New Year’s Eve in Bideford (Devon) – Eine der besten Silvesterfeiern in England?

The Quay in Bideford (Devon).    © Copyright Philip Halling

The Quay in Bideford (Devon).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Philip Halling

„Bideford – Probably the best New Year’s Eve Celebrations in the Country!“ steht es stolz und vollmundig auf der Webseite der kleinen Stadt an der Nordküste von Devon. Konkurriert da eine Provinzstadt mit der Metropole London?

Am Silvesterabend ist auf jeden Fall eine Menge in Bideford los. Die Straßen sind voll von feierlustigen Menschen, die meisten sind kostümiert wie es auch am liebsten gesehen wird. Die Straßenparty beginnt üblicherweise am Hafenkai und verteilt sich dann in die Stadt. Dass die Pubs proppenvoll sind, versteht sich von selbst.
Im „Lathwells Restaurant“ in der Cooper Street gibt es einen Vera Lynn Themenabend, bei dem man in das Jahr 1943 zurückgeht: Fancy Dress ist hier obligatorisch.
Im Caesar’s Palace in der King Street werden mehrere Gruppen auftreten, so dass die Tanzwütigen hier auf ihre Kosten kommen werden.
Wer den Silvesterabend ruhiger verbringen möchte, der kann zum „Fine Dining“ in das Royal Hotel in der Barnstaple Street gehen, wo für  £55 pro Kopf ein Menü angeboten wird.

Warum also nicht einmal den Silvesterabend in Nord-Devon verbringen?

Published in: on 31. Dezember 2010 at 08:00  Comments (1)  
Tags:

Das britische Unterhaus – Was man dort alles nicht darf

Das britische Unterhaus (House of Commons) entwickelte sich im 14. Jahrhundert unter der Regentschaft Edwards III. Heute gehören dem Unterhaus 646 Abgeordnete an, die als Members of Parliament bezeichnet werden. Diese MPs sind während der Sitzungen bestimmten Regularien unterworfen, von denen ich hier einmal einige vorstelle:

Es ist verboten zu rauchen.

Essen und Trinken ist verboten. ABER: Der Finanzminister (Chancellor of the Exchequer) darf bei seiner Haushaltsrede Alkoholika zu sich nehmen. Von diesem Recht haben einige Chancellors auch Gebrauch gemacht. Kenneth Clarke trank Whisky, Winston Churchill bevorzugte Brandy, Benjamin Disraeli verdünnte seinen Brandy mit Wasser, Geoffrey Howe trank Gin und Tonic, während Derick Heathcote Amory ein seltsames Gebräu wählte: Milch, Honig und Rum.

Man darf während der Sitzungen keine Bücher, Zeitschriften und Briefe lesen.

Es ist untersagt, Hüte, militärische Auszeichnungen und Schwerter zu tragen.

Hunde dürfen nicht mitgebracht werden (ausgenommen sind Blindenhunde).

Man darf die Hände nicht in die Hosentaschen stecken.

Man darf sich nicht mit dem Namen ansprechen (Vorgeschrieben sind Formulierungen wie „The Honourable Member of…“ oder „My Honourable Friend…“).

Man darf im House of Commons nicht sterben. Da der Westminster Palace, der Sitz des Parlaments, ein Königlicher Palast ist, in dem Bürgerliche nicht sterben dürfen, würde es bei jedem MP, der hier das Zeitliche segnet, heißen, er sei im St. Thomas’s Hospital gestorben.

Hier ein kurzer filmischer Einblick in die Parlamentsarbeit von der BBC.

… und hier ein nicht ganz ernst zu nehmender satirischer Beitrag:

Whitwell (Rutland) – Twinned with Paris (France)

   © Copyright Marathon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Marathon and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wenn man sich dem winzigen Dorf Whitwell in dem ebenfalls winzigen County Rutland nähert, sieht man am Ortseingang ein Schild auf dem steht „Whitwell – Twinned with Paris„. Man reibt sich die Augen und denkt darüber nach, ob es vielleicht irgendwo in der Welt noch ein Dorf namens Paris gibt, aber nein, es ist tatsächlich die französische Hauptstadt gemeint. Wie passt das zusammen: Ein Dorf mit 40-50 Einwohnern und eine Weltmetropole in Partnerschaft?
Wenn man auf irgendeiner der großen Trassen fährt, die nach Paris in Frankreich hineinführen, sucht man vergebens nach einem Schild „Paris – Jumelé avec Whitwell (Grande Bretagne)“.

Was ist hier los? Sam Healey, Kirchenvorstand und Besitzer des einzigen Pubs in Whitwell, dem Noel Arms, saß eines Tages mit einigen anderen Dorfbewohnern in seinem Pub zusammen und nach einigen Pints kam man auf die Idee, eine Partnerschaft mit Paris anzustreben. Schnell wurde ein Twinning Committee gegründet und ein Brief an den damaligen Pariser Bürgermeister Jacques Chirac geschrieben.
Chirac soll diplomatisch geantwortet haben, dass er wohl nur nur Partnerschaften mit Hauptstädten anderer Länder schließen dürfe und er hätte auch noch nie von Whitwell gehört. Das klang zwar alles nicht sehr begeistert, was Monsieur Chirac da schrieb, aber die Whitwellianer nahmen das eher positiv auf und sie schrieben einen neuen Brief nach Paris, in dem sie dem Bürgermeister mitteilten, sie seien schon mitten in den Vorbereitungen für die Partnerschaftsfeier und wenn sie innerhalb von fünf Wochen nichts Gegenteiliges hören würden, gingen sie davon aus, dass die Partnerschaft unter Dach und Fach wäre.
Nun, die fünf Wochen verstrichen, es kam keine Antwort aus Paris und das große Fest fand statt, mit englischem Bier, französischem Wein, englischen Morris-Tänzern und französischen Can-Can-Tänzerinnen, die man extra aus Melton Mowbray geholt hatte.
Seitdem steht das Schild am Ortseingang von Whitwell. Ein reger kultureller Austausch zwischen den beiden Orten findet leider nicht statt.

The Noel Arms in Whitwell.    © Copyright Carl Baker and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Noel Arms in Whitwell.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Carl Baker and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 29. Dezember 2010 at 04:00  Comments (1)  
Tags:

The Secret Garden – Ein Film, der zu Herzen geht

 

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Am 2. Weihnachtsfeiertag sendete ARTE den Film „Der geheime Garten“ (The secret garden), nach dem gleichnamigen Roman von Frances Hodgson-Burnett. Regie führte in diesem 1993 entstandenen Film Agnieszka Holland, wobei die Schauspielkunst der Kinder hier besonders bemerkenswert ist.

Die Rolle der Mary Lennox spielte die damals elfjährige Kate Maberley, eine Engländerin, die seitdem fast jedes Jahr bis heute einen Film gedreht hat. Ihr aktuelles Projekt ist eine Neuverfilmung von “ Bonnie & Clyde“, an der Seite von Hilary Duff und Kevin Zegers.

Heydon Prowse spielte die Rolle des Colin Craven (hervorragend, finde ich). Das war für ihn die erste und auch die letzte Filmrolle, denn er hatte keine Lust, Schauspieler zu werden. Heute ist er Herausgeber des Online-Magazins  http://dontpaniconline.com.

Am bekanntesten von allen „Secret Garden“-Darstellern war natürlich Maggie Smith, die die Hausdame Mrs. Medlock spielte, und die man kürzlich in der TV-Serie „Downton Abbey“ als Violet, Dowager Countess of Grantham, sehen konnte.

Linda Ronstadt sang den Soundtrack zum Film „Winter Light„.

Das Vorbild für den „Geheimen Garten“ soll der Great Maytham Hall Garden gewesen sein, wo Frances Hodgson-Burnett von 1898 bis 1907 wohnte; das liegt an der Straße von Ashford nach Hastings in Kent.

Gedreht wurde der Film u.a. in Allerton Park bei Knaresborough in North Yorkshire, ein unheimlich wirkendes Gebäude, an dem ich einige Male vorbeigefahren bin, dort aber nie irgendein Lebenszeichen wahrgenommen habe. Die Gartenszenen wurden ebenfalls in North Yorkshire gedreht und zwar auf dem Gelände der Fountains Abbey bei Ripon, eine der romantischsten Ruinenanlagen in ganz England.

Hier ist der Trailer des Films zu sehen.

Published in: on 28. Dezember 2010 at 04:00  Comments (1)  
Tags:

Stand-up Comedians Teil 21 – John Bishop

John Bishop ist ein Liverpudlian und spricht den dort vorherrschenden Dialekt Scouse; für deutsche Ohren nicht ganz so leicht zu verstehen, aber man hört sich ein. Der 44jährige Comedian hat in seinem Leben schon eine Menge unterschiedliche Dinge getan, von denen er häufig in seinen Auftritten erzählt, so war er schon Fußballspieler, Türsteher in einem Nachtclub und arbeitete in einer pharmazeutischen Firma; auch sein Familienleben und seine Vaterrolle (er hat drei Söhne) finden Niederschlag in seinen Comedy-Performances.

John Bishop ist häufig in Fernsehsendungen zu sehen und war Gast in den einschlägigen Comedyshows. Seine aktuelle DVD „Elvis has left the building“ steht ganz oben auf den britischen Charts und seine Sunshine-Tour, die ihn in den kommenden sechs Monaten kreuz und quer durch das Land führt, ist schon in vielen Städten ausverkauft. Es sieht also zurzeit gut aus für John Bishop.

Hier ist ein Ausschnitt aus einem Auftritt im Londoner „Apollo“:

 

Published in: on 27. Dezember 2010 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Meine Lieblings-Pubs – The Red Lion in Avebury (Wiltshire)

 

   © Copyright Jim Champion and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

  © Copyright Jim Champion and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In Avebury liegt einer der größten  Steinkreise auf den britischen Inseln und er gehört seit 1986 als Teil der „Stonehenge, Avebury and Associated Sites“ zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Mitten in Avebury ist der 400 Jahre alte strohgedeckte  Bilderbuch-Pub „The Red Lion“ zu finden. Es ist dort richtig gemütlich, mit niedrigen Decken, Eichenbalken und alten Möbeln. Der Pub ist an jedem Tag der Woche von 11 Uhr bis 23 Uhr durchgehend geöffnet und serviert auch täglich Lunch und Dinner. Im Sommer kann man sein Pint oder sein Essen auch im Freien zu sich nehmen, mit Blick auf die mysteriösen Averbury-Steine.

Der „Red Lion“ steht auf der Liste der „10 Most Haunted Pubs“ und so ist hier hin und wieder der Geist von „Florrie“ zu sehen, eine Wirtsfrau, die von ihrem Ehemann erschlagen wurde.

Hier ist ein Film über diese dunkle Seite des Pubs.

 

   © Copyright Rob Purvis and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

    © Copyright Rob Purvis and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 26. Dezember 2010 at 04:00  Comments (3)  

Józef Stawinoga – Der Eremit von Wolverhampton

Es gibt wirklich sehr traurige Schicksale – so auch das von Józef Stawinoga,  der 40 Jahre lang als Eremit in einem kleinen Zelt an der inneren Ring Road von Wolverhampton (West Midlands) lebte. Am 28. Oktober 2007 starb er im Alter von fast 87 Jahren.

Stawinoga ist Pole und emigrierte in den 40er Jahren nach England. Er heiratete 1952 in Wolverhampton, doch seine Frau verließ ihn nach einem Jahr. Ob es diese Trennung war oder ihn Kriegsereignisse mental so stark mitgenommen hatten, weiß man nicht genau. Eines Tages blieb er von seiner Arbeitsstelle weg, kehrte dort nie wieder zurück und führte das Leben eines Obdachlosen. Die Stadtverwaltung duldete es, dass er in einem Zelt lebte; er fiel nie negativ auf, im Gegenteil man sah ihn häufig wie er die umliegenden Straßen fegte.
Stawinoga, oder Fred wie er von vielen genannt wurde, wurde von der lokalen Gemeinde der Hindus und Sikhs als heiliger Mann angesehen. Manche aus der Bevölkerung brachten ihm kleine Geschenke oder versorgten ihn mit heißem Tee.

Nach seinem Tod sprachen sich einige dafür aus, ihm zu Ehren eine Statue in Wolverhampton aufzustellen. Der polnische, in England lebende Künstler Greg Rudevics will eine lebensgroße Bronzestatue schaffen, wartet aber, soweit ich ermitteln konnte, noch auf eine Genehmigung der Stadtverwaltung.

Published in: on 25. Dezember 2010 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

The Queen’s Christmas Message – Sie ist ein fester Bestandteil des englischen Weihnachtsfestes

 

Am kommenden Samstag, dem 25. Dezember um 15 Uhr englischer Zeit ist es wieder soweit: Die Queen wird dann wieder die alljährliche Weihnachtsansprache halten, die man im Fernsehen, im Radio und im Internet sehen und hören kann.
Die Queen’s Christmas Message ist ein fester Bestandteil des britischen Weihnachtsfestes, den sich die wenigsten entgehen lassen. Elizabeth II zieht in ihrer Weihnachtsansprache immer ein Resümee des vergangenen Jahres; so stand im letzten Jahr z.B. das Thema Commonwealth im Zentrum der Rede. In diesem Jahr dürfte wohl die anstehende Hochzeit ihres Enkels, Prince William, Erwähnung finden.

König Georg V begann diese Tradition im Jahr 1932 mit einer Radioansprache, die von der BBC ausgestrahlt und übrigens von Rudyard Kipling geschrieben wurde. Seit 1957 konnte man die Message auch im Fernsehen anschauen, die bis 1996 ausschließlich von der BBC in alle Welt ausgestrahlt wurde. Auf Anordnung der Queen durfte ab 1997 auch der Sender Independent Television News, im Wechsel mit der BBC, die Ansprache produzieren, die einige Tage vor Weihnachten aufgezeichnet wird.

Wer sich die diesjährige Weihnachtsansprache im Internet ansehen möchte, kann dies am ersten Weihnachtstag um 16 Uhr deutsche Zeit auf dem Royal Channel bei youtube ansehen. Hier ist die die Royal Christmas Message 2010.

…und hier die erste im Fernsehen übertragene aus dem Jahr 1957 aus Sandringham House.

Chelsea Pensioners – Die Männer und Frauen in Rot

Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the GNU Free Documentation License

Mitten in London, in Chelsea, liegt das Royal Hospital Chelsea, in dem man keine „Normalkranken“ findet, sondern die sogenannten Chelsea Pensioners, ehemalige Armeeangehörige, die aus Altersgründen nicht mehr dem Militärdienst angehören. Hier werden die alten Herren, und seit kurzem auch Damen, mit allem versorgt, was sie brauchen, z.B. mit Vollpension, Unterkunft und Kleidung und auch die medizininsche Versorgung ist kostenfrei. Dafür verzichten sie auf ihre Pension.

Die Chelsea Pensioners dürfen zwar Zivilkleidung tragen, es wird aber doch Wert darauf gelegt, dass sie möglichst häufig ihre blaue oder ihre scharlachrote Uniform tragen; bei besonderen feierlichen Anlässen ist die rote Uniform Pflicht.

Da die Zimmer der Chelsea Pensioners recht klein sind (knapp 9 m²) und sich mehrere ein Badezimmer und eine Toilette teilen müssen, will man jetzt in großem Stil das Haus umbauen und mit Hilfe des Chelsea Pensioners‘ Appeal die dafür benötigten £30 Millionen zusammenbekommen. Die Chelsea Pensioners tragen ihr Scherflein dazu bei, indem sie eine CD aufgenommen haben. 7 Herren mit geeigneten Stimmen haben am 8. November diesen Jahres die CD „Men in Scarlet“ auf den Markt gebracht, sind bereits damit in den britischen Charts und sollen angeblich schon 100 000 Stück verkauft haben. Wünschen wir, dass die roten Damen und Herren möglichst bald in größere Quartiere umziehen können.

Mein Buchtipp – Hunter Davies: Behind the scenes at the Museum of Baked Beans

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Ein merkwürdiger Titel, den sich Hunter Davies (oder sein Verlag) da ausgedacht hat: „Behind the scenes at the Museum of Baked Beans„.  Aber der Untertitel macht es deutlicher: „My search for Britain’s maddest museums„. Pate für den Titel stand da sicher Kate Atkinsons Roman „Behind the scenes at the museum“.

Hunter Davies ist Journalist, der regelmäßig für mehrere englische Zeitungen schreibt, hat Bücher u.a über die Beatles und das Thema Fußball veröffentlicht und als Ghostwriter für Wayne Rooney und John Prescott fungiert.

In seinem Buch über die „verrückten Museen“ Großbritanniens stellt er Sammlungen von Menschen vor, die etwas merkwürdige Dinge zur Schau stellen wie das titelgebende “ The Baked Bean Museum of Excellence„“ in Port Talbot in Wales. Dort hat ein Captain Beany genannter Mann in seiner Wohnung alles zusammengetragen, was auch nur im entferntesten mit gebackenen Bohnen zusammenhängt und da gibt es einiges.

Ein alter Herr betreibt in Dulwich in London das British Vintage Wireless and Television Museum„; allerdings öffnet er die Tore nur nach telefonischer Anmeldung. Dann kann man sich hunderte von alten Radios ansehen.

Das „Chantry Bagpipe Museum“ in Morpeth (Northumberland) sammelt und stellt Dudelsäcke aus Northumberland aus und in Ulverston (Cumbria) kann man sich im „Laurel and Hardy Museum“ über das Komikergespann Dick und Doof informieren (Stan Laurel wurde in Ulverston geboren).

Ein angenehm zu lesendes vergnügliches Buch!

Hunter Davies: Behind the scenes at the Museum of Baked Beans. Virgin Books 2010. ISBN: 978-0-7535-2213-4

Published in: on 21. Dezember 2010 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  

HRH The Prince of Wales – Was (vielleicht) nicht jeder über Prince Charles und seine Titel weiß

As a work of the U.S. federal government, the image is in the public domain.

Prince Charles ist Heir Apparent, d.h. der Thronfolger in Großbritannien, das weiß jeder. Was aber vielleicht nicht jeder weiß, ist z.B. seine genaue Titelbezeichnung, die da lautet:
His Royal Highness, The Prince of Wales, Earl of Chester, Duke of Cornwall, Duke of Rothesay, Earl of Carrick, Baron of Renfrew, Lord of the Isles und Great Steward of Scotland.
Ob er das wohl alles auswendig weiß?

An Ehrentiteln besitzt der Prince of Wales auch einige:
Knight of the Garter (Träger des Hosenbandordens)
Knight of the Thistle (Schottischer Orden von der Distel)
Knight Grand Cross of the Order of the Bath (Bathorden; ein britischer Verdienstorden, der 1399 von König Heinrich IV. gestiftet wurde und mit dem heute in erster Linie hohe militärische und zivile Beamte ausgezeichnet werden)
Order of Merit (Ein Verdienstorden, um Persönlichkeiten zu ehren, die herausragende Leistungen beim Militär, in Wissenschaft, Kunst, Literatur oder auf anderen Gebieten erbracht haben)
Knight of the Order of Australia (Orden , der von Elisabeth II. als Königin von Australien am 14. Februar 1975 mit dem Ziel der entsprechenden Würdigung von Australiens Bürgern und anderen Personen für außerordentliche Dienste eingeführt wurde)
Companion of the Queen’s Service Order (Ein ziviler Verdienstorden, dessen Mitgliedschaft durch die Regierung von Neuseeland „für wertvolle ehrenamtliche Dienste an der Gemeinschaft oder verdienstvolle und treue Tätigkeiten für die Krone oder vergleichbare Dienste im öffentlichen Sektor, gleich ob als Gewählter oder Ernannter“ vergeben wird. Er wurde durch Königin Elisabeth II., in ihrer Eigenschaft als Staatsoberhaupt am 13. März 1975 geschaffen)
Privy Councillor (Eine Art Geheimrat, der die regierende Monarchin berät)
Personal Aide-de-Camp (Diesen Rang erhalten Mitglieder der königlichen Familie mit einem hohen militärischen Dienstgrad)

Prince Charles gehört übrigens mehr als 400 zivilen und militärischen Organisationen an, z.B. der Bible Society, dem Beaufort Polo Club, dem Glamorgan County Cricket Club oder auch der Dry-Stone Walling Association und der Round Tower Churches Society.
Bleibt da eigentlich noch Zeit für ein bisschen Privatleben?

Hier ein Film wie ein typischer Arbeitstag des Prinzen aussieht:

Published in: on 20. Dezember 2010 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Weihnachten im Waddesdon Manor bei Aylesbury (Buckinghamshire)

   © Copyright Chris Reynolds

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Reynolds

Das Waddesdon Manor in Buckinghamshire habe ich in meinem Blogeintrag vom 29.11.2009  schon einmal vorgestellt. Es ist ein großartiges Haus in der Nähe von Aylesbury und hat jetzt in der Vorweihnachtszeit einiges zu bieten. Waddesdon, das ja der Rothschild-Familie gehört, zollt in diesem Jahr der Stadt Tribut, zu der Ferdinand de Rothschild besonders enge Beziehungen hatte: Paris.

Das Haus ist in französischem Stil dekoriert; man findet hier u.a. eine Miniaturausgabe des Arc de Triomphes und des Obelisken vom Place de la Concorde. Im Restaurant kann man sich an französischen Gerichten laben. So ist über die Weihnachtszeit aus einem englischen Country House ein französisches Château geworden.

Das ist aber noch nicht alles: Kinder wird es sicher in den Enchanted Forest ziehen. Vom Haus führt der Reindeer Trail zum Coach House, wo der Zauberwald aufgebaut ist. Hier können Kinder ihre Wunschzettel für den Weihnachtsmann schreiben oder im Schlitten von Father Christmas einmal Probe sitzen.

Das weihnachtliche Waddesdon Manor-Spektakel ist noch bis zum 2. Januar 2011 geöffnet.

Published in: on 18. Dezember 2010 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  

Carey Mulligan – Die Frau des Jahres in Großbritannien

Der Daily Telegraph stellte gestern eine Liste der bemerkenswertesten Männer und Frauen des Jahres 2010 zusammen und da steht auf Platz 1 der Liste bei den Frauen: Carey Mulligan, ein Name der in Deutschland noch recht wenig bekannt ist, in Großbritannien aber ein Shooting Star ist.
Die 25jährige Londonerin bekam ihre erste Rolle 2005 in dem Film „Stolz und Vorurteil„, in dem sie die Kitty Bennet spielte. 2009 gelang ihr der Durchbruch mit dem Spielfilm „An education„, für den sie den BAFTA-Award erhielt und für den Golden Globe und den Oscar nominiert wurde. Es folgten „Public Enemies„, „Brothers“ und „Wall Street 2„. Am 11. Februar 2011 kommt der Film „Never let me go“ (s. dazu meinen Blogeintrag vom 19. Oktober 2010) in die britischen Kinos (am 31.März in Deutschland unter dem Titel „Alles, was wir geben mussten“), der schon jetzt hoch gelobt wird und in dem Carey Mulligan an der Seite von Keira Knightley zu sehen sein wird. Für diesen Film hat sie schon mehrere Preise erhalten, u.a. den British Independent Film Award als „Best Actress“.

Hier der Trailer zum Film „An education“:

Published in: on 17. Dezember 2010 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Henry Poole & Co. – Royal Livery Maker in London

Die Uniformen der Bediensteten des englischen Königshofes kann man nicht von der Stange kaufen, dafür gibt es ein spezielles Geschäft in London. Henry Poole & Co. hat die Ehre, seit der Herrschaft Königin Victorias, das Königshaus mit Livreen zu beliefern. Seit 1869, als die Firma den Royal Warrant erhielt, tragen also die Diener, Chauffeure und andere Bedienstete des Hofes Dienstkleidung aus der noblen Savile Row, wo der Firmensitz des „Livery Tailors“ ist.

Doch nicht nur Livreen werden hier hergestellt, sondern auch exklusive Anzüge. „Bespoke Tailoring“ ist eine der Spezialitäten der Firma, d.h. die Anzüge werden exakt nach den Wünschen des Kunden in Absprache mit dem Schneider durchgeführt, so dass eine Passgenauigkeit garantiert wird.
Henry Poole bietet darüber hinaus auch die passenden Accessoires wie Krawatten, Manschettenknöpfe oder Regenschirme. Dass alle diese Gegenstände aus dem besten Material sind, versteht sich von selbst.

Wer nicht in London wohnt, kann sich von der Firma auch in seinem Heimatland beraten lassen und Aufträge erteilen, denn Henry Poole reist in der ganzen Welt herum und bietet seine Serviceleistungen in Hotels der großen Städte an, wo man sich in aller Ruhe Maß nehmen lassen kann.

Hier noch einmal die Adresse:

Henry Poole & Co
15 Savile Row
London W1S 3PJ

Published in: on 16. Dezember 2010 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  

Meine Lieblings-Pubs – Ye Olde Starre Inn in York (North Yorkshire)

   © Copyright Stanley Howe and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Stanley Howe and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ist „Ye Olde Starre Inn“ in York nun wirklich der älteste Pub in der Stadt? Möglicherweise, denn schon während des Civil Wars (1642 – 1651) war hier ein betriebsames Gasthaus, dessen Keller aus dem 10. Jahrhundert stammen sollen.
Man wird auf den Pub aufmerksam, wenn man die Straße Stonegate entlanggeht, denn da zieht sich ein hölzerner Balken über die Straße mit dem Namenszug.

Ich kenne diesen Pub eigentlich immer nur voll: Man muss sich zur Bar schon vorkämpfen, um sich sein Pint zu bestellen. Um die Hauptbar scharen sich vier Räume, in denen man dann versuchen kann, ein mehr oder weniger stilles Plätzchen zu ergattern.
Dass es in so einem alten Gasthaus auch Geister gibt, ist nahezu selbstverständlich. Aus dem Keller sind hin und wieder nachts laute Schreie zu hören, die von verwundeten Soldaten aus der Schlacht von Marston Moor (2. Juli 1644) stammen. Diese armen Menschen wurden hierher gebracht, um medizinisch verpflegt zu werden. Da man damals aber noch keine Betäubungsmittel kannte, nahm man z.B. Amputationen bei vollem Bewusstsein durch; daher die schrecklichen geisterhaften Schreie.

Ich kann einen Besuch in dem sehr atmosphärischen „Ye Olde Starre Inn“ sehr empfehlen, in dem man neben zahlreichen Ales auch Pubfood bekommt.

Published in: on 15. Dezember 2010 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Stand-up Comedians Teil 20 – Rod Hull und sein Emu

Nun, Rod Hull ist  kein richtiger Stand-up Comedian, sondern ein Comedian der anderen Art, den man eigentlich nur zusammen mit seinem Emu kennt, auch im deutschen Fernsehen.
1935 wurde Rod Hull auf der Isle of Sheppey in Kent geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte. In den frühen 60er Jahren zog es ihn nach Australien, wo er als Elektriker arbeitete. Er bekam einen Job als Techniker beim Fernsehen und arbeitete dann auch bald im Kinderfernsehen vor der Kamera. Dort hatte er auch den ersten Kontakt mit Emu, dem bösartigen Vogel, der dann für den Rest seines Lebens zu seinem Markenzeichen wurde.

1971 zog Rod Hull nach England zurück und arbeitete an mehreren Fernsehshows mit. Da ging es immer turbulent zu, denn Rod Hulls Emu attackierte die anderen Gäste, die sicher froh waren, wenn Hull mitsamt Emu dann wieder verschwand.
Der Journalist und Radiomoderator Michael Parkinson bekam den Zorn des Tieres einmal in einer Sendung zu spüren, die damit endete, dass sich alle auf dem Boden wälzten (hier der Film). Auch Rudi Carrel lud die beiden in seine Show ein und das Ergebnis kann man sich auf dem Video unten ansehen.

Rod Hull starb schon früh am 17. März 1999 in seinem Haus in Winchelsea (East Sussex), als er dort bei einem Versuch, seine Fernsehantenne auf dem Dach zu richten, herunterfiel und sich so schwere Verletzungen zuzog, dass er daran starb.
Ich fand Rod Hull, der meistens in einer Art Tropenanzug auftrat, und seinen Emu immer sehr witzig; ein derber Humor, aber er kam beim internationalen Publikum gut an.

Hier einer seiner Auftritte im deutschen Fernsehen.

Published in: on 13. Dezember 2010 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Mein Buchtipp – Michel Faber: Hundertneunundneunzig Stufen

Der in Holland geborene Michel Faber wuchs in Australien auf und lebt heute mit seiner Frau und zwei Söhnen in den schottischen Highlands. Seine Erzählungen wurden mit zahlreichen Literaturpreisen bedacht. Der Roman „Das Karmesinrote Blütenblatt“ wurde ein großer internationaler Erfolg.

Im Jahr 2002 erschien Fabers Roman „Hundertneunundneunzig Stufen„, genausoviel Stufen sind es, um von der nordenglischen Stadt Whitby bis zu den Ruinen der Abbey, die oberhalb der Stadt liegt, zu kommen.

Worum geht es?
„Siân quälen Gedanken an ihre Reise durch das vom Krieg erschütterte Bosnien, auf der sie ihren Lebensgefährten verlor. Seit ihrer Rückkehr nach London empfindet sie nur eine große Leere. Siân sieht in ihren Albträumen Nacht für Nacht einem schrecklichen Ende entgegen. Sie schließt sich – in der Hoffnung auf Zerstreuung – einer archäologischen Ausgrabung im englischen Whitby an.
Dort begegnet sie Magnus, einem angehenden Arzt, der den Nachlass seines Vaters ordnet und an seiner Doktorarbeit schreibt. Er überlässt ihr, der ausgebildeten Restauratorin, ein Manuskript aus dem 18. Jahrhundert, das sein Vater einst bei Bauarbeiten in Whitby fand.
Es stammt aus der Feder eines einflussreichen Bürgers, Thomas Peirson, dessen Leben von dramatischen Ereignissen überschattet war. Siân taucht ein in die Vergangenheit Whitbys und widmet sich der Restauration des Manuskriptes und seiner Entzifferung.
Schon bald erscheint ihr die Wirklichkeit in einem anderen Licht, birgt der Text doch ein ungewöhnliches Geständnis.“ (Quelle: www.literaturzirkel.eu)

Michel Faber gelingt es, die Stimmung der kleinen Hafenstadt Whitby an der Ostküste Yorkshires einzufangen. Ein kleines, schmales Bändchen, jedem Yorkshire-Liebhaber zu empfehlen.

Michel Faber: Hundertneunundneunzig Stufen. Claassen-Verlag. 126 Seiten. ISBN: 978-3546003919

Hier sind die 199 Stufen von Whitby. - Eigenes Foto

 
Published in: on 12. Dezember 2010 at 04:00  Comments (3)  
Tags: ,

Carey’s Manor Hotel in Brockenhurst (Hampshire) – Luxus im New Forest

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Wer sich die Region des New Forests im Süden Englands einmal näher ansehen möchte, dem kann ich als Übernachtungsmöglichkeit das Carey’s Manor Hotel sehr empfehlen. Es liegt sehr ruhig am Rand des Ortes Brockenhurst und Salisbury, Winchester und die Küste bei Lymington sind schnell erreichbar.

Wir wohnten im modernen Garden Wing, deren Zimmer entweder einen Balkon oder eine eigene Terrasse besitzen. Man kann auch im alten Manor House wohnen, wo die Einrichtung traditioneller gehalten ist.
Das Hotel legt sehr großen Wert auf seinen Spa-Bereich, in dem man sich u.a. eine Thaimassage gönnen kann; weiterhin gibt es eine Kräutersauna, einen Eisraum und eine Vielzahl von unterschiedlichen Anwendungen.
Das Manor-Restaurant ist das Hauptrestaurant, daneben gibt es noch ein französisches Bistro und das Thai Zen Garden Restaurant.

Die Zimmerpreise beginnen etwa bei £200 für ein Doppelzimmer (incl. Frühstück), die Suiten liegen etwa bei £260.
Ein sehr angenehmes Hotel für einen Besuch im New Forest!

 

Published in: on 11. Dezember 2010 at 04:00  Comments (1)  
Tags:

Wer war eigentlich… Boots the Chemist?

Eine Boots-Filiale in London.    © Copyright Paul Gillett and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine Boots-Filiale in London.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Paul Gillett and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Drogeriekette Boots gehört zu den typischen High Street-Läden englischer Städte. Hier kann man alles kaufen, was in irgendeiner Form mit Gesundheit und Schönheit zu tun hat. Es gibt eine eigene Abteilung „Apotheke“, wo man seine Rezepte einlösen kann, Kosmetika werden in großer Auswahl angeboten, sogar Spielzeug und Fotoartikel. Wenn man einmal dringend etwas braucht, bei Boots wird man meistens fündig.

Woher kommt nun der Name? Hat er etwas mit Stiefeln (boots) zu tun? Nein. Es gab tatsächlich einmal vor langer Zeit jemanden mit dem Nachnamen Boot und zwar der Firmengründer. 1849 gründete John Boot  (1815–1860), die Firma, die seinen Namen trug und sein Sohn Jesse Boot, 1st Baron Trent (1850-1931), machte daraus eine Einzelhandelskette, die sich „Chemists to the Nation“ nannte. Dann folgte eine turbulente Zeit. Die Firma wurde an ein US-Unternehmen verkauft, dann wieder nach England zurückverkauft. Boots kaufte andere Firmen auf und stieß sie wieder ab. 2006 verbanden sich Boots und Alliance UniChem unter dem Namen Alliance Boots plc, das wiederum von dem New Yorker Unternehmen Kohlberg Kravis Roberts & Co übernommen wurde. Von diesen ganzen Veränderungen nahmen wohl die Leute, die bei Boots regelmäßig ihre Zahnpasta oder ihr Haarspray kaum etwas mit.

Published in: on 10. Dezember 2010 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Chatsworth House Library (Derbyshire) – Eine der größten Privatbibliotheken der Welt

By kind permission of Barbara Tinsley


Chatsworth bei Bakewell in Derbyshire gehört mit zu den imposantesten Stately Homes in ganz Großbritannien. Man kann sich dort einen ganzen Tag lang aufhalten, denn es gibt viel zu sehen.
Eine der schönsten Räumlichkeiten, die ich in ganz England gesehen habe, ist die Bibliothek des Hauses, die mit ca 30 000 Bänden zu den größten Privatbibliotheken der Welt gehört. Die Dukes of Devonshire, die Besitzer von Chatsworth, haben über mehrere Generation die Bücherschätze zusammengetragen. Besonders der 6. Duke war Stammgast bei Bücherauktionen und ersteigerte Anfang des 19. Jahrhunderts u.a. die Bibliothek des Bischofs von Ely. Der 11. Duke of Devonshire hatte sich auf illustrierte Pflanzenbücher spezialisiert.

Um 1830 wurde die Bibliothek umgestaltet und die Bücherschränke entwarf Sir Jeffry Wyattville, der auch dafür bekannt wurde, dass er das Windsor Castle umbaute. Dieser Raum sieht einfach phantastisch aus und ich konnte mich bei meinem Besuch dort kaum losreißen. Wie gern hätte ich ihn einmal ohne Besucher abends mit brennendem Kamin und dezenter Beleuchtung gesehen. Aber das ist nur den Devonshires und ihren Gästen vorbehalten.

Die Decke der Library schuf der Stukkateur Edward Gouge mit Bildern von Antonio Verrio; letzterer arbeitete auch im Burghley House und im Hampton Court Palace. Auf dem Boden liegt ein wertvoller Teppich aus dem Hause Axminster, der bei der Umgestaltung des Raumes damals verlegt wurde.

Chatsworth House, „the Palace of the Peak“, ist immer einen Besuch wert und ein Blick in die Bibliothek ist sehr zu empfehlen!

 

Published in: on 9. Dezember 2010 at 04:00  Comments (1)  

The Christmas Adventure in Stockeld Park (West Yorkshire) – Der Weihnachtsmarkt auf dem Lande

Stockeld Park.    © Copyright Ray Woodcraft and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Stockeld Park.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Ray Woodcraft and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

5 km von Wetherby in West Yorkshire entfernt liegt Stockeld Park, ein großes Anwesen, auf dem seit 2006 jedes Jahr ein Winterwunderland, The Christmas Adventure,  aufgebaut wird, das für Groß und Klein jede Menge (vor)weihnachtliche Attraktionen bietet.

Da gibt es z.B. einen großen illuminierten Irrgarten in Form einer Schneeflocke mit 12 Eingängen und 1,5 km Wegen, aus dem herauszufinden nicht ganz leicht ist.
Einer der Höhepunkte ist der Enchanted Forest, das ist ein 1,2 km langer Weg durch ein Waldgebiet, in dem man Trollen, Zauberern und anderen Fantasiefiguren begegnet; am besten man geht nach Einbruch der Dunkelheit in diesen Zauberwald, denn dann sind die Figuren alle illuminiert.

In Santa’s Grotto kommen die kleinen Besucher auf ihre Kosten, denn da begegnen sie dem Weihnachtsmann. Santa ist in diesem Jahr sehr fortschrittlich, denn er und seine Elfen haben sich etwas Neues ausgedacht, damit man nicht so viel Zeit in einer Warteschlange vor seiner Grotte verbringen muss. Man bekommt nämlich eine SMS zugeschickt, wenn man an der Reihe ist, Santa seine Aufwartung zu machen. Ist doch eine gute Idee, oder?

Da auf dem Gelände von Stockeld Park auch Weihnachtsbäume angepflanzt werden (die besten von Yorkshire!), bietet es sich an, bei einem Besuch des Christmas Adventures auch geich einen Baum mit nach Hause zu nehmen.

Natürlich gibt es hier auch einen riesigen Christmas Shop, in dem man alles kaufen kann, was das weihnachtliche Herz begehrt, notfalls auch online unter http://www.echristmastrees.co.uk/.

Published in: on 8. Dezember 2010 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  

Ivor Spencer International School for Butler Administrators/ Personal Assistants and Estate Managers – Die erste Adresse für werdende Butler in London

Wer einmal Butler in einem der großen Häuser Großbritanniens oder in einem 5-Sterne-Hotel werden möchte, kommt an Ivor Spencer kaum vorbei. Seine Schule mit dem langen Namen „Ivor Spencer International School for Butler Administrators/ Personal Assistants and Estate Managers“ hat sich u.a. auch darauf spezialisiert Butler auszubilden.

12 Little Bornes, Dulwich, London SE21 8SE   ist der Sitz der Schule, deren Butler-Kurse zurzeit £5376 kosten. Das ist natürlich sehr viel Geld, aber wer diesen Kurs einmal durchlaufen hat, verfügt über sehr gute Aussichten, eine interessante Position als Butler zu finden, denn Ivor Spencer hilft bei der Stellensuche und sein Name ist weltberühmt.

Was lernt man nun in dieser Butlerschule? Natürlich vermittelt Ivor Spencer administrative Fähigkeiten, die den zukünftigen Butler in die Lage versetzen sollen, ein großes Haus auf hohem Niveau zu führen. Ganz wichtig sind ebenfalls Etikette und Umgangsformen. Der Butler muss sich im Einkauf von Luxusgütern wie edlen Weinen, Champagnern und Zigarren auskennen und er erlent hier auch die Kunst des Zeitungsbügelns (damit die Druckerschwärze nicht an den Händen hängen bleibt).

Our courses are an education. Out teaching is an experience“ lautet das Motto von Ivor Spencers Spezialschule, die auch weibliche Butler ausbildet, die aber schwer zu vermitteln sind (sagt der Chef der Schule).

Published in: on 6. Dezember 2010 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

X-Factor Finalists 2010: „Heroes“ – Platz 1 der britischen Charts in dieser Woche

Von Null auf Platz 1 in den britischen Charts stieg in dieser Woche der Titel „Heroes„, interpretiert von den 16 Finalisten der diesjährigen X-Factor-Serie. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte „charity single“, d.h. die Einnahmen kommen der Wohltätigkeitsorganisation „Help for Heroes“ zugute, eine 2007 gegründete Organisation, die sich um verwundete Soldatinnen und Soldaten der Irak- und Afghanistan-Kriege kümmert.
Bei „Heroes“ handelt es sich um einen Song, den David Bowie im Jahr 1977 zusammen mit Brian Eno geschrieben hatte und auch selbst sang.

Simon Cowell, Musikproduzent und einer der X-Factor-Juroren hatte im Jahr 2008 die Idee, dass jeweils zum Jahresende alle Finalisten der Sendung zusammenkommen und eine Charity Single aufnehmen; das erwies sich in den beiden letzten Jahren als sehr erfolgreich und auch in diesem Jahr sieht es ganz vielversprechend aus.
Die Finalisten in diesem Jahr waren:

  • John Adeleye
  • Belle Amie
  • Mary Byrne
  • Matt Cardle
  • TreyC Cohen
  • Diva Fever
  • Rebecca Ferguson
  • Nicolo Festa
  • FYD
  • Aiden Grimshaw
  • Storm Lee
  • Cher Lloyd
  • One Direction
  • Paige Richardson
  • Wagner
  • Katie Waisse
  • Hier ist die Originalversion mit David Bowie:

    Published in: on 5. Dezember 2010 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  

    The Fan Museum in Greenwich – Was man alles schon einmal über Fächer wissen wollte

    10-12 Crooms Hill in Greenwich, London, lautet die Adresse des einzigen Museums in der Welt, das sich auschließlich mit Fächern und deren Herstellung beschäftigt, des Fan Museums. Die Häuser des Museums liegen im Herzen des historischen Teils von Greenwich und gehören mit zur World Heritage Site.

    1991 wurde das Fächer-Museum eröffnet und ist schon mehrfach ausgezeichnet worden für „outstanding contributions to the Arts and to tourism„. Aus dem umfangreichen Fundus an Fächern (mehr als 3500)werden alle vier Monate Sonderausstellungen zu speziellen Themen zusammengestellt.
    Was wäre ein Museum ohne einen Shop? Auch das Fan Museum verfügt über einen und hier kann man alles kaufen, was irgendwie mit dem Thema zusammenhängt: Schmuck, Kalender, Tassen und natürlich Bücher über Fächer.
    In der angeschlossenen „Orangery“ kann man Hochzeiten feiern, Empfänge geben oder Konferenzen abhalten. Das Fan Museum ist auf alles eingerichtet und hat hier auch eine weitere Einnahmequelle.
    Zu finden ist es ganz in der Nähe des National Martime Museums und des Greenwich Theatres.

    Hier ist ein Film über das Museum.

    Published in: on 4. Dezember 2010 at 04:00  Comments (1)  

    Wensleydale Cheese – Der Käse aus den Yorkshire Dales

    © Copyright Ken Walton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

    Die kleine Stadt Hawes im Wensleydale ist die Heimat des englischen Hartkäses, der aus Kuhmilch hergestellt wird. Das Rezept für den Wensleydale Cheese soll bis ins 12. Jahrhundert zurückgehen, als französische Zisterziensermönche sich in dem Tal in Yorkshire niederließen, die aus der Region von Roquefort kamen und sich mit der Käseherstellung auskannten.

    Es gibt fünf verschiedene Sorten:
    Real Yorkshire Wensleydale
    Mature Wensleydale
    Extra Mature Wensleydale
    Blue Wensleydale
    Oak Smoked Wensleydale

    44% des Wensleydale-Käses wird noch direkt in Hawes hergestellt und zwar von der Firma Wensleydale Creamery. Alle anderen Käse, die sich so nennen, kommen nicht aus Yorkshire. Hier ein kurzer Werbespot der Firma.

    In den 90er Jahren gab es Absatzprobleme und es bestand die Gefahr, dass die Käseproduktion komplett eingestellt werden könnte und da kam ein gewisser Wallace zu Hilfe, der den Wensleydale-Käse rettete und ihm sogar einen Absatzboom bescherte. Wallace & Gromit sind die Hauptfiguren in mehreren britischen Animationsfilmen von Nick Park und seiner Firma Aardman Animations. Wallace hat eine ausgeprägte Vorliebe für Cracker und Käse, insbesondere für Wensleydale-Käse.
    Als die Käsemacher von Wallaces Vorliebe erfuhren, kontaktierten sie die Filmemacher und baten um die Genehmigung, eine besondere Sorte Käse herzustellen, den „Wallace and Gromit Wensleydale„, der zu einem großen Verkaufserfolg wurde. Nachdem der W&G-Film  „Curse of the Were-Rabbitin die Kinos kam, stieg der Absatz des Käses sogar um 23%.

    Wer ins Wensleydale kommt, kann sich im Besucherzentrum der Firma Wensleydale Creamery in Hawes über die Herstellung des Käses informieren.

    Published in: on 2. Dezember 2010 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  

    Thornbury Castle Hotel (Gloucestershire) – Eines der schönsten Schlosshotels Englands und seine Himmelbetten

     
     

    Unsere Bedford Bedchamber. Eigenes Foto.

    Four-Poster-Beds heißen in England die Himmelbetten und kaum ein Schlosshotel oder Country House Hotel, das keine Zimmer ohne diese wunderschönen Betten anbietet.
    Mein absolutes Lieblingshotel in ganz England, das ich in meinem ersten Blogeintrag schon einmal vorgestellt habe, heißt Thornbury Castle Hotel, liegt nördlich von Bristol am Rande der Kleinstadt Thornbury, gehört zu der edlen von Essen-Hotelgruppe und verfügt in seinen „bedchambers“ über viele Four Posters.
    In unseren acht Aufenthalten in diesem erstklassigen Schlosshotel haben wir in unterschiedlichen Zimmern und Suiten übernachtet und jeder dieser „bedchamber“ genannten Räume war anders gestaltet; jeder hatte seine eigene dichte Atmosphäre.
    Das schönste Bett, in dem wir je in England geschlafen haben, steht in der Bedford Suite. Es wurde extra für dieses Zimmer von der Firma Stephen Edgar Fine Furniture konzipiert.

    Bei dem früheren Frühstücksküchenchef stellte sich übrigens heraus, dass dieser Mann zwar ein gutes Frühstück zubereiten konnte, aber auch außergewöhnliche handwerkliche Fähigkeiten besaß. Er war z.B. mit Restaurierungsarbeiten nach dem Brand im Windsor Castle befasst und hatte in den Häusern von Paul McCartney und Mick Jagger gearbeitet. Die genialen Fähigkeiten von „Chris the Chef“ wurden im Hotel genutzt und so war er auch an der Restaurierung von „The Tower“ beteiligt, die letzte fertiggestellte Suite, die im obersten Teil des Schlossturmes liegt und einmal dem früheren Besitzer des Hotels, dem Baron of Portlethen, als Wohnraum diente. Dort steht heute das größte Hotelbett Englands.

    Sehr schön ist auch die Plantagenet Suite, in der wir zuletzt wohnten, die wiederum einen anderen Charakter hat.

    Wer ein Faible für Four Poster-Betten hat, sollte dem Thornbury Castle Hotel, das in diesem Jahr seinen 500 Geburstag feiert (das Schloss, nicht das Hotel!), unbedingt einen Besuch abstatten!

    Unser Himmelbett in The Woodstock. Eigenes Foto.

    Unser Himmelbett in The Woodstock.
    Eigenes Foto.

    Unser Himmelbett in der Plantagenet Suite. Eigenes Foto.

    Unser Himmelbett in der Plantagenet Suite.
    Eigenes Foto.

     

    Published in: on 1. Dezember 2010 at 10:00  Comments (4)  
    Tags:

    Ebberston (North Yorkshire) – Der Ort mit der niedrigsten Verbrechensrate in ganz England

     

       © Copyright David Rogers and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

    Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Rogers and
    licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

    Wenn man auf der A 170 in North Yorkshire von Pickering nach Scarborough fährt, kommt man durch den kleinen Ort Ebberston. Hier herrscht offensichtlich noch ländliche Idylle wie  man sie sich wünscht, denn Ebberston wirbt auf seiner Homepage: „A safe and lovely place to live, having the lowest crime rate in the whole of England„.
    Im Dorf leben etwa 400 Menschen; man achtet sehr darauf, dass der bauliche Charakter erhalten und nicht stark verändert wird. Die Parish Church heißt St. Mary’s, ist normannischen Ursprungs und besitzt einige sehr schöne Glasmalereien.
    Der mobile Bäcker schaut jeden Freitagmittag vorbei, die Fahrbibliothek besucht Ebberston jeden 3. Freitag um 10 Uhr. Eine Polizeistation gibt es nicht und auch einen Dorfarzt sucht man vergebens.

    Ein paar Schritte von der Kirche entfernt, steht „the smallest stately home in England„, Ebberston Hall, eine Villa, 1718  im palladianischen Stil erbaut. Der damalige Besitzer soll das Haus für seine Geliebte gebaut haben, die allerdings nicht begeistert gewesen ist. Für diese Dame galt offensichtlich die Maxime „Size matters“.
    Ebberston – Ein Dorf, in dem es sich leben lässt.

    P.S. Einen Pub gibt es natürlich auch: The Grapes Inn.

    Ebberston Hall.    © Copyright Phil Catterall and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

    Ebberston Hall.
    Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Phil Catterall and
    licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

     
     

     

     

     

    Published in: on 1. Dezember 2010 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
    Tags: