St Mary’s in Painswick (Gloucestershire) und die 99 Eiben

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Wenn man auf der A46 durch den hübschen kleinen Ort Painswick, nördlich von Stroud in Gloucestershire, fährt, fällt die Kirche von St Mary’s sofort ins Auge. Die Kirche mit dem spitzen Turm im Zentrum des Ortes wird umrahmt von sehr vielen, schön in Form geschnittenen Eiben. Zu diesen Bäumen gibt es eine Legende, die sich bis heute erhalten hat. Die Legende besagt, dass auf dem Kirchhof exakt 99 Eiben stehen dürfen; sollte eine hundertste gepflanzt werden, würde der Teufel diese zerstören.
Man hielt sich in Painswick an diese Vorgabe und bekam im Jahr 2000 ein Problem, denn in der Diözese von Gloucester erhielt jede Gemeinde eine Eibe, die, um das neue Jahrtausend zu feiern, auf den jeweiligen Kirchhöfen eingepflanzt werden sollte. Mit einem unguten Gefühl wurde Eibe Nummer 100 gepflanzt…und siehe da, sie gedieh prächtig (da hatte der Teufel wohl nicht richtig aufgepasst).
Sieben Jahre später kippte eine andere Eibe auf Grund starker Regenfälle auf dem Kirchhof um, was den Baumbestand kurzfristig wieder auf 99 reduzierte; man bekam den Baum durch kräftiges Zurückschneiden wieder in den Griff und seine Genesung machte schnelle Fortschritte.

Die Painswick-Eiben wurden Anfang des 17. Jahrhunderts gepflanzt, sind also über 300 Jahre alt. Jeden September werden sie beschnitten, was etwa zwei Tonnen Baumschnitt ergibt. Diese Pflanzenreste werden aber nicht auf einer Deponie entsorgt oder geshreddert, sondern von einer Firma abgeholt, die daraus den Grundstoff für die Antikrebs-Droge Tamoxifen herstellt.

Da die Pflege der Bäume mehrere £1000 pro Jahr kostet, hat man so etwas wie ein „Adopt-A-Yew-Tree“-Projekt ins Leben gerufen; für £99 sponsert man „seinen“ Baum drei Jahre lang.

In jedem Jahr wird hier in St Mary’s die Painswick Clypping Ceremony durchgeführt, ein alter Brauch, bei dem am Sonntag nach dem 19. September die Gemeindemitglieder sich an den Händen fassen und sich um ihre Kirche stellen, während sie die Clypping Hymn singen, was ihrer Zuneigung zu ihrem Gotteshaus Ausdruck geben soll.

Leider schüttete es bei meinem Besuch Anfang März diesen Jahres wie aus Kannen, aber die dicht gewachsenen Bäume boten einen guten Schutz gegen den Regen.

Hier ist ein Film über die Painswick Yews.

Siehe auch meinen Blogeintrag über die fliegenden Teddybären von St Mary’s.

Eigenes Foto.

 

Eigenes Foto.

Diesen kleinen Grabstein zur Erinnerung an die Kirchenkatze Tilly fand ich auf dem Kirchhof.
Eigenes Foto.

Published in: on 23. März 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Bicester Village – Ein Factory-Outlet-Centre in der Nähe von Oxford

Mir fällt kein deutsches Wort für Factory-Outlet-Centre ein. Die Wikipedia bietet Fabrikverkaufszentrum, Herstellerdirektverkaufszentrum und Fabrikabsatzzentrum an, doch im Deutschen hat sich der englische Begriff eingebürgert. Man bekommt in diesen Einkaufszentren Produkte namhafter Hersteller unter dem Normalpreis angeboten.
Das 1995 eröffnete Bicester Village, nördlich von Oxford am Rand der Stadt Bicester gelegen, ist ein solches Outlet-Centre, in Form einer Dorfstraße angelegt,  und es gehört zu den größten dieser Art in Großbritannien. Hier werden hauptsächlich Textilien, aber auch Schuhe, Schmuck und andere Dinge angeboten, überwiegend im oberen Preisbereich.
Bei meinem Besuch regnete es die meiste Zeit und da das Outlet-Centre nicht überdacht ist, musste man ständig von einer Markise, die glücklicherweise ausgefahren waren, schnell zur nächsten laufen und bei Tommy Hilfiger, Versace oder Armani Unterschlupf suchen. Hier finden sich so ziemlich alle namhaften Modefirmen Europas, die einen zum Teil erheblichen Preisnachlass gewähren, daher war der riesige Parkplatz morgens um 10 Uhr schon fast voll. Wem die Parkplatzsuche zu mühsam ist, kann sich für £35 vorab einen Wagenparkdienst bestellen, der einem die Arbeit abnimmt.

Auffällig ist im Bicester Village die ungewöhnlich hohe Zahl an chinesischen Besucherinnen (ja, es sind meist jüngere Damen aus dem Fernen Osten); es heißt, dass für chinesische Touristen das Bicester Village gleich an zweiter Stelle nach dem Londoner Buckinghampalast als beliebteste Sehenswürdigkeit in Großbritannien kommt. In vielen Schaufenstern findet man chinesische Schriftzeichen, und man sieht auch viele chinesische Verkäuferinnen. Von London aus bringen die Züge der Chiltern Railways kaufwütige Touristen aus China und aus anderen Länden in 46 Minuten von Marylebone bis zur Bicester Village Station. Damit sich die Damen und Herren aus Fernost nicht mit englischem Essen herumschlagen müssen, gibt es im Centre auch das chinesische Shan Shui Restaurant. Wer mehr auf britischer Kost steht, kann den ganzen Tang lang im The Wolseley (ein Ableger des berühmten gleichnamigen Londoner Restaurants) frühstücken, lunchen und dinieren.

Da ich die Hemden des Londoner Modelabels Ted Baker sehr mag, kaufte ich in der Nummer 61 des Centres sehr günstig ein.

Das Outlet-Centre ist an jedem Tag geöffnet, selbst sonntags von 10 Uhr bis 19 Uhr.

Wer mag, kann in diesem Film einer hübschen jungen Dame auf ihrem ausgiebigen Shopping Trip folgen.

Bicester Village
50, Pingle Drive
Bicester
Oxfordshire OX266WD

Der immer volle Parkplatz.
Photo © Jeremy Bolwell (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 22. März 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Follies – Der Broadway Tower, ein sturmumtoster Turm in den Cotswolds

 

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Oberhalb des von Touristen bevölkerten Cotswolds-Städtchens Broadway steht ein Folly namens Broadway Tower, der ganzjährig von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet ist, es sei denn, das Wetter ist sehr schlecht bzw. es weht ein starker Wind. Ich erlebte den Turm kürzlich bei „severe weather“, aber es reichte glücklicherweise noch nicht ganz zur Schließung. Man kauft sein Ticket nicht direkt im Broadway Tower, sondern ca 400 Meter entfernt im Café, wo auch die Parkplätze liegen.
Bei gutem Wetter soll man von hier oben eine Sicht bis zu hundert Kilometern weit haben und 16 Grafschaften sehen können, die Sicht bei meinem Besuch war deutlich geringer. Gebaut wurde der Broadway Tower in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts und er war eine Idee des berühmten Landschaftsgärtners Capability Brown. Eine gewisse Lady Coventry wollte wissen, ob man ein Leuchtfeuer von hier oben von ihrem Haus aus in Worcester, ca 35 Kilometer entfernt, sehen konnte. Sie übernahm die Baukosten, und die Lady musste feststellen, man konnte das Leuchtfeuer sehen. Da hatten sich doch die Baukosten gelohnt…

Später zog der exzentrische Sir Thomas Phillipps mit seiner Druckerei in den Turm, der den Ehrgeiz hatte, jedes jemals gedruckte Buch zu besitzen, was ihm zwar nicht gelang, aber er soll unendlich viele Bücher besessen haben, die er natürlich nie gelesen hatte und die teilweise noch originalverpackt, wie sie von den Buchhändlern geliefert worden waren, in seinem Haus herumstanden (nicht im Broadway Tower).

Der Turm verfügt über zwei Obergeschosse und die Aussichtsplattform. Ein Stockwerk ist den Präraffaeliten Dante Gabriel Rossetti und Edward Burne-Jones und vor allem William Morris gewidmet, die sich häufig im Broadway Tower trafen. Ein weiteres Stockwerk informiert über das Royal Observer Corps, das den Turm während der beiden Weltkriege benutzte, um feindliche Flugzeuge ausfindig zu machen. Am 2. Juni 1943 stürzte ein Armstrong Whitworth Whitley Bomber der Royal Air Force wegen schlechter Sicht direkt neben dem Turm ab, wobei die ganze Crew ums Leben kam.

Man kann den Besuch des Turmes sehr schön mit einem Besuch des kleinen, sehenswerten Ortes Broadway verknüpfen. Ich berichtete in meinem Blog früher schon einmal über meinen Aufenthalt dort im Lygon Arms Hotel.

Hier ist ein Film über den Broadway Tower.

Auf der Aussichtsplattform.
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Auf dem Weg vom Café zum Turm.
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Published in: on 21. März 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Grantchester – Ein Bilderbuchdorf bei Cambridge, das schon viele berühmte Leute aufgesucht haben

St Andrew & St Mary.
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Viele Einwohner gibt es in dem kleinen Dorf Grantchester, im Dunstkreis der Universitätsstadt Cambridge gelegen, nicht; es mögen so um die 500 sein. Dafür gibt es keinen Ort in der ganzen Welt, in dem so viele Nobelpreisträger gewohnt haben bzw. noch wohnen, wie in diesem Dorf am River Cam. Kein Wunder, denn die vielen berühmten Colleges von Cambridge liegen fast in Sichtweite.

Ich habe in meinem Blog schon einmal über die TV-Serie „Grantchester“ geschrieben, die zum Teil hier gedreht wurde, und da ich die ersten drei Staffeln auf DVD besitze, habe ich mir das Bilderbuchdorf letzte Woche angesehen. Im Mittelpunkt steht die anglikanische Kirche St Andrew & St Mary, in der ein großes Foto von den Hauptakteuren der Fernsehserie aufgestellt war. Um die Kirche herum fand ich jede Menge uralte Grabsteine, deren Inschriften schon vor langer Zeit verblichen sind. Auf einem Gedenkstein vor der Kirche, auf dem die im Ersten Weltkrieg Gefallenen vermerkt sind, steht der Name Rupert Brooke (1887-1915), dem man im Ort noch mehrfach begegnet. Das war ein Dichter, der mit dem Gedicht „Old Vicarage, Grantchester“ bekannt geworden ist. Diese Old Vicarage steht noch immer und wird von dem Schriftsteller Jeffery Archer und seiner Frau, der Wissenschaftlerin Mary Archer bewohnt. Im nicht zugänglichen Innenhof sieht man eine Statue von Rupert Brooke, die im Jahr 2006 von Margaret Thatcher eingeweiht wurde.

Wir tranken eine Tasse Kaffee in dem Restaurant The Rupert Brooke am Broadway, da an diesem Tag leider kein Afternoon Tea angeboten wurde. Der berühmte Orchard Tea Garden am River Cam hatte an diesem Montag leider Ruhetag. Hier trafen sich schon unzählige Berühmtheiten wie besagter Rupert Brooke, Virgina Woolf, Ludwig Wittgenstein, D.H. Lawrence, Bertrand Russell, Henry James, Salman Rushdie, Stephen Hawking, Stephen Fry, Emma Thompson, um nur einige zu nennen.

Wir gingen an diesem sonnigen Montagnachmittag einige hundert Meter aus Grantchester hinaus und besuchten den Byron’s Pool, einen kleinen Teich am Wehr, in dem der Dichter Lord Byron (1788-1824) häufig geschwommen hat. Das Gewässer ist heute ein Local Nature Reserve.

Über die Grantchester Meadows, häufig in der TV-Serie zu sehen, gingen wir wieder zu unserem Auto zurück. Grantchester ist ein sehr hübsches Dorf, ein Besuch lohnt sich!

Hier ist ein Film über das Dorf.

Im Inneren von St Andrew & St Mary.
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Im Kirchenraum aufgestellt.
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Hier tranken wir einen Kaffee.
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Rupert Brookes Statue im Innenhof der Old Vicarage.
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Byron’s Pool.
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Goodbye Grantchester.
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The Manor Country House Hotel in Weston-on-the Green (Oxfordshire) – Ein Hotel mit viel Potential, das leider nicht genutzt wird

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Mich interessierte schon seit langem das Manor Country House Hotel in Weston-on-the Green in der Nähe von Bicester in Oxfordshire, das früher einmal im Johansen Hotelführer gelistet war. Jetzt habe ich es in der letzten Woche ausprobiert…und war maßlos enttäuscht. Das sehr schön anzusehende historische Haus liegt in einer ebenso schönen Park- und Gartenanlage und hat sehr viel Potential, das leider nicht ausgeschöpft wird.
Als wir das Hotel gegen 16.30 Uhr erreichten, wurde mir mitgeteilt, dass unsere reservierte Manor Suite noch nicht bezugsbereit ist und wir noch einige Minuten warten müssten. Ich holte mittlerweile das Gepäck aus dem Auto und brachte es durch den ziemlich schmutzigen Eingang ins Foyer. Nach einiger Zeit schnappte sich der Rezeptionist unser Gepäck, stellte es vor die Tür unseres Zimmers und verschwand sofort wieder. Er schloss die Tür nicht auf, stellte unseren Koffer nicht auf die dafür vorgesehene Ablage und zeigte uns nicht die aus mehreren Zimmern bestehende Suite; das habe ich bisher noch nie in einem Hotel erlebt.
Die Manor Suite war riesig groß und machte auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Leider erwiesen sich die Räume als sehr kalt, im Badezimmer gab es überhaupt keine Heizung und trotz aller Bemühungen gab es weder im Waschbecken noch in der Badewanne heißes Wasser. An Haarewaschen war also nicht zu denken.
Wir gingen nach dem Check-In in die Bar, um einen Drink zu uns zu nehmen. Die Bar war verwaist, weit und breit war kein Mensch zu sehen. Nach mehrfacher Betätigung der Klingel auf dem Bartresen, kam jemand, der meine Frage nach einer Getränkekarte verneinte, die gäbe es nicht. Wir tranken einen Sherry in der ungemütlichen Bar, die aus zusammengewürfelten Möbeln bestand.

Zum Abendessen gingen wir in das schön anzusehende Restaurant Baron’s Hall mit ebenso schön gedeckten Tischen, das aber leider eiskalt war. Der Ober, es war wieder der Rezeptionist vom Check-In, brachte uns die „Karte“, die aus einem laminierten Blatt bestand, meines mit einem Fleck versehen. Es gab einige Vorgerichte, Hauptgerichte und Desserts, auf der Rückseite fand ich Pizza und Burger. Wie bitte? Pizza in einem Country House Hotel? Die überschaubare Weinkarte, ebenfalls nur ein laminiertes Blatt, wurde uns mit der Bemerkung überreicht, dass nicht mehr alle verzeichneten Weine verfügbar wären. Meine Wahl fiel auf einen Sauvignon Blanc aus Neuseeland, den der Ober mit den Worten „You are lucky“ an den Tisch brachte. Und dann begann die Katastrophe: Mein „Starter“, eine Pastete, war eigentlich kaum genießbar und wurde auf steinhartem Brot serviert. Meiner Frau erging es mit ihrem Vorgericht nicht besser. Mein Hauptgang, Hähnchenbrust, war mit hartem Gemüse umlegt, ebenso ungenießbar. Als ich den Ober auf die „Qualität“ des Abendessens aufmerksam machte, sagte er nur, er würde meine Beschwerde an die Küche weiterleiten. Von dort hörte ich nichts, keine Entschuldigung. Dafür waren die lautstarken Unterhaltungen aus der Küche in unserem Zimmer zu hören, die direkt darunter lag. Wir verzichteten auf Dessert und Digestif und gingen in unsere kalte Suite zurück.

Das Frühstück am nächsten Morgen war bis auf den metallisch schmeckenden Orangensaft okay. Als ich beim Check-Out gefragt wurde, ob ich mit dem Aufenthalt im Hotel zufrieden war, musste ich das natürlich verneinen und wies noch einmal auf das katastrophale Abendessen hin, das mir die freundliche Dame an der Rezeption dann von der Rechnung nahm. Sie wollte, dass wir nicht mit einem „bad feeling“ das Haus verließen. Das war die einzige freundliche Geste, die wir im Manor Country House Hotel erlebten, das wir in Zukunft nicht mehr aufsuchen werden.

Das Schlafzimmer unserer Manor Suite.
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Das Wohnzimmer.
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Die Baron’s Hall (leider ist das Foto unscharf geworden).
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Die Gartenanlage.
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Published in: on 19. März 2019 at 02:00  Comments (6)  
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Newmarket, die Stadt der Pferde in Suffolk – Einige persönliche Eindrücke

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In der letzten Woche verbrachte ich einen Vormittag in Newmarket (Suffolk), eine Stadt die für ihre Pferderennen und die Pferdezucht in der ganzen Welt bekannt ist. Es war ein richtig kalter Tag, ein eisiger Wind wehte durch die Stadt und ich war froh, irgendwo Unterschlupf zu finden wie in der kleinen überdachten Einkaufszone im Zentrum. Mein Eindruck von Newmarket ist zwiespältig. Da sind zum einen die riesigen, um den ganzen Ort verteilten Grünflächen, auf denen die Rennpferde trainiert werden. Es sind wunderschöne, edle Tiere, die von ihren Jockeys bei meinem Besuch einen Hügel hinauf geritten und dann hügelabwärts geführt wurden. Auch in der Stadt selbst traf ich auf Pferde, ein vertrautes Bild in Newmarket. In der Palace Street findet man im Palace House das National Horse Racing Museum, das ich nicht besuchte, und in dem einmal Charles II. wohnte. Direkt gegenüber liegt das Haus seiner damaligen Geliebten, Nell Gwynne, heute mit einer blauen Plakette versehen, aber nicht zu besichtigen.

Das kleine Einkaufszentrum ist mit einem hübschen lebensgroßen Pferd verziert, auch vor dem Eingang zum Jockey Club in der High Street wird man von einem Pferd begrüßt. Leider spiegelt sich der Reichtum, der doch eigentlich in Newmarket vorhanden sein müsste, in der High Street nicht wider. Je mehr man die Strasse stadtauswärts geht, umso heruntergekommener werden die Häuser, einige sind verlassen, andere befinden sich in schlechtem Zustand. Der Pub The White Lion neben der Shell-Tankstelle ist dauerhaft geschlossen und bietet ein erbärmliches Bild. Die Tourist Information, die bis vor einiger Zeit ihre Räume im Zentrum hatte, ist jetzt kaum zu finden und versteckt in der Palace Street untergebracht. Hat man sie dann endlich gefunden, stößt man auf ein kleines Regal mit Broschüren, das ist die zentrale Anlaufstelle für Touristen in einem der bedeutendsten Pferdezuchtzentren der Welt.
Schön ist der Jubilee Clock Tower am Kreisverkehr in der Mitte von Newmarket, über den ich in meinem Blog früher einmal berichtete.

Vielleicht lag es ja auch an dem schlechten Wetter, dass die Stadt in Suffolk keinen besonders starken Eindruck bei mir hinterließ.

Nell Gwynnes Cottage in der Palace Street.
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Das hübsche Pferd in dem kleinen Einkaufszentrum von Newmarket.
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Newmarket Tourist Information.
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Published in: on 18. März 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Wer war eigentlich…Aston Martin?

Gedenktafel am Aston Hill.
Photo © Chris Reynolds (cc-by-sa/2.0)

Aston Martin ist  ein britischer Sportwagenhersteller, dessen Fahrzeuge heute einen Vergleich mit italienischen Produkten nicht zu scheuen brauchen.

Die Firma hat ihr Hauptquartier in Warwickshire und zwar in dem kleinen „Autodorf“  Gaydon bei Leamington Spa. „Autodorf“, weil neben der Firma Aston Martin das Jaguar Land Rover Gaydon Centre liegt, das Entwicklungszentrum der Autoproduzenten Jaguar und Land Rover. Außerdem gibt es hier das Heritage Motor Centre, ein Automuseum.

Der Name „Aston Martin“ wurde aus einem Personen- und einem Ortsnamen zusammengesetzt. Lionel Martin (1878-1945) war zusammen mit Robert Bamford der Firmengründer im Jahr 1913. Aus Bamford & Martin wurde aber bald „Aston Martin“, wobei das „Aston“ von Aston Hill bei Aston Clinton in Buckinghamshire kommt, eine Bergrennstrecke, die Lionel Martin seinerzeit befuhr. Lionel Martin über die Entstehung des Namens:
„Wir hatten alle Blumen, wilden Tiere, Vögel und Fische, die wir kannten, durch, und dachten über Ortsnamen nach. Da mein Singer kürzlich beim Bergrennen von Aston Clinton ein paar Punkte geholt hatte, entschieden wir begeistert, den ersten Teil dieses Namens zu verwenden und meinen bescheidenen Familiennamen dranzuhängen“ (Wikipedia).

Robert Bamford hatte im Laufe der Zeit das Interesse an der Firma verloren und das Unternehmen verlassen. Lionel Martin tat sich daraufhin mit dem Rennfahrer Graf Lou Zborowski zusammen, doch nachdem dieser bei einem Rennen 1924 in Monza tödlich verunglückte, geriet Martin in finanzielle Schwierigkeiten, und auch er zog sich aus der Firma zurück.

Am 14. Oktober 1945 starb Lionel Martin bei einem Verkehrsunfall im Londoner Stadtteil Kingston. Er war auf einem Fahrrad unterwegs; Fahrräder waren nach dem Bau von Sportwagen seine zweite Leidenschaft geworden.

Hier ist ein Film über den Aston Martin Owners Club Deutschland.

Gaydon in Warwickshire, wo die Firma Aston Martin ihren Sitz hat.
Photo © David Stowell (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 17. März 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Skateboard-Friedhof an der Londoner Hungerford Bridge und ein alptraumhafter Mord

Photo © Alan Hunt (cc-by-sa/2.0)

Die Londoner Hungerford Bridge ist eine Eisenbahnbrücke mit zwei parallel verlaufenden Fußgängerbrücken, den sogenannten Golden Jubilee Bridges. Sie mündet direkt in den Bahnhof Charing Cross.

Auf einer der in der Themse liegenden Plattformen, auf der die Stahlträger der Brücke verankert sind, finden sich seit Jahren zerbrochene Skateboards, die zwar immer wieder von der Stadtverwaltung weggeräumt werden, aber bald darauf wieder da sind. Es handelt sich hierbei um den Skateboard Cemetery, der von der lokalen Southbank Skater-Szene „betrieben“ wird, die sich unterhalb der Hungerford Bridge trifft und die auf der Plattform ihre ausgemusterten und defekten Boards entsorgt.

Als einen der Gründe für diesen kuriosen Friedhof wird genannt, dass es sich hierbei um eine Art Gedenkstätte für einen ermordeten Skater handelt. In den frühen Morgenstunden des 18. Juni 1999 überquerten zwei junge Männer die Brücke, Timothy Baxter, der sein Skateboard unter dem Arm trug, und sein Freund Gabriel Cornish. In der Mitte der Brücke wurden sie völlig grundlos von drei Teenagern attackiert, denen sich drei weitere Teenager anschlossen. Sie traten brutal auf die beiden Männer ein, bis sie das Bewusstsein verloren, dann packten sie sie und warfen sie über die Brücke in die Themse. Timothy Baxter erlangte das Bewusstsein nicht mehr und ertrank, Gabriel Cornish konnte, wie durch ein Wunder, gerettet und aus dem Fluss gezogen werden. Die sechs Jugendlichen, die, wie sollte es anders sein, alle aus zerrütteten Familienverhältnissen stammten, konnten bald festgenommen werden. Im Old Bailey fand die Gerichtsverhandlung gegen sie statt, wobei sie von der Richterin Judge Anne Goddard QC zu harten Strafen verurteilt wurden. Einige bekamen lebenslänglich, einige langjährige Haftstrafen.

Fast zwanzig Jahre ist die schreckliche Tat nun her; ob sich die Jugendlichen, die ihre Skateboards auf die Plattform in der Themse werfen, wohl noch bewusst sind, was hier oben in jener Nacht passierte?

In Memoriam Timothy Baxter (24)

Der Skateboard Cemetery.
Author: Mark Ahsmann
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Published in: on 16. März 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Stand-up Comedians: Jasper Carrott

Von den unzähligen britischen Comedians finde ich persönlich Jasper Carrott als einen der besten.
1945 wurde er in Birmingham als Robert Norman Davis geboren, und er ist seiner Geburtsstadt bis heute treu geblieben. Es gibt nicht viele Comedians, die wie er den Order of the British Empire erhalten haben. Die Universität von Birmingham verlieh ihm im Jahr 2004  auch noch die Ehrendoktorwürde. In einer Show von Channel 4 erreichte er Platz 20 unter den besten 100 Stand-up Comedians.
Also: viel erfolgreicher kann man wohl kaum noch werden.
Seit über 40 Jahren ist Jasper Carrott schon im Geschäft, hatte unzählige Fernsehauftritte und eigene Shows mit so witzigen Titeln wie „24 Carrott Gold“ oder „Canned Carrott“, hat mehrere Bücher geschrieben und in Filmen mitgespielt.

Hier ist Jasper Carrott in einer Liveshow in Birmingham zu sehen.

 

Published in: on 15. März 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Londoner Belgrave Square – Ein Ort der Superreichen und der Botschaften

Die Deutsche Botschaft.
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Es gibt nur noch wenige andere Orte in London, wo sich so viele reiche Menschen aus aller Welt eine Wohnung bzw. ein Haus gekauft haben wie am Belgrave Square. Und es verwundert nicht, dass es sich bei diesen reichen Leuten kaum um Briten handelt. Sie kommen aus Russland, aus China, aus den arabischen Emiraten und ihnen macht es nichts aus viele Millionen Pfund auszugeben. Unter £7 Millionen für eine Wohnung läuft hier nichts und das x-fache muss man auf den Tisch legen, um ein ganzes Haus zu kaufen. Da diese Superreichen auch noch in anderen Teilen der Welt ihre Besitztümer haben, bleiben die Wohnungen am Belgrave Square des Abends oft dunkel, weil niemand zu Hause ist. Keine schöne Entwicklung, die auch in anderen Teilen Londons zu spüren ist, wo extrem teure Wohnungen überwiegend als Geldanlage gekauft werden.

Neben diesen Bewohnern des Belgrave Squares finden sich hier auch viele Ausländer, die in den zahlreichen Botschaften arbeiten, die sich an diesem Platz niedergelassen haben. Die deutsche Botschaft, über die ich in meinem Blog schon einmal geschrieben habe, ist in der Nummer 23 zu finden, in der Nummer 34 war bis zum Fall der Mauer die DDR-Vertretung untergebracht, jetzt Sitz der British-German Association.

Nachbarn der deutschen Botschaft sind in der Nummer 19/20 die Brunei Darussalam High Commission und die Botschaft Österreichs in der Nummer 18. Auf der anderen Straßenseite, gegenüber der Deutschen Botschaft, liegt die spanische Vertretung, zwar mit der Adresse Chesham Place 39, aber mit direktem Blick auf den Belgrave Square.

Die Türkei hat sich das Haus mit der Nummer 43  für ihre offizielle Vertretung in Großbritannien ausgesucht, in der 42 ist die High Commission von Trinidad & Tobago (ein Hochkommissar ist der höchste diplomatische Vertreter eines Commonwealth Landes). In der Nummer 45 findet man den High Commissioner von Malaysia. Es gibt noch weit mehr diplomatische Vetretungen an diesem Platz, aber das würde zu weit führen, sie alle aufzuzählen.

Andere Einrichtungen sind noch: In der Nummer 37, dem Seaford House, ist das Royal College of Defence Studies untergebracht, in der 39  das italienische Kulturinstitut, die Society of Chemical Industry hat ihr Hauptquartier in der Nummer 15 und direkt daneben ist der Sitz der CLA, der Country Land & Business Association, ein Verband der Landbesitzer in England und Wales.

Die Türkische Botschaft in der Nummer 43.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Hier in der Nummer 45 hat sich der High Commissioner von Malaysia niedergelassen.
Photo © Robin Sones (cc-by-sa/2.0)

Das italienische Kulturinstitut in der Nummer 39.
Photo © Stuart Taylor (cc-by-sa/2.0)

 

 

 

Mein Buchtipp – Tom Quinn: Eccentric London

 

Foto meines Exemplares.

 

Tom Quinns Buch „Eccentric London“ wird vom Verlag so beschrieben: „…offers an eye-opening journey through the capital’s most bizarre past and present, and includes many wonderfully eccentric characters, peculiar traditions, inexplicable monuments and eyebrow-raising sculptures“.

Mir hat die Lektüre viel Spaß gemacht und man erfährt in dem Buch eine ganze Menge über Londoner Besonderheiten, die nicht so allgemein bekannt sind. Die Fotografien von Ricky Leaver sind von sehr guter Qualität.
Sortiert sind die „Exzentritäten“ nach Stadtteilen, die auf einem jeweils vorangestellten Stadtplan eingezeichnet sind.

Hier einige Beispiele:

– Der Beefsteak Club in der Irving Street, den es noch heute gibt, feiert das Beefsteak als Symbol für Freiheit und Wohlstand.

– Die „Embankment Lions“ sind in die Mauern der Uferstraßen eingelassene Löwenköpfe, die als Frühwarnsystem für Überflutungen dienten.

– Die Brixton Windmill ist die einzige noch verbliebene Windmühle in dem Süd-Londoner Stadtteil Brixton.

In das Buch haben sich zwar einige Fehler eingeschlichen; trotzdem: Eine interessante Lektüre mit zahlreichen Anregungen für einen London-Besuch.

Tom Quinns Buch ist zwar im Buchhandel vergriffen, kann aber problemlos z.B. bei Amazon antiquarisch gekauft werden.

Tom Quinn: Eccentric London. New Holland Publ. 2005. 128 Seiten. ISBN 978-1843308966

Die Brixton Windmill.
Photo © Robin Sones (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 13. März 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Songs About London – „Down at the Old Bull and Bush“

Am North End Way im Londoner Stadtteil Hampstead liegt The Old Bull and Bush, “ A stylish pub, for relaxed drinking and dining“ wie man auf der Homepage lesen kann. Bis ins Jahr 1721 zurück gehen die Ursprünge des Hauses als Gastwirtschaft, und da The Old Bull and Bush in einer „posh“ Gegend von London liegt, wurde er im Jahr 2006 in einen Gastropub umfunktioniert, auf dessen Speisekarte u.a. Wagyu Burger, Lobster and Devon Crab Fishcakes und Salt and Szechuan Pepper Squids zu finden sind.

Den Hampstead-Pub kennt man aber auch noch aus einem anderen Zusammenhang: Er steht im Mittelpunkt des Music Hall-Liedes „Down at The Old Bull and Bush„, das durch die Interpretation der australischen Sängerin Florrie Forde (1875-1940) bekannt geworden ist. Darin geht es um die „Anmache“ an eine Dame, doch mit ihrem potentiellen Lover in den besagten Pub zu gehen, mit ihm ein Glas Portwein zu trinken, Händchen zu halten und einer deutschen Kapelle zu lauschen (die „Ach du lieber Augustin“ spielt“). Hier ist Florrie Forde zu hören, und ich garantiere, dass dieses Lied noch lange im Gehörgang hängen bleiben wird!
Das Lied ist die englische Version des amerikanischen Originals „Under the Anheuser Bush„, das 1903 im Auftrag der Brauerei Anheuser-Busch von Harry von Tilzer und Andrew B. Sterling geschrieben und von Billy Murray gesungen wurde (hier zu hören).
Der US-Politiker William Leonard Hungate, der den Bundesstaat Missouri im Repräsentantenhaus vertrat, nahm einmal eine satirische Version des Liedes, bezogen auf die Watergate-Affäre auf, „Down at the Old Watergate„.

The Old Bull & Bush
North End Way
London NW3 7HE

Published in: on 12. März 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Ploughman’s Lunch – Eine typische englische Pub-Mahlzeit

Ich kann mich an keinen Englandaufenthalt erinnern, an dem ich nicht mindestens einmal in einem Pub einen Ploughman’s Lunch gegessen habe. Eigentlich kann man bei der Zubereitung dieses Essens kaum etwas falsch machen und es ist schnell angerichtet. Der typische Ploughman’s Lunch besteht aus einem großen Stück Käse, meist Cheddar oder Stilton, Pickles, einer eingelegten Zwiebel, Salatblättern, Butter und Brot. Natürlich gibt es auch noch andere Variationen, z.B. statt des Käse kann man eine Scheibe Pastete oder Schinken haben. Es ist in der Regel genug auf dem Teller, um locker damit bis zum Abendessen auszukommen. Ein Pint Bitter gehört zu diesem Mittagessen eigentlich dazu.
Hier ist Gordon Ramsays Version eines Ploughman’s Lunch.

Entstanden ist der Ploughman’s Lunch 1960 aus einer Werbekampagne des Milk Marketing Board, die damit den Verkauf von englischem Käse in Pubs vorantreiben wollten.

1983 kam ein Film in die Kinos, der „The Ploughman’s Lunch“ hieß, mit Tim Curry und Jonathan Pryce in den Hauptrollen, nach dem gleichnamigen Roman von Ian McEwan, der den Zustand Englands in der Thatcher-Ära zeigt.

Published in: on 11. März 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Die Pelikane des Londoner St James’s Park und wie sie einmal einen diplomatischen Zwischenfall auslösten

Pelikane am St James’s Park Lake.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Die Großstadt London gehört nicht zu dem natürlichen Lebensraum von Pelikanen, jenen großen Wasservögeln mit dem ausgeprägten Hautsack unter dem Schnabel. Doch im St James’s Park finden wir einige Exemplare und das schon seit Jahrhunderten. König Charles II. hatte eine Vorliebe für exotische Tiere, und daher schenkte der Botschafter des Russischen Reiches ihm 1664 zwei Pelikane, die auch dort in einigen Regionen heimisch sind. Aber die Tiere wollten in London nicht so richtig gedeihen, so wurden immer mal wieder neue Pelikane aus Russland nach London geschickt, eine Tradition, die bis in die heutige Zeit aufrecht erhalten worden ist.

In den 1960er Jahren erfuhr der US-Botschafter von den russischen Pelikanen und wollte nun seinerseits auch amerikanische Verwandte der Tiere im Park ansiedeln, nach dem Motto „Was Ihr Russen könnt, das können wir schon lange“. Also importierte der Mann Pelikane aus den Staaten, die sich aber in London nicht so recht wohlfühlten, mit ihren Artgenossen aus dem fernen Osten nicht klar kamen und kränkelten. Der Verdacht kam in der US-Botschaft auf, dass die Kollegen der sowjetischen Botschaft da irgendwie ihre Hände im Spiel hatten, und eine diplomatische Krise deutete sich an. Doch der Verdacht stellte sich als unbegründet heraus, denn die Amerikaner hatten die falschen Pelikane geschickt und zwar jene, die im allgemeinen im Salzwasser lebten und die mochten nun einmal das Süßwasser des Sees im St James’s Park gar nicht. Also orderte man nun die richtigen Süßwasser-Pelikane, und siehe da, die fühlten sich in London wohl und freundeten sich sogar mit ihren russischen Nachbarn an. Der Konflikt zwischen den beiden Botschaften wurde beigelegt.

Wer sich die Fütterung der Wasservögel ansehen möchte, der kann das täglich zwischen 14.30 Uhr und 15 Uhr tun, dann gibt es nämlich frischen Fisch für die Tiere, serviert am St. James’s Park Lake, ganz in der Nähe von Duck Island.

In diesem Film ist ein Pelikan beim Spaziergang im St James’s Park zu sehen.

Duck Island im St James’s Park, wo die Pelikane gefüttert werden.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Stand-up Comedians: Jo Brand

Die Stand-up Comedy ist ja überwiegend eine  männliche Domäne, doch es gibt auch einige Frauen, die sich darin tummeln, z.B. Jo Brand, die sich selbst als „The Sea Monster“ bezeichnet.

Josephine Grace Brand wurde 1957 in Hastings (East Sussex) geboren und arbeitete bis in die 1980er Jahre als Krankenschwester in Londoner psychiatrischen Kliniken, bis man sie dazu überredete, es einmal als Stand-up Comedian zu versuchen.

Gesagt, getan. Jo Brand trat in unzähligen Fernsehsendungen auf und hatte auch ihre eigenen Shows. Von 2009 bis 2012 war sie in der dreiteiligen satirischen Sitcom „Getting on“ (hier ein Ausschnitt) zu sehen, die in einem Krankenhaus des National Health Service spielte und von der Kritik hoch gelobt wurde. Ihre bisher letzten TV-Auftritte waren in der medizinischen Quizshow „Britain’s Best Junior Doctors“ der BBC, die sie moderierte

Jo Brand gehört sicher nicht zu den schlanksten Britinnen. Sie hat damit aber kein Problem, denn sie macht sich in ihren Bühnenshows oft selbst über ihr äußeres Erscheinungsbild  lustig.

Im Herbst vorigen Jahres erschien ihr Buch „Born Lippy: How to do Female„. Hier ist Jo Brand im Londoner Apollo zu sehen.

Published in: on 9. März 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Radio Leicester – Die erste lokale Radiostation der BBC

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Die vielen Piratensender in den 1960er Jahren machten der guten alten BBC damals zu schaffen, nahmen sie ihr doch viele Hörer weg. Man überlegte also, was man dagegen tun könnte und leitete zwei Gegenmaßnahmen ein: Erstens rief man Radio 1 ins Leben, um vor allem die jüngeren Hörer anzusprechen und zweitens gründete man lokale Radiostationen, um die einzelnen Regionen Englands besser mit Lokalnachrichten versorgen zu können.

Den Anfang machte am 08. November 1967 BBC Radio Leicester, das Leicestershire und Rutland bedient. Die Radiostation strahlte als Erkennungsmelodie und als ersten „radio jingle“ eine Version des „Posthorn Galopps“ aus. Man begann mit knapp vier Programmstunden täglich, doch nach zwei Jahren, als man erkannte, dass die Lokalsender (es folgten BBC Radio Sheffield, BBC Radio Merseyside und BBC Radio Nottingham) erfolgreich waren, wurde das Programmangebot deutlich erweitert.

Heute steht das neue BBC Radio Leicester-Sendezentrum mitten in der Stadt am St Nicholas Place und erreicht über die Frequenz 104.9FM ca 250 000 Hörer. Hier kann man den Sender live hören.

Published in: on 8. März 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Wer war eigentlich…Boots the Chemist?

Boots in der High Street von Guildford (Surrey).
Photo © Stacey Harris (cc-by-sa/2.0)

Die Drogeriekette Boots gehört zu den typischen High Street-Läden englischer Städte. Hier kann man alles kaufen, was in irgendeiner Form mit Gesundheit und Schönheit zu tun hat. Es gibt eine eigene Abteilung „Apotheke“, wo man seine Rezepte einlösen kann, Kosmetika werden in großer Auswahl angeboten, sogar Spielzeug und Fotoartikel. Wenn man einmal dringend etwas braucht, bei Boots wird man meistens fündig.

Woher kommt nun der Name? Hat er etwas mit Stiefeln (boots) zu tun? Nein. Es gab tatsächlich einmal vor langer Zeit jemanden mit dem Nachnamen Boot und zwar der Firmengründer. 1849 gründete John Boot  (1815–1860), die Firma, die seinen Namen trug und sein Sohn Jesse Boot, 1st Baron Trent (1850-1931), machte daraus eine Einzelhandelskette, die sich „Chemists to the Nation“ nannte. Dann folgte eine turbulente Zeit. Die Firma wurde an ein US-Unternehmen verkauft, dann wieder nach England zurückverkauft. Boots kaufte andere Firmen auf und stieß sie wieder ab. 2006 verbanden sich Boots und Alliance UniChem unter dem Namen Alliance Boots plc, das wiederum von dem New Yorker Unternehmen Kohlberg Kravis Roberts & Co übernommen wurde. Von diesen ganzen Veränderungen nahmen wohl die Leute, die bei Boots regelmäßig ihre Zahnpasta oder ihr Haarspray kaufen, kaum etwas mit.

In der High Street von Dorking (Surrey).
Photo © Ian Capper (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 7. März 2019 at 02:00  Comments (5)  
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CAMRA’s National Inventory of Historic Pub Interiors

Für mich der Prototyp eines urigen englischen Pubs: The Fleece Inn in Bretforton (Worcestershire), den ich in meinem Blog bereits vorstellte.
Photo © Jonathan Billinger (cc-by-sa/2.0)

Die Campaign for Real Ale, kurz CAMRA, habe ich in meinem Blog schon mehrfach erwähnt. Die Organisation setzt sich für das Fortbestehen der britischen Institution „Pub“ ein und darüberhinaus auch für die Qualität des Ales.

Auf dem National Inventory of Historic Pub Interiors listet die CAMRA Gasthäuser in ganz Großbritannien, die über ein historisches Interieur verfügen, das sich seit dem Zweiten Weltkrieg möglichst wenig verändert hat. 265 Pubs stehen derzeit auf der Liste, die von der Pub Heritage Group gepflegt und aktualisiert wird. Dort, wo historische Gasthäuser Gefahr laufen, geschlossen oder modernisiert zu werden, greift die Gruppe ein und unterstützt lokale Kampagnen, die für den Erhalt der Pubs kämpfen.

Neben dem National Register gibt es noch das Regional Inventory of Historic Pub Interiors, in dem Gasthäuser verzeichnet werden, die zwar schon umgestaltet worden sind, aber trotzdem noch historisches Interesse haben.

Trotz der Arbeit und des Einsatzes der CAMRA kommt es leider immer wieder vor, dass schöne alte Pubs geschlossen und anderen Zwecken zugeführt werden oder es kommen die Abrissbagger.

Hier sind einige Beispiele aus dem National Inventory of Historic Pub Interiors:

The Barton Arms in Newtown (Birmingham).
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)

The Argyll Arms in Soho (London).
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

The Lion Tavern in Liverpool.
Photo © Glyn Baker (cc-by-sa/2.0)

The White Horse in Beverley (East Yorkshire).
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

The Britons Protection in Manchester.
Photo © Bob Harvey (cc-by-sa/2.0)

Scarborough Skipping am Fastnachtsdienstag in der Stadt in Yorkshire

Die Foreshore Road in Scarborough bleibt am Faschingsdienstag für das Skipping geschlossen wie dieses Foto zeigt.
Photo © Pauline E (cc-by-sa/2.0)

Am letzten Tag vor Beginn der Fastenzeit, dem in England Shrove Tuesday genannten Tag, werden in einigen Teilen des Landes Traditionen gepflegt wie u.a. Pfannkuchenrennen (s. dazu meinen Blogeintrag über das Olney Pancake Race) oder das Massenseilspringen. Letzeres wird seit mehr als hundert Jahren in Scarborough, der Küstenstadt im Osten Yorkshires, ausgeübt, wo sich Kinder und Erwachsene in der Forshore Road zusammenfinden, um sich dem Scarborough Skipping hinzugeben.

Der Bürgermeister läutet eine Glocke, die „pancake bell“, und der Town Crier ruft mit kräftiger Stimme zuerst zu den Pfannkuchenrennen auf, dann zu dem folgenden Seilspringen. Mehrere Personen hüpfen gleichzeitig über lange Seile, aber jeder kann auch eigene mitbringen und allein darüber springen. Woher der Brauch kommt, ist unklar, er kann möglicherweise mit den Fischern des Ortes zusammenhängen, die Seile und Netze verwendeten. Hier ist ein Film über das Scarborough Skipping.

Etwas Ähnliches findet am Karfreitag jeden Jahres in East Sussex statt, das „Long-Rope Skipping„, bis zum vorletzten Jahr in Alciston am Rose Cottage Inn, ab 2018 am Ram Inn im benachbarten Firle. Garniert wird das Skipping mit Tänzen und den Morris Dancers wir dieser Film zeigt.

Long-Rope Skipping vor dem Rose Cottage in Alciston (East Sussex) – Ein Foto aus den 1960er Jahren.
Photo © Peter Jeffery (cc-by-sa/2.0)

The Ram Inn in Firle (East Sussex), wo das Long-Rope Skipping jetzt ausgetragen wird.
Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 5. März 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Granada Cinema in Tooting – Einst das schönste Kino Londons, heute der Gala Bingoclub

Früher Kino, heute der Gala Bingoclub.
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

Der Süd-Londoner Stadtteil Tooting besaß einmal das schönste Kino Englands, das „Granada„. Am 7. September 1931 wurde es mit dem Film „Monte Carlo“ (dt. „Bomben auf Monte Carlo„) eröffnet und am 10. November 1973 mit dem Film „The Good, the Bad and the Ugly“ (deutsch: „Zwei glorreiche Halunken“) leider wieder geschlossen. Weltstars wie Frank Sinatra und Danny Kaye traten hier im „Granada“ auf, das einige Jahrzehnte lang in der Londoner Kinowelt eine Institution war.

Das Gebäude wurde im Art Deco-Stil von Cecil Massey entworfen; das spektakuläre Innere des Kinos ist dem russischen Theaterdirektor und Designer Theodore Komisarjevsky zu verdanken. Das „Granada“ steht heute unter Denkmalschutz und mit dem vielen Marmor und den schönen Spiegeln ist dieses palastartige Gebäude auf jeden Fall eine Besichtigung wert. Heute ist hier eine Bingohalle mit Spielautomaten untergebracht; darüber mag man geteilter Meinung sein, aber vielleicht ist das besser, als wenn hier alles leer stehen würde.

Hier ein Film, der einen Eindruck von dem schönen Saal vermittelt.

Author: Paul the Archivist
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Published in: on 4. März 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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M. Manze – Londons ältester Pie, Mash and Eel Shop

M. Manze in der Tower Bridge Road.
Copyright: Kake
Creative Commons 2.0

In früheren Zeiten gab es in der Themse so viele Aale, dass sie massenhaft gefangen werden konnten und als Arme-Leute-Essen galt. Jellied Eel, also Aal in Gelee, wurde in vielen Londoner Lokalen serviert, von denen eines aus dem Jahr 1902 erhalten geblieben ist: M. Manze, „The Home of Pie and Mash“, dessen Spezialität nach wie vor diese besondere Zubereitungsform des Aals ist. In der Tower Bridge Road eröffnete Michele Manze sein Restaurant, heute gibt es noch zwei weitere „Zweigstellen“, eine in der High Street von Peckham und eine in der High Street von Sutton, beide im Süden der Stadt gelegen.

Die 1878 aus Ravello in Süditalien eingewanderte Manze Familie etablierte sich bald in der Londoner Restaurantszene, da sich auch Micheles Brüder mit eigenen Lokalen selbständig machten. Luigi Manze eröffnete 1929 zum Beispiel in der High Street von Walthamstow seinen Eel, Pie and Mash Shop, der mittlerweile unter Denkmalschutz steht. Hier ist ein Film über das Lokal.

M. Manze ist so populär geworden, dass sie sogar eigene T-Shirts, Kaffeebecher und Geschirrhandtücher mit einem entsprechenden Aufdruck verkaufen. Wer möchte, kann seinen Aal in Gelee vor Ort essen, ihn mitnehmen oder sich zuschicken lassen.

M. Manze
87 Tower Bridge Road
London SE1 4TW

Aal in Gelee.
This work is released into the public domain.

M. Manze in der High Street von Peckham.
Photo © Robin Stott (cc-by-sa/2.0)

Luigi Manzes Lokal in der High Street von Walthamstow.
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 3. März 2019 at 02:02  Comments (2)  
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Rowton Houses – Ehemalige Unterkünfte in London für die arme Bevölkerung

Das erste Rowton House in Vauxhall am Bondway.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Montagu William Lowry-Corry, 1st Baron Rowton, war der Privatsekretär Benjamin Disraelis, Premierminister von 1874 bis 1880, und ein Mann, der sich sehr um das Wohlergehen seiner Mitmenschen kümmerte. Er lebte von 1838 bis 1903 und nach ihm wurden die Rowton Houses benannt, eine Gruppe von sechs Häusern in London, in denen gering bezahlte Arbeiter in relativem Luxus wohnen und schlafen konnten, anstatt in heruntergekommenen Pensionen. Es gab auch Arbeiter, die sich nicht einmal diese „boarding houses“ leisten konnten und auf der Straße leben mussten.

Rowton hatte sich die Lebenssituation dieser Männer im Londoner East End einmal angesehen und war davon so entsetzt, dass er beschloss, einzugreifen und neue Wohnräume zu schaffen, in denen man menschenwürdig leben konnte. Das erste dieser Rowton Houses mit 470 „Wohn- und Schlafkabinen“ öffnete am 31. Dezember 1892 im Stadtteil Vauxhall. Da Rowton nicht an die erforderlichen Geldmittel kam, um diese Unterkünfte zu schaffen, steckte er £30 000 aus seiner eigenen Tasche in das Projekt, in der damaligen Zeit eine riesige Summe.

In den Rowton Houses gab es fließendes, heißes Wasser, große saubere Waschräume, bequeme Betten und saubere Bettwäsche und sogar eine Bibliothek, was vielen wie das Paradies vorgekommen sein mag.

Weitere Rowton Houses wurden eröffnet: 1894 in King’s Cross, 1897 in Hammersmith und Newington Butts, 1902 in Whitechapel und 1905 in Camden Town. Drei der Häuser stehen noch (die anderen wurden abgerissen), das in Whitechapel wurde in ein Wohnhaus umgewandelt, das Arlington House in Camden Town dient noch heute zum Teil als Unterkunft für Obdachlose und Menschen mit geringem Einkommen, das Haus in Vauxhall, 1-9 Bondway, wird ebenfalls noch als Hostel verwendet.

Das Arlington House in Camden Town.
Author: Grim23
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Published in: on 2. März 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Palmen in England – Bäume, die ein mediterranes Flair erzeugen

Palmen vor meinem Hotel, dem Orestone Manor in Maidencombe bei Torquay in Devon.
Eigenes Foto.

Was assoziiert man im Allgemeinen mit einer Palme? Für mich sind das: Südseestrände, Spanien, Kalifornien, hohe Temoeraturen, schönes Wetter usw. Wer zum ersten Mal auf die britische Insel kommt, ist wahrscheinlich erstaunt, dass er in vielen Teilen des Landes, bis hinauf nach Schottland, auf Palmen trifft. Ich denke da besonders an die englische Riviera bei Torquay, an Bournemouth und Poole. An Strandpromenaden sieht man Palmen, aber auch in Vorgärten, wo sie ein mediterranes Flair erzeugen.

Ich habe hier einmal einige Beispiele zusammengetragen:

In Torquay (Devon).
Photo © Len Williams (cc-by-sa/2.0)

Nein, wir sind hier nicht in Barcelona, sondern an einem Kreisverkehr an der Londoner Lambeth Bridge.
Photo © Len Williams (cc-by-sa/2.0)

In Hyde bei Manchester.
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

In einem Vorgarten in Golders Green (London).
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)

Bei Guildford in Surrey.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Ein eher seltenes Bild: Palmen im Schnee in Bournemouth (Dorset).
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 1. März 2019 at 02:00  Comments (3)  
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Follies – Das Penshaw Monument bei Washington (Tyne and Wear)

Was macht ein griechischer Tempel im Norden Englands in der Nähe des Ortes Washington im County Tyne and Wear? Das Penshaw Monument oder The Earl of Durham’s Monument, wie es offiziell heißt, ist eines jener Follies, die es überall in England gibt und die man dort heiß und innig liebt.

Das Monument ist eine Replika des Hephästos-Tempels in Athen, 30 Meter lang, 16 Meter breit und 20 Meter hoch.
Am 28. August 1844 wurde der Grundstein des Tempels gelegt, dem man John George Lambton, dem 1. Earl of Durham, der zeitweise Generalgouverneur der Provinz Kanada war, widmete.

Nachdem im Jahr 1926 ein 15jähriger Junge vom Tempel zu Tode stürzte, hatte man das Dach für Besucher geschlossen. Erst ab 2011 kann man den Tempel wieder über eine Wendeltreppe in einer der Säulen besteigen

1939 schenkte der 5. Earl of Durham das Penshaw Monument dem National Trust. Vielleicht wusste er nicht so recht, was er damit anstellen sollte.

Das Penshaw Monument bildete den Hintergrund für das Musikvideo „Dig that groove baby“ der Gruppe Toy Dolls.

Hier ist ein mit einer Drohne aufgenommener Film.

Published in: on 28. Februar 2019 at 02:00  Comments (3)  
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Fine Young Cannibals: „Good Thing“ – Ein Hit aus dem Jahr 1989

Natalie Woods Spielfilm „All the fine young cannibals“  (deutscher Titel: Früchte einer Leidenschaft“) aus dem Jahr 1960 lieferte den Namen der britischen 3-Mann-Band Fine Young Cannibals, die von 1984 bis 1992 zusammen spielten, sich dann auflösten. 1996 erschien noch einmal ein Greatest Hits-Album.

Aus Birmingham stammten Roland Gift, der Leadsänger,und die Gitarristen David Steele und Andy Cox, die mit „Johnny come home“ und „Suspicious minds“ ihre ersten großen Erfolge verzeichnen konnten.

Aus ihrem Album „The raw and the cooked„, 1989 erschienen,  stammten ihre größten Hits „She drives me crazy“ und „Good thing„; letzterer erreichte Platz 1 der US-Charts. „Good thing“ war auch in dem Spielfilm „Tin Men“ (deutscher Titel: Tin Men – Zwei haarsträubende Rivalen) zu hören, der in Baltimore im Jahre 1963 spielt.

Hier ist „Good Thing“ zu sehen, mit Filmausschnitten aus „Tin Men“.

Der Sänger Roland Gift spielte übrigens in dem Film „Scandal“ mit, den ich kürzlich in meinem Blog vorstellte.

Published in: on 27. Februar 2019 at 02:00  Comments (2)  
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Eccles Cake – Eine Süßspeise aus dem Raum Manchester

 

Eccles ist eine Stadt im Bereich Greater Manchester und der Name wird wohl für immer mit dem Eccles Cake verbunden bleiben.
Im Jahr 1793 verkaufte hier James Birch in seinem Laden kleine flache, mit Rosinen gefüllte Kuchen und die fanden reißenden Absatz. Woher genau das Rezept dafür stammt, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen. Eine davon ist, dass eine gewisse Elizabeth Raffald ein sehr ähnliches Rezept in ihr Kochbuch „The Experienced English Housekeeper“ aufgenommen hatte.

Wie auch immer, der Name Eccles Cake hat sich durchgesetzt und war sogar einmal  Thema einer Parlamentsdebatte, in der es darum ging, ob ein Eccles Cake, der nicht in Eccles hergestellt wird, sich auch Eccles Cake nennen darf.

Der Volksmund hat dem Eccles Cake noch andere Namen gegeben, die allerdings wenig appetitlich klingen wie Fly’s Graveyard oder Squashed Fly Cake. Warum? Die Rosinen oder Korinthen in dem Kuchen haben eine gewisse Ähnlichkeit mit toten Fliegen.

Eine neue Art den Kuchen zuzubereiten, wurde einmal mit Erfolg in Eccles propagiert. Whittaker’s Fish and Grill Bar in der Church Street bot ihn fritiert an. Wenn man Mars-Schokoriegel fritiert, warum nicht auch den Eccles Cake?

Die Firma Lancashire Eccles Cake mit Sitz in Ardwick bei Manchester stellt pro Woche ca 600 000 Kuchen her, die in alle Welt, auch nach Deutschland, exportiert werden. Ich habe hier in Deutschland allerdings noch keine gesehen.

Dieser Film zeigt wie man die Süßspeise herstellt.

Freunde des Eccles Cakes: Bitte hier links abbiegen.
Photo © Andy Farrington (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 26. Februar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die National Shire Horse Show im März 2019

Der Staffordshire County Showground.
Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)

Über die „gentle giants“, die Shire Horses, schrieb ich in meinem Blog schon einmal in Zusammenhang mit den Brauereien, für die die Tiere noch tätig sind. Die Pferde, die schon einmal eine Widerristhöhe von zwei Metern haben können, sind ausgesprochen schöne und geduldige Tiere, die in England eine große Anhängerschaft haben.

Einmal im Jahr im Monat März findet die weltgrößte Show statt, in der die Pferde im Mittelpunkt stehen: Die National Shire Horse Show, in diesem Jahr vom 22. bis zum 24. März. Schauplatz ist Bingley Hall, der Staffordshire County Showground, an der A518, nordöstlich der Grafschaftshauptstadt Stafford. Veranstalter ist die 1878 gegründete Shire Horse Society. Eine Fülle von Wettbewerben steht auf dem diesjährigen Programm, darunter die Vergabe des King George V. Cups an den schönsten Hengst der Show.

An vielen Ständen kann man Dinge kaufen, die die Herzen von Shire Horse Besitzern (und möglicherweise auch die der Tiere) höher schlagen lassen wie Jacken, Krawatten, Kaffeetassen, Kappen, Schlüsselanhänger usw. usw. Hier ist eine Film über die National Shire Horse Show.

Wo werden Shire Horses heute noch bzw. schon wieder eingesetzt? Auf einigen kleinen Bauernhöfen verrichten sie Feldarbeit, sie eignen sich gut in Wäldern zum Abtransport von gefällten Baumstämmen, sie ziehen Hochzeitskutschen und Touristenboote an Kanälen entlang. Ob ihnen das Spaß macht, kann ich nicht beurteilen, aber die Tiere verrichten die ihnen übertragenen Arbeiten zuverlässig und klaglos.

Ein besonders schönes Exemplar eines Shire Horses.
Photo © Barbara Carr (cc-by-sa/2.0)

Ein Shire Horse bei der Feldarbeit.
Photo © Garth Newton (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 25. Februar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Ring o’Bells – Ein Pub in Kendal (Cumbria), der auf geweihtem Boden steht

Dass alte Pubs oft ganz in der Nähe von Kirchen stehen, liegt mit daran, dass früher beim Bau der Gotteshäuser die Handwerker dort untergebracht waren, wo sie auch aßen und tranken. Es gibt allerdings nur ganz wenige Pubs in England, die direkt auf geweihtem Boden stehen. Einen von ihnen, The Mug House in Claines in Worcestershire stellte ich in meinem Blog einmal vor. Ein anderer ist The Ring o’Bells, der dicht an der Holy Trinity Parish Church von Kendal in Cumbria errichtet wurde, der größten Kirche der Grafschaft.

Es gibt unterschiedliche Meinungen, wann der Pub gebaut worden ist, wahrscheinlich in den 1740er Jahren. Stammgäste waren neben dem Küster, dem Gemeindevorsteher auch die bell-ringer, denn das anstrengende Glockenläuten machte durstig, so dass anschließend einige Pints erforderlich waren. Das Pubschild zeigt denn auch die Glockenläuter bei der Arbeit, mit einem Bierkrug vor ihnen. Das alte Schild wird in der Kirche aufbewahrt, ein neues, modernisiertes Schild schmückt heute The Ring o’Bells. Im Bellringer’s Snug sollen früher einmal die Leichen aufgebahrt worden sein, bevor sie nebenan beigesetzt wurden. Von einen Geheimgang vom Pubkeller in die Kirche ist auch die Rede, aber gesehen bzw. begangen hat ihn wohl in der letzten Zeit niemand (wenn es ihn denn je gegeben hat).

Ich habe mal eine kurze Zeit in der Nähe von Kendal verbracht und bin oft zum Abendessen in die Stadt gefahren. Es ist ein hübscher Ort am River Kent, Pub und Kirche stehen ganz nahe am Fluss.

The Ring o’Bells
39 Kirkland
Kendal
Cumbria LA9 5AF 

Holy Trinity Parish Church in Kendal, die größte Kirche in Cumbria.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

 

Was der River Soar in Leicestershire und der indische Ganges gemeinsam haben

Von hier aus in Barrow on Soar starten die Fahrten der Firma Barrow Boating.
Photo © Roger Kidd (cc-by-sa/2.0)

Der River Soar ist etwa 95 Kilometer lang und fließt überwiegend in der Grafschaft Leicestershire. Er entspringt in der Nähe von Hinckley und mündet in den River Trent. Ich bin ihm einmal in der Stadt Leicester begegnet, wo angeblich der Leichnam von König Richard III. nach der Schlacht von Bosworth hineingeworfen worden sein soll, was sich aber vor wenigen Jahren als Irrtum erwies, als man sein Skelett unter einem Parkplatz mitten in der Stadt fand.

Im Vergleich zu dem über 2600 Kilometer langen Ganges in Indien ist der Soar natürlich nicht der Rede wert, aber beide Flüsse haben eine Gemeinsamkeit: Sie werden als Ort benutzt, in denen die Asche verstorbener Hindus verstreut wird. Es gibt eine große asiatische Gemeinde in England und nicht viele können es sich leisten, die Asche ihrer Verstorbenen nach Indien zu bringen, um sie dort dem Ganges zu übergeben, also suchte man in England nach einer Alternative und fand sie im River Soar bei dem Dorf Barrow on Soar. Dort betreibt die Firma Barrow Boating am Ende des Mill Lane einen Bootsverleih und hat sich auf die Ausführung von Flussbestattungen spezialisiert. In einer ruhigen, etwas abgeschiedenen Biegung des Flusses wird die Asche in den Soar verstreut und das geschieht mit den gleichen Zeremonien wie sie in Indien üblich sind.

Natürlich musste erst die Environment Agency ihre Einwilligung für die Flussbestattungen geben, aber diese sah keine grundsätzlichen Probleme, erließ aber einige Auflagen, die zu beachten sind, so dürfen bei den Zeremonien keine Gegenstände ins Wasser geworfen werden, die an das Ufer getrieben werden können. Barrow Boating setzt ein Boot ein, auf das bis zu zwölf Personen passen, die Zeremonie dauert in der Regel bis zu einer Stunde. Diese Form der Beisetzung ist nicht nur auf Hindus und Sikhs beschränkt, sie kann von jedermann in Anspruch genommen werden.

Die Environment Agency hat noch einige andere Stellen an englischen Flüssen freigegeben, an denen Bestattungen dieser Art durchgeführten können wie zum Beispiel auf der Themse bei Kingston, Richmond und der Lambeth Bridge im Zentrum von London.

Der River Soar bei Barrow in Leicestershire.
Photo © Roger Kidd (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 23. Februar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Shirley Pitts (1934-1992) – Die Londoner Königin der Ladendiebstähle

Der Lambeth Walk in London, wo Shirley Pitts das Licht der Welt erblickte.
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)

An einem Märztag im Jahr 1992 fuhr eine Kolonne von 21 schwarzen Daimler-Limousinen durch London mit dem Ziel Lambeth Cemetery, einem der kleineren Friedhöfe der Stadt südlich der Themse. Nanu, mag sich mancher gefragt haben, ist da ein Staatsoberhaupt gestorben oder jemand von der High Society Londons? Nein, alles falsch.
Shirley Pitts wurde an diesem Tage beigesetzt. Shirley wer? Die 1934 auch im Stadtteil Lambeth geborene Shirley Pitts war eine Königin, die Königin der Ladendiebstähle, gefürchtet von den Londoner Edelkaufhäusern, in denen sie ihre Diebestouren mit Vorliebe beging, Harrods, Selfridges und wie sie alle heißen. Stilgemäß wurde die Dame in einem £5,000 teuren Kleid der Modedesignerin Zandra Jones begraben, das sie möglicherweise nicht auf regulärem Weg bezahlt hatte. Gespielt wurde bei der Feier auf ihren Wunsch hin Irving Berlins „Cheek to Cheek„, dessen Text mit der Zeile „Heaven, I’m in heaven“ beginnt. Bei der Beerdigungsfeier waren einige Größen der Londoner Unterwelt anwesend wie zum Beispiel der „Great Train Robber“ Buster Edwards.
Die Kray Zwillinge, Ronald und Reginald, die das organisierte Verbrechen Londons in den 1950er und 1960er Jahren beherrschten, hatten Shirley Pitts unter ihre Fittiche genommen, die aus sehr problematischen Verhältnissen stammte. Die Mutter war Alkoholikerin, der Vater saß im Gefängnis, wo er auch starb, einer ihrer Brüder war Bankräuber, ein anderer saß wegen Entführung im Gefängnis. So begann die kleine Shirley schon in jungen Jahren zu stehlen, eine Kunst, die sie später als „Queen of Shoplifting“ zur Vollendung brachte. Sie hatte sieben Kinder von drei Vätern.

Lorraine Gammon schrieb eine Biografie über sie mit dem Titel „Gone Shopping: The Story of Shirley Pitts – Queen of Thieves„, das 1995 in der legendären Londoner Krimibuchhandlung „Murder One“ in der Charing Cross Road seine Premiere feierte (leider wurde die Buchhandlung vor Jahren geschlossen, ich habe sie noch besuchen können). Kurz vor ihrem Tod hatte Shirley Pitts ihre Lebensgeschichte Lorraine Gammon erzählt. Teure Kleider, edler Champagner bildeten einen Eckpfeiler ihres Lebens, mehrere Gefängnisaufenthalte den anderen.
Hier ist ein Film über Shirley Pitts.

Harrod’s, wo Shirley Pitts gern auf ihre Weise einkaufte.
Photo © Richard Humphrey (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 22. Februar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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