Das britische Unterhaus – Was man dort alles nicht darf

Das britische Unterhaus (House of Commons) entwickelte sich im 14. Jahrhundert unter der Regentschaft Edwards III. Heute gehören dem Unterhaus 646 Abgeordnete an, die als Members of Parliament bezeichnet werden. Diese MPs sind während der Sitzungen bestimmten Regularien unterworfen, von denen ich hier einmal einige vorstelle:

Es ist verboten zu rauchen.

Essen und Trinken ist verboten. ABER: Der Finanzminister (Chancellor of the Exchequer) darf bei seiner Haushaltsrede Alkoholika zu sich nehmen. Von diesem Recht haben einige Chancellors auch Gebrauch gemacht. Kenneth Clarke trank Whisky, Winston Churchill bevorzugte Brandy, Benjamin Disraeli verdünnte seinen Brandy mit Wasser, Geoffrey Howe trank Gin und Tonic, während Derick Heathcote Amory ein seltsames Gebräu wählte: Milch, Honig und Rum.

Man darf während der Sitzungen keine Bücher, Zeitschriften und Briefe lesen.

Es ist untersagt, Hüte, militärische Auszeichnungen und Schwerter zu tragen.

Hunde dürfen nicht mitgebracht werden (ausgenommen sind Blindenhunde).

Man darf die Hände nicht in die Hosentaschen stecken.

Man darf sich nicht mit dem Namen ansprechen (Vorgeschrieben sind Formulierungen wie „The Honourable Member of…“ oder „My Honourable Friend…“).

Man darf im House of Commons nicht sterben. Da der Westminster Palace, der Sitz des Parlaments, ein Königlicher Palast ist, in dem Bürgerliche nicht sterben dürfen, würde es bei jedem MP, der hier das Zeitliche segnet, heißen, er sei im St. Thomas’s Hospital gestorben.