Sir Arthur Conan Doyle und eine Gedenkfeier nach seinem Tod in der Londoner Royal Albert Hall

Die Royal Albert Hall.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Sir Arthur Conan Doyle (1859-1930) ist in Deutschland fast ausschließlich durch seine Romane und Kurzgeschichten um Sherlock Holmes populär geworden; eine andere Seite des Schriftstellers ist bei uns weniger bekannt, er war ein Mann, der sich sehr für Spiritismus interessierte und zu dem Thema auch das Buch „The History of Spiritualism“ (1926) schrieb. Doyle war Mitglied zum Beispiel im Ghost Club und in der Society for Psychical Research. Er war der Meinung, dass es ein Leben nach dem Tod gibt.

Am 7. Juli 1930 starb Sir Arthur in seinem letzten Wohnort Crowborough in der Grafschaft East Sussex. Sechs Tage später fand in der Londoner Royal Albert Hall eine Großveranstaltung statt, zu der die Spiritualist Association geladen hatte. Es war ein Memorial Service der besonderen Art, zu dem Tausende gekommen waren. Auf der Bühne der Hall nahmen Familienmitglieder der Doyles Platz, darunter auch Lady Doyle, Jean Elizabeth Leckie. Auf ihrer rechten Seite blieb ein Stuhl frei, auf dem ein Schild mit dem Namen des Verstorbenen lag. Mit auf der Bühne befand sich Mrs. Estelle Roberts, ein Medium, das mit dem Jenseits und mit Sir Arthur Kontakt aufnehmen sollte (sie schrieb 1959 ein Buch über ihr Leben mit dem Titel „Forty Years a Medium„).
Unter den erwartungsvollen Zuschauern machte sich Unruhe breit, als es Mrs Roberts allem Anschein nach gelang, den Kontakt herzustellen. Sie blickte auf den leeren Stuhl und rief laut „Er ist hier!“ und murmelte „Er trägt Abendkleidung“. Dann ging sie zu Lady Doyle und flüsterte ihr etwas ins Ohr, eine Mitteilung des Verstorbenen, die sie ihr ausrichten sollte. Die Anwesenden in der Royal Albert Hall erhoben sich und spendeten laut Beifall, während die Orgel, gespielt von Alford Armstrong, laut ertönte. Sie waren (überwiegend) der Meinung, dass der große Sir Arthur Conan Doyle ein Zeichen aus dem Jenseits gesendet hatte. Einige Skeptiker äußersten sich hingegen, dass sie gern Sherlock Holmes bei der Veranstaltung gehabt und seine Meinung über die Glaubwürdigkeit des Mediums gehabt hätten.

Der Schriftsteller wurde nicht in London beigesetzt, sondern erst in Crowborough; später wurden seine sterblichen Überreste in das kleine Dorf Minstead in Hampshire, auf den All Saints Churchyard, überführt (s. dazu meinen Blogeintrag).

Die Orgel in der Royal Albert Hall.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Sir Arthur Conan Doyles Statue in Crowborough (East Sussex).
Photo © E Gammie (cc-by-sa/2.0)

Doyles letzte Ruhestätte in Minstead (Hampshire).
Photo © Peter Whitcomb (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 18. Juni 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Die Agapemoniten – Eine skurrile, religiöse Sekte, die im ländlichen Somerset gegründet wurde

Die Agapemone Chapel. Hier in Four Forks bei Spaxton in Somerset hatte sich die Sekte niedergelassen.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

Agapemoniten, das klingt wie der lateinische Name für irgendwelche Urzeittierchen; stimmt aber nicht, das war ein Name, den sich Reverend Henry Prince 1846 ausgedacht hatte und was soviel wie „Heimstätte der Liebe“ bedeutet. Der Reverend hatte sich mit der anglikanischen Kirche in die Haare gekriegt, weil er behauptete er sei der Messias, was wiederum die Church of England gar nicht lustig fand. Also ging der Reverend seiner eigenen Wege und gründete in dem kleinen Dorf Spaxton (genauer gesagt in Four Forks) im ländlichen Somerset seine eigene Kirche. Warum auch immer fand der selbsternannte Messias eine ganze Menge Anhänger, besser gesagt Anhängerinnen, die sich wie 120 Jahre später im Fall Charles Manson in Kalifornien, um ihn scharten.

Da gab es einmal die älteren, wohlhabenden Frauen, die für eine solide finanzielle Basis der Sekte sorgten und die auf dem Anwesen in Spaxton in Cottages wohnten, und dann gab es die jungen hübschen Frauen, die bei dem Reverend im Haupthaus bleiben durften. Und da seine Sektenanhänger ja den netten Namen Agapemoniten trugen, sorgte Prince dafür, dass die „Heimstätte der Liebe“ auch zu einer solchen wurde, indem die jungen Damen das Bett mit ihm teilen durften, was sie wohl auch gern taten. Dass dabei das eine oder andere Kind entstand, störte den Messias nicht.

Vielleicht war es dem Reverend in dem entlegenen Spaxton zu ruhig geworden, denn er übersiedelte mit seiner Fangemeinde Ende des 19. Jahrhunderts nach London, in den Stadtteil Upper Clapton, wo er, jetzt schon über 80 Jahre alt, eine Kirche erbauen ließ, The Ark of Covenant. Das Geld dafür spendeten zwei ältere Damen. 1899 starb Prince im Alter von 88 Jahren.

Seinen Platz nahm schnell ein anderer Reverend ein, der sich als „The Heavenly Bridegroom“ bezeichnete: John Hugh Smyth-Pigott. Auch er sammelte ein Heer von jungen Frauen um sich, denen er im Bett seinen messianischen Segen spendete. London war aber nicht Spaxton, und so regte sich in der Bevölkerung der Stadt Widerstand gegen ihn, daher musste er aufpassen, dass es ihm nicht an den Kragen ging. Sicherheitshalber zog er mit seinen jungen „Bräuten“ zum Gründungsort der Agapemoniten zurück, wo man die Sekte in Ruhe ließ. Nach Smyth-Piggots Tod im Jahr 1927 gab es niemanden mehr, der in die Fußstapfen der beiden abtrünnigen Reverends treten wollte, und so dämmerten die verbliebenen Agapemoniten vor sich hin, bis ihr letztes Mitglied 1956 verstarb.

Im Jahr 2016 geriet die Sekte noch einmal kurz in die Schlagzeilen, als die Urenkelin von Reverend Smyth-Piggott die £1 Million für sich beanspruchte, die der Verkauf der Kirche in Upper Clapton eingebracht hatte, doch ein Gericht sah das anders, und überließ das Geld  Wohlfahrtsorganisationen. In der Kirche in der Rockwod Road ist heute die Georgian Orthodox Church untergebracht.

Das Buch zum Thema:
Aubrey Menen: The Abode of Love: The Conception, Financing and Daily Routine of an English Harem in the Middle of the 19th Century. Penguin 1990. 176 Seiten. ISBN  978-0140123463.

The Ark of Covenant, jetzt die Georgian Orthodox Church in der Rookwood Road in Upper Clapton (London).
Photo © John Salmon (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 17. Juni 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Die Autobahn M6 – Englands „most haunted road“

Junction 17 auf der M6.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Auf Platz 1 einer Untersuchung über die „most haunted roads“ Großbritanniens steht erstaunlicherweise eine der befahrendsten Autobahnen des Landes, die M6, von der ein 43 km langes Teilstück gebührenpflichtig ist, die M6 Toll Road (s. dazu meinen Blogeintrag).

Die Straße führt von Rugby in Warwickshire bis kurz vor die schottische Grenze und ist damit die längste Autobahn in Großbritannien. Und auf dieser sechsspurigen Strecke soll es spuken? Ja, das behaupten zahlreiche Autofahrer, die auf der M6 schon alle möglichen gruseligen Begegnungen gehabt haben. So wurden mehrfach des Nachts römische Soldaten gesichtet, die in voller Montur neben der Autobahn herliefen. Da ist von einem Phantom-Lastwagen die Rede, der Autofahrern auf der falschen Straßenseite entgegenkommt, von Fahrzeugen, in denen keine Fahrer sitzen und von einer weiblichen Anhalterin, die sich in Luft auflöst. Von keiner anderen Straße des Landes wurden so viele mysteriöse Beobachtungen gemeldet, die hin und wieder in Unfälle münden.

Ganz besonders gefährlich ist die Autobahn zwischen den Junctions 16 und 19 in Cheshire. Hier ereignen sich immer wieder schwere Verkehrsunfälle und diese Strecke wird auch als „Britain’s Bermuda Triangle“ bezeichnet, denn hier geht es möglicherweise nicht mit rechten Dingen zu. Zwischen Januar und August 2017 ereigneten sich nur auf diesem Teilstück über 70 schwere Unfälle. Zwei Theorien sind da im Gespräch wie es dazu kommen kann: Die erste besagt, dass die Autobahn hier über eine einstige römische Grabanlage führt, und die zweite, dass an dieser Stelle eine blutige Schlacht stattgefunden hat, bei der die schottische Armee vernichtet worden ist. Behauptungen, die Mike Brooker aufgestellt hat, ein Mann mit medialen Fähigkeiten (der im Februar diesen Jahres verstorben ist). Fühlen sich die Toten, die unter der Autobahn begraben liegen, in ihrer Ruhe gestört? Können diese Dinge Auswirkungen auf die Sicherheit der Straße haben? Viele Autofahrer glauben das, denn die Berichte über sonderbare Phänomene auf der M6 reißen nicht ab.

Junction 18 auf der M6.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 16. Juni 2019 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

Mein Buchtipp – Julian Hunt: A History of Amersham

Foto meines Exemplares.

Über die Kleinstadt Amersham in Buckinghamshire habe ich in meinem Blog schon viele Beiträge geschrieben, weil sie einer meiner Lieblingsorte in England ist. Darum interessiere ich mich auch sehr für die Bücher, die über Amersham veröffentlicht worden sind. Eines stellte ich schon einmal vor: „Amersham At Work – People and Industries Through the Years“ von William Parker, das im Jahr 2017 erschien.

Bereits 2001 wurde „A History of Amersham“ von Julian Hunt publiziert, das auf 124 Seiten die Geschichte des Ortes zusammenfasst. Amersham besteht ja aus Old Amersham und dem neueren Amersham-on-the-Hill. Der attraktivere Ort ist Old Amersham, der in dem Buch die weitaus größte Rolle spielt.

Julian Hunt beginnt seine Biografie der Kleinstadt in Buckinghamhire mit seiner ersten Erwähnung im Domesday Book und geht sehr ausführlich auf die Familie Drake, später Tyrwhitt-Drake, ein, die über Jahrhunderte den Ort prägte und die bis zum Zweiten Weltkrieg in Shardeloes ihren Wohnsitz hatte, am Ortsrand von Amersham gelegen (heute in Wohnungen aufgeteilt).

Das Buch beinhaltet  jeweils ein Kapitel über die Kirchen (St Mary’s ist heute die Parish Church), über die Coaching Inns (über The King’s Arms habe ich in meinem Blog berichtet), über die Schulen und über die Eisenbahnlinie, die nach Amersham-on-the Hill eingerichtet wurde und die in etwa 40 Minuten Fahrzeit nach London Marylebone führt.

Das Buch ist sehr interessant für alle, die schon einmal in dieser Region von Buckinghamshire waren und die Old Amersham lieb gewonnen haben. Viele historische Fotos veranschaulichen die Geschichte der Stadt.

Julian Hunt: A History of Amersham. Phillimore 2001. 124 Seiten. ISBN 1-86077-187-4.

Shardeloes: Ehemaliger Familiensitz der Drakes.
Photo © Bikeboy (cc-by-sa/2.0)

St Mary’s.
Eigenes Foto.

The King’s Arms.
Eigenes Foto.

Der Bahnhof.
Photo © Peter S (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 15. Juni 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Das Portcullis House in London – Eine luxuriöse Herberge für Parlamentsmitglieder in London und ein Millionengrab

Was haben die Hamburger Elbphilharmonie und der irgendwann einmal in Betrieb gehende Berliner Flughafen mit dem Londoner Portcullis House gemein? Sie sind alle weit teurer geworden als ursprünglich vorgesehen. Als das Londoner Gebäude 1992 geplant war, veranschlagte man die Kosten auf £165 Millionen, ein ganz schöner Batzen Geld, doch als es 2001 fertiggestellt war, kam man auf eine Endsumme von £235 Millionen. Wer hat sich denn da wohl so grob verschätzt?

Das Portcullis House, gegenüber vom Elizabeth Tower mit Big Ben, wurde gebaut, weil es den Abgeordneten des britischen Parlaments in ihren damaligen Büros zu eng geworden war. Also riss man 1994 die Häuser ab, die dem Neubau im Wege standen, und beauftragte das Architektenbüro Michael Hopkins and Partners mit der Erstellung des Portcullis House. Kosten spielten keine Rolle, man schöpfte aus dem Vollen. Allein die Fassadenverkleidung aus Bronze kostete £30 Millionen; nebenbei wurden noch fast £10 Millionen für Entschädigungen und Gerichtskosten ausgegeben, weil die Firma, die ein günstigeres Angebot abgegeben hatte, nicht berücksichtigt worden war.

Aufsehen erregte auch die Anschaffung von einem Dutzend Feigenbäumen, die aus Florida importiert wurden und die stolze £150,000 kosteten. Damit sich die Abgeordneten in ihrem Restaurant auch wirklich wohlfühlen, wurden £500 000 für die Einrichtung und £200 000 für Pflanzen ausgegeben.

So ganz sauber wurde beim Bau wohl nicht gearbeitet, denn es gab immer wieder Probleme. Schon ein Jahr nach Fertigstellung hatte das National Audit Office, eine Prüf- und Aufsichtsbehörde, sage und schreibe 7500 Beanstandungen am Portcullis House gefunden. Allein das Dach musste 2004 und 2009 wegen Undichtigkeiten repariert werden.

Die Members of Parliament, die in das Haus einzogen, schienen auch nicht zu 100% glücklich gewesen zu sein, denn auch sie bemängelten so einiges an ihrem neuen Zuhause. Eine von ihnen, die Abgeordnete Edwina Currie, verglich Portcullis House mit einer auf dem Rücken liegenden Kakerlake, die ihre Füße in die Luft streckt.

Das Café im Portcullis House.
Author: User:Colin
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

 

The Temple of Convenience – Eine Szenekneipe in Manchester

In meinem Blog-Beitrag vor mehr als zwei Jahren über „Loo Tours“ in London erwähnte ich einige Lokale, die sich in der Hauptstadt in ehemaligen Toiletten installiert haben wie das Attendant Café, WC Wine & Charcuterie und die Cellar Door Bar.
Auch Manchester kann so etwas vorweisen, eine Szenekneipe mit dem wohlklingenden Namen The Temple of Convenience oder auch nur kurz The Temple genannt. Man findet den Eingang, der eine Treppe hinunterführt, mitten auf der Great Bridgewater Street. Dort, wo früher Menschen ihre Notdurft verrichteten, stehen heute dicht gedrängt Besucher dieses Etablissements, um ihr Bier zu trinken und der Musik zu lauschen, die aus der Music Box dröhnt, die überwiegend mit Songs von Manchester-basierten Bands bestückt ist. Es ist gar nicht selten, dass man einige der Mitglieder dieser Bands im Temple trifft, die sich in der Kneipe ebenfalls wohlfühlen, beispielweise die Band Elbow wie dieses Interview zeigt. Im Text ihres Songs „Grounds for Divorce“ heißt es „There’s a hole in my neighborhood Down which of late I cannot help but fall“ und mit diesem „Loch in meiner Nachbarschaft“ soll The Temple of Convenience gemeint sein.

The Temple of Convenience
100 Great Bridgwater Street
Manchester M1 5JW

 

 

 

Mein Buchtipp – John Higgs: Watling Street – Travels Through Britain and Its Ever-Present Past

Foto meines Exemplares.

Die Römer hatten damals ganz schön zu tun, als sie in England Fernstraßen anlegten wie den Fosse Way und die Watling Street. Um letzere geht es in dem Buch „Watling Street – Travels Through Britain and Its Ever-Present Past“ von John Higgs. Der Autor bereist diese Strecke vom Beginn in Dover an der Südküste von Kent bis zum Endpunkt, Anglesey im Norden von Wales. Heute sind es hauptsächlich die A2 und die A5, die dem Verlauf der Watling Street folgen.

Im Klappentext des Buches wird der Inhalt sehr präzise wiedergegeben: „Watling Street is a road of witches and ghosts, of queens and highwaymen, of history and myth, of Chaucer, Dickens and James Bond. Along this road Boudica met her end, the Battle of Bosworth changed royal history, Bletchley Park codebreakers cracked Nazi transmissions and Capability Brown remodelled the English landscape„.
Es ist also eine Menge passiert entlang der alten Römerstraße.

John Higgs beginnt seine Reise in dem Second World War Tunnelsystem in Dover, er trifft auf interessante Menschen wie zum Beispiel in Northampton auf den berühmten Comicautor Alan Moore, in Atherstone (Warwickshire) verfolgt er das kuriose und beinharte Ball Game (ich berichtete in meinem Blog darüber)und in Weston Park (Staffordshire) besucht er die von Lancelot „Capability“ Brown angelegten Landschaftsgärten.

Ein wirklich hochinteressantes Buch, das viele Anregungen bietet, sich mit den einzelnen angesprochenen Themen weiter auseinanderzusetzen.

John Higgs, 1971 in Rugby geboren (er besucht die Stadt auch auf seiner Reise entlang der Watling Street), hat weitere Bücher zu unterschiedlichen Themen geschrieben, u.a. über die ehemalige Band KLF: „The KLF: Chaos, Magic and the Band who Burned a Million Pounds“ und über den US-amerikanischen Psychologen Timothy Leary: „I Have America Surrounded: The Life of Timothy Leary„.

John Higgs: Watling Street – Travels Through Britain and Its Ever-Present Past. Weidenfeld & Nicolson 2017. 371 Seiten. ISBN 978-1-4746-0347-8.

Teil der alten Watling Street bei Gravesend in Kent.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Ein Tunnel aus dem Zweiten Weltkrieg in Dover.
Photo © Ian Taylor (cc-by-sa/2.0)

Die von Capability Brown gestalteten Parkanlagen in Weston Park (Staffordshire).
Photo © Simon Huguet (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 12. Juni 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Sheriff Hutton Castle – Eine romantische Burgruine in North Yorkshire

Viele Male bin ich durch das Dorf Sheriff Hutton in North Yorkshire gefahren, meist auf dem Weg von bzw. nach York, und dabei die eindrucksvollen Ruinen der nach dem Ort benannten Burg gesehen. Meines Wissens konnte man sich früher in der Farm, auf deren Gelände die Burg lag, einen Schlüssel besorgen, um Zugang zum Gelände zu bekommen, was ich aber nie getan habe, obwohl meine Frau, eine glühende Ricardianerin, neben mir saß. Richard III. hielt sich nämlich in der Zeit von 1471 bis zu seinem Tod im Jahr 1485 häufig auf der Burg auf. Er erhielt sie, nachdem sein Schwiegervater, Richard Neville, 1471 gestorben war, und da Sheriff Hutton Castle nicht allzu weit von York entfernt ist, war die Lage für Richard III. sehr günstig. Der sogenannte Council of the North, der von 1472 bis 1537 existierte, versammelte sich eine Zeit lang regelmäßig in Sheriff Hutton.

Nach Richards Tod in der Schlacht von Bosworth wechselten die Besitzer der Burg mehrfach; doch zu Beginn des 17. Jahrhunderts verfiel sie allmählich. Viele Steine wurden abgetragen, um damit Häuser zu bauen, und das Burggelände wurde zum Teil eines Bauernhofes. Im Jahr 2007 kam die Burg samt Farmgebäuden und umgebenden Land auf den Markt und wurde von seinem Besitzer Dr Richard Howarth (der auch eine kurze Geschichte seiner Burg geschrieben hat), für £1,5 Millionen angeboten. Da es zu keinem Verkauf kam, zog er das Angebot 2011 wieder zurück, nur um es 2017 erneut, dieses Mal für  £1,1 Millionen, auf den Markt zu bringen. Anfang 2019 fand Sheriff Hutton Castle endlich einen neuen Besitzer, der es für eine unbekannte Summe erwarb.

Dieser von einer Drohne aus aufgenommene Film zeigt die Burg  aus der Vogelperspektive.

Der Bennerley Viaduct – Ein imposantes Bauwerk, das Nottinghamshire mit Derbyshire verbindet

Gut, wenn man Freunde hat! Das gilt auch für den Bennerley Viaduct, eine ehemalige Eisenbahnbrücke, die das Tal des River Erewash überquert zwischen den Ortschaften Ilkeston in Derbyshire und Awsworth in Nottinghamshire.
Nachdem der Zugverkehr 1968 über den Viadukt eingestellt worden ist, sollte das 443 Meter lange imposante Bauwerk eigentlich abgerissen werden, aber das erwies sich als komplizierter und vor allem viel teurer als gedacht, denn die aus schmiedeeisernen Gitterträgern gebaute Brücke hätte man Niete für Niete auseinander nehmen müssen. Und dann kommen die Freunde ins Spiel: The Friends of Bennerley Viaduct, die sich vehement gegen einen Abriss der 1877 von der Great Northern Railway gebauten Brücke aussprachen. Jetzt steht der Bennerley Viaduct unter Denkmalschutz und so kann ihm jetzt eigentlich nichts mehr passieren. Doch der Viadukt soll nicht nutzlos vor sich hinstehen, er soll zu einem Radfahr- und Fußweg umgestaltet werden, was natürlich eine ganze Menge Geld kostet, aber bisher sind schon £485,000 zusammengekommen und man plant, gegen Ende des Jahres 2020 mit den Arbeiten fertig zu sein. Radfahrer und Spaziergänger werden sich freuen.

Dieser Film, von einer Drohne aus aufgenommen, vermittelt einen sehr schönen Eindruck von der Brücke.

Hier wird in einiger Zeit ein Rad- und Fußweg verlaufen.
Photo © Mat Fascione (cc-by-sa/2.0)

Der River Erewash mit dem Viadukt im Hintergrund.
Photo © Tim Glover (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 10. Juni 2019 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Meine Brighton-Trilogie Teil 3: Der analoge und der digitale Walk of Fame

Der Brighton Walk of Fame à la Hollywood.
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)

Was Hollywood kann, das können wir in Brighton auch; gesagt, getan, und so gibt es seit 2002 in der Stadt am Meer ebenfalls einen Walk of Fame, der, wie das große Vorbild in Kalifornien, aus in das Pflaster eingelassenen Steinen besteht. Auf die Idee kam David Courtney, ein in Brighton geborener Komponist und Produzent, der eine Zeit lang in Los Angeles lebte und den Brighton Walk of Fame initiierte, der am Yachthafen der Stadt zu finden ist. Zur Zeit sind es über 100 Tafeln, die auf Prominente aufmerksam machen, die in irgendeiner Form mit dem Küstenort in Verbindung stehen/standen. Da haben wir beispielsweise Georg IV, der als Prince of Wales den Royal Pavilion erbauen ließ, die Schauspielerin Julie Christie, die Kunst am Technical College studierte, den Schriftsteller Graham Greene, der durch seinen Roman „Brighton Rock“ bekannt ist, die Sängerin Dusty Springfield, die einmal in der Wilbury Road im benachbarten Hove wohnte und den Boxer Chris Eubank, der seinen Wohnsitz in der Stadt am Meer hat.

Das ist sozusagen der „analoge“ Walk of Fame von Brighton, es gibt aber auch noch eine „digitale“ Variante, den Brighton Music Walk of Fame, der auf der Palace Pier angesiedelt ist und am 27. Juni 2018 eröffnet wurde. So etwas hat selbst Hollywood noch nicht (soviel ich weiß). Damit wurde die Attraktivität der Seebrücke noch gesteigert. Dieser ebenfalls von David Courtney initiierte Walk of Fame besteht aus interaktiven Tafeln, die jeweils einem Gesangsstar bzw. einer Musikgruppe gewidmet sind, die mit Brighton in Verbindung gestanden haben. Wenn man mit seinem Smartphone einen auf der Tafel angebrachten Code scannt, erhält man Informationen über den Künstler bzw. die Künstlerin und kann sich Songs von ihnen anhören (das funktioniert über die Shazam mobile App). Eine wirklich gelungene und interessante Idee. Auf den an der Pier angebrachten Tafeln finden wir u.a. The Who, Jeff Beck, Rod Stewart, Leo Sayer, David Gilmour, Jimmy Page, den Rag and Bone Man und viele andere.

Den Brighton Music Walk of Fame kann man sich an jedem Tag des Jahres ansehen bzw. anhören, denn die Pier ist täglich geöffnet.

Hier ist ein Film über den MWOF.

Brighton Palace Pier: Home of the Music Walk of Fame.
Photo © Richard Cooke (cc-by-sa/2.0)

Meine Brighton-Trilogie Teil 2: The Upside Down House an der Strandpromenade

Nach Bournemouth, Christchurch und Intu Lakeside in Essex hat seit dem 13. Mai auch Brighton sein Upside Down House an der Strandpromenade, und das wird richtig gut besucht. Schon kurz nach der Eröffnung bildeten sich lange Schlangen vor dem kuriosen, auf dem Kopf stehenden Haus.

Das Kuriose an dem voll eingerichteten Gebäude ist, dass man Fotos oder Selfies machen kann, bei denen es aussieht, als hänge man von der Decke herunter oder mache einen Handstand auf dem Esszimmertisch, denn das Mobiliar des Upside Down House ist an der Decke befestigt, und wenn man das Foto um 180° dreht, entsteht dieser witzige Effekt. Am besten, man sieht sich das einmal im Film an.

Das Haus soll den Jahreszeiten entsprechend jeweils umdekoriert werden, so wird es zu Ostern anders aussehen als zum Beispiel zu  Halloween und zu Weihnachten.

Man findet das Haus an der Strandpromenade zwischen dem i360-Turm und dem Brighton Bandstand.

Der Eintrittspreis beträgt bei der Online-Vorausbuchung £7, und das Ticket ist einen ganzen Tag lang gültig. Also: Die ideale Attraktion für die Selfie-Generation.

Published in: on 8. Juni 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: ,

Meine Brighton-Trilogie Teil 1: Max „The Cheeky Chappie“ Miller (1894-1963) – Ein Comedian aus der guten alten Zeit

Max Millers Statue in den Pavilion Gardens.
Photo © Mike Pennington (cc-by-sa/2.0)

Max Miller, dessen richtiger Name Thomas Henry Sargent  lautet, wurde 1894 im südenglischen Brighton geboren, wo er auch 67 Jahre später starb. Er war ein fester Bestandteil der englischen Varieté- und Unterhaltungsszene von den 1920er bis in die 1950er Jahre. Er tourte viel durch die Lande, trat auch in Übersee auf, doch Brighton war sein zuhause, und sofern es seine Engagements zuließen, hielt er sich bevorzugt in seiner Geburtsstadt auf. Bekannt war er durch seine schrillen Anzüge und durch seine manchmal etwas gewagten, mehr oder weniger doppeldeutigen „saucy jokes„, die ihn hin und wieder mit der Zensurbehörde in Konflikt brachten. Sein Publikum liebte aber gerade diese Art von Unterhaltung wie zum Beispiel diesem Spruch:

„Have you heard about the girl of eighteen who swallowed a pin, but didn’t feel the prick until she was twenty-one?“

Nun, man muss diese Art von Humor mögen.

Die Stadt Brighton liebt ihren Comedian wie er Brighton liebte. Am 1. Mai 2005 errichtete man zu seinem Gedenken ein Denkmal in den Pavilion Gardens an der New Road.  An der Burlington Street Nummer 25, dem Haus, in dem Max Miller starb, ist eine blaue Plakette angebracht, ebenso an der Marine Parade Nummer 160, dort, wo er viele Jahre lang lebte. Am Walk of Fame an der Marina, wo man ähnlich wie in Hollywood, den Personen einen Gedenkstein ins Pflaster gesetzt hat, die in irgendeiner Form mit Brighton verbunden waren, ist auch einer, der dem Comedian gewidmet ist. Eine Straße trägt den Namen des Varietékünstlers, der Max Miller Walk am Strand von Brighton.

Einer der Linienbusse der Brighton and Hove Bus Company (ich berichtete in meinem Blog darüber) ist nach Max Miller benannt.

Die Max Miller Appreciation Society, die über 1000 Mitglieder zählt,  sorgt dafür, dass der Name des Comedians nicht in Vergessenheit gerät. Sie hat in Bardsley’s Fish and Chips Restaurant in der 22-23a Baker Street eine Dauerausstellung mit Erinnerungsstücken von Max Miller eingerichtet; dazu gehört auch einer seiner schrillen Anzüge.

Hier ist ein Film über den Cheeky Chappie.

Das Buch zum Artikel:
John M. East: Max Miller: The Cheeky Chappie. Robson Books 1998. 224 Seiten. ISBN 978-0860518556.

160 Marine Parade, wo Max Miller wohnte, mit blauer Plakette links neben der Haustür.
Photo © Simon Carey (cc-by-sa/2.0)

Der Max Miller Walk am Strand von Brighton.
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)

Kathryn Ferry – Eine Expertin für englische Seebäder und Strandhütten

Strandhütten in Broadstairs (Kent).
Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

Mein heutiger Blogeintrag schließt hautnah an meinen gestrigen an, es geht um das Thema Seebäder. Eine Spezialistin dafür ist Dr. Kathryn Ferry, deren Publikationen ich hier vorstellen möchte.

Kathryn Ferry gilt als Großbritanniens erste Expertin für „Beach huts„, jene bunten Miniaturhäuschen, die man überall an den Stränden von Seebädern finden kann. Zwei Bücher hat sie bereits darüber geschrieben: „Sheds on the Seashore: A Tour Through Beach Hut History“ (2009) und „Beach Huts and Bathing Machines“ (2009). Im erstgenannten Buch berichtet sie über ihre zweimonatige Tour durch Großbritannien, oder, besser gesagt, entlang den Küsten Großbritanniens, immer auf der Suche nach Informationen über die kleinen Hütten, die oft von Generation zu Genration vererbt werden und die schon einmal einen sechsstelligen Betrag beim Verkauf bringen können.

In ihrem zweiten Buch beschäftigt sich Kathryn Ferry mit den Vorgängern der Beach Huts, den Bathing Machines, das waren Badekarren, die ins Meer geschoben wurden, von wo aus dann die Badenden so diskret wie möglich ins Wasser steigen konnten. Im 18. Jahrhundert kamen diese Bademaschinen auf, die sich dann allmählich zu Strandhütten weiter entwickelten.

Ein Name, der mit Strandferien sehr eng verbunden ist, ist die Firma Butlin’s, die seit 1936 große Ferienanlagen für Familien zur Verfügung stellt und von denen nur noch drei in Betrieb sind, in Skegness, in Bognor Regis und in Minehead. Kathryn Ferris schreibt in ihrem 2016 erschienen Buch „The Nation’s Host: Butlin’s and the Story of the British Seaside“ über diese Art ,Ferien zu machen. Butlin’s kam durch das Aufkommen von Flugpauschalreisen nach Südeuropa in große Schwierigkeiten und musste viele ihrer Anlagen schließen.

In ihrem Buch „Holiday Camps“ (2010) geht es noch einmal um das Thema Ferienanlagen und die damit verbundenen Namen Butlin’s,  Pontin’s und Warner’s, in denen All-inclusive-Ferien für Familien angeboten wurden und werden (Warner’s hat sich auf Adults-Only Hotels umgestellt).

Kathryn Ferry hat ihren Doktortitel an der Universität von Cambridge erworben. Sie ist Jurorin bei der jährlich stattfindenden Towergate Beach Hut of the Year Competition, bei der die schönsten Strandhütten Großbritanniens prämiert werden.

Butlin’s in Minehead (Somerset).
Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. Juni 2019 at 02:00  Comments (1)  
Tags: ,

Mein Buchtipp – Sarah Freeman: Beside the Sea – Britain’s Lost Seaside Heritage

Foto meines Exemplares.

In dem Londoner Verlag Aurum Press erschien vor einigen Jahren ein wunderschönes, großformatiges Buch von Sarah Freeman, in dem sie sich mit dem Niedergang der britischen Seebäder beschäftigt: „Beside the Sea – Britain’s Lost Seaside Heritage“ (über das Thema habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben).
Die Autorin erzählt darin von der Blütezeit dieser Orte, als die Menschen scharenweise in den Ferien oder an den Wochenenden aus den Industrieregionen bzw. aus den Großstädten ans Meer strömten, um dort frische Seeluft zu atmen und sich zu vergnügen. In Blackpool, Morecambe, Margate, Hastings, Southport, Scarborough und in vielen anderen Küstenstädten baute man Schwimmbäder, Freizeitparks und Ball Rooms, das Baden im Meer spielte nicht die erste Rolle. Die Menschen wollten sich lieber Vergnügen, tanzen, bei Schönheitswettbewerben zusehen, die Kinder auf Eseln am Strand reiten und bei Punch and Judy-Shows in Begeisterung geraten. Bei schönem Wetter saßen die Besucher zu Tausenden dicht aneinander gedrängt im Sand, aber das schien niemanden zu stören.

Sarah Freeman hat in ihrem Buch viele Bilder zusammengestellt, die dieses muntere Strandleben abbilden. Männer sind darauf erstaunlicherweise häufig im Anzug mit Krawatte zu sehen, auf einem der Fotos spielt ein kleiner Junge, mit kurzen Hosen und ebenfalls mit Jackett und einer Krawatte bekleidet, mit anderen Kindern im Sand. Die Kleiderordnung war früher in britischen Seebädern schon merkwürdig.
Dieser Film zeigt das Strandleben von Blackpool in den 1950er Jahren.

Die Buchautorin schildert in den einzelnen Kapiteln wie es jeweils in den Seebädern zum Niedergang kam. Es waren letztendlich immer die selben Gründe wie das Aufkommen von Billigflügen nach Südeuropa, wo das Wetter in der Regel besser war. Schade, dass viele der historischen Seebädergebäude abgerissen worden sind.

Ich kann das Buch sehr empfehlen; es steckt viel Nostalgie darin, und es macht einfach Vergnügen, sich die vielen Fotos anzusehen.

Sarah Freeman: Beside the Sea – Britain’s Lost Seaside Heritage. Aurum Press 2015. 190 Seiten. ISBN 978-1-78131-305-3.

 

 

Published in: on 5. Juni 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Downham in Lancashire, das schilder- und antennenlose Dorf am Rande des Pendle Hill

Wenn man nach Downham, einem kleinen Dorf in Lancashire nördlich des Pendle Hills kommt, fragt man sich : Hier fehlt doch irgendetwas?
Ja, es fehlt vieles, was zum normalen Erscheinungsbild eines Dorfes gehört. Es gibt auf den Dächern weder Antennen noch Satellitenschüsseln, auch Stromleitungen sucht man hier vergebens (die sind unterirdisch verlegt). Straßenschilder? Verkehrsschilder? Gelbe Streifen am Fahrbahnrand? Alles Fehlanzeige.

Downham Village gehört zum Besitz der Assheton Familie und Ralph John Assheton, 2nd Baron Clitheroe, untersagt jegliche Verschandlung der Häuser und der Straßen, so dass das Dorf, wenn man die Autos verschwinden ließe, noch genauso aussieht wie vor 100 oder 200 Jahren.

So ein Dorf ist natürlich der Traum eines jeden Film- oder Fernsehproduzenten. Wenn man hier einen historischen Film dreht, braucht man keine Antennen von den Dächern abmontieren oder die gelben Fahrbahnrandstreifen abkleben: das spart Arbeit und Kosten und so wurden in Downham auch schon Filme und Fernsehserien gedreht.
Schon 1961 produzierte hier Richard Attenborough „Whistle Down the Wind“ mit Hayley Mills in der Hauptrolle. Die BBC-TV-Serie „Born and Bred„, die von 2002 bis 2005 ausgestrahlt wurde, drehte man überwiegend in Downham, in der Serie Ormston genannt.

Der Mittelpunkt des „gesellschaftlichen Lebens“ von Downham ist, wie es auch sein sollte, der Pub, der The Assheton Arms heißt.

Downham Hall ist der Wohnsitz der Assheton Familie, die Kirche des Ortes ist dem Heiligen Leonard geweiht, es gibt ein Postamt und das war’s denn auch schon. Ein unverfälschtes Dorf am Hang des berüchtigten Pendle Hills (siehe dazu auch meinen Blogeintrag).

Hier ist ein Film, der das idyllische Downham zeigt.

The Assheton Arms in Downham.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Der Pendle Hill von der St Leonard’s Church aus gesehen.
Photo © Carroll Pierce (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 4. Juni 2019 at 02:00  Comments (5)  
Tags:

Die englische High Street: Deprimierendes und Positives

Ein Beispiel für eine High Street wie wir sie nicht mögen: Wisbech (Cambridgeshire).
Photo © Richard Humphrey (cc-by-sa/2.0)

Über die Problematik der englischen High Street habe ich in meinem Blog schon mehrfach geschrieben. Es sieht nicht gut aus für sie, weil immer mehr Geschäfte schließen, die entweder leer bleiben oder von Charity Shops oder  Billigstläden eingenommen werden. Kürzlich hat das Unternehmen PricewaterhouseCoopers, eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, alarmierende Zahlen für das Jahr 2018 vorgelegt, wonach so viele Geschäftsschließungen stattgefunden haben wie lange nicht mehr: 5833. Rechnet man die Neueröffnungen dagegen (3372), so haben wir ein Minus von fast 2500 Läden. Besonders hart hat es Bankfilialen und Modeläden getroffen, auch Geschäfte, die zu Ketten gehören, verschwinden immer mehr aus dem Straßenbild.

Die Ursachen für das langsame Sterben der High Street sind bekannt: Der zunehmende Onlinehandel, die Zurückhaltung der Menschen beim Geld ausgeben, fehlende Parkplätze in den Städten. Es ist eine Abwärtsspirale: Je unattraktiver die High Streets werden, umso weniger ziehen sie Kunden an und sie bleiben weg. Ein Einkaufsbummel in Straßen, die von Oxfam, Poundstretcher und Kebap-Imbissen dominiert werden, macht einfach keinen Spaß mehr. Auch Restaurants und Pubs leiden unter Kundenmangel; viele essen und trinken lieber zuhause, um Geld zu sparen. Wie das alles nach einem Brexit weiter gehen wird? Kommt dann ein Aufschwung wie Nigel Farage nicht müde wird, es immer wieder zu prophezeien? Oder wird dann alles noch viel schlimmer?

Doch es gibt Bemühungen gegen die desolaten Einkaufsstraßen vorzugehen wie zum Beispiel die alljährliche Verleihung der Great British High Street Awards. Sehen wir uns die Gewinner des letzen Jahres an:

Der Champion Award Winner für England (es gibt die Auszeichnungen auch für Schottland, Wales und Nordirland) war das Town Centre von Altrincham, einer Stadt mit etwa 53 000 Einwohnern im Dunstkreis von Manchester. Der Preis ist verbunden mit einem Scheck über £5,000. Altrincham konnte sich gegen die Konkurrenten St Albans, Royal Tunbridge Wells und Guildford (um nur einige zu nennen) durchsetzen. “Altrincham is a fantastic example of a high street that has made huge strides in transforming itself and significantly improving the environment for locals and visitors alike”, so die Aussage eines der Jurymitglieder.

Der Rising Star Awards Winner 2018 war die Burnley Road in Todmorden (West Yorkshire). Die etwa 16 000 Einwohner beherbergende Stadt setzt sich immer wieder für Umweltschutz ein. “Burnley Road was specifically chosen to represent the town for its diversity, with the market winning a national award, plans on-going for a Community Hub from the old Community College, and improvements to public transport. New shops are opening along this road and some existing shops are giving themselves a make-over, it was the perfect combination to for the rising star category“, so hieß es bei der Bewerbung der Stadt um den begehrten Preis.

Die Auszeichnung High Street Hero 2018 schließlich wurde Jennifer Crowther zugesprochen, die sich um die Küstenstadt Scarborough in North Yorkshire verdient gemacht hat und zwar durch die beiden Kampagnen Totally Locally und  Love Local, die dazu dienten die Geschäftswelt der Stadt näher zusammenzubringen und durch gemeinsames Marketing Kunden in die High Street zu bringen.

Siehe zum Thema auch meinen früheren Blogeintrag über die High Street Awards.

Altrincham Town Centre.
Photo © Richard Sutcliffe (cc-by-sa/2.0)

Die Burnley Road in Todmorden (West Yorkshire).
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

Scarborough Town Centre.
Photo © Christopher Hall (cc-by-sa/2.0)

 

Reading Rooms und Village Halls im Bild

Reading Room and Village Hall in Great Gransden in Cambridgeshire.
Photo © Adrian Cable (cc-by-sa/2.0)

Bei Spaziergängen in englischen Dörfern trifft man hin und wieder auf sogenannte Reading Rooms, das sind Gebäude, die früher einmal von wohlhabenden Männern und Frauen aus der Region der Dorfbevölkerung zur Verfügung gestellt wurden, um einen kulturellen Beitrag zu leisten. Heute sind diese Reading Rooms manchmal mit Village Halls verschmolzen oder dienen anderen Zwecken. In den den deutschen Dorfgemeinschaftshäusern entsprechenden Village Halls trifft man sich bei Feierlichkeiten oder anderen Veranstaltungen, Theateraufführungen können darin stattfinden und Musikabende. Sie sind wie der Pub, die Kirche oder der Village Store ein wichtiger Teil eines funktionierenden Dorflebens.

Ich habe hier einmal einige Beispiele für ehemalige Reading Rooms herausgesucht, die zu Village Halls umfunktioniert wurden.

Früher Reading Room, jetzt Village Hall: Grantchester in Cambridgeshire.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Betley in Staffordshire.
Photo © Jonathan Hutchins (cc-by-sa/2.0)

Tirril Village Hall in Cumbria.
Photo © Christine Johnstone (cc-by-sa/2.0)

Ewelme in Oxfordshire.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Goodrich Village Hall in Herefordshire.
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 2. Juni 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: ,

St Peter’s Barge – Die einzige schwimmende Kirche Londons

Am West India Dock im Bereich der Canary Wharf liegt sie, die einzige schwimmende Kirche Londons und wohl auch ganz Großbritanniens. St Peter’s Barge war einmal ein Frachtkahn, der auf den niederländischen Kanälen eingesetzt war, bevor er 2003 als Kirche umgebaut und von den Niederlanden nach London gebracht wurde. Die Church of England installierte dann hier einen hauptamtlichen Pastor, der von vier Mitarbeitern unterstützt wird.

Ziel der St Peter’s Gemeinde ist, den Menschen, die in der  Canary Wharf arbeiten und leben, einen Anlaufplatz zu bieten, wo sie ihrem Glauben nachgehen können. Zweimal pro Woche jeweils in der Mittagszeit werden Lunchtime Services angeboten für die Menschen, die in den großen Bürogebäuden arbeiten, während sonntags um 11 Uhr ein Gottesdienst für diejenigen stattfindet, die hier wohnen.

Es gibt in dem ganzen Canary Wharf-Komplex keine einzige Kirche, was sicher u.a. auch an den immens hohen Mieten liegt, die hier gefordert werden, so war die Lösung mit der schwimmenden Kirche die preiswerteste. An die 100 000 Menschen arbeiten hier in den Docklands, von denen sich bis zu 60 – 70 zu den mittäglichen Andachten einfinden. Marcus Nodder, der zurzeit verantwortliche Pastor von St Peter’s Barge, ist zufrieden mit der Nutzung seiner Kirche.

Hier ist ein Film über die schwimmende Kirche.

St Peter’s Barge
West India Quay
Hertsmere Road
London E14 4AL

Published in: on 1. Juni 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

The English Wine Week vom 25. Mai bis zum 2. Juni 2019

Albury Organic Vineyard in Surrey.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Der Weinanbau in England boomt! Im vorigen Jahr wurden so viele Flaschen abgefüllt wie niemals zuvor: 15.6 Millionen. Über 500 Weinanbauer gibt es zur Zeit und es werden immer mehr. Die meisten Weinanbaugebiete sind im Süden Englands zu finden, doch im Zuge der Klimaerwärmung werden in Zukunft auch im Norden des Landes immer mehr Gebiete für den Weinanbau erschlossen. In Nordengland existieren bereits 19, in Schottland 4 und in Wales 23.
Vielleicht wird der Konsum eigener Weine nach dem Brexit (wenn er denn kommt) noch mehr angekurbelt, falls dann Einfuhrzölle auf europäische Gewächse kommen sollten.

Um den englischen Wein zu fördern, gibt es auch in diesem Jahr wieder eine English Wine Week, die vom 25. Mai bis zum 2. Juni stattfindet. Viele Winzer öffnen in diesen Tagen ihre Pforten und lassen Besucher einen Blick auf die Weinberge werfen, und selbstverständlich kann man dann auch ihre Weine probieren. Hier nur einige wenige Beispiele:

Das Hanwell Wine Estate, zwischen Nottingham und Melton Mowbray in Nottinghamshire gelegen, veranstaltet am 1. Juni einen Open Day, bei dem man bei freiem Eintritt alle Weine und Sekte kostenlos probieren kann.

Ebenfalls am 1. Juni bietet der Albury Organic Vineyard, östlich von Guildford in Surrey, geführte Touren mit Weinprobe an, die allerdings £20 kosten. Die Firma produziert Wein und Sekt im oberen Preissegment.

Hattingley Valley Winery bei Alresford in Hampshire, eine Firma, die vor allem durch ihre Sekte bekannt geworden ist (und die ich in meinem Blog demnächst näher vorstellen möchte) bietet am 31. Mai um 18 Uhr eine Spezialführung mit Firmengründer Simon Robinson an.

Bei über 15 Millionen Flaschen pro Jahr frage ich mich immer wieder, wo denn die alle geblieben sind. Nach wie vor findet man englischen Wein nur selten in Supermärkten, Weinhandlungen und Restaurants des Landes, ganz zu schweigen von Deutschland, wo ich in Großstädten wie Hamburg vergeblich danach gesucht habe. Vielleicht ist der Ruf englischer Weine und Sekte in Europa noch immer negativ besetzt, obwohl viele von ihnen schon mit Auszeichnungen überhäuft worden sind. Bei einigen Blindverkostungen konnten sich englische Sekte sogar gegen französische Champagner durchsetzen.

Published in: on 31. Mai 2019 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

Das Wettbuch des Brooks’s Club in der Londoner St James’s Street

In den vornehmen Gentlemen’s Clubs in der Londoner City spielten früher einmal Wetten eine große Rolle. Jules Verne hat das sehr schön in seinem Roman „In 80 Tagen um die Welt“ dargestellt, als der reiche Müßiggänger Phileas Fogg im Reform Club 20.000 Pfund Sterling darauf wettete, dass er es in 80 Tagen schaffen würde, die Erde einmal zu umrunden, was ihm auch gelang.

Den Reform Club in der Straße Pall Mall 104 gibt es noch immer; nicht weit davon entfernt, in der St James’s Street 61 findet man einen weiteren Gentlemen’s Club, in dem Wetten an der Tagesordnung waren, der Brooks’s Club, benannt nach einem Weinhändler namens William Brooks. Hier trafen sich regelmäßig Herren aus den oberen Gesellschaftsschichten, die nichts Besseres zu tun hatten, als dort zu essen, zu trinken…und eben Wetten auf alles Mögliche oder Unmögliche abzuschließen. Alles wurde fein säuberlich in einem „Betting Book“ festgehalten.

Der Politiker Charles James Fox (1749-1806) war einer der „regulars“ des Clubs, er hatte Probleme mit seiner Spielsucht und offenbar auch Wettsucht, denn sein Name taucht immer wieder im Wettbuch des Clubs auf. So ist eine Eintragung aus dem Jahr 1776 zu finden, die besagt, dass Charles Fox fünf Guineas gegen Lord Bolingbroke wettet, dass Amerika in exakt zwei Jahren nicht mehr zum britischen Königreich gehören würde. Bingo! Mr Fox gewann die Wette.

Am 7. April 1778 ging es um 50 Guineas, und da behauptete Lord Derby in einer Wette gegen einen Mr. Townshend, dass Lord Chatham in genau 14 Tagen nicht mehr am Leben sein würde (nachdem besagter Lord bei einer Rede im Oberhaus zusammengebrochen war). Irgendwie schleppte sich Lord Chatham noch bis zum 11. Mai hin, bis er starb, so dass Lord Derby die 50 Guineas herausrücken musste.

Eine etwas ungewöhnliche Wette wurde 1785 im Brookes’s Club abgeschlossen, die so lautete: „Lord Cholmondeley has given two guineas to Lord Derby, to receive 500 Gs whenever his lordship fucks a woman in a balloon one thousand yards [900 m] from the Earth„. Da stellt sich natürlich die Frage, wer denn das bezeugen könnte? Vielleicht wenn eine dritte Person in dem Ballon mitführe? Ob die 500 Guineas damals tatsächlich den Besitzer wechselten, ist meines Wissens nicht festgehalten worden. Wäre es wirklich zu der sexuellen Begegnung zwischen dem Lord und einer Dame in luftiger Höhe gekommen, könnte man von einer Vorstufe des heutigen Mile High Clubs sprechen.

Published in: on 30. Mai 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

The Sexual Freedom Awards – Preise, die an Menschen vergeben werden, die sich auf den Themenfeldern Erotik und Sexualität hervorgetan haben

Author: Timeless 181
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

Wer würde sich nicht darüber freuen, einen künstlerisch gestalteten Penis mit Flügeln zuhause auf seinen Kaminsims stellen zu können? Das kann man haben, dazu muss man aber einen der jährlich vergebenen Sexual Freedom Awards gewinnen. Ausgedacht hat sich diesen Preis 1994 Rosalind Mary Owens, besser bekannt als Tuppy Owens, eine Schriftstellerin und Sexualtherapeutin, die sich hauptsächlich mit dem Thema „Sex und Behinderte“ auseinandergesetzt hat. So fließen auch bei der Preisverleihung in London, dem „Sex Maniacs Ball„, Einnahmen an eine Wohltätigkeitsorganisation, The Outsiders Club, die sich darum bemüht, dass Menschen mit Behinderungen einen Partner/eine Partnerin finden.

In mehreren Kategorien werden die Auszeichnungen verliehen, und ich möchte einmal einige der Sieger und Nominierten des Jahres 2018 vorstellen (die Preise für 2019 werden Ende des Jahres verliehen).

In der Kategorie „Publicist of the Year“ gab es 2018 zwei Siegerinnen. Da war einmal die US-Amerikanerin Erica Moen, eine Comicbuch-Autorin, die mit ihre Comicserie „Oh Joy Sex Toy“ bekannt geworden ist, und Juno Roche, die sich mit dem Thema Transgender beschäftigt und das Buch „Queer sex: A trans and non-binary guide to intimacy, pleasure and relationships“ geschrieben hat.

In der Kategorie „Stripper of the Year“ wurde Bunni Morretto mit dem Sexual Freedom Award ausgezeichnet; die Begründung: „By introducing her Jamaican heritage to the mainstream burlesque scene with pride. Her burlesque acts diversely range from brilliant satire to contrasting traditional strip tease.“

Nominiert in der Kategorie „Pioneer of the Year“ (aber nicht der Sieger) war Eve Elliots Website, auf der sie unter dem Namen Eve’s Garden nicht das visuelle Element in der Erotik in den Mittelpunkt stellt, sondern das auditive.

Weitere Kategorien sind u.a. Activist of the Year, Event of the Year und Performer of the Year. Jeder kann bei der Jury Vorschläge einreichen, die dann geprüft werden. Ins Finale kommen drei Nominierte in jeder Kategorie, aus denen dann jeweils der Sieger bzw. die Siegerin ermittelt wird.

 

John Lobb – Ein Schuhmacher der Extraklasse in London

So wenig man bei der High Street-Ladenkette Boots, trotz des Namens, Schuhe kaufen kann, so wenig kann man bei John Lobb Bootmaker in der Londoner St James’s Street Nummer 9 Schuhe „von der Stange“ kaufen. Wer schnell ein paar Schuhe benötigt, ist bei der Firma Lobb am falschen Platz, denn man muss in der Regel ca sechs Monate warten, bis sie fertig werden, hier wird alles von Hand hergestellt. Der Edelschuhmacher hat sogar Repräsentanten, die regelmäßig durch die Welt fahren und die Maße der Füße ihrer wohlhabenden Klientel nehmen. Bei diesem Aufwand ist es nicht verwunderlich, dass die „hand-made shoes“ nicht unter tausend Pfund zu haben sind. Der Käufer muss schon tief in die Tasche greifen, wenn er bei John Lobb etwas erwerben möchte, dafür halten dann die Schuhe auch ein Leben lang.

Prince Charles, Frank Sinatra, Rex Harrison, Aristoteles Onassis und Margaret Thatcher gehören/gehörten zum Kundenkreis der Firma, die schon 1849 von besagtem John Lobb (1829-1895) gegründet wurde. Bis heute ist die Firma erstaunlicherweise noch immer in der Hand der Familie. Es gibt noch einen zweiten Strang, John Lobb Paris, der 1976 von der Firmengruppe Hermès  übernommen worden ist (der Firmengründer hatte im Jahr 1900 einen weiteren Laden in der französischen Hauptstadt eröffnet) und dort kann man „ready-to-wear shoes“ kaufen.

Natürlich hat das Unternehmen in der St James’s Street auch Royal Warrants; es ist Hoflieferant für Prince Charles und den Duke of Edinburgh.

Dieser Film der British Pathé aus dem Jahr 1945 zeigt wie damals die Schuhe angefertigt wurden und in diesem Film kann man sehen wie es heute bei der Firma John Lobb zugeht (auch nicht viel anders).

John Lobb
9 St. James’s Street
London
SW1A 1E

„The most beautiful shop in the world“, so das Esquire Magazine.
Author: OlafJanssen
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Published in: on 28. Mai 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Der Police Memorial Trust, der sich für im Dienst ums Leben gekommene Polizisten einsetzt

Das Yvonne Fletcher Memorial am Londoner St James’s Square.
Photo © Rod Allday (cc-by-sa/2.0)

Im Januar 2013 stellte ich in meinem Blog die Autobiografie des englischen Filmregisseurs Michael Winner (1935-2013) vor, dessen provokante Restaurantkritiken in der Sunday Times ich immer besonders gern las. Michael Winner ist aber nicht nur durch seine zahlreichen Filme in Erinnerung geblieben, sondern und vor allem dadurch, dass er den Police Memorial Trust ins Leben rief, „einer Organisation, die sich dafür einsetzt, für im Dienst ums Leben gekommenen Polizeibeamten ein Denkmal zu setzen. Er war sehr engagiert und setzte sich immer wieder für die Polizei ein. Für dieses Engagement sollte er den Order of the British Empire verliehen bekommen, doch Michael Winner lehnte ab und sagte der Sunday Times „An OBE is what you get if you clean the toilets well at King’s Cross Station“. Typisch M.W.“ So schrieb ich damals in meinem Blog, und heute möchte ich auf diese Organisation näher eingehen.

Die Aufgabe des 1984 gegründeten Trusts ist es, für die Polizistinnen und Polizisten eine Erinnerungsstätte zu schaffen, möglichst ganz in der Nähe der Stelle, wo sie ums Leben gekommen sind. Die Idee dafür kam Michael Winner, als die 25-jährige Polizeibeamtin Yvonne Fletcher am 17. April 1984 vor der libyschen Botschaft am Londoner St James’s Square von einer Kugel tödlich getroffen wurde, die aus der Botschaft abgefeuert worden war. Winner machte sich dafür stark, der jungen Frau dort am St James’s Square ein Denkmal zu setzen, was auch geschah. Am 1. Februar 1985 weihte Margaret Thatcher den Gedenkstein ein, der die Inschrift trägt „Here fell WPC Yvonne Fletcher 17th April 1984“.

Es sollten noch weitere Memorials für Polizistinnen und Polizisten folgen, „killed in the line of duty“. Der 40-jährige PC Keith Blakelock wurde am 6. Oktober 1985 im Londoner Stadtteil Tottenham während der Unruhen in einem Problem-Wohngebiet namens Broadwater Farm ermordet. Der Police Memorial Trust errichtete für ihn einen Gedenkstein an einem Kreisverkehr in Muswell Hill, dort, wo er regelmäßig auf Streife gegangen war.

Am 9. Januar 2003 starb der 42-jährige PC Ged Walker, der zwei Tage zuvor bei einem Einsatz schwer verletzt worden war. Sein Einsatzort: Die Kleinstadt Bulwell in Nottinghamshire und dort, an der Ecke St. Albans Road und Cantrell Road wurde im September 2005 sein Gedenkstein aufgestellt, in Anwesenheit von Michael Winner.

Vor dem Gebäude der Old Admiralty am St James’s Park hat der Police Memorial Trust ein Denkmal errichtet, das für alle im Dienst getöteten Polizisten des Landes steht, das National Police Memorial. Die UK Police Roll of Honour dort verzeichnet die Namen von mehr als 4000 Männern und Frauen, die dieses Schicksal erlitten.

Nach Michael Winners Tod wurde auf seinen Wunsch hin am National Police Memorial für ihn eine Gedankfeier veranstaltet, besucht von mehr als 300 Gästen.

Noch eine kleine Kuriosität am Rande: In Carlisle in Cumbria ehrte man PC George Russell mit einem steinernen Konterfei an der Kathedrale der Stadt, der im Februar 1965 in Oxenholme (Cumbria) einen Verbrecher dingfest machen wollte und dabei erschossen wurde.

Keith Blakelocks Denkmal in Muswell Hill.
Author: Philafrenzy.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

Das National Police Memorial am Rand des St James’s Park in London.
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

PC George Russells Konterfei an der Kathedrale von Carlisle (Cumbria).
Photo © Rose and Trev Clough (cc-by-sa/2.0)

Gary Cooper und Dunstable – Ein Hollywoodschauspieler und eine Kleinstadt in Bedfordshire

This photo is in the public domain, taken from Open Plaques.

Woran denkt man zuerst, wenn man den Namen Gary Cooper hört? Ich meine, an den Film „High Noon“ bzw. „Zwölf Uhr mittags“ und an einen der berühmtesten Filmhelden in Hollywood…aber kaum an die Kleinstadt Dunstable in der Grafschaft Bedfordshire. Doch der 1901 in Helena, Montana, geborene Frank James Cooper, so sein richtiger Name, verbrachte zusammen mit seinem Bruder Arthur die Jahre von 1910 bis 1913 genau hier in der englischen Provinz. Sie wohnten in der Zeit bei Verwandten, den Bartons, in einem kleinen Reihenhaus in der High Street, Ecke Waterlow Road, dort, wo heute ein Telefonladen untergebracht ist. Eine blaue Plakette erinnert an Gary Cooper mit der Inschrift
„GARY COOPER FILM STAR and Dunstable Grammar School Pupil lived here 1910 – 1913“.

Der spätere Hollywoodliebling ging in die auf der Plakette genannte Schule, die nur ein paar Schritte entfernt ebenfalls an der High Street lag. 1973 wurde aus der Dunstable Grammar School die Ashton Middle School, und die wiederum schloss im Jahr 2016 ihre Pforten für immer; auf dem Gelände werden Wohnhäuser errichtet.

Es gibt in Dunstable auch noch einen Pub, der den Namen des Schauspielers trägt: The Gary Cooper, der zu der Gruppe der Wetherspoon Pubs gehört.

Frank James und Arthur wurden während ihres Aufenthaltes in Bedfordshire im Dezember des Jahres 1911 auch getauft und zwar in der Church of All Saints im benachbarten Houghton Regis.

Dunstable gehört zu den vielen englischen Städten mit einer ziemlich desolaten High Street, wo ein Schaufensterbummel kein Vergnügen ist. Hier reihen sich Charity Shops und Billigläden aneinander, ein türkischer Friseurladen liegt zwischen einer Subway-Filiale und einem Büro, in dem man sein Testament aufsetzen lassen kann, dazwischen Leerstände von ehemaligen Geschäften. Gary Cooper hätte mit Sicherheit keine Freude an dieser High Street.

Dieser Film zeigt einige der Orte in Dunstable und Houghton Regis, die mit Gary Cooper in Zusammenhang stehen.

Die Ashton Middle School, die frühere Dunstable Grammar School, die Gary Cooper besuchte.
Photo © Paul Buckingham (cc-by-sa/2.0)

Der nach dem Schauspieler benannte Wetherspoon-Pub.
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)

Church of All Saints: In dieser Kirche in Houghton Regis wurden die beiden Cooper-Brüder getauft.
Photo © Rob Farrow (cc-by-sa/2.0)

Dunstable High Street.
Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 26. Mai 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: ,

Cross Bones Graveyard – Ein ehemaliger Friedhof für Prostituierte im Londoner Stadtteil Southwark

Im Schatten des riesigen Londoner Hochhauses The Shard, im Stadtteil Southwark, findet der Wanderer durch die Straßen des Viertels einen ehemaligen Friedhof, der zu einem Schrein umgebaut worden ist, und der Cross Bones Graveyard heißt. Hier sind einmal über 15 000 Menschen beigesetzt worden, vor allem Prostituierte, Kleinkinder und arme Leute. Die Damen des ältesten Gewerbes der Welt nannte man seinerzeit „Winchester Geese„, da sie die Lizenz zur Ausübung ihres Berufes vom Bischof von Winchester erhielten, der die Hoheit in diesem Teil Londons hatte. Die Behörden der City of London besaßen für diese Region keinen Zugriff, daher siedelten sich hier Bordelle, Spielhöllen und andere Betriebe an, die in anderen Teilen Londons nicht zugelassen waren; der Bischof von Winchester nahm es mit der Moral nicht so genau, dafür spülten diese Gewerbe viel Geld in seine Kasse.

Im Jahr 1853 wurde der Friedhof wegen Überfüllung geschlossen, man hatte die Leichen aus Platzmangel in mehreren Schichten übereinander zur letzten Ruhe gebettet. Viele von ihnen brachte man später auf den Riesenfriedhof von Brookwood in Surrey (siehe dazu meinen Blogeintrag).
Da Cross Bones sehr zentral in London lag, warfen Bauherren begehrliche Blicke auf das Grundstück, doch die Bewohner des Stadtteils wehrten Bebauungspläne immer wieder ab. Es bildete sich eine Interessengemeinschaft, die Friends of Cross Bones, die diesen kleinen Streifen Land am Red Cross Way in einen Garden of Remembrance umgestalteten, in Erinnerung an die Außenseiter der Gesellschaft, die hier einmal ihre letzte Ruhe fanden. An dem Geländer, das Cross Bones umzäunt, ist eine Plakette angebracht, dessen Inschrift mit den Worten „The Outcast Dead – R.I.P.“ endet. Dieses Geländer ist geschmückt mit unzähligen bunten Schleifen, Blumen, Ketten und kleinen Botschaften. Einmal im Monat, immer am 23., findet eine Art Mahnwache an dieser Stelle statt, die letzte war am 23. Mai, die 180. seit Beginn im Juni des Jahres 2004.
Ganz besonders hat sich der Schriftsteller John Constable für Cross Bones eingesetzt, der in Southwark wohnt und schon seit Jahren Vorträge hält und Führungen zu unterschiedlichen Themen durch den Stadtteil veranstaltet (Ghost Walks, Auf den Spuren von Charles Dickens usw.).

Hier ist ein sehr stimmungsvoller Film über Cross Bones Graveyard.

Published in: on 25. Mai 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Musikvideos – „Stand and Deliver“ von Adam and the Ants (1981)

Hatfield House in Hertfordshire, Drehort für Adam Ants Video.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

Stand and Deliver!“ hieß es früher in der Szene der Straßenräuber, als Kutschen überfallen und die Passagiere mit diesen Worten konfrontiert wurden. „Stehen bleiben und Geld her!“, und dann mussten die Überlandreisenden ihre Taschen entleeren.

Stand and Deliver“ heißt auch ein Song aus dem Jahr 1981, der die britische Band Adam and the Ants bekannt machte und der sich lange auf Platz 1 der UK Charts hielt. Der Song wurde 1982 mit einem Ivor Novello Preis ausgezeichnet.

Das dazugehörende Musikvideo zeigt einen solchen Überfall, der von Adam Ant (Stuart Leslie Goddard ist sein richtiger Name) als Highwayman ausgeübt wird, und da hat man offensichtlich auf den Modus operandi  von Katherine Ferrers, einer berüchtigten Straßenräuberin aus dem 17. Jahrhundert, zurückgegriffen, die oft auf einem Baum auf die Kutschen wartete und dann mit gezogenen Pistolen herabsprang, um die Passagiere um ihre Reichtümer zu erleichtern (ich berichtete über die räuberische Dame in meinem Blog).

Im Video ist neben Adam Ant auch seine damalige Freundin Amanda Donohue zu sehen, die eine der Kutscheninsassinnen spielt. Gedreht wurde es im Hatfield House in Hertfordshire.

Adam Ants Autobiografie, die 2007 erschien, trägt ebenfalls den Titel „Stand and Deliver„.

Hier ist das Musikvideo zu sehen.

Published in: on 24. Mai 2019 at 02:00  Comments (3)  
Tags:

Das Knaresborough Bed Race – Ein verrücktes Straßenrennen in North Yorkshire

Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus: Wer am diesjährigen Knaresborough Bed Race teilnehmen möchte, das am 8. Juni stattfinden wird, der ist schon zu spät dran, denn der Anmeldeschluss ist lange vorbei und mehr als 90 Teams werden nicht zugelassen.
Zum 54. Mal wird in diesem Jahr dieses spektakuläre Ereignis in der hübschen Stadt am Nidd in North Yorkshire stattfinden. Dann werden wieder die Harrogate Harriers gegen die Ripon Runners und die Meadowside Malingerers gegen die Stephenson’s Rockets antreten.

Bei dieser Wohltätigkeitsveranstaltung geht es darum, dass ein Team, das aus sechs Anschiebern und einem im Bett sitzenden Passagier besteht, das herausgeputzte Bett so schnell wie möglich auf einem Kurs quer durch Knaresborough schiebt und dabei, als Höhepunkt, den Fluss Nidd durchqueren muss.
Neben dem schnellsten Team wird auch das am schönsten dekorierte Bett mit einem Preis ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr waren das die 1st Scriven Scouts, die ihr Bett  als Willy Wonka Mobile gestaltet hatten, nach der Geschichte „Charlie and the Chocolate Factory“ von Roald Dahl. Das Most Entertaining Team war im Jahr 2018 die Mannschaft Knaresborough Silver Band.

Das Knaresborough Bed Race steht in jedem Jahr unter einem bestimmten Motto; in diesem Jahr heißt das Motto Yorkshire. Jedes Team muss das Bett und die Verkleidung der Mannschaft dementsprechend gestalten.

Also, bitte vormerken: Am 8. Juni um 11 Uhr geht es los mit der Preisverleihung des Best Dressed Bed, dann folgt die Prozession der teilnehmenden Rennbetten durch Knaresborough; es folgt die Vergabe des Preises für das Most Entertaining Team und um 15 Uhr startet das Rennen. Mit der Preisverleihung für die schnellsten Teams endet die Veranstaltung (die dann sicher noch in den Pubs von Knaresborough fortgesetzt wird).

Hier ist ein Film über das Rennen des vergangenen Jahres. Zu Knaresborough siehe auch diesen Blogeintrag.

Das Buch zum Artikel:
Arnold Kellet: A to Z of Knaresborough History. Amberley Publishing 2011. 128 Seiten. ISBN 978-1848681880.

 

Published in: on 23. Mai 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Die Rum Story in Whitehaven (Cumbria) – Ein Ziel für alle Rumfreunde

Im rechten Gebäude ist das Rum-Museum untergebracht.
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

Wer sich für Rum interessiert, sollte bei einem Aufenthalt in Nordengland unbedingt den Küstenort Whitehaven in Cumbria besuchen, denn dort ist in der Lowther Street die „Rum Story – The Dark Spirit of Whitehaven“ zu finden. Seit 1785 hatten hier die Jeffersons einen Laden, einen Vorratskeller und ein Lagerhaus für Rum, der aus der Karibik importiert wurde. Viele Teile des Hauses sind noch im Original erhalten und vermitteln einen Eindruck wie es im Rumgeschäft damals zuging.

Die Rundreise beginnt im karibischen Regenwald von Antigua, zeigt die Arbeit der Sklaven in den Zuckerrohrplantagen; dann geht es in die Gewölbe, wo die noch unverzollten Rumfässer gelagert wurden. Im ersten Stock ist ein afrikanisches Dorf aufgebaut worden, von wo die Sklaven damals auf Schiffe verfrachtet wurden. Dann ist ein Londoner Punch House zu sehen, wo der Rum getrunken wurde, ein Raum ist der Jefferson-Familie gewidmet und im zweiten Stock gibt ein Raum Auskunft über die Bedeutung des Rums in der Royal Navy. Weiter geht es über eine Ausstellung über die Herstellung von Rumfässern und über die illegale Tätigkeit von Rumschmugglern an der Küste von Cumbria. Am Ende des Rundgangs zeigt ein Fernsehkoch in einem Video, was man mit Rum alles machen kann.

Da seit der Eröffnung der „Rum Story“, wie sollte es in einem so alten Haus auch anders sein, mehrere paranormale Erscheinungen aufgetreten sind, kann man hier auch die Nacht verbringen und mit Geisterexperten Untersuchungen anstellen. Hier ist ein Film.

Im Rum Shop kann man nach Herzenslust Rum einkaufen und sich anschließend im Café erfrischen.

Teile des Films „Miss Potter“  (2007) mit Renée Zellweger in der Rolle der Beatrix Potter wurden übrigens in der „Rum Story“ in Whitehaven gedreht.

Dieser Film stellt das Rum-Museum vor.

 

Published in: on 22. Mai 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Die nackten Damen von Twickenham und andere kuriose Biernamen der ältesten Mikrobrauerei Londons

Die Naked Ladies of Twickenham.
Author: Jonathan Cardy.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Die Namen deutscher Biersorten sind in den meisten Fällen ziemlich einfallslos; ganz anders in England, dort existiert ein unerschöpflicher Einfallsreichtum wie man seine Biere nennen kann. Am Beispiel der Twickenham Brewery möchte ich das einmal zeigen. Die Brauerei nennt sich zwar Londons älteste Mikrobrauerei, sie wurde aber erst im Jahr 2004 von Steve Brown gegründet und zwar in Twickenham, jenem südwestlichen Londoner Stadtteil, der vor allem durch den Rugbysport bekannt ist. Das Twickenham Rugby Stadium ist für 82.000 Zuschauer gebaut worden und ist damit nach dem Wembley-Stadion das zweitgrößte in ganz Großbritannien. Vor den Spielen versammeln sich die Fans gern in den Räumen der Brauerei, um schon einmal „vorzuglühen“.

Kommen wir zu den Biernamen. 20 verschiedene Biere werden pro Jahr hergestellt und zu den „regulars“ gehören die „Naked Ladies“ mit 4,4% Alkoholgehalt und schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Der Name kommt von einer Gruppe von Statuen in den Gärten des York House in Twickenham.

Schön finde ich auch den Namen des im Januar hergestellten Bieres „Summer Down Under„, das auf dem Etikett einen Surfer zeigt und aus dem Hopfen Neuseelands und Australiens gebraut wird.

Wolf of the Woods“ heißt das Aprilbier, für das ausschließlich britischer Hopfen verwendet wird. Der Name leitet sich aus dem Lateinischen „Humulus lupulus“ ab = Echter Hopfen.

Daisy Cutter“ wird im Monat Juni gebraut. „Gänseblümchenschneider“ ist der Name einer von den USA entwickelten Fliegerbombe, und so beschreibt die Brauerei ihr 6,1%  alkoholstarkes Bieres als „A veritable Hop Bomb“.

Im Oktober ist das „Strange Brew“ an der Reihe, dessen Etikett einen Halloween-Kürbis zeigt und an den gleichnamigen Song der britischen Band Cream aus dem Jahr 1967 erinnert.

Im Dezember schließlich kann man sich an den Bieren „Starry Night“ und „Winter Warmer“ erwärmen.

Unter dem Oberbegriff „Small Batch“ werden einige Biere hergestellt, die sicher nicht jedermanns Sache sind. Da gibt es ein „Sour Cherry & Chocolate Stout„, ein „Sticky Toffee Stout“ und ein „Chilly Cherry Stout“. Richtige Biertrinker werden wahrscheinlich um diese Sorten einen großen Bogen machen.

An jedem zweiten Mittwoch eines Monats werden für £17.50 Touren durch die Brauerei angeboten (von 19 Uhr bis 21 Uhr). Zu finden ist die Brauerei in der Mereway Road Nummer 18.

Eine Daisy Cutter-Bombe.
This image is in the public domain.

 

Published in: on 21. Mai 2019 at 02:00  Comments (3)  
Tags:

Ettington Park Hotel in Warwickshire – Revisited 2019

Eigenes Foto.

Vor kurzem verbrachte ich wieder einmal drei Tage im Ettington Park Hotel bei Alderminster in Warwickshire, ein idealer Ausgangspunkt für Besuche in der Shakespeare-Stadt Stratford-upon-Avon, für diejenigen, denen es dort zu trubelig ist. In meinem Blog berichtete ich vor einigen Jahren über meine bisherigen Erfahrungen mit diesem Hotel. Dieses Mal gefiel mir alles besser und ich fühlte mich hier sehr wohl. Bei der Ankunft erfuhren wir, dass während unseres Aufenthaltes eine Hochzeitsmesse stattfinden würde, die aber nicht wirklich störte, abgesehen davon, dass die Parkplätze restlos belegt waren. Nach dem freundlichen Empfang an der Rezeption wurden wir auf unser Zimmer geführt; wir hatten die Shakespeare-Suite (Zimmer 49) im ersten Stock gebucht, die uns sehr gut gefiel. Auf dem Bett erwartete uns ein Stoff-Elch, dem das Hotel die Aufgabe übertragen hatte, dafür zu sorgen, dass die Gäste ungestört bleiben konnten, indem sie ihn vor die Tür stellten (anstelle des Schildes „Do not disturb“). Da wir aber gleich merkten, dass unser Elch lieber im Bett bleiben würde, als sich nachts auf den harten Boden vor die Tür zu legen, behielten wir ihn auch im Bett. Der Blick von unserer Suite ging auf die Ruine der Kapelle hinaus und auf das satte Grün des Rasens.

Das Frühstück und das Abendessen werden sowohl im Oak Room als auch in der Library serviert. Die Bibliothek ist mein Lieblingsraum im Hotel, wunderschön eingerichtet mit einem großen Kamin und darüber liegenden Buntglasfenstern. Hier gibt es eine Geheimtür und es wird die Geschichte erzählt, dass immer wieder ein ganz bestimmtes Buch aus dem Regal fällt, das mit den selben aufgeschlagenen Seiten auf dem Boden liegen bleibt. Ettington Park gilt als das „most haunted hotel in England„, in dem 21 Geister umgehen sollen (in Zimmer 6 spukt es ganz besonders).
1963 wurden die Außenaufnahmen des Gruselfilms „The Haunting“ (dt. „Bis das Blut gefriert“) hier gedreht.

In unserer Shakespeare-Suite hatten wir keine Störungen durch Geister, vielleicht hat der Stoff-Elch dafür gesorgt.

Ich kann das Hotel jetzt nach dem dritten Aufenthalt vorbehaltlos empfehlen. Nach Möglichkeit sollte man lieber eine der Suiten buchen, das Standardzimmer bei unserem vorletzten Aufenthalt gefiel mir nicht so gut.
Zu den Übernachtungspreisen: Es spielt eine große Rolle, wann man hier wohnt; so zahlten wir für unsere Suite von Samstag auf Sonntag  £379, von Sonntag auf Montag £219, jeweils mit Frühstück.

Ettington Park Hotel
Alderminster
Stratford-upon-Avon
Warwickshire 
CV37 8BU

Eigenes Foto.

Unsere Shakespeare-Suite.
Eigenes Foto.

Unser Bettgenosse.
Eigenes Foto.

Eine etwas unheimliche Abendstimmung.
Eigenes Foto.

Published in: on 20. Mai 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: