Cleopatra’s Needle in London – Ein uralter Obelisk am Ufer der Themse

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Der Baumeister des Obelisken, der den Namen Cleopatras Needle trägt, hätte sich damals vor über 3000 Jahren nicht träumen lassen, dass sein Kunstwerk einmal tausende Kilometer entfernt, nicht am Nil, sondern an einem Fluss namens Themse, stehen würde. Und da steht nun die Nadel der Kleopatra, die mit der ägyptischen Königin nichts zu tun hat, am Victoria Embankment und schaut sich den nie endenden Londoner Verkehr an.

Der Obelisk war ein Geschenk des ägyptischen Herrschers Muhammad Ali an König George IV aus dem Jahr 1819; die „Nadel“ erreichte aber erst 1879 England, da bis dahin niemand die hohen Transportkosten von £10,000 tragen wollte. Nach einer abenteuerlichen Reise von Ägypten nach London suchte man nach einem Platz für das Geschenk und nachdem mehrere Vorschläge verworfen wurden, entschied man sich für das Victoria Embankment, wo der Obelisk am 12. September 1878 aufgestellt wurde.

Es herrschte damals eine alte Sitte, nach der man unter einem neuen Gebäude entweder einen Kinderschuh oder eine Münze begrub, damit diese Glück bringen sollten. Im Falle der Nadel Kleopatras übertrieb man es vielleicht ein wenig, denn unter dem Obelisken, vergrub man in einer Zeitkapsel u.a. folgende Gegenstände:
– Eine Schachtel mit Haarnadeln
– Bibeln in verschiedenen Sprachen
– Ein Stadtplan von London
– 12 Fotos von den hübschesten Frauen Englands
– 10 Tageszeitungen
– Eine Trinkflasche für Babys
– Ein Porträt Königin Victorias
– Eine Ausgabe von „Whitakers Almanack“

Die Londoner haben ein kleines Gedicht über Cleopatra’s Needle verfasst, das so lautet:

„This monument as some supposes
Was put up in the time of Moses
It passed in time to the Greeks and Turks
But was put up here by the Board of Works“

Hier ist ein kurzer Film über „Cleopatra’s Needle“.

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The Falkland Arms in Great Tew (Oxfordshire) – Der perfekte Pub

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Ca 2 km von der A361 Banbury – Chipping Norton entfernt liegen The Tews, zwei kleine hübsche Dörfer, von denen Great Tew mit einem wunderschönen Pub versehen ist; „The Falkland Arms“ ist so wie ein Pub sein sollte: Urgemütlich mit einem großen Kamin für das Winterhalbjahr, einer Terrasse für warme Sommertage, ruhig gelegen, gepflegtem Bier und gutem Essen.

Wir machten vorige Woche Station im Falkland Arms, um dort zu Mittag zu essen und waren sehr angetan von dem alten Haus. Außen wächst das Gebäude immer mehr zu. Im Gastraum hingen hunderte von Bierkrügen unter der Decke, der Fußboden bestand aus großen Steinplatten und es herrschte eine entspannte Atmosphäre.

Benannt wurde The Falkland Arms übrigens nach  Lucius Cary, dem 2. Viscount Falkland, der 1625 die Ländereien von Great Tew erbte und der in der Schlacht von Newbury 1643 im Alter von 33 Jahren starb.

Neil Hanson äußert sich  in seinem Buch „Classic Country Pubs“  über The Falkland Arms: „The pub is the sort that makes expatriate Britons in the arid wastes of Saudi Arabia cry themselves to sleep at night„. Genau so ist es und ich kann einen Besuch in diesem „picture-perfect pub“ in Oxfordshire sehr empfehlen!

The Falkland Arms
Chipping Norton
Great Tew
Oxfordshire
OX7 4DB
Tel. 01608 683653

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Published in: on 30. Juli 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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John Constable: „Chain Pier, Brighton“ – Ein Gemälde von der ersten Pier in Brighton

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1824 besuchte der berühmte englische Maler John Constable (1776-1837) erstmals das Seebad Brighton und nahm seine Frau Maria mit, in der Hoffnung, dass sich dort ihr angeschlagener Gesundheitszustand bessern würde. Er besuchte sie häufig in den folgenden Jahren und fertigte bei dieser Gelegenheit Skizzen von Brighton an. Nur ein einziges großes Gemälde entstand in dieser Zeit, das er „Chain Pier, Brighton“ nannte und das seit 1950 in der Tate Gallery zu sehen ist.

Das Bild zeigt die Royal Suspension Chain Pier, kurz Chain Pier genannt, die erste Seebrücke Brightons, die 1823 eröffnet wurde, und in erster Linie als Anlegestelle für Schiffe nach Dieppe fungierte. Doch die Pier wurde auch zum Promenieren benutzt und ein paar kleine Attraktionen wie eine Camera Obscura fanden sich dort ebenfalls.

Die Chain Pier erfuhr ein ähnliches Los wie so manche andere englische Seebrücke, sie wurde 1896 von einem Sturm zerstört. Ein ähnliches Schicksal erlitt die benachbarte West Pier, die 1975 geschlossen, teilweise von einem Sturm zerstört wurde und schließlich mehreren Bränden zum Opfer fiel.

Nach der Zerstörung der Chain Pier wurde die berühmte und heute noch existiernde Palace Pier gebaut, ein Wahrzeichen der Stadt Brighton.

Die traurigen Reste der West Pier in Brighton. Eigenes Foto.

Die traurigen Reste der West Pier in Brighton.
Eigenes Foto.

Updown Court bei Windlesham (Surrey) – Das wohl teuerste Haus Englands

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£70 Millionen ist schon eine Menge Geld für ein Haus und da kommen auch schon die Superreichen ins Grübeln, ob sie so viel dafür ausgeben wollen.
Updown Court, etwa 8 km südlich von Ascot in Surrey, gilt als das teuerste Haus Englands; was heißt Haus, es ist ein riesiges Anwesen auf 230,000 qm mit über 100 Zimmern. 250 Tonnen italienischer Marmor sind hier verbaut worden, es gibt hier einen Squashplatz, eine Bowlingbahn und es wurden mehrere Millionen Pfund in die Elektronik investiert, so dass man zum Beispiel von jedem Ort der Welt die elektrischen Anlagen des Hauses steuern kann.

Aber alle diese wunderbaren Dinge bleiben ungenutzt, weil keiner das Haus kaufen will, das seit 2005 auf dem britischen Immobilienmarkt angeboten wird. Obwohl niemand darin wohnt, kostet der monatliche Unterhalt stattliche  £60,000. In einem kürzlich erschienen Artikel im Daily Telegraph wurde Updown Court als Mischung zwischen einem verlassenen Hotel in Dubai und einem Kreuzfahrtschiff beschrieben.

Potentielle Interessenten waren schon da, aber irgendwie konnten sich weder orientalische Milliardäre, noch superreiche Männer aus den ehemaligen Sowjetrepubliken für den Kauf entscheiden. So gammelt das schöne Haus langsam vor sich hin; aber vielleicht kommt doch noch irgendwann der Märchenprinz und erweckt Updown Court zum Leben.
Hier ist ein Film über Updown Court.

Oakley Court Hotel (Berkshire) – Schauplatz zahlreicher Horrorfilme

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Nur wenige Kilometer von dem Berkshire-Dörfchen Bray entfernt, in dem sich zwei der besten englischen Restaurants (The Fat Duck und The Waterside Inn) befinden, liegt ein Hotel der besonderen Art, The Oakley Court Hotel.
Wenn man an einem trüben nebligen Tag davorsteht, sieht das im neugotischen Stil erbaute Haus schon sehr gruselig aus und man könnte sich vorstellen, dass es die ideale Kulisse für einen Horrorfilm abgeben würde. Und genau dafür hat Oakley Court auch über viele Jahre gedient.

Die Themse fließt nur einige Meter von dem unheimlichen Gebäude vorbei und wer einen Nerv für diese Atmosphäre hat, dem kann ich das Hotel sehr empfehlen.
Die Filmproduktionsfirma Hammer Films, die eng mit den Bray Filmstudios, die gleich um die Ecke herum liegen, verbunden war, drehte in Oakley Court in den 60er und 70er Jahren einige Horrorfilme wie „The Brides of Dracula„, „The Plague of the Zombies“ oder „And now the screaming starts!„. Wer „The Rocky Horror Picture Show“ gesehen hat, erkennt vielleicht in Oakley Court Dr. Frank N Furter’s Schloss „The Frankenstein Place“ wieder.

Das 1859 erbaute Haus wurde, nachdem die Filmproduktionen hier eingestellt waren, ab 1981 als Luxushotel geführt mit heute 118 Zimmern und Suiten, Fitnessräumen, Hallenbad, Tennis- und Golfplatz.
Das französisch ausgerichtete Restaurant „The Dining Room“ ist von der AA mit einer Rosette ausgezeichnet worden. Allerdings wechselte bei meinem Aufenthalt die relativ kleine abendliche Menukarte nicht (es gab nur ein Festpreismenu für knapp GBP 30.- ).

Ich wohnte gerade drei Nächte hier und am Wochenende kann es schon mal ziemlich voll werden, denn ich erlebte in dieser Zeit drei große Hochzeitsfeiern.
Besonders zu empfehlen sind die 16 Riverview Deluxe Zimmer, die alle einen Blick auf die langsam dahinziehende Themse haben, die besonders früh morgens und bei Sonnenuntergang eine besondere Stimmung verbreitet.
Die Preise pro Zimmer liegen zwischen ca 110 EUR und und 240 EUR. Mein Riverview-Zimmer kostete am Wochenende ca 180 EUR.
Das Oakley Court Hotel gehört der Principal Hayley Gruppe an.

The Oakley Court
Windsor Road
Water Oakley
Windsor
Berkshire
SL4 5UR

Die Themse vor dem Hotel. – Eigenes Foto

Unser Riverview-Zimmer lag hier im East Wing des Hotels. – Eigenes Foto

Hinweis auf die Filme, die hier im Haus gedreht wurden. Eigenes Foto.

Hinweis auf die Filme, die hier im Haus gedreht wurden.
Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

 

Auf den Spuren von Inspector Barnaby – The Lee (Buckinghamshire)

Das Village Green von The Lee. – Eigenes Foto

Die A413 von Amersham nach Aylesbury ist eine viel befahrene Straße. Nur knapp 2 km davon entfernt, noch in Buckinghamshire, liegt das kleine Dörfchen The Lee, das man auf einer Single Track Road von der Hauptstraße aus erreicht. Vorgestern besuchte ich den Ort bei wundervollem Wetter. Die wenigen Häuser gruppieren sich um den großen gepflegten Village Green inklusive  des örtlichen Pubs „The Cock & Rabbit„, der auch gleichzeitig ein italienisches Restaurant ist.

Das Filmteam der TV-Krimiserie „Midsomer Murders“ („Inspector Barnaby“) war hier häufig anzutreffen und eine ganze Reihe von Episoden wurde in The Lee gedreht, z.B. „The Killings at Badger’s Drift“ (dt. „Tod in Badger’s Drift“), „Death of a Hollow Man“ (dt. „Requiem für einen Mörder“) und „Death’s Shadow“ (dt. „Der Schatten des Todes“). Besonders in meiner Erinnerung blieb aber „Death in a Chocolate Box“ (dt. „Geliebt, gejagt, getötet“); in dieser Folge wurde auf dem Village Green von The Lee eine Camera Obscura aufgebaut, von der aus man das Geschehen im Dorf genau verfolgen konnte. Ein großer Teil des Films wurde hier gedreht.

Auf meiner „Midsomer Murder“-Tour vom vergangenen Wochenende habe ich noch viele weitere Dörfer aufgesucht, die als Schauplätze für die Krimiserie benutzt wurden und die ich nach und nach hier vorstellen werde.

Am Ortsrand von The Lee stehen zwei Kirchen friedlich nebeneinander, von denen eine am Sonntagnachmittag Cream Teas anbot.
Auf dem Weg von der Hauptstraße zum Village Green kommt man an einem Haus vorbei, an dessen Eingangstor eine große hölzerne Figur steht; das ist Admiral Lord Howe. Diese Gallionsfigur war einmal auf dem Kriegsschiff HMS Impregnable zu finden, das 1921 abgewrackt wurde.
Einen Besuch in The Lee kann ich wirklich empfehlen; am schönsten ist es hier natürlich an einem schönen sonnigen Tag, bei einem Pint Bitter vor dem „Cock & Rabbit“, in dem Detective Sergeant Troy in der Folge „Painted in Blood“ (dt. „Der Tod malt mit“) zu sehen ist.

The Cock & Rabbit – Eigenes Foto

Hier stand die Camera Obscura in „Death in a Chocolate Box“ – Eigenes Foto

Sandie Shaw: Long live love

1965 schrieb Chris Andrews den Song „Long live love„; Chris Andrews, der auch heute noch mit seinem bekanntesten Song „Yesterday Man“  hin und wieder im Fernsehen zu sehen ist.
Sandie Shaw erreichte damit den ersten Platz der britischen Hitparade. Bekannt wurde die 1947 in Dagenham geborene Sängerin einmal dadurch, dass sie ihre Bühnenauftritte barfuß bestritt und durch ihren Erfolg mit „Puppet on a string„, mit dem sie 1967 den Eurovision Song Contest gewann.

In den 60er Jahren herrschte die Unsitte, dass amerikanische und britische Stars einige ihrer Songs auch in deutscher Sprache einspielten, was meistens unsäglich anzuhören war. So sang auch Sandie Shaw ihr „Long live love“ in deutscher Sprache unter dem Titel „Du weißt nichts von deinem Glück„. Sowohl das Original als auch die deutsche Version schafften es hierzulande in die Charts.

Hier ist die Originalversion von Sandie Shaw zu hören.

Published in: on 22. Juli 2011 at 04:00  Comments (1)  
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Die Kirche St Clement Danes (London) und der Kinderreim „Oranges and Lemons“

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St Clement Danes ist eine Kirche im Londoner Stadtteil Westminster, die nach dem Großen Feuer von London 1682 von Sir Christopher Wren wieder neu aufgebaut wurde. Ein alter Brauch auf dem Gelände der Kirche bestand darin, dass Obst, besonders Orangen und Zitronen, an bedürftige Kinder verteilt wurde; ein Brauch, der noch heute existiert (hier eine Filmaufnahme aus dem Jahr 1962).
Der Kinderreim „Oranges and Lemons“ soll auf dieser alten Tradition beruhen, der folgendermaßen lautet:

Oranges and lemons“, say the bells of St. Clement’s
„You owe me five farthings“, say the bells of St. Martin’s
„When will you pay me?“ say the bells of Old Bailey
„When I grow rich“, say the bells of Shoreditch
„When will that be?“ say the bells of Stepney
„I do not know“, says the great bell of Bow
Here comes a candle to light you to bed
And here comes a chopper to chop off your head!
Chip chop chip chop – The last man’s dead

„Die Handlung gibt einen Dialog zwischen einem Gläubiger und einem Schuldner wieder. Letzterer hat Orangen und Zitronen gekauft, bleibt aber fünf Farthings (Viertelpennies) schuldig. Er will die Schuld bezahlen, wenn er reich geworden ist, kann aber nicht sagen, wann das sein wird. Daraufhin verliert der Gläubiger die Geduld und schickt den Scharfrichter“ (so die Wikipedia).

Die Glocken der Kirche von St Clement Danes spielen die Melodie zu dem Kinderreim (hier zu hören).

St Clement Danes ist auch die Kirche der Royal Air Force, die sich besonders um den Wiederaufbau des Gotteshauses nach dem Krieg kümmerte.
1992 wurde vor der Kirche die Statue von Arthur „Bomber“ Harris aufgestellt, was zu Protesten in Deutschland, aber auch in England führte, denn Harris war für die Bombardierung von Dresden verantwortlich.

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Published in: on 21. Juli 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Knowledge – Eine schwierige Prüfung, die alle Londoner Taxifahrer bestehen müssen

In so einem Taxi spielt sich ein großer Teil des Lebens eines Londoner Cabbies ab. - © Copyright R Sones and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Bevor ein Taxifahrer auf die Straßen Londons losgelassen wird, muss er eine Prüfung bestehen, die es wirklich in sich hat. „The Knowledge“ wird die Prüfung genannt und um sie zu bestehen, muss der angehende „cab driver“ zwei bis drei Jahre lang büffeln. Er muss ca 25 000 Straßen in einem Radius von 10 km um Charing Cross  kennen und die schnellste Verbindung zwischen dem „Anheuerungspunkt“ und dem Fahrtziel wissen. Verlangt wird bei der Prüfung, dass der Fahrer die Hotels, Theater, Krankenhäuser, Bahnhöfe und alle Sehenswürdigkeiten der Stadt problemlos ansteuern kann, ohne auf den Stadtplan zu sehen oder ein Navigationsgerät zu benutzen.

Der „Guide to Learning the Knowledge of London„, oder kurz „Blue Book„, verzeichnet 320 Routen, „Runs“ genannt, die jeder Taxifahrer in- und auswendig kennen muss. Hier das Beispiel des Runs 97, der von Deptford Station zum Honor Oak Park führt.

Londoner Taxifahrer haben ein im Gehirn eingebautes „Navigationsgerät“, das hat eine wissenschaftliche Studie gezeigt, bei der nachgewiesen wurde, dass sie einen größeren Hippocampus haben, das ist der Teil des Gehirns, der für die Orientierung zuständig ist.

1865 wurde diese Prüfung eingeführt und sie hat sich im Großen und Ganzen nur wenig verändert. „The Knowledge“ ist die schwierigste Taxifahrerprüfung der Welt. In der Vorbereitungsphase sieht man die „Knowledge Boys“ bzw. „Knowledge Girls“ genannten angehenden Taxifahrer auf Motorrollern durch London fahren mit einem Klemmbrett am Lenker, auf dem Informationen über die jeweiligen, anzufahrenden Straßen stehen.

1979 wurde das Thema in einem Spielfilm behandelt, der auch „The Knowledge“ hieß, mit Nigel Hawthorne in der Hauptrolle. Hier ein wunderschöner Ausschnitt.

Published in: on 20. Juli 2011 at 04:00  Comments (1)  
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Mister Fitzpatrick’s Temperance Bar in Rawtenstall (Lancashire) – Die letzte alkoholfreie Bar Englands

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Eine Bar in England, die keinen Alkohol ausschenkt? Gibt es so etwas? Ja, gibt es, aber nur noch eine und zwar in Rawtenstall in Lancashire.

Während der Industriellen Revolution erlebte der Nordwesten Englands eine starken Bevölkerungszuwachs und damit verbunden eine Zunahme an Alkoholismus, da man an jeder Straßenecke Bier oder Gin kaufen konnte. Als Gegenbewegung entstand die Temperance Movement (Abstinenzbewegung), die einen totalen Verzicht auf Alkohol predigte. Es entstanden sogenannte Temperance Bars, in denen man beispielsweise Ingwerbier, Vimto (Saft von Weintrauben, Himbeeren und schwarzen Johannisbeeren) oder Sarsaparilla (ein Getränk aus Stechwinden) kaufen konnte.

Eine letzte dieser Bars ist übriggeblieben, Mister Fitzpatrick’s Temperance Bar in Rawtenstall in Lancashire. Hier wird nach wie vor kein Alkohol ausgeschenkt, dafür aber die oben erwähnten, exotisch klingenden Getränke.
Malachi Fitzpatrick war der letzte aus der Familie, der die Bar über 50 Jahre lang betrieb, bis ins hohe Alter von 90 Jahren. Danach folgte ein Besitzerwechsel, doch die Bar behielt ihren Namen.

Heute kann man Mister Fitzpatrick’s Produkte auch online kaufen. Wie wäre es einmal mit dem Kräuterlikör Lemon & Ginger Cordial oder mit dem nicht so appetitlich klingenden Blood Tonic oder mit Dandelion & Burdock (ein Mix aus Löwenzahn und Klette)?
Hier ist das alles noch einmal im Film zu sehen.

Mr Fitzpatrick’s
Number 1
Fallbarn Road
Rawtenstall
Rossendale
Lancashire
BB4 7NT
Tel: 01706 234620

Butcombe Brewery in Wrington (Somerset) – Seit 32 Jahren wird hier Bier gebraut

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Wrington ist ein Ort in Somerset, nicht weit vom Internationalen Flughafen von Bristol entfernt. Hier ist der Firmensitz der 1978 gegründeten Butcombe Brewery, die im Jahr 2005 ein neues Gebäude bezog, das größte Brauereigebäude, das in den letzten 35 Jahren in Großbritannien gebaut wurde.
Das „Butcome Bitter“ ist das populärste Bier im Westen Englands, das in ca 1000 Pubs und Bars ausgeschenkt wird. Es wurde 2009 beim Great British Beer Festival in Earls Court, London, zum dritten Mal mit der Silbermedaille ausgezeichnet.

Using only the finest English and Continental hops, together with the best English malted barley„, ist das Geheimnis des Erfolgs dieser Brauerei, deren Standardbiere Butcome Bitter und Butcome Gold sind. Dazu kommen saisonale Biere wie Mendip Spring, Christmas Steps oder Butcome Brunel.

Im Brewery Shop kann man das gesamte Spektrum an Bieren kaufen, zusätzlich gibt es da auch noch T-Shirts, Schürzen und Kappen mit dem Logo der Brauerei. Der Shop ist außer Sonntag täglich geöffnet.

Ich habe gerade eine Flasche Butcombe Blond im Kühlschrank stehen, die ich jetzt gleich nach meinem Blogeintrag trinken werde.

Hier sind 2 Filme, in dem sich die Brauerei selbst vorstellt. Film 1Film 2

Butcombe Brewery Ltd.
Cox’s Green
Wrington
Bristol
 BS40 5PA
Tel. 01934 863963

Published in: on 17. Juli 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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„SS Princess Alice“ – Ihr Untergang 1878 auf der Themse war das schwerste Unglück in Friedenszeiten in Großbritannien

Diese Bilddatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Der Untergang des Ausflugsschiffes auf der Wolga vor wenigen Tagen erinnert mich an ein noch größeres Schiffsunglück, das sich am Abend des 3. September 1878 auf der Themse ereignete. Der Raddampfer „SS Princess Alice“ kam von einem Tagesausflug von den Rosherville Pleasure Gardens in Gravesend zurück, als er mit dem Kohlenfrachter „SS Bywell Castle“ kollidierte. Beide Schiffe verunsicherten sich gegenseitig durch unklare Ausweichmanöver, so dass der Frachter den Ausflugsdampfer mittschiffs rammte, der daraufhin auseinanderbrach und innerhalb von vier Minuten sank.
Bei der Katastrophe  wurden die etwa 700 Menschen, die sich an Bord der „SS Princess Alice“ befanden, in die Themse geworfen und lediglich 100 wurden gerettet. Über die Zahl der Geretteten und Ertrunkenen existieren unterschiedliche Zahlen, so dass die hier genannten nur Anhaltswerte sind. Viele Menschen starben, weil sie das total kontaminierte Themsewasser tranken, denn damals leitete man das ungeklärte Abwasser noch direkt in den Fluss ein.

Die Katastrophe war, und ist bis heute,  die verlustreichste in der britischen Geschichte in Friedenszeiten.
Als Konsequenz wurden umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen auf der Themse ergriffen, u.a. eine eindeutige Reglung der Verkehrslenkung, ein Limit für die Zahl der Passagiere, die die Schiffe mitnehmen durften, und die Regelung, dass für jeden Passagier ein Rettungsring an Bord sein musste.

Auch was die Einleitung der Abwässer in die Themse betraf, unternahm man nach dem Unglück  große Anstrengungen, indem Aufbereitungsanlagen gebaut wurden, mit dem Resultat, dass einer der schmutzigsten Ströme Europas zu einem der saubersten der Welt geworden ist. So hat der Untergang der „SS Princess Alice“ wenigstens in dieser Hinsicht etwas erreicht.

North Woolwich Pier, hier wollte die "SS Princess Alice" anlegen© Copyright Christine Johnstone and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

 

 

 

Published in: on 16. Juli 2011 at 04:00  Comments (3)  
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Die Kensington Roof Gardens – Eine luxuriöse Gartenidylle hoch über den Dächern von London

"The Spanish Garden" mitten in Kensington. -© Copyright David Hawgood and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Kensington Roof Gardens an der Kensington High Street gelegen, ist die größte Dachgartenanlage Europas, die 1981 von Sir Richard Branson erworben wurde und seiner Firma Virgin Limited Edition gehört. Auf 6000 m² Fläche sind hier drei Gärten, ein Restaurant und ein Club untergebracht.

Da gibt es einmal den „Spanish Garden„, der nach dem Vorbild der Alhambra gestaltet ist; dann den „Tudor Garden„, ein typisch englischer Garten mit vielen Rosen, Glyzinien und Lilien und den „English Woodland Garden“ mit vielen unterschiedlichen Bäumen, einem Gartenteich und Enten und Flamingos.

Die Gärten sind öffentlich zugänglich, wenn sie nicht gerade von einer privaten Gesellschaft gebucht worden sind.

Das „Babylon“ ist ein luxuriöses Restaurant, von dessen Terrasse aus man einen Blick auf den „English Woodland Garden“ hat. Es wurde 2008 zum besten Restaurant Londons gekürt.

The Club“ ist ein Private Members Club, der nur freitags und samstags von 22 Uhr bis 3 Uhr geöffnet ist. „The Roof Gardens is a glamorous place so dress to impress“ heißt es; Eintritt ist nur für Mitglieder und deren Gäste und kostet freitags £20, samstags £ 25.
Hier ist ein Film über die Kensington Roof Garden zu sehen.

Kensington Roof Gardens
99 Kensington High Street
London, W8 5SA
Tel.  020 7 937 7994

Das Restaurant der Kensington Roof Gardens. - © Copyright David Hawgood and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

"The English Woodland Garden". - © Copyright David Hawgood and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Das Rasenlabyrinth von Saffron Walden (Essex), das größte seiner Art in England

Das Labyrinth mit Ohren in Saffron Walden. - This work was released into the public domain.

Turf mazes„, also Rasenlabyrinthe haben den Vorteil gegenüber den Heckenlabyrinthen, dass man sich darin nicht verlaufen kann und wenn man keine Lust mehr hat, steigt man einfach aus, anstatt sich genervt stundenlang den richtigen Weg nach draußen zu suchen. Die Wikipedia beschreibt sie so: „Ein Rasenlabyrinth… ist ein großflächiges, begehbares Labyrinthmuster, das in eine ebene Rasenfläche eingeschnitten wurde, meist auf kargem Boden“.

Acht dieser „turf mazes“ gibt es noch in England, von denen das in Saffron Walden in Essex das größte darstellt. Ca 30 m im Durchmesser misst das Labyrinth, das 1699 erstmals erwähnt wurde. Seitdem wurde es immer mal wieder restauriert, zuletzt 1979. Wenn man alle mit Ziegeln ausgelegten Wege vom Rand bis ins Zentrum geht, dann hat man etwa 1500 m zurückgelegt.

Hie sind die anderen, noch verbliebenen Rasenlabyrinthe in England (Infos entnommen aus der Wikipedia):

  • Alkborough (North Lincolnshire): „Julian’s Bower“, christliches Muster, 11 Umgänge
  • Breamore (Hampshire): „Mizmaze“, christliches Muster, 11 Umgänge
  • Dalby (North Yorkshire): „City of Troy“, klassisches Muster, 7 Umgänge
  • Hilton (Cambridgeshire´): „Hilton Maze“, christliches Muster, 9 Umgänge
  • Somerton (Oxfordshire): „Troy Town“, klassisches Muster, 15 Umgänge
  • Winchester (Hampshire): „St. Catherine’s Hill“, christliches Muster, 9 Umgänge, quadratisch
  • Wing (Rutland): „Wing Maze“, christliches Muster, 11 Umgänge

    Das "turf maze" von Saffron Waldon. - © Copyright Jeff Tomlinson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Published in: on 13. Juli 2011 at 04:00  Comments (1)  
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Tony Blackburn – Einer der großen englischen DJs

Author: Martinra1966. – This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license

Tony Blackburn ist eine der festen Größen in der englischen Radiolandschaft und seine Stimme unverkennbar. Der 1943 in Guildford (Surrey) als  Antony Kenneth Blackburn geborene DJ begann seine Karriere in den 60er Jahren auf den beiden Piratenschiffen Radio Caroline und Radio London und stieg dann bei der BBC ein. Radio One wurde am 30. September 1967 als Antwort auf die „Offshore-Konkurrenz“ ins Leben gerufen und Tony Blackburn war der erste DJ des neuen Programms. Bis 1973 gestaltete er allmorgendlich die „Breakfast Show“ und setzte hier immer wieder seinen eigenen Musikgeschmack durch.

Nach 17 Jahren verließ Tony Blackburn Radio One und arbeitete bei BBC Radio London weiter: Es folgten Beschäftigungen beim Sender Capital Gold und Jazz FM, bis er wieder zur BBC zurückkehrte und beim Lokalsender BBC London 94,9 moderierte. Neben den Verpflichtungen bei der BBC hat er auch noch beim Sender Radio Plymouth eine wöchentliche Show, „Tony Blackburn’s Soul & Motown Show“.
Wie sich seine Radioshows anhörten, ist hier an einem Beispiel aus dem Jahr 1996 zu sehen.

Published in: on 12. Juli 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der „Perseus and Andromeda Fountain“ in Witley Court (Worcestershire) – Einer der größten Springbrunnen Europas

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Bing Crosby und Stewart Granger wollten ihn in den 1950er Jahren für ihre Rennbahn in Chicago kaufen, den „Perseus and Andromeda Fountain„, einen der größten Springbrunnen Europas, der auf dem Gelände des Witley Court steht.  Dieses großartige Haus in Worcestershire fiel 1937 leider Flammen zum Opfer und wird heute vom English Heritage betreut. Aber auch die verbliebenen Ruinen des Gebäudes sind noch bemerkenswert.

Im Jahr 2003 wurde der gewaltige Brunnen wieder in Betrieb genommen, nachdem die Restaurierungsarbeiten £1 Million verschlungen hatten. Wenn der Perseus and Andromeda Fountain in vollem Betrieb ist, klingt das wie „the noise of an on-coming steam train“.
Der in den 1860er Jahren gebaute Brunnen besitzt 120 Düsen, die zwischen Muscheln, Nymphen und Delfinen versteckt sind und die zentrale Fontäne schießt das Wasser 30 m in die Höhe.

Hier  ist ein Film über Witley Court und seinen Brunnen zu sehen.

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Published in: on 11. Juli 2011 at 04:00  Comments (1)  

Die „Mayor Weighing“-Zeremonie in High Wycombe (Buckinghamshire) – Hat er/sie während seiner/ihrer Amtsperiode an Gewicht zugenommen?

High Wycombe, Schauplatz des Mayor Weighing.   © Copyright Peter Jemmett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

High Wycombe, Schauplatz des Mayor Weighing.
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In High Wycombe in Buckinghamshire gibt es eine Tradition, die bis ins Jahr 1678 zurückverfolgt werden kann: Die sogenannte „Mayor Weighing„-Zeremonie. An dem Tag, an dem ein neuer Bürgermeister sein Amt antritt und der alte sein Amt verlässt, werden beide gewogen. Das gleiche gilt auch für die Inhaber der wichtigsten Ämter der Stadt High Wycombe.

Die Zeremonie findet alljährlich an jedem dritten Samstag im Mai statt mit dem Hintergrund: Haben die Stadtoberen im vergangenen Jahr an Gewicht zu- oder abgenommen? Haben sie zugenommen, so haben sie das auf Kosten der Steuerzahler getan und werden entsprechend von den anwesenden Bürgern der Stadt ausgebuht. Haben sie dagegen ihr Gewicht gehalten oder sogar abgenommen, so ist das Anlass, ihnen Applaus zu spenden.

In diesem Jahr wurde Chaudhary Ditta als neuer Bürgermeister in sein Amt eingeführt und gewogen. Er übernahm das Amt von Jane White, die die Waage mit der Bemerkung „and some more“ des Town Criers verließ und entsprechend ausgebuht wurde. Wenn der Ruf „and no more“ erschallt, heißt das, dass der Gewogene nicht an Gewicht zugenommen hat (und nicht zuviele Arbeitsessen auf Kosten der Steuerzahler eingenommen hat).

Hier ist ein Film von der Zeremonie aus dem Jahr 2010.

Published in: on 10. Juli 2011 at 04:00  Comments (2)  
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Stand-up Comedians Teil 23 – Omid Djalili

Omid Djalili, Sohn eines iranischen Reporters und einer britischen Modeschöpferin, ist ein Schauspieler und Comedian, dessen „Omid Djalili Show“ auch eine Zeit lang dem deutschen Digitalkanal „Eins Festival“ ausgestrahlt wurde.
Sein aktueller Film „Alles kosher“ (Originaltitel: „The Infidel“) läuft derzeit in den deutschen Kinos. Er spielt in dem Film die Rolle des  Mahmud Masir, ein Moslem mit pakistanischen Wurzeln, der plötzlich feststellt, dass er in Wirklichkeit Jude ist und Solly Shimshillewitz heißt. Der Film wurde hoch gelobt und macht seinen Namen sicher noch bekannter. Hier ist der deutsche Trailer.

In seinen Auftritten als Stand-up Comedian versteht er es großartig, sich selbst und den Islam auf die Schippe zu nehmen; auch seine Karriere begann, wie die vieler anderer Comedians, beim Edinburgh Festival Fringe; damals, 1995, trat er dort mit „Short, Fat Kebab Shop Owner’s Son“ auf.

Omid Djalili hatte meist kleinere Rollen in einer ganzen Reihe von erfolgreichen Spielfilmen wie u.a. „Notting Hill“, „Fluch der Karibik 3“, „Casanova“ und „James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug“. 

Hier ein Ausschnitt aus einem Auftritt von Omid Djalili im Londoner Apollo.

Published in: on 9. Juli 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – „London – Signale aus der Weltmaschine“

„corsofolio ist ein Flaneur, der mit offenen Sinnen duch Städte und Regionen geht, ist ein Buch in der Form, ein Magazin in Geist und Gestaltung – Welterfahrung und Herzensbildung in Text und Bild“, so beschreibt der Hamburger Corso-Verlag sein neues Buch-Magazin „corsofolio„.Nach einem Band über Paris ist jetzt auch ein Band über London erschienen.
Der deutsche Schriftsteller Matthias Politycki ist der sogenannte „Gastgeber“ des Buches, der es mit dem Beitrag „Mind the Gap“ eröffnet, eine Zustandsbeschreibung Londons aus persönlicher Sicht.
Es folgt ein Artikel von Margit Dirscherl über den Londoner Schilderwald und die „Verkehrsbemalung“ auf den Straßen. Alain de Botton äußert sich in einem Interview über das Stadtbild der Metropole und Christoph Dallachs Beitrag beschäftigt sich mit dem musikalischen London.
Weitere Themen sind die Londoner „caffs“ und die Bedeutung der Stadt für die Haute Couture.
Den Schluss des Bandes bildet „Das Journal: Ein literarisches Kaleidoskop„, in dem sich Zitate und Gedichte finden, die sich mit der britischen Hauptstadt beschäftigen.
Einer gewisse Ähnlichkeit mit den „Merian“-Heften ist vorhanden.

London – Signale aus der Weltmaschine
Hamburg: Corso-Verlag 2011. 157 Seiten. ISBN 978-3-86260-015-1.  € 24.95

Published in: on 6. Juli 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  

The Compleat Angler Hotel in Marlow-on-Thames (Buckinghamshire)

Eigenes Foto.

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„Der vollkommene Angler oder eines nachdenklichen Mannes Erholung“ ist der Titel eines Buches, das 1653 in England erschien und aus der Feder des Schriftstellers Izaak Walton stammt. Der Originaltitel lautet: „The Compleat Angler„, und dieses Werk gilt noch heute als ein Klassiker der Angler-Literatur.

Das Hotel, das den Namen dieses Buches trägt, liegt passenderweise direkt an der Themse. „The Compleat Angler“ in Marlow-on-Thames, das zu den MacDonald Hotels & Resorts gehört, ist ein romantisches und idyllisch gelegenes Haus, dessen 64 Zimmer keine Nummern haben, sondern individuelle Namen nach Begriffen aus der Fliegenfischerei tragen.

Das Hotel verfügt über zwei Restaurants: Das „Bowaters“ hat zwei AA-Rosetten und das „Aubergine at the Compleat Angler“ ist sogar mit drei AA-Rosetten ausgezeichnet worden.
Zwei Boote liegen vor dem Hotel vor Anker, die gemietet werden können, die „Silent Waters“ für bis zu sechs Personen und die „Sovereign Waters“ für 12 Personen.
Die Preise für eine Übernachtung in einem Standard-Doppelzimmer mit Frühstück beginnen bei ca £130; die Suiten beginnen bei etwa £250 pro Nacht incl. Frühstück.

Hier einige Eindrücke über das Hotel im Film.

Macdonald Compleat Angler
Marlow, Buckinghamshire, SL7 1RG

Tel 0844 879 9128
Eigenes Foto.

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Published in: on 5. Juli 2011 at 04:00  Comments (5)  
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Bizarre Bath Comedy Walk – Ein etwas anderer Stadtrundgang

Blick auf Bath (Somerset) - © Copyright Roger Beale and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Man kann eine Stadt erkunden, indem man sich an einen regulären Stadtrundgang anschließt und hinterher einiges über den Ort weiß (wenn man genau zugehört hat). Wer aber an Jahreszahlen und historischen Ereignissen nicht so besonders interessiert ist, beginnt sich schnell zu langweilen. An genau diese Zielgruppe hat man in der alten Stadt Bath im Westen Englands gedacht, als man vor 20 Jahren einen ganz anderen Stadtrundgang ins Leben gerufen hat, den „Bizarre Bath Comedy Walk„.

Ausgedacht hat sich diese Tour der aus Bath stammende Comedian Noel Britten. Hier erfährt man relativ wenig über die Geschichte der Stadt; die Tour ist „hysterical rather than historical“ (so das Buch „Strangest Tours in Britain“). Man versammelt sich allabendlich um 20 Uhr vor dem Pub „Huntsman Inn“ in der North Parade Passage und dann gibt es für 90 Minuten Gelächter ohne Ende, während man langsam durch das abendliche Bath schlendert. £8.00 kostet die Teilnahme und die Resonanz derjenigen, die schon einmal an dem Comedy Walk teilgenommen haben, ist überwiegend positiv. Am besten, man sieht sich das einmal in einem Film an.

Bis zum 29. Oktober finden diese Rundgänge täglich statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich; man trifft sich einfach um 20 Uhr vor dem Pub und sobald mindestens 8 Teilnehmer da sind, geht es los.

Published in: on 4. Juli 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Battle Proms Concerts 2011 – Klassische Musik, Feuerwerk, Reiterspiele

Burghley House bei Stamford; hier beginnen die Battle Proms Concerts am 9. Juli. - © Copyright Christine Hasman and licensed for reuse under this Creative Commons Lice

Am 9. Juli ist es wieder soweit, dann beginnen die Battle Proms Concerts 2011, ein Riesenspektakel, so eine Art „Last Night of the Proms“ in einer viel größeren Dimension. Das Konzert mit klassischer Musik wird umrahmt von vielen Attraktionen, z.B. werden Spitfire-Flugzeuge zu sehen sein, es finden Reiterspiele statt mit Kavallerieattacken und Kanonendonner, ein napoleonisches Zeltlager ist aufgeschlagen und Buden und Stände bieten ihre Waren feil.
Natürlich spielt hier auch das Picknick eine große Rolle; Champagner wird geschlürft und die Picknickkörbe werden wieder einige besondere Leckereien enthalten. Fahnenschwenken und (patriotische) Gesänge sind fester Bestandteil der Battle Proms Concerts. Den Abschluss bildet wieder ein atemberaubendes Feuerwerk über den Parkanlagen der Stately Homes, in denen das alles stattfindet. Hier die Termine und die Schauplätze:

– 09. Juli Burghley House in Lincolnshire
– 16. Juli Blenheim Palace in Oxfordshire
– 23. Juli Hatfield House in Hertfordshire
– 30. Juli Highclere Castle in Berkshire
– 13. August Althorp Park in Northamptonshire
– 20. August Ragley Hall in Warwickshire

Hier ein Film über die Battle Prom Concerts.

Ragley Hall bei Alcester; hier enden die Konzerte am 20. August. - © Copyright David Fiddes and licensed for reuse under this Creative Commons Lic

Published in: on 3. Juli 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Hundehalsbandmuseum im Leeds Castle (Kent) – Das einzige seiner Art in England

Das Leeds Castle bei Maidstone in Kent sagt von sich selbst, es sei das schönste Schloss der Welt. Man kann es neben der Autobahn, der M20, liegen sehen, wenn man vom Kanaltunnel Richtung London fährt.
Im Gatehouse des Schlosses findet sich ein Museum, das einzigartig in ganz England ist: Das Dog Collar Museum beschäftigt sich mit dem Thema Hundehalsbänder.
Mrs Gertrude Hunt schenkte diese Sammlung dem Leeds Castle, in dem die Besitzer schon immer Hunde gehalten haben. Über 100 Halsbänder werden in Glasvitrinen zur Schau gestellt, die bis zu 500 Jahre alt sind (die Halsbänder, nicht die Vitrinen!); aber auch die aktuellste Mode ist vertreten.
Es finden sich hier u.a. furchterregende Stachelhalsbänder, deren Stacheln nach außen gehen; dadurch sollten die Hälse der Hunde früher vor Angriffen von Wölfen und Bären geschützt werden. Auch deutsche und österreichische Lederhalsbänder werden ausgestellt, die reich verziert sind.

Am besten wäre, man nimmt seinen Vierbeiner mit ins Museum und lässt ihn aussuchen, welches er am liebsten tragen würde (wahrscheinlich gar keins), aber: Nur Blindenhunde dürfen das Leeds Castle betreten, alle anderen Artgenossen dürfen nicht hinein und müssen vor den Toren warten.
Das Leeds Castle ist ganzjährig geöffnet.

The Dog Collar Museum
Leeds Castle
Maidstone
Kent
ME17 1PL

Published in: on 2. Juli 2011 at 04:00  Comments (1)  
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Kensington Palace Gardens in London – Großbritanniens exklusivste und teuerste Straße

Der Eingang zu Kensington Palace Gardens. - © Copyright Danny Robinson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Wenn man auf seinem Briefkopf die Adresse „Kensington Palace Gardens, London W8“ stehen hat, dann kann es wohnmäßig in Großbritannien kaum noch aufwärts gehen, denn diese ca 600m lange Straße ist weltweit eine der teuersten und exklusivsten. £19.2 Millionen soll hier der Durchschnittspreis für ein Haus liegen, kein Wunder, dass die Straße auch „Billionaire’s Row“ genannt wird.

Viele Botschaften sind in Kensington Palace Gardens angesiedelt  wie die von Kuweit, Saudi Arabien, Japan, Israel und Russland, um nur einige zu nennen. Aber auch Privatpersonen haben sich hier eingekauft. Der reichste Mann Großbritanniens, der indische Stahlmagnat Lakshmi Mittal, besitzt gleich drei Häuser in der Straße, die zusammen einen Wert von etwa £500 Millionen haben sollen.
Der russisch-amerikanische Geschäftsmann Leonard Blavatnik, auch er gehört zu den reichsten Menschen der Welt, wohnt in Nummer 15. Ein paar Häuser weiter residiert der Sultan von Brunei (Nummer 20). 

Eine Straße, in der sich so viele sensible Gebäude wie z.B. die israelische Botschaft befinden, wird natürlich auch besonders gut bewacht; so finden sich an beiden Enden der Kensington Palace Gardens bewaffnete Polizeiposten und Straßensperren mit dem Resultat, dass es hier sehr ruhig zugeht und nur wenig Verkehr herrscht.

Die russische Botschaft. - © Copyright Roger Templeman and licensed for reuse under this Creative Commons Licence