„SS Princess Alice“ – Ihr Untergang 1878 auf der Themse war das schwerste Unglück in Friedenszeiten in Großbritannien

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Der Untergang des Ausflugsschiffes auf der Wolga vor wenigen Tagen erinnert mich an ein noch größeres Schiffsunglück, das sich am Abend des 3. September 1878 auf der Themse ereignete. Der Raddampfer „SS Princess Alice“ kam von einem Tagesausflug von den Rosherville Pleasure Gardens in Gravesend zurück, als er mit dem Kohlenfrachter „SS Bywell Castle“ kollidierte. Beide Schiffe verunsicherten sich gegenseitig durch unklare Ausweichmanöver, so dass der Frachter den Ausflugsdampfer mittschiffs rammte, der daraufhin auseinanderbrach und innerhalb von vier Minuten sank.
Bei der Katastrophe  wurden die etwa 700 Menschen, die sich an Bord der „SS Princess Alice“ befanden, in die Themse geworfen und lediglich 100 wurden gerettet. Über die Zahl der Geretteten und Ertrunkenen existieren unterschiedliche Zahlen, so dass die hier genannten nur Anhaltswerte sind. Viele Menschen starben, weil sie das total kontaminierte Themsewasser tranken, denn damals leitete man das ungeklärte Abwasser noch direkt in den Fluss ein.

Die Katastrophe war, und ist bis heute,  die verlustreichste in der britischen Geschichte in Friedenszeiten.
Als Konsequenz wurden umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen auf der Themse ergriffen, u.a. eine eindeutige Reglung der Verkehrslenkung, ein Limit für die Zahl der Passagiere, die die Schiffe mitnehmen durften, und die Regelung, dass für jeden Passagier ein Rettungsring an Bord sein musste.

Auch was die Einleitung der Abwässer in die Themse betraf, unternahm man nach dem Unglück  große Anstrengungen, indem Aufbereitungsanlagen gebaut wurden, mit dem Resultat, dass einer der schmutzigsten Ströme Europas zu einem der saubersten der Welt geworden ist. So hat der Untergang der „SS Princess Alice“ wenigstens in dieser Hinsicht etwas erreicht.

North Woolwich Pier, hier wollte die "SS Princess Alice" anlegen© Copyright Christine Johnstone and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

 

 

 

Published in: on 16. Juli 2011 at 04:00  Comments (3)  
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