernt liegt. Dunsop Bridge in Lancashire soll der geografische Mittelpunkt ganz Großbritanniens sein, was die Bewohner von Haltwhistle in Northumberland aber entschieden bestreiten. Die rund 4000 Einwohner zählende Kleinstadt am River Tyne, unweit vom Hadrians Wall gelegen, ist felsenfest davon überzeugt, selbst direkt im Zentrum des Vereinigten Königreichs zu liegen. Um diesen Anspruch zu untermauern, wird man bereits am Ortseingang von einem Schild begrüßt, auf dem „Welcome to Haltwhistle – Centre of Britain“ zu lesen ist.

An der Main Street findet man das Centre of Britain Hotel, drei Häuser weiter die Centre of Britain Launderette und dann gab es direkt daneben auch einmal eine Centre of Britain Gallery. Die Erklärung, warum die Stadt am Tyne nun exakt im Mittelpunkt Großbritanniens liegt, klingt einleuchtend: Zieht man eine Linie vom nördlichsten bis zum südlichsten Punkt, dann liegt Haltwhistle genau auf der Hälfte der Strecke. Von hier aus sind die geografischen Mittelpunkte der vier einzelnen Teile Großbritanniens alle gleich weit entfernt, als da sind:
Meriden in England – der Forest of Atholl in Schottland – Carno in Wales – Pomeroy in Nord-Irland.

Ein Wegweiser in Haltwhistle bestätigt noch einmal die Entfernungen zum nördlichsten Punkt „North Orkney“ = 290 Meilen und „Portland Bill“ in Dorset = 290 Meilen -> Quod erat demonstrandum.

Was aber nun, wenn sich Schottland eines Tages doch vom Vereinigten Königreich trennen sollte? Würden dann in Haltwhistle das Hotel, die Reinigung und die Galerie alle umbenannt werden, denn dann stimmt das mit dem Mittelpunkt ja nicht mehr? Das Ortsschild müsste dann auch erneuert werden, ja, da zeichnen sich Probleme am Horizont ab.

Wer Haltwhistle einmal besuchen möchte: Der Ort liegt an der A69, die von Carlisle nach Newcastle-upon-Tyne führt.

In diesem Film stellt David Taylor sein Centre of Britain Hotel vor.

Das zentralst gelegene Hotel Großbritanniens.   © Copyright Graham Robson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Diese Plakette ist auf dem Marktplatz eingelassen.   © Copyright Bob Embleton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 2. Dezember 2016 at 02:00  Comments (3)  
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Pargeting – Sehr schöne Stuckverzierungen an Häusern in East Anglia

The Ancient House in Ipswich (Suffolk).   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Ancient House in Ipswich (Suffolk).
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Besonders in Essex, Suffolk und Norfolk trifft man auf Häuser, die durch ihre schönen Stuckverzierungen ins Auge fallen. „Pargeting“ nennt man diese Technik, die zur Zeit Heinrichs VIII in Mode kam. Es heißt, dass diese Verzierungen auch dazu dienten, schlecht ausgeführte Arbeiten an der Grundierung der Gebäude zu überdecken. Wie dem auch sei, es sieht einfach hübsch aus und man betrachtet diese „Pargeting“-Häuser gern. Das Wort soll aus dem Altfranzösischen stammen und soviel wie „bewerfen“ bedeuten.

Es gibt viele unterschiedliche Muster dieser Stuckarbeiten; das können geometrische Formen sein oder auch Weinranken, Pflanzen, Tiere, Muscheln usw. usw. Auch heute gibt es noch Firmen, die sich auf das „Pargeting“ spezialiert haben wie Ian Warren in Tillingham (Essex), dem man in diesem Film bei der Arbeit zuschauen kann oder Joe Pattison in Hopton (Norfolk), der darüberhinaus auch Village Signs herstellt.

Das wohl schönste Beispiel für ein Haus mit diesen Stuckverzierungen ist The Ancient House am Butter Market in Ipswich (Suffolk). Dort werden u.a. die vier Kontinente durch jeweils unterschiedliche Figuren symbolisiert (Australien war damals noch nicht entdeckt). Die Familie Sparrowes bewohnte das Haus in der Innenstadt von Ipswich mehrere Jahrhunderte lang, daher wird es auch als Sparrowes House bezeichnet. In den 1980er Jahren wurde es von Grund auf renoviert, auch die wunderschönen Stuckarbeiten. Heute findet man eine Filiale der Firma Lakeland im Erdgeschoss des Hauses, die Küchenutensilien verkauft.

Ein weiteres Beispiel für solch ein Stuckhaus ist The Ancient House in der High Street von Clare (Suffolk). Dort ist ein Heimatmuseum untergebracht und man kann in dem Haus auch wohnen, der Landmark Trust vermietet darin ein Apartment.

In einer Häuserzeile in der Church Street in Saffron Walden (Essex) stehen ebenfalls einige schöne Exemplare von stuckverzierten Gebäuden.

The Ancient House in Clare (Suffolk).   © Copyright Evelyn Simak and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Ein Haus in der Church Street von Saffron Walden (Essex).    © Copyright Stefan Czapski and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 1. Dezember 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Christmas in England 2016: Weihnachten im Castle Howard (North Yorkshire)

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Zu den Höhepunkten eines Besuches in Yorkshire gehört zweifellos das Castle Howard, ein Stately Home, das im 18. Jahrhundert von John Vanbrugh, assistiert von Nicholas Hawksmoor, für die Howard-Familie erbaut wurde. Ich habe das Haus mehrfach besucht und war immer wieder von Neuem davon beeindruckt.

Wie viele ander Herrenhäuser in ganz England auch, ist das Castle Howard in der Vorweihnachtszeit besonders schön hergerichtet. Vom 19. November bis zum 23. Dezember können die Besucher das Haus in weihnachtlichem Glanz erleben, begleitet von Livemusik und prasselndem Kaminfeuer. Die Räume des Schlosses sind von den Mitarbeitern liebevoll dekoriert worden; das beginnt schon in der Great Hall, wo ein sieben Meter hoher Weihnachtsbaum aufgestellt ist. Der Grand Staircase ist mit Girlanden, Früchten und Lichtern geschmückt, in Lady Georginas Bedroom steht ein Weihnachtsbaum und in ihrem Dressing Room sind weihnachtliche Vorbereitungsarbeiten zu sehen. Der Crimson Dining Room ist für ein Festmahl gedeckt und der Turquoise Drawing Room besticht durch sein Farbenspiel, das durch die zusätzlichen Dekorationen noch beeindruckender ist.

Die Food Art-Spezialisten Sam Bompas und Harry Parr haben in diesem Jahr erstmals eine Lebkuchen-Variation des Castle Howard geschaffen, an der drei Bäcker zwei Wochen lang gearbeitet haben. Hier ist ein kurzer Film darüber zu sehen.

Am Sonntag, dem 18. Dezember wird das Castle Howard bis in den Abend geöffnet und die Atmosphäre durch Weihnachtssänger, Kerzen und Kaminfeuer noch stimmungsvoller sein. Ein kleiner Weihnachtsmarkt ist im Boar Garden Marquee untergebracht.

Dieser Film
gibt einen Vorgeschmack, was den Besucher im vorweihnachtlichen Castle Howard erwartet.

The Great Hall.   © Copyright Mike Searle and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Great Hall.
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Published in: on 30. November 2016 at 02:00  Comments (3)  
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„The Remains of the Day“ (dt. „Was vom Tage übrigblieb“) – Ein Film und seine Drehorte

Darlington Hall = Dyrham Park.   © Copyright Brian Robert Marshall and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Darlington Hall = Dyrham Park.
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In den 1990er Jahren verfilmte James Ivory den Roman „The Remains of the Day“ von Kazuo Ishiguro, der unter dem Titel „Was vom Tage übrigblieb“ in deutschen Kinos gezeigt wurde. Acht Oscar-Nominierungen erhielt Ivorys Werk, darunter für den besten Film und die beste männliche und weibliche Hauptrolle, das waren Anthony Hopkins und Emma Thompson. Vor wenigen Tagen wurde dieser großartige Film noch einmal auf Arte gezeigt. Für jeden, der England und seine Landhäuser mag, ist es sicher interessant zu wissen, wo die Dreharbeiten stattgefunden haben.
James Ivory und sein Produktionsstab brauchten damals keine langen Wege zurückzulegen, um zu den einzelnen Drehorten zu gelangen, denn sie alle lagen im Großraum Bath und Bristol.

Darlington Hall, dort wo Lord Darlington (James Fox) residiert und Butler James Stevens (Anthony Hopkins) arbeitet, ist Dyrham Park in South Gloucestershire, ein sehr schönes Country House in einer grandiosen Landschaft gelegen. Dyrham Park gehört dem National Trust, verfügt über ein berühmtes Wildgehege und kann besichtigt werden. Für den Film wurden hier nur die Außenaufnahmen für Darlington Hall gemacht. Dieser Film zeigt das Haus und die Gärten.

Die Innenaufnahmen für „The Remains of the Day“ wurden in mehreren anderen Häusern gedreht. Nur wenige Kilometer von Dyrham Park entfernt, liegt das Badminton House, in dem die Szenen für die Dienstbotenunterkünfte gefilmt wurden. Das Haus, nahe des Ortes Badminton in South Gloucestershire, gehört dem Duke of Beaufort und ist zurzeit nicht zu besichtigen; es steht aber für Hochzeiten zur Verfügung.  Hier wurden im Jahr 2002 auch Teile des Horrorthrillers „28 Days Later“ (dt. „28 Tage später“) gedreht.

Das Powderham Castle an der Südküste stand ebenfalls für die Innenaufnahmen als Darlington Hall zur Verfügung; hier besonders das wunderschöne Treppenhaus und das Musikzimmer. Die Burg gehört dem Earl of Devon in der 28. Generation und ist zu besichtigen. 2004 drehte man hier Szenen für den Film „Churchill – The Hollywood Years„. Hier ist ein kurzer Film über das Powderham Castle.

Corsham Court liegt westlich von Chippenham in Wiltshire. In der Bibliothek und im Dining Room drehte James Ivory Szenen für seinen Film. Das Haus und die von Capability Brown gestalteten Gärten sind zu besichtigen. Ich schrieb in meinem Blog schon einmal über die berühmte Platane dort. Stanley Kubrick verwendete Corsham Court 1975 für seinen Film „Barry Lyndon“ (dt. „Barry Lyndon“).

Zwei Pubs sind in „The Remains of the Day“ zu sehen, die von Butler James Stevens aufgesucht werden: The George Inn in Norton St Phillip (Somerset), auch in „The Fortunes and Misfortunes of Moll Flanders“ (dt. „Die skandalösen Abenteuer der Moll Flanders“) aus dem Jahr 1996 zu sehen, und The Hop Pole Inn in Limpley Stoke (Somerset), der zurzeit auf dem Markt ist.

Das Ende des Films wurde in Clevedon und vor allem in Weston-super-Mare südlich von Bristol an der Küste gedreht, im Winter Gardens Pavilion (dort wo Stevens mit Miss Kenton Tee trinkt) und im Highbury Hotel (Miss Kentons Gästehaus).

Hier ist der Trailer zu „The Remains of the Day“ zu sehen, ein Film, der ein wenig an „Downton Abbey“ erinnert.

Badminton House.   © Copyright Vieve Forward and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Das Treppenhaus im Powderham Castle. Author: Manfred Heyde. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Das Treppenhaus im Powderham Castle.
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Corsham Court.   © Copyright Hugh McKechnie and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Corsham Court.
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The george Inn in Norton St Phillip.   © Copyright David Gearing and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Hop Pole Inn in Limpley Stoke.   © Copyright Nick Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Hop Pole Inn in Limpley Stoke.
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Winter Gardens Pavilion in Weston-super-Mare.   © Copyright Jaggery and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 29. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Londoner Abney Park Cemetery – Ein verwunschener Friedhof in Stoke Newington

Das Eingangstor zum Abney Park.   © Copyright Julian Osley and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Eingangstor zum Abney Park.
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Der Abney Park Cemetery in Stoke Newington, also im Norden Londons, ist einer der sogenannten Magnificent Seven – das sind sowohl landschaftlich als auch architektonisch besonders schön gestaltete Friedhöfe in der Stadt aus dem 19. Jahrhundert. Der Abney Park Cemetery gehört zu den weniger bekannten dieser Glorreichen Sieben; bekannter sind da der Highgate Cemetery und der Kensal Green Cemetery.

Abney Park liegt inmitten eines dicht besiedelten Wohngebietes und man erreicht den Friedhof durch ein im ägyptischen Revival-Stil erbautes Eingangstor, das der viktorianische Architekt William Hosking entworfen hat, der auch für den Bau der Kapelle im Zentrum des Parks verantwortlich war, eine der ersten nicht konfessionsgebundenen Kirchen Europas. 1840 wurde die Abney Park Chapel eingeweiht. In den 1980er Jahren verursachte ein Feuer schwere Schäden und Vandalismus tat ein übriges, um die Kirche für die Öffentlichkeit zu sperren. Umfangreiche Restaurierungsarbeiten haben aber mittlerweile stattgefunden, so dass die Kapelle bald wieder zur Verfügung stehen wird.

Über 200 000 Menschen sind auf dem Friedhof beigesetzt worden, dessen Gräber in vielen Fällen von Pflanzen überwuchert worden sind. Manche Grabsteine sind umgekippt, so dass hier eine ziemlich unheimliche Atmosphäre herrscht, ein Paradies für Horrorfilm-Regisseure.

Mehrere Musikvideos haben den Abney Park Cemetery als Hintergrund, darunter Amy Winehouses großartiges „Back to Black„, in dem auch die Kapelle zu sehen ist.
Dr John Cooper Clark & Hugh Cornwells Version des alten John Leyton Songs „Johnny Remember Me“ wurde ebenfalls im nächtlichen unheimlichen Abney Park gedreht wie auch „Celestica“ der kanadischen Band Crystal Castles.

Der Friedhof kam in den letzten Jahren immer wieder in Verruf, weil hier nachts Sex, Drugs und Rock ’n‘ Roll überhand nahmen und sich die Anwohner bei der Polizei beschwerten. Die düstere Atmosphäre zieht leider auch zwielichtige Elemente an. Der Abney Park Trust kümmert sich um den Erhalt dieses außergewöhnlichen Parks.
Dieser eindrucksvolle Film zeigt Menschen, die in irgendeiner Weise mit dem Friedhof verbunden sind (der Film beginnt erst nach 22 Sekunden und dauert 30 Minuten, nicht wie angegeben 55 Minuten).

Der Friedhof ist ganzjährig täglich von 8 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

Abney Park
Stoke Newington High Street,
London N16 0LH

Abney Park Chapel.   © Copyright Ian S and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Abney Park Chapel.
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Grabmal für einen im Dienst getöteten Polizisten.   © Copyright Marathon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Grabmal für William Tyler, einen im Dienst getöteten Polizisten.
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Published in: on 28. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mangold Hurling – Ein Herbstvergnügen in Somerset und Wiltshire

Zuerst einmal: Mangold Hurling, eine Art Boulespiel mit Mangold, kann gefährlich sein, so steht es jedenfalls auf den Webseiten der Mangold Hurling Association. Bekommt man eine fehlgeleitete Mangold an den Kopf, so kann das zu schweren Verletzungen führen. Von einem Todesfall bei diesem alljährlich im Oktober stattfindenden Spiel ist allerdings glücklicherweise nichts bekannt.

Die zur Gattung der Rüben zählende Pflanze wird für das Spiel eingesetzt, das besonders in Somerset und Wiltshire sehr beliebt ist.
Und so geht es: Die Teilnehmer werfen von einer festgelegten Entfernung aus ihre Mangolds in Richtung der „Zielrübe“, die „Norman“ genannt wird. Wer am nächsten dran ist, hat gewonnen; also ganz einfach.

Manchmal werden Schafe als Wachpersonal für die zum Wettbewerb vorgesehenen Mangolds eingesetzt, die aufpassen sollen, dass die Rüben nicht manipuliert werden. Wenn sich jemand Unbefugtes nähert, geben die Wächterschafe ein sehr laues „Mäh“ von sich; dafür sind sie extra trainiert worden. Der Nachteil: Manchmal fressen die hungrigen Vierbeiner die Blätter der Rüben weg, wodurch die Wurfgeschosse unbrauchbar sind, denn das Grün der Rüben dient auch als eine Art Fallschirm beim Wettbewerb.

Dieser Film zeigt wie es beim Mangoldwerfen zugeht.

Hovis Commercial – Der beliebteste englische Werbespot aller Zeiten

Der Gold Hill in Shaftesbury.   © Copyright Chris Downer and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Gold Hill in Shaftesbury.
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Eigentlich hasse ich ja Werbespots und schalte sofort den Ton aus, wenn sie auf dem Bildschirm erscheinen, aber ich muss zugeben, dass es hin und wieder einige Juwelen darunter gibt, die wirklich gelungen sind.

Der beliebteste Werbespot aller Zeiten in England stammt von der Brotfirma Hovis und wurde 1973 von Ridley Scott hergestellt, dem heute berühmten Regisseur, der zuletzt den Film „The Martian“ (dt. „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“) drehte.

Scott war damals natürlich noch nicht so bekannt und verdiente sich mit Werbespots sein Geld, von denen er etwa 2000 drehte.
In der Hovis-Werbung schiebt ein Junge sein mit Broten beladenes Fahrrad eine steile Dorfstraße hinauf, begleitet von Dvoraks Sinfonie „Aus der Neuen Welt“. Der Brotjunge war der damals 13jährige Carl Barlow, der später Feuerwehrmann wurde. Den Bäcker spielte Bill Maynard, den man aus der später gedrehten ITV-Serie „Heartbeat“ kennt.
Wo der Werbespot gedreht wurde, ist unschwer zu erkennen, es war der Gold Hill in Shaftesbury (Dorset), eine der am häufigsten fotografierten Straßen Englands.
Hier ist der Spot „Bike Ride“ zu sehen. Zur Erinnerung hat man das Hovis Bread Monument neben dem Rathaus von Shaftesbury aufgestellt.

2008 brachte die Firma einen neuen, ähnlichen Werbefilm für ihr Brot heraus: „Go on lad„, ein aufwändig in Liverpool produziertes Commercial.

So kann selbst Werbung Spaß machen!

Das Hovis Bread Monument in Shaftesbury. Author: Sandister Tei. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Das Hovis Bread Monument in Shaftesbury.
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Published in: on 26. November 2016 at 02:00  Comments (1)  
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The Museum of English Rural Life der Universität von Reading (Berkshire) – Seit dem 19. Oktober wieder geöffnet

Der Museumseingang.   © Copyright Rose and Trev Clough and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Museumseingang.
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Ein Museum, das sich mit dem englischen Landleben beschäftigt, vermutet man eigentlich irgendwo draußen auf dem Lande, das Museum of English Rural Life liegt aber mitten in der Stadt Reading in Berkshire, auf dem Gelände der University of Reading an der Redlands Road. Nach einem Komplettumbau. der rund £3 Millionen kostete, öffnete das Museum seine Pforten wieder am 19. Oktober diesen Jahres.

Das Museum of English Rural Life wurde bereits wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg 1951 gegründet. Damals war das Interesse an der Landwirtschaft besonders groß, denn in den Kriegszeiten wurden alle verfügbaren Flächen für den Anbau landwirtschaftlicher Produkte genutzt, neuentwickelte Maschinen kamen zum Einsatz und Frauen arbeiteten verstärkt in diesem Bereich und ersetzten die männlichen Arbeitskräfte, die im Krieg waren. So kam man in der Universität von Reading auf die Idee, dem Thema „Landleben“ ein eigenes Museum zu widmen und es ist bis heute das größte seiner Art in ganz Großbritannien.

Im Jahr 2005 fand ein Umbau und eine Vergrößerung des Museums statt, der £11 Millionen kostete, und seit der Neueröffnung in diesem Herbst kann man in neun zusätzlichen Ausstellungsräumen noch wesentlich mehr Artefakte besichtigen als zuvor. Um das Museum auch für Kinder attraktiv zu machen, hat man jetzt viel Wert auf interaktive Ausstellungsstücke gelegt wie zum Beispiel einer Kuh, der man per Knopfdruck „cow sounds“ entlocken kann. Das Museum umfasst über 25 000 Gegenstände, die angeschlossene Bibliothek hat rund 100 000 Bücher, die sich im weitesten Sinne mit dem Thema Landleben beschäftigen. In der Sammlung befinden sich weiterhin mehr als eine Million Fotografien und Hunderte von Stunden historischer Filme.

Der Eintritt in das Museum ist frei. Es ist von Dienstag bis Freitag von 9 Uhr bis 17 Uhr und samstags und sonntags von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

Museum of English Rural Life
University of Reading
Redlands Road
Reading RG1 5EX

Der Museumsgarten.   © Copyright don cload and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Museumsgarten.
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Published in: on 25. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Rover – Der erste vierbeinige Star in der Geschichte des Films

Walton-on-Thames in Surrey, wo Rover seine Heldentaten begang.   © Copyright Thomas Nugent and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Walton-on-Thames in Surrey, wo Rover seine Heldentaten beging.
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Eigentlich hieß Rover Blair, er war ein sehr hübscher, intelligenter Collie und gehörte dem englischen Filmpionier Cecil Hepworth. Rovers Karriere als weltweit erster Filmhund begann Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Bilder noch laufen lernten. Damals dauerten die schwarz-weißen Stummfilme nicht lange, zwischen fünf und zehn Minuten in den meisten Fällen. Rovers erster Auftritt war 1903 in dem Film „Alice in Wonderland„, in dem er zusammen mit Herrchen Cecil und Frauchen Margaret spielte. Sein größter Erfolg kam zwei Jahre später in dem knapp siebenminütigen Film „Rescued by Rover„, in dem neben den beiden Hepworths auch noch ihr Baby Barbara auftrat. Rover ist in diesem kurzen Streifen der Held, denn ihm gelingt es, das von einer Zigeunerin gekidnappte Baby wieder aufzufinden. Der Kurzfilm war so erfolgreich, dass insgesamt 395 Kopien davon weltweit verkauft wurden, und er musste noch zweimal neu aufgenommen werden, da die Originalnegative zu schlecht geworden waren, um davon noch Kopien ziehen zu können. „Rescued by Rover“ ist laut Guinness Book of Records der kostengünstigste Film, der je hergestellt wurde; hier ist er in voller Länge zu sehen.

Nach „Rover Takes a Call“ (1905) kann man den Collie noch ein letztes Mal 1908 in dem Film „The Dog Outwits the Kidnapper“ sehen. Die Geschichte ist sehr ähnlich wie die in „Rescued by Rover“: Baby Barbara wird wieder entführt, von einem unbekannten Mann in einem Auto. Rover wetzt hinterher und als der Entführer sein Auto samt Baby vor einem Haus abstellt und darin verschwindet, springt Rover auf den Fahrersitz und steuert das Auto mit seinen Vorderpfoten sicher zurück in das Haus, in dem er und Baby Barbara wohnen. Hier ist die Heldentat Rovers zu bewundern.

Als der Collie im Februar 1914 starb, schrieb das Filmmagazin Pictures and Picturegoers: „No other animal in the picture world has ever attained the same amount of celebrity“.

Cecil Hepworth (1874-1953), der seinem Hund zu Weltruf verhalf, drehte diese Filme in seinen Hepworth Studios in Walton-on-Thames (Surrey). Diese später auch Nettlefold und Walton Studios genannte Filmproduktionsstätte existierte noch bis 1961, dann wurden die Gebäude abgerissen. Das Cecil Hepworth Playhouse in der Straße Hurst Grove, dort, wo die Studios einst standen, erinnert mit seinem Namen noch an diesen großen Filmpionier.

 

 

 

 

Published in: on 24. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Christmas in England 2016: Weihnachten in Buckinghamshire

Das weihnachtliche Waddesdon Manor.   © Copyright Christine Matthews and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das weihnachtliche Waddesdon Manor.
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Welche vorweihnachtlichen Aktivitäten gibt es in meiner Lieblings-Grafschaft Buckinghamshire? Hier ist ein kleiner Überblick:

Wie in jedem Jahr ist auch dieses Mal wieder das Waddesdon Manor nördlich von Aylesbury einer der schönsten dekorierten Orte im County. Bei Einbruch der Dunkelheit wird das an ein französisches Schloss erinnernde Gebäude illuminiert. „Sparkling Christmas“ ist vom 9. November bis zum 2. Januar zu sehen. Der Künstler Bruce Munro hat auch im Jahr 2016 mit seinem „Field of Light“ für die Lichtinstallationen im Garten gesorgt und vom 16. November bis zum 11. Dezember findet im und außerhalb des Manors ein Weihnachtsmarkt statt.

Sehr märchenhaft geht es auch im Hughenden Manor zu, dem einstigen Wohnsitz von Benjamin Disraeli, wo die Räumlichkeiten nach Motiven der Grimmschen Märchen dekoriert sind. „A Fairy Tale Christmas“ öffnet am 1. Dezember seine Pforten und kann bis zum 20. Dezember besichtigt werden. Am 6., 15. und 20 Dezember gibt es hier einen Vortrag zu hören, der den Titel „Dark History of Fairy Tales“ trägt und sich an Erwachsene wendet. Alle anderen Aktivitäten im Haus sind aber sehr gut für Kinder geeignet.

Am 14. Dezember ist die Innenstadt der New Town von Beaconsfield von 18 Uhr bis 20.30 Uhr für den Verkehr gesperrt, weil dann dort das Festival of Lights inszeniert wird, bei dem man sich mit Weihnachtsgeschenken eindecken kann. Begleitet wird das Late Night Shopping von einem Laternenumzug, Dudelsackmusik und einer Lasershow.

Am 24. November wird in Marlow an der Themse die Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet und niemand Geringeres als Mary Berry wird das in diesem Jahr tun, die außerordentlich populäre Jurorin der TV-Serie „The Great British Bake Off“. Um 17.30 Uhr geht es los und für die Zeremonie wird die High Street komplett gesperrt.

Bereits am 17. November fand das „Switch On“ der Weihnachtsbeleuchtung auf dem Marktplatz von Aylesbury statt, vorgenommen von Michelle Collins, die zurzeit im Waterside Theatre der Stadt in der Panto „Aladdin“ mitspielt.

Ein wichtiger Tag in der Vorweihnachtszeit in Buckingham ist der 10. Dezember, denn dann findet hier die Christmas Parade statt, bei der dekorierte Umzugswagen und Blaskapellen zu sehen und zu hören sind. Hier sind einige Bilder von der Parade des Vorjahres.

Auf der Manor Farm in Haddenham (wo mehrere Episoden der TV-Serie „Inspector Barnaby gedreht wurden, ich berichtete in meinem Blog darüber) ist schon seit dem 3. November in der Tythe Barn, einer alten Scheune aus dem 15. Jahrhundert, ein Weihnachtsmarkt untergebracht, der jeweils donnerstags bis sonntags bis zum 18. Dezember geöffnet hat und wo es Geschenke und weihnachtliche Dekorationen zu kaufen gibt.

Christmas at The Railway“ ist für alle gedacht, die ein Herz für alte Eisenbahnen haben. Das Buckinghamshire Railway Centre in Quainton führt vom 26. November bis zum 18. Dezember an den Wochenenden Dampflokfahrten durch, bei denen Father Christmas zugegen ist und Thomas the Tank Engine die Waggons schleppt.

Die High Street von Marlow mit Weihnachtsgirlanden.   © Copyright Scriniary and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 23. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Pubschilder – „The Hung Drawn and Quartered“ in der Londoner Great Tower Street

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Gleich hinter dem Londoner Tower findet sich ein Pub mit dem ungewöhnlichen Namen „The Hung Drawn and Quartered„, dessen Schild einen zum Tode Verurteilten zeigt, der die fürchterliche Strafe Hängen, Ausweiden und Vierteilen über sich ergehen lassen muss. Diese Hinrichtungsart war vorwiegend für des Hochverrats angeklagte und verurteilte Menschen vorgesehen. 1870 wurde diese Strafe abgeschafft; der letzte auf diese Art hingerichtete war der Schotte David Tyrie, dem man 1782 ein Komplott mit den Franzosen vorwarf.

Der Gasthof, der mit seinem Namen an diese unmenschliche Strafe erinnert, steht auf dem Tower Hill, nur wenige Schritte von dem Ort entfernt, der früher einmal als Hinrichtungsstätte für Adelige diente, die in Ungnade gefallen waren. Nur ganz wenige wurden innerhalb der Mauern des Towers exekutiert (ich berichtete in meinem Blog darüber), alle anderen außerhalb des Towers.
An der Außenwand des Pubs hat man ein Schild mit einem kurzen Auszug aus Samuel Pepys‘ Tagebüchern angebracht, dessen Foto ich unten angefügt habe.

The Hung Drawn and Quartered Pub, der der Londoner Fuller Brewery gehört, nennt sich selbst ein „Tower Hill Gem – Executed to perfection„, kann man es treffender ausdrücken? Natürlich gibt es hier auch die Fuller’s Biere im Angebot wie den Klassiker, das London Pride, aber auch Oliver’s Island, Seafarers und das Champion Ale ESB.

Ab 9 Uhr ist das Gasthaus an der Great Tower Street täglich geöffnet, so dass man hier auch schon das Frühstück zu sich nehmen kann. In der Küche hat Gary Carter das Kommando, der sich bereits sein Weihnachtmenü ausgedacht hat, das £30.95 kosten wird und drei Gänge umfasst.

The Hung Drawn and Quartered
26-27 Great Tower Street
London EC3R 5AQ

This work is released into the public domain.

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Published in: on 22. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

The Queen’s handbags – Die Handtaschen der Queen

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Eines der wichtigsten Accessoires der Queen, wenn sie den Buckinghampalast verlässt, ist ihre Handtasche. Es gibt wohl nur wenige Fotos der Königin, die sie ohne Handtasche zeigen. Sie bevorzugt dabei die Marke Launer; die Firma ist offizieller Hoflieferant des englischen Königshauses. 1941 gründete Sam Launer die Firma, mit dem Anspruch, nur beste Materialien zu verwenden, die in Handarbeit von ausgesuchtem Fachpersonal zu Taschen und anderen Produkten verarbeitet werden. Launer stellt seine Waren, darunter auch die royalen Handtaschen, in seinen Fabrikationsstätten in Walsall her, einer 170 000 Einwohner zählenden Stadt in den West Midlands. Hier steht in der Nummer 71 Holtshill Lane ein Backsteingebäude, das 1904 erbaut wurde und seitdem zur Produktion von Lederwaren benutzt wird. Sam Launer, der aus der Tschechoslowakei eingewandert war, übernahm es 1941 und noch heute erfreuen sich seine Handtaschen, Lederbörsen und Brieftaschen großer Beliebtheit. Die Queen soll mehr als 200 dieser handgefertigten Taschen besitzen, die bei Selfriges in London schon einmal über £2000 kosten können wie beispielsweise die Traviata Calf & Lizard Leather Tote. Hier ist ein Film über die Firma.

Immer wieder wird die Frage gestellt, was denn die Queen in ihren Launer-Handtaschen mit sich trägt. Aus ihrer näheren Umgebung drang hin und wieder durch, dass die Monarchin u.a. einige wenige 5 Pfund- oder auch 10 Pfundnoten bei sich hat und auch ein paar Glücksbringer in Form von Corgis sowie ein Foto ihres Sohnes Andrew, das anlässlich seiner Rückkehr aus dem Falklandkrieg aufgenommen worden war.

In meinem Blog stellte ich schon einmal ein Buch vor, das sich mit dem royalen Handtascheninhalt und anderen „Geheimnissen“ rund um die Queen beschäftigt.

Elizabeth II benutzt aber ihre Launer-Handtaschen nicht nur zum Transport unverzichtbarer Gegenstände, sondern auch, um ihrer Umwelt bestimmte Wünsche mitzuteilen. So heißt es, wenn die Queen ihre Handtasche auf den Tisch legt, möchte die Dame ihrem Personal zu verstehen geben, dass sie in spätestens fünf Minuten den Raum verlassen will. Stellt sie ihre Handtasche auf den Boden soll das bedeuten, dass sie keine Lust mehr hat, die Unterhaltung mit ihrem Gesprächspartner fortzusetzen, und dass ihre Hofdame sie erlösen möge. Wechselt sie ihre Tasche von einem Arm auf den anderen, will sie damit signalisieren, dass die Konversation jetzt bitteschön beendet werden soll.

Published in: on 21. November 2016 at 02:00  Comments (2)  

Die Ziferblat Lokale – Hier ist alles kostenlos, nur die Zeit nicht

In Liverpool gibt es zwei, in London und Manchester je eines; die Rede ist von den Ziferblat-Lokalen, die eine ganz besondere Art des Bezahlens haben. Hier kostet nur die Zeit etwas, die man in den Lokalen verbringt und zwar zwischen fünf und acht Pence die Minute, alles andere ist kostenlos, der Kaffee, der Kuchen, die Kekse, die Cerealien, das W-LAN. Man trifft sich in den Ziferblat-Lokalen zum Klönen, zum Chillen, zum Musikhören, zum Spielen, zum Leute treffen, man arbeitet an Laptops und und und. Es herrscht eine familiäre Atmosphäre, man spült seine benutzten Teller und Tassen und fühlt sich einfach entspannt und wohl. Jeder bekommt beim Betreten eines Ziferblat-Lokals eine Uhr, die er/sie vor dem Verlassen wieder abgibt und bezahlt dann für die Zeit, die er/sie hier verbracht hat oder man bezahlt im voraus für die Zeit, die man hier verbringen möchte. Keine schlechte Idee, die der Russe Ivan Meetin da im Jahr 2011 in Moskau entwickelt hat. Inzwischen gibt es 14 Ziferblat-Lokale, außer in Russland auch in der Ukraine, in Slowenien und eben in England.

In Liverpool stehen die beiden Etablissements am St Paul’s Square und am Albert Dock, in Manchester in der Edge Street und in London in der Old Street in Shoreditch. Diese beiden Filme zeigen wie es im Londoner Ziferblat und im Manchester Ziferblat zugeht.

 

Published in: on 20. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Stuart Maconie: The Pie At Night – What the North Does For Fun

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Von Stuart Maconie stellte ich in meiner Reihe „Mein Buchtipp“ schon einmal sein „The People’s Songs – The Story of Modern Britain in 50 Songs“ vor. In der Nachfolge seines Buches „Pie and Prejudice: In Search of the North„, das 2008 erschien, veröffentlichte er im vergangenen Jahr sein „The Pie At Night – What the North Does For Fun„, in dem er sich mit den Vergnügungsgewohnheiten der englischen Nordlichter auseinandersetzt.
Wer Stuart Maconie nicht kennt, hier einige Worte zu seiner Person: Er wurde 1960 geboren und ist in erster Linie ein „Radiomann“, das heißt er moderierte/moderiert diverse Radioprogramme der BBC, aktuell bei BBC Radio 6 Music „Radcliffe & Maconie„, zusammen mit Mark Radcliffe. Die Sendung wird in der BBC MediaCityUK in Salford (Greater Manchester) produziert.

Stuart Maconie wurde im Norden Englands geboren und er fühlt sich auch als Northerner, was man in seinem aktuellen Buch auf jeder Seite spürt. Gern grenzt er sich gegen den Süden des Landes, speziell London, ab und vertritt die Interessen des Nordens.

Womit amüsieren sich die Leute im Norden Englands? Das ist das Thema des Buches. Stuart Maconie besucht im Zuge seiner Recherchen Fußballstadien, Rugbyplätze und Bowling Greens. Er nimmt an einer Opernaufführung in Leeds teil und berichtet über Blasmusikkapellen, von denen viele ihr Zuhause in den Städten und Dörfern in den Hochmooren bei Manchester haben. Wir folgen zusammen mit dem Radiomoderator den Spuren des Dichters Philip Larkin in Hull und des Künstlers Lawrence Stephen Lowry in Berwick-upon-Tweed.

Nach der Lektüre des Buches sieht man „The North“ mit etwas anderen Augen. Hier wohnen keine Hinterwäldler, sondern Neuerungen gegenüber aufgeschlossene, moderne Menschen, die es etwas rauher mögen als ihre südlichen Nachbarn. Eine lohnende Lektüre!

Stuart Maconie: The Pie At Night – What the North Does For Fun. Ebury Press 2016. 346 Seiten. ISBN 978-0-091-93382-1 (Die Hardcoverausgabe erschien bereits ein Jahr zuvor).

 

Published in: on 19. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Christmas in England 2016: Käthe Wohlfahrts Weihnachtsladen in York

Yorks Christmas Shop.   © Copyright Paul Harrop and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Yorks Christmas Shop.
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Es ist zwar noch einige Wochen hin bis zu den Weihnachtstagen, aber in England bereiten sich schon viele auf das Fest vor. Weihnachtsmarktbesuche werden geplant, Festessen in Pubs und Hotels gebucht und über Geschenke nachgedacht. Bis zum 24. Dezember werde ich in loser Reihenfolge über die Weihnachtsaktivitäten auf der Insel berichten.

Seit Mitte des Jahres gibt es in York einen Weihnachtsladen von Käthe Wohlfahrt, dem ersten in Großbritannien. Überall dort, wo viele Touristen zusammenkommen, vor allem die aus den USA und dem Fernen Osten, findet man die ganzjährig geöffneten Läden wie in Rothenburg ob der Tauber, in Oberammergau, Heidelberg, Rüdesheim, Berlin, Brügge in Belgien und Riquewihr im Elsass, um nur einige zu nennen. Auch in den Sommermonaten, wenn es eigentlich niemandem weihnachtlich zumute ist, werden bei Käthe Wohlfahrt Christbaumkugeln, Nussknacker und Räuchermännchen verkauft und das bei „Stille Nacht“ und brennenden Weihnachtsbäumen.

In York wurde der Laden in der Straße Stonegate Nummer 17, also mitten im Zentrum der historischen Altstadt, eröffnet und erfreut sich großer Beliebtheit. Die Umgebung passt sehr gut, in der schmalen Straße befinden sich einige hübsche Gebäude, in denen zum Beispiel der Punchbowl Pub, der Ye Olde Starre Inne, Betty’s Café Tea Rooms untergebracht sind. Das meiner Ansicht schönste Haus ist aber das, in dem seit August diesen Jahres Käthe Wohlfahrts Christmas Shop Unterschlupf gefunden hat und das Mulberry Hall heißt. 1434 wurde es errichtet, so steht es auf einem kleinen Schild über der Eingangstür.
Bis Anfang des Jahres konnte man in dem Haus Porzellan kaufen, leider musste der Inhaber sein Geschäft schließen, es war eine Institution in York und das seit fast sechzig Jahren. Man befürchtete, dass ein weiteres Restaurant, eine Bar oder irgendein Kettenladen in die Mulberry Hall einziehen würde, doch dann wurde der Eigentümer der Käthe Wohlfahrt-Läden, Harald Wohlfahrt, auf den Leerstand aufmerksam und entschloss sich, seine erste britische Filiale hier zu eröffnen.

Jetzt in der Vorweihnachtszeit dürfte die Kasse in der Stonegate 17 besonders laut klingeln.

Mulberry Hall, das schöne Fachwerkhaus in Yorks Stonegate.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Mulberry Hall, das schöne Fachwerkhaus in Yorks Stonegate.
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Published in: on 18. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Scream Parks und Zombiejagden – Das etwas andere Freizeitvergnügen in England

Hier in den ehemaligen Werkshallen der Firma Stanley Tools in Sheffield finden jetzt die Zombiejagden statt.   © Copyright Terry Robinson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier in den ehemaligen Werkshallen der Firma Stanley Tools in Sheffield finden jetzt die Zombiejagden statt.
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Eigentlich gibt es ja genügend Spukorte in England,  an denen man sich so richtig schön gruseln kann. Eine ganze Reihe von Beispielen habe ich in meiner entsprechenden Blogkategorie im Laufe der Jahre aufgeführt. Aber das scheint einigen noch immer nicht zu reichen, denn sonst hätte man nicht so viele zusätzliche künstliche Gruselstätten im Lande errichtet. Ich denke da zum Beispiel an die Dungeons in London und York; aber diese Etablissements werden alle überboten von Zombieabschuss-Installationen und sogenannten Scream Parks, in denen es so richtig zur Sache geht. Sicher nicht jedermanns Geschmack. Hier sind einige Beispiele:

Zombie Experiences nennen sich 15 über England verteilte Orte, in denen es darum geht, Zombies, die die Herrschaft übernommen haben, zu vernichten. Da ist The Factory in Sheffield, eine Ansammlung von Gebäuden, in denen einmal eine Werkzeugfabrik untergebracht war. In diesen Werkshallen muss man die dort versteckten Zombies aufspüren und töten. Ähnliches erwartet den Zombiejäger im Asylum in Liverpool und im Boot Camp in Droitwich Spa (Worcestershire).

Das gleiche System findet man bei Zombie Uprising in den Barracks in Stockport bei Manchester und im District 26 in Chesterfield (Derbyshire). Auch dort gilt es, möglichst viele Zombies zu erlegen. Wie dieser „Spaß“ aussieht, zeigt dieser Film. Falls jemand noch ein passendes Weihnachtsgeschenk sucht: Ein Gutschein für das zweifelhafte Vergnügen kostet £50.

In den sogenannten Scream Parks geht es nicht weniger zimperlich zu. Auch im Scream Park UK in Manchester spielen die unvermeidlichen Zombies wieder eine besondere Rolle. In dem in der Event City untergebrachten Gruselpark findet man Geisterbahnen und andere „thrill rides“. Hier ist eine kleine Kostprobe.

Auf Mrs Dowsons Farm an der Longsight Road, der A59, nördlich von Blackburn (Lancashire) ist der Scare Kingdom Scream Park untergebracht. Dort wird man zum Beispiel mit gruseligen Häusern wie 666 Brimstone Place, Manormortis und The House of Gaunt konfrontiert. Hier ist ein Vorgeschmack (Vorsicht! Nichts für Zartbesaitete!).

Bei Melton Mowbray in Leicestershire im Twinlakes Park liegt der Xtreme Scream Park, der sechs Spukhäuser und gruselige Irrgärten zu seinen Attraktionen zählt. Extrem unappetitlich ist The Pie Factory (Melton Mowbray ist die Stadt der Pies).

Ich bin selbst absolut kein Freund dieser Art von Freizeitvergnügen, aber alles, was mit Gruseligem und Geisterhaftem zu tun hat, ist nun mal in England äußerst populär. Mir reichte einmal ein Besuch in einem Wachsfigurenkabinett in York, in dem man in einem stockdunklen Raum mit einem schwammigen unebenen Fußboden mit allen möglichen schauerlichen Dingen konfrontiert wurde…und das inmitten einer kreischenden Teenager-Mädchenklasse.

Published in: on 17. November 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Scary Clitheroe – Eine Kleinstadt am Fuße des Hexenbergs Pendle Hill in Lancashire

Blick auf Clitheroe von der Burg aus gesehen. Im Vordergrund ein Kriegerdenkmal, im Hintergrund der Pendle Hill.    © Copyright Tom Howard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blick auf Clitheroe von der Burg aus. Im Vordergrund ein Kriegerdenkmal, im Hintergrund der Pendle Hill.
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Die Kleinstadt Clitheroe in Lancashire liegt nicht weit entfernt vom Pendle Hill, wo Anfang des 17. Jahrhunderts 12 angebliche Hexen gelebt haben, die 10 Menschen durch Zauberei getötet haben sollen. Ihnen wurde in Lancaster der Prozess gemacht, der als „Pendle Witch Trials“ in die Geschichte eingegangen ist. Noch heute gilt der Pendle Hill als unheimlich und ist ein bei Geisterjägern beliebtes Gelände.

Clitheroe selbst hat auch so einiges an unheimlichen und merkwürdigen Dingen vorzuweisen und einer, der das alles kennt und weiß, ist Simon Entwistle, dessen Top Hat Tours zu lokalen, regionalen und überregionalen Spukorten führen. So bietet er u.a. eine Tour zu den Schauplätzen an, die mit den Pendle Witches zusammenhängen und eine Fahrt zu den „Spuk-Pubs“ im Ribble Valley. Auf Entwistles Programm steht auch ein Clitheroe Ghost Walk, der am Clitheroe Castle beginnt, einer alten Burg aus dem 12. Jahrhundert, in der eine White Lady und mehrere andere Gestalten spuken sollen. Dieser Film zeigt Simon Entwistle auf der Burg mit einigen seiner Geistergeschichten.

Über das Swan and Royal Hotel in der Castle Street und seine berühmten Gäste habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben. Dort gibt es auch eine Ghost Story: Der Geist eines jungen Mädchens soll im obersten Stockwerk umgehen und die Gäste nerven, indem Bettdecken weggezogen und Vorhänge plötzlich zugezogen werden und die Toilettenspülung betätigt wird. Man sagt, es handelt sich dabei um eine 17jährige, die sich in einem Zimmer des Hauses das Leben genommen hat, weil sie schwanger war, ihre Eltern sie daraufhin verstoßen hatten und der Mann ihres Kindes im Zulukrieg in Afrika gefallen war.

Ein bis heute ungeklärter Mordfall ereignete sich am 19. März 1934 in Clitheroe, als der 46jährige Farmarbeiter Jim Dawson nach einigen Drinks im Edisford Bridge Hotel nachts nach Hause ging und plötzlich einen stechenden Schmerz im Rücken spürte. Er kümmerte sich nicht weiter darum und ging zu Hause ins Bett. Am nächsten Morgen war sein Bett voller Blut und im Rücken klaffte eine Wunde. Dawsons begab sich in ein Krankenhaus, wo ein Arzt ein zugespitztes Metallteil aus seinem Rücken entfernte. Einige Tages später starb der Mann an Blutvergiftung. Wer hatte das Metallstück auf den Farmer abgeschossen? Detective Chief Superintendent Wilf Blacker, der mit der Untersuchung des Falles beauftragt wurde, stieß bei den Einheimischen auf eine Mauer des Schweigens. Niemand wollte mit ihm reden, er kam einfach nicht weiter, und so blieb der Fall ungeklärt. Die Vermutungen gingen dahin, dass es sich um ein Eifersuchtsdrama gehandelt haben soll.
Jennie Lee Cobban, die in Clitheroe zur Schule ging, hat ein Buch über den mysteriösen Fall geschrieben: „Wall of Silence: The Peculiar Murder of Jim Dawson of Bashall Eaves“ (Demdike Press 2005. 160 Seiten. ISBN 978-0955043703).

Clitheroe Castle.    © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Clitheroe Castle.
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The Swan and Royal in der Castle Street.   © Copyright Alexander P Kapp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Swan and Royal in der Castle Street.
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Rdisford Bridge Hotel.   © Copyright JThomas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Edisford Bridge Hotel.
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Published in: on 16. November 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Der Historic Chapels Trust, der sich für vernachlässigte Gotteshäuser einsetzt

Hier sind die Büros des Historic Chapels Trust zu finden.   © Copyright Mike Faherty and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier sind die Büros des Historic Chapels Trust zu finden, in der Londoner St Georges’s German Lutheran Church.
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Nicht nur Pubs verschwinden in alarmierendem Ausmaß von der englischen Landkarte, auch Kirchen und Kapellen werden zunehmend nicht mehr benutzt, abgerissen oder zweckentfremdet. Glücklicherweise gibt es einige Organisationen, die sich dieser alten Bauwerke annehmen und sich schützend vor sie stellen. Da ist der Churches Conservation Trust, der sich um geschlossene anglikanische Kirchen kümmert, die Friends of Friendless Churches (ein wirklich gut gewählter Name! Ich berichtete in meinem Blog über sie) und der erst 1993 gegründete Historic Chapels Trust, der sich die Aufgabe gestellt hat, nicht-anglikanische Kirchen vor dem Verfall bzw. der Zerstörung zu retten.

Der Hauptsitz des Trusts befindet sich in einem dieser geretteten Gotteshäuser, der St George’s German Lutheran Church, in der Londoner Alie Street im Stadtteil Whitechapel. Die Kirche diente ihrem eigentlichen Zweck von 1762 bis 1995, dann wurde sie nicht mehr gebraucht. Der Historic Chapels Trust nahm sie unter seine Fittiche, ließ eine aufwendige Restaurierung durchführen und stellt die Räumlichkeiten für Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung.

Der Trust bekommt keine staatlichen finanziellen Mittel, wird aber vom English Heritage und dem Heritage Lottery Fund unterstützt. Er baut vor allem auf freiwillige Helfer, die sich vor Ort um die Gebäude kümmern, dort Veranstaltungen durchführen und sich um lokale Spendengelder bemühen.
Gerade in der Vorweihnachtszeit werden in den „geretteten Kirchen“ entsprechende Events angeboten wie eine Christmas Arts and Crafts Fayre in der 1719 erbauten Salem Chapel in East Budleigh in Devon oder Carols and Readings for Christmas in der Walpole Old Chapel in Walpole (Suffolk), die Ende des 17. Jahrhunderts gebaut und 1970 geschlossen wurde.

Bisher hat der Trust 20 ehemalige Kirchen übernommen, restauriert und neuen Zwecken zugeführt. Hier sind einige weitere Beispiele:

Die Cote Baptist Church bei Bampton in Oxfordshire. 1993 vom Trust übernommen und für £250,000 wiederhergestellt.

Die Todmorden Unitarian Church in Todmorden (West Yorkshire). Seit 1994 beim Trust, die Restaurierungskosten betrugen eine Million Pfund.

Die Umberslade Baptist Church bei Hockley Heath in den West Midlands, die der Trust 1999 übernahm.

Siehe zum Thema auch meinen Blogeintrag „Nicht mehr gebrauchte Kirchen -Was tun damit?“

Die Cote Baptist Church bei Bampton in Oxfordshire.   © Copyright Des Blenkinsopp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Cote Baptist Church bei Bampton in Oxfordshire.
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Die Todmorden Unitarian Church inWest Yorkshire.   © Copyright Alexander P Kapp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Todmorden Unitarian Church in West Yorkshire.
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Die Umberslade Baptist Church bei Hockley Heath.   © Copyright David Stowell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Umberslade Baptist Church bei Hockley Heath.
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Published in: on 15. November 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Tanworth-in-Arden (Warwickshire) – Hier ruhen auf dem Kirchhof von St Mary Magdalene drei bekannte Persönlichkeiten

Tanworth-in-Arden. Links The Bell Inn, rechts St Mary Magdalene.   © Copyright David Stowell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Tanworth-in-Arden. Links The Bell Inn, rechts St Mary Magdalene.
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Tanworth-in-Arden ist ein Dorf nördlich der Shakespeare-Stadt Straford-Upon-Avon und südlich der Autobahn M42 in der Grafschaft Warwickshire. In der Mitte des Ortes liegt sein Pub The Bell Inn, davor ein winziges Village Green mit Kriegerdenkmal und gegenüber die Kirche St Mary Magdalene – ein richtig hübsches Dorf.

Auf dem Friedhof der Parish Church ruhen seit einigen Jahrzehnten drei prominente Männer, die einst in Tanworth-in-Arden wohnten.
Da ist zuerst Nick Drake, ein Musiker und Songwriter, der zu seinen Lebzeiten keine großen Erfolge feiern konnte, dessen Werk nach seinem Tode aber größere Anerkennung fand. Der 1948 geborene Drake hatte sein Leben lang mit schweren Depressionen zu kämpfen, er lebte zuletzt zurückgezogen in seinem Elternhaus am Bates Lane in Tanworth-in-Arden, wo er am 25. November 1974 an einer Überdosis Depressiva im Alter von nur 26 Jahren starb. Er veröffentlichte drei Studioalben in den Jahren 1969, 1971 und 1972 und nur eine Handvoll Singles, von denen ich als Beispiel „Northern Sky“ nennen möchte, das der New Musical Express einmal als „Der größte englische Lovesong der Moderne“ bezeichnete, hier zu hören.
Auf Nick Drakes Grabstein stehen die Worte „‚Now we rise/And we are everywhere„, entnommen aus seinem Song „From the Morning“ aus seinem letzten Album „Pink Moon“. Dieser Film zeigt Drakes Wohnhaus Far Leys und dieser Film seine bescheidene Grabstelle.

Ein weiterer prominenter „Bewohner“ des Friedhofs von St Mary Magdalene ist der Motorradrennfahrer Mike Hailwood. „Mike the Bike“ war neunmaliger Weltmeister, errang 76 Siege bei Grand-Prix-Rennen und gewann die berühmte Tourist Trophy auf der Isle of Man vierzehnmal. Der 1940 in Oxford geborene Hailwood führte als Rennfahrer ein gefährliches Leben und so ist es umso absurder, dass er unverschuldet bei einem Autounfall am 23. März 1981 ums Leben kam, als er auf der Alcester Road in Portway auf dem Heimweg nach Tanworth-in-Arden gegen einen Lastwagen prallte, der verbotenerweise ein Wendemanöver durchführte. Mike Hailwood und seine ihn begleitende Tochter Michelle überlebten den Unfall nicht; sein Sohn David, der ebenfalls mit im Auto saß, kam mit leichten Verletzungen davon. Vater und Tochter wurden nebeneinander auf dem Friedhof von St Mary Magdalene beigesetzt. Hier ist ein Film über seine Beerdigung, bei der viele namhafte Motorradrennfahrer teilnahmen und hier ist seine Grabstelle zu sehen.

Das Grab eines berühmten Boxers ist ebenfalls auf dem Dorffriedhof zu finden: Jack Hood (1902-1992). Von seinen 85 ausgetragenen Kämpfen gewann er 67, und nachdem er sich vom Boxsport zurückgezogen hatte, war er von 1939 bis 1972 der Inhaber des Bell Inn, in dem noch heute einige Erinnerungsstücke an ihn, wie seine Boxhandschuhe, zu sehen sind.

Tanworth-in-Arden wurde einmal als Drehort der Seifenoper „Crossroads“ benutzt, die von 1964 bis 1988 produziert wurde. Darin sind häufig The Bell Inn und St Mary Magdalene zu sehen, die in der Serie aber andere Namen tragen. Hier ist eine Episode zu sehen. Meines Wissens wurde die Soap Opera nicht im deutschen Fernsehen gezeigt.

Nick Drakes Grab. This work has been released into the public domain

Nick Drakes Grab.
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The Jubilee Clock Tower in Newmarket (Suffolk)

   © Copyright Bikeboy and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Newmarket in der Grafschaft Suffolk ist das vielleicht wichtigste Zentrum für Pferdezucht und Pferdesport im gesamten Königreich. Wer sich für Pferderennen interessiert, wird sich hier im National Horseracing Museum gut informieren können.

In Newmarket an der High Street steht ein ins Auge stechendes Gebäude: Ein Turm mit einer Uhr und einer Wetterfahne, die einen Reiter und ein Pferd in vollem Galopp zeigt. Dieser sogenannte Jubilee Clock Tower wurde zu Ehren des goldenen Thronjubiläums von Königin Victoria im Jahre 1887 erbaut und 1890 offiziell eröffnet. Die Bürger von Newmarket sammelten für die Baukosten des Turms das dafür benötigte Geld; die Uhr wurde von einem örtlichen Pferdetrainer namens Charles Blanton gestiftet, der u.a. das berühmte Rennpferd Robert the Devil trainierte. Für diese edle Tat wird der Mann auf einer Inschrift am Turm auch entsprechend gewürdigt: „1837 Jubilate Victoriae 1887. Clock presented by C. Blanton.  Erected by voluntary contribution„. Gebaut wurde diese Uhr von der Firma Smith of Derby, ein Familienbetrieb aus Derby, der noch heute existiert und der u.a. auch die Uhren an der Londoner St Paul’s Cathedral und am Trinity College in Cambridge angefertigt hat. Die Uhr am Jubilee Clock Tower in Maidenhead (Berkshire), der anlässlich des Queen Victoria Diamond Jubilee erbaut wurde, stammt ebenfalls aus der Produktion der Firma aus Derbyshire.

Published in: on 13. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Ungewöhnliche Museen in Hastings (East Sussex) Teil 2: The Shipwreck Museum

   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Ein Stück weit entfernt vom True Crime Museum, das ich gestern in meinem Blog vorstellte, liegt, ebenfalls direkt am Strand von Hastings, ein anderes ungewöhnliches Museum, das sich mit dem Thema „Schiffswracks“ beschäftigt: The Shipwreck Museum. Zwischen dem Bluereef Aquarium und dem Fishermen’s Museum steht dieses liebevoll eingerichtete Haus an der Rock-A-Nore Road, das man kostenfrei besuchen kann. „Treasures From The Deep“ und „140 Million Years To The Present“ steht auf einem Schild vor dem Eingang. Die „Schätze aus der Tiefe“ sind Gegenstände, die man aus Schiffen geholt hat, die vor diesem Küstenstrich gesunken sind wie die „Amsterdam„, ein Handelsschiff, das auf seiner Jungfernfahrt am 26. Januar 1749 in einen schweren Sturm vor der englischen Südküste geriet und sank. 1969 wurde es bei Hastings wieder aufgefunden. Bei Niedrigwasser sind noch heute einige Holzteile des Wracks zu sehen. Auch Artefakten aus dem Schiff HMS Anne sind im Museum ausgestellt, das 1690 nach der Schlacht von Beachy Head ausbrannte.

Neben diesen Fundstücken aus gesunkenen Schiffen werden auch noch Fossilien ausgestellt, die in der Nähe von Hastings gesammelt worden sind.

Das Shipwreck Museum erhält keine finanzielle Unterstützung aus der öffentlichen Hand und lebt überwiegend vom Verkauf seiner Waren im Souvenirladen. Dort ist ein breites Angebot von Dingen zu finden, die alle einen maritimen Bezug haben; viele wurden von einheimischen Künstlern angefertigt.
Hier ist ein Film über das Museum zu sehen.

Im Sommerhalbjahr ist das Museum täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr, im Winterhalbjahr nur am Samstag und Sonntag von 11 Uhr bis 16 Uhr geöffnet. Zwischen Museum und Meer ist ein großer Parkplatz, so gibt es diesbezüglich hier keine Probleme.

The Shipwreck Museum
Rock-a-Nore Road
Hastings, East Sussex TN34 3DW

Aus einem Wrack geborgene Flaschen.   © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Aus einem Wrack geborgene Flaschen.
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Wrackreste der "Amsterdam". Author: Detecting. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Wrackreste der „Amsterdam“.
Author: Detecting.
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Published in: on 12. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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