York Ghost Walks – Spaziergänge in der Stadt mit den meisten Geistern Englands

Die Holy Trinity Church in York. Eigenes Foto.

Die Holy Trinity Church in York.
Eigenes Foto.

Wir trafen uns in der abendlichen Dämmerung vor einem Pub in Goodramgate in York, „England’s most haunted city„. Eine Gruppe von vielleicht 15 Personen folgte dem in breitem Yorkshire-Dialekt sprechenden Guide durch die immer dunkler werdenden Straßen der Stadt.
Wir kamen am Münster vorbei, in dem es zu merkwürdigen Erscheinungen gekommen ist, standen vor dem Treasurer’s House, das als Yorks „most haunted building“ bezeichnet wird. Dort spielte sich in den 50er Jahren die wohl bizarrste Geschichte ab, als einem jungen Installateur in den Kellern des Hauses römische Soldaten in voller Kriegsausrüstung begegneten.

Besonders unheimlich war es in der fast schon dunklen uralten Trinity Church. Mein Favorit war das King’s Manor, in dem es sogar bei den Ghost Walks zu unheimlichen Begegnungen gekommen sein soll.

Die Ghost Walks werden von mehreren Unternehmen angeboten und finden täglich statt, egal wie das Wetter ist. Früher gab es Führungen, bei denen die Gruppe durch spezielle Aktionen erschreckt wurde. Dem wurde aber ein Riegel vorgeschoben, nachdem es bei einigen Teilnehmern zu Herzattacken gekommen war.

Wenn man bei Sonnenschein durch York läuft, sagen sicher die meisten „Geister? So ein Blödsinn“. Bewegt man sich aber im Dunklen durch eine unheimlich wirkende Kirche und meint hier und da unerklärliche Geräusche oder Bewegungen wahrzunehmen, sieht das schon ganz anders aus…

Hier einige Webadressen von Ghost Walks in York, einer der schönsten Städte Englands:
http://www.theoriginalghostwalkofyork.co.uk/
http://www.ghosthunt.co.uk/
http://www.ghosttrail.co.uk/
http://www.insideyorks.co.uk/ghostdetective/

Wem es bei den Ghost Walks nicht gruselig genug ist, hier geht es richtig zur Sache!

Published in: on 31. Juli 2010 at 08:13  Comments (1)  
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The Ukulele Orchestra of Great Britain

Author: Kevin Smith. - This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Das Zupfinstrument Ukulele verbindet man eigentlich eher mit Hawaii als mit Großbritannien, aber genau dort hat die Ukulele eine Art Neugeburt erfahren mit der Gründung des Ukulele Orchestra of Great Britain.

Vor 25 Jahren fand man sich, mehr aus Spaß, zusammen und inzwischen ist das „Orchester“ zu einer Weltberühmtheit geworden, dass pausenlos auf Tournee durch die ganze Welt unterwegs ist.

Das achtköpfige Orchester besteht zurzeit aus:
Jonty Bankes
Peter Brooke-Turner
Hester Goodman
Will Grove-White
George Hinchliffe
Kitty Lux
David Suich
Richie Williams

Das UOGB besteht aus Briten, also spielt der Humor bei den Auftritten auch eine Rolle, die dadurch nie langweilig werden. Die perfekte Selbstdarstellung findet sich auf ihrer Webseite, der eigentlich nichts hinzuzufügen ist:

A concert by the Ukulele Orchestra is a funny, virtuosic, twanging, awesome, foot-stomping obituary of rock-n-roll and melodious light entertainment featuring only the “bonsai guitar” and a menagerie of voices in a collision of post-punk performance and toe-tapping oldies. There are no drums, pianos, backing tracks or banjos, no pitch shifters or electronic trickery.

Sie sind häufig Gast in Deutschland und traten auch mehrmals in Fernsehsendungen auf, zuletzt gestern Abend im ZDF-Theaterkanal; eine Aufzeichnung aus dem Jahr 2007.

The Cloud Appreciation Society – Die Wolkenfans

© 2004 Michael Jastremski. Licensed under the Creative Commons license by Michael Jastremski.

Im Jahr 2005 gründete Gavin Pretor-Pinney eine Gesellschaft, in deren Mittelpunkt ausschließlich Wolken stehen: The Cloud Appreciation Society. Und das auch noch mit Erfolg, denn heute zählt die Gesellschaft 22 000 Mitglieder in 83 Ländern.

In ihrem Manifest steht u.a.:

We pledge to fight „Blue Sky Thinking“ wherever we find it. Life would be dull if we had to look up cloudless monotony day after day.

We seek to remind people that clouds are expressions of the atmosphere’s moods, and can be read like those of a person’s countenance.

Auf der Webseite gibt es auch einen Shop, in dem man zwar keine Wolken bestellen kann, aber z.B. Hosen und Socken mit Wolkenmotiven oder Wolkenkalender.
Gavin Pretor-Pinney hat zu dem Thema auch Bücher geschrieben: „The Cloud Collector’s Handbook“ und „The Cloudspotter’s Guide“ (auf Deutsch „Wolkengucken“, 2006 im Heyne-Verlag erschienen) auf dessen Grundlage BBC 4 im Mai 2009 die Dokumentation „Cloudspotting“ produzierte.

 
Published in: on 29. Juli 2010 at 12:09  Comments (1)  
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Shingle Street in Suffolk – Ein einsames Dorf kämpft gegen das Meer

 

   © Copyright Bob Jones and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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An der Suffolk Heritage Coast liegt ein winziges Dorf, das einen stetigen Kampf gegen das Meer führt. Shingle Street besteht nur aus ein paar Häusern, mit einem Kiesstrand zwischen dem nahen Meer. Nach Expertenmeinung dauert es maximal 20 Jahre bis die See den Kampf gewonnen hat.

Shingle Street ist ein Ort mit mysteriöser Vergangenheit. 1940 wurde der Ort binnen weniger Tage evakuiert, damit man den Strand gegen eine feindliche Invasion verminen konnte. Vandalen suchten die Häuser auf und verwüsteten sie; die Royal Air Force nutzte das Gelände für geheime Bombentests, wobei der Lifeboat Inn schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Das Gerücht verbreitete sich, dass eine deutsche Invasion vor Shingle Street verhindert werden konnte. Noch heute gibt es geheime Akten darüber, was wirklich an der abgelegenen Küste von Suffolk passierte. Spekulationen in Form von Büchern und Fernsehsendungen entstanden.
Die Bewohner von Shingle Street durften 5 Jahre nach Kriegsende wieder in ihre Häuser zurück, die fast unbewohnbar waren und neu aufgebaut werden mussten. Die Entschädigung für die entstandenen Verluste war gering.

In Shingle Street steht einer von mehreren Martello Towers, die an der Küste aufgestellt wurden, um im frühen 19. Jahrhundert eine napoleonische Invasion zu verhindern. Diese Forts finden sich auch an der englischen Südküste und einige davon kann man als Holiday Home mieten.

Shingle Street könnte also eines Tages im Meer versinken, so wie die einstige Hafenstadt Dunwich, ebenfalls in Suffolk, die mitsamt ihrer 8 Kirchen von der Nordsee verschlungen wurde. Noch heute herrscht in Dunwich eine eigenartige Atmosphäre, von der ich mich einmal selbst überzeugen konnte.

Der englische Sänger Thomas Dolby hat dem mysteriösen Ort in seinem Song „Cloudburst at Shingle Street“ ein Denkmal gesetzt:

Der Martello Tower von Single Street.    © Copyright Evelyn Simak and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Martello Tower von Shingle Street.
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Published in: on 28. Juli 2010 at 10:54  Schreibe einen Kommentar  
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Norfolk Lavender bei Heacham (Norfolk)

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Lavendel verbindet man gedanklich eigentlich mehr mit der Provence, aber auch in England wird diese duftende Pflanze angebaut, speziell von der Norfolk Lavender Company bei Heacham in Norfolk, nicht weit vom königlichen Sandringham House entfernt.
Bereits 1932 wurde die Firma gegründet und schon damals konnte man in einem kleinen Laden Lavendel kaufen, doch erst Mitte der 50er Jahre wurde das Ganze in größerem Stil erweitert und bildet heute ein beliebtes Ausflugsziel.

Neben den Lavendelfeldern kann man auch die Distillerie besichtigen, in der Lavendelöl hergestellt wird; es gibt die National Collection of Lavenders und ein Museum. Im „The Lavender Kitchen Restaurant“ kann man sich zwischendurch stärken: Vom Frühstück bis zum Cream Tea gibt es dort alles, was das Herz (bzw. der Magen) begehrt.
Was wäre eine Besucherattraktion ohne Gift Shops? Die gibt es hier natürlich auch. Und was kann man dort kaufen? Genau, alles, was nur im entferntesten mit Lavendel zu tun hat.
Ich habe meinen Besuch bei Norfolk Lavender sehr genossen und kann es nur empfehlen.

Published in: on 27. Juli 2010 at 10:05  Schreibe einen Kommentar  
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Die National Piers Society – Hüterin einer britischen Institution

Brighton Palace Pier. - © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Zu einem richtigen englischen Seebad gehört auch ein Pier, also eine Seebrücke, möglichst mit einem Showtheater auf dem Brückenkopf, einer Fish & Chips-Bude und Vergnügungsständen.
Leider gibt es davon nicht mehr besonders viele. Einige sind abgebrannt und nicht wieder aufgebaut worden, einige vielen Stürmen zum Opfer. Von einst etwa 100 Piers sind nur noch die Hälfte übrig geblieben, von denen einige eine unsichere Zukunft vor sich haben.

Die, die es aber noch gibt, werden aber sehr geliebt und gepflegt, z.B. von der National Piers Society, die 1979 gegründet wurde. Sie setzt sich für den Erhalt der Piers ein und macht Lobbyarbeit. Die Gesellschaft gibt den „Guide to British Piers“ heraus und veröffentlicht viermal im Jahr ein eigenes Magazin names „PIERS“.

Seit 1996 wird jährlich der „Pier of the Year“-Preis vergeben, den als erster der Eastbourne-Pier erhielt. Aktueller Preisträger für das Jahr 2010 ist der Boscombe Pier, der bei Bournemouth liegt.
Brightons Palace Pier gehört sicher zu den bekanntesten und schönsten Piers Englands. Der dabenliegende West Pier ist leider 2003 fast komplett abgebrannt; es stehen nur noch einige Reste im Meer. Es gibt aber immer wieder Bestrebungen, den West Pier zu seiner alten Größe erneut aufzubauen.

Hoffentlich gelingt es der NPS auch weiterhin, den Verfall dieser typisch britischen Einrichtung zu verhindern, denn ob man nun das Angebot auf den Piers mag oder nicht, schön sehen diese Seebrücken doch aus.

The Tower Hotel in London

 

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Zugegeben: Ein architektonisches Meisterwerk ist das Hotel nicht; manche sprechen sogar von einem Schandfleck an der Themse, aber die Lage des Tower Hotels direkt an der Tower Bridge ist einzigartig.
Wir wohnten in einem Zimmer mit Blick auf die Themse (und da sieht man das Hotel ja nicht!) und das war schon etwas Besonderes.
Das Hotel gehört seit einiger Zeit zu der Guoman-Gruppe; früher war es ein Thistle-Hotel.
Man ist mit wenigen Schritten am Tower, kann an der Themse entlang spazieren und eine U-Bahnstation ist auch ganz in der Nähe (Tower Hill).

Das Hotel verfügt über das Hauptrestaurant „The Brasserie„, von wo man auch einen wunderschönen Blick auf Tower Bridge und Themse hat. Wir saßen an einem Abend in einer Nische mit einem tollen Blick auf die erleuchtete Brücke.
In der „Carvery“ geht es es etwas lockerer zu; da gibt es u.a. ein Buffet mit Fleischgerichten. Die Xi Bar & Lounge hat von morgens bis in die späte Nacht geöffnet.
Das 800-Betten-Hotel ist natürlich keines von der gemütlichen Sorte, beliebt bei Geschäftsleuten und Konferenzteilnehmern, aber die Lage ist hervorragend für einen Londonbesuch.
Das Hotel hat eine eigene Tiefgarage (allerdings nur 80 Plätze) und liegt außerhalb der Congestion Zone!
Die Zimmerpreise beginnen etwa bei 160 Pfund für ein Standard-Doppelzimmer (ohne Frühstück), was für ein Londoner 4-Sterne-Hotel in dieser Lage relativ günstig ist.

Published in: on 25. Juli 2010 at 08:38  Comments (1)  
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The Penshaw Monument bei Washington (Tyne and Wear)

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Was macht ein griechischer Tempel im Norden Englands in der Nähe des Ortes Washington im County Tyne and Wear? Das Penshaw Monument oder The Earl of Durham’s Monument, wie es offiziell heißt, ist eines jener Follies, die es überall in England gibt und die man dort heiß und innig liebt.

Das Monument ist eine Replika des Hephästos-Tempels in Athen, 30 Meter lang, 16 Meter breit und 20 Meter hoch.
Am 28. August 1844 wurde der Grundstein des Tempels gelegt, dem man John George Lambton, dem 1. Earl of Durham, der zeitweise Generalgouverneur der Provinz Kanada war, widmete.

Früher konnte man über eine Wendeltreppe auf das Dach des Tempels gelangen; nachdem aber 1926 ein 15jähriger Junge von dort zu Tode stürzte, hat man das Dach für Besucher geschlossen.

1939 schenkte der 5. Earl of Durham das Penshaw Monument dem National Trust. Vielleicht wusste er nicht so recht, was er damit anstellen sollte.

Published in: on 24. Juli 2010 at 11:25  Comments (7)  
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Kunstschätze von englischen „stately homes“ kommen unter den Hammer

Rubens: A commander being armed for battle. - This image is in the public domain because its copyright has expired

Die großen englischen Auktionshäuser wie Christie’s und Sotheby’s hatten in den letzten Wochen einiges zu tun, da die Besitzer von mehreren Herrenhäusern sich von vielen ihrer Kunstschätzen trennten.
Allen voran Earl Spencer, der Bruder von Diana und Besitzer von Althorp, den die Finanzkrise offensichtlich auch getroffen hat, der sich von 750 seiner wertvollen Kunstgegenstände getrennt hat.
Christie’s  versteigerte allein Earl Spencers Peter Paul Rubens Gemälde  „A Commander Being Armed for Battle“ für mehr als 13 Millionen Euro. Das Bild, das etwa 1613 gemalt wurde, war 200 Jahre im Besitz der Spencer Familie. Mehr als 20 Millionen Pfund brachte die Versteigerung ein, die wohl überwiegend für die grundlegende Restauration des Althorp-Anwesens ausgegeben werden.

Auch andere Bewohner von „stately homes“ trennten sich von einigen ihrer Schätze. Der Duke von Devonshire z.B., Besitzer des großartigen Chatsworth House, verkaufte eine Bronzestatue von Pierino da Vinci, Neffe Leonardo da Vincis, für 10 Millionen Pfund an den Fürsten von Liechtenstein.

Einen Rekordpreis erzielte das Gemälde „Modern Rome – Campo Vaccino“ des britischen Malers William Turner. Für etwa 35 Millionen Euro ging das Bild an das Getty Museum in Los Angeles, das bis dahin im Besitz des Earl of Rosebery war und viele Jahre lang ín Mentmore Towers, dem Familiensitz der Roseberys in Buckinghamshire, hing.

Bleibt zu hoffen, dass es nicht zu einem Ausverkauf der englischen „stately homes“ kommt; ein Schaden, der wohl nicht mehr rückgängig zu machen wäre.

Turner: Modern Rome - Campo Vacino. - This image (or other media file) is in the public domain because its copyright has expired

Published in: on 23. Juli 2010 at 17:35  Schreibe einen Kommentar  

Die 2. Karriere des Hans Fallada in Großbritannien

1947 erschien Hans Falladas Roman „Jeder stirbt für sich allein“ in Deutschland, der die die wahre Geschichte eines Berliner Ehepaares erzählt, das im Widerstand gegen Hitler sein Leben verlor.  Nach 63 Jahren feiert nun das Buch in Großbritannien unter dem Übersetzungstitel „Alone in Berlin“ einen Riesenerfolg, den keiner für möglich gehalten hätte und den sich auch keiner so richtig erklären kann.
In drei Monaten sind mehr als 100 000 Exemplare verkauft worden und Falladas englischer Verlag Penguin erwartet bis zum Jahresende einen Absatz von 250 000 Exemplaren.

„Es ist ein Phänomen“ begeisterte sich Falladas Sohn Rudolf Ditzen über den späten Erfolg des Romans seines Vaters in Großbritannien, wo man noch weitere Bücher des im Alter von 53 Jahren gestorbenen Schriftstellers herausbringen will, der noch bis vor kurzem in der englischsprachigen Welt völlig unbekannt war.
Wolf among Wolves“ („Wolf unter Wölfen“) wurde im April veröffentlicht und „Little Man, What Now?“ („Kleiner Mann, was nun?“)  liegt auch in englischer Übersetzung vor.

Der Schweizer Filmproduzent Vincent Perez hat sich die Rechte an der Verfilmung von „Alone in Berlin“ gesichert und man darf gespannt sein, wie das Kinopublikum darauf reagieren wird; möglicherweise wird Fallada plötzlich auch in seinem Heimatland wiederentdeckt.

Published in: on 22. Juli 2010 at 16:19  Schreibe einen Kommentar  
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Totnes – Transition Town in Devon

Die Fore Street in Totnes.    © Copyright Derek Harper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Fore Street in Totnes.
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Die kleine hübsche Marktstadt Totnes in Devon war die erste sogenannte Transition Town in Großbritannien. Seit 2006 gibt es in zurzeit über 300 Städten und Gemeinden der Welt Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen, die den geplanten Übergang in eine postfossile Wirtschaft anstreben. Initiiert wurde die Bewegung von dem Iren Rob Hopkins.
Hintergrund des Transition Town Movement sind Befürchtungen und Kritik daran, dass die jeweilige nationale Politik nicht durchgreifend genug auf die Herausforderungen des Klimawandels und des bevorstehenden globalen Ölfördermaximums reagiert und daher die Kommunen von sich aus mit ersten vorbereitenden Maßnahmen auf eine Zukunft knapper werdender Roh- und Treibstoffe reagieren müssen.

In Totnes gibt es zahlreiche Inintiativen, sich allmählich von fossilien Brennstoffen zu lösen, was bis zum Jahr 2030 komplett geschafft werden soll. Da fahren z.B. kostenlos zu benutzende Motor-Rikschas durch die Stadt, die von Abfallöl der örtlichen Restaurants und Fish & Chips-Läden angetrieben werden.
Man propagiert die Nutzung alternativer Baustoffe, um von Beton und Plastik wegzukommen und bietet dafür Workshops an. Ja, man hat sogar eine lokale Währung geschaffen, das „Totnes Pound„.

Der Begründer der weltweiten Bewegung, Rob Hopkins, wohnt mittlerweile auch in Totnes und er hat sein Leben dieser Revolution, die ins postfossile Zeitalter führt, gewidmet. Die Einwohner und die Stadtverwaltung ziehen mit und es fehlt nicht an kreativen Ideen. Dass man auf dem Markt nur Gemüse und Obst aus lokalem Anbau kauft, ist eine Selbstverständlichkeit.
Die rund 8000 Einwohner in Totnes können stolz auf sich sein!

Published in: on 21. Juli 2010 at 12:17  Comments (2)  
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Eccles Cake – Eine englische Süßspeise

 

Eccles ist eine Stadt im Bereich Greater Manchester und der Name wird wohl für immer mit dem Eccles Cake verbunden bleiben.
Im Jahr 1793 verkaufte hier James Birch in seinem Laden kleine flache, mit Rosinen gefüllte Kuchen und die fanden reißenden Absatz. Woher genau das Rezept dafür stammt, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen. Eine davon ist, dass eine gewisse Elizabeth Raffald ein sehr ähnliches Rezept in ihr Kochbuch „The Experienced English Housekeeper“ aufgenommen hatte.

Wie auch immer, der Name Eccles Cake hat sich durchgesetzt und war sogar einmal  Thema einer Parlamentsdebatte, in der es darum ging, ob ein Eccles Cake, der nicht in Eccles hergestellt wird, sich auch Eccles Cake nennen darf.

Der Volksmund hat dem Eccles Cake noch andere Namen gegeben, die allerdings wenig appetitlich klingen wie Fly’s Graveyard oder Squashed Fly Cake. Warum? Die Rosinen oder Korinthen in dem Kuchen haben eine gewisse Ähnlichkeit mit toten Fliegen.

Eine neue Art den Kuchen zuzubereiten, wurde gerade mit Erfolg in Eccles propagiert. Whittaker’s Fish and Grill Bar in der Church Street bietet ihn fritiert an. Wenn man Mars-Schokoriegel fritiert, warum nicht auch Eccles Cake?

Die Firma Lancashire Eccles Cake mit Sitz in Ardwick bei Manchester stellt pro Woche ca 600 000 Kuchen her, die in alle Welt, auch nach Deutschland, exportiert werden. Ich habe hier in Deutschland allerdings noch keine gesehen.

Published in: on 20. Juli 2010 at 12:45  Schreibe einen Kommentar  
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Lyme Regis (Dorset) – Küstenort an der Jurassic Coast

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Im Westen Dorsets direkt am Meer liegt der hübsche Ort Lyme Regis, bevorzugt von Rentnern und Pensionären, die dort einen hohen Anteil an der Bevölkerung stellen.
Lyme Regis ist Teil der Jurassic Coast, die 2001 von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt wurde. An diesem Küstenabschnitt sind immer wieder Fossilien gefunden worden, die durch die abbröckelnden Felsformationen freigelegt wurden. Bereits im 19.Jahrhundert war die Paläontologin und Fossiliensammlerin Mary Anning hier tätig, die u.a. ein Ichthyosaurier- und zwei Plesiosaurierskelette fand.

Die „Perle von Dorset„, wie Lyme Regis auch bezeichnet wird, hat noch eine weitere über die Grenzen von Dorset hinaus bekannte Sehenswürdigkeit: Die Hafenmauer „The Cobb„, die die Stadt vor hohen Wellen schützen soll und die früher Handelsschiffen einen sicheren Hafen bot.
Wer den Film „Die Geliebte des französischen Leutnants„, mit Meryl Streep und Jeremy Irons in den Hauptrollen, gesehen hat, der auf dem gleichnamigen Roman von John Fowles basiert (der in Lyme Regis gewohnt hat), wird sich wohl an diese Hafenmauer erinnern können.
Hier ist der Trailer zum Film.

Liebhaber von Fossilien kommen in Lyme Regis voll auf ihre Kosten. Es gibt hier mehrere Fossil Shops und es werden „Fossil Hunting Trips“ angeboten, bei denen man unter fachkundiger Führung selbst nach Saurierskeletten, Ammoniten und anderen Versteinerungen suchen kann.

Es gibt also viel zu sehen in dem hübschen Küstenort Lyme Regis wie auch dieser Film zeigt.

 

The Cobb. Eigenes Foto.

The Cobb.
Eigenes Foto.

Und noch einmal The Cobb. Eigenes Foto

Und noch einmal The Cobb.
Eigenes Foto

Published in: on 19. Juli 2010 at 13:17  Schreibe einen Kommentar  
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Meine Lieblings-Pubs – The Llandoger Trow in Bristol

Eigenes Foto.

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Ein historischer Pub und eines der schönsten Häuser Bristols ist  The Llandoger Trow in der King Street, nicht weit von den Docks entfernt. Im Jahre 1664 wurde das Haus erbaut und es spielte in der englischen Literatur eine Rolle.
Daniel Defoe soll hier den schottischen Seemann Alexander Selkirk getroffen haben, der ihn zu einer der berühmtesten Figuren der englischen Literaturgeschichte inspirierte: Robinson Crusoe.
Weiterhin soll der alte Inn für Robert Louis Stevenson das Vorbild für den Admiral Benbow Inn gewesen sein,in dem Jim Hawkins, wohnte, der Erzähler der „Schatzinsel„.

Ich habe den Llandoger Trow an einem eiskalten Februartag besucht und es war dort sehr gemütlich: Offene Kamine, Eichenbalken, Holzfußböden, also alles, was man sich von einem alten Pub erhofft. Meine Empfehlung!

Im Pub soll es auch einen Hausgeist geben und zwar einen humpelnden, der ein Bein nachzieht, und die Überwachungskameras haben auch einmal zwei Gestalten im Bild festgehalten, die verschwunden waren, als das Personal nachsehen kam.

Published in: on 17. Juli 2010 at 11:38  Comments (1)  
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Fine Young Cannibals: Good Thing

Photo by Alan Light. - This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license

Natalie Woods Spielfilm „All the fine young cannibals“  (deutscher Titel: Früchte einer Leidenschaft“) aus dem Jahr 1960 lieferte den Namen der britischen 3-Mann-Band Fine Young Cannibals, die von 1984 bis 1992 zusammen spielten, sich dann auflösten und sich 1996 wieder zusammenfanden.

Aus Birmingham stammten Roland Gift, der Leadsänger,und die Gitarristen David Steele und Andy Cox, die mit „Johnny come home“ und „Suspicious minds“ ihre ersten großen Erfolge verzeichnen konnten.

Aus ihrem Album „The raw and the cooked„, 1989 erschienen,  stammten ihre größten Hits „She drives me crazy“ und „Good thing„; letzterer erreichte Platz 1 der US-Charts. „Good thing“ war auch in dem Spielfilm „Tin Men“ (deutscher Titel: Tin Men – Zwei haarsträubende Rivalen) zu hören, der in Baltimore im Jahre 1963 spielt.

Published in: on 16. Juli 2010 at 17:33  Schreibe einen Kommentar  
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Guide Dogs Fun Day 2010 in Stoneleigh Park (Warwickshire)

 

Stoneleigh Park. – © Copyright E Gammie and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Am letzten Samstag, dem 10. Juli, fand in Stoneleigh Park, einem Ausstellungs- und Konferenzzentrum nahe dem Dorf Stoneleigh in Warwickshire,  der „Guide Dogs Fun Day 2010“ statt, den es seit 2006 gibt.
Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung standen Blindenhunde, von denen es in Großbritannien etwa 4500 gibt. Gezeigt wurde der Arbeitstag dieser Tiere, ihre Aufzucht, ihr Training und die aufopferungsvollen Aufgaben, die sie zu übernehmen haben. Zwischen Blindenhunden und ihrem blinden Partner besteht immer eine ganz besondere Beziehung.

Die Besucher konnten sich selbst ein Bild davon machen, wie es ist, von einem Hund geführt zu werden, indem sie ein Tuch um die Augen gebunden bekamen und sich dann komplett auf den führenden Hund verlassen mussten.

Darüberhinaus gab es noch Laufwettbewerbe, Ausstellungen und Verkaufsstände.  Etwa 12 000 Interessierte fanden sich ein und verbrachten einen wirklich schönen Tag in Warwickshire.

Published in: on 14. Juli 2010 at 11:29  Schreibe einen Kommentar  
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The Randolph Hotel in Oxford

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Für mich ist Colin Dexter einer der besten Krimiautoren, die England je hervorgebracht hat. Sein Chief-Inspector Morse, in Zusammenarbeit mit Sergeant Lewis, hat alle seine Fälle in Oxford geklärt, wo auch Colin Dexter wohnt. Die britische Fernsehserie „Morse“ mit John Thaw in der Hauptrolle war hervorragend, und ich bin froh, sämtliche Folgen mein eigen nennen zu können.

In mehreren seiner Romane spielt das Randolph Hotel mitten in der Stadt eine Rolle. In „The Wolverton Tongue“ wird eine amerikanische Touristin sogar in diesem Hotel ermordet. Hier der Beginn dieser Folge aus der Serie „Morse“, in der die US-Reisegruppe im „Randolph“ eintrifft.
Bei einem meiner Besuche in Oxford musste ich natürlich im „Randolph“ wohnen (ich hatte allerdings nicht das Mordzimmer!) und auch die „Morse Bar„, benannt nach dem Detektiv, aufsuchen, in der häufig auch Colin Dexter zu Besuch sein soll.

„The Randolph“ ist ein 5-Sterne-Hotel, sicher das beste in der Stadt, und besteht schon seit 1864. Es verfügt über 151 Zimmer, hat mit  „The Restaurant at The Randolph“ ein beeindruckendes Restaurant und verfügt auch über ein eigenes Spa.

Die Übernachtungspreise in diesem zur „MacDonalds Hotels & Resorts„-Gruppe gehörenden Haus beginnen bei ca £200 für ein normales Doppelzimmer und bei etwa £563 für eine Suite.
Das Hotel verfügt zwar über einige Garagenplätze, die aber schnell besetzt sind. Darum ist eine frühzeitige Buchung dafür empfehlenswert.

Ein sehr angenehmes Haus mitten in der Innenstadt von Oxford.

Published in: on 13. Juli 2010 at 14:01  Comments (5)  
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The Little Chef in Popham (Hampshire)

 

Der Little Chef ganz links nebend er Tankstelle.    © Copyright Nigel Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Little Chef ganz links neben der Tankstelle.
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Wer kennt sie nicht, die Little Chefs, die kleinen roten Schnellrestaurants, meistens an A-Straßen gelegen, in denen man sich morgens, mittags und abends stärken kann?

Die Entwicklung der Restaurantkette seit 1958 war ein ständiges Auf und Ab. Die Besitzer wechselten x-mal, die Konkurrenz durch US-Ketten wie McDonalds, Burger King und KFC wurde übermächtig. Von einst 440 Restaurants sind nur noch 173 übrig geblieben. Der Ruf der Little Chefs wurde immer schlechter: desinteressiertes Personal, wenig schmackhaftes Essen, überzogene Preise.

Die neuen Besitzer, die Firma RCapital, versuchte 2007 neue Wege zu finden, um die Restaurants zu retten. Zu Hilfe kam Englands Starkoch Heston Blumenthal, der in Bray (Berkshire) sein 3-Sterne-Restaurant „The Fat Duck“ betreibt.

Er nahm sich die Filiale in Popham an der A303 bei Basingstoke vor und gestaltete die Speisekarte komplett um. Er führte das „Olympische Frühstück“ ein und konzipierte traditionelle britische Gerichte auf moderne Art. Die Qualität der Speisen wurde in den Mittelpunkt gerückt und der Erfolg setzte sofort ein, zumal die ganze Aktion im Fernsehen gezeigt wurde. Zwei weitere Little Chefs wurden nach dem Vorbild von Popham umgestaltet: einer in York und einer in Kettering West.

Ende April diesen Jahres wurde in allen Filialen eine neue Karte angeboten, die u.a. Speisen wie Pesto & Mozzarella Burger,  Roasted Onion and Red Pepper Tart und einen richtigen British Afternoon Tea enthält. Das Konzept „Big Chef takes on Little Chef“ scheint dank Heston Blumenthal aufzugehen.

Hier ein kleiner Film über Pophams neuen „Little Chef“.

Published in: on 11. Juli 2010 at 11:46  Comments (1)  
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Harrogate Crime Writing Festival 2010 in Harrogate (North Yorkshire)

Jedes Jahr im Juli eilt alles in England, was sich auch nur  im weitesten Sinne mit Krimis beschäftigt, nach Harrogate, den Kurort in North Yorkshire, wo das Harrogate Crime Writing Festival statt findet. Da das Festival von der Brauerei Theakstons (s.a mein Blogeintrag über diese Brauerei) gesponsert wird und deren beliebteste Sorte Old Peculier heißt, nennt sich das Ganze jetzt Theakstons Old Peculier Crime Writing Festival.

Vom 22. bis zum 25. Juli liegt das britische Krimizentrum also wieder in der Stadt in North Yorkshire, wie immer im Crown Hotel.
Die Gästeliste ist wie in jedem Jahr hochkarätig: Ian Rankin, Val McDermid, Karin Slaughter und Jeffery Deaver (beide aus den USA angereist) und viele andere. Der Chef der Organisation ist in diesem Jahr der schottische Krimiautor Stuart MacBride.

Vergeben wird auch in diesem Jahr wieder der Preis Theakstons Old Peculier Crime Novel of the Year. Hier ist die Shortlist:

In The Dark – Mark Billingham
 The Surrogate – Tania Carver
 A Simple Act Of Violence – RJ Ellory
 The Crossing Places – Elly Griffiths
 Dead Tomorrow – Peter James
 Gallows Lane – Brian McGilloway
 Doors Open – Ian Rankin
 Child 44 – Tom Rob Smith

In diesen Tagen gibt es eine Fülle von Lesungen, Diskussionen, Vorträgen und Partys. Die britische Crime Writers‘ Association wird im Verlauf des Festivals auch einige Gewinner der Dagger-Awards bekanntgeben.
Also: Ein randvolles und interessantes Programm für jeden Krimifan.

 

Eine Seilbahn über die Themse – Rechtzeitig zu den Olympischen Spielen?

Östlich des Londoner Stadtzentrums plante man eine sechspurige Straßenbrücke zu bauen, da es in diesem Bereich nur Tunnels und keine Brücken gibt. Gott sei Dank war der Widerstand der Londoner so groß, dass man von dem Vorhaben Abstand nahm.

Eine Alternative steht jetzt im Raum, deren Verwirklichung gute Chancen hat: Eine Seilbahn. Man rechnet für die Olympischen Spiele, die 2012 in London statt finden werden, mit einem sehr großen Besucherandrang und daher wollte man zusätzliche Transportmöglichkeiten zwischen den einzelnen Sportstätten schaffen. Die Seilbahn würde von der Greenwich-Halbinsel zu den Royal Victoria Docks führen, d.h. von und zu den olympischen Spielstätten 02-Arena und Excel Exhibition Centre.

In 50 m Höhe könnten mit dieser Seilbahn etwa 2500 Passagiere pro Stunde  befördert werden.  „A cable car spanning the majestic Thames would not only provide a unique and pioneering addition to London’s skyline, but also offer a serene and joyful journey across the river“, meint Londons Bürgermeister Boris Johnson.
Die Kosten in Höhe von etwa 25 Millionen Pfund sollen von einem privaten Unternehmen getragen werden. Man darf gespannt sein, ob es in der britischen Hauptstadt neben dem London Eye noch eine weitere Attraktion an der Themse geben wird.

Published in: on 8. Juli 2010 at 13:31  Schreibe einen Kommentar  
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Bowthorpe Oak – Englands ältester Baum bei Bourne (Lincolnshire)

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Mehr als 1000 Jahre alt soll er sein, Englands ältester Baum, der auf der Bowthorpe Park Farm in der Nähe von Bourne, Lincolnshire, steht und der sogar im Guinness Book of Records eingetragen ist.
Etwa 12 Meter beträgt der Umfang des Baumstammes, der ausgehöhlt ist und in dem einmal 39 Menschen Platz gefunden haben. Auch als Tearoom wurde das Innere der Eiche schon einmal benutzt und 13 Menschen konnten problemlos darin ihren geliebten Tee zu sich nehmen.

Der Baum steht auf einer Wiese hinter dem Farmhaus und gegen eine kleine Gebühr darf man ihn sich ansehen.

Published in: on 7. Juli 2010 at 13:52  Schreibe einen Kommentar  
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Campaign to Protect Rural England

Die CPRE, die Campaign to Protect Rural England, ist eine der ältesten Umweltbewegungen, die 1926 von Sir Patrick Abercrombie gegründet wurde. Ihr Ziel ist die Erhaltung des ländlichen Lebens, und sie will gegen die umsichgreifende Urbanisíerung angehen.

Die 60 000 Mitglieder der Organisation machen sich auch stark für eine Lärmminderung und wenden sich gegen die fortschreitende Lichtverschmutzung.

Die CPRE hat ihren Sitz in London mit Filialen in jedem County. Ihr Schutzpatron ist niemand geringeres als die Queen und der Präsident ist seit 2007 Bill Bryson. Bryson ist einer der besten Reiseschriftsteller der Welt, ein Amerikaner, der überwiegend in England lebt und auch Chancellor der Durham University ist.

Bryson und die CPRE haben das Buch „Icons of England“ herausgegeben (erstmals 2008 erschienen, eine erweiterte Taschenbuchausgabe erschien in diesem Jahr bei Black Swan), in dem bekannte Persönlichkeiten Englands kurze, meist zweiseitige Essays über englische Ikonen, Symbole bzw. Kultobjekte geschrieben haben. Peter Ashley schreibt da z.B. über die typischen gusseisernen Briefkästen, Joan Bakewell über „estuaries“, also die trichterförmigen Mündungen einiger Flüsse, und Daljit Nagra über Tante-Emma-Läden.

Published in: on 6. Juli 2010 at 13:56  Comments (1)  
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St. Giles Catholic Church in Cheadle (Staffordshire)

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Ein besonderes Juwel unter Englands Kirchen findet sich in dem kleinen Marktort Cheadle in der Grafschaft Staffordshire, etwa 18 km von Stoke-on-Trent entfernt.
Die Kirche ist im Vergleich zu anderen englischen Bauwerken noch recht jung. Am 31. August 1846 wurde St. Giles „in Betrieb genommen“ und die erste Heilige Messe wurde am Tag darauf zelebriert.

Gebaut wurde die Kirche von Augustus Welby Northmore Pugin (1812–1852), der bekannt ist für seine Arbeiten am Londoner Parlamentsgebäude. Den Auftrag dafür erteilte John Talbot, der 16. Earl of Shrewsbury, der über sehr viel Geld verfügte und seinen Kirchenbaumeister mit unbegrenzten Mittel ausstattete, damit er eine Kirche schuf  „that would have no rival“.

Pugin’s Gem“ nennt man St. Giles auch, denn dem Architekten ist hier wirklich ein Meisterwerk im Stil des Gothic Revival gelungen.

Published in: on 5. Juli 2010 at 13:51  Schreibe einen Kommentar  
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The George Hotel in Stamford (Lincolnshire)

 

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Wie alt genau „The George“ in Stamford ist, weiß keiner so genau. Die Schätzungen gehen von 900 bis zu 1000 Jahren aus. Der frühere Gasthof war eine Station auf der Strecke von London nach York und unzählige Kutschen hielten hier an, um die Pferde zu wechseln und ihren Passagieren eine Ruhepause auf der langen Fahrt zu gönnen.

„The George“ brüstet sich damit, dass in seiner langen Geschichte lediglich ein Mord in seinen Mauern stattgefunden hat und dass Sir Walter Scott das Gasthaus mehrfach aufgesucht hat.

Ich selbst habe im Gegensatz zu Sir Walter nur zweimal hier gewohnt und beide Male war ich mit dem Hotel und vor allem auch seinem Restaurant sehr zufrieden. Man kann zwischen dem Oak Panelled Restaurant und dem Garden Room Restaurant wählen; ersteres ist das Hauptrestaurant, das andere ist ganztägig geöffnet und informeller.

Es gibt sehr schöne Zimmer im „George“; die einfachen Doppelzimmer sind ab  £140.00 zu haben, die schöneren Four-Poster-Rooms beginnen bei £220.00.

Stamford ist eine sehr schöne alte Stadt, dicht an der A1 gelegen und hat als Besonderheit das schönste elisabethanische Haus Englands zu bieten, Burghley House.

 

Published in: on 4. Juli 2010 at 09:03  Comments (3)  
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Black Pudding aus Bury (Lancashire)

 

Black Pudding (links) auf einem Frühstücksteller. Author: Grinner This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license. Subject to disclaimers.

Black Pudding (links) auf einem Frühstücksteller.
Author: Grinner
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Wer einmal in einem englischen Hotel das „Full English Breakfast“ bestellt hat, fand auf seinem Teller häufig auch Black Pudding vor, eine Art Blutwurst, meistens in warmem Zustand.

Black Pudding ist eng mit der Stadt Bury verbunden, die nur einige Meilen nordwestlich von Manchester liegt. Europäische Mönche sollen das Rezept für diese Blutwurst nach England mitgebracht haben, wo es besonders in Lancashire großen Anklang fand und wo auch heute noch immer das Zentrum für die Herstellung liegt.

The Bury Black Pudding Company, 1929 gegründet,  gehört zu den bekanntesten Herstellern, die sowohl auf dem Wochenmarkt in Bury zu finden ist, als auch online Bestellungen entgegen nimmt und die schon eine Reihe von Preisen gewonnen hat.

Eine weitere Firma, die für sich in Anspruch nimmt, den besten Black Pudding herzustellen, ist The Real Lancashire Black Pudding Company, die in Rossendale liegt und auch viele Preise gewonnen hat.
Hier ist ein Video über die Herstellung der Blutwurst:

Published in: on 3. Juli 2010 at 08:13  Comments (2)  
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Mein Buchtipp – Joe Moran: On Roads

Foto meines Exemplars.

Foto meines Exemplars.

Wer sich für englische Straßen in weitestem Sinne interessiert, dem kann das Buch „On Roads: A Hidden History“ des Liverpooler Universitätsprofessors Joe Moran sehr empfohlen werden.

Das Buch ist eine hoch interessante, gut lesbare Studie über das britische Straßenwesen. Beschrieben wird hier u.a. der Bau der britischen Autobahnen, der Aufbau des Nummerierungssystems der Straßen, die Autobahnraststätten oder die Überwachung der Straßen mit Hilfe von Speed Cameras.

Das 277-Seiten starke Buch ist 2009 bei Profile Books erschienen und z.B.bei Amazon erhältlich. Ich habe es mit großem Interesse gelesen und es ist eine wahre Fundgrube für den britischen „Road Enthusiast“.

Published in: on 2. Juli 2010 at 21:04  Schreibe einen Kommentar  
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