Wer war eigentlich… W.H. Smith?

Die W. H. Smith Zentrale in Swindon.    © Copyright Brian Robert Marshall and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Kaum eine High Street in einer englischen Stadt, die nicht über eine Filiale der Fa. W.H. Smith verfügt. Hier versorgt man sich u.a. mit Lesestoff, mit Schreibwaren und mit Spielzeug. Wer aber ist/war dieser W.H. Smith?

William Henry Smith, 1792 in Suffolk geboren, übernahm nach dem Tod seiner Eltern deren Londoner Zeitungsverkaufsstand und gründete 1846 zusammen mit seinem Sohn die Firma W.H. Smith & Son, die den beginnenden Eisenbahn-Boom nutzte und auf Bahnhöfen Zeitungsverkaufsstellen einrichtete.

W.H. Smith junior ging in die Politik und arbeitete in mehreren konservativen Regierungen als Minister. Nach seinem Tod erhielt seine Witwe den neu geschaffenen Titel Viscountess Hambleden und deren Nachkommen kümmerten sich um die expandierende Firma.Nach dem Krieg geriet W.H. Smith in finanzielle Schwierigkeiten, so dass man die Firma in eine Holding Company umwandelte. Der Einfluss der Familie wurde immer geringer, das letzte Familienmitglied verließ den Aufsichtsrat im Jahr 1996.
Die letzten Jahrzehnte waren geprägt von zahlreichen Zukäufen und Verkäufen und man versuchte sich international zu positionieren. Heute verfügt W.H. Smith über etwa 500 innerstädtische und 120 Bahnhofs- und Flughafenbuchhandlungen und hat ca 17 000 Beschäftigte.

Published in: on 30. November 2010 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  

Lincoln Christmas Market – Europas größter Weihnachtsmarkt

 

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Wer hätte wohl gedacht, dass Europas größter Weihnachtsmarkt in einer englischen Stadt abgehalten wird? 1982 begann man ganz bescheiden in Lincoln (Lincolnshire) mit 11 Marktbuden, in diesem Jahr sind es mehr als 250. Wie kam es überhaupt dazu? Kurz vor Weihnachten 1981 besuchte eine Delegation von Ratsherren der Stadt Lincoln ihre deutsche Partnerstadt Neustadt an der Weinstraße. Sie waren von dem dortigen Weihnachtsmarkt so angetan, dass sie so etwas auch in Lincoln haben wollten. Und so enstand der Lincoln Christmas Market, der zwischen der Burg und der Kathedrale aufgebaut wird. Start ist in diesem Jahr der 2. Dezember; am 5. Dezember wird er beendet.

Die Chapterhouse Theatre Company sorgt beim diesjährigen Weihnachtsmarkt mit kurzen Charles Dickens-Aufführungen für Unterhaltung.  Der Markt ist den deutschen Vorbildern nachempfunden, denn man bekommt hier u.a. Glühwein (mulled wine) und es gibt auch deutsche Marktstände aus Neustadt an der Weinstraße, die regionale Produkte anbieten. Über 100 000 Besucher lockt der Christmas Market alljährlich in den vier Tagen nach Lincoln.

Published in: on 29. November 2010 at 04:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – Christopher Winn: I never knew that about London

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Im Jahr 2007 erschien im Verlag Ebury Press das Buch „I never knew that about London“ (ISBN 978-0-09-191857-6) von Christopher Winn, ein sehr interessanter Band, der viele Dinge  über London  berichtet, die nicht allgemein bekannt sind. Aufgeteilt nach Bezirken führt die Reise durch die englische Hauptstadt u.a. nach St. James’s, wo Christopher Winn über die Gentlemen’s Clubs auf Pall Mall erzählt, zum Cheyne Walk in Chelsea, wo viele berühmte Leute (George Eliot, Dante Gabriel Rossetti, Keith Richards) gelebt haben, bis nach Greenwich, wo wir einiges über das größte Gemälde Großbritanniens in der Painted Hall und den Millennium Dome erfahren.

Christopher Winn sammelt schon über mehr als 20 Jahre sogenannte „trivias„, also Kuriositäten, Vermischtes, Interessantes, die er in seinen Büchern aufarbeitet; so gibt es noch weitere Bände in der „I never knew that about…„-Reihe, z.B. über England, die Engländer und Yorkshire.  Im November erschien ein weiterer Band, dieses Mal über die Themse, den ich mir schon bestellt habe.
Illustriert sind Winns Bücher mit hübschen Zeichnungen von Mai Osawa , mit der er verheiratet ist. Ich kann die komplette Reihe jedem an England Interessierten sehr empfehlen.

Published in: on 28. November 2010 at 04:00  Comments (1)  
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„Majesty“ – The Quality Royal Magazine

Wer sich über die königlichen Familien in der ganzen Welt und natürlich speziell die britische Royal Family informieren möchte, kann dies Monat für Monat mit der Zeitschrift „Majesty“ tun.
„“Majesty“ records all the important royal engagements and takes an in-depth look at the dramatic history of Britain’s monarchs„, so die Selbstdarstellung des Magazins. Chefredakteurin ist Ingrid Seward, eine ausgewiesene Spezialistin, die schon mehrere Bücher über das britische Königshaus geschrieben hat, z.B. „William & Harry: a portrait of two princes“ oder „The Queen and Di: the untold story“.

Die aktuelle Dezember-Ausgabe verkündet zwar schon die Verlobung von Prinz William und Kate Middleton, kann aber die offiziellen Verlobungs-Fotos noch nicht zeigen, weil die Ausgabe schon im Druck war; das wird aber im Januar nachgeholt.
Wer sich schon einmal mit William und Kate-Devotionalien eindecken möchte, kann dies im Shop von „Majesty“ tun, denn da werden bereits für Ende Januar Tassen, Teller und Untersetzer angeboten (für recht happige Preise!) mit dem Konterfei der beiden frisch Verlobten.

 

Published in: on 27. November 2010 at 04:00  Comments (1)  
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Simply Red – „Holding back the years“ und Whitby (North Yorkshire)

Simply Red, die englische Band um Leadsänger Mick Hucknall, der in diesem Jahr 50 wurde, veröffentlichte 1985 das Album „Picture Book„, aus dem die Single „Holding back the years“ ausgekoppelt  und zu ihrem größten Erfolg wurde. Der Song erreichte am 12. Juli 1986 Platz 1 derBillboard Hot 100 in den USA und kam bis auf Platz 2 der britischen Charts. Mick Hucknall schrieb das Lied schon im Alter von 17 Jahren.

Wer sich einigermaßen in North Yorkshire auskennt, sieht im Musikvideo zu „Holding back the years“ sofort, dass es in Whitby in North Yorkshire aufgenommen wurde. Bei den Innenaufnahmen sieht man durch das Fenster den kleinen hübschen Hafen der Stadt und einige Szenen wurden oberhalb Whitby auf dem Gelände der ehemaligen Benediktiner-Abtei gedreht, von der nur noch die Ruinen stehen. Ich finde, dass Simply Red hier ein sehr stimmungsvolles Video aufgenommen haben. Die Lehrerin wird übrigens von Maggie O’Neill gespielt, die man aus zahlreichen (späteren) Fernsehauftritten kennt, so hat sie u.a bei den „EastEnders“, bei den „Midsomer Murders“ und in der Serie „Murder in Mind“ mitgespielt.

Gern hätte ich einmal gewusst, wer der Friseur Mick Hucknalls damals war!

Published in: on 26. November 2010 at 04:05  Comments (1)  
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Heinrich VIII als Komponist – „Pastime with good company“

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Kurz nachdem König Heinrich VIII gekrönt wurde, versuchte er sich auch als Komponist und eines seiner bekanntesten Werke, das auch heute noch aufgeführt wird, ist das Lied „Pastime with good company„, auch „The King’s ballad“ genannt.
Von einem jungen Monarchen in der damaligen Zeit erwartete man, dass er viele Fähigkeiten besaß: Er sollte möglichst gut fechten können, ein guter Jäger sein, singen und eben auch komponieren können. Heinrich konnte das alles und dass sein „Pastime“-Lied nicht ganz so schlecht war, zeigt, dass es im 21. Jahrhundert noch lange nicht vergessen ist.
Man vermutet, dass Henry das Lied für seine erste Frau Catherine of Aragon geschrieben hat. Es handelt von den vielen Vergnügungen und Freizeitbeschäftigungen (Jagen, Singen, Tanzen) am königlichen Hofe und ist auch eine moralische Rechtfertigung dafür, denn wenn man seine Freizeit mit netten Menschen („good company“) verbringt, so ist das dem Müßiggang und dem Nichtstun vorzuziehen.

Das Folk-Rock Duo Blackmore’s Night und die Rockband Jethro Tull sind nur einige, die „Pastime with good company“ aufgenommen haben.
Hier eine Version der New World Renaissance Band.

 

 

Chesney’s Antique Fireplace Warehouse in London – Ein Dorado für Kaminliebhaber

In einem englischen Haus spielt der Kamin im Dressing Room eine wichtige Rolle. Er verbreitet nicht nur (etwas) Wärme, er sorgt auch für Gemütlichkeit. Ein Glas Whisky in der Hand und die Beine wohlig vor dem Kaminfeuer positioniert, das ist für viele auf der Insel der Gipfel der Behaglichkeit.
Wer sich einen Kamin zulegen möchte, für den ist Chesney’s Antique Fireplace Warehouse in der Battersea Park Road in London der Ort mit der größten Auswahl in der Stadt. Hier kann man entweder englische und französische Originale aus dem 18. und 19. Jahrhundert kaufen, sich Reproduktionen aus der eigenen Werkstatt zulegen oder sich einen Kamin nach eigenen Vorstellungen bauen lassen.

Die Brüder Paul und Nick Chesney gründeten ihre Firma 1983 und neben dem Hauptgeschäft in der Battersea Park Road haben sie noch Showrooms in der Londoner Holloway Road und in der New Yorker 3rd Avenue.

Außer Kaminen und Holzöfen biete Chesney’s auch noch ein breites Spektrum an Zubehör an wie gusseiserne Gitter und Roste, sogenannte „Firedogs“, also Kaminböcke, und Körbe, in denen man die Holzscheite aufbewahren kann.
Ein Besuch in der Battersea Park Road ist also für alle an Kaminen Interessierte sehr zu empfehlen.

Doubletree by Hilton – Ein empfehlenswertes Hotel in Cambridge

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Früher hieß es Garden House Hotel, jetzt gehört es zur Gruppe der Doubletree Hotels, die wiederum zur Hilton-Gruppe gehören. Wer bei einem Cambridge-Besuch ruhig und doch relativ zentral wohnen möchte, der ist in diesem modernen Hotel sehr gut aufgehoben. Man sollte sich ein Zimmer geben lassen, das direkt auf den River Cam hinausgeht, denn der fließt direkt hinter dem Haus vorbei. Ein angenehmer Spaziergang entlang des Cam führt dann direkt ins Zentrum der Universitätsstadt Cambridge.

Das Doubletree Hotel verfügt über ein Fitness-Zentrum und ein Hallenbad, viele der 122 Zimmer haben Balkons, in der Riverside Brasserie wird das Frühstück, das Mittagessen und das Abendessen serviert und in der modern eingerichteten Twist Bar kann man seinen Drink bei einem sehr schönen Blick auf den Cam einnehmen.

Die Übernachtungspreise (inklusive Frühstück) beginnen bei etwa £150 für ein Doppelzimmer und enden bei ca £350 für eine Suite.

Die Adresse des Hotels: Granta Place, Mill Lane, Cambridge CB2 1RT.
Ich habe hier zweimal gewohnt und kann das Haus sehr empfehlen!

Belinda Bauer – Sie erhielt den Golden Dagger der Crime Writers Association

Der Golden Dagger ist in England so etwa die höchste Auszeichnung, die ein Krimiautor bekommen kann. Er wird jährlich von der Crime Writers Association vergeben und in diesem Jahr erhielt ihn Belinda Bauer für ihren Debütroman „Blacklands“ (Simon&Schuster, ISBN 978-1439149447), der auch schon in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Das Grab im Moor“ (Goldmann-Verlag, ISBN 978-3442471768) vorliegt.

Bei der Preisvergabe zeigte sich Belinda Bauer verblüfft, dass sie schon mit ihrem ersten Roman eine so große Auszeichnung erhielt. Schon die Tatsache, dass ihr Buch in die Shortlist aufgenommen wurde, war für sie eine Überraschung.
Hier der Kurzinhalt von „Blacklands“:
„Tag für Tag gräbt der 12-jährige Steven Lamb in Exmoor nach der Leiche seines Onkels. Fast zwanzig Jahre ist es her, seit der kleine Billy verschwand und vermutlich dem Serienkiller Arnold Avery zum Opfer fiel. Doch Stevens Großmutter wartet noch immer auf die Rückkehr ihres einzigen Sohnes, während ihre Familie unter dem nie bewältigten Verlust zerbricht. Um die Vergangenheit endlich abzuschließen, schickt Steven schließlich anonyme Briefe ins Gefängnis und bittet Avery um Hinweise auf Billys Grab. Als Avery erkennt, dass er es mit einem kleinen Jungen zu tun hat, erwacht der Killer in ihm erneut“.

Barbara Bauer wuchs in England und Südafrika auf und arbeitete als Journalistin und Drehbuchautorin. In der Zeitschrift „Mslexia: the magazine for women who write“ erfuhr sie von dem Wettbewerb der CWA, reichte ihr Buch ein…und gewann. Ihr nächstes Buch ist bereits angekündigt: „Darkside“ (Bantam Press, ISBN 978-0593062968) wird am 6. Januar erscheinen.

Published in: on 21. November 2010 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Landmark Trust – Urlaub in Großbritannien in historischen Häusern

 

Man kann seinen Urlaub in England in einem Hotel verbringen, in einem Bed & Breakfast oder in einem Cottage, man kann aber auch in einem ehemaligen Pfarrhaus, in einer Burg (ganz für sich allein) oder in einem alten Bahnhof wohnen. Wie das geht? Ganz einfach: Mit dem Landmark Trust.

1965 wurde der Trust von Sir John Smith und seiner Frau ins Leben gerufen, mit dem Ziel, heruntergekommene historische oder baulich interessante Gebäude vor dem Abbruch zu retten, liebevoll wieder herzustellen und sie zu vermieten. Eine wirklich gute Idee! So bekommt jeder, der Lust dazu hat, einmal die Möglichkeit in einem außergewöhnlichen Gebäude seinen Urlaub zu verbringen.
Mittlerweile hat der Landmark Trust 190 Häuser restauriert, so dass der Katalog, in dem alle genauestens beschrieben sind,  232 Seiten umfasst.
Alle zu vermietenden Häuser sind voll ausgestattet und für Selbstversorger gedacht; viele haben offene Kamine.

Hier einige Beispiele:
In Sandringham (Norfolk) kann man im Appleton Water Tower, einem umgebauten Wasserturm, wohnen. Ganz besonders schön sind der Gothic Temple in den Stowe Gardens in Buckinghamshire und das Kingswear Castle bei Dartmouth in Devon.

Auf den Webseiten des Landmark Trusts wird jedes Objekt mit mehren Fotos dargestellt; es gibt Pläne über die einzelnen Stockwerke und man kann sehen, wann es zur Verfügung steht und wann es bereits ausgebucht ist.
Fazit: Eine sehr empfehlenswerte Einrichtung!

Der Appleton Water Tower.   © Copyright Peter Barr and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Gothic Temple in den Stowe Gardens.   © Copyright Graham Horn and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Kingswear Castle.   © Copyright John Lindsay and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 20. November 2010 at 04:00  Comments (6)  
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Malcolm Arnold – Sinfonien, River Kwai und 3 Staubsauger

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Am 21. Oktober 1921 wurde  er in Northampton geboren und er starb am 23. September 2006 in Norfolk: Malcolm Arnold, Komponist und Träger des Verdienstordens CBE. Sein Kompositionen sind breit gefächert; er schrieb Orchesterwerke, darunter Irish, Scottish, Cornish und Welsh Dances, und 132 Filmmusiken, von denen am bekanntesten wohl die Musik zu „Die Brücke am Kwai“ (1958) war.

1956 schrieb er ein Werk mit dem merkwürdigen Titel „A Grand Grand Overture opus 57, für 3 Staubsauger, 1 Bodenpolierer, 4 Gewehre und Sinfonieorchester„. Das war Arnolds Beitrag zu den sogenannten „Hoffnungs Concerts„, die am 13. November 1956 in der Londoner Royal Festival Hall stattfanden. Bei den Proben zu dem Werk soll es hoch her gegangen sein: Die Musiker sollen in schallendes Gelächter ausgebrochen sein, als sie die Geburt eine der witzigsten Sinfonien miterlebten bzw. daran beteiligt waren.

Wo passt so ein Musikstück besser hin, als in die berühmten „Last Night of the Proms„?

Published in: on 19. November 2010 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Platz 3 der britischen Charts in dieser Woche: „2 Minute Silence“

Eine außergewöhnliche Single steht in dieser Woche auf Platz 3 der britischen Charts von BBC Radio 1: The Royal British Legion und „2 Minute Silence„. Auf der Single ist, wie es der Titel schon andeutet, nichts zu hören.

In Deutschland ist der 11.11. der Beginn des Karnevals. In Großbritannien ist der 11.11. Armistice Day, Waffenstillstandstag, an dem man an das Ende des Ersten Weltkriegs zurückdenkt, auch mit 2 Schweigeminuten.

Die Royal British Legion hat nun in diesem Jahr eine Single veröffentlicht, auf der nichts als zwei Minuten Schweigen zu hören sind, und deren Einnahmen Soldaten bzw. ehemaligen Soldaten und ihren Familien zugute kommen.

Hier ist das entsprechende Video zu „2 Minute Silence“:

Published in: on 18. November 2010 at 14:55  Schreibe einen Kommentar  

„Tamara Drewe“ – Eine romantische Komödie von Stephen Frears

Posy Simmonds, Kinderbuchautorin und -illustratorin, ist die Schöpferin der  Comicstrip-Serie „Tamara Drewe„, die von 2005 bis 2007 wöchentlich in „The Guardian“ erschien und auf Thomas Hardys Roman „Far from the madding crowd“ basiert, den er 1874 schrieb. Eine deutsche Ausgabe des Comics in Buchform erschien Anfang des Jahres im Reprodukt-Verlag unter dem gleichen Titel.
Stephen Frears hat in seinem am 10. September in den britischen Kinos angelaufenen Film „Tamara Drewe“ Simmonds Idee aufgenommen und eine romantische Komödie geschaffen, die wir in Deutschland ab dem 30. Dezember unter dem (blöden) Titel „Immer Drama um Tamara“ sehen können.

Mit ihrer brandneuen Nase, ihren endlosen Beinen, ihrem attraktiven Job bei einem angesehen People-Magazin, ihrem Hauch von Glamour – bricht Tamara Drewe Herzen ohne mit der Wimper zu zucken. Sie ist die Amazone des modernen Londons! Tamara kehrt ins abgelegene Dorf ihrer verstorbenen Mutter zurück, um das Haus zu räumen. Ein Schock für die Dorfbewohner, die ausser einigen muhenden Kühen nur die erholsame Land-Ruhe kennen.
Männer wie Frauen, Stadtneurotiker wie Landei, Bestseller-Autor, frustrierte Akademiker, derber Rock-Star und heimischer Landschafts-Gärtner – alle fühlen sich von der pyromanischen Schönheit und den leichtfertigen amourösen Anspielungen Tamaras angezogen. Die geweckten versteckten Leidenschaften provozieren eine Verkettung von ebenso absurden wie herrlich amüsanten Zufällen und Ereignissen.  (Spielfilm.de)

Teile des Films wurden in Dorset, der Heimat Thomas Hardys, gedreht und zwar in dem Dörfchen Salwayash. Die Hauptrolle spielt die attraktive Gemma Arterton, die durch den James Bond Film „Ein Quantum Trost“ auch international bekannt wurde.

Hier ist der Trailer zum Film.

 

Published in: on 18. November 2010 at 04:04  Schreibe einen Kommentar  
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Scarborough Fair – Ein Badeort in Yorkshire und seine Hymne

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Scarborough ist ein schön gelegener Badeort an der Ostküste von Yorkshire. Besonders schön ist der Blick auf den Ort und das Meer von den Burgruinen, die hoch über der Stadt liegen.
Weltbekannt wurde der Name Scarborough durch das Lied „Scarborough Fair„, dessen Urheber unbekannt sind und das es in unzähligen Versionen gibt. Am bekanntesten ist die Version von Simon & Garfunkel aus dem Spielfilm „The Graduate“ (1967, deutscher Titel „Die Reifeprüfung“) mit Dustin Hoffman und Anne Bancroft. Hier der Trailer und die Musik mit S&G.

Eine Scarborough Fair, also eine Handelsmesse, gab es tatsächlich in dem Küstenort. Im Mittelalter wurde hier jährlich am 15. August eine 45 Tage dauernde Messe abgehalten, zu der Kaufleute aus ganz England und den skandinavischen Ländern kamen, um Waren zu kaufen und zu verkaufen. 1788 wurde die Fair zum letzten Mal veranstaltet, weil es so viele konkurrierende Messen im ganzen Land gab, dass sie nicht mehr rentabel war.

Was hat es mit dem Lied nun auf sich? Die Wikipedia erklärt es sehr schön:

„Das Lied handelt von einem jungen Mann, der von seiner Freundin verlassen wurde und nun den Hörer auffordert, sie dazu zu bringen, eine ganze Reihe von unmöglichen Dingen zu tun. Zum Beispiel soll sie ihm ein Hemd aus Batist anfertigen, ohne Saum und Näherei, und es dann in einem trockenen Brunnen waschen. Danach wird er sie wieder als seine feste Freundin annehmen.
Der Refrain „Parsley, sage, rosemary and thyme“ ist symbolisch zu interpretieren. Wort für Wort übersetzt heißt dieser Satz „Petersilie, Salbei, Rosmarin und Thymian“ – also eine Liste von Pflanzen, die für den modernen Hörer zunächst keinen Sinn ergeben. Jedoch hat diese Zeile einen symbolischen Wert. Petersilie wurde früher als Verdauungsmittel gegessen und sollte gleichzeitig die Bitterkeit in der Nahrung entfernen. Mittelalterliche Ärzte benutzten diese Pflanze auch zu einem spirituellen Zweck. Salbei galt schon lange als ein Symbol für Kraft. Rosmarin stellt Treue, Liebe und Erinnerung dar. Heute gibt es in England bei vielen Frauen immer noch den Brauch, Rosmarinzweige in den Haaren zu tragen. Thymian symbolisiert in erster Linie Mut. Zur Zeit, als das Lied geschrieben wurde, trugen Ritter oft Schilde mit einer aufgemalten Thymianpflanze, wenn sie in den Kampf gingen.“

Von den zahlreichen Versionen von „Scarborough Fair“ hier die von Hayley Westenra:

Published in: on 17. November 2010 at 03:47  Schreibe einen Kommentar  
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Breaky Bottom Winery – Erlesene Weine und Schaumweine aus East Sussex

 

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1974 wurde die Breaky Bottom Winery von Peter Hall in Betrieb genommen, zu einer Zeit als der Weinanbau in England noch in den Kinderschuhen steckte.
Zwischen Lewes und Rodmell in East Sussex gelegen, wird hier überwiegend die Rebsorte Seyval Blanc angebaut, die sich besonders für kühlere Klimazonen eignet und einen trockenen Wein mit fruchtigen Noten ergibt und an Loire-Weine erinnert.
Bereits 1993 erhielt Peter Hall eine Goldmedaille bei der International Wine Challenge für seinen 1990er Seyval Blanc.

Die Breaky Bottom Winery stellt aber auch Sparkling Wine her und auch das mit großem Erfolg. So wurde der Sparkling Brut 2006 in diesem Jahr mit der Silbermedaille bei den Decanter World Wine Awards prämiert und ebenfalls mit der Silbermedaille und ‚Best in Class‘ bei der International Wine & Spirit Competition 2010 ausgezeichnet. Bei einem Preis von über £20 pro Flasche bewegt sich dieser Schaumwein aus Sussex schon im unteren Preisbereich der Champagner. Die Konkurrenten in der Schaumweinerzeugung von den Nyetimber Vineyards habe ich in meinem Blog schon vorgestellt.

Published in: on 16. November 2010 at 04:22  Schreibe einen Kommentar  
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BBC Radio Leicester – Englands erster lokaler Radiosender

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Die vielen Piatensender in den 60er Jahren machten der guten alten BBC damals zu schaffen, nahmen sie ihr doch viele Hörer weg. Man überlegt also, was man dagegen tun könnte und leitete zwei Gegenmaßnahmen ein: Erstens rief man Radio 1 ins Leben, um vor allem die jüngeren Hörer anzusprechen und zweitens gründete man lokale Radiostationen, um die einzelnen Regionen Englands besser mit Lokalnachrichten versorgen zu können.
Den Anfang machte am 08. November 1967 BBC Radio Leicester, das Leicestershire und Rutland bedient. Die Radiostation strahlte als Erkennungsmelodie und als ersten „radio jingle“ eine Version des „Posthorn Galopps“ aus. Man begann mit knapp vier Programmstunden täglich, doch nach zwei Jahren, als man erkannte, dass die Lokalsender (es folgten BBC Radio Sheffield, BBC Radio Merseyside und BBC Radio Nottingham) erfolgreich waren, wurde das Programmangebot deutlich erweitert.

Heute steht das neue BBC Radio Leicester-Sendezentrum mitten in der Stadt am St Nicholas Place und erreicht über die Frequenz 104.9FM ca 250 000 Hörer. Natürlich kann man das Programm auch über das Internet hören.

Published in: on 15. November 2010 at 04:26  Schreibe einen Kommentar  
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Der Millbank Tower in London – Wolkenkratzer und Schauplatz von Studentenunruhen

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Vorgestern nachmittag übertrug der Nachrichtensender Sky News mehrere Stunden lang Bilder von den Londoner Studentenunruhen, die sich überwiegend im und am Millbank Tower in der City of Westminster zutrugen. Einige besonders aggressive Demonstranten verwüsteten den Eingangsbereich und einige warfen Gegenstände vom Dach des Gebäudes.

Der Millbank Tower ist 118m hoch und liegt am Ufer der Themse. 1963 wurde der Turm für den britischen Maschinenbau- und Rüstungskonzern Vickers erbaut und hieß damals auch Vickers Tower. Heute gehört das Gebäude David and Simon Reuben, die zu den reichsten Männern Großbritanniens zählen.
Im Millbank Tower liegt auch seit 2007 das Conservative Campaign Headquarters (CCHQ), das Hauptquartier der Konservativen Partei, daher zentrierten sich hier auch die Studentenproteste.

Wer den Film „The Vault of Horror“ (1973; deutscher Titel: „In der Schlinge des Teufels“) schon einmal gesehen hat, erkennt den Millbank Tower sicher in den Anfangsszenen wieder.

Brocket Hall (Hertfordshire) – Eines der schönsten Country Houses Englands

 

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35 Kilometer nördlich von London liegt in der Grafschaft Hertfordshire eines der schönsten Country Houses Englands, Brocket Hall, das heute ein exklusives Konferenzzentrum beherbergt; angeschlossen ist ein Golfplatz und die Palmerston Golf Academy.
Ich lese gerade eine Biografie über Lady Caroline Lamb, die mit William Lamb, 2nd Viscount Melbourne, verheiratet war, dem Premierminister des Landes von 1835-1841. Beide wohnten damals auf Brocket Hall.
1760 wurde das Haus für Sir Matthew Lamb erbaut, nach den Plänen des Architekten James Paine. Nach dem Tod William Lambs ging Brocket Hall in den Besitz seiner Schwester über, die mit einem weiteren Premierminister, Lord Palmerston, verheiratet war, der auf dem Landsitz starb.
Queen Victoria war häufig Gast auf  Brocket Hall und Margaret Thatcher schrieb hier ihre Memoiren.
Brocket Hall beherbergt auch ein Restaurant, das kürzlich mit einem zweiten Michelin-Stern ausgezeichnet wurde: Auberge du Lac, das in der früheren Hunting Lodge untergebracht ist und von Chefkoch Phil Thompson geführt wird.
Das Restaurant zählt zu den besten des Landes.

Published in: on 11. November 2010 at 04:13  Comments (1)  
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Brightwell-cum-Sotwell (Oxfordshire) – Das Doppeldorf und die Bach-Blüten

"The Red Lion" in Brightwell-cum-Sotwell - © Copyright Andrew Blades and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Als ich einmal auf der A4130 in Oxfordshire von Didcot nach Wallingford fuhr, kam ich auch durch den Ort Brightwell-cum-Sotwell, ein hübsches Dorf mit einem netten Pub, dem Red Lion„, und zwei Kirchen, St. Agatha’s in Brightwell und St. James’s in Sotwell.
Früher waren das einmal zwei separate Dörfer, aber 1946 entschied man sich, beide zusammenzuführen, da die Grenzen der Orte sowieso kaum noch auszumachen waren, so dicht waren sie zusammengewachsen.

Heute sind Häuser in Brightwell-cum-Sotwell gesucht und entsprechend hochpreisig. Viele der Bewohner des Ortes haben ihre Arbeitsplätze in Didcot, Wallingford und Oxford, die alle in kurzer Zeit erreichbar sind.

Das Doppeldorf ist über die Grenzen Oxfordshires und auch Großbritanniens hinweg bekannt geworden, weil hier ein gewisser Edward Bach wohnte, arbeitete und auch starb. Dr. Edward Bach (1886-1936) ist der,  der die nach ihm benannte Bach-Blütentherapie entwickelte. 1934 zog Dr. Bach nach Sotwell in ein Haus namens Mount Vernon, in dem sich noch heute das Dr Edward Bach Centre befindet.  Bis vor wenigen Jahren hat das Bach Centre in Mount Vernon nicht nur die Urtinkturen zubereitet, sondern diese auch für die Vorratsflaschen verdünnt und abgefüllt, die dann zum Verkauf verschickt wurden. Die Nachfrage wurde aber immer größer, so dass man den Vertrieb einer Firma überlassen hat. Das Bach Centre überwacht aber weiterhin die Herstellung der Urtinkturen, um zu gewährleisten, daß alles so ist, wie es sein soll.
Dr. Bach wurde nur 50 Jahre alt und liegt auf dem Friedhof von Sotwell begraben.

Published in: on 10. November 2010 at 03:44  Schreibe einen Kommentar  
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Der South Bank Lion in London – Er bewacht die Westminster Bridge

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Zugegeben, ich habe ein Faible für englische Löwen. Die Löwen vom Trafalgar Square und den Maiwand Lion  aus Reading habe ich in meinen Blogeinträgen vom 9. August 2010 bzw. vom 11. September 2010 schon vorgestellt, jetzt kommt noch ein weiterer hinzu: Der hübsche South Bank Lion, der am südlichen Ende der Westminster Bridge steht und die Brücke bewacht. Er ist offensichtlich kein Fan des Riesenrades London Eye, denn er wendet diesem ganz demonstrativ seinen Rücken zu.

Ein gewisser William Frederick Woodington (1806-1893) hat ihn  im Jahr 1837 erschaffen, und das Tier musste in seinem Leben schon mehrere Male umziehen. Zuerst stand er, zusammen mit einem anderen Löwen, vor der Red Lion Brewery, bis diese 1949 abgerissen wurde, um der Royal Festival Hall Platz zu machen. Auf Anweisung von König Georg VI, der ihn ins Herz geschlossen hatte, wurde sein Löwenleben nicht beendet, sondern er zog zur Waterloo Station um. Als der Bahnhof erweitert wurde, musste Löwe wieder umziehen; dieses Mal zur Westminster Bridge, wo er jetzt hofft, für immer bleiben zu können, denn den Themseblick möchte er nicht mehr missen.

Der South Bank Lion war früher einmal rot; er bekam aber einmal ein „Facelift“ und jetzt kann man in in seiner ganzen Pracht sehen: Er wurde nämlich aus dem sogenannten Coade-Stein hergestellt, das ist ein besonderer keramischer Werkstoff, der sehr unempfindlich gegen Umwelteinflüsse ist. Darum sieht unser Löwe auch so sauber und gepflegt aus.

Der frühere Genosse, der auch vor der Brauerei stand, ist zu einem Rugby-Fan geworden: Er liegt auf dem Rowland Hill Memorial Gate des Twickenham-Stadions, wo der All-England Rugby Football Club sein zuhause hat. Wen von beiden hat es wohl besser getroffen?

Published in: on 9. November 2010 at 03:45  Schreibe einen Kommentar  
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Minstead in Hampshire – Die letzte Ruhestätte von Sir Arthur Conan Doyle

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Ich wäre wahrscheinlich nie in das Dörfchen Minstead in Hampshire gekommen, gäbe es da nicht das Grab des Sherlock-Holmes-Erfinders Sir Arthur Conan Doyle (1859-1930). Begraben wurde er unter einer großen Eiche auf dem Friedhof der All Saints Church, die im 12. Jahrhundert erbaut wurde. Hier liegt er, gemeinsam mit seiner Frau Jean Conan Doyle, die 1940 starb.
Ursprünglich wurde Sir Arthur in seinem Garten in Crowborough (East Sussex) beigesetzt und zwar in vertikaler Position (Doyle war überzeugter Spiritualist). Der Familiensitz wurde später verkauft und Doyles Grab 1955, wie es seine Frau Jean wünschte, auf den Friedhof von Minstead verlegt, wo sie beide (in horizontaler Position) in einem Doppelsarg aus Blei liegen.
Die Church of England hatte erst Probleme damit, Conan Doyle auf ihrem Friedhof zu beerdigen, ließ sich dann aber doch herab, ihn wenigstens am Rande des Gottesackers seine letzte Ruhe finden zu lassen.
Seine Grabinschrift lautet:
STEEL TRUE
BLADE STRAIGHT
ARTHUR CONAN DOYLE
KNIGHT
PATRIOT, PHYSICIAN & MAN OF LETTERS

 

All Saints Church in Minstead.    © Copyright David Martin

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Tracey Emin – Sie provoziert gern die englische Kunstszene

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Das künstlerische Werk der 47jährigen Tracey Emin wird von einigen hoch geschätzt, von anderen kategorisch abgelehnt. Die 1963 in Croydon geborene Künstlerin, Tochter einer englischen Mutter und eines türkisch-zypriotischen Vaters, wird irgendwo zwischen Andy Warhol und Joseph Beuys eingestuft. Für eher konservative Kunstliebhaber ist ihr Werk sicher nicht so leicht verdaulich.
Eine Kontroverse rief z.B. ihr Werk „My Bed“ aus dem Jahr 1999 hervor. Es zeigt ihr ungemachtes Bett, das mit benutzten Kondomen und ihrer blutverschmierten Unterwäsche „dekoriert“ ist. Auch ihr „Everyone I have ever slept with 1963–95aus dem Jahr 1996, das bei einem Lagerhausbrand vernichtet wurde, war umstritten. Es zeigte ein Zelt, auf das die Namen von 102 Personen appliziert waren, mit denen sie in besagtem Zeitraum geschlafen hatte. Hier sind aber nicht nur Sexualpartner gemeint, sondern auch andere Menschen mit denen sie in einem Bett gelegen hat (z.B. ihre Großmutter).

Published in: on 6. November 2010 at 04:15  Schreibe einen Kommentar  
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Walter Arnold – Der Raser von Paddock Wood (Kent)

Hier in Paddock Wood ereignete sich der Zwischenfall mit Walter Arnold.    © Copyright N Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier in Paddock Wood ereignete sich der Zwischenfall mit Walter Arnold.
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 Paddock Wood ist eine Kleinstadt in der Nähe von Tunbridge Wells in Kent und das Zentrum des Hopfenanbaus der Grafschaft.

Hier ereignete sich am 27. Januar 1896 ein Ereignis, das in die Annalen der Verkehrsgeschichte eingegangen ist und Paddock Wood unauslöschlich mit dem Begriff „Raserei“ in Verbindung gebracht hat.
Ein gewisser Walter Arnold fuhr an diesem Tag mit seinem Auto zur Mittagszeit durch die Kleinstadt – mit weit überhöhter Geschwindigkeit! Vorgeschrieben war eine Maximalgeschwindigkeit von 2 Meilen/Stunde. Mr. Arnold besaß doch die Kaltschnäuzigkeit, mit 8 Meilen pro Stunde durch den Ort zu rasen, also dem vierfachen der erlaubten Geschwindigkeit! Ein Ortspolizist saß gerade bei seinem Mittagessen und bemerkte diesen Verkehrsrowdy. Er schwang sich sofort auf sein Fahrrad, verfolgte das Auto von Walter Arnold, überholte ihn und stellte ihn zur Rede. Die Folge: Walter Arnold war der erste Mensch der Welt, der ein „speeding ticket“ wegen zu schnellen Fahrens verpasst bekam. Er musste später dafür einen Shilling  Strafe zahlen. Übrigens: Zum Zeitpunkt der „Straftat“ gab es in ganz Großbritannien 20 Autos!
Walter Arnold war nicht irgendjemand; er gehörte zu den britischen Pionieren der benzinbetriebenen Kraftfahrzeuge.
Published in: on 5. November 2010 at 03:56  Comments (1)  
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Shakespears Sister: Stay – Ein etwas makabres Musikvideo

Shakespears Sister war eigentlich ein Soloprojekt von Siobhan Fahey; Marcella Detroit kam später dazu und 1992 formierten sie sich zu einem Duo, das mit Hits wie “Stay” und “Hello (Turn Your Radio on)” Erfolg hatte. Bereits 1993 gingen die beiden Damen wieder getrennte Wege. Siobhan Fahey litt unter starken Depressionen und musste in eine Klinik eingewiesen werden.
Stay“ wurde auf dem Album „Hormonally Yours“ veröffentlicht und gehört zu den Titeln, die in der Geschichte der britischen Charts mit am längsten auf Platz 1 gestanden haben, nämlich 8 Wochen lang. Beim Drehen des Musikvideos führte Sophie Muller Regie, die auch für Annie Lennox und die Eurythmics arbeitete (was man bei den Shakespears-Sister-Videos deutlich merkt). „Stay“ wurde 1993 als bestes Video bei den Music Week Awards ausgezeichnet.

Der Name “Shakespears Sister”ist übrigens  einem Song der  Smiths entnommen.

Hier ist das Video zu sehen.

 

Published in: on 4. November 2010 at 03:40  Schreibe einen Kommentar  
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Brookwood Cemetery bei Woking (Surrey) – Großbritanniens größter Friedhof

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In London ist es längst zu eng (und zu teuer) geworden, um dort in der Stadtmitte große Friedhöfe zu unterhalten. So suchte man schon Mitte des vorigen Jahrhunderts nach Ausweichmöglichkeiten und fand in Brookwood (Surrey), in der Nähe von Woking, ein Gelände, dass sich für einen Friedhof eignete. So wurden viele Londoner seitdem dort begraben und der Brookwood Cemetery war eine Zeit lang der größte Friedhof der Welt. Heute ist er nur noch der größte im United Kingdom.

Weil die Entfernung von London nach Brookwood recht groß war (ca 45 Km) , richtete man neben dem Waterloo Bahnhof  die Bahnstation London Necropolis ein, von wo aus die Trauergesellschaften mitsamt Sarg nach draußen gefahren wurden. Diese Bahnverbindung gibt es schon lange nicht mehr, nachdem der Sonderbahnhof im 2. Weltkrieg zerbombt wurde.

Auf dem riesigen Gelände finden sich auch zwei Militärfriedhöfe, der Brookwood Military Cemetery und der Brookwood American Cemetery.
Auch eigene Abteilungen für ethnische Gruppen oder bestimmte Nationalitäten wurden eingerichtet, so gibt es z.B. den Swedish Burial Ground, den Latvian Burial Ground (wo Menschen aus Lettland beigesetzt wurden) oder die Muslim Burial Grounds.

Natürlich liegen auf dem Brookwood Cemetery auch bekannte Persönlichkeiten wie z.B. die Schriftstellerin Rebecca West, der amerikanische Maler John Singer Sargent und der Liebhaber Prinzessin Dianas, Dodo Al-Fayed, um nur einige zu nennen.

The White Hart Hotel in Lincoln (Lincolnshire)

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Wer die sehenswerte Stadt Lincoln besucht und dort auch übernachten möchte, dem kann ich das White Hart Hotel im historischen Teil der Stadt empfehlen. Bereits im 14. Jahrhundert war das Haus ein „coaching inn“ und ist bis heute im gleichen Gewerbe geblieben. Der „White Hart“ liegt nur wenige Schritte von der gewaltigen Kathedrale entfernt, die zusammen mit dem York Minster und der Londoner St. Paul’s Cathedral zu den größten Kirchen Englands gehört. Dort wurden auch einige Szenen für den Film „The Da Vinci Code“ gedreht.

Der modern gestylte Lincoln Grille ist das Restaurant des Hotels. Chefkoch ist Michael House, der einige Jahre für Raymond Blanc gearbeitet hat, der legendäre Chef des Le Manoir aux Quat’Saisons in Great Milton, Oxfordshire.

Die Zimmer des Hotels sind traditionell eingerichtet und kosten pro Nacht zwischen £90 für ein Standard-Doppelzimmer und £170 für eine große Suite. Hotelparkplätze sind vorhanden; sehr angenehm bei der Parkplatzsituation in Lincoln.

Published in: on 2. November 2010 at 04:34  Comments (2)  
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Aleksandr Orlov, das Erdmännchen, und die britischen Autoversicherer

Die britische Werbeagentur VCCP hat mit ihrer Kampagne für das Internetportal www.comparethemarket.com, in dem man Autoversicherer  und andere Versicherungen vergleichen kann, einen Geniestreich gelandet. Für die Werbespots wurde das Erdmännchen Aleksandr Orlov erfunden, das heute so beliebt ist, dass es auf Facebook hunderttausende von Freunden hat und dass zurzeit ein Buch ganz vorn auf den britischen Bestsellerlisten steht, mit dem Titel „A Simples Life: The Life and Times of Aleksandr Orlov“ (Ebury Press, erschienen am 28. Oktober).
In dem berühmten Werbespot geht es darum, dass sich das Erdmännchen mit osteuropäischem Akzent darüber beschwert, dass sich so viele Leute auf seine Webseite www.comparethemeerkat.com verirren, die dort nach den günstigsten Autoversicherern suchen, sich aber bei der Eingabe vertippt haben und eigentlich www.comparethemarket.com haben wollen. Auf der Webseite von Aleksandr Orlov kann man nämlich keine Autoversicherer sondern Erdmännchen vergleichen. Orlov weist am Ende jedes Spots noch einmal deutlich darauf hin, wo die Unterschiede bei den beiden Webseiten liegen und schließt mit dem Wort „Simples!“, so viel wie „Ist doch ganz einfach!“.

Die Werbekampagne war enorm erfolgreich. 3 Tage nach Ausstrahlung der Werbespots hatte das Internetportal das Monatsziel für Kundenanfragen erreicht. Darüber hinaus konnte man ein Gesamtwachstum eingegangener Anfragen von 45% verbuchen, 90% mehr als in der Vergleichsperiode im Vorjahr. Aleksandr Orlov hat sich um die Branche der Autoversicherer verdient gemacht!

Hier und hier sind zwei Werbespots zu sehen.

 

Published in: on 1. November 2010 at 08:41  Comments (4)  

Pluckley (Kent) – Englands Spukdorf Nummer 1

 

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Als wir Pluckley in Kent besuchten, geschah das an einem warmen Sommertag und eine unheimliche Atmosphäre wollte in Englands „most haunted village“ (so „Guinness World Records“) einfach nicht aufkommen. Wir nahmen unseren Lunch im Biergarten des „Black Horse“ Pubs zu uns, der ebenfalls auf der Liste der Spukorte in Pluckley steht (über einen späteren Aufenthalt dort siehe hier). Hier soll ein Poltergeist sein Umwesen treiben. Nach dem Lunch begaben wir uns auf den nahegelegenen Friedhof der Parish Church of St Nicholas, wo eine Red Lady und eine White Lady gesichtet worden sind. Auch dort gruselten wir uns bei hellem Sonnenschein nicht. Ich könnte mir aber vorstellen, dass ein nächtlicher Besuch auf dem Friedhof ganz anders aussehen würde.

Zwischen 12 und 16 Geister soll es in dem kleinen Dorf mitten Kent geben von denen einige in den Screaming Woods zu finden sind, ein Waldgebiet außerhalb Pluckleys; so benannt, weil man hier nachts die Schreie derer gehört haben will, die sich in den Wäldern verlaufen haben und umgekommen sind.

Elvey Farm ist bei Geistern besonders beliebt. Dieser jahrhundertealte Bauernhof, auf dem man auch Zimmer mieten kann, wird von einem früheren Besitzer heimgesucht, der sich auf der Farm erschossen hat und auch ein Soldat wird hin und wieder auf der Treppe gesehen, die zu den im oberen Geschoss liegenden Schlafzimmern führt.

Es würde hier zu weit führen, alle Spukerscheinungen aufzuführen die mehr oder weniger regelmäßig in Pluckley zu sehen sind.
Übrigens wurde hier die ITV-Fernsehserie „The Darling Buds of May“ in den 90er Jahren gedreht, in der Catherine Zeta-Jones eine der Hauptrollen spielte und dadurch national und später international auf sich aufmerksam machte.

Ob man nun an Geister glaubt oder nicht, der Ort Pluckley ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Hier ist ein Film über die „Legends of Pluckley Village“.

Published in: on 1. November 2010 at 04:21  Comments (4)  
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