Oscar Wilde und das Reading Gaol – Hier verbrachte der Schriftsteller zwei Jahre in Haft

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1895 wurde Oscar Wilde wegen angeblicher homosexueller Vergehen zu zwei Jahren Zuchthaus mit schwerer Zwangsarbeit verurteilt, die er im Gefängnis von Reading (Berkshire) verbringen musste. Am 19. Mai 1897 wurde er entlassen, aber Wilde war von da an ein gebrochener Mann. Nur noch einmal griff er zur Feder und verfasste das Gedicht „The Ballad of Reading Gaol“, dann war seine schriftstellerische Laufbahn zu Ende. Vereinsamt und verarmt starb er am 30. November 1900 in einem Pariser Hotel.

Das Reading Gaol gibt es noch heute. Her Majesty’s Prison Reading ist eines der sogenannten Young Offenders Institutions, das sind Einrichtungen, in denen 18-21jährige Männer untergebracht sind, die noch nicht als Erwachsene für ihre Straftaten verurteilt worden sind und in denen ein Schwerpunkt auf die Aus- und Weiterbildung der jungen Gefangenen gesetzt wird.

Das Gefängnis wurde 1844 mitten in Reading gebaut; entworfen wurde es von dem berühmten Architekten George Gilbert Scott, der für den Bau von zahlreichen weiteren Gefängnissen, Irrenanstalten und Arbeitshäusern verantwortlich war, der aber auch u.a. das Londoner Albert Menorial und das Midland Grand Hotel an der Londoner St Pancras Station entwarf.

Bis zum Jahre 1913 wurden im Reading Gaol auch Todesurteile vollstreckt. Neben Oscar Wilde gab es einen weiteren prominenten Insassen: Der amerikanische Schauspieler Stacy Keach saß hier 1984 einmal für neun Monate   ein, weil er am Londoner Flughafen Heathrow mit Kokain erwischt wurde.

Das Lied „Each Man Kills The Thing He Loves„, das auf einer Zeile aus Oscar Wildes „The Ballad of Reading Gaol“ beruht, ist hier in der Version mit Jeanne Moreau zu sehen und zu hören.

Das Oscar Wilde-Memorial, das am Gefängnis von Reading aufgestellt ist. - © Copyright Chris McMillan and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 26. September 2011 at 02:00  Comments (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. […] Hoffen wir, dass die Einladung zu einer Unterhaltung mit O.W. auch weiterhin angenommen wird, und dass die Vandalen der Hauptstadt einen großen Bogen um das Monument machen. Übrigens steht auch am Gefängnis von Reading eine Oscar Wilde-Skulptur (s. hierzu meinen Blogeintrag) […]

  2. […] Hoffen wir, dass die Einladung zu einer Unterhaltung mit O.W. auch weiterhin angenommen wird, und dass die Vandalen der Hauptstadt einen großen Bogen um das Monument machen. Übrigens steht auch am Gefängnis von Reading eine Oscar Wilde-Skulptur (s. hierzu meinen Blogeintrag) […]


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