Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Ewelme (Oxfordshire)

St Mary the Virgin in Ewelme. – Eigenes Foto

Auf meiner Tour zu den Schauplätzen der TV-Krimiserie „Inspector Barnaby“ kam ich kürzlich auch nach Ewelme im Süden von Oxfordshire, ganz in der Nähe von Wallingford (dem „Causton“ in der Serie). Das ist wieder eines jener hübschen Dörfer, die der Location Manager von „Midsomer Murders“ als Einsatzort für Inspector Barnaby ausfindig gemacht hat.

An einem Samstagnachmittag besuchten wir die Kirche St Mary the Virgin, die etwas oberhalb des Dorfes liegt. Die Kirche und der zweigeteilte Kirchhof waren menschenleer, so dass dort eine ganz besondere Stimmung herrschte.

Der berühmteste „Bewohner“ des Friedhofs von St Mary ist Jerome K. Jerome, Autor des wohl bekanntesten Themse-Romans „Three Men in a Boat“ (dt. „Drei Mann in einem Boot“), der hier 1927 beigesetzt wurde. Seine Frau Ettie, seine Schwester Blandina und seine Stieftochter Elsie sind hier neben ihm begraben worden.

Neben der Kirche liegen die „Almshouses„, die Armenhäuser aus dem 15. Jahrhundert, die heute noch bewohnt sind und vom Ewelme Trust unterhalten werden.

Kirche, Kirchhof und Armenhäuser bilden den Hintergrund der „Inspector Barnaby“-Folge 13 „Beyond the Grave“ (dt. „Der Fluch von Aspern Tallow“). Der Film beginnt mit einem Kameraschwenk vom Rabbits Hills, von wo Alan Bradford eine Gruppe von Besuchern zu den Armenhäusern hinunterführt.

In zwei weiteren Episoden ist Ewelme zu sehen: In Folge 68 „The Black Book“ (dt. „Morden ist auch eine Kunst“) und in Folge 69 „Secrets and Spies“ (dt. „Sportler und Spione“).

Mein Tipp: Wer sich die Gegend um Wallingford einmal näher ansehen möchte, was sich wirklich lohnt, der ist im „The Springs Hotel“ bei North Stoke bestens aufgehoben. Ich habe hier mehrfach gewohnt und kann es nachdrücklich empfehlen (s. dazu auch meinen Blogeintrag).

Der Arbeitsplatz der Bellringer von St Mary the Virgin. – Eigenes Foto

Hier ruht der berühmteste „Bewohner“ des Kirchhofs von Ewelme. – Eigenes Foto

Crap Towns – Großbritanniens Städte mit der geringsten Lebensqualität

Crap Town No.1: Hull. Ist die Stadt wirklich so hässlich wie auf diesem Bild? – © Copyright David Wright and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Es ist schon ein paar Jahre her, genau gesagt 2003, dass das jährlich erscheinende Magazin „The Idler“ eine „Hitparade“ der 50 britischen Städte mit der geringsten Lebensqualität aufgestellt hat. Es handelt sich hier um keine wissenschaftliche Studie, sondern um persönliche Meinungen der Leser des Magazins bzw. der Webseite des „Idlers“.  Sam Jordison und Dan Kieran haben daraus auch ein Buch gemacht mit dem Titel „The Idler Book of Crap Towns: The 50 Worst Places To Live In The UK“ (London: Boxtree 2003, ISBN 0-7522-1582-5).

Nun sind inzwischen acht Jahre nach Erscheinen des Buches vergangen und es hat sich das eine oder andere in den gelisteten Städten verändert, einiges zum Positiven, einiges aber auch zum Negativen.

Wie auch immer: Hier sind die Top Ten der britischen Crap Towns:

Platz 1: Kingston-upon- Hull oder kurz Hull In Yorkshire

Platz 2: Cumbernauld in North Lanarkshire in Schottland

Platz 3: Morecambe in Lancashire

Platz 4: Hythe in in Kent

Platz 5: Winchester in Hampshire

Platz 6: Liverpool in Merseyside

Platz 7: St Andrews in Fife in Schottland

Platz 8: Bexhill-on-Sea in East Sussex

Platz 9: Basingstoke in Hampshire

Platz 10: Hackney in London

Erstaunlicherweise rangiert die Stadt Slough in Berkshire, die in England als Musterbeispiel für eine hässliche Stadt gilt, erst auf Rang 42.

Einiges deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen (z.B. Yate in Gloucestershire oder Didcot in Oxfordshire), anderes aber nicht, so würde ich die Städte Oxford (Platz 31), Aldeburgh in Suffolk (Platz 23) oder Brighton in East Sussex (Platz 22) deutlich besser bewerten.

Englische Städte haben das große Problem, immer gesichtsloser und gleichförmiger zu werden, nicht zuletzt, weil sich familiengeführte Geschäfte nicht mehr halten können und schließen müssen. Die Supermarkt-Ketten vor den Toren der Städte oder größeren Dörfer sind der Tod zahlloser kleiner „Family butchers“ oder „Greengrocers“; eine Entwicklung, die wohl kaum aufzuhalten sein wird.

Ebenso besorgniserregend ist das Pubsterben. Etwa 39 Pubs schließen jede Woche. Wenn es so weiter geht, wären laut „Welt Online“ im Jahr 2037 sämtliche Pubs im Lande verschwunden. Gründe sind u.a. die momentane wirtschaftliche Lage, die gestiegenen Bierpreise, die billigeren, von den Supermärkten angebotenen Flaschenbiere, und das Rauchverbot in den Pubs.

Ich hoffe, dass diese Entwicklung doch noch gestoppt werden kann. Ein Englandbesuch, ohne einen schönen urigen Country-Pub aufzusuchen? Für mich kaum vorstellbar.

Craptown No.2: Cumbernauld. – © Copyright Robert Murray and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Foto meines Exemplars.

Foto meines Exemplars.

 

Published in: on 30. August 2011 at 04:00  Comments (3)  

Cookham (Berkshire) – Hier lebte der Maler Sir Stanley Spencer

Die Stanley Spencer Gallery.
Eigenes Foto.

Auf dem Weg zum Cliveden Hotel, wo ich übernachten wollte (s. dazu auch meinen Blogeintrag), kam ich durch das hübsche Dorf Cookham in Berkshire (das zu den wohlhabendsten Englands zählt), das vor allem durch zwei Männer bekannt geworden ist. Kenneth Grahame schrieb hier den Kinderbuch-Klassiker „The Wind in the Willows“ (dt. „Der Wind in den Weiden“) und der Maler Sir Stanley Spencer verbrachte in Cookham einen großen Teil seines Lebens.

Spencer wurde 1891 in diesem Ort in Berkshire geboren, und er starb 1959 ganz in der Nähe im Canadian War Memorial Hospital, das auf dem Gelände des heutigen Cliveden Hotels lag und 2006 abgerissen wurde.

Für Sir Stanley spielten sowohl Cookham als auch die hier vorbeifließende Themse eine große Rolle in seinem künstlerischen Schaffen; so tauchen immer wieder Szenen aus dem Dorfleben in seinen Bildern auf. Auch in seinen religiös geprägten Werken verwendet er Motive aus Cookham, so z.B. in „The Resurrection, Cookham„, das in der Londoner Tate Gallery hängt. Hier wird der Kirchhof zum Ort der Auferstehung der dort Begrabenen. Spencer selbst ist auf dem Bild zusehen, er lehnt sich nackt gegen einen Grabstein. Auch seine Verlobte Hilda ist auf dem Bild verewigt: Sie liegt schlafend auf einem Bett aus Efeu.

Wer sich für das Werk der Malers interessiert, der sollte sich die Stanley Spencer Gallery in Cookham ansehen, die vor einigen Jahren komplett renoviert und 2007 neu eröffnet wurde. Hier ist ein Film über die Galerie.

Das Grab Spencers ist auf dem Holy Trinity Churchyard in Cookham zu finden.

Die Holy Trinity Church. Hier liegt Sir Stanley Spencer begraben.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Die Themse in Cookham.
Eigenes Foto.

Published in: on 29. August 2011 at 04:00  Comments (1)  
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Die Caen Hill Locks bei Devizes in Wiltshire – Hier fühlen sich Schleusen-Fans wohl

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Als wir einmal mit einem Hausboot den River Avon von Evesham nach Stratford befuhren, hatten wir es mit über einem halben Dutzend Schleusen zu tun, was das Vorwärtskommen immer wieder „entschleunigte“. Wer aber einmal den Kennett & Avon-Kanal bei Devizes in Wiltshire entlangfahren möchte, der kann sich auf 29 Schleusen freuen, die alle ganz dicht hintereinander gebaut wurden, damit man mit seinem Boot den Caen Hill hinauf- bzw. hinunterschippern kann. Auf diese Weise werden 72 Höhenmeter auf rund 3 Kilometern überwunden.

5 bis Stunden sollte man etwa rechnen, bis man die Schleusentreppe bewältigt hat. Man kann sich vorstellen, dass große Wassermengen benötigt werden, um das Schleusensystem in Betrieb zu halten und so wurde eine große Pumpe installiert, die in der Lage ist, täglich 32 Millionen Liter Wasser zurück auf den Caen Hill zu transportieren.
Bis zum Jahr 1948 wurden die Schleusen auch kommerziell genutzt; danach sind überwiegend „pleasure boats“ auf dem Kanal unterwegs.
Ich hätte zwar keine Lust, die Caen Hill Locks zu befahren, aber ich finde, sie sind ein sehr schöner Anblick.

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Published in: on 28. August 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Robinsons Family Brewers in Stockport bei Manchester – Hier wird das beste Ale der Welt hergestellt

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Bei der Vergabe der World Beer Awards schnitt die Brauerei Robinsons Family Brewers ganz besonders gut ab. Ihr „Old Tom“ wurde als bestes Ale der Welt ausgezeichnet; außerdem siegte die Brauerei in den Kategorien „World’s Best Dark Ale“ und „The World’s Best Strong Ale“.
Das „Old Tom“ gibt es als „Chocolate  Strong Ale„, als “ Ginger Strong Ale“ und als “ Original„. Ich habe eben gerade ein Flasche „Ginger Strong Ale“ geleert und der Geschmack dieses Bieres ist schon etwas Besonderes. Es ist eine Kombination des preisgekrönten „Old Tom“-Bieres und des „Fentimans Ginger Beer„, das auf einem alten Rezept aus dem Jahr 1900 beruht. Es schmeckt sehr nach Ingwer und man hat hinterher einen angenehm pfeffrigen Geschmack im Mund. Das ist kein Bier, das ich täglich trinken möchte, aber es schmeckte mir gut.

Robinsons Unicorn-Brauerei ist in Stockport im Großraum Manchester ansässig und stellt hier seit den 1860er Jahren Bier her. Mittlerweile wird das Unternehmen von der fünften und sechsten Generation geführt und das mit Erfolg. Zurzeit werden gerade ein neues Brauhaus und ein neues Besucherzentrum gebaut, so dass Führungen bis auf weiteres nicht möglich sind.

Außer den „Old Tom“-Bieren stellt Robinsons noch weitere her, z.B. das „Unicorn Best Bitter„, das „Double Hop Premium Ale“ und das leichte „Old Stockport„. Diese Biere gibt es auch alle vom Fass.

Mein eben getrunkenes „Old Tom Ginger“. Eigenes Foto

Published in: on 27. August 2011 at 04:00  Comments (1)  
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Well Dressing = Brunnenschmücken – Eine alte Tradition, die vorwiegend in Derbyshire zu finden ist

Well Dressing in Tissington-   © Copyright Mick Lobb and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Well Dressing in Tissington.
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Wenn man in den Monaten Mai bis September durch Derbyshire fährt, findet man in zahlreichen Dörfern blumengeschmückte Gebilde, die sich bei näherem Hinsehen als Brunnen herausstellen. Dieser alte Brauch des „Well Dressings“ oder Brunnenschmückens geht weit in die Vergangenheit zurück und kann möglicherweise mit dem „Black Death“ zusammenhängen, jener großen Pestepedemie im 14. Jahrhundert, der unendlich viele Menschen zum Opfer fielen. Aus Dankbarkeit, dass bestimmte Brunnen reines unverseuchtes Wasser lieferten, sollen diese mit Blumen geschmückt worden sein.

Der schöne Brauch war bis die 1920 und 1930er Jahre so gut wie verschwunden, bis er wieder ins Leben gerufen wurde. Das Bilderbuchdorf Tissington in Derbyshire soll die Tradition des Well Dressings am längsten pflegen und auch heute noch besuchen tausende von Menschen die sechs Brunnen des Ortes in der Woche um Christi Himmelfahrt, die dann besonders schön herausgeputzt werden.

Wie das Well Dressing vor sich geht, hat der „Tagesspiegel“ in seiner Ausgabe vom 14.06.2008 sehr gut beschrieben:

„Die aufwendigen Pflanzgebilde werden mit Hilfe von Lehm und Ton, die als Bindemittel eingesetzt werden, auf große hölzerne Rahmen aufgezogen. Die Mosaike bestehen aus natürlichen Materialien wie Blumen, Blütenblättern, Gräsern, Moosen, Baumrinde, aber auch aus Pflanzensamen, Beeren und Bohnen. In stundenlanger, oft tagelanger Kleinarbeit werden die jährlich wechselnden Motive von einer Schar an Helfern liebevoll arrangiert. Rund 40 Hände sind notwendig, um binnen einer Woche ein circa zwei Meter mal 2,5 Meter großes Brunnenbild zu erstellen. So arbeitsintensiv das Erstellen der filigranen Kunstwerke ist, so kurz ist deren Haltbarkeit. Denn zumeist schon nach wenigen Tagen verwelken die Blumengebilde oder zerbröseln die Bilder, die zuvor in einer feierlichen Zeremonie gesegnet werden“.

Mittlerweile ist das Well Dressing auch in zahlreichen anderen englischen Grafschaften zu finden.
Hier ist ein Film über das Brunnenschmücken zu sehen.

Well Dressing in Taddington.   © Copyright Ron Perry and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Well Dressing in Taddington (Derbyshire).
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Published in: on 24. August 2011 at 04:00  Comments (1)  
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22. August 1961- Heute vor 50 Jahren ereignete sich der „A6-Mord“ bei Clophill (Bedfordshire)

Die A6 am Deadman's Hill. Hier ereignete sich der Mord am 22.08.1961.   © Copyright Rodney Burton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die A6 am Deadman’s Hill. Hier ereignete sich der Mord am 22.08.1961.
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In den Abendstunden des 22. Augusts 1961 trafen sich der verheiratete Michael Gregsten und seine Geliebte Valerie Storie wieder einmal zu einem Schäferstündchen in Gregstens Auto an einem Kornfeld bei Dorney in Buckinghamshire. Plötzlich erschien ein bewaffneter Mann neben ihnen, der sie in ihrem eigenen Auto kidnappte. Am Deadman’s Hill an der A6, nahe des Ortes Clophill in Bedfordshire, musste Gregsten anhalten und wurde im Auto von dem Kidnapper mit zwei Kopfschüssen getötet. Valerie Storie wurde vergewaltigt und gezwungen, auszusteigen, woraufhin der Killer fünf  Schüsse auf sie abfeuerte. Storie überlebte schwer verletzt und war für den Rest ihres Lebens von der Hüfte abwärts gelähmt.

Am 9. Oktober nahm die Polizei in Blackpool einen Kleinkriminellen namens James Hanratty fest,  den Valerie Storie als den Mörder ihres Freundes identifizierte. Während des ganzen Gerichtsverfahrens beteuerte Hanratty seine Unschuld, wurde von den Geschworenen aber für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Am 4. April 1962 hängte man James Hanratty im Bedford Prison auf; er war einer der letzten in England, an dem die Todesstrafe vollstreckt wurde.

Schon während der polizeilichen Untersuchung kamen Zweifel an der Schuld Hanrattys auf. Ein gewisser Peter L. Alphon sagte, dass er den Mord begangen habe, zog dann diese Äußerung wieder zurück und blieb auch weiterhin eine mysteriöse Figur in dem Fall.

Im Laufe der Jahre wurde der Fall Hanratty auf Drängen seiner Familie noch mehrmals neu aufgerollt, aber die Polizei kam zu keinen anderen Ergebnissen. 2001 wurde seine Leiche exhumiert, um eine DNA-Probe zu entnehmen. Aber auch die DNA erwies sich als übereinstimmend mit den Spuren, die am Tatort gefunden wurden. Einige Zweifler hielten es für möglich, dass die DNA kontaminiert worden ist und waren nach wie vor von Hanrattys Unschuld überzeugt.

Mehrere Bücher wurden über den „A6 Murder“ geschrieben. War James Hanratty wirklich derjenige, der an dem verhängnisvollen Abend an der A6 in Bedfordshire die tödlichen Schüsse auf Michael Gregsten abgab oder wurde hier tatsächlich ein unschuldiger Mensch hingerichtet?

Hier sind Original-Filmaufnahmen aus den 1960er Jahren zu sehen.

Nachtrag: Valerie Storie starb am 26. März 2016 in Slough (Berkshire).

Published in: on 22. August 2011 at 08:44  Comments (1)  
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Raymond Blancs Le Manoir aux Quat‘ Saisons in Great Milton (Oxfordshire) – Eines der besten englischen Hotels und Restaurants

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

An der A329 einige Kilometer südöstlich von Oxford in Great Milton liegt eines der renommiertesten Hotels und Restaurants Englands: Le Manoir aux Quat‘ Saisons, das 1984 von Raymond Blanc erworben wurde. Der französische Küchenchef aus Besancon hat sich mit seinem Hotelrestaurant zwei Michelinsterne erkocht, und die hält er  schon 27 Jahre lang, womit es seit langem zu den besten der Insel gehört.

Das idyllisch gelegene Haus verfügt über einen großen Gemüse- und Kräutergarten, dessen Produkte in der Küche verwendet werden. Wer mehr über Raymond Blancs Kochkunst wissen möchte, kann einen Kurs in seiner Kochschule belegen, die jetzt schon seit 20 Jahren besteht. Übrigens gibt es auch spezielle Kochkurse für Kinder.
Das Restaurant bietet Menus an und man kann à la Carte speisen, wobei der Preis für das Menu Degustation bei ca 150 Euro liegt.

Für viele andere Starköche ist auch Raymond Blanc sehr umtriebig. Er ist häufig im Fernsehen in Kochshows zu sehen und hat eine Kette von Restaurants  in England unter dem Namen „Brasserie Blanc“ gegründet, die unter anderem in London, Leeds, Winchester und Portsmouth zu finden sind.

Blanc ist Autor mehrerer Bücher, die es auch auf die Bestsellerlisten schafften, zuletzt „Kitchen Secrets“ (London: Bloomsbury, 978-1408816875), das auf einer Fernsehserie beruht. Hier ist eine Folge zu sehen.

In dem wunderschönen Manoir, das zu den Orient-Express-Hotels gehört, sind natürlich auch die Zimmer und Suiten erstklassig. Unter 500 Euro ist hier allerdings kein Zimmer zu bekommen und für eine Suite muss man schon als Minimum 1000 Euros rechnen.

Ein Aufenthalt im Manoir aux Quat‘ Saisons im Süden Oxfordshires ist schon etwas Besonderes, an den man sich noch lange erinnern wird.

Hier sind einige filmische Eindrücke über das Haus und den Garten und die Zimmer

Le Manoir aux Quat‘ Saisons
Church Road
Great Milton
Oxford
OX44 7PD
Tel. 01844 278881

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

 

 

Wer war eigentlich…Aston Martin?

Gedenktafel am Aston Hill, wo die Sportwagenlegende Aston Martin ihren Ursprung hat. - © Copyright Chris Reynolds and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Aston Martin ist  ein britischer Sportwagenhersteller, dessen Fahrzeuge heute einen Vergleich mit italienischen Produkten nicht zu scheuen brauchen.

Die Firma hat ihr Hauptquartier in Warwickshire und zwar in dem kleinen „Autodorf“  Gaydon bei Leamington Spa. „Autodorf“, weil neben der Firma Aston Martin das Jaguar Land Rover Gaydon Centre liegt, das Entwicklungszentrum der Autoproduzenten Jaguar und Land Rover. Außerdem gibt es hier das Heritage Motor Centre, ein Automuseum.

Der Name „Aston Martin“ wurde aus einem Personen- und einem Ortsnamen zusammengesetzt. Lionel Martin (1878-1945) war zusammen mit Robert Bamford der Firmengründer im Jahr 1913. Aus Bamford & Martin wurde aber bald „Aston Martin“, wobei das „Aston“ von Aston Hill bei Aston Clinton in Buckinghamshire kommt, eine Bergrennstrecke, die Lionel Martin seinerzeit befuhr. Lionel Martin über die Entstehung des Namens:
„Wir hatten alle Blumen, wilden Tiere, Vögel und Fische, die wir kannten, durch, und dachten über Ortsnamen nach. Da mein Singer kürzlich beim Bergrennen von Aston Clinton ein paar Punkte geholt hatte, entschieden wir begeistert, den ersten Teil dieses Namens zu verwenden und meinen bescheidenen Familiennamen dranzuhängen“ (Wikipedia).

Robert Bamford hatte im Laufe der Zeit das Interesse an der Firma verloren und das Unternehmen verlassen. Lionel Martin tat sich daraufhin mit dem Rennfahrer Graf Lou Zborowski zusammen, doch nachdem dieser bei einem Rennen 1924 in Monza tödlich verunglückte, geriet Martin in finanzielle Schwierigkeiten, und auch er zog sich aus der Firma zurück.

Am 14. Oktober 1945 starb Lionel Martin bei einem Verkehrsunfall im Londoner Stadtteil Kingston. Er war auf einem Fahrrad unterwegs; Fahrräder waren nach dem Bau von Sportwagen seine zweite Leidenschaft geworden.

Hier ist ein Film über den Aston Martin Owners Club Deutschland.

Gaydon in Warwickshire - Hauptquartier der Firma Aston Martin heute, - © Copyright David Stowell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 20. August 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Fawlty Towers – Das Schicksal des berühmt-berüchtigten TV-Hotels

12 Episoden wurden in den 1970er Jahren von der TV-Comedyserie „Fawlty Towers“ gedreht, die unter dem Titel „Fawltys Hotel“ auch im deutschen Fernsehen gezeigt wurde. In den Hauptrollen: John Cleese als chaotischer Hotelier Basil Fawlty, Prunella Scales als seine dominante Frau Sybil, Connie Booth als Polly, das Mädchen für alles, und Andrew Sachs als Manuel, der tolpatschige spanische Kellner.

Das Hotel Fawlty Towers steht in der Fernsehserie in Torquay; das Gebäude, das als Hotel diente, war in Wirklichkeit der Wooburn Green Country Club und stand in der Ortschaft Bourne End in Buckinghamshire, das ist nur einige Kilometer von Marlow entfernt. Ich fuhr kürzlich einmal durch Bourne End auf dem Weg nach Little Milton und von dem Haus, in dem Basil Fawlty sein Hotel betrieb, ist in Bourne End nichts mehr zu sehen.

Nach dem Ende der Dreharbeiten wurde das Haus verkauft und es diente eine Zeit lang als Restaurant, dann war darin ein Nachtclub untergebracht, der passenderweise „Basil’s“ hieß. Im März 1991 schließlich brannte das Gebäude ab und was noch davon übriggeblieben war, wurde abgerissen. Ursprünglich sollte ein Hotel an der gleichen Stelle gebaut werden, aber man entschied sich anders. Die Eigentümer des Grundstücks bauten darauf stattdessen acht Wohnhäuser.

Die Idee zu der Fernsehserie hatten John Cleese und Connie „Polly“  Booth, die damals verheiratet waren. Beide wohnten 1972 einmal in dem Hotel „Gleneagles“ in Torquay (Devon), dessen Besitzer, ein gewisser Donald Sinclair, durch sein exzentrisches Verhalten den beiden in Erinnerung geblieben war. Auch ein spanischer Kellner soll dort beim Aufenthalt von John Cleese und seiner Frau gearbeitet haben (s. hierzu meinen Blogeintrag zu „Manuel“).

„Fawlty Towers“ war eine der erfolgreichsten Comedyserien der BBC, die auch heute immer noch einmal im Fernsehen wiederholt wird.

Hier ist ein Film über die traurigen Reste des Hauses, nachdem es den Flammen zum Opfer gefallen war.

Die Themse bei Bourne End in Buckinghamshire. Hier stand nicht weit entfernt das Fawlty Towers Hotel. - © Copyright Andrew Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Gleneagles Hotel in Torquay heute, Vorbild für das Fawlty Towers Hotel. - © Copyright Roger Cornfoot and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Published in: on 19. August 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Chequers (Buckinghamshire) – Landsitz englischer Premierminister seit 1921

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Wenn es David Cameron in London einmal wieder zu laut und zu trubelig ist, zieht er sich am Wochenende, so wie schon seine Vorgänger, gern auf seinen offiziellen Landsitz nach Chequers zurück. Allzuweit braucht er nicht zu fahren, denn Chequers liegt nahe des Dorfes Ellesborough in Buckinghamshire zwischen High Wycombe und Aylesbury.

Das Landhaus kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, die man kurz zusammengefasst in der Wikipedia nachlesen kann. 1921 wurde Chequers von den damaligen Besitzern Arthur and Ruth Lee, bzw. Lord and Lady Lee of Fareham, verlassen und der englische Premierminister durfte das attraktive Haus auf Grund des Chequers Estate Acts von 1917 beziehen.

Es dürfte wohl kaum ein weiteres Landhaus geben, das so viele hochrangige Politiker aus aller Welt in seinen Mauern empfangen hat, denn Chequers dient nicht nur als „Rückzugsgebiet“ der jeweiligen Premierminister, sondern ist auch ein Ort, in dem man sich in privater Atmosphäre mit seinen Staatsgästen unterhalten kann.
Helmut Schmidt pflanzte in Chequers als Gast von Margaret Thatcher einen Kastanienbaum und Willy Brandt schlief  einmal nach einem ausgiebigen Abendessen und dem einen oder anderen Drink, vor dem Kamin in der Long Gallery ein. Für Russlands Präsidenten Boris Jelzin, der im Haus übernachtete, musste eines der Himmelbetten extra verlängert werden, und bei den Besuchen der amerikanischen Präsidenten wimmelte es in Chequers nur so von Sicherheitsbeamten. Als Präsident Richard Nixon hier zu Besuch war, trauten diese der Wasserversorgung des Hauses nicht und brachten massenweise Wasserflaschen mit, die dann nach der Abreise Nixons noch ewig in Chequers herumstanden.

Wenn die Premierminister mit ihren Familien sonntags das Bedürfnis haben, einen Gottesdienst aufzusuchen, so gehen sie meist in Ellesboroughs Peter and Paul Church. Tony Blair hingegen ging mit Frau und Kindern in die römisch-katholische Kirche nach Great Missenden.

Wer sich intensiver mit der Geschichte von Chequers beschäftigen möchte, dem kann ich Norma Majors ausgezeichnetes Buch „Chequers: The Prime Minister’s Country House and its History“ (London: HarperCollins 1996) empfehlen; ein großformatiges „Coffee Table Book“  aus der Feder der Gattin des ehemaligen Premierministers John Major. Leider ist das Buch vergriffen und ich bin froh, ein Exemplar zu besitzen.

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

 

Published in: on 17. August 2011 at 04:00  Comments (2)  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Hambleden (Buckinghamshire)

Eigenes Foto

5 Km von Henley-on-Thames entfernt, liegt das hübsche Dorf Hambleden in Buckinghamshire, das ich auf meiner Tour durch die Schauplätze der TV-Serie „Midsomer Murders“ („Inspector Barnaby“) auch aufsuchte.

Die Bewohner von Hambleden sind schon seit vielen Jahren daran gewöhnt, dass immer wieder Filmteams im Ort sind, denn das Dorf bildet eine ideale Kulisse für alle möglichen Arten von Spielfilmen, so wurden hier Szenen für „101 Dalmatians“ („Hundertundein Dalmatiner“), „Sleepy Hollow“ (dt. „Sleepy Hollow“), „Dance With a Stranger“ (dt. „Dance with a Stranger“) und Aufnahmen für die TV-Serien „Rosemary & Thyme“, „Poirot“ und „The New Avengers“ gedreht.

Auf einem Parkplatz direkt  am Ortsrand kann man sein Auto abstellen und man ist mit wenigen Schritten am Dorfpub „The Stag & Huntsman“ und an der Kirche St. Mary’s.
Als wir in der Kirche waren, spielte gerade die Organistin, was sehr eindrucksvoll war. Die Kirche und die direkte Umgebung stehen im Mittelpunkt von „Inspector Barnabys“ Folge 9 „Blood will out“ (dt. „Mord auf der Durchreise“), in der Fahrensleute in Martyr Warren (=Hambleden) ihr Lager aufschlagen. Gedreht wurde neben der Kirche auf einem großen Feld. Barnaby und Sergeant Troy klettern in dieser Folge auch auf den Kirchturm von St. Mary’s.

Der Pub „The Stag & Huntsman“ ist in der Krimiserie mehrfach zu sehen: In „Who killed Cock Robin?“ (dt. „Leichen leben länger), „Down among the dead men“ (dt. „Die Spur führt ins Meer“) und in „The glitch“ (dt. „Sag ja und stirb!“).
Außerhalb des Dorfes liegt Hambledon Mill and Lock an der Themse, Schauplatz von „The animal within“ (dt. „Das Tier in dir“)  und „Strangler’s wood“ (dt. „Der Würger von Raven’s Wood“).

Wer auch einmal eine Rundreise zu den vielen Schauplätzen der TV-Serie machen möchte, sollte Hambleden auf jeden Fall einen Besuch abstatten.

The Stag & Huntsman. – Eigenes Foto

St. Mary’s in Hambleden. – Eigenes Foto

Coast Awards 2011 – Das Beste, was die englischen Küsten und Strände zu bieten haben

St. Ives (Cornwall). "Best Seaside Holiday Destination 2011". - © Copyright Graham Horn and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In jedem Jahr werden von der Zeitschrift Coast“ die Coast Awards vergeben, wobei u.a. die besten Strände oder die besten Strandhotels ausgezeichnet werden. Hier ist ein kleiner Überblick über die diesjährigen Preisträger:

In der Kategorie „Best seaside holiday destination“ gewann zum zweiten Mal hintereinander die Stadt St. Ives in Cornwall. Der Küstenort ist vor allem durch sein reges Künstlerleben und sein mediterranes Licht berühmt geworden. Die malerische Lage und das breite Angebot an „nourishment for mind, body and spirit“ haben dazu beigetragen, dass St. Ives ausgezeichnet wurde.

Das „Best Seaside Restaurant“ ist in diesem Jahr Fifteen Cornwall“ in Watergate Bay, ebenfalls in Cornwall. Das vor 5 Jahren von Jamie Oliver eröffnete Restaurant verwendet in der Küche weitgehend Produkte aus dem nächsten Umland und ist Teil eines sozialen Projekts, mit dem man jungen Menschen eine (zweite) Chance geben will, eine Ausbildung als Koch abzuschließen. Die beiden Schwester-Restaurants sind in London und Amsterdam.

Zum dritten Mal hintereinander hat Holkham in Norfolk die Auszeichnung „Best British Beach“ erhalten. Ein sauberer, sechs Kilometer langer Strand und die grasbewachsene Dünen zählen zum besten, was Großbritanniens Küsten zu bieten haben.

Best-Loved Pier“ wurde in diesem Jahr der Cromer Pier in Norfolk, der im Jahr 1902 erbaut wurde und sich auch heute noch sehr großer Beliebtheit erfreut. Im Pavilion Theatre an der Spitze der Seebrücke finden die populären Seaside Special Shows statt.

Dan Thompson von der Revolutionary Art Group erhielt den Coast Award 2011 in der Kategorie „Unsung Coastal Hero„. Mit seinem „Empty Shops Network„, das er in seiner Heimatstadt Worthing (West Sussex) ins Leben rief und das sich mittlerweile auch in anderen englischen Städten etabliert hat, nutzt Thompson leerstehende Läden, in denen vorübergehend künstlerische Aktivitäten jeglicher Art stattfinden. Da in England ca 15% aller Läden leer stehen, gibt es da ein reiches Betätigungsfeld.

Gewinner in der Kategorie „Best Green Marine Campaign“ schließlich ist „Beachwatch„, eine Initiative der Marine Conservation Society, die sich der  Pflege und Sauberkeit der britischen Strände verschrieben hat.

Insgesamt werden jährlich 11 Auszeichnungen bei den Coast Awards vergeben.

Cromer Pier. "Best-loved Pier 2011". - © Copyright Christine Matthews and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Published in: on 15. August 2011 at 04:00  Comments (1)  
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The Moody Blues: Nights in White Satin – Einer der Klassiker der 60er Jahre

1964 schlossen sich in Birmingham Denny Laine, Ray Thomas, Clint Warwick, Mike Pinder und Graeme Edge zu einer Formation zusammen, die sie The Moody Blues nannten; später kamen noch Justin Hayward und John Lodge dazu.

Unvergesslich bis in die heutige Zeit blieben sie mit ihrem wohl besten Song „Nights in White Satin„, der erstmals 1967 auf ihrem Album „Days of Future Past“ erschien und als Single augekoppelt wurde. Geschrieben hatte es Bandmitglied Justin Hayward und die Albumversion war über sieben Minuten lang. Die Singles wurden in zwei Versionen auf den Markt gebracht und deutlich gekürzt.

Hayward schrieb diesen Klassiker der 1960er Jahre im Alter von 19 Jahren, nachdem ihm jemand Satin-Bettwäsche geschenkt hatte. Den orchestralen Anfang des Songs spielte das London Festival Orchestra, das „Hausorchester“ des Labels Decca Records.

„Nights in White Satin“ schaffte es 1967 nur auf Platz 19 der britischen Charts; erst 1972 gelangte eine Wiederveröffentlichung der Single bis auf Platz 1 der kanadischen und der US-Charts.

Es gab unendlich viele Coverversionen des Songs, u.a. von Sandra (1995), Elkie Brooks (1982), Il Divo (2006) und Tina Arena (2008), um nur einige Beispiele zu nennen.

Hier ist „Nights in White Satin“, ein Musterbeispiel für Symphonic Rock aus den 1960er Jahren, zu hören.

Published in: on 14. August 2011 at 04:00  Comments (1)  
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Meine Lieblings-Pubs: The Nags Head in Great Missenden (Buckinghamshire) – Beliebt bei hochrangigen Staatsmännern auf der Durchreise

Eigenes Foto

Mitten in den Chiltern Hills gelegen, war „The Nags Head“ früher einmal eine Station für Kutschen auf dem Weg nach London. Die Gebäude stammen aus dem 15. Jahrhundert und liegen außerhalb der Ortschaft Great Missenden an der London Road.
Wir aßen kürzlich dort zu Mittag und stellten fest, dass die Küche des Pubs auf hohem Niveau angesiedelt ist, dank Claude Paillet, dem Chefkoch des Hauses. „The Nags Head“ hat einen eigenen, relativ kleinen Restaurantteil und wer möchte, kann sein Pint oder sein Mittagessen auch draussen im Pubgarten zu sich nehmen. Obwohl in unserem aktuellen Pubführer steht, dass eine Tischreservierung erforderlich ist, bekamen wir an diesem sonnigen Sonntagmittag problemlos ohne Reservierung einen Tisch.

Im Restaurant hängen Bilder des 1990 in Great Missenden verstorbenen Schriftstellers Roald Dahl, der Stammgast im „Nags Head“ war (das Roald Dahl-Museum befindet sich ebenfalls im Ort; s. dazu auch meinen Blogeintrag).

Der Country Inn hat aber noch sehr viel mehr Berühmtheiten in seinen Räumlichkeiten begrüßen können. Wenn Englands Premierminister ihre Staatsgäste mit auf ihren Landsitz Chequer’s nehmen, machen sie häufig hier Station, so dass es wohl nicht allzu viele Pubs in England gibt, die sich mit so hochrangigen Gästen brüsten können.

Um noch einmal auf Roald Dahl zurückzukommen. Sein Kinderbuch „Fantastic Mr. Fox“ (dt. „Der fantastische Mr. Fox“) kam 2009 unter dem gleichen Titel als Animationsfilm in die Kinos. Dabei stand Great Missenden Pate und auch „The Nags Head“ kommt darin vor (hier der Trailer zum Film). Sogar der Hollywood-Schauspieler Bill Murray tauchte eines Tages überraschend im Pub auf und durfte hinter der Bar einige Pints zapfen. Er gibt dem Clive Badger im Film seine Stimme.
Also: Wer weiß, wen man bei einem Besuch im „Nags Head“ so alles trifft?

The Nags Head Inn
London Rd
Great Missenden
Buckinghamshire
HP16 ODG
Telephone – 01494 862945

Eigenes Foto

Eigenes Foto des Pubprospekts.

Eigenes Foto des Pubprospekts.

 

 

Published in: on 13. August 2011 at 04:00  Comments (4)  
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Accrington (Lancashire) – Ziegelsteine, Tiffanyglas und ein Fußballverein

Die Blackburn Road in Accrington. - © Copyright Stanley Walker and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Accy nennen die Einwohner von Accrington gern ihre Stadt, die im östlichen Teil von Lancashire liegt und ca 35 ooo Einwohner hat. Bekannt wurde die Stadt durch einige Besonderheiten; so wurden bis zum Jahr 2008 hier die „Accrington bricks„, auch NORIs genannt, hergestellt. Das sind besonders harte Ziegelsteine, die z.B. beim Fundament des New Yorker Empire State Buildings verwendet wurden. Die Fabrik wurde 2008 geschlossen.

Was man in Accrington nicht erwarten würde, ist, dass sich hier Europas größte Sammlung von Tiffanygläsern befindet. Gestiftet wurde diese Sammlung, die in der Haworth Art Gallery ausgestellt wird, von Joseph Briggs, der im 19. Jahrhundert für die Firma Tiffany’s als künstlerischer Direktor arbeitete und aus Accrington stammte.

Einen gewissen Bekanntheitsgrad erwarb sich die Stadt Accrington durch ihren Fußballverein „Accrington Stanley F.C.“. Diese Bekanntheit wurde nicht durch herausragende sportliche Leistungen erreicht, sondern durch einen kleinen Werbespot für Milch, der in den 1980er Jahren im Fernsehen lief. In diesem Spot holt sich ein kleiner Junge eine Flasche Milch aus dem Kühlschrank, wozu ein anderer Junge sagt „Iii, Milch“. Dazu meint Junge 1:  „Ian Rush says if you don’t drink your milk, you’ll end up playing for Accrington Stanley“. Junge 2: „Accrington Stanley, who are they?“ Junge 1: „Exactly“. Wozu zu bemerken ist, dass Ian Rush ein berühmter Fußballspieler war, der seine größten Erfolge beim FC Liverpool hatte. Hier ist der Werbespot zu sehen.

Die englische Romanautorin Jeanette Winterson verbrachte ihre Kindheit in Accrington und schrieb darüber in ihrem 1985 erschienen Buch „Oranges are not the only fruit“ (dt. „Orangen sind nicht die einzige Frucht“, 1993).

Das Stadion des Accrington Stanley Football Clubs. - © Copyright robert wade and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 12. August 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Aus Wootton Bassett in Wiltshire wird noch in diesem Jahr Royal Wootton Bassett

Das War Memorial an der High Street von Wootton Bassett.. - © Copyright Chris Downer and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bisher gibt es in England nur zwei Städte, die sich mit dem Zusatz „Royal“ schmücken dürfen: Royal Tunbridge Wells und Royal Leamington Spa, beides Kurorte. Noch in diesem Jahr wird es einen weiteren „royalen“ Ort geben, nämlich Wootton Bassett in Wiltshire, nur wenige Kilometer von Swindon entfernt.

Leider ist der Anlass nicht dazu angetan, dass die Bewohner in Jubel darüber ausbrechen können. Der Hintergrund ist folgender:

Die im Irak- bzw. Afghanistankrieg gefallenen britischen Soldaten und Soldatinnen werden alle über den nahegelegenen Militärflughafen RAF Lyneham in die Heimat zurückgebracht. Dort holt man sie mit Leichenwagen ab und bringt sie in die John-Radcliffe-Klinik nach Oxford. Die Trauerzüge fahren stets über die Hauptstraße von Wootton Bassett, wo sich jedesmal viele Bürger aus der Stadt und der Umgebung einfinden, um den Gefallenen ihre letzte Ehre zu erweisen. Dies geschieht schon seit Jahren, ohne dass dazu aufgerufen wird. Die Bevölkerung hat einfach das Bedürfnis, dies zu tun.

Premierminister David Cameron hat bereits im März mitgeteilt, dass die Königin ihre Zustimmung zu der Namensergänzung für Wootton Bassett gegeben hat und dass sich die Nation auf diese Weise bei den Bürgern der Stadt für ihre Anteilnahme bedanken möchte. Noch im Laufe des Jahres 2011 wird dieser Schritt vollzogen werden.

Bald werden die Trauerzüge nicht mehr durch Wootton Bassett fahren, da man den Luftwaffenstützpunkt Lyneham im nächsten Jahr schließen will. Dann werden voraussichtlich die gefallenen Soldaten zum Militärflughafen RAF Brize Norton in Oxfordshire geflogen.

Hier ist ein Film der BBC über die Trauerzüge von Wootton Bassett.

Nachtrag vom 16.10.2011: Ab heute heißt Wootton Bassett offiziell Royal Wootton Bassett.

Wootton Bassett High Street. - © Copyright Roger Cornfoot and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Published in: on 11. August 2011 at 04:00  Comments (1)  
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The Savoy in London – Eines der Grand Hotels der Welt und seine Besonderheiten

Das Savoy Hotel nach dem Umbau. - © Copyright Fast Track images and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Am 10. Oktober vorigen Jahres wurde das Londoner Savoy Hotel nach dreijähriger Umbauzeit (und der ersten Schließung seit seinem Bestehen überhaupt) wieder eröffnet. 220 Millionen Pfund kostete der Totalumbau; da hat  der saudi-arabische Investor Prinz al-Walid ibn Talal Al Saud, der zu den reichsten Männern der Welt zählt, schon etwas tiefer in die Tasche greifen müssen, um das zu finanzieren.

Das „Savoy“ gehört seit seiner Eröffnung im Jahr 1889 zu den großen Grandhotels der Welt und galt schon immer als Treffpunkt der gehobenen Gesellschaft. César Ritz, der Gründer der Ritz Hotels in Paris und London, war der erste Manager, und der legendäre Koch Auguste Escoffier arbeitete ebenfalls im Savoy. In der Küche des Hotels schuf Escoffier erstmals das Dessert „Pfirsich Melba„, das man auch heute noch überall auf der Welt auf den Speisekarten von Restaurants findet. Der französische Koch widmete die Nachspeise der australischen Opernsängerin Nellie Melba.

Die Zufahrt zum Eingang des Hotels von The Strand aus ist übrigens die einzige Straße Großbritanniens, auf der man rechts fährt.

Ein besonderer Service des Savoy besteht darin, einer Gruppe von Gästen, die sich zum Abendessen niederlässt und aus 13 Personen besteht, einen 14. Gast zur Verfügung stellt (man ist ja nicht abergläubisch!). Dieser Gast ist Kaspar the Savoy Black Cat, eine 90 cm große Katze im Art-Déco-Stil. Kaspar erhält einen Platz im Tisch und bekommt wie jeder andere Gast auch jeden Gang serviert.

Das Savoy verfügt auch nach dem Umbau über zwei Hauptrestaurants: Das River Restaurant mit Blick auf die Themse und den Savoy Grill, der von Gordon Ramsay betrieben wird. Im Thames Foyer kann man Kleinigkeiten zu sich nehmen und hier wird auch der in aller Welt bekannte 5-Uhr-Tee serviert.
The American Bar gilt als eine der besten Bars Londons und auch die Beaufort Bar, im Art Déco-Stil gehalten, ist hervorragend und bietet u.a zahlreiche Champagnersorten an.

Der erste Gast, der nach der Wiedereröffnung eincheckte, war Stephen Fry, der sich auch gleich enthusiastisch über das Hotel äußerte: „They have just made sure everything is absolutely of the highest pitch of quality and solidity but without making it a new hotel, without modernising it in a bad way“ und „The point about The Savoy is that has been a very particular place in the category of great hotels of London. It had a very great connection to showbusiness and culture and art and so on. I think they are aware of that. We have missed it for the last three years. I think it’s marvellous that it’s back again„.

Die Zimmerpreise beginnen etwa bei £ 350 inklusive Full English Breakfast.

Hier ist ein Film, der die wesentlichsten Teile des Hotels zeigt.

The Savoy
Strand
London, England
WC2R 0ET
Tel.:  20 7836 4343

Published in: on 10. August 2011 at 04:00  Comments (2)  
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Horseman’s Sunday am 18.09.2011 in der St. John’s Church in Hyde Park (London) – Ein wichtiger Tag für die Reiter der britischen Hauptstadt

St John's Hyde Park. - © Copyright David P Howard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Im Jahr 1968 wollte man die Pferdeställe entlang des Londoner Hyde Parks schließen, was zu einer großen Protestwelle der Pferdeeigner führte. Sie brachten ihre Pferde  zur St John’s Church, wo diese vom Pastor der Kirche gesegnet wurden. Aus diesem (erfolgreichen) Protest ist eine jährlich stattfindende Zeremonie geworden, die sowohl die Einheimischen als auch Touristen zum Hyde Park zieht.

Dieser „Horseman’s Sunday“ findet immer am dritten Sonntag im September statt, in diesem Jahr am 18. September. Über 100 Pferde und ihre Reiter finden sich an diesem Sonntag nach dem Gottesdienst vor der St. John’s Church ein; auch der Pfarrer sitzt bei der Zeremonie hoch zu Ross und wie damals 1968 werden die Pferde wieder gesegnet.
Rund um den „Pferde-Gottesdienst“ gibt es noch allerhand Verlustigungen für Kinder und Erwachsene wie Tombolas, Spiele und Stände mit Essen und Trinken.

Hier ist ein kleiner Einblick in die Zeremonie vom letzten Jahr.

St John’s Hyde Park
Hyde Park Crescent
London
W2 2QD
Tel. 020 7262 1732
Published in: on 9. August 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Whitbys Ghost Walks – Auf den Spuren der Geister in der malerischen Küstenstadt in North Yorkshire

Eigenes Foto

Nicht nur in York gibt es Ghost Walks (s. meinen Blogeintrag hierzu), auch in den Küstenorten Robin Hood’s Bay und in Whitby in North Yorkshire werden Geistertouren angeboten und von den Touristen gern angenommen.

The Original Ghost Walk“ beginnt um 20 Uhr, Treffpunkt Market Place; zur gleichen Zeit startet auch Harry Collett, „The Man in Black“,  seine Ghost Walks. 75 Minuten lang geht es durch die Straßen der Stadt und man hört dabei „strange and supernatural tales of murder, mystery and suspense„.
Treffpunkt für diesen Geisterspaziergang ist der Whale Bone Arch, gegenüber vom Royal Hotel um 20 Uhr.

Harry Collett kennt sich in der Geschichte Whitbys aus wie kaum ein anderer, so bietet er auch noch andere Thementouren durch seine Stadt an. Da Whitby ja der Ort ist, an dem Dracula englischen Boden betrat (s. hierzu diesen Blogeintrag von mir), gibt es auch eine Tour „In Search of Dracula“ und mehrere „Heritage Town Tours„, darunter auch eine „Tombstone Tour„, die sich mit den Grabsteinen auf dem Friedhof von St Mary’s beschäftigt, der Kirche, die neben den Abteiruinen hoch über der Stadt steht.

Harry Collett
Half Acre
22 Rosemount Road, Whitby,
North Yorkshire, YO21 1LB
Tel: 01947 821734

St Mary's Churchyard. - Eigenes Foto

Published in: on 8. August 2011 at 04:00  Comments (2)  
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Pete Postlethwaite: „A Spectacle of Dust“ – Die Autobiografie eines großartigen Schauspielers

Steven Spielberg nannte ihn einmal „the best actor in the world“, Pete Postlethwaite, der am 2. Januar diesen Jahres im Alter von 64 Jahren in Shrewsbury (Shropshire) an den Folgen eines Krebsleidens starb.
Ich sah ihn einmal in dem Film „Brassed Off – Mit Pauken und Trompeten„, in dem er den Leiter einer Blaskapelle in einer nordenglischen Bergarbeiterstadt spielte und fand ihn großartig, einen unscheinbaren Mann mit einer hervorragenden schauspielerischen Leistung.

Am 23. Juni erschien in England seine Autobiografie „A Spectacle of Dust“ (London: Weidenfeld & Nicolson, ISBN 978-0297864936), in dem er von den verschiedenen Stationen seines Lebens berichtet, beginnend mit seinen ersten schauspierischen Aktivitäten im Everyman Theatre in Liverpool. Postlethwaite wurde 1993 für den Oscar nominiert in der Kategorie „Best Supporting Actor“ für seine Rolle in „In the Name of the Father“ (dt. „Im Namen des Vaters“), ein Film, der auf der wahren Geschichte der Guildford Four basiert.

Postlethwaites letzter Film war „Killing Bono„, der erst nach seinem Tod am 1. April diesen Jahres in die britischen Kinos kam.

„It is an extrovert, tender, charming and unselfconscious book, with some extraordinary, hell-raising and hair-raising anecdotes“ schrieb der “ Guardian“ über die Autobiografie und der „Scotsman“ meinte: „The closing chapter is deeply wrenching with Postlethwaite distributing the last of his love, time and energy among the family and friends who surround him.“

Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Denham (Buckinghamshire)

Village Street in Denham. In dem großen Haus rechts lebte Sir John Mills. – Eigenes Foto

Ganz leicht war Denham in Buckinghamshire nicht zu finden, zumal es nicht nur das „normale“ Denham gibt, sondern auch noch Denham Green, Denham Garden Village, New Denham und Higher Denham.
Schließlich fanden wir Denham Village, das „Original“, nur einen Steinwurf von den Motorways M25 und M40 entfernt. Trotz dieser vielbefahrenen Straßen und der Nähe zu London ist Denham ein sehr ruhiger Ort und eines der hübschesten Dörfer, die ich je in England kennengelernt habe.

Die besagte Nähe zu London und zu einigen Filmstudios hatte zur Folge, dass hier schon einige Filme gedreht wurden und Leute aus dem Filmgeschäft sich in Denham angesiedelt haben. So lebte u.a „James Bond“-Darsteller Roger Moore eine Zeit lang in Denham Green, sowie der „James Bond“-Produzent Harry Saltzman, der Musiker Mike Oldfield und der Schauspieler Sir John Mills.

Mills lebte in einem großen Haus direkt neben der Kirche, und er starb auch in Denham im Alter von 97 Jahren.

Wir gingen an einem frühen Sonntagmorgen bei wunderschönem Wetter in Denham spazieren und es herrschte hier eine sehr angenehme Atmosphäre. Wir wurden von den Kirchgängern freundlich gegrüßt, es gibt in dem Ort viele sehr hübsche Cottages und einige sehr ansprechende Pubs.
Mitten in Denham liegt das italienische Restaurant Da Remo, in einem Haus, das früher einmal das Postamt und den Dorfladen beherbergte, dann in ein exklusives Restaurant umgewandelt wurde, in dem die beiden James Bonds Roger Moore und Sean Connery Stammgäste waren.

An der Village Road liegt die Kirche von Denham, St Mary the Virgin, mit ihrem normannischen Turm und gepflegtem Kirchhof. Wer die Folge 61 von „Midsomer Murders“ bzw. „Inspector Barnaby“ gesehen hat, die den Titel „Blood Wedding“ (dt. „Ganz in rot“)  trägt, erkennt in St Mary’s die Kirche wieder, in der Barnabys Tochter Cully geheiratet hat (und Vater Tom gerade noch rechtzeitig zur Trauung erschienen ist).
In dieser Kirche heiratete einst auch der Produzent der Serie Brian True-May seine Frau Maureen.

Aber auch in anderen Folgen der TV-Krimiserie war Denham zu sehen, z.B. in Folge 50 „Death in Chorus“ (dt. „Tote singen nicht“) und in Folge 37 „Ghosts of Christmas Past“ (dt. „Haus voller Hass“), wo die Barnabys am Heiligen Abend in der Kirche des Ortes, der hier Draycott heißt, singen. Auch in Folge 74 „The Made to Measure Murders“ (dt. „Du musst dran glauben“) spielt die Kirche Denhams eine Rolle.

Schon früher war Denham ein beliebter Drehort, z.B. für die TV-Serien „The Avengers“ (dt. „Mit Schirm, Charme und Melone“), „Inspector Morse“ (von der nur wenige früher einmal vom DDR-Fernsehen gezeigt wurden) und „Randall & Hopkirk“ (dt. „Randall & Hopkirk – Detektei mit Geist“).

Wer sich einmal im Westen des Großraums London aufhält, dem kann ich einen Besuch in Denham sehr empfehlen.

Nachtrag vom 14.03.2014: In der Episode 100 von Midsomer Murders „The Killings of Copenhagen“ (dt. „Barnaby muss reisen“) findet die Trauerfeier für den in Kopenhagen ermordeten Keksfabrikanten Eric Calder in der Kirche St Mary the Virgin statt.

Das „Zentrum“ Denhams. Eigenes Foto

St Mary the Virgin in Denham. Eigenes Foto.

St Mary the Virgin in Denham.
Eigenes Foto.

Tetbury Woolsack Races (Gloucestershire) – Ein Rennen für konditionsstarke Männer und Frauen

Der Gumstool Hill in Tetbury.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Tetbury ist eine hübsche Marktstadt in Gloucestershire und Schauplatz eines alljährlich stattfindenden Rennens, der Tetbury Woolsack Races. Am Bank Holiday Monday im Frühjahr geht es los. Der Gumstool Hill ist eine Straße mit einem sehr starken Gefälle (25%) an dessen oberen Ende The Crown (leider zurzeit geschlossen) und am unteren Ende The Royal Oak stehen und zwischen diesen beiden Pubs wird das Rennen ausgetragen.
Ca 200 Meter müssen dabei zurückgelegt werden und zwar mit einem 60 Pfund schweren Wollsack (Frauen tragen „nur“ 35 Pfund) auf dem Rücken, da ist Kondition gefragt. Auch Kinder und Jugendliche dürfen mitmachen, die aber eine weit geringere Last den Berg hinaufschleppen müssen. Einen Staffellauf gibt es auch, bei dem ein Viererteam bergauf und bergab laufen muss, wobei es heißt, dass das Bergablaufen noch anstrengender sein soll.

Da an den Endpunkten der Woolsack Races Pubs stehen, liegt es auf der Hand, dass sich viele vor dem Rennen erst einmal mit dem einen oder anderen Pint stärken, was dazu führen kann, dass einige nicht auf dem geradesten Wege nach oben oder nach unten laufen, sondern schon einmal ins Schlingern geraten können.

Der zurzeit gültige Weltrekord steht bei 45.94 Sekunden bei den Männern und wird von Pete Roberts gehalten; bei den Frauen ist es Zoe Dixon, die 2009 innerhalb von 01:05.03 ihren Wollsack den Gumstool Hill hinaufgewuchtet hat.

Die Woolsack Races sind der Höhepunkt des Tetbury Woolsack Days, bei dem jede Menge „Volksbelustigung“ angeboten wird wie Straßenstände, eine Auktion für wohltätige Zwecke und die (unvermeidlichen) Morris-Tänzer.

Die nächsten Wollsackrennen finden am 4. Juni 2012 statt.
Hier kann man sich das einmal alles ansehen.

Published in: on 5. August 2011 at 04:00  Comments (2)  
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Clifton Suspension Bridge in Bristol – Das Wahrzeichen der Stadt am Avon

   © Copyright Chris Downer and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Die Großstadt Bristol im Südwesten Englands hat seit dem 8. Dezember 1864 ein Wahrzeichen, die Clifton Suspension Bridge, eine Hängebrücke, die den Fluss Avon überquert. Schon im 18. Jahrhundert spielte man mit der Idee, eine Brücke über die Avon-Schlucht zu bauen, aber erst 1836 begann man mit den Arbeiten, die sich lange hinzogen und  immer wieder unterbrochen worden.

Die Pläne für die Hängebrücke stammten von dem berühmten Ingenieur Isambard Kingdom Brunel, der aber leider die Eröffnung nicht mehr erlebte. Er starb 1859. William Henry Barlow und Sir John Hawkshaw veränderten das ursprüngliche Brunelsche Design etwas und übernahmen die Hängeketten von der, ebenfalls von Brunel gebauten, Londoner Hungerford Bridge, die abgerissen wurde.

Die Clifton Suspension Bridge ist 412 m lang, etwas über 9 m  breit und ist 75 m hoch. Die Mautgebühren für Kraftfahrzeuge betragen zurzeit 50 Pence, über eine Verdoppelung wird immer wieder diskutiert.

Wie die Golden Gate Bridge in San Francisco ist auch die Brücke in Bristol bei Selbstmördern sehr „beliebt“, so sprangen allein in der Zeit von 1974 bis 1993 127 Menschen von dort in den Tod. Nachdem man Sicherheitsmaßnahmen auf der Brücke installiert hatte, nahm die Zahl der Selbstmorde zwar ab, aber immer noch finden sich Menschen, die diese Barrieren überwinden und ihrem Leben ein Ende setzen.

Wie stabil die Brücke gebaut wurde, zeigt, dass sie immer noch in der Lage ist, jährlich 4 Millionen Fahrzeuge zu bewältigen.
Wer sich für die Brücke interessiert, kann an geführten Touren teilnehmen, die am Wochenende auch kostenlos angeboten werden.

Am 1. April 1979 wurde hier von der Clifton Suspension Bridge der erste Bungee Jump durchgeführt, von Mitgliedern des Dangerous Sports Clubs.

   © Copyright Ian Knox and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Heartbeat – Eine der erfolgreichsten britischen TV-Serien

 

Foto meiner Videocassette.

Foto meiner Videocassette.

Vorletzte Woche fuhr ich durch den kleinen Ort Goathland in North Yorkshire, der mitten in dem großen Moorgebiet North York Moors liegt. Hier wurden große Teile der ITV-Serie „Heartbeat“ gedreht, von der ich noch die ersten Teile auf Video besitze. Basierend auf den „Constable“- Büchern von Nicholas Rhea (das Pseudonym des ehemaligen Polizisten Peter Walker) wurde die Serie erstmals am 10. April 1992 ausgestrahlt und erreichte sofort sehr hohe Einschaltquoten. Damals hatte sich von den Verantwortlichen bei ITV wohl keiner vorstellen können, dass „Heartbeat“ bis zum 12. September 2010 laufen und 372 Episoden umfassen würde.

„Heartbeat“ ist eine „police drama“-Serie, die im Yorkshire der 1960er Jahre spielt und in der der Alltag einer Gruppe von Polizeibeamten wiedergegeben wird, die in dem fiktiven Ort Ashfordly stationiert sind. Hier und in dem benachbarten Ort Aidensfield (=Goathland) spielen sich die kleinen und großen Dramen ab, mit denen die Polizisten konfrontiert werden.

Nick Berry spielte jahrelang die Hauptrolle als PC Nick Rowan und er sang auch die Titelmelodie, die auf einem alten Buddy Holly-Song basierte (und mit dem Berry 1992 bis auf Platz 2 der britischen Charts gelangte).

Wenn man sich einmal einige Folgen der TV-Serie angesehen hat, wird man unwillkürlich an eine andere Serie erinnert, die ebenfalls in Yorkshire spielt, nämlich an „All Creatures Great and Small“ bzw. „Der Doktor und das liebe Vieh“, in der es auch von kauzigen Figuren wimmelt.

Der sympathische Nick Berry stieg 1998 aus der Serie aus und in eine neue BBC-Serie namens „Harbour Lights“ ein, in der er einen Hafenmeister spielte, die aber nach einem Jahr wieder abgesetzt wurde, weil sie beim Fernsehpublikum nur auf geringes Interesse stieß.

Viele Episoden von „Heartbeat“ sind auf DVD noch lieferbar, ebenso die „Constable“-Romane von Nicolas Rhea. Leider wurde die TV-Serie nie im deutschen Fernsehen gezeigt.
Hier einige Ausschnitte aus den ersten Episoden von „Heartbeat“.

Dreharbeiten in Goathland (North Yorkshire). – © Copyright Paul Buckingham and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Hinweisschild kurz vor Goathland, denn mit Schafen auf der Fahrbahn muss hier überall gerechnet werden. Eigenes Foto

Published in: on 3. August 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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9 Curzon Place in Mayfair (London) – Hier starben zwei Rockgrößen der 60er Jahre

Keith Moon, der im Haus No. 9 Curzon Place starb. - Author: Jim Summaria. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license

Im Londoner Stadtteil Mayfair, in Flat 12 von No. 9 Curzon Place (hier ein Foto), starben 1974 und 1978 zwei berühmte Rockgrößen, die in den 1960er Jahren sehr erfolgreich waren. Besitzer der Wohnung, die nur wenige Schritte vom Hyde Park entfernt liegt, war der US-amerikanische Singer-Songwriter Harry Nilsson, der 1994 verstarb. Nilsson hatte die Wohnung in dem unscheinbaren Haus auf Grund seiner Lage gekauft, die Apple Studios waren nicht weit und auch der Playboy Club in der Park Lane war schnell erreichbar.
Da Nilsson oft unterwegs war, lieh er seine Wohnung gern Freunden, zu denen auch die ehemalige Sängerin der The Mamas and Papas, Cass Elliott, gehörte.
Am 29. Juli 1974, sie hatte gerade einen Auftritt in Londoner Palladium absolviert, starb sie im Alter von nur 33 Jahren in der Wohnung am Curzon Place. Sie starb nicht, wie immer wieder berichtet wurde, durch Verschlucken eines Schinkensandwichs. Die stark übergewichtige Sängerin erlag einer Herzschwäche.

Vier Jahre später lieh Harry Nilsson seine Wohnung dem Drummer der britischen Rockgruppe The Who Keith Moon. Nach einem Abendessen mit Paul und Linda Cartney zog sich Moon am 6. September 1978 mit seiner Freundin Annette Walter-Lax in das Haus am Curzon Place zurück.  Dort angekommen nahm der Who-Drummer 32 Tabletten Clomethiazol, ein Medikament, das ihm verschrieben worden war, um die Symptome des Alkoholentzugs zu lindern. Am folgenden Tag starb er an den Folgen dieser Überdosis.

Hatte die Wohnung nahe des Hyde-Parks „bad vibes“? Harry Nilsson war über den Tod seiner beiden Freunde so erschüttert, dass er die Wohnung verkaufte  (an ein anderes The Who-Mitglied, an Pete Townshend) und von London wegzog.
In den 1990er Jahren stand das Haus meistens leer und wurde später zusammen mit anderen umliegenden Gebäuden aufgekauft. Während diese abgerissen wurden, blieb No. 9 stehen und man machte Luxus-Appartments daraus.

Royston (Hertfordshire) – Total überwacht durch ANPR

 This work has been released into the public domain by its author, Adrian Pingstone, at the wikipedia project. This applies worldwide

Als ich kürzlich in Calais durch den Eurotunnel fuhr und in die Spur für die Internetreservierungen einbog, wurde ich auf dem Bedienungsbildschirm, ohne dass ich mich in irgendeiner Form vorher identifiziert hatte, namentlich begrüßt, und ich musste auf dem Touch-Screen-Schirm lediglich einmal drücken, damit mein „Hanger“ ausgedruckt wurde. Erkannt wurde ich durch eine Kamera, die mein Autokennzeichen mit der Reservierungs-Datenbank verglich.

In England, das wie kaum ein anderes Land, mit sogenannten CCTV-Überwachungkameras übersät ist, ist die Erkennung von Kfz-Kennzeichen mittels Kameras nichts Neues. Die Londoner „Congestion Charge“ wird beispielsweise auf diese Art erhoben.

Jetzt wurde erstmals eine ganze Stadt in England mit dem Automatic number plate recognition-System (ANPR) ausgestattet. Die Zufahrtstraßen zu Royston im Norden von Hertfordshire, einer kleinen Marktstadt, werden mit Spezialkameras überwacht, die Nummernschilder aller Fahrzeuge erfasst, mit mehreren Datenbanken abgeglichen und auffällige Kfzs an die Polizei gemeldet.

In England ist darüber ein Streit entbrannt; auf der einen Seite stehen die Gegner des Big Brother-Überwachungsstaates, auf der anderen Seite die Befürworter des ANPR, die sich dadurch mehr Sicherheit versprechen, z.B. die Polizei. 90% der Einwohner Roystons sollen ANPR gegenüber positiv eingestellt sein. Die Stadt ist eine „low crime area“ und man erhofft sich durch diese Maßnahme nicht nur noch mehr Sicherheit, sondern erwartet auch eine abschreckende Wirkung.
Insgesamt geht man in England mit Überwachungskameras lockerer um als in Deutschland, aber die Frage, was mit den erfassten Daten noch alles gemacht wird, bleibt natürlich offen.

Hier ist ein Film über ANPR der West Midlands Police.

Eine der Zufahrtsstraßen nach Royston. - © Copyright Mike W Hallett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Published in: on 1. August 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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