The Yeoman Warder Ravenmaster – Er ist verantwortlich für das Wohlergehen der Tower-Raben

Author: A. Norppa. - This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license

Wenn die sechs Raben im Londoner Tower einmal nicht mehr da sein sollten, würde das Königreich aufhören zu existieren, das sagt zumindest die Legende.
Charles II (1630-1685) erließ damals ein Dekret, dass immer sechs Raben im Tower anwesend sein müssen und an dem noch heute festgehalten wird (man ist ja nicht abergläubisch!).
Damit es den hauptamtlichen Raben (bzw. den Ersatzraben, die es auch gibt) ständig gut geht, gibt es dafür einen Verantwortlichen, der den Titel Yeoman Warder Ravenmaster trägt. Seit Juli 2009 hat diesen Posten Ray Stones inne, der ihn von Derrick Coyle übernahm.

Was sind nun die Aufgaben des Ravenmasters? Er muss früh aufstehen, die Raben aus ihren Käfigen lassen, sie füttern und tränken und die Käfige reinigen. Dann dürfen die Vögel „spielen“ gehen, d.h. sie dürfen sich im Towerbereich frei bewegen; wegfliegen können sie nicht, da jeweils einer ihrer Flügel beschnitten worden ist. Abends müssen die Schwarzgefiederten wieder eingefangen und in ihre Käfige zurückgebracht werden, denn wenn sie nachts frei herumlaufen würden, könnten sie ja marodierenden Füchsen oder Katzen zum Opfer fallen und was würde dann aus dem Königreich?

Den Raben fehlt es kulinarisch an nichts; sie bekommen eine ausgewogene Kost, die aus frischer Leber, Lamm, Rind- und Schweinefleisch besteht; sehr gern werden auch in Blut getauchte Kekse gegessen.

Da der Job eines Ravenmasters zwar sehr verantwortungsvoll aber nicht ganz tagesfüllend ist, so fungiert der „Rabenmann“ auch noch als Yeoman Warder, besser als Beefeater bekannt, d.h. er muss zusammen mit seinen Kollegen auch noch ein Auge auf die Gefangenen (!) im Tower und auf die dort aufbewahrten Krownjuwelen haben (was natürlich die elektronischen Sicherheitsanlagen besser können); in Realität sind die Beefeater für die Fragen der Touristen da und werden auch gern als Fotomotiv genommen. Japaner lieben es, zusammen mit einem Beefeater fotografiert zu werden.

Wer jetzt Lust verspürt, diesen Job als Rabenhüter einmal zu übernehmen (es gibt weltweit nur eine Stelle), der muss mindestens 22 Jahre in der Armee gedient haben, ein makelloses Führungszeugnis besitzen und mindestens den Dienstgrad eines Warrant Officers haben, was etwa einem Stabsfeldwebel entspricht.

Hier kann man sich das alles noch einmal in einem Film ansehen.

Published in: on 27. Februar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Brighton Naked Bike Ride – Mit nackten Körpern gegen die Autogesellschaft

Authors: AnemoneProjectors. - This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Im Harz gibt es alljährlich im Winter ein Nacktrodeln, das sich großer Beliebtheit erfreut.
Weltweit gibt es eine Aktion, die sich World Naked Bike Ride nennt, und in vielen Städten ausgetragen wird.
„We face automobile traffic with our naked bodies as the best way of defending our dignity and exposing the unique dangers faced by cyclists and pedestrians as well as the negative consequences we all face due to dependence on oil, and other forms of non-renewable energy“. So lautet der Wahlspruch der Aktivisten.

Seit 2006 wird dieses Nacktradeln auch in der Region Brighton ausgetragen mit dem Titel „Brighton Naked Bike Ride„. Die nächste Veranstaltung findet am 12. Juni statt. An die 1000 Teilnehmer hatten sich im vergangenen Jahr zusammengefunden und man rechnet 2011 mit noch mehr Radfahrern.
Übrigens ist nach Absprache mit der Polizei „full nudity“ erlaubt, was sicher dem Interesse der Zuschauer entgegenkommt.

Körperbemalung ist von den Veranstaltern ausdrücklich erwünscht und auch seinen fahrbaren, zweirädrigen Untersatz kann man gern dekorieren.
Die Route führt durch das Zentrum Brightons, am Pier und Royal Pavillion vorbei, und endet am Black Rock-FKK-Strand, wo man sich dann bei einem erfrischenden Bad im Meer von der zweistündigen Tour erholen kann.

Brighton & Hove gehören zu Englands Cycling Demonstration Towns, das sind Städte, die besonders radfahrerfreundlich sind.

Hier einige Impressionen vom vorjährigen Naked Bike Ride.

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Der Cerne Abbas Giant – Der Fruchtbarkeitsspezialist in Dorset

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Wann genau der Riese von Cerne Abbas in Dorset enstanden ist, weiß niemand. Die Schätzungen variieren stark: Manche schätzen sein Alter auf mehrere tausend Jahre, manche meinen er wäre im 17. Jahrhundert in die Kalkschicht des Hügels nahe des Dorfes Cerne Abbas gegraben worden.

Der Cerne Abbas Giant ist etwa 55m hoch, hält eine Keule in der rechten Hand und präsentiert stolz seinen erigierten Penis, der 7m lang ist. Kein Wunder, dass der Riese als Fruchtbarkeitssymbol dient und ihm Wunderdinge zugeschrieben werden. So heißt es z.B., dass eine Frau, die innerhalb der Umrisse des Riesen schläft, fruchtbar wird oder wenn sich ein Pärchen auf dem Penis liebt, von Unfruchtbarkeit geheilt wird.

1920 gelangte der Giant in den Besitz des National Trust, der auch dafür sorgt, dass alle 25 Jahre die Umrisse nachgezogen werden, damit er gut erkennbar bleibt. Im 2. Weltkrieg verdeckte man den Cerne Abbas Giant, damit feindliche Flugzeuge sich nicht an ihm orientieren konnten.

Der Rude Man, wie er auch genannt wird, diente auch schon als Werbefigur für verschiedene Produkte wie Kondome, Jeans und Fahrräder.
Im Jahr 2007 wurde aus Anlass der Premiere des Filmes „Die Simpsons – Der Film“, eine riesige Figur von Homer Simpson mit einem Doughnut in der Hand (aber bekleidet!) direkt neben den Giant gesetzt. Homer bestand aber aus wasserlöslicher Farbe, so dass der Regen ihn allmählich wieder wegspülte. Dieser Werbegag kam aber nicht bei allen gut an.
Kurz darauf herrschte erneut Aufregung in der Region Cerne Abbas, denn das „Purple Phantom“ hatte zugeschlagen und über Nacht den Penis lilia angemalt. Man schrieb das der Aktionsgruppe „Fathers 4 Justice“ zu, die sich speziell für ein gemeinsames Sorgerecht und bessere Vaterrechte einsetzt, sich aber von der spektakulären Aktion distanzierte.
Also: Es ist immer etwas los in Cerne Abbas.

Hier ist ein kurzer Film über den Riesen und über das Dorf Cerne Abbas.

Published in: on 25. Februar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Dickin Medal – Höchste Auszeichnung für Tiere in Großbritannien

Author: Andrew69. – The copyright holder of this work, releases it into the public domain.

Es gibt nicht nur mutige Menschen, die mit Orden für ihre Tapferkeit ausgezeichnet werden, es gibt auch Tiere, die im Dienste der Menschen beachtliche Leistungen vollbringen. Im Vereinigten Königreich werden diese besonderen Tiere mit einer Medaille ausgezeichnet – der Dickin Medal.

Maria Dickin, eine sehr aktive Tierschützerin, hatte 1943 die Idee. Die Medaille, die aus Bronze besteht und die Inschrift „For Gallantry – We also Serve“ trägt, ist gedacht für „ animals that have displayed conspicuous gallantry or devotion to duty while serving or associated with any branch of the Armed Forces or Civil Defence Units„.

Das erste Tier, das 1943 auf diese Weise geehrt wurde, war eine Brieftaube namens White Vision, die eine Botschaft beförderte, durch die die Besatzung eines notgelandeten Flugzeuges gerettet werden konnte.
Die Medaillenträger waren überwiegend Brieftauben und Hunde.
Eine Katze war auch dabei, Simon, die an Bord des Schiffes HMS Amethyst 1949 in China dafür sorgte, dass die Rattenplage in Schach gehalten werden konnte. Außerdem wurde die Moral der Seeleute durch die Anwesenheit von Simon hoch gehalten. Ein Foto ihres Grabes auf dem Tierfriedhof von Ilford findet sich unten.

Die letzten beiden Preisträger (2007 und 2010) waren die Hunde Sadie und Treo, die im Afghanistaneinsatz der britischen Truppen Sprengkörper aufspürten und dadurch wahrscheinlich das Leben vieler Menschen retten konnten.

Published in: on 23. Februar 2011 at 04:00  Comments (3)  
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Zennor in Cornwall – D.H. Lawrence und seine deutsche Frau waren hier unerwünscht

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„We have been here nearly a week now. It is a most beautiful place – a tiny granite village nestling under high, shaggy moor-hills, and a big sweep of lovely sea beyond, such a lovely sea, lovelier even than the Mediterranean“ schrieb D.H. Lawrence im März 1916  in einem Brief an seine Freunde John Middleton Murry und Katherine Mansfield.

Er hatte sich mit seiner deutschen Frau Frieda von Richthofen in das kleine, abgelegene Dorf Zennor an der Nordküste von Cornwall zurückgezogen. Zennor liegt etwa auf halber Strecke zwischen St. Ives und St. Just an der B3306.
Die Freunde von D.H. Lawrence kamen ihn und seine Frau auch besuchen, aber es gab bald Streit untereinander. Murry und Mansfield verließen Zennor bald wieder und Lawrence + Frau wurden von den Dorfbewohnern vertrieben, da man gegenüber der Deutschen ein tiefes Misstrauen hegte. Das steigerte sich noch, als ein deutsches U-Boot direkt vor der Küste von Zennor zwei britische Kriegsschiffe torpedierte. D.H. und Frieda durften Cornwall nicht wieder betreten.

Abgesehen von der schönen Lage des Dorfes bietet Zennor ein kleines Museum, das Wayside Folk Museum, in dem man einiges über die Geschichte, das Leben und die Traditionen des Dorfes erfahren kann.

Die Parish Church of St Senara ist eine kleine normannische Kirche aus dem 13. Jahrhundert, in der die Mermaid of Zennor zu finden ist, die geschnitzte Figur einer Meerjungfrau, um die sich Legenden ranken.

Im Vordergrund das Wayside Museum und dahinter die Parish Church of St. Senara.    © Copyright Chris Allen and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Im Vordergrund das Wayside Museum und dahinter die Parish Church of St. Senara.
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Published in: on 22. Februar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Aston Hall in Birmingham – Sehenswertes Stadtschloss aus dem 17. Jahrhundert

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Auf der Suche nach Aston Hall strandeten wir mitten in der Großstadt Birmingham. Ich fuhr kurz auf einen Parkstreifen, damit wir unseren Stadtplan konsultieren konnten, da hielt ein Polizeiauto hinter uns und wir wurden von zwei freundlichen Polizisten gefragt, ob sie helfen könnten. Wir sagten, dass wir die Aston Hall suchten und bekamen als Antwort: „No problem, just follow us“. Das Polizeiauto fuhr vorneweg, wir hinterher und sie führten uns bis vor den Eingang von Aston Hall. Das kann man wirklich „Die Polizei, dein Freund und Helfer“ nennen. Thank you, Birmingham Police!!

Als wir uns nun das Schloss ansehen wollten, erfuhren wir, dass es an diesem Tage geschlossen war; da aber gerade eine angemeldete Schulklasse im Hause war, ließ man uns trotzdem hinein. So viel zur Freundlichkeit der Birminghamer!

Aston Hall ist ein imposantes Schloss, das im Besitz der Stadt Birmingham ist und in den Jahren 2008/09 komplett renoviert wurde.
Das Schloss, im sogenannten „Jacobean Style“ erbaut, entstand in der Zeit von 1618 bis 1635 unter der Regie des Architekten John Thorpe und der erste Besitzer und Bewohner von Aston Hall war ein gewisser Sir Thomas Holte.

Der Sohn des berühmten schottischen Erfinders James Watt übernahm das Schloss 1817, bis es 1864 in den Besitz der Stadt Birmingham überging.  Der Garten wurde neu angelegt und man kümmerte sich intensiv um den Erhalt dieses wirklich sehr schönen Gebäudes.

Heute ist Aston Hall ein Museum für das man keinen Eintritt bezahlen muss und in dem man u.a. Räume aus verschiedenen Epochen besichtigen kann.
Nur etwa 200m entfernt liegt übrigens das Stadion des Fußballvereins Aston Villa.

Eigenes Foto des Guidebooks.

Eigenes Foto des Guidebooks.

Yelverton Paperweight Centre – Ein Museum für Briefbeschwerer am Rande des Dartmoors in Devon

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Eigentlich müssten ja Briefbeschwerer im Zeitalter der E-Mails total „out“ sein, denn ein plötzlich aufkommender Sturm kann auch bei geöffnetem Fenster einer E-Mail nichts antun. Trotzdem gibt es diese „paperweights“ noch heute, obwohl sie fast nur noch in Sammlerhänden und ganz schön teuer sein können.

Das Yelverton Paperweight Centre in der kleinen Stadt Yelverton am südwestlichen Rand des Dartmoors stellt eine Vielzahl von Briefbeschwerern aus und verkauft sie auch vor Ort und online.

Bernard Broughton, einstiger Postamtsvorsteher von St. Tudy in Cornwall, begann mit der Sammlung. Grundstock war ein seltener gläserner Briefbeschwerer, den seine Frau geerbt hatte. Broughton war davon so angetan, dass er hunderte von „paperweights“ zusammentrug, anfangs nur für sich selbst, bis er sich dann entschloss, sie auch der interessierten Öffentlichkeit zu zeigen. 1978 zog er nach Yelverton, wo er dann bis zu seinem Tod 1984 seine Sammlung weiter vergrößerte.

Von April bis Oktober ist das YPC täglich von 10.30 – 17 Uhr geöffnet.

Yelverton Paperweight Centre
4 Buckland Terrace
Yelverton 
Devon PL20 6AD

Author: Kelly Martin. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic license

Published in: on 20. Februar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Aunt Sally – Das Pubspiel, das vor allem in Oxfordshire sehr beliebt ist

Hier im Punchbowl Inn in Woodstock (Oxfordshire) wird auch heute noch gern Aunt Sally gespielt.   © Copyright P L Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier im Punchbowl Inn in Woodstock (Oxfordshire) wird auch heute noch gern Aunt Sally gespielt.
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Pitch Penny, Shove ha’Penny, Devil among the tailors und auch Aunt Sally sind Spiele, die in britischen Pubs beliebt sind. In der TV-Krimiserie „Midsomer Murders„, die in Deutschland unter dem Namen „Inspector Barnaby“ läuft, gibt es in der Episode 18  „Dark Autumn“ (dt. „Morden, wenn die Blätter fallen“) eine recht lange Szene, in der man in einem Pub Aunt Sally spielt. Gedreht wurde in The Plough in Great Haseley (Oxfordshire), ich berichtete in meinem Blog darüber.
Die Regeln sind, wie man in dem Film sieht, recht einfach: Auf einem Metallpfosten steht eine weiße Holzkugel mit Sockel, „doll“ oder „dolly“ genannt. Zwei Teams, die aus jeweils acht Spielern bestehen, versuchen jetzt mit Sticks, Holzstöcken, von denen jeder Spieler sechs bekommt, die Dolly von ihrem Podest zu stoßen, wobei der Pfosten nicht berührt werden darf. Die Entfernung vom Werfer zur Dolly beträgt 10 Yards, das sind exakt 9,14m.  Das Team mit den meisten „Abschüssen“ gewinnt. Normalerweise spielt man drei oder vier Runden.

Aunt Sally ist besonders in Oxfordshire sehr beliebt und da gibt es auch eine Oxford & District Aunt Sally Association. Lokale Aunt Sally Gruppen gibt es z.B. noch in Banbury, Abingdon und Chipping Norton.

Wer mehr über dieses Pubspiel wissen möchte, findet hier detaillierte Informationen und hier einen kleinen Film.

Published in: on 19. Februar 2011 at 04:00  Comments (4)  
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Lord William John Cavendish-Scott-Bentinck, 5th Duke of Portland – Musterbeispiel eines englischen Exzentrikers

Blick auf die Welbeck Abbey. - © Copyright Neil Theasby and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Wenn es eine Hitliste der exzentrischsten englischen Adligen geben würde, so stünde Lord William John Cavendish-Scott-Bentinck, der 5. Duke of Portland ganz oben an. Er lebte von 1800 bis 1879 und sein Wohnsitz war in Nottinghamshire, wo er die riesige Welbeck Abbey bewohnte, d.h. er bewohnte nur wenige Räume. In diesen Zimmern hatten die Türen jeweils zwei Schlitze, einen für die eingehende Post und einen für die ausgehende. Der Duke mochte nämlich niemanden von seinem Personal sehen; so wurde auch das Essen täglich hindurchgereicht, ein halbes Brathähnchen zum Mittagessen und die andere Hälfte zum Abendessen.

Der Herrscher der Welbeck Abbey verfügte über sehr viel Geld, das er auch mit vollen Händen ausgab; so beschäftigte er tausende von Arbeitern, die unter seinem Anwesen ein regelrechtes Labyrinth von Gängen gruben, u.a. auch eine zwei Kilometer lange Passage, die von Gaslaternen erhellt wurde und die so breit war, dass zwei Kutschen aneinander vorbeifahren konnten. Dann ließ er einen riesigen unterirdischen Ballsaal bauen, den größten in ganz Europa, der nie genutzt wurde.  Ferner fanden sich dort unten eine große Bibliothek und ein Billiardsaal.

Wenn der Duke of Portland sein Haus verließ, was er am liebsten nachts tat, dann musste jemand von seinem Personal vierzig Meter mit einer Laterne vor ihm her gehen. Auch seine Kleidung war recht exzentrisch: Er trug beim Verlassen des Hauses zwei Mäntel, einen extrem hohen Hut und führte einen so großen Regenschirm mit, dass er sich darunter weitgehend vor anderen Menschen verbergen konnte.

Am 6. Dezember 1879 starb der Herzog in seiner Londoner Residenz, Harcourt House und wurde auf dem Friedhof von Kensal Green im Norden Londons beigesetzt.

Published in: on 18. Februar 2011 at 04:00  Comments (2)  
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Wer war eigentlich…der Gründer von Debenhams?

Debenhams in Ashford, Kent. - © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Debenhams gehört zu den größten Einzelhandelsketten Großbritanniens mit etwa 160 Filialen. Auch im europäischen und asiatischen Ausland sind viele Department Stores zu finden, die der Firma gehören.
Doch wer war nun eigentlich „Debenhams“? Der Name geht auf den Gründer William Debenham zurück, der von 1794 bis 1863 lebte und aus Suffolk stammte. Zusammen mit einem gewissen Thomas Clark führte er 1813 in der Londoner Wigmore Street einen Stoffladen; ein zweiter wurde einige Jahre später in Cheltenham eröffnet. Ab 1905 firmierten die Geschäfte unter dem Namen Debenhams Limited.

So richtig begann die Firma dann unter dem Enkel Ernest Debenham zu florieren, der in ganz Großbritannien Kaufhäuser übernahm, die noch eine Zeit lang unter ihrem alten Namen geführt wurden, bis sie dann alle unter das Dach mit dem Namen „Debenhams“ kamen.
Als sich Ernest Debenham zur Ruhe setzte, verkaufte er seine Anteile an der Firma, so dass von da ab niemand mehr von der namensgebenden Familie im Unternehmen saß. 1931 erhielt er den neu geschaffenen Titel Baronet of Bladen. Der 1971 geborene Sir Thomas Adam Debenham ist zurzeit der 4. Baronet of Bladen.

Die neuesten, 2010 eröffneten  Debenhams Department Stores finden sich in Bath, Bury, Newcastle und Carmarthen.

Debenhams in der Londoner Oxford Street in weihnachtlichem Glanz. - The copyright on this image is owned by Martin Addison and is licensed for reuse under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0 license.

Published in: on 17. Februar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Duke of York Column in London – Zufluchtsort für einen überschuldeten Herzog?

© Copyright Lewis Clarke and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

In (sicherer) Höhe von 37 Metern steht in Londons Zentrum auf einer Säule der Duke of York, zweitältester Sohn Georgs III. The Prince Frederick, Duke of York and Albany, so der korrekte Name, lebte von 1763 bis 1827, und war während der Koalitionskriege der Kommandeur der britischen Armee. Als er 1827 starb musste jeder Armeeangehörige auf einen Tageslohn verzichten, damit von diesem eingesparten Geld ein Denkmal für ihn gebaut werden konnte. Ob das alle Soldaten gut fanden, wage ich zu bezweifeln.
1833 wurde mit dem Bau des Monumentes begonnen und ein Jahr später wurde es vollendet. Der Standort: Waterloo Place in London, dort wo die Regent’s Street auf The Mall trifft.

Mit dem Entwurf der Säule wurde der Architekt Benjamin Dean Wyatt beauftragt, Sohn des berühmten James Wyatt. Die über vier Meter hohe Bronzestatue des Herzogs schuf der Bildhauer Sir Richard Westmacott.

In meinem Eingangssatz sprach ich davon, dass der Duke of York in sicherer Höhe von 37 Metern steht; in Sicherheit vor seinen Gläubigern, so böse Zungen, denn der Herzog hinterließ einen Schuldenberg von £2 Millionen, eine riesige Summe in der damaligen Zeit.

Man kann den Duke dort oben auch nicht mehr besuchen, denn, obwohl eine enge Wendeltreppe nach oben führt, ist die Aussichtsplatform aus Sicherheitsgründen schon lange geschlossen worden.

Und so sieht der Duke of York von nahem aus, gemalt von Sir Joshua Reynolds. - This image is in the public domain because its copyright has expired.

Mein Buchtipp – Jasper Conran: Country

 

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Jasper Conran, Sohn des berühmten Designers Sir Terence Conran und der Schriftstellerin Shirley Conran, ist inzwischen selbst einer der gefragtesten britischen Designer geworden. Er ist auf vielen Feldern aktiv: Er entwirft u.a. Schmuck, Keramik, Kleidung und Möbel und hat schon eine ganze Menge Auszeichnungen erhalten, so z.B. den „Laurence Olivier Award for Costume Design„, den „Homes and Gardens ‚Classic Design‘ Award„,  und er wurde auch schon zum „Designer of the Year“ gewählt.

Sein erstes Buch erschien im vergangenen Jahr und war das Resultat einer einjährigen Reise quer durch das Vereinigte Königreich. Es heißt „Country“ und ist eine Liebeserklärung an das britische Landleben. Ein großartiges Buch!! Mehrere Pfund schwer, 304 Seiten stark, mit Dutzenden, zum Teil doppelseitigen Farbfotos von Andrew Montgomery.

Jasper Conran besucht auf seiner Reise durchs Land Freunde, die sich in alten Cottages eingerichtet haben, die zum großen Teil von den Erträgen ihrer Gärten leben und um nichts in der Welt in eine Großstadt ziehen würden. Dieses Buch macht Lust auf ein solches Leben, z.B. in Dorset oder Wiltshire, in der Nähe eines schönen alten Dorfpubs, wo man sich abends auf ein Pint trifft.

Jasper Conran selbst lebt nicht ganz so bescheiden. Er kaufte sich vor einigen Jahren für £ 8,5 Millionen ein ansehnliches Herrenhaus, Ven House, in Milborne Port in Somerset.

Ich kann dieses Buch sehr empfehlen. Es ist hochpreisig, aber seinen Preis wert! Eine deutsche Übersetzung liegt vor. Hier die bibliografischen Angaben.

Jasper Conran: Country. London: Conran Octopus 2010. ISBN: 978-1840915181. Preis: ca € 47.95

oder auf Deutsch:
Jasper Conran: Country: Vom Charme des englischen Landlebens. München: DVA 2010. ISBN: 978-3421038050. Preis: € 59,95.

Published in: on 15. Februar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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„There’ll always be an England“ – Ein patriotisches Lied von Ross Parker und Hugh Charles

Die offizielle Nationalhymne“ des Vereinigten Königreichs, ist, wie wohl jeder weiß, „God Save the Queen„. Darüber hinaus gibt es aber noch einige Lieder, die als Nationalhymne 2. Grades gehandelt und mit gleicher Inbrunst gesungen werden, man denke an „Rule Britannia“ (s.mein Blogeintrag vom 12.10.2009) oder „Land of Hope and Glory“ (s. mein Blogeintrag vom 02.11.2009).

In seinem Buch „England – 1000 things you need to know“ führt Nicholas Hobbes gleich neun National Anthems auf, die ich hier nach und nach einmal vorstellen möchte.

Heute: „There’ll always be an England„, ein patriotisches Lied, das 1939 von Ross Parker (Melodie) und Hugh Charles (Text) geschrieben wurde.
Zum ersten Mal war das Lied in dem „Discoveries“ zu hören, der 1939 in die britischen Kinos kam und von Glyn Davis gesungen wurde. Als sich aber Vera Lynn nach Ausbruch des 2. Weltkrieges des Liedes annahm, wurde es zu einem großen Erfolg. Später sangen es noch viele andere, u.a. Tiny Tim und die Sex Pistols, aber das waren dann wieder ganz andere Formen der Interpretation.
Hier ist eine Version von Vera Lynn. Der Text des Liedes:

There’ll always be an England
While there’s a country lane,
Wherever there’s a cottage small
Beside a field of grain.
There’ll always be an England
While there’s a busy street,
Wherever there’s a turning wheel,
A million marching feet.

Red, white and blue; what does it mean to you?
Surely you’re proud, shout it aloud,
„Britons, awake!“
The empire too, we can depend on you.
Freedom remains. These are the chains
Nothing can break.

There’ll always be an England,
And England shall be free
If England means as much to you
As England means to me.

Published in: on 14. Februar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  

Chettle House – Ein Manorhouse im ländlichen Dorset

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Nicht weit von der A354, zwischen Blandford Forum und Salisbury, liegt das hübsche Chettle House, das der eine oder andere schon (unbewusst) im Fernsehen gesehen hat. Peter und Fiona Bourke sind die glücklichen Besitzer dieses Anwesens, das 1710 von Thomas Archer entworfen und innerhalb von 25 Jahren erbaut wurde.

Das Besondere an Chettle House ist, dass es hier keine Ecken gibt, denn die sind alle abgerundet. Das hat der Architekt Thomas Archer schon einmal gemacht und zwar in der Londoner Kirche St. John’s, Smith Square. Auch die Gärten des Hauses sind absolut sehenswert mit wunderschönen alten Bäumen, einem Rosengarten und 60 verschiedenen Clematis-Sorten.

Die Bourkes stellen ihr Haus gern für Hochzeiten zur Verfügung und auch Filmteams sind nicht selten anzutreffen; so wurden hier mehrere Rosamund Pilcher-Filme gedreht und Michael Apteds „Amazing Grace„, der das Leben des William Wilberforce zum Thema hat, der den britischen Sklavenhandel abschaffte, wurde in Teilen im Chettle House aufgenommen. Hier der Trailer zum Film.

Das Haus und die Gärten sind zu besichtigen und zwar ab Ostern bis Oktober, jeweils an den beiden ersten Sonntagen jeden Monats von 11 – 17 Uhr.

Chettle House
Chettle
Blandford Forum
DT11 8DB

Tel: 01258 830858

Published in: on 13. Februar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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The George & Pilgrims Hotel in Glastonbury (Somerset)

Ein leicht verfremdetes Foto, das ich nachts vom The George aufgenommen habe.

Ein leicht verfremdetes Foto, das ich nachts vom The George and Pilgrims aufgenommen habe.

1 High Street lautet die Adresse des George & Pilgrims Hotels in Glastonbury (Somerset), nur wenige Schritte von den berühmten Abteiruinen entfernt. Wir waren mehrere Male in diesem uralten Hotel, das 1475 erbaut wurde und den Besuchern der Glastonbury Abbey als Quartier diente.
Heinrich VIII soll  hier einmal während der Zeit der Dissolution of the Monasteries, also der Auflösung der englischen Köster, gewohnt haben, und so ist auch ein Zimmer nach ihm benannt, in dem wir einmal wohnten.

Es war in diesem Zimmer mit Himmelbett sehr romantisch; draußen stürmte und regnete es, das Wirtshausschild vor unserem Fenster knarrte im Wind. Toll!
Unsere Besuche im George & Pilgrims  liegen schon etwas zurück, so kann ich den momentanen Zustand des Hotels nicht beurteilen, zumal es neue Besitzer gibt. Die Beurteilungen bei www.tripadvisor.de gehen weit auseinander. Von „Excellent value for money“  bis zu „Avoid like the plague“ ist dort alles zu finden. Ich selbst kann nur Positives berichten.
Die gemütliche Bar, die nicht nur für Hausgäste gedacht ist, liegt gleich im Eingangsbereich. Die Doppelzimmer kosten etwa £ 75.

Published in: on 12. Februar 2011 at 04:00  Comments (3)  
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Climbing Boys – Die kleinen Schornsteinfeger wider Willen

"Der kleine Schornsteinfeger", ein Bild des französischen Malers Auguste de Chatillon. - This image is in the public domain because its copyright has expired.

Climbing Boys bezeichnete man im 18. und 19. Jahrhundert in England die kleinen Jungen, die die Schornsteine von innen säubern mussten, weil es noch keine technischen Vorrichtungen gab und die erwachsenen Schornsteinfeger natürlich nicht in die schmalen Öffnungen passten.
Oft waren es Waisenkinder oder sogar Kinder, die extra für diesen Zweck von ihren Eltern verkauft wurden.
Die armen Kinder mussten mit Schabern oder mit bloßen Händen den an den Innenwänden festgesetzten Ruß und Schmutz entfernen. Wenn sich ein Kind fürchtete, wurde sogar manchmal ein Feuer unter ihm entzündet, so dass es gezwungen war, weiter hoch zusteigen. Unvorstellbare Verhältnisse!

1803 wurde die Society for Superseding Climbing Boys gegründet mit dem Ziel, Geräte zu entwickeln, die den Einsatz der Kinder überfüssig machen sollten. Als dann diese Geräte entwickelt und angeboten wurden, war der Einsatz der Kinder immer noch billiger, denn die kosteten gar nichts. Auch ein Gesetz, das das Parlament 1840 verabschiedete, nach dem keine Kinder unter 21 Jahren diese gefährlichen Arbeiten mehr durchführen durften, brachte nichts, weil die Strafgelder zu gering waren.

Erst der sogenannte Climbing Boys Act im Jahre 1875 brachte den Durchbruch. Von da ab mussten alle Schornsteinfeger eine Lizenz beantragen, die sie nur bekamen, wenn sie keine Kinder beschäftigten.

Published in: on 10. Februar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Dalemain House (Cumbria) – Schauplatz eines großen Marmeladen-Wettbewerbs am kommenden Wochenende

 
 
 

Dalemain House in Cumbria, Schauplatz des Marmeladen-Wettbewerbs. - © Copyright Geoff Gill and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

 

Dalemain Lake District Historic House and Garden bei Ullswater ist Schauplatz eines jährlich statt findenden Festivals, in dem sich alles um Marmelade dreht. „The World’s Original Marmalade Awards“ werden in dem schönen Ambiente des historischen Hauses vergeben, in diesem Jahr am kommenden Wochenende, dem 12. und 13. Februar.

Mitmachen kann an diesem Wettbewerb jeder; es können kommerzielle Hersteller genauso wie Privatpersonen teilnehmen. Auch ausländische Marmeladen werden gern zugelassen, so finden sich in Dalemain z.B. auch Teilnehmer aus den USA oder aus Japan. In diesem Jahr hat ein Team von elf australischen Marmeladenfans, die Buninyong Eleven, seine Produkte nach Cumbria geschickt, um zu demonstrieren, welche köstlichen Marmeladen „down under“ hergestellt werden.

Die Preise werden in drei Kategorien vergeben; es gibt die Homemade Awards, die Artisan Awards und die B+B & Hotel Awards. Dann gibt es darunter auch noch verschiedene Kategorien, nämlich:
Seville Marmalade
Any Citrus
Marmalade with interesting additions

Ganz schön kompliziert. Eine Jury probiert sämtliche eingereichten Marmeladen und hat dann die nicht ganz leichte Aufgabe, die Preise zu verteilen.

Ehrengast in diesem Jahr ist wieder Paddington Bear, der etwas Besonderes vor hat; er will nämlich den Paddington Bear World Record aufstellen, d.h. im Dalemain House soll das größte Marmeladenglas der Welt hergestellt werden. Viel Glück Paddington Bear!

Published in: on 9. Februar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Pylon Appreciation Society – Hier haben sich die Fans der Strommasten zusammengefunden

Author: yummifruitbat. - This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic license.

Die meisten Menschen halten die Strommasten, die quer durch Wald und Feld verlaufen, für hässlich und wollen die Hochspannungsleitungen lieber unter der Erde verlegt sehen. Es gibt aber auch Fans von diesen großen Pylonen und die haben sich in England in der Pylon Appreciation Society zusammengetan, die es seit dem Jahr 2005 gibt. 
Die treibende Kraft dieser Gesellschaft war und ist Flash Wilson Bristow, die auf ihrer Website The Gorge hunderte von Strommasten-Fotos aus vielen Ländern zusammengetragen hat. Wer sich genauer über diese stählernen Giganten informieren möchte, kann das z.B. auf Bristows FAQ tun.

Im „Urban Dictionary“ findet sich der Begriff „pylon spotter„, der so erklärt wird:
One who engages in the hobby of electricity pylon number collecting, aka pylon spotting. Can be seen walking under pylons with a pen, notebook, binoculars, and wearing an anorak„.

Es gibt auch einen Spielfilm, in dem die hohen Masten eine Rolle spielen, nämlich „Among Giants – Zwischen Himmel und Erde„, der 1998 in die englischen Kinos kam (in Deutschland ein Jahr später) und in dem der kürzlich verstorbene Peter Postlethwaite die Hauptrolle spielte. Hier der Trailer zum Film.

Und hier noch ein Film zum Thema Pylon Spotting und Pylon Appreciation Society.

Published in: on 8. Februar 2011 at 04:00  Comments (2)  
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Crime Maps – Ein neuer Service der britischen Polizei

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Seit Anfang des Jahres bietet die britische Polizei für England und Wales einen neuen Online-Service, die sogenannten Crime Maps, also Übersichtskarten, wo Verbrechen stattgefunden haben. Unter der Adresse www.police.uk kann man in einem Eingabefeld eine Postleitzahl oder Ort und Strasse eintippen und erhält sofort die Angaben über die Verbrechen und Verbrechensarten, die im vergangenen Monat dort verübt worden sind. Außerdem werden noch die polizeilichen Ansprechpartner, teils mit Foto, genannt, die für die jeweilige Region zuständig sind.

Hier ein Beispiel. Wie man sieht, informiert hier die West Mercia Police via Twitter sehr aktuell, was sich in Bromyard, Herefordshire, verbrechensmäßig tut; die örtlichen Polizisten werden vorgestellt, Telefonnummern und E-Mailadressen genannt. Das ist alles sehr übersichtlich angeordnet.

Als die Crime Maps freigeschaltet wurden, brach am ersten Tag zeitweise der Server zusammen, weil die Anfragen extrem hoch waren. Mittlerweile hat sich das normalisiert.
In der Hitliste der Straßen mit der höchsten Kriminalitätsrate führt zurzeit die Straße Glovers Court in Preston, Lancashire,  in der allein im Monat Dezember 2010 mehr als 150 Verbrechen oder Fälle antisozialen Verhaltens gemeldet wurden. Die Anwohner von Glovers Court wehrten sich in einem Beitrag von Sky News gegen den schlechten Ruf ihrer Straße und meinten, dass der Zusammenhalt der Menschen dort sehr gut wäre und sie die hohe Kriminalitätsrate nicht nachvollziehen könnten.
Ein weiterer Einwand gegen die Crime Maps ist, dass die Grundstücke und  Häuser in Gegenden, wo die Verbrechensrate hoch sein soll, schnell an Wert verlieren würden.

Bisher gab es Crime Maps schon vereinzelt für große Städte; eine derart umfangreiche Übersicht aber noch nicht.

Published in: on 7. Februar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Meine Lieblings-Pubs: The Leather Bottle in Cobham (Kent)

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The Leather Bottle gehört in die Kategorie „cozy pub“, denn er sieht von außen sehr gut aus und ist im Inneren außerordentlich gemütlich. Wer einmal das Buch „Die Pickwick Papers“ von Charles Dickens gelesen hat, der ist darin auch über diesen Pub „gestolpert“, der in Cobham in der Grafschaft Kent liegt, 10 km südöstlich von Gravesend. Dickens hat hier auch einmal gewohnt, in Zimmer 6.

Auch heute kann man im Leather Bottle wohnen; fünf Zimmer stehen zur Verfügung, zwei davon haben Himmelbetten. Letztere kosten £86.00 pro Nacht inklusive Frühstück. Unter dem gleichen Dach zu schlafen, unter dem der große Charles Dickens einst sein Haupt bettete, das sollte man sich nicht entgehen lassen.

An hübsch gedeckten Tischen kann man hier sein Mittag- und/oder Abendessen einnehmen, im Sommer auch in dem großen Pubgarten.

The Leather Bottle
54-56 The Street, Cobham, Kent DA12 3BZ
Tel: 01474 814 327

Published in: on 6. Februar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Queen und die Hoflieferanten, die für ihr leibliches Wohl sorgen

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Sainsbury oder Tesco sind Geschäfte, in denen man die Queen nie zu Gesicht bekommen wird, denn um Supermarkteinkäufe muss sie sich nicht kümmern. Sie hat ihre königlichen Hoflieferanten, die das Gewünschte ins Haus, oder besser in den Palast bringen. Hier einige Beispiele:

Den Frühstückstee nimmt die Queen morgens um 7.30 Uhr zu sich und der stammt von der Firma R. Twining & Co., einer Firma, die schon seit Jahrhunderten in London beheimatet ist. Die Milch, die sie für den Tee verwendet, kommt von der königlichen Molkerei in Windsor.
Der Frühstückshonig kommt von den Orkney Inseln, von der Farm Bruce Gories, während die Marmelade von der Firma Frank Cooper Ltd geliefert wird. Königlicher Brotlieferant ist Justin De Blank von der Londoner Walton Street.
Die königlichen Würstchen, die nur noch in Maßen auf den Tisch kommen, produziert Edwin Baxter aus Birchington in Kent nach einem alten Familienrezept.
Lieferant des Specks ist die Firma J.H. Dewhurst Ltd. vom Londoner Smithfield Market und der royale Fischhändler ist Eric Ruffell aus Romford.
Zu guter Letzt: Wenn im Buckingham Palast Senf auf den Tisch kommt, dann nur der berühmte aus dem Hause Colman’s.

Published in: on 4. Februar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  

The Petrifying Well in Knaresborough (North Yorkshire) – Englands älteste Touristenattraktion

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Sir Charles Slingsby kaufte 1630 König Charles I einen Teil des Royal Forests ab, der neben der Stadt Knaresborough direkt am Fluss Nidd in North Yorkshire lag, und der eine damals schon bekannte Quelle, die Dropping Well, enthielt.
Viele Leute wollten diese Quelle sehen und so erhob Sir Charles damals schon eine Eintrittsgebühr und erschuf damit Englands älteste Touristenattraktion.

Was war nun das Besondere an der Quelle, die man später The Petrifying Well nannte? Das Wasser hat einen extrem hohen Anteil an mineralischen Stoffen und alles, was sich diesem Wasser „in den Weg stellt“ wird versteinert. Kalzium, Magnesium und Natrium sind die Hauptbestandteile dieser einzigartigen Quelle. Das Wasser ergießt sich über einen Felsen und die Mineralien lagerten sich über Jahrhunderte daran ab, so dass es zweimal zu einem Felsabbruch kam.

Wenn man die Petrifying Well besucht, findet man am unteren Rand des Felsens einige Objekte die direkt im Wasser hängen und im Lauf der Zeit versteinert werden. Beliebt sind Teddybären, die in etwa drei bis fünf Monaten aus Plüsch- zu Steinbären werden. Andere Objekte brauchen auch schon einmal achtzehn Monaten bis sie versteinert sind.
In einem kleinen angeschlossenen Museum kann man einige  „fertige“ Versteinerungen sehen, so z.B. eine Handtasche von Agatha Christie, einen Hut von John Wayne oder einen Schuh von Queen Mary, die die Quelle 1923 besuchte.
Neben dem Petrifying Well gibt es noch die Höhle zu sehen, in der die berühmte Seherin des Mittelalters Mother Shipton geboren sein soll, aber das ist wieder eine andere Geschichte. Der Eintrittspreis für den ganzen Park beträgt £6.00 für einen Erwachsenen.

Knaresborough, das nicht weit von Harrogate entfernt ist, lohnt auf jeden Fall einen Besuch.

Hier ein kleiner Film von David Dimbleby über Knaresborough, in dem er auch den Petrifying Well vorstellt.

Published in: on 3. Februar 2011 at 04:00  Comments (2)  
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Milchflaschensammeln – Auch das ist ein Hobby einiger Engländer

Author: Unisouth. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

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Mike und Naomi Hull aus Stroud in Gloucestershire haben eine Sammelleidenschaft, die doch recht ungewöhnlich ist: Sie sammeln Milchflaschen. Wer da denkt, dass die Flaschen, die der Milchmann allmorgendlich in aller Frühe vor die Haustüren stellte, alle gleich aussahen, der irrt. Es gibt hunderte der unterschiedlichsten gläsernen „Milk bottles“. Die Hulls haben weit mehr als tausend davon. Die ältesten gehen bis ins 19. Jahrhundert zurück; es gibt unterschiedliche Formen, verschiedenartige Verschlüsse und natürlich unendlich viele Aufdrucke der einzelnen Molkereien. Die Glasflaschen haben aber ganz starke Konkurrenz bekommen, denn der Trend geht seit vielen Jahren in Richtung Plastikflasche und Tetra Pak.

1975 begannen Mike und Naomi mit dem Sammeln. Sie suchten z.B. Rastplätze entlang vielbefahrener Straßen ab und wurden dort immer wieder fündig. Autofahrer aus allen Teilen des Landes hatten dort ihre Milchflaschen liegengelassen und diese fanden dann bei den Hulls ihr neues Zuhause.

Die beiden begeisterten Sammler stellten bald fest, dass es auch andere Menschen mit der gleichen Sammelleidenschaft gab und so starteten 1984 Mike Hull und Margaret Barber einen speziellen vierteljährlich erscheinenden Newsletter mit dem Titel „Milk Bottle News„. 1987 übernahm Naomi Hull den Posten der Mitherausgeberin von Margaret Barber. Der Newsletter bringt auch Artikel, die im weitesten Sinne mit Milchflaschen zu tun haben, z.B. über Molkereien, also sogenannte „dairyanas„.

Zweimal jährlich finden sich die „milk bottle afficionados“ auf Meetings zusammen und diskutieren über ihr Lieblingsthema bzw. organisieren eine Tauschbörse.

Published in: on 2. Februar 2011 at 04:00  Comments (1)  
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Modbury (Devon) – Ein Vorbild für die ganze Welt

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Das kleine Modbury im Süden Devons kann stolz auf sich sein. Es war die erste Stadt Europas, die Plastiktüten komplett aus ihrem Ort verbannte und deren Geschäfte ausschließlich Stofftaschen bzw. biologisch abbaubare Tragetaschen verwenden.

Warum gerade Modbury? Die Tierfilmerin Rebecca Hosking, die in Modbury wohnt, drehte einen Film im Pazifikraum und entdeckte auf einer abgelegenen Insel tausende von toten Albatros-Jungen. Sie alle waren erstickt durch Unmengen angespülten Plastikabfall. „I felt cross, angry and sad all at the same time,“ sagte sie und erinnerte sich dabei an ihre Kindheit in Devon, wo ebenfalls jede Menge Plastikmüll vor der Küste angeschwemmt wurde.

Noch ganz unter dem Eindruck des Gesehenen im Pazifik startete Rebecca Hosking  in Modbury eine Kampagne zur Abschaffung von Plastiktüten, die auch dort, wie überall in der Welt,  massenhaft im Umlauf waren. Sie zeigte den Geschäftsleuten des Ortes ihren Film und die waren so entsetzt über die verheerenden Wirkungen  des Plastikabfalls, dass alle 43 zusagten, ab dem 1. Mai 2007 in ihren Geschäften auf alternative Tragetaschen umzusteigen.

Warum warten, bis die Regierung jahrelang dazu braucht, entsprechende Gesetze auf den Weg zu bringen, wenn man als Verbraucher zusammen mit den Ladenbesitzern sofort für Abhilfe schaffen kann?

Rebecca Hosking hat in dem kleinen Modbury gezeigt, dass es auch anders geht und hat damit andere Städte bewegt, auf den Zug aufzuspringen und so gibt es heute in Großbritannien viele weitere Orte, die „plastic-bag free“ sind wie z.B. Hebden Bridge in West Yorkshire oder die „Transition Town“ Chesham in Buckinghamshire. Auch große Städte planen zurzeit, Plastiktüten abzuschaffen.

„She has changed the national perspective about plastic bags in a few months. She should be prime minister“ titelte einmal „The Guardian“ über Rebecca Hosking und ich kann dem Blatt da nur recht geben!

Hier alles noch einmal im Film.

Published in: on 1. Februar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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