Fisherman’s Friends aus Port Isaac (Cornwall)

Was macht eine CD namens „Port Isaac’s Fisherman’s  Friends„, gesungen von einem gleichnamigen Shantychor aus Cornwall, in den britischen Charts, zwischen Hip-Hoppern,  Lady Gaga und AC/DC? Manchmal geschehen schon wunderliche Dinge im Musikgeschäft.

Der Shantychor besteht aus Männern im Alter von 46 bis 76 aus dem Ort Port Isaac an der Nordküste Cornwalls, die teils Fischer waren, teils zur Küstenwache gehörten oder einfach nur Spaß am Singen von Seemannsliedern und Work Songs haben. Hier ein Beispiel ihrer Sangeskunst.

Die 10 Männer treten in den Sommermonaten jeweils Freitagabends um 20 Uhr in Port Isaac auf, wo sie ihre Shanties zum besten geben, die da u.a. „Ladies of Plymouth“, „Mare’s Tails And Mackerel Scales“ oder „Bully in the Alley“ heißen.

Ihr erfolgreiches Album wurde in der Church of St. James im nahegelegenen St. Kew aufgenommen. Ihre ersten beiden CDs haben sie selbst herausgebracht und dann kam ein Vertrag mit Universal zustande, der sehr lukrativ sein soll (man spricht von einer Million Pfund).

Eines Abends, als die 10 Männer wieder einmal am Hafen von Port Isaac auftraten, war zufällig der Schallplattenproduzent Rupert Christie unter den Zuhörern, der u.a. auch mit der irischen Band U2 zusammengearbeitet hat. Als er sie hörte, war er hin und weg, kontaktierte seine Manager und nahm die Sänger unter Vertrag. Jetzt touren die Fisherman’s Friends durch England und werden demnächst auch beim Glastonbury Festival auftreten, das in diesem Jahr vom 23. bis zum 28. Juni statt findet.

Übrigens: Die gleichnamigen Mentholpastillen werden nicht in Port Isaac, sondern in Fleetwood (Lancashire) hergestellt. Siehe dazu meinen Blogeintrag.

Nachtrag: Im Jahr 2019 kam ein Film in die Kinos, der den Shantychor porträtiert und auch „Fisherman’s Friends“ heißt; in deutschen Kinos läuft er unter dem selben Titel. Hier ist der Trailer.

Published in: on 23. Mai 2010 at 09:05  Comments (4)  
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4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Zu Port Isaac zwei Nachträge. Die Küstenstadt ist eine beliebte Filmlocation.

    Hier wurde „Saving Grace“ (dt. „Grasgeflüster) mit Brenda Bleythyn und Martin Clunes gedreht. Clunes spielte darin eine Nebenrolle als Arzt, die er in der erfolgreichen und geschätzten ITV-Serie „Doc Martin“ wiederholte.

    Bei „Doc Martin“ geht es um einen Londoner Chirugen mit Angst vor Blut, der in die – fiktive- Stadt Portwrenn zieht und dort „general practitioner“ wird. Sozial schwierig und wenig diplomatisch, bezieht die Serie neben dem hervorragenden Clunes und zahlreichen bekannten britischen Serienschauspielern ihren Reiz seit bislang vier Staffeln aus dem Drehort: Port Isaac.
    Ähnlich wie bei Stephen Frys Serie „Kingdom“ (spielt in Norfolk) spülte die Filmproduktion beträchtliche Pfund-Beträge in die lokale Gegend, wenn dort gedreht wird.

  2. […] Über “Port Isaac’s Fisherman’s Friends” berichtete ich schon einmal in einem früheren Blogeintrag. […]

  3. […] Über „Port Isaac’s Fisherman’s Friends“ berichtete ich schon einmal in einem früheren Blogeintrag. […]

  4. […] Ja, als Drehort der populären TV-Serie „Doc Martin“ und als Heimat des Shantychors Fisherman’s Friends, der durch den gleichnamigen Film im vorigen Jahr auch international bekannt wurde. Es gibt noch […]


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