Der Schriftsteller Arthur Machen und Old Amersham (Buckinghamshire)

Die High Street von Old Amersham mit dem Crown Hotel.
Eigenes Foto.

Ich besaß früher einmal fast alle Bände der Reihe „Die Bibliothek des Hauses Usher“ des Insel-Verlages, auf grünem Papier gedruckt und von Kalju Kirde herausgegeben, den ich noch persönlich kennenlernen konnte. In der 26bändigen Reihe erschienen Werke der unheimlichen Literatur wie von Howard Phillips Lovecraft (über den ich meine Examensarbeit geschrieben habe), Algernon Blackwood und Clark Ashton Smith. Ein Band der Reihe hieß „Die leuchtende Pyramide und andere Geschichten des Schreckens“ und enthielt Erzählungen des 1863 in Wales geborenen Schriftstellers Arthur Machen. Mit ihm kreuzten sich meine Wege vor einigen Tagen als ich in Old Amersham in Buckinghamshire weilte.

Arthur Machen lebte die meiste Zeit seines Lebens in London, wo er als Journalist arbeitete. In den 1920er Jahren erlebten seine Werke einen Boom in den USA, der wieder nach Großbritannien überschwappte. Doch da der Autor die Rechte an seinen Werken schon lange verkauft hatte, profitierte er nicht besonders von der erhöhten Nachfrage nach seine Büchern. Ab 1925 war es dann mit den Erfolgsjahren vorbei, und Machen zog 1929 mit seiner Frau nach Old Amersham, wo sie sich in der High Street Nummer 48 in einem Haus namens Lynwood niederließen. Dieses Haus, dessen Name noch heute über der Eingangstür steht, ist nur wenige Schritte von meinem Hotel The Kings Arms entfernt und liegt auf der selben Straßenseite. Im Crown Hotel (über das ich demnächst noch berichten werde), das wenige Meter vom Kings Arms auch an der High Street zu finden ist, soll Machen regelmäßig „Hof gehalten haben“. Besucht wurde er in seinem Haus u.a. von dem Komponisten John Ireland und von Sir John Betjeman.

Der Schriftsteller starb im Alter von 84 Jahren am 15. Dezember 1947 im St. Joseph’s Nursing Home (das nicht mehr existiert) im nahegelegenen Beaconsfield und wurde auf dem Kirchhof von St Mary’s in Old Amersham beerdigt. Seinen verwitterten Grabstein findet man auf dem Teil des Friedhofs, der hinter der Kirche jenseits des River Misbourne an einem grasbewachsenen Hang liegt (dort, wo auch Ruth Ellis beigesetzt ist, die letzte Frau, die in Großbritannien hingerichtet wurde).

Hier ist ein Interview mit Arthur Machen aus dem Jahr 1937 zu hören.

Der Friedhof von St Mary’s in Old Amersham jenseits des River Misbourne.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

St Mary’s in Old Amersham.
Eigenes Foto.

Published in: on 21. Oktober 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Ceremony of Quit Rents – Eine uralte, skurrile Tradition, die alljährlich in London zum Tragen kommt

Die Londoner Royal Courts of Justice, wo alljährlich The Ceremony of Quit Rents stattfindet.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Jeden Herbst zwischen dem 11. Oktober und dem 11. November wird in London in den Royal Courts of Justice eine Tradition ausgeübt, The Ceremony of Quit Rents, die bis in das Jahr 1211 zurückreicht und die so skurril ist, dass sie wohl auch nur in England möglich ist. Die City of London bezahlt an diesem Herbsttag der Krone eine Pacht für zwei Grundstücke, von denen keiner genau weiß, wo die überhaupt genau liegen. Eines davon nennt sich „The Moors“ und soll sich irgendwo südlich von Bridgnorth in der Grafschaft Shropshire befinden. Ein gewisser Nicholas de Morrs hatte damals im 13. Jahrhundert das Land gepachtet, und er bezahlte die Pacht nicht mit Geld,  sondern mit zwei Messern, von denen das eine sehr scharf und das andere stumpf war. Im Laufe der Jahrhunderte ging die Pacht an die City of London über, die bis zum heutigen Tag mit gleicher Münze, sprich mit zwei Messern, bezahlt. In den Royal Courts of Justice nimmt der Queen’s Remembrancer ( „das älteste juristische Amt mit fortgesetzter Existenz“, so die Wikipedia) die beiden Gegenstände entgegen. Im Oktober 2014 ernannte die Queen Barbara Janet Fontaine zum Remembrancer, die erste Frau, die diesen Posten innehat. Ihre Aufgabe bei der Ceremony of Quit Rents ist es, die beiden Messer zu testen, indem sie an einem Haselzweig mit dem scharfen Messer einen Einschnitt vornimmt und mit dem stumpfen eine Markierung hineindrückt. Wenn das alles zur Zufriedenheit des Queen’s Remembrancer ausgefallen ist, sagt er bzw. jetzt sie „Good Service„.

Und dann gibt es ja noch ein zweites Grundstück, für das die City of London Pacht bezahlt. Dabei soll es sich um eine Londoner Schmiede gehandelt haben, die in der Tweezer’s Alley lag, einer kleinen Gasse in der Nähe der Straße Strand. Der Schmied, Walter Le Brun, zahlte damals im 13. Jahrhundert seine Pacht mit sechs Hufeisen und 61 Hufnägeln. Bei der Ceremony of Quit Rents nimmt der Queen’s Remembrancer heute die gleiche Zahl der Eisen und Nägel entgegen und überprüft die Vollzähligkeit. Wenn auch das alles in Ordnung ist, sagt er/sie „Good Number„, womit die Zermenonie beendet ist (Hufeisen und Hufnägel werden dann wieder an die City of London zurückgegeben, damit sie im nächsten Jahr wieder verwendet werden können).
Wenn das keine skurrile Tradition ist…

Die Tweezer’s Alley in London, zwischen Strand und Victoria Embankment, wo einmal die Schmiede gestanden haben soll.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 20. Oktober 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das beste Restaurant der Welt liegt, laut TripAdvisor, in…Oldstead in North Yorkshire

The Black Swan in Oldstead.
Photo © Chris Heaton (cc-by-sa/2.0)

Am 11. Oktober veröffentlichte das touristische Bewertungsportal TripAdvisor seine Liste der weltbesten Restaurants, und man war gespannt, wer es denn in diesem Jahr auf Platz 1 geschafft hat. Eines der Spitzenrestaurants in London, Paris oder Kopenhagen? Oder hat wieder einmal einer der spanischen Superköche das Siegertreppchen erklommen? Nein, alles falsch! Das beste Restaurant der Welt, zumindest nach den TripAdvisor-Kriterien, liegt in einem Dörfchen in North Yorkshire, etwa auf halber Strecke zwischen Thirsk und Helmsley, namens Oldstead, und heißt The Black Swan. Sorry Heston Blumenthal, Gordon Ramsay, Marco Pierre White und wie die Heavyweights der britischen Spitzengastronomie noch alle heißen: Tommy Banks vom Schwarzen Schwan hat Euch alle abgehängt.

Bereits am 30. Mai 2011 hatte ich in meinem Blog über den Gastropub geschrieben, als er The AA Pub of the Year 2010 geworden war. „Tom und Anne Banks haben den Pub 2006 übernommen und ihn in relativ kurzer Zeit zu dem vielleicht besten in Yorkshire gemacht. Nicht nur die Küche ist etwas ganz Besonderes hier, auch der kleine Hotelbereich mit nur vier Zimmern hat vom AA die höchst mögliche Sternezahl, nämlich 5, erhalten“, so schrieb ich vor mehr als sechs Jahren. Mittlerweile hat Tommy Banks einen Michelinstern erkocht, und er war mit 24 Jahren der jüngste britische Koch, der jemals diese Auszeichnung erhalten hat. Fast alles, was im Black Swan auf den Tisch kommt, stammt aus eigenem Anbau wie das Gemüse und die Früchte. Das Tasting Menu ist für £95 zu haben, die begleitenden Weine, wenn gewünscht, kosten noch einmal £60. Eine Reise in das kleine entlegene Dorf Oldstead dürfte sich für Feinschmecker also bestimmt lohnen.

Auf Platz 2 der TripAdvisor-Bestenliste liegt übrigens Raymond Blancs Belmond Le Manoir aux Quat’Saisons in Great Milton (Oxfordshire), was nicht überrascht. Platz 3 nimmt das 3*-Haus Maison Lameloise in Chagny im Burgund ein, Platz 4 die weltberühmte L’Auberge de l’Ill in Illhaeusern im Elsass und Platz 5 das Restaurante Martin Berasategui im spanischen Lasarte-Oria (das die letzten beiden Jahre auf Platz 1 stand). Heston Blumenthals The Fat Duck in Bray (Berkshire) nimmt in diesem Jahr Rang 12 ein.

The Black Swan
Oldstead

York, North Yorkshire
YO61 4BL

 

 

 

 

Published in: on 19. Oktober 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Stompie – Der russische Panzer am Londoner Mandela Way

Die Old Kent Road (A2) führt in südöstlicher Richtung aus London heraus. Ich bin sie früher häufig gefahren, um zur inzwischen eingestellten Fähre von Sheerness auf der Isle of Sheppey nach Vlissingen zu fahren. Besonders schön ist diese lange Straße nicht, gesichtslose Wohnhäuser, Supermärkte, Schnellimbisse und Tankstellen reihen sich hier aneinander. Schräg gegenüber von einem Lidl-Markt zweigt der Mandela Way ab und gleich auf der linken Seite finden wir ein unbebautes, verwahrlostes und unkrautüberwuchertes Grundstück, auf dem ein Panzer steht, ein russischer T-34, um genau zu sein. Wie kommt diese militärische Kampfmaschine in die Straße, die nach dem südafrikanischen Freiheitskämpfer benannt ist?

Der T-34, der von den Bewohnern der Umgebung liebevoll Stompie genannt wird, war einer der am meisten gebauten Panzer der sowjetischen Armee, die im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden. Stompie vom Mandela Way diente 1968 beim sogenannten Prager Frühling dazu, den Aufstand dort niederzuwalzen. Nachdem Stompie in den Ruhestand versetzt worden war, transportierte man ihn viele Jahre später nach England, wo er 1995 bei den Dreharbeiten zu Richard Loncraines Film „Richard III“ verwendet wurde. Der Regisseur versetzte die Handlung des Shakespeare-Dramas in ein faschistisches England in den 1930er Jahren.
Nachdem der Panzer auch diese Arbeit bewältigt hatte, stand er eigentlich nur noch nutzlos herum, bis ihn ein englischer Bauunternehmer entdeckte und für £7000 kaufte. Der Mann wollte am Mandela Way ein Apartmenthaus bauen, was aber die Stadtverwaltung von Southwark ablehnte. Daraufhin stellte er bei der Verwaltung den Antrag, auf seinem Grundstück einen „tank“ zu installieren. Die Behörde ging davon aus, dass der Unternehmer damit einen „septic tank„, also eine Klärgrube, meinte und genehmigte den Antrag. Aber „tank“ bedeutet im Englischen auch „Panzer“, und so stellte der Bauunternehmer seinen „tank“ Stompie dort auf und freute sich diebisch über die gelungene Rache. Der Southwark Council gab klein bei und ließ das militärische Gerät stehen, dessen Rohr exakt in Richtung Stadtverwaltung ausgerichtet ist. Stompie wird immer wieder grellbunt angemalt und häufig mit Graffiti versehen. Die Bewohner vom Mandela Way haben sich längst an den Anblick des Panzers gewöhnt und würden ihn wahrscheinlich vermissen, sollte er einmal von dort wegtransportiert werden.

Über öffentlich aufgestellte Panzer in England berichtete ich in meinem Blog schon mehrfach, wie über den in Lincoln, in Ashford (Kent) und in Torcross (Devon).

Author: Wesako
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Das Rohr des Panzers steht in Richtung Southwark Council.
Author: Simon
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Published in: on 18. Oktober 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Rumsey’s Chocolaterie in Thame (Oxfordshire)

With friendly permission of Kate Rumsey.

So weit ich feststellen konnte, wurden mindestens zehn Episoden der TV-Krimiserie „Midsomer Murders“ bzw. „Inspector Barnaby“ in Thame in Oxfordshire gedreht. Die rund 12 000 Einwohner umfassende lebhafte Marktstadt, zwanzig Kilometer östlich von Oxford, in der bis zu seinem Todesjahr 2012 Robin Gibb von den Bee Gees lebte, habe ich in meinem Blog schon mehrfach erwähnt, auch in Zusammenhang mit den Dreharbeiten zu „Midsomer Murders“.

Heute möchte ich näher auf den Schauplatz eingehen, der in Folge 57, „Picture of Innocence“ (dt. „Kameraschüsse“), die Hauptrolle spielt, die Upper High Street in Thame, genauer gesagt die Hausnummer 8. Dieses Haus diente als Madrigal’s Camera Shop, in dem einige ältere Herren einen Fotoclub betrieben und dabei Wert darauf legten, ausschließlich mit Analogkameras zu arbeiten; Digitalkameras waren absolut verpönt. Mehre Male kommt es zu einem Clash zwischen den Analogen unter der Führung von Headley Madrigal und den Digitalen unter Führung des aggressiven Steve Bright.

Die Location Manager von „Midsomer Murders“ fanden das Haus in der Upper High Street von Thame (im Film Luxton Deeping), in dem Rumsey’s Chocolaterie untergebracht ist und verwandelten es für kurze Zeit in den Kameraladen. Die Ursprünge des Schokoladengeschäfts führen bis in das New College von Oxford, wo der jetzige Inhaber Nigel Rumsey in der Küche arbeitete. Dort entdeckte er sein Talent für das Herstellen von feiner Schokolade, und so eröffnete er 2004 sein erstes Geschäft in der High Street von Wendover (Buckinghamshire), das auch heute noch existiert. Dann folgte die Chocolaterie in Thame, wobei man sich in der Gestaltung der Fassade des Ladens inspirieren ließ von Viannes Schokoladengeschäft in dem Film „Chocolat“ (dt. „Chocolat – Ein kleiner Biss genügt“), der nach dem gleichnamigen Roman von Joanne Harris gedreht wurde. So steht es auf den Webseiten von Rumsey’s zu lesen.

Nach Abschluss der Dreharbeiten zu „Picture of Innocence“, als aus Madrigal’s wieder Rumsey’s geworden war, kreierte der Küchenchef in Erinnerung an den populären Detective Chief Inspector Tom Barnaby ein Barnaby Bun.

Übrigens wurde im Jahr 2012 auch eine Episode der Krimiserie „Lewis“ in dem Schokoladengeschäft gedreht. In „Intelligent Design“ (dt. „Forschungsopfer“) wurde daraus Porters Tea Rooms.

In diesem Jahr fanden von Mai bis Oktober geführte Midsomer Tours in Thame statt, die an allen Drehorten, so auch an Rumsey’s Chocolaterie, vorbeiführten. Das Geschäft in der Upper High Street ist täglich (auch sonntags) geöffnet.

Die Upper High Street in Thame.
Photo © Stefan Czapski (cc-by-sa/2.0)

Einige Veränderungen im britischen Währungssystem im Jahr 2017

The Royal Mint in Llantrisant (Wales), wo die britischen Münzen geprägt werden.
Photo © M J Roscoe (cc-by-sa/2.0)

Seit Mitternacht ist sie nicht mehr gültig, die gute alte runde 1-Pfundmünze, und wird jetzt komplett durch die neue zwölfeckige ersetzt. Seit über dreißig Jahren war die alte Münze im Umlauf, seit dem 28. März 2017 kam die neue hinzu, die ab heute die allein gültige ist. Der Grund für den Wechsel: Die bisherige Münze war relativ leicht nachzumachen und man schätzt, dass über 3% gefälscht waren. Wer jetzt noch viele alte Pfundmünzen hat, kann die unproblematisch bei jeder Bank oder Postfiliale umtauschen.
The Royal Mint ist der Meinung, dass die zwölfeckige Münze die sicherste der Welt ist und nicht gefälscht werden kann. Auf der Vorderseite ist das Konterfei der Queen zu sehen, auf der Rückseite die schottische Distel, der walisische Lauch, das nordirische Kleeblatt und die englische Rose. Dieser Film stellt die neue Münze im Detail vor.

Als ich vorletzte Woche in England mit einer Fünf-Pfund-Banknote bezahlen wollte, wurde mir gesagt, dass diese nicht mehr gültig sei. Leider habe ich nicht bekommen, dass die alten Banknoten seit Mai 2017 ihre Gültigkeit verloren haben. Von meiner Englandreise 2016 hatte ich noch einige mit nach Hause genommen, um beim nächsten Mal gleich wieder ein kleines Startkapital zu haben. Am 13. September 2016 wurde die neue Fünf-Pfund-Note in Umlauf gebracht, weil sie erstens fälschungssicherer ist und zweitens statt aus „cotton paper“ aus Polymer besteht, was eine längere Lebensdauer verspricht und umweltfreundlicher ist, da sie später einmal für andere Plastikprodukte recycelt werden kann. Es gibt viel zu sehen auf der neuen Banknote; auf der einen Seite natürlich wieder die Queen mit dem Londoner Elizabeth Tower, auf der anderen Seite Sir Winston Churchill mit seinen berühmten Worten „I have nothing to offer but blood, toil, tears and sweat“, und dem Parlament im Hintergrund. Dieser Film zeigt die neue Fünf-Pfund-Banknote. Natürlich konnte ich meine alten Fiver noch in einer Bank umtauschen.

Auch die neue Zehn-Pfund-Banknote besteht aus Polymer (die alte verliert ihre Gültigkeit im Frühjahr 2018). Anstelle von Charles Darwin ist Jane Austen auf dem neuen Schein zu sehen, deren Todestag sich in diesem Jahr zum zweihundersten Mal jährt. Ihr Porträt wird durch ein Zitat aus ihrem Roman „Pride and Prejudice“ (dt. „Stolz und Voruteil“) ergänzt: „I declare after all there is no enjoyment like reading“. Die neue Banknote ist seit dem 14. September 2017 im Umlauf.

Geplant ist, dass auch die Zwanzig-Pfund-Note ersetzt werden soll, allerdings erst im Jahr 2020.

Die De La Rue Factory in Loughton (Essex), die im Auftrag der Bank of England die Banknoten druckt.
Photo © Glyn Baker (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 16. Oktober 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Faraday Memorial am Londoner Elephant & Castle

Das Faraday Memorial am Elephant and Castle.
Photo © Robin Stott (cc-by-sa/2.0)

Ich bin nicht sicher, ob sich der englische Wissenschaftler Michael Faraday (1791-1867), der sich vor allem durch seine Untersuchungen zur Elektrizität einen Namen gemacht hat, über die Gedenkstätte, die ihm zu Ehren am Londoner Elephant & Castle errichtet wurde, wirklich gefreut hätte.  Inmitten des großen Kreisverkehrs hat man 1961 ein von dem Architekten Rodney Gordon im brutalistischen Stil konzipiertes Denkmal gesetzt, das auf den ersten Blick nicht darauf hindeutet, dass es Michael Faraday gewidmet ist. Der Standort Elephant & Castle im Londoner Stadtteil Southwark wurde gewählt, weil der Naturforscher ganz in der Nähe, in Newington Butts, das Licht der Welt erblickte.
Der Denkmalkoloss beinhaltet ein Umspannwerk, das den U-Bahnlinien Northern Line und Bakerloo zur Stromversorgung dient, hier zumindest ist eine Beziehung zu Michael Faraday gegeben.
1996 erhielt das Memorial ein neues Beleuchtungssystem, das sich ein junges Mädchen anlässlich eines Wettbewerbs der BBC ausgedacht hatte. Nachdem dieses System seit längerer Zeit ausgefallen war, bekam Faradays Gedenkstätte 2012 eine im Discostil gehaltene Beleuchtung, die jeden Abend bei Dunkelheit eingeschaltet wird.

Wem dieses Bauwerk nicht gefällt, der ist sicher mit dem konservativen Denkmal Michael Faradays vor dem Institution of Engineering and Technology am Savoy Place, nahe des Themse Embankments, eher einverstanden. Der irische Bildhauer John Henry Foley, Mitglied der Royal Academy, zeichnete dafür verantwortlich.

Einige Plaketten in London erinnern an den Forscher, so zum Beispiel an der Hauswand der Blandford Street Nummer 48 in Marylebone mit der Inschrift „Michael Faraday Man of Science Apprentice Here„, und am Eingang zur Walworth Road Sexual Health Clinic an der Larcom Street. Die Inschrift lautet: „Michael Faraday 1791 – 1867 Scientific genius and discoverer of electromagnetism„.

Michael Faraday am Savoy Place.
Photo © Chris Talbot (cc-by-sa/2.0)

Die Plakette an der Walworth Clinic.
Photo © Robin Stott (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 15. Oktober 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Berkhamsted in Hertfordshire und der Romanautor Graham Greene

Berkhamsted High Street.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

Kürzlich war ich wieder einmal in Berkhamsted, einem recht lebhaften Städtchen in Hertfordshire, gleich hinter der „Grenze“ zu Buckinghamshire. Auf der High Street, die sich quer durch den Ort zieht, herrschte starker Verkehr mit den üblichen Parkplatzproblemen.

Berkhamsted berühmtester Sohn war Graham Greene (1904-1991). Er gehört zu den großen britischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts, dessen Werke auch in Deutschland bekannt waren bzw. sind. Zu seinen größten Erfolgen zählen die Romane „The Third Man“ (dt. „Der dritte Mann“), „Brighton Rock“ (dt. „Am Abgrund des Lebens“) oder „The Human Factor“ (dt. „Der menschliche Faktor“). Viele seiner Romane wurden auch verfilmt, zuletzt „Brighton Rock„.

Geboren wurde Graham Greene am 2. Oktober 1904 in Berkhamsted im Westen der Grafschaft Hertfordshire, wo sein Vater Schulleiter war und wo Graham auch zur Schule ging. Einer seiner Vorfahren, Benjamin Greene, gründete übrigens die Greene King Brewery, die noch heute in Bury St Edmunds (Suffolk) Bier braut.

Die Stadt Berkhamsted hält die Erinnerung an Graham Greene auch heute noch wach, indem hier jährlich das Graham Greene International Festival veranstaltet wird. Organisiert wird das Festival, das gerade erst vom 21. bis zum 24. September stattfand, vom Graham Greene Birthplace Trust, der sich die Aufgabe gestellt hat, das Studium der Werke Greenes zu fördern. Gesponsert wurde das Festival natürlich von der…. Greene King Brauerei.

Das Programm des diesjährigen Festivals war vollgepackt mit Workshops, Vorträgen (z.B. „Guy Burgess, Soviet Spy, and Graham Greene“ oder “ ‘Vivat Bristowa‘: Graham Greene, Berkhamsted and the unfinished novel“) und Filmvorführungen. Das Festival endete wie immer mit einem Farewell Lunch am Sonntagmittag.
Wer sich für den Romanautor interessiert, für den gibt es einen Spaziergang durch den Ort auf seinen Spuren. Hier kann man den Graham Greene Trail herunterladen.

Berkhamsted ist übrigens auch der Geburtsort von Sarah Brightman, die hier am 14. August 1960 zur Welt kam und die u.a. durch das Duett mit Andrea Boccelli  „Time to Say Goodbye“ in der ganzen Welt berühmt wurde.

Hier ist eine Film über Berkhamsted zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Scott Hastie: Berkhamsted – An Illustrated Guide. Alpine Press 1999. 176 Seiten. ISBN 978-0952863113.

Graham Greenes Geburtshaus in Berkhamsted mit blauer Plakette.
Author: Wikidwitch.
This file is made available under the Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication.

 

In dieser Kapelle wurde Graham Greene 1904 getauft.
Photo © Nigel Cox (cc-by-sa/2.0)

The Great British High Street Awards – Welche Stadt hat die beste Einkaufsstraße?

Blackburns Town Hall.
This work has been released into the public domain.

Bevor demnächst die Great British High Street Awards für das Jahr 2017 vergeben werden, möchte ich noch einmal eine kurze Übersicht über die Sieger des Jahres 2016 geben. Vergeben werden die Auszeichnungen an Städte, deren High Streets noch „gesund“ sind und nicht nur von Kettengeschäften und Charity Shops beherrscht sind. Über 500 000 Stimmen wurden abgegeben und 27 Jurymitglieder machten sich auf den Weg, um sich selbst ein Bild von den für die Preise vorgeschlagenen High Streets zu machen.

Der Gesamtsieger 2016 und Sieger in der Kategorie „Town Centre“ war die High Street von Blackburn in Lancashire. Die Stadt hat über 100 000 Einwohner, wovon der muslimische Bevölkerungsanteil 25% beträgt, ein Rekordwert in Großbritannien. Dieser Film stellt die Bemühungen Blackburns vor, das beste Stadtzentrum des Landes zu werden.

In der Kategorie „City Location“ ging der Preis an das Cathedral Quarter von Derby in Derbyshire, in dem sich mehr als 450 Geschäfte der unterschiedlichsten Art angesiedelt haben. Dieser Film gibt einen Überblick über das, was das Viertel rund um die Kathedrale zu bieten hat.

Pateley Bridge in North Yorkshire erhielt die Auszeichnung in der Kategorie „Village„. „With its great community spirit, social media campaign and a commitment to supporting local retailers, Pateley Bridge delighted our judges“, heißt es in der Urteilsbegründung der Jury. Hier ist ein Blick auf die High Street während der Nidderdale Show.

Hebden Bridge in West Yorkshire war erfolgreich in der Kategorie „Small Market Town“ und erhielt 40 000 Stimmen, soviel wie noch keine andere Stadt jemals bekommen hat. Damit erhielt die kleine Stadt zusärtlich noch den People’s Choice Award.

Derbys Cathedral Quarter.
Photo © David Hallam-Jones (cc-by-sa/2.0)

Pateley Bridge High Street.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Die Market Street in Hebden Bridge.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

 

Roche Rock und The Hermit’s Chapel in Cornwall

Gleich außerhalb des kleinen Dorfes Roche in Cornwall an der B3274 ist eine ungewöhnliche Felsformation zu finden, die von einer verfallenen Kapelle gekrönt wird und von Legenden umwoben ist. Vor vielen Jahrhunderten wohnten oben auf dem Roche Rock  nacheinander einige Einsiedler, darunter auch Ogrin, der dort dem Liebespaar Tristan und Isolde Unterschlupf gewährt haben soll, da diese auf der Flucht vor dem Zorn von Tristans Onkel und Isoldes Ehemann König Marke waren.

Später, im 15. Jahrhundert, wurde auf den Resten der Einsiedelei die Kapelle erbaut, die noch heute zu sehen ist und die dem Heiligen Michael gewidmet wurde. Der berühmt-berüchtigte Jan Tregeagle soll im 17. Jahrhundert in der Kapelle Zuflucht gefunden haben, nachdem er seine Frau ermordet und mit dem Teufel einen Pakt abgeschlossen hatte.

Wer den Horrorfilm „Omen III: The Final Conflict“ (dt. „Barbaras Baby – Omen III“) gesehen hat, erinnert sich vielleicht noch an die Szenen, in denen Bruder Matteus zu Tode kommt; diese wurden hier am Roche Rock gedreht.

Der unheimliche Felsen Roche Rock ist natürlich auch „haunted“ und zwar will man in stürmischen Nächten die markerschütternden Schreie des Jan Tregeagle gehört haben.

Dieser Film vermittelt einen Eindruck vom Felsen und den Ruinen der Kapelle, die nur über steile Leitern zu erreichen ist.

 

 

Published in: on 12. Oktober 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Arbor Tree Festival von Aston on Clun in Shropshire

Inmitten des kleinen Dorfes Aston on Clun im südlichen Shropshire, das an der B4368 liegt, steht eine Schwarzpappel, an der man wohl ohne sie eines Blickes zu würdigen vorbeiführe, wenn sie nicht dadurch Aufmerksamkeit errgen würde, dass viele Fahnen aus ihr herausragen. Dieser sogenannte Arbor Tree (manchmal auch Bride’s Tree) steht einmal im Jahr im Mittelpunkt der dörflichen Festivitäten, wenn er am letzten Sonntag im Mai mit neuen Fahnen dekoriert und die alten vom Vorjahr abgenommen werden.

Die Schwarzpappel, die wir heute hier an dieser Stelle sehen, ist ein Ableger des Vorgängers, der dreihundert Jahre lang in Aston on Clun gewachsen ist und am 2. September 1995 bei einem Sturm in sich zusammenbrach. Die Bewohner des Ortes wollten ihren Brauch des „tree dressing“ auf keinen Fall aufgeben, daher pflanzte man eine neue Pappel an.

Alles begann am 29. Mai 1786, als der örtliche Gutsherr John Marston seine Braut Mary Carter heiratete. Es war gleichzeitig auch Arbor Day, an dem man Bäume pflanzte bzw sie dekorierte, und es heißt, dass die Braut von der mit Fahnen verzierten Schwarzpappel so begeistert war, dass die Familie Geld spendete, damit der Baum jedes Jahr erneut auf diese Weise geschmückt werden konnte.

Aston on Clun feiert also am letzten Maisonntag immer noch den Arbor Day, und dazu gehört neben dem Fahnenwechsel auch stets eine Hochzeitsgesellschaft, die vorwiegend von Kindern dargestellt wird und an die Marston/Carter-Hochzeit erinnert. Gesungen wird ein speziell für den Anlass geschriebenes Lied, der „Arbor Tree Song„, der in diesem Film über das Arbor Tree Festival auch zu hören ist.

Published in: on 11. Oktober 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Missenden Abbey in Great Missenden (Buckinghamshire)

Eigenes Foto.

Great Missenden an der A413 Amersham-Aylesbury in Buckinghamshire ist ein lebhaftes Städtchen mit den üblichen Parkplatzproblemen, doch wenn man über die Link Road in den Ort fährt, findet man gleich auf der rechten Seite einen großen Pay & Display Parkplatz, von wo aus man in zwei Minuten in der High Street ist. Dort steht etwa in der Mitte das Roald Dahl Museum and Story Centre, über dessen Eingang in großen Lettern die Worte „It is Swizzfigglingly Flushbunking Gloryumptious“ zu lesen sind. Ein Paradies für Kinder, über das ich in meinem Blog schon einmal geschrieben habe.
An genau dieser Stelle fanden auch die Dreharbeiten zu Inspector Barnabys Episode 26 „Painted in Blood„(dt. „Der Tod malt mit“) statt, da spielte The Shires Bank eine wichtige Rolle, in deren Tresorraum eine riesige Geldmenge gelagert war.
Geht man die High Street weiter in Richtung London Road hinunter, die zum The Nag’s Head führt, liegt auf der linken Seite der Eingang zur Missenden Abbey, einem sehr ansehnlichen Gebäude, das etwas von der Straße zurückliegt.
Eine Abtei ist hier nicht mehr zu finden, denn die wurde schon 1538 aufgelöst. Ein neues Haus wurde damals an dieser Stelle errichtet und Teile der ehemaligen Abtei mit in das Gebäude integriert. Der Name, „Missenden Abbey“, wurde übernommen. Nach mehreren Umgestaltungen im Laufe der Jahrhunderte, zuletzt im sogenannten Regency Gothic-Stil, brannte die Abbey 1985 ab und wurde komplett neu errichtet, so wie wir sie heute sehen.

Missenden Abbey wird als Konferenzzentrum verwendet, mit Übernachtungsmöglichkeit, Hochzeitspaare können das ganze Haus für ihre Feier mieten und es werden Kurse der Buckinghamshire New University, der das Haus gehört, abgehalten. Wer möchte, kann auch gern in der Abbey einen Afternoon Tea zu sich nehmen. Begeistert war ich von der riesigen Libanonzeder im Garten der Missenden Abbey (im Foto oben rechts zu sehen).

Hier ist ein Film über das Konferenzzentrum.

Es heißt, Missenden Abbey wäre „haunted“, und zwar soll einer der Mönche, die hier früher einen sehr üppigen Lebensstil pflegten, der nicht immer im Einklang mit ihrem Gelübde stand, die Park- und Gartenanlagen heimsuchen. The Black Monk wurde sogar schon mehrfach, sowohl tagsüber als auch nachts, in der High Street gesichtet.

Photo © Peter (cc-by-sa/2.0)

 

 

 

Hughenden Manor bei High Wycombe in Buckinghamshire

Eigenes Foto.

In meiner Serie „Famous Graves“ schrieb ich in meinem Blog schon einmal über das Hughenden Manor in Zusammenhang mit Benjamin Disraelis Grab. Vor einigen Tagen besuchte ich das Manor House und hier sind meine Eindrücke davon.

Ich wählte die Zufahrt über die West Wycombe Road/Hughenden Road von High Wycombe aus. Zuerst kommt man zur Kirche St Michael and All Angels, wo die Grabstätte Disraelis, seiner Frau und seiner Mäzenin Sarah Brydges Willyams zu finden ist, die alle friedlich nebeneinander liegen. Dann fährt man weiter den Hügel hinauf, kommt am National Trust-Häuschen vorbei und fährt weiter hinauf zu einem großen Parkplatz, von wo aus man den ganzen Weg zum NT-Häuschen wieder hinuntergehen muss. Das ist nichts für Leute mit Gehschwierigkeiten, aber für die steht ein kleiner Shuttlebus zur Verfügung. Nachdem man beim National Trust seine Eintrittsgebühren bezahlt hat (£10.90), kann sich der Besucher dann auf den Weg zum Manor machen, wo wir sehr freundlich empfangen und darauf hingewiesen wurden, dass am Nachmittag mehrere „Talks“ stattfinden würden, 15minütige Kurzvorträge über diverse Themen wie Disraelis Leben und die Rolle, die Hughenden Manor im Zweiten Weltkrieg spielte.

Benjamin Disraeli, der erste Earl of Beaconsfield, lebte von 1804 bis 1881 und war zweimal Ministerpräsident und dreimal Finanzminister, spielte also in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle im politischen Leben seines Landes.  1848 erwarb er Hughenden Manor, und er ließ das Ende des 18. Jahrhunderts gebaute Haus durch den Architekten Edward Buckton Lamb, der bereits mehrere Kirchen im Land entworfen hatte, nach seinen Vorstellungen umstrukturieren und wohnte hier bis zu seinem Tod am 19. April 1881.

Mich interessierte Benjamin Disraeli mehr als die geheimen Operationen, die unter dem Decknamen Operation Hillside im Zweiten Weltkrieg hier stattfanden und die im Kellergeschoss sehr ausführlich dokumentiert werden.

Auf dem Weg durch das Manor House (den man auf eigene Faust vornehmen kann) kommt man durch die Räumlichkeiten, in denen der Poiltiker viele Jahre seines Lebens zugebracht hat wie die Bibliothek und sein Arbeitszimmer mit überquellendem Papierkorb (irgendwo im Raum ertönte die Stimme Disraelis). Alles ist sehr gemütlich eingerichtet und erweckt, den Eindruck, als ob der Hausherr jeden Moment erscheinen könnte. Sein Leben ist ausreichend mit Schaubildern dokumentiert.

Ich liebe diese englischen Herrenhäuser, ihren speziellen Geruch, ihre Atmosphäre!

Es gibt auch einen Shop, den ich allerdings nicht aufsuchte. Nach dem Besuch muss man sich wieder auf den recht steilen Aufstieg zum Parkplatz machen, dabei kommt man im Wald an allerlei Holzschnitzereien vorbei, wobei mir ein Flugzeug besonders gut gefiel (siehe das Foto unten).

Hughenden Manor ist ganzjährig ab 11 Uhr geöffnet und schließt um 17 Uhr (im Winterhalbjahr früher). Hier ist ein Film über das Manor House.

Hughenden Manor
Valley Rd
High Wycombe HP14 4LA

St Michael and All Angels.
Eigenes Foto.

The Library.
Eigenes Foto.

Das Arbeitszimmer.
Eigenes Foto.

Ein Kaminzimmer.
Eigenes Foto.

Das Holzflugzeug im Wald auf dem Weg zum Parkplatz.
Eigenes Foto.

 

 

Published in: on 9. Oktober 2017 at 02:00  Comments (1)  
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The London Sewing Machine Museum

„Wimbledon Sewing Machine Co. Ltd New & Used Industrial Machines – Retail , Trade & Export Domestic & Industrial Spares & Repairs“, so steht es an dem unscheinbaren Firmengebäude an der Balham High Road im Londoner Stadtteil Tooting Bec. Dort im ersten Stock ist eines der größten Nähmaschinenmuseen weltweit untergebracht: The London Sewing Machine Museum. Rund 600 Exemplare hat Firmenchef Ray Rushton in einem Zeitraum von fünfzig Jahren zusammengetragen und da befinden sich einige außergewöhnliche Raritäten darunter wie:

Barthelemy Thimonnier (1793-1857) war der erste Fabrikant von Nähmaschinen, und eine der ersten je hergestellten Exemplare kann man in dem Museum bestaunen. Wert der Maschine: Rund £50 000.

Einen Wert von £25 000 hat die Nähmaschine, die die älteste Tochter Queen Victorias, Victoria Adelaide Mary Louisa, zur Hochzeit geschenkt bekam, als sie 1858 Friedrich Wilhelm Nikolaus Karl von Preußen heiratete. Ob die Dame die Maschine auch wirklich nutzte, ist mir nicht bekannt, aber eine ihrer ergebendsten Angestellten, eine Mrs Wakelin, tat das, und sie erhielt die Nähmaschine als Geschenk, als sie sich in den Ruhestand zurückzog. Jetzt ist dieses Exemplar an der Balham Road zu besichtigen.

Die erste Nähmaschine aus dem Hause Singer ist ebenfalls im Museum ausgestellt (siehe dazu meinen Blogeintrag über die Familie Singer in Zusammenhang mit dem Oldway Mansion in Devon).

The London Sewing Machine Museum ist nur einmal im Monat für drei Stunden geöffnet und zwar jeden ersten Samstag von 14 Uhr bis 17 Uhr.

The London Sewing Machine Museum
308 Balham High Road
London SW17 7AA

 

 

Published in: on 8. Oktober 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Bob, der Neufundländer, der in einem Gemälde von Sir Edwin Landseer verewigt wurde

This is a faithful photographic reproduction of a two-dimensional, public domain work of art.

Bob war ein Neufundländer und ein ganz erstaunlicher Hund. In den 1830er Jahren geriet das Schiff, in dem Bob an Bord war, vor der englischen Küste in Seenot und kenterte. Der Hund überlebte das Unglück und rettete auch noch zwei Passagiere. Von da ab kann man sagen, dass für Bob das Retten von Menschen zu seinem Lebensinhalt geworden ist, denn in einer Zeitspanne von dreizehn Jahren rettete der Neufundländer sage und schreibe 23 Menschen vor dem Ertrinken. Er hielt sich in dieser Zeit immer im Londoner Raum auf und war geradezu ein Strandwächer auf vier Pfoten. Als Dank für diese Leistung wurde Bob in die Royal Humane Society aufgenommen, das ist eine 1774 gegündete Lebensrettungsgesellschaft. Er erhielt eine Medaille und, was ihn sicher noch mehr gefreut hat, eine tägliche Mahlzeit bis ans Ende seines Lebens.

Der englische Tiermaler und Bildhauer Sir Edwin Landseer (1802-1873), dem wir die Löwen auf dem Londoner Trafalgar Square zu verdanken haben, hörte von dieser anrührenden Geschichte und wollte unbedingt ein Gemälde von Bob anfertigen, doch der Hund war wie vom Erdboden verschwunden; niemand wusste, wo er sich aufhielt und ob er überhaupt noch lebte. So leiht sich Sir Edwin einen anderen Neufundländer namens Paul und bringt ihn in sein Atelier. Dort setzt er ihn auf einen Tisch und beginnt zu malen. Aus dem Tisch wird eine Ufermauer, im Hintergrund ist ein wolkenverhangener Himmel über dem Meer zu sehen, Seemöwen ziehen ihre Kreise. Großartig gelungen ist das Porträt des Hundes, der aussieht, als könnte er jeden Moment aufstehen und aus dem Bilderrahmen steigen. „A Distinguished Member of the Humane Society“ nannte Sir Edwin Landseer sein Bild, das 1838 ausgestellt wurde, und das die Beliebtheit von Neufundländern in England gewaltig steigerte. Das Gemälde ist 111.8 × 143.5 cm groß und hängt heute in dem Londoner Kunstmuseum Tate Britain.

Published in: on 7. Oktober 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Allerton Castle in North Yorkshire

Es ist schon viele Jahre her, als ich mich häufig in North Yorkshire aufhielt, da fiel mir immer wieder ein seltsam düsteres burgartiges Gebäude an der A59 auf, die von York nach Harrogate führt. Dort, wo sich die A59 mit der A168 kreuzt, liegt der Ort Allerton Mauleverer mit dem Allerton Castle. Als ich mir viele Jahre später den Spielfilm „The Secret Garden“ (dt. „Der geheime Garten“) ansah, erkannte ich das Gebäude wieder, das für die Außenaufnahmen des Films ausgewählt wurde und eine ähnliche düstere Atmosphäre ausstrahlte (ich berichtete in meinem Blog über den Spielfilm).

Allerton Castle wurde in seiner jetzigen Form Mitte des 19. Jahrhunderts im neugotischen Stil erbaut. Die Stourton Familie lebte in der Burg bis 1983. Der neue Besitzer war ein reicher amerikanischer Geschäftsmann namens Dr Gerald Rolph, der das total heruntergekommene und vom Abriss bedrohte Gebäude übernahm und sehr viel Geld hineinsteckte, um es wieder in vollem Glanz erstrahlen zu lassen. Aus allen Teilen der Welt holte Dr Rolph die erlesensten Antiquitäten zusammen, um damit im Allerton Castle die Räume zu füllen. Im Jahr 2005 erlitten die Renovierungsarbeiten einen Rückschlag, als ein Feuer mehrere Räume zerstörte, doch der Amerikaner ließ sich davon nicht beirren und kaufte weitere Einrichtungsgegenstände, um die betroffenen Räume wiederherzustellen.

Dr Rolphs investiertes Geld war gut angelegt; heute heißt es auf der Homepage von Allerton Castle „Welcome to England’s most elegant and illustrious gothic revival stately home“. Vor exakt einem Jahr wurde das Haus der Gerald Arthur Rolph Foundation for Historic Preservation and Education übergeben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es ist von Ostermontag bis Ende Oktober jeweils Mittwochnachmittag geöffnet, ebenfalls an den Bank Holiday Montagen. Allerton Castle steht für Hochzeiten und Veranstaltungen und Filmproduktionen zur Verfügung. Neben dem bereits erwähnten „The Secret Garden“ diente das Haus auch als Drehort für Fernsehserien wie „Room at the Bottom“, „Lost in Austen“ und „Victoria“.

Allerton Castle
Allerton Mauleverer
North Yorkshire, HG5 0SE

Photo © Chris (cc-by-sa/2.0)

Meine Lieblings-Pubs – The Ferry Inn bei Stone in Oxney (Kent)

Eigenes Foto.

Wenn man an einem schönen sonnigen Sonntagmittag in der englischen „countryside“ einen Pub ansteuert, kann man fast sicher sein, dass dessen Parkplatz sehr gut gefüllt ist. Am Sonntag, dem 24. September, einem wunderschönen warmen Spätsommer- bzw. Frühherbsttag, fand ich den Parkplatz des Ferry Inns bei Stone in Oxney gegen 13 Uhr ebenfalls rappelvoll und nur mit Mühe konnte ich mein Auto an den Rand quetschen, ohne die Ausfahrt einen anderen Fahrzeugs zu blockieren. Der Biergarten vor dem Gasthof war gut besetzt und jeder schien die Sonne zu genießen.

Erst einmal, wo liegt der Ferry Inn genau? Den Pub findet man einsam gelegen an der Appledore Road, nördlich des Dörfchens Stone in Oxney, etwa auf halbem Weg zwischen New Romney und Tenterden, also ganz im Süden der Grafschaft Kent. Das Gebäude wurde 1690 erbaut und liegt am River Rother, einem kleinen Bach, der früher einmal sehr viel größer war und von einer Fähre überquert wurde.

Ich probierte das Oxney Ale, das von der Westerham Brewing Company in Edenbridge (Kent) speziell für den Pub gebraut wird. Es gibt eine „Dining Area“ mit einer kleinen aber feinen Speisenkarte. The Ferry Inn hat im Good Pub Guide 2017 hat eine Haupteintragung („worth a visit“).

The Ferry Inn
Appledore Road
Stone-in-Oxney TN30 7JY,

Published in: on 5. Oktober 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Self Service Checkouts in englischen Supermärkten

Ein Tesco Superstore (allerdings nicht der in Amersham, sondern einer in Hereford).
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

Letzte Woche musste ich wieder einmal feststellen, dass englische Supermärkte in vielen Dingen den deutschen überlegen sind. Das beginnt bei den Öffnungszeiten und den Serviceangeboten und setzt sich bei den technischen Einrichtungen fort. Ich weilte erneut für einige Tage in Amersham in Buckinghamshire. In der Old Town an der London Road West steht der Tesco Superstore, der ganz erstaunliche Öffnungszeiten hat, wenn man bedenkt, dass lediglich 15 000 Menschen hier wohnen. An den meisten Tagen der Woche hat der riesige Supermarkt rund um die Uhr geöffnet, nur samstags schließt er „schon“ um 24 Uhr. Auch sonntags ist er von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

Zu den Serviceleistungen gehören eine Apotheke, die jeden Tag von 8 Uhr bis 20 Uhr mit Fachpersonal besetzt ist, ein Travel Money Bureau, in dem man Geld in andere Währungen umtauschen kann, Grocery Collection (man bestellt seine Waren online und kann sie fix und fertig eingepackt am Store abholen), und die angeschlossene Tankstelle mit Autowäsche ist auch rund um die Uhr geöffnet.

In England eine Selbstverständlichkeit sind die Self Service Checkouts. Wer die Kassen, an denen noch „richtige Menschen“ sitzen, nicht in Anspruch nehmen möchte, ist sein eigener Kassierer; dafür stehen viele Terminals zur Verfügung, an denen man seine gekauften Waren einscannt und schließlich entweder bar oder mit Karte bezahlt. Dass es dabei nicht immer rund läuft, zeigt dieser Film.

Bequemer ist das Angebot von Tesco namens Scan As You Shop. Am Eingang nimmt man sich ein Lesegerät, stellt die mitgebrachten eigenen Einkaufstaschen in den Einkaufswagen und scannt mit dem Lesegerät den Barcode der ausgesuchten Waren ein, auf dessen Display man jederzeit die bisherige Zwischensumme sehen kann. Dann wird die Ware in die Einkaufstasche gelegt. Wenn man alles zusammen hat, geht man zu einem der Checkouts, scannt dessen Barcode ein und bezahlt, was in der Regel per Karte vorgenommen wird. Man braucht am Ende des Einkaufs also nicht mehr alles auspacken, aufs Band legen und anschließend wieder einpacken. Eine, wie ich finde, gute Lösung, um beim Einkaufen Zeit zu sparen. Dieser Film zeigt den Ablauf noch einmal detailliert.

Natürlich gibt es im Tesco Amersham Superstore überall kostenloses WLAN.

Die englische Firma Imperial Cars bietet sogar den Self Service Checkout beim Autokauf an wie in diesem Film zu sehen.

 

Published in: on 4. Oktober 2017 at 02:00  Comments (3)  
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The Chiltern Brewery in South Buckinghamshire

Eigenes Foto

Letzte Woche schaute ich einmal bei der Chiltern Brewery vorbei, die südöstlich von Aylesbury an der B4009 (an der wie Perlen auf einer Kette aneinandergereiht viele „Inspector Barnaby“-Drehorte zu finden sind) in South Buckinghamshire liegt. Die Brauerei gehört zu dem kleinen Ort Terrick und sie hat in der letzten Zeit jede Menge Preise gewonnen. Im Brewery Shop traf ich auf einen sehr freundlichen und auskunftsfreudigen Herren, der mir alle Biere genau erklärte und sie mir auch zum Probieren gab. Da sind drei Draught Ales, die ganzjährig angeboten werden: Chiltern Pale Ale, Beechwood Bitter und Chiltern Black. Darüberhinaus werden jeden Monat zwei Saison-Biere gebraut, jetzt im September waren das Kop Hill Ale und Copper Beech. Man experimentiert in der Chiltern Brewery auch vorsichtig mit eher ausgefallenen Zusammensetzungen wie Earl Grey IPA, Coffee Porter und Oatmeal Stout (mit denen ich nicht so viel anfangen kann). Unter den ganzjährig erhältlichen Flaschenbieren gibt es einige glutenfreie Sorten wie Battle of Britain Pale Ale (vom Verkauf jeder Flasche geht ein Teil des Erlöses an den Wohltätigkeitsfond der nahegelegenen RAF Halton) und Monument Gold Pale Ale.

Die Chiltern Brewery gehört keinem Konzern an und wird von den Brüdern George und Tom Jenkinson geleitet. 1980 war das Gründungsjahr der Brauerei. Bei den Great Taste Awards („‘Oscars’ of the food world and the ‘epicurean equivalent of the Booker prize“) 2017 bekam Bodger’s Barley Wine (ein Bier!) drei Sterne verliehen, also die höchste Auszeichnung. Dutzende von Preisen konnten die Biere aus den Chiltern Hills schon einheimsen.

In dem hübschen Brewery Shop gibt es auch noch anderen Dinge als nur Bier zu kaufen wie Produkte aus der Region, Cider aus Somerset, englischen Whisky usw. usw. Ich kann einen Besuch hier sehr empfehlen.

Brauereibesichtigungen finden jeden Samstagnachmittag, manchmal auch Freitagnachmittag, jeweils um 14 Uhr statt. Hier ist schon einmal ein Film über die Brewery zu sehen.

Siehe auch einen früheren Blogeintrag über das Spezialbier, das anlässlich der Geburt des kleinen neuen Prinzen George Alexander Louis Windsor hier gebraut wurde.

The Chiltern Brewery
Nash Lee Road
Terrick
Aylesbury
Buckinghamshire
HP17 0TQ

Eigenes Foto.

Published in: on 3. Oktober 2017 at 02:00  Comments (2)  
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Józef Stawinoga – Der Eremit von Wolverhampton

Hier auf dem Mittelstreifen der Ring Road St John’s in Wolverhampton wohnte Fred der Eremit.
Photo © Roger Kidd (cc-by-sa/2.0)

Es gibt wirklich sehr traurige Schicksale – so auch das von Józef Stawinoga,  der 40 Jahre lang als Eremit in einem kleinen Zelt an der inneren Ring Road von Wolverhampton (West Midlands) lebte. Am 28. Oktober 2007 starb er im Alter von fast 87 Jahren.

Stawinoga war Pole und emigrierte in den 40er Jahren nach England. Er heiratete 1952 in Wolverhampton, doch seine Frau verließ ihn nach einem Jahr. Ob es diese Trennung war oder ihn Kriegsereignisse mental so stark mitgenommen hatten, weiß man nicht genau. Eines Tages blieb er von seiner Arbeitsstelle weg, kehrte dort nie wieder zurück und führte das Leben eines Obdachlosen. Die Stadtverwaltung duldete es, dass er in einem Zelt lebte; er fiel nie negativ auf, im Gegenteil, man sah ihn häufig wie er die Straße und den Grünstreifen der Ring Road St John’s fegte.
Stawinoga, oder Fred wie er von vielen genannt wurde, wurde von der lokalen Gemeinde der Hindus und Sikhs als heiliger Mann angesehen. Manche aus der Bevölkerung brachten ihm kleine Geschenke oder versorgten ihn mit heißem Tee.

Ein Jahr nach seinem Tod stellte sich heraus, dass Fred auf seinem Konto hunderttausende von Pfund besass, die er nie angerührt hatte. Eine Erbenermittlerfirma fand heraus, wer in den Genuss der „Ersparnisse“ kam, drei Wiener, die sich das Geld teilen konnten.

Hier ist ein Film über Józef Stawinoga und hier ein Song über ihn.

Über Wolverhampton habe ich in meinem Blog bisher nur einmal geschrieben, in Zusammenhang mit dem Pub The Billy Wright.

Published in: on 2. Oktober 2017 at 02:00  Comments (3)  
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Zwei Morde im Londoner 5* Savoy Hotel

Für Hotelbetreiber ist es immer eine Horrorvorstellung, wenn jemand in ihren Zimmern stirbt. Wie bringe ich die Leiche weg, ohne dass die anderen Hotelgäste etwas davon mitbekommen? Noch schlimmer ist es, wenn dort ein Mord passiert und die Polizei präsent ist.
Das Londoner 5*-Hotel Savoy am Strand hat zweimal diese Erfahrung machen müssen: 1923 und 1980.

Am 1. Juli 1923 stiegen der ägyptische Prinz Ali Kamel Fahmy Bey und seine französische Frau Marguerite Marie Alibert in dem Luxushotel ab, um einige Tage Urlaub in der britischen Hauptstadt zu machen. Madame war ein Luxusweibchen, das zahllose Affären mit reichen Männern gehabt hatte, u.a. auch mit Edward, Prince of Wales. Sie war es gewohnt, sehr viel Geld auszugeben, gern auch für Juwelen, und das wurde sogar ihrem steinreichen Mann zuviel, der ihr in London verbot, die dortigen Juweliere aufzusuchen. Es kam immer wieder zu Streitigkeiten zwischen dem Ägypter und seiner Frau. Schließlich, in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli, als über der Stadt ein schweres Gewitter niederging, eskalierten diese Querelen und die Prinzessin erschoss ihren Gatten in ihrer Suite 41 im vierten Stock des Hotels. Mit drei Schüssen streckte sie ihn nieder, Ali war lebensgefährlich verletzt, und er starb kurz darauf im Charing Cross Hospital, wohin man ihn schnell gebracht hatte.

Marguerite Marie Alibert wurde wenige Monate später in London vor Gericht gestellt und von zwei hochkarätigen Anwälten verteidigt. Dort stellte sich heraus, dass die Französin während ihrer kurzen Ehe Qualen durch ihren Ehemann erleiden musste. Er war gewalttätig und bestand auf Sexpraktiken, die seine Frau nicht wollte, die sie aber ertragen musste. Die Geschworenen sprachen die Frau in allen Anklagepunkten frei. Hier ist eine Dokumentation des Falles über den Andrew Rose ein Buch schrieb „The Prince, the Princess and the Perfect Murder„, in dem er auch untersucht, welche Rolle der Prince of Wales in der Angelegenheit spielte.

Zimmer 853 im achten Stock des Savoy Hotels war 57 Jahre später Schauplatz eines weiteren Mordes. Am 1. Oktober 1980 wurde hier die Prostituierte Catherine Russell mit zehn Messerstichen getötet. Ihr Mörder, der aus dem Hotel fliehen konnte, wurde gefasst; es handelte sich um einen gewissen Tony Marriott. Das Hotelmanagement bemühte sich auf sehr diskrete Weise darum, dass die anderen Gäste möglichst nichts von dem Mord mitbekommen sollten. Die Gäste neben dem Mordzimmer wurden in eine andere Etage des Hotels umquartiert.

Published in: on 1. Oktober 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Jerome K. Jerome Society – Sie kümmert sich um das Andenken eines großartigen Schriftstellers

Jeromes Grabstein, und der seiner Frau, auf dem Friedhof von St Mary the Virgin in Ewelme (Oxfordshire).
Eigenes Foto.

In meinem Blog kommt der englische Schriftsteller Jerome K. Jerome (1859 – 1927) immer mal wieder vor. Vor einigen Jahren besuchte ich sein Grab in Ewelme (Oxfordshire) auf dem Kirchhof von St Mary the Virgin.

Nicht zuletzt auf Grund seines Klassikers „Three Men in a Boat“ (dt. „Drei Mann in einem Boot“) ist Jerome auch heute noch weit über die Grenzen seines Heimatlands bekannt. Um sein Andenken kümmert sich seit 1984 liebevoll die Jerome K. Jerome Society, die mittlerweile über Mitglieder in der ganzen Welt verfügt. Die Ziele der Gesellschaft in ihren eigenen Worten:

„To provide opportunities for interested people to meet, correspond and share their enjoyment of his works, to promote lectures and exhibitions and to encourage research into Jerome’s life and writings“.

Belsize House, Walsall (West Midlands) ist das Geburtshaus Jeromes und hier wurde 1984 ein kleines Museum eingerichtet. Um die Finanzierung des Museums zu gewährleisten, wurde die Gesellschaft gegründet, die heute aber weit mehr auf die Beine stellt. U.a. gibt sie das Magazin“ Idle Thoughts“ heraus und hat die erste vollständige Bibliografie über Jerome und seine Werke zusammengestellt.

Die Lieblingsbeschäftigung der Jerome-Anhänger ist aber, wie das auch auf der Homepage  mitgeteilt wird, eine Fahrt auf der Themse, gekleidet in gestreiften Blazern und Strohhut, mit einigen Flaschen Champagner an Bord (und gegebenenfalls auch mit einem Hund) in memoriam an George, Harris, Jerome und Hund Montmorency.

Die Mitgliedschaft in der Jerome K. Jerome Society kostet lediglich bescheidene 12 Pfund.

Hier ist ein Mini-Filmclip, auf dem Jerome zu sehen ist, und hier der komplette Film „Three Men in a Boat“ aus dem Jahr 1956.

Jerome K. Jerome Society
The Laurels
1 Knight’s Hill
Aldridge
Walsall

Das Buch zum Artikel:
Jerome K. Jerome: The Other Jerome K Jerome. Nonsuch Publishing 2008. 160 Seiten. ISBN 978-1845886356.

Jeromes Geburtshaus in Walsall (West Midlands).
Photo © Derek Bennett (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 30. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die größte Eibenhecke der Welt im Cirencester Park in Gloucestershire

Cirencester Park und House mit der Hecke davor.
Photo © Roger May (cc-by-sa/2.0)

Vor zwei Jahren schrieb ich in meinem Blog schon einmal über die gewaltige „Elefantenhecke“ im Rockingham Castle in Leicestershire, mit deren Beschneidung die dortigen Gärtner alle Hände voll zu tun haben. Eine noch gewaltigere Eibenhecke, die größte der Welt, findet man im Cirencester Park in Gloucestershire, der der Familie Bathurst gehört. Heute residiert hier der 9. Earl of Bathurst mit seiner Frau.

Jedes Jahr im August wird die Monsterhecke im Cirencester Park geschnitten, die sich wie ein riesiger Schutzschild vor das Herrenhaus stellt. Die dreihundert Jahre alte Hecke ist 13 Meter hoch, 5 Meter breit und 140 Meter lang. Damit sie nicht in alle Richtungen wuchert, muss sie also geschnitten werden und dafür brauchen zwei Männer zwei Wochen (hier ist ein Film darüber). Um auch an alle Stellen heranzukommen, arbeiten sie mit einer hydraulischen Arbeitsbühne und bei dem Vorgang fällt etwa eine Tonne Heckenschnitt an. Diese pflanzlichen Reste kommen aber nicht etwa auf eine Deponie, sondern werden weiterverwertet und zwar in der Pharmazie. Die Nadeln der Eibe enthalten einen Wirkstoff, der in der Chemotherapie zur Krebsbekämpfung eingesetzt wird. Etwa £6000 muss der Earl of Bathurst jedes Jahr bezahlen, damit seine „Schutzschildhecke“ wieder vernünftig aussieht.

Eine noch größere Hecke, allerdings eine Buchenhecke, steht in Schottland, sechs Kilometer südlich von Blairgowrie entfernt, die laut Guinness Book of Records die größte der Welt ist. Die 1745 gepflanzte Meikleour Beech Hedge ist 30 Meter hoch und 530 Meter lang; sie wird nur alle zehn Jahre geschnitten und neu vermessen, wobei vier Männer rund sechs Wochen lang beschäftigt sind.

Das Buch zum Thema:
Hugh Barker: Hedge Britannia: A curious history of a British obsession. Bloomsbury 2012. 327 Seiten. ISBN 978-1-4088-0186-4. (s. dazu meinen Blogeintrag).

Die Meikleour Beech Hedge bei Blairgowrie in Schottland.
Photo © Adam Ward (cc-by-sa/2.0)

 

 

 

Gwyn Headley – Der Mann, der die Follies liebt

Der Broadway Tower in den Cotswolds.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

Follies haben es Gwyn Headley (geboren 1946) angetan, und die Initialzündung dafür könnte ein Besuch des Broadway Towers in den Cotswolds gewesen sein, den er zusammen mit seinen Eltern als Fünfjähriger unternahm. „Ein Folly unterscheidet sich von anderen nutzlosen Bauwerken durch die ihm zugrunde liegende exzentrische Idee oder durch eine besonders ungewöhnliche, extravagante Ausführung„, so erklärt die Wikipedia den Begriff Folly. 1988 gründete Gwyn Headley die Folly Fellowship, deren Ziel es ist, diese exzentrischen Bauwerke in Großbritannien zu erhalten (ich berichtete in meinem Blog über die Gesellschaft). Er war jahrelang deren Präsident. Die „Continental secretaries“sind übrigens Rita & Pieter Boogaart in den Niederlanden, die beide das großartige Buch „A272 – An Ode to a Road“ geschrieben haben.

Gwyn Headley war immer auf der Suche nach Follies, die er noch nicht kannte, und das nicht nur im eigenen Land, sondern auch in Übersee (er schrieb das Buch „Architectural Follies in America„, das 1996 erschien). Sein Standardwerk dürfte das 1986 von Jonathan Cape veröffentlichte Buch „Follies: A Guide to Rogue Architecture in England, Scotland and Wales“ sein, das er zusammen mit Wim Meulenkamp verfasste, einem niederländischen Kunsthistoriker. Beide schrieben einige Jahre später gemeinsam noch ein weiteres Buch zum Thema „Follies, Grottoes & Garden Buildings“ (Aurum Press 1999). 2010 veröffentlichte Headley eine Serie von E-Books, in denen er  jeweils die Follies aller englischen Grafschaften auflistet.

Neben seiner Vorliebe für Follies beschäftigt sich Gwyn Headley mit Mahjong und hat darüber zusammen mit seiner späteren Frau Yvonne Seeley ein Buch geschrieben („Know The Game: Mah-Jong“), als auch mit Typografie („The Encyclopedia of Fonts“).

Foto meines Exemplares.

 

Published in: on 28. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Old Swan & Minster Mill in Minster Lovell (Oxfordshire)

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Purchase

Nachdem wir uns die Ruinen von Minster Lovell Hall bei Witney in Oxfordshire (ich berichtete in meinem Blog darüber) angesehen hatten, brauchten wir eine Stärkung und begaben uns in den nahegelegenen Old Swan & Minster Mill, ein Hotel und Gastro-Pub, dessen Räumlichkeiten ziemlich verschachtelt ineinanderübergehen. Die Atmosphäre hier war sehr gemütlich: Schwere Eichenholz-Deckenbalken, Kaminfeuer, Fußböden aus Steinplatten; so wie man es gern hat, um einen angenehmen Lunch zu sich zu nehmen.

Die Anlage besteht aus zwei Gebäuden, wobei der Old Swan der elegantere Teil, die Minster Mill der etwas einfachere ist. 600 Jahre alt ist der Old Swan, am River Windrush gelegen, in dem seinerzeit Großbritanniens Premierminister Harold Wilson seine Flitterwochen verbrachte. Richtig aufgemöbelt und zu einem Boutique Hotel umgebaut, wurde der alte Gasthof von dem Unternehmer Peter de Savary (dem einmal sowohl Land’s End in Cornwall als auch John O’Groats an der äußersten Nordspitze Schottlands gehörten).

One of the finest places to stay in the Cotswolds“ behaupten die Besitzer des Hotels in Minster Lovell, was ich allerdings nicht beurteilen kann, da ich hier (leider) nicht gewohnt, sondern nur gegessen habe. Die Übernachtungspreise beginnen im Old Swan bei rund 190 Euro für ein klassisches Doppelzimmer und gehen bis über 350 Euro für eine Suite.

Alex Polizzi, Moderatorin der auf Channel 5 ausgestrahlten Serie „The Hotel Inspector“, empfahl The Old Swan & Minster Mill einmal im Daily Telegraph als eines der Top 10 Winterhotels Großbritanniens.

Hier ist ein Film über das Hotel.

Old Swan & Minster Mill,
School Hill, Minster Lovell,
Witney, Oxfordshire OX29 0RN

 

Published in: on 27. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Paul Moody & Robin Turner: The Search for the Perfect Pub

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Paul Moody und Robin Turner sind immer auf der Suche nach „Juwelen“ in der sich ständig verändernden britischen Publandschaft. In ihrem Buch „The Rough Pub Guide: A Celebration of the Great British Boozer“ (Orion Books 2008) haben sie ein Countdown der 50 eigenwilligsten Pubs zusammengestellt (Platz 1: The Montague Arms, New Cross, London; Platz 2: The Dyffryn Arms, Pontfaen, Dyfed; Platz 3: The Temple, Manchester).

In Moody und Turners letztem Buch, „The Search For the Perfect Pub„, machen sie sich auf die Suche nach dem perfekten Pub. Das Buch trägt den Untertitel „Looking For the Moon Under Water„, und die Autoren nehmen damit Bezug auf ein Essay, das George Orwell 1946 verfasste, in dem er den fiktiven Pub „The Moon Under Water“ beschrieb, seine Vorstellung damals von dem perfekten britischen Pub.

Das Buch ist gleichzeitig eine locker geschriebene Untersuchung über die Rolle und die Problematik des Pubs im 21. Jahrhundert:
Wirte versuchen die schwindenden Gästezahlen aufzufangen, indem sie ihre Häuser in Gastro-Pubs, Themen-Pubs oder Musik-Pubs umwandeln.

Die großen Pubcos, das sind die großen Gesellschaften, denen Tausende von Pubs gehören, lassen die Wirte oft im Regen stehen und helfen ihnen nicht, sondern schließen die Gasthöfe kurzerhand, wenn sie nicht die geforderten Umsatzzahlen bringen.

Die großen Supermarktketten bieten Bier deutlich billiger an, was dazu führt, dass die Pints zuhause getrunken werden.

Das Rauchverbot hat ein übriges getan und den Pubs Umsatzverluste eingebracht.

Schwere Zeiten stehen der britischen Institution „Pub“ bevor, aber: Es gibt sie glücklicherweise immer noch, die „Boozer“, und sie spielen nach wie vor eine außerordentlich wichtige gesellschaftliche Rolle. Dieses Buch kann ich jedem empfehlen, der sich für dieses Thema interessiert. Auf meinen Reisen sind Pubbesuche immer sehr wichtig und ich fahre nie nach England, ohne meinen „The Good Pub Guide“ dabeizuhaben.

Hier ist ein Video, in dem ein Publican von den Problemen seiner Zunft singt.

Paul Moody & Robin Turner: The Search For the Perfect Pub – Looking For the Moon Under Water. Orion Books 2011. 288 Seiten. ISBN 978-1409112679.

Mein persönlicher „Perfect Pub“: The Falkland Arms in Great Tew (Oxfordshire). – Eigenes Foto.

Published in: on 26. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Pu der Bär, sein Stöckchenspiel und die geeignetsten Brücken dafür

Die Little Wittenham Bridge bei Dorchester-on-Thames.
Photo © Gareth James (cc-by-sa/2.0)

Pu der Bär oder Winnie the Pooh, wie er im Original heißt, ist eine der berühmten Figuren der englischen Kinderbuchliteratur. Geschrieben wurden die „Bärenbücher“ von Alan Alexander Milne (1882-1956), der einen großen Teil seines Lebens auf der Cotchford Farm bei Hartfield in East Sussex verbrachte. Hier befindet sich auch die Brücke im Ashdown Forest, auf der Pu sein geliebtes Stöckchenspiel spielte. Dabei werden kleine Stöckchen, die Pooh Sticks, auf der einen Seite der Brücke in den Fluss geworfen und Gewinner ist der, dessen Stöckchen auf der anderen Seite der Brücke als erstes auftaucht. Seit 1984 werden sogar Weltmeisterschaften in diesem „Sport“ ausgetragen, die World Pooh Sticks Championships (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Ein Wissenschaftler hat sich vor zwei Jahren damit beschäftigt, herauszufinden wie der ideale Pooh Stick aussehen muss, um als schnellster die Brücke zu unterqueren. Dr Rhys Morgan von der Royal Academy of Engineering hat dafür eine Formel aufgestellt die da PP = A x I x Cd lautet. PP bedeutet Perfect Poohstick, A ist die Dicke des Stöckchens, I dessen Dichte und Cd dessen Form. Wer diese Formel beachtet, hat gute Chancen, das Spiel zu gewinnen.

Visit England hat eine Liste mit den zwölf Brücken in England veröffentlicht, die sich sich am besten für Pooh Stick-Wettbewerbe eignen. Da ist  zuerst die Brücke, wo viele Jahre lang die Weltmeisterschaften ausgetragen wurden, die Little Wittenham Bridge bei Dorchester-on-Thames in Oxfordshire, eine Fußgängerbrücke über die Themse. Seit drei Jahren hat eine andere Brücke diese Funktion übernommen, die in Langel Common bei Witney, ebenfalls in Oxfordshire, die den River Windrush überquert. Die diesjährigen Championships fanden am 4. Juni statt.

Weitere empfehlenswerte Brücken sind zum Beispiel noch die abgelegene Watendlath Bridge in Cumbria, eine packhorse bridge, die früher einmal dazu diente, Packpferde über den Fluss zu leiten. In Derbyshire eignet sich die uralte Sheepwash Bridge in Ashford in the Water besonders gut für das Stöckchenspiel; sie führt über den River Wye. Mitten in der Universitätsstadt Cambridge bietet sich die Mathematical Bridge am Queens College an, die gebaut wurde, ohne einen einzigen Nagel zu verwenden und die den River Cam überquert. In Staffordshire kann man in Shugborough seine Stöckchen von der Essex Bridge in den River Trent werfen und zuschauen, welches von der Strömung am schnellsten vorangetrieben wird.

Wer sich näher mit dem Stöckchenspiel beschäftigen möchte, dem sei das Buch „The Pooh Sticks Handbook: A Poohstickopedia“ von Mark Evans empfohlen.

Die Watendlath Bridge in Cumbria.
Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)

Die Sheepwash Bridge in Ashford in the Water.
Photo © DAVID M GOODWIN (cc-by-sa/2.0)

Die Mathematical Bridge in Cambridge.
Photo © Kim Fyson (cc-by-sa/2.0)

Die Essex Bridge in Shugborough (Staffordshire).
Photo © Roger Kidd (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 25. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Pubschilder – The Electrical Wizard in Morpeth (Northumberland)

Die Kleinstadt Morpeth liegt im äußersten Nordosten Englands in der Grafschaft Northumberland. Dort finden wir einen Pub, der den Namen „The Electrical Wizard“ trägt und auf dem ein gewisser Walford Bodie abgebildet ist.
Bodie, der von 1869 – 1939 lebte, war seinerzeit eine umstrittene Person; er verdiente seinen Lebensunterhalt als Showhypnotiseur und Magier, der mit Elektrizität experimentierte, indem er beispielsweise 30 000 Volt durch seinen Körper fließen und dabei 16 Glühlampen hell erstrahlen ließ.

Bodie, der „britische Edison“, baute eine Kopie des Elektrischen Stuhls, wie er im Zuchthaus Sing Sing in den USA stand, und führte damit auf der  Bühne Scheinhinrichtungen durch. Walford Bodie war eine merkwürdige Gestalt und der Pub in Morpeth ist nach meinen Recherchen der einzige in Großbritannien, der ihm gewidmet ist.

„The Electrical Wizard“ gehört zur Kette der JD Wetherspoon Pubs.

In diesem Film stellt eine Theatergruppe das Leben des Walford Bodie in einem Straßenumzug nach.

The Electrical Wizard
11 New Market
Morpeth
Northumberland
NE61 1PS

Das Buch zum Artikel:
Roger Woods & Brian Lead: Showmen or Charlatans? –  The Stories of ‚Dr‘ Walford Bodie and ‚Sir‘ Alexander Cannon. Brian Lead 2005. 71 Seiten. ISBN 978-0951283820.

Published in: on 24. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Songs about London – „Soho Square“ von Kirsty MacColl

Dort in dem Winkel, wo die Oxford Street auf die Charing Cross Road trifft, findet man eine kleine grüne Oase namens Soho Square. Viele Bänke laden zu einer Ruhepause ein, eine Statue Charles II. weckt Erinnerungen an die Geschichte des 17. Jahrhunderts und man fragt sich, welchen Zweck wohl das kleine Fachwerkhäuschen mitten auf dem Platz erfüllt (es ist ein Aufbewahrungsort für Gartengeräte). Die Bäume spenden im Sommer Schatten, so dass man dort in der Mittagspause seinen Lunch zu sich nehmen kann. Die Häuser, die den Platz einrahmen, sind sehr beliebt als Büros für Firmen, die in der Medienbranche tätig sind wie zum Beispiel Paul McCartneys MPL Communications.

1993 widmete die Folksängerin Kirsty MacColl (1959-2000) dem Platz ein Lied, das sie auch „Soho Square“ nannte und das mit den Zeilen beginnt „Your name froze on the winter air An empty bench in Soho Square„. Kirsty MacColl starb sehr früh im Jahr 2000 bei einem Unfall während ihres Urlaubs in Mexico. Ihre Familie und Freunde ließen ein Jahr später zur Erinnerung eine „bench in Soho Square“ errichten, die am 12. August 2001 eingeweiht wurde. Einige Reden wurden gehalten und Kirsty MacColls Lieder erschallten über den Soho Square. Anschließend fand man sich im nahegelegenen Pub Pillars of Hercules in der Greek Street zusammen, wo man Kirstys Lieder spielte.

An der Bank im Soho Square ist eine Plakette angebracht mit der Inschrift: „Kirsty MacColl 1959 – 2000 One day I’ll be Waiting There No Empty Bench in Soho Square„.

Hier ist das Lied zu hören.

Die Kirsty MacColl-Erinnerungsbank.
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

Die Statue Charles II. vor dem Fachwerkhäuschen.
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 23. September 2017 at 02:00  Comments (5)  
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Neue Kochbücher auf dem britischen Buchmarkt

Obwohl man über das Internet so ziemlich alle Rezepte dieser Welt in Sekundenschnelle aufrufen kann, genießen Kochbücher in Großbritannien nach wie vor die Gunst vieler Käufer. Auf den Bestsellerlisten sind sie eigentlich immer zu finden und jetzt im Herbst sind eine ganze Menge von ihnen neu erschienen. Hier sind nur einige wenige Beispiele:

Stephen Harris: The Sportsman (Phaidon Press, seit heute erhältlich). In meinem Blogeintrag über die besten Restaurants Englands des Jahres 2017 außerhalb von London führte The Sportsman bei Seasalter in Kent die Liste an. Inhaber und Chefkoch Stephen Harris verrät in seinem Buch die Rezepte, die ihn in seinem Restaurant so berühmt machten und die zum Nachkochen anregen sollen.

Rick Stein: The Road to Mexico – 120 Vibrant Recipes From California and Mexico (Ebury, erscheint am 19. Oktober). Das Begleitbuch zur TV-Serie der BBC. Rick Stein ist ein Urgestein unter den britischen Köchen und sein Wohnort Padstow in Cornwall, wo er mehrere Restaurants betreibt, ist so stark von ihm geprägt, dass man ihn schon Padstein nennt.

Nigella Lawson: At My Table (Chatto&Windus, am 21. September erschienen). Die mehrfach ausgezeichnete Kochbuchautorin und Fernsehköchin ist von britischen Fernsehschirmen nicht mehr wegzudenken; fünf ihrer Bücher sind schon ins Deutsche übersetzt worden. In ihrem aktuellen Buch, ebenfalls Begleitmaterial zu einer sechsteiligen Fernsehserie auf BBC2, gibt sie Rezepte preis, die sie zuhause für ihre Familie und für Freunde kocht.

Jamie Oliver: 5 Ingredients – Quick and Easy Food (Michael Joseph). Auch dieses bereits im August erschienene Buch des „Naked Chefs“, das sich ganz oben auf den Bestsellerlistenlisten tummelt, ist wieder ein TV-Serien-Begleitbuch. Auf Channel 4 bzw. in seinem Buch präsentiert er Rezepte, die alle auf fünf Bestandteilen beruhen: Olivenöl, Natives Olivenöl, Rotweinessig, Meersalz und schwarzer Pfeffer. Jamie Oliver verspricht, dass alle seine Gerichte in maximal dreißig Minuten zubereitet werden können.

Yotam Ottolenghi: Sweet (Ebury Press, am 7. September erschienen). Dieser israelisch-englische Koch hat schon so viele Auszeichnungen, das man sie fast nicht mehr zählen kann. Er besitzt mehrere Delikatessenläden in London und ist Inhaber von fünf Restaurants in der Stadt. In seinem aktuellen Buch geht es um Süßspeisen und Desserts

Published in: on 22. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar