Climbing Boys – Die kleinen Schornsteinfeger wider Willen

"Der kleine Schornsteinfeger", ein Bild des französischen Malers Auguste de Chatillon. - This image is in the public domain because its copyright has expired.

Climbing Boys bezeichnete man im 18. und 19. Jahrhundert in England die kleinen Jungen, die die Schornsteine von innen säubern mussten, weil es noch keine technischen Vorrichtungen gab und die erwachsenen Schornsteinfeger natürlich nicht in die schmalen Öffnungen passten.
Oft waren es Waisenkinder oder sogar Kinder, die extra für diesen Zweck von ihren Eltern verkauft wurden.
Die armen Kinder mussten mit Schabern oder mit bloßen Händen den an den Innenwänden festgesetzten Ruß und Schmutz entfernen. Wenn sich ein Kind fürchtete, wurde sogar manchmal ein Feuer unter ihm entzündet, so dass es gezwungen war, weiter hoch zusteigen. Unvorstellbare Verhältnisse!

1803 wurde die Society for Superseding Climbing Boys gegründet mit dem Ziel, Geräte zu entwickeln, die den Einsatz der Kinder überfüssig machen sollten. Als dann diese Geräte entwickelt und angeboten wurden, war der Einsatz der Kinder immer noch billiger, denn die kosteten gar nichts. Auch ein Gesetz, das das Parlament 1840 verabschiedete, nach dem keine Kinder unter 21 Jahren diese gefährlichen Arbeiten mehr durchführen durften, brachte nichts, weil die Strafgelder zu gering waren.

Erst der sogenannte Climbing Boys Act im Jahre 1875 brachte den Durchbruch. Von da ab mussten alle Schornsteinfeger eine Lizenz beantragen, die sie nur bekamen, wenn sie keine Kinder beschäftigten.

Published in: on 10. Februar 2011 at 04:00  Kommentar verfassen  
Tags: