Filmtipp: Another Year – Ein zu Herzen gehender Film von Mike Leigh

„Um die Liebeswirren des Zweiten Frühlings geht es in Another Year von Mike Leigh. Mary (Lesley Manville) ist eine Frau in den Vierzigern, die nach einer verkorksten ersten Ehe endlich den Mann fürs Leben sucht. In der Zwischenzeit ist sie ständig zu Besuch bei Gerri (Ruth Sheen) und Tom (Jim Broadbent), die seit Jahrzehnten glücklich miteinander verheiratet sind. Tom versucht Mary mit seinem alten Jugendfreund Ken (Peter Wight) zu verkuppeln, aber Mary hat fatalerweise ein Auge auf Gerris und Toms Sohn Joe (Oliver Maltman) geworfen. Als dieser eines Tages mit einer Freundin auftaucht, reagiert Mary sehr ungehalten, was die Freundschaft zu Gerri und Tom stark strapaziert“ (www.moviepilot.de).

„Another Year“ feierte letztes Jahr seine Premiere bei den Filmfestspielen in Cannes 2010. Verantwortlich für Regie und Drehbuch ist Mike Leigh, der als einer der wichtigsten Vertreter des New British Cinema gilt. Sein voriger Film „Happy-Go-Lucky“ war bei den Filmfestspielen 2008 in Berlin zu sehen.

Eine der Hauptrollen in „Another Year“ spielt Jim Broadbent, ein Charakterdarsteller aus Lincolnshire, der demnächst in dem Film „The Iron Lady“ Margaret Thatchers Ehemann Denis spielen wird.
Lesley Manville dürfte einigen aus der Fernsehserie „Cranford“ bekannt sein, in der sie Mrs. Rose spielte.
Ruth Sheen schließlich ist wohl in Deutschland nicht so bekannt. Sie spielte in zahlreichen TV-Serien mit, die überwiegend nicht im deutschen Fernsehen gezeigt wurden.

Hier ist der Trailer zum Film.

 

Published in: on 31. Januar 2011 at 04:00  Comments (1)  
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Das Schlachtfeld von Towton (North Yorkshire) – Die blutigste Schlacht der englischen Geschichte

Das Towton Battlefiels Memorial Cross.   © Copyright JThomas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Towton Battlefiels Memorial Cross.
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Am 29. März 1461, es war Palmsonntag, fand in der Nähe des Dorfes Towton östlich von Leeds in North Yorkshire während eines Schneesturms die blutigste Schlacht der englischen Geschichte statt. In den Rosenkriegen kämpften die Truppen der Yorkisten unter Edward IV gegen die Lancastrians unter der Führung von Henry Beaufort. Das Resultat: Zwischen 20 000 und 30 000 Menschen kamen an diesem Tag zu Tode und viele wurden verletzt.  Die Schlacht endete mit einem Sieg des Hauses York und war eine der entscheidenden Schlachten in den Rosenkriegen.

Ich stand einmal am Rand des Schlachtfeldes, dort wo ein Steinkreuz an der B1217 an den blutigen Tag erinnert, und hatte schon ein eigenartiges Gefühl, dass da vor mir auf den Feldern so viele Menschen in so kurzer Zeit unter schlimmen Umständen ums Leben gekommen sind.

In diesem Jahr ist es exakt 550 Jahre her, dass die Schlacht von Towton statt fand, und die Towton Battlefield Society bietet in den ersten Monaten des Jahres eine Reihe von Veranstaltungen an, die sich im weitesten Sinne mit der Schlacht beschäftigen.

1996 fanden Arbeiter ein Massengrab von 43 Menschen, von denen man mit Hilfe der Radiokarbon-Methode sagen konnte, dass sie Gefallene der Schlacht waren. Die Universität von Bradford nahm die Untersuchungen in dem Towton Mass Grave Project vor.

Eine virtuelle Tour über das Schlachtfeld kann man hier vornehmen.

Hier eine BBC Four-Dokumentation über die Schlacht.

Eine Übersichtsfael am Schlachtfeld.   © Copyright Andy Farrington and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine Übersichtstafel am Schlachtfeld.
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Published in: on 29. Januar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  

Hampton Court Maze – Hier hat sich schon Harris aus „Drei Mann in einem Boot“ verlaufen

Blick auf Hampton Court vom Labyrinth aus.    © Copyright David Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blick auf Hampton Court vom Labyrinth aus.
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Hampton Court Palace ist ein großartiges Anwesen an der Londoner Peripherie, in dem man problemlos einen ganzen Tag verbringen kann. Hier sollen die Geister von Jane Seymour und Catherine Howard spuken. Die Tudorfassade und der Uhrenturm sind sehenswert und einen Rundgang durch den Palast sollte man auf jeden Fall machen, trotz des recht hohen Eintrittspreises von £15.40, in dem allerdings ein Audio Guide inbegriffen ist.

Eine Besonderheit von Hampton Court ist „The Maze„, ein jahrhundertealter Irrgarten, der Ende des 17. Jahrhunderts von George London und Henry Wise im Auftrag von William III. angelegt wurde. Etwa 800 m lang sind die Wege in diesem Heckenlabyrinth; manche meinen, es sei ganz einfach, sich darin zurechtzufinden, indem man sich immer nur nach rechts bewegt; andere wiederum haben schon Stunden in dem Irrgarten zugebracht und waren mehr als erleichtert, endlich den Ausgang gefunden zu haben.

Jerome K. Jerome beschreibt in seinem Buch „Three Men in a Boat“  eine wunderschöne Szene wie sich Harris, einer der Protagonisten, im Hampton Court Maze verläuft (Kapitel 6):

„We’ll just go in here, so that you can say you’ve been, but it’s very simple. It’s absurd to call it a maze. You keep on taking the first turning to the right. We’ll just walk round for ten minutes, and then go and get some lunch.“

…Harris kept on turning to the right, but it seemed a long way, and his cousin said he supposed it was a very big maze.

„Oh, one of the largest in Europe“, said Rachael.

„Yes, it must be“, replied the cousin, „because we’ve walked a good two miles already!“

Harris began to think it rather strange himself, but he held on until, at last, they passed the half of a penny bun on the ground that Harris’s cousin swore he had noticed there seven minutes ago.“

Hier die  BBC-Verfilmung „Three men in a boat“ mit Michael Palin, Tim Curry und Stephen Moore aus dem Jahr 1975.

 

Pontefract (West Yorkshire) – Die Lakritze-Hauptstadt Englands

 
 
 
Der Liquorice Bush Pub in Pontefract.    © Copyright Ian S and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Liquorice Bush Pub in Pontefract.
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Lakritze, oder auch Süßholz, ist eine Pflanzenart, die in Europa überwiegend im Mittelmeeraum vorkommt, doch auch in England gibt es einige Stellen, in der die Pflanze wächst; der tiefe Sandboden in der Region Pontefract in West Yorkshire z.B. ist ein idealer Standort für die Lakritze. Kein Wunder, dass sich in Pontefract auch die Süßwarenindustrie angesiedelt hat, die die Pflanze auf verschiedene Arten verarbeitet.

Berühmt sind die sogenannten „Pontefract Cakes„, kleine runde Taler, die heute von dem deutschen Konzern Haribo nach wie vor in Pontefract hergestellt werden. Haribo hat die ursprüngliche Firma Dunhill übernommen. Wilkinson’s, die zum Tangerine-Konzern gehört, ist die zweite ortsansässige Firma, die Lakritze und auch die Cakes herstellt.

Der englische Dichter Sir John Betjeman hat den Lakritzefeldern von Pontefract sogar ein Gedicht gewidmet, hier zu hören.

Die Filmbranche hat in verschiedenen Spielfilmen Pontefract-Lakritze verwendet. In der berühmten Szene in dem Film „The Gold Rush“ verspeist Charlie Chaplin seinen Stiefel und seine Schnürbänder – alles aus Yorkshire-Lakritze hergestellt. In dem James Bond-Film „Moonraker“ mit Roger Moore beißt Jaws ein elektrisches Kabel durch – made in Pontefract.

Dass Lakritze nicht ganz ungefährlich ist, wenn man sie in größeren Mengen isst, zeigt das Beispiel einer Frau aus Yorkshire, die im Jahr 2004 an einer Überdosis Pontefract Cakes starb. Sie hatte über einen längeren Zeitraum hinweg täglich eine 200g-Packung gegessen.

Natürlich feiert die Stadt auch jährlich ein Festival, das der Lakritze gewidmet ist. Das nächste Pontefract Liquorice Festival findet im Juli diesen Jahres statt.

The Letter Box Study Group – Diese Vereinigung weiß alles über Briefkästen

Pillar Box aus der viktorianischen Zeit in Lincoln.    © Copyright Stefan Czapski and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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1976 fand sich in England eine Handvoll Menschen zusammen, die ein gemeinsames Hobby hatten: Briefkästen. Sie hätten sich damals nicht träumen lassen, dass ihre Letter Box Study Group im Jahr 2011 etwa 800 Mitglieder haben würde, davon auch einige aus dem Ausland.

Das Ziel der Briefkastenfreunde: „to encourage research, preservation, restoration and awareness of letter boxes and the definitive description and documentation of their types and locations“.

Was ist nun das Besondere an britischen Briefkästen? Da gibt es z.B. unterschiedliche Formen wie die Pillar Boxes (freistehend, oft vor Postämtern zu finden), Wall Boxes (in Mauern eingebaut, nur die Front ist zu sehen) oder Lamp Boxes (in ländlichen Gegenden zu finden, oft an Laternenpfählen angebracht). Hier ein Film über die verschiedenen Formen.

Die offiziellen Briefkästen kommen in verschiedenen Farben daher; am bekanntesten ist aber sicher das „pillar-box red„. Die sogenannten „ciphers“ geben Auskunft, aus welcher Zeit sie stammen. Das „E II R“ heißt z.B., dieser Briefkasten wurde zur Zeit Königin Elizabeths der Zweiten errichtet.

Die Letter Box Study Group gilt als die Autorität in Sachen Briefkästen und sie baut zurzeit eine Datenbank auf, in der jeder Briefkasten in ganz Großbritannien verzeichnet und beschrieben werden soll; eine gewaltige Aufgabe. In einem vierteljährlich erscheinenden Newsletter werden die Mitglieder ständig auf dem aktuellen Stand gehalten. Der jährliche Mitgliedsbeitrag ist £30.

Published in: on 22. Januar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Routemaster in London – Wird es sie bald wieder geben?

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Wer kennt sie nicht, die großen roten Ungetüme, die jahrzehntelang kreuz und quer durch London fuhren.
„Der AEC Routemaster ist ein Doppeldecker-Linienbus, der zwischen 1954 und 1968 von der Associated Equipment Company (AEC) speziell als Stadt- und Regionalbus (Country Bus Coach) für London Transport hergestellt wurde. Die erste Fahrt eines Routemasters in London fand am 8. Februar 1956 statt. Die letzte reguläre Fahrt fand am 9. Dezember 2005 statt und gilt als das Ende der Routemaster-Ära in London“, so die Wikipedia.

Hier ein kleiner Film über die weitere Verwendung der Busse.

Als die roten Dinosaurier dann im Depot bleiben mussten bzw. verkauft wurden, war die Trauer in London groß, denn die einstöckigen Nachfolgemodelle waren nicht sehr beliebt. ABER: Londons Bürgermeister Boris Johnson hat versprochen, die Doppeldecker Ende diesen Jahres wieder einzusetzen, allerdings in einer modernen Variante.

Den Routemaster gab es in mehreren Varianten. Das Standardmodell, das von 1958 bis 1965 gebaut wurde, hatte 64 Sitzplätze (28 unten, 36 oben) und einen riesigen 9,6 bzw. 9,8-Liter-Dieselmotor. Diese Motoren schafften unglaubliche Kilometerleistungen und waren außerordentlich stabil, darum fahren noch heute viele dieser Fahrzeuge, in privater Hand, durch die Lande.

Die 1988 gegründete Routemaster Operators and Owners Association kümmert sich um die roten Riesen und steht den Besitzern mit Rat und Tat zur Seite, gibt technische Hilfestellungen und vermittelt benötigte Ersatzteile.
Hin und wieder werden sogenannte „Re-runs“ durchgeführt, bei denen die Fahrzeuge ihre alten Strecken noch einmal abfahren. Der nächste Re-run findet am 6. Februar statt. Die Sammelstelle ist die Autobahnraststätte London Gateway an der M1, von wo aus die rote Karawane quer durch London bis zum Crystal Palace Park im Süden der Stadt fahren wird.
Viermal jährlich erscheint für die Enthusiasten das „Routemaster Magazine„, das ausführlich über alle Fragen rund um den Doppeldecker informiert.

Published in: on 21. Januar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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A la Ronde bei Exmouth (Devon) – Es gibt auch Häuser mit 16 Ecken, zumindest in Devon

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Eines der merkwürdigsten Häuser, die dem National Trust gehören, steht in der Nähe von Exmouth in Devon und hat den französisch klingenden Namen A la Ronde. Es wurde im späten 18. Jahrhundert für die beiden Cousinen Jane und Mary Parminter gebaut, die gern ruhig und abgelegen wohnen und dort ihr etwas exzentrisches Leben verbringen wollten.

Das Besondere an diesem Haus ist einmal die äußere Form: es ist sechzehneckig und das findet man nicht so oft. Der Grund dafür soll gewesen sein, dass die beiden Damen den ganzen Tag lang die Sonne (wenn sie denn scheint) in einem der Zimmer haben wollten; sie mussten dabei natürlich  ständig ihren Aufenthalt in ein anderes Zimmer verlegen.

Aber auch das Innere von A la Ronde ist sehr ungewöhnlich. Die beiden Parminter-Cousinen waren sehr reisefreudig und brachten immer einiges von ihren Touren mit, was sie dann auch in ihrem geräumigen Haus großzügig verteilten. Eine besondere Schwäche hatten sie für Muscheln und in einer Gallerie des Hauses finden sich 25 000 Exemplare (ich weiß nicht, wer die alle gezählt hat).

A la Ronde, das nach dem Vorbild der Kirche San Vitale in Ravenna gebaut worden sein soll, durfte nach dem letzten Willen der beiden Damen immer nur an unverheiratete weibliche Blutsverwandte vererbt werden, was auch bis 1886 geklappt hat; dann ging das Haus an den Pfarrer Oswald Reichel über, einen Bruder der letzten Besitzerin. Reichel nahm eine ganze Menge Veränderungen und Modernisierungen vor, die aber zum großen Teil vom National Trust wieder rückgängig gemacht wurden.

A la Ronde ist in diesem Jahr vom 12. Februar bis zum 18. Dezember an unterschiedlichen Tagen geöffnet und kostet für einen Erwachsenen  £7 Eintritt.

Hier ein kleiner Film, der einen guten Eindruck von diesem merkwürdigen Haus vermittelt.

Mein Buchtipp – Robin Halstead u.a.: Bollocks to Alton Towers

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Alton Towers ist der größte und wohl auch bekannteste Freizeitpark in Großbritannien in der Nähe des Dorfes Alton in Staffordshire. Wer die dortigen Menschenmengen nicht mag und sich lieber weniger bevölkerte und interessante Sehenswürdigkeiten zu Gemüte führen möchte, dem kann ich nur das Buch „Bollocks to Alton Towers: uncommonly British days out“ des Autorenquartetts Robin Halstead, Jason Hazeley, Alex Morris und Joel Morris empfehlen.

Die vier haben sich auf den Weg gemacht, um das Besondere und Ungewöhnliche zu suchen: „the modest, peculiar and unique delights of places that defy rationality, convention and corporate sponsorship – and in a small way define what it is to be British“.

Fündig geworden sind sie in allen Teilen Englands, Schottlands und Wales‘, so haben sie z. B. den Kelvedon Nuclear Bunker bei Brentwood in Essex aufgesucht, der einmal dazu gedacht war, bei einem Atomkrieg die britische Regierung zu schützen. Fans des Fußballspielers David Beckham wird sicher der Beckham Trail interessieren, der im Nordosten Londons zu begehen ist.
Wie wäre es mit einem Ausflug in das Dörfchen Imber in Wiltshire, das allerdings meist nur im August besuchbar ist? Es liegt mitten im militärischen Sperrgebiet in der Salisbury Plain, ist natürlich nicht bewohnt und in den restlichen elf Monaten würden einem dort die Granaten um die Ohren fliegen. Auch die Eden Ostrich World bei Penrith in Cumbria werden dem Leser empfohlen, wenn er denn Interesse am Vogel Strauß hat.

Das Buch hat 388 Seiten und keine davon ist langweilig. Die Autoren haben einen sehr humorvollen Stil und man lernt eine Menge über Orte, an denen man sonst nur vorbeifährt. Meine volle Empfehlung!

Robin Halstead, Jason Hazeley, Alex Morris & Joel Morris: Bollocks to Alton Towers. London: Penguin Books 2006. ISBN: 978-0-14-102120-1. Das Taschenbuch kostet z.B. bei Amazon.de zurzeit €9.99.

Published in: on 19. Januar 2011 at 04:00  Comments (1)  

Meine Lieblings-Pubs – The White Horse in Chilham (Kent)

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Ich erinnere mich an einen wunderschönen Sommervormittag, als wir in Chilhams „White Horse“ einen Drink zu uns nahmen. Der Pub, einer der meist fotografierten Englands, ist nicht weit von Canterbury entfernt und steht direkt am Dorfplatz, der im 15. Jahrhundert angelegt wurde, und neben der St. Mary’s Kirche. Chilham Castle ist der Grund, warum viele Menschen in das Dorf kommen und „The White Horse“ profitiert natürlich davon.

Der hübsche Pub mit der angenehmen Atmosphäre ist jeden Tag der Woche ganztägig geöffnet und bietet auf seiner Menükarte überwiegend Produkte aus organischem Anbau an. Gemüse und Eier kommen kommen direkt aus der Region und auch der Fisch kommt täglich frisch auf den Tisch.
Die Bar bietet eine große Palette an Bieren an; viele kommen aus Brauereien in Kent, es werden aber auch Biere großer Hersteller angeboten.

Ein so hübscher Ort wie Chilham ist natürlich auch als Filmkulisse begehrt und so wurden hier einige Filme gedreht wie zuletzt der BBC-Vierteiler „Emma„, nach dem gleichnamigen Roman von Jane Austen.

Published in: on 18. Januar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Bangers and Mash – Das Lieblingsgericht vieler Engländer

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Für die einen ist Bangers and Mash ein Gericht, von dem sie gar nicht genug bekommen können und das zu den traditionellen „Pub Grubs“ gehört, also zu dem, was die meisten Pubs anbieten; für die anderen ist es etwas, auf das sie verächtlich hinabblicken und nie essen würden. Bangers and Mash gilt als typisches Essen der Arbeiterklasse. (Hier eine kleine filmische Anleitung über die Zubereitung).

Was ist nun Bangers and Mash? Nichts anderes als Bratwurst mit Kartoffelbrei. Das Wort „bangers“ soll darauf zurückzuführen sein, dass die Bratwürste in den schlechten Zeiten vor und im 2. Weltkrieg in England dazu tendierten, unter großer Hitze zu platzen (to bang), und so hat sich dieser Begriff bis heute gehalten.

Bangers and Mash“ war auch der Titel einer 24teiligen Cartoonserie, die 1989 im englischen Fernsehen lief, und deren Titelhelden zwei Schimpansen waren.

1961 nahmen sich Peter Sellers und Sophia Loren des Themas „Bratwurst mit Kartoffelbrei“ musikalisch an; hier zu hören.

Published in: on 17. Januar 2011 at 04:00  Comments (2)  
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Burton Constable Hall in East Yorkshire – Das Herrenhaus mit eigenem Wal

„We have our own whale“ heißt es stolz auf der Homepage von Burton Constable Hall, einem elisabethanischen Herrenhaus 15 km nordöstlich von Hull in East Yorkshire. Wer kann so etwas schon von sich behaupten?
Das imposante Haus steht inmitten eines Parks, der von Englands Landschaftsgärtner Nummer Eins, von Lancelot „Capability“  Brown entworfen wurde.

Wie kommt nun ein Wal, besser gesagt das Skelett eines Wals, in ein Country House, das doch immerhin einige Kilometer vom Meer entfernt ist?
Der 18 m lange Pottwal wurde 1825 in der Nähe von Tunstall an der Küste Yorkshires angeschwemmt. Ein berühmter Chirurg aus Hull nahm sich des riesigen Tieres an, untersuchte und sezierte es und dann wanderte es nach Burton Constable Hall, denn der damalige, Besitzer Sir Clifford Constable , hatte das Recht, alles zu behalten, was dort an der Küste so alles gefunden wurde. So kann man bis heute dieses große Meerestier hier besichtigen und zwar in der Great Barn im Stable Block, also den Stallungen.

Burton Constable Hall ist in diesem Jahr von Ostern bis zum 27. Oktober geöffnet und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, nicht nur wegen des Wales!

Burton Constable Hall - Hier ist der Walfisch zuhause. © Copyright Ian S and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Whittingtons Brewery in Newent (Gloucestershire) – Hier wird das Bier mit der Katze gebraut.

Im Jahr 2001 wurde die Whittingtons Brewery bei Newent in Gloucestershire gegründet und die Produktion begann 2003; wir haben es hier also mit einer sehr jungen Brauerei zu tun und auch mit einer ziemlich kleinen. Zuerst gab es das Bier nur im Shop der Brauerei und im angeschlossenen Restaurant zu kaufen; dann wurde es auch in den Handel gebracht, allerdings nur in Flaschenabfüllung.

Whittingtons steht auf dem Gelände der Three Choirs Vineyards, einer hoch gelobten und vielfach ausgezeichneten Weinfirma, die hier ihre Trauben anbaut und weiterverarbeitet. Brauerei und Weinanbau auf einem Gelände ist sicher eine Rarität.

Auf den Etiketten der drei Biersorten ist jeweils das Bild einer Katze zu sehen. Der Grund: Der Geschäftsmann und Politiker Richard (Dick) Whittington, der von 1354–1423 lebte und ganz in der Nähe in dem Dorf Pauntley geboren wurde, schaffte es, fünfmal zum Lord Mayor von London gewählt zu werden. Die Figur Dick Whittingttons, in dessen Leben eine Katze namens Puss eine wichtige Rolle gespielt haben soll, wurde in kleinen Theaterstücken verwendet, die noch heute hin und wieder gespielt werden. Und eben jene Katze Puss ist es, der wir auf den Bierflaschenetiketten wiederbegegnen.

Die von der Brauerei hergestellten Sorten nennen sich Cats Whiskers, Nine Lives und SPA (Summer Pale Ale). Im Winter wird zusätzlich das Winter’s Tail hergestellt.

 

Published in: on 14. Januar 2011 at 04:00  Comments (1)  
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Mein DVD-Tipp – „Charles Dickens’s England“ mit Derek Jacobi

 

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Der Sender Sky Arts strahlte 2009 eine Dokumentation aus, die jetzt auch auf DVD erhältlich ist, und die ich allen empfehlen kann, die sich für englische Literatur und speziell für Charles Dickens interessieren: „Charles Dickens’s England„, hervorragend präsentiert von Derek Jacobi, einem englischen Schauspieler, der 1994 einem breiten Fernsehpublikum bekannt wurde durch die Rolle des „Bruder Cadfael“ in den Verfilmungen der historischen Krimis von Ellis Peters.

Derek Jacobi führt in diesem zweistündigen Film zu allen wichtigen Plätzen, die mit Charles Dickens in Zusammenhang stehen: Von Portsmouth zur Isle of Wight, von Chatham nach Broadstairs und von Rochester nach Barnard Castle.  Auf dieser Rundreise trifft Jacobi auf eine Reihe von Dickens-Spezialisten, die ihr umfangreiches Wissen an die Zuschauer weitergeben.

So ist eine atmosphärisch dichte Dokumentation entstanden, nicht zuletzt durch Jacobis einfühlsame Präsentation.
Der DVD ist noch eine weitere hinzugefügt, mit einem „Making of“ und einer Zusammenfassung der im Hauptfilm durchgeführten Interviews und Lesungen von Dickens-Texten.

Erhältlich ist die DVD bei Amazon Deutschland, ist aber deutlich günstiger bei Amazon UK zu haben.

Das entsprechende Buch mit dem gleichen Titel ist 2009 bei Guerilla Books erschienen. ISBN:  978-0955494338.

Published in: on 12. Januar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Old Father Thames – Von der St. John’s Schleuse bei Lechlade (Gloucestershire) aus, betrachtet er wohlwollend seinen Fluss

Eigenes Foto

Raffaello Monti (1818-1881) war ein italienischer Bildhauer, der über Wien und Mailand nach London kam und dort blieb. Für die Great Exhibition 1851 im Crystal Palace in London bekam er den Auftrag, eine Statue des Old Father Thames zu schaffen, die er aus Portlandzement herstellte. Dort blieb das Kunstwerk bis 1936, als der Crystal Palace abbrannte. Die Statue fand als nächstes seinen Platz an der Quelle der Themse am Thames Head in Gloucestershire. Keine gute Idee, denn erstens ist die Themse dort nur ein Rinnsal und zweitens wurde Montis Werk dort zur Zielscheibe von Vandalen, die den Alten Vater dort, weit ab von allem, verunstalteten.

Seine neue Heimstatt fand er schließlich im Jahr 1974 vor der Schleuse St. John’s Lock bei Lechlade, eine gute Idee, denn dort ist er besser unter Kontrolle vor weiteren Schmierfinken und die Themse ist dort auch schon ein bisschen breiter und angemessener für Old Father Thames.

Ich könnte mir denken, dass die Londoner auch nichts dagegen hätten, wenn die Statue in ihrer Stadt, vielleicht in der Nähe des Towers, direkt am Fluss stünde. Aber in Lechlade ist es doch wesentlich ruhiger und so ein alter Mann braucht eben doch etwas mehr Ruhe…

Es gibt übrigens auch ein Lied mit dem Titel „Old Father Thames„, hier in der Version von Gracie Fields.

 

Published in: on 11. Januar 2011 at 04:00  Comments (2)  
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„The Golden Bull Award“ – Wer diesen Preis erhält, freut sich nicht wirklich darüber

Seit 1979 hat die „Plain English Campaign“ nur ein Ziel: Sie kämpft für die Verständlichkeit der englischen Sprache und gegen „gobbledygook„, Behördenenglisch, das kaum ein Mensch versteht.

Die PEC hat auch ein Gütesiegel entwickelt, das auf offiziellen Dokumenten erscheint und die gute Verständlichkeit und Klarheit der Sprache bescheinigt, das „Crystal Mark„,  mittlerweile auf über 19 000 Dokumenten in der englischsprachigen Welt zu finden.

Alljährlich zeichnet die PEC aber auch Behörden oder Firmen mit dem „Golden Bull Award“ aus, die sich durch besonders unverständliche Dokumente oder Texte hervorgetan haben. Preisträger waren u.a. schon die Europäische Kommission, British Airways, die Bank of Scotland und das Department of Health.

Hier einige Golden Bull-Gewinner mit ihren Beiträgen:

Der große britische Kraftfahrzeugversicherer Equity Red Star dachte sich folgenden Satz aus:
ANY ENDORSEMENT NUMBER SHOWN IN THIS SCHEDULE BUT NOT INCLUDED IN THE ENDORSEMENT APPENDIX SHALL BE DEEMED TO APPLY AND FORM PART OF THE APPENDIX THE ENDORSEMENTS BEARING SUCH NUMBER(S) BEING ATTACHED OR PREVIOUSLY APPLIED.

Die Eisenbahngesellschaft Virgin Trains drückte sich recht verquer aus mit dieser Verlautbarung:
Moving forwards, we as Virgin Trains are looking to take ownership of the flow in question to apply our pricing structure, thus resulting in this journey search appearing in the new category-matrix format. The pricing of this particular flow is an issue going back to 1996 and it is not something that we can change until 2008 at the earliest. I hope this makes the situation clear.

Den „Golden Bull“ für das Jahr 2010 erhielt u.a. der Northern Ireland Civil Service mit einer Anleitung wie man einen halben Tag Urlaub beantragen/nehmen soll:

Instructions on how to take a half-day’s leave

If the annual leave request that you are entering is less than a full day on the First Day or the Last Day, then please select Hours from the drop down list of values in the Part Days Unit of Measure field. Then select the amount of hours absent on the first day in the Fraction of Start Date field or the last day in the Fraction of End Date field. If the absence is only for one day, use the Fraction of Start Date field to record the hours absent.

Ich glaube, ich würde da lieber auf den halben Tag Urlaub verzichten.

Wie das bei der Preisverleihung so zugeht, kann man hier sehen:

Published in: on 10. Januar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Wer waren eigentlich… Marks and Spencer?

Marks & Spencer in Brighton.    © Copyright Paul Gillett and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Marks & Spencer in Brighton.
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Marks & Spencer gehört zu den größten  britischen Einzelhandelsunternehmen und ist auf den meisten High Streets englischer Städte zu finden. M&S hat ein breites Warensortiment und ist in etwa mit Karstadt in Deutschland vergleichbar. Etwa 690 Läden gibt es in ganz Großbritannien.

Woher kommt nun der Name Marks & Spencer? Michael Marks (1859? – 1907) und Thomas Spencer (1852 – 1905) gründeten die Firma 1894. Vorher hatte der aus Polen eingewanderte Jude Michael Marks  in Leeds einige Marktstände unter dem Motto „Don’t Ask the Price, It’s a Penny“ betrieben. Auf der Suche nach einem Partner für die Expansion seiner Läden traf Marks auf  Thomas Spencer, ein Yorkshire-Mann, der als Kassierer bei einer anderen Firma arbeitete und über gute Kontakte verfügte.

Ihr erstes gemeinsames Geschäft wurde schließlich 1894 in Manchester eröffnet. Ihre Politik war, alle ihre Waren direkt nur bei britischen Herstellern zu kaufen; eine Politik, die erst 2002 (leider) aufgegeben wurde.

Michael Marks arbeitete bis zu seinem Tod im Jahr 1907 an der Weiterentwicklung der Firma. Sein Sohn Simon Marks baute die Firma schließlich zu dem aus, was sie noch heute ist, zu einem der bekanntesten Unternehmen  in der Wirtschaft Großbritanniens.
Thomas Spencer stieg bereits 1903 aus der Firma aus, nachdem sich sein investiertes Geld vervielfacht hatte.

Heute ist der Firmensitz von Marks & Spencer in der City of Westminster; die Einnahmen im vergangenen Jahren betrugen fast 10 Milliarden Pfund und das Unternehmen beschäftigte über 76 000 Mitarbeiter.

…und hier ein M&S-Werbespot:

Eine Marks & Spencer Filiale in Leeds. Author: Mtaylor848. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Eine Marks & Spencer Filiale in Leeds.
Author: Mtaylor848.
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Published in: on 9. Januar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Blakeney Hotel in Blakeney (Norfolk)

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An der Nordküste Norfolks liegt in dem Ort Blakeney ein hübsches Hotel, das Blakeney Hotel. Das Besondere an diesem Haus: Es liegt direkt am Kai mit kleinen Schiffen vor der Haustür. Der Blick geht auf die Nordsee und den vorgelagerten, dem National Trust gehörenden Blakeney Point.

Das Hotel verfügt, neben der ausgezeichneten Lage, über alles, was man so braucht: Ein Hallenbad mit Sauna und kleinem Fitnessraum und ein Restaurant mit guter Küche (es hat schon seit mehreren Jahren eine AA-Rosette!) und schönem Blick aufs Meer.

Von Blakeney aus kann man Spaziergänge am Meer und durch die Salzmarschen machen und auch einige Stately Homes liegen nicht weit entfernt: Holkham Hall, Houghton Hall oder Sandringham sind leicht mit dem Auto zu erreichen.

Die Zimmerpreise im Blakeney Hotel, das ganzjährig geöffnet ist, beginnen bei etwa £ 150 für ein Standard-Doppelzimmer in der Nebensaison und gehen bis zu über £ 250 für ein Zimmer der höheren Kategorie in der Hauptsaison.

Ein sehr zu empfehlendes Hotel für einen Besuch der Nordküste Norfolks!


Published in: on 8. Januar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Ray Cokes – Das Urgestein des Senders MTV, den es jetzt nur noch gegen Bezahlung gibt

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an den Fernsehmoderator Ray Cokes, der 1987 zu dem neu gegründeten Sender MTV nach London ging und dessen Karriere dort mit der Sendung „Ray’s Request“ begann. Eigentlich sollte er da nur von Zuschauern gewünschte Musikvideos ansagen, aber Ray Cokes entwickelte schnell seinen eigenen Stil und wich von dem Konzept ab. Er improvisierte und hielt ständig Zwiesprache mit seinem Kameramann „Rob the Cameraman„, der dann mit seiner Kamera ganz dicht an Cokes herankam und dessen Grimassen filmte.

Das Konzept kam bei den Zuschauern an, so dass MTV eine neue Sendung unter dem Titel „MTV’s Most Wanted“ startete, in der Ray Cokes mit seinen Faxen im Mittelpunkt stand. Vier Jahre lang war das eine der erfolgreichsten Sendungen in ganz Europa. Von da an ging es langsam bergab. Die 1996 als Nachfolgesendung ins Programm genommene „X-Ray Vision“ konnte nicht mehr an den Erfolg anknüpfen und nach einigen Pannen verließ Ray Cokes MTV und arbeitete bei mehreren britischen Rundfunk- und Fernsehsendern.

Ray Cokes lebte eine Zeit lang in Paris und Berlin; im Augenblick ist Antwerpen in Belgien sein Zuhause.

Hier ein Auschnitt aus der Sendung „MTV’s Most Wanted“, in der Ray Cokes ein ziemlich dämliches Spiel mit zwei Kandidatinnen spielt:

Published in: on 5. Januar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Eyam (Derbyshire) – Das Dorf, das gegen die Schwarze Pest kämpfte

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Eyam in Derbyshire ist ein Dorf, das auch heute noch, nach fast 350 Jahren, bekannt dafür ist, dass es 1665 verzweifelt gegen die Schwarze Pest kämpfte.
Die Pest raffte damals unendlich viele Menschen dahin und auch in das Dorf im Norden Englands kam sie, als Stoffballen aus London, die mit Flöhen infiziert waren, geliefert wurden, die für den örtlichen Schneider Alexander Hadfield bestimmt waren. Sein Assistent George Viccars packte die Lieferung aus und wurde infiziert. In wenigen Tagen war Viccars tot und die Pest verbreitete sich unter den Dorfbewohnern rasend schnell.

Man entschied sich dafür, ganz Eyam unter Quarantäne zu stellen, um eine Weiterverbreitung der Krankheit zu verhindern. Der Preis dafür war hoch: 260 Bewohner starben, nur 83 sollen überlebt haben. Ganze Familien wurden ausgelöscht, so verlor Elizabeth Hancock ihren Mann und sechs Kinder innerhalb von wenigen Tagen. Andere wiederum, die auch mit Pestkranken Berührung hatten wie Marshall Howe, der Totengräber, blieben verschont.

Heute erinnert das Eyam Museum an diese schlimmste Zeit, die das Dorf je erfahren hat.
Es gibt eine Fülle von Büchern, die sich mit dem Thema beschäftigt haben; ja, es gibt sogar Opern, Musicals und Theaterstücke über Eyam.
Die Band I Like Trains aus Leeds hat einen Song über die Pest in Eyam geschrieben „We all fall down.

Hier einige Ausschnitte aus dem Drama „The Roses of Eyam“ von Don Taylor:

 

Published in: on 3. Januar 2011 at 04:00  Comments (1)  
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Der Idle Working Men’s Club in Idle (West Yorkshire) – Der begehrteste Club dieser Art in England

 
 

 

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Working Men’s Clubs entstanden in den Industriegebieten Englands im 19. Jahrhundert mit dem Ziel, der Arbeiterklasse Erholung, Entspannung und Bildung zu vermitteln.
In der kleinen Stadt Idle, einem Vorort von Bradford (West Yorkshire), gibt es auch einen, der sich Idle Working Men’s Club nennt. Das ist doppeldeutig, denn „idle“ bedeutet auch so viel wie faul oder träge.
Klar, dass man von dieser Doppeldeutigkeit auch Gebrauch machte und das Logo des Clubs entsprechend gestaltete.

Das Besondere an diesem 1928 gegründeten Arbeiterclub ist aber, dass er auf Grund der hohen Nachfrage aus dem In- und Ausland Ehrenmitgliedschaften vergeben hat und zwar an Personen, die man normalerweise nicht in so einem Club anzutreffen vermutet, z.B. „James Bond“ Roger Moore, Mohammed Al Fayed, Paul Gascoigne oder Uri Geller, ja sogar Michael Jackson war zu seinen Lebzeiten Ehrenmitglied (er bekam die Mitgliedschaft von Uri Geller zu seiner Hochzeit geschenkt).

In Zeiten, in denen die Zahl der Working Men’s Clubs rapide gesunken ist, kann sich der West Yorkshire-Club nicht beklagen: Er blüht und gedeiht.

Matt Cardle und sein Song „When we collide“ – Die erste Nummer Eins der britischen Charts im Jahre 2011

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Die Castingshow „The X Factor“ ist im britischen Fernsehen ein Machtfaktor, nicht zuletzt weil der Musikproduzent Simon Cowell mit in der Jury sitzt. So mancher Sieger der Show hat es schon geschafft, sich im Musikgeschäft zu etablieren.
Der Sieger der letzten, der 7. Staffel ist der 27jährige Matt Cardle, der die britischen Charts zu Beginn des Jahres 2011 mit seinem Song „When we collide“ anführt.  Er erreichte unter der Betreuung von Dannii Minogue das Finale, siegte und erhielt einen Plattenvertrag über eine Million Pfund.

„When we collide“ ist eine Coverversion von „Many of horror„, der schottischen Band Biffy Clyro. Da gab es auch unterschiedliche Auffassungen unter britischer Musikkritikern, welche Version die bessere ist; einige meinten, dass ja eigentlich die Originalversion in die Charts gehört. Im Kielwasser von Matt Cardle ist aber „Many of horror“ zumindest wieder in die Hitparaden zurückgekehrt.

Hier der Auftritt Matt Cardles mit seinem Erfolgssong bei „The X Factor“:

Und hier ist Biffy Clyros Original „Many of horror“:

Published in: on 1. Januar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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