Fright Nights – Die Topadresse für Geisterjäger in England

Author:Lemur 12. – This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Wer hat sich nicht schon einmal gewünscht, eine ganze Nacht lang in einem Spukschloss zu verbringen, in der Hoffnung einem Geist von Angesicht zu Angesicht gegenüberzutreten?
Man kann das in England tun, denn die Firma Fright Nights veranstaltet derartige Touren in den gruseligsten Häusern, Burgen und Schlössern. In den zwölf Jahren, seitdem die Firma besteht, hat sie schon fast 500 000 Amateur-Geisterjäger durch die nächtlichen Gemäuer geführt und ist damit die Nummer 1 unter den englischen Ghost Hunting Companies.

Am heutigen Halloween sind natürlich alle Touren ausverkauft. Hier eine Übersicht, was Fright Nights im nebligen, düsteren November anbietet:

„Very intense haunting“ lautet die Warnung (?) für die Veranstaltung am 5. November, wenn die Bodmin Gaol Ghost Hunt stattfindet. Das ehemalige Gefängnis in Bodmin (Cornwall) zählt zu den gruseligsten Plätzen Englands. Für £65 pro Person kann man in der Zeit von 23 Uhr bis 6 Uhr morgens auf Geisterjagd gehen. An Schlaf ist dabei nicht zu denken, denn es wird erwartet, dass man die ganze Nacht kein Auge zu tun wird.

Am 12. November bietet Fright Nights eine nächtliche Tour durch Middleton Hall in Staffordshire an. Auf eine Begegnung mit Kate Middleton wird man hier allerdings vergeblich warten, denn die hat mit diesem Haus nichts zu tun. „With a wide and varied history it is no surprise to learn that sightings of ghosts and spirits is a common occurrence“, heißt es hier und für £39 kann man in der Zeit von 19 Uhr bis 1 Uhr morgens in der Hall eventuell einem Geist begegnen.

Am 18. November geht es zu den Ruinen des Pendle Witches Castles bei Clitheroe in Lancashire. Gemeinsam mit einem Medium kann man sich hier auf die Suche nach der White Lady machen, die nächtens die einsamen, verlassenen Korridore der verfallenen Burg durchstreifen soll. Von 21 Uhr bis 2.30 wird diese Ghost Tour durchgeführt.

Am 26. November schließlich steht das aus der napoleonischen Zeit stammende Fort Horsted in Chatham (Kent) auf dem Programm. So wie die nahegelegenen Chatham Docks gehört auch dieses Fort zu den „most haunted places“ in England. Von 20 Uhr bis 2 Uhr wird man hier in Begleitung von Medien und Spezialisten für das Paranormale durch das Gebäude geführt, das einige Bereiche hat, die so furchterregend sind, dass sich nicht einmal das Sicherheitspersonal dahin vorwagt. Wenn das keine guten Voraussetzungen sind!

Fright Nights
Westthorpe Business Centre
Westthorpe Fields Road
Sheffield
Tel: 0114 251 3232

Das Buch zum Artikel:
Haunted Britain. AA Publishing 2010. 226 Seiten. ISBN 978-0749566500

Bodmin Gaol. – © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Middleton Hall. – © Copyright Graham Taylor and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 31. Oktober 2011 at 02:00  Comments (3)  
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Pork Scratchings – Beliebter Pubsnack aus Schweinehaut

Der Pubsnack in Großaufnahme. - This work has been released into the public domain by its author, Hassocks5489

„These deep-fried pig carcass salted snacks are popular in pubs, where the greasy, hairy morsels can be washed down with beer in an attempt to stop them  simply coming straight back up again“, so beschreibt Iain Aitch in seinem wunderschönen Buch „We’re British, Innit?“ (Collins 2008, ISBN 978-0-00-727132-0) den besonders von Pubbesuchern heiß geliebten Snack.

Was ist das nun genau? Pork Scratchings sind in Tüten abgefüllte fritierte und gewürzte Schweineschwarten. Diese knusprigen Teilchen isst man am besten zu einem Pint Bitter oder Lager. Das eine oder andere zurückgebliebene Schweinehaar sollte einen allerdings nicht stören, auch sollte man vor dem Verzehr überlegen, ob die Zähne das aushalten.

Pork Scratchings kommen ursprünglich aus dem Black Country, das ist die Region nördlich und westlich von Birmingham.
Der größte Hersteller dieses Snacks ist Mr Porky, eine zur Tayto-Gruppe gehörende Firma, die jährlich 20 Millionen Tüten davon verkauft und die auf ihrer Webseite extra darauf hinweist: „Only recommended for people with strong, healthy teeth“. Hier ein Werbspot der Firma.

Wer sich intensiver mit Pork Scratchings beschäftigen möchte, dem kann ich nur die Webseite Hairy Bar Snacks empfehlen; hier findet man wirklich alles, was man zum Thema wissen möchte.

Wer jetzt Appetit auf die Schweineschwärtchen bekommen haben sollte, der kann sich die auch in Deutschland online kaufen, z.B. bei Great British Food . Die „Mr. Porky“-Tüte kostet €1.19.

Hier ist noch ein netter kleiner Sketch mit dem Comedian Harry Hill zum Thema Pork Scratchings zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Greg Gutfeld: Lessons From the Land of Pork Scratchings – A Miserable Yank Finds Happiness in the UK. Simon & Schuster 2009. 239 Seiten. ISBN 978-1-84739-075-2.

Published in: on 30. Oktober 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Ettington Park Hotel – Ein neugotisches Spukhotel in Warwickshire

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Ich liebe neugotische Gebäude und das Ettington Park Hotel, gerade einmal zehn Kilometer von Stratford-on-Avon entfernt, ist in diesem Stil gebaut. Ich besuchte es einmal und war sehr von dem Haus angetan.
Ettington Park hat im Lauf der Jahrhunderte zahlreiche Um- und Anbauten bekommen und die ausführliche Geschichte des Hauses kann man auf den Webseiten des Hotels hier nachlesen.

Der britische Automobilclub AA hat dem Hotel vier Sterne und dem Restaurant zwei Rosetten vergeben, wodurch Ettington Park die Nummer 1 in Warwickshire ist.
Es gibt drei Zimmerkategorien: Die Classic Rooms, deren Preise bei £125 beginnen, die größeren Executive Rooms (ab £145) und die Suiten (ab £235).

Wir nahmen unser Abendessen im Oak Room Restaurant zu uns, einem sehr schönen Raum (in dem wir merkwürdigerweise ganz allein saßen). Der Küchenchef hier ist Gary Lissemore. Das dreigängige „Table d’Hôte Menu“ kostet zurzeit £35.00.

Ettington Park hält auch eine Palette an Geistern bereit. Sowohl das Hotelpersonal als auch Gäste haben mehrfach von merkwürdigen Erscheinungen und Geräuschen berichtet. Am besten sieht man sich das einmal in diesem Film an, der auch einen guten Eindruck vom Inneren des Hauses vermittelt. Wir blieben bei unserem Besuch in Ettington Park von Geistern verschont.

Das Buch zum Artikel:
Rupert Matthews: Haunted Places of Warwickshire. Countryside Books 2005. 96 Seiten. ISBN 978-1853069253

Ettington Park Hotel
Alderminster
Stratford-upon-Avon
Warwickshire
CV37 8BU  
Tel: 0845 072 7454 

Nachtrag: Auch bei unserem zweiten Besuch im Ettington Park Hotel im Mai 2013 wurden wir nicht mit Geistern konfrontiert, dafür war das Restaurant besser besucht. Der Küchenchef ist nach wie vor Gary Lissemore. Irgendwie fehlte im Hotel die „Seele“; trotz freundlichen Personals (besonders gut gefiel uns Magda an der Rezeption) vermissten wir die lenkende Hand. In unserem Zimmer gab es einen winzigen, nicht sehr sauberen, sogenannten Kleiderschrank mit 3(!) Bügeln.

Eigenes Foto.

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Die Lounge. Eigenes Foto.

Die Lounge.
Eigenes Foto.

Unser Tisch im Restaurant. Eigenes Foto.

Unser Tisch im Restaurant.
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Published in: on 29. Oktober 2011 at 02:00  Comments (2)  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Englefield House bei Reading in Berkshire

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Wer die Epsode 64 „The Magician’s Nephew“ (dt. „Der Wald der lebenden Toten“) aus der TV-Krimi-Reihe „Inspector Barnaby“ gesehen hat, erinnert sich vielleicht noch an das großartige Herrenhaus, das im Mittelpunkt des Films steht und in dem Aloysius Wilmington und sein Neffe Simon wohnen.
Hierbei handelt es sich um Englefield House, das in der Nähe von Reading in Berkshire steht. Die Außenaufnahmen und die Szenen in der Bibliothek hat das „Midsomer Murder“-Team hier aufgenommen.

Englefield House gehört Sir William Benyon und seinem Sohn Richard Benyon. Sir William war und sein Sohn ist Member of Parliament. Da das Haus in Privatbesitz ist, kann man es nicht so ohne weiteres besichtigen; lediglich Gruppenführungen sind nach vorheriger Anmeldung möglich. Die Gärten sind allerdings vom 1. April bis zu 31. Oktober montags bis donnerstags geöffnet (montags das ganze Jahr über).

Wer sich für die Geschichte des Hauses interessiert, kann sich hier detailliert informieren.
Die Nachfragen nach einer Dreherlaubnis von Filmproduktionsfirmen sind bei einem so eindrucksvollen Haus, das von London aus schnell erreichbar ist, natürlich groß. Inspector Barnaby hatte hier nur einmal einen Fall zu lösen, aber Kollegen von ihm waren auch schon im Englefield House tätig, so z.B. Hercule Poirot (David Suchet) und Inspector Morse in der Episode „Twilight of the Gods“. Auch Miss Marple (Julia McKenzie) schnüffelte hier schon einmal herum.

Das Haus in Berkshire ist auch in den Filmen „X-Men: First Class“ (dt. „X-Men: Erste Entscheidung“) mit Hugh Jackman und Kevin Bacon“, „Easy Virtue“ (dt. „Easy Virtue – Eine unmoralische Ehefrau“) mit Jessica Biel und Colin Firth und „The King’s Speech“ (dt. „The King’s Speech: Die Rede des Königs“) wieder mit Colin Firth zu sehen.

Die Einfahrt zum Englefield Estate.    © Copyright Pam Brophy and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Einfahrt zum Englefield Estate.
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Dickens World – Der Themenpark rund um Charles Dickens auf den Chatham Dockyards (Kent)

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Wie gut, dass es Charles Dickens gab! Die Gegend rund um die Stadt Rochester in Kent profitiert auch heute noch von dem englischen Schriftsteller, der am 9. Juni 1870 auf seinem Landsitz Gad’s Hill Place im nahegelegenen Higham starb.

Ich bin mehrfach in Rochester gewesen und wenn man so die High Street entlanggeht, könnte man meinen, jeden Augenblick den Figuren aus „The Pickwick Papers“ oder „Great Expectations“ zu begegnen, denn viele Romane aus der Feder von Charles Dickens sind hier angesiedelt. In jedem Juni findet hier das Summer Dickens Festival statt und im Winter das Gegenstück, das „Dickensian Christmas Festival“.

Nicht weit von Rochester, auf den Chatham Dockyards, existiert seit 2007 ein ganzer Themenpark, der sich um die Figur des Schriftstellers dreht: Dickens World. £62 Millionen soll der Bau gekostet haben. The Guardian bezeichnete Dickens World einmal als „the Victorian answer to Mickey Mouse“ und “ In place of the Magic Kingdom there is Newgate Prison; instead of talking animals there will be shady characters loitering in dark corners„.

Eine der Hauptattraktionen ist sicher „The Great Expectations Log Flume„, Europas längste Bootsfahrt in geschlossenen Räumen, die quer durch die Welt von C.D. führt. Dann gibt es da noch das „Haunted House“, das „Britannia Theatre, „The Victorian School Room“ und vieles mehr. Wer jetzt hungrig geworden ist, der sollte „Six Jolly Fellowship Porters“ aufsuchen, das Restaurant des Themenparks.

Ursprünglich sollte Dickens World mitten in London gebaut werden, aber bei den ständig steigenden Baupreisen in der Hauptstadt war das nicht mehr möglich, so ließ man sich schließlich hier auf den alten Dockanlagen in Chatham nieder.

Dickens World ist täglich von 10 – 16.30 Uhr geöffnet, am Wochenende bis 17.30 Uhr;  im Winterhalbjahr ist montags geschlossen.

Hier
ist ein Commercial, ein kurzer Werbefilm für den Themenpark zu sehen und hier ein Bericht des US-Magazins TIME.

Dass  Dickens World auch sehr gut geeignet ist, um hier Musikvideos zu drehen, bewies die Band The Hoosiers mit „Cops and Robbers„.

Dickens World
Leviathan Way
Chatham Maritime
Kent
ME4 4LL
Tel. 01634 890 421

Das Buch zum Artikel:
Claire Tomalin: Charles Dickens – A Life“. Viking 2011. 576 Seiten. ISBN 978-0670917679

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Eastnor Castle (Herefordshire) – Was man mit einer Burg im 21. Jahrhundert so alles anstellen kann

Burgen und Schlösser heutzutage zu unterhalten, ist eine sehr kostspielige Angelegenheit. Die meisten sind für Besucher geöffnet, aber auch das nur von Frühjahr bis Herbst, und das auf diese Weise hereinkommende Eintrittsgeld reicht auch nicht aus. Da haben sich viele Burg- und Schlosseigentümer so einiges einfallen lassen, womit man zusätzlich noch Geld erwirtschaften kann.

Am Beispiel des in Herefordshire gelegen Eastnor Castles, 3 km von Ledbury entfernt, möchte ich das einmal zeigen.

In England feiert man gern seine Hochzeit in einem Hotel, einer Burg oder in einem Schloss. Das Eastnor Castle bietet da den kompletten Service. Man besitzt die „Lizenz zum Trauen“; von der Trauzeremonie über das Catering bis hin zur Übernachtung in stilvollen Zimmern kann alles gebucht werden (wenn das nötige Geld dafür vorhanden ist). Es muss schon ein Erlebnis der besonderen Art sein, sich in dem von Augustus Pugin gestalteten Drawing Room das Ja-Wort zu geben.

Wenn große Firmen ihre Mitarbeiter oder Kunden zu Präsentationen oder Meetings laden, wählt man gern einen entsprechenden Rahmen. Das Eastnor Castle stellt alles zur Verfügung, was man dafür benötigt; auch, wenn gewünscht, Mahlzeiten und Übernachtungsmöglichkeiten.

Wer nicht auf der Burg übernachten kann, dem stehen auf dem großen Gelände ein Campingplatz und zwei Feriencottages zur Verfügung.

Seit den 1960er Jahren werden auf dem Gelände des Eastnor-Castles die neuen Modelle der Land Rover bzw. Range Rover getestet. Hier gibt es enge schlammige Waldwege und starke Steigungen, ideal für den Test von Offroadern.

Häufig klopften Filmproduktionsfirmen an die Tür des Castles, mit der Bitte um Drehgenehmigung, der man gern nachkommt. Die Burg mit ihren schönen Räumlichkeiten bietet sich für historische Filme geradezu an.
Schon 1969 waren hier Sammy Davis jr. und Peter Lawford am Set des Films „One More Time“ (dt. „Die Pechvögel“). Die BBC drehte hier zahlreiche Dokumentationen und Fernsehserien wie die „Antiques Road Show„, „Blue Peter„, „Saving Britain’s Past“ oder „Stately Suppers„.
Die britische Rockgruppe Slade nahm 1983 vor dem Castle ihr Musikvideo „Run Runaway“ auf.

Es ist also ständig etwas los im Eastnor Castle und der Hausherr, James Hervey-Bathurst, hat zusammen mit seiner Familie eine ganze Reihe von Einnahmequellen erschlossen.

Published in: on 24. Oktober 2011 at 02:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – Tom Quinn: Eccentric London

Tom Quinns Buch „Eccentric London“ wird vom Verlag so beschrieben: „…offers an eye-opening journey through the capital’s most bizarre past and present, and includes many wonderfully eccentric characters, peculiar traditions, inexplicable monuments and eyebrow-raising sculptures“.

Mir hat die Lektüre viel Spaß gemacht und man erfährt in dem Buch eine ganze Menge über Londoner Besonderheiten, die nicht so allgemein bekannt sind. Die Fotografien von Ricky Leaver sind von sehr guter Qualität.
Sortiert sind die „Exzentritäten“ nach Stadtteilen, die auf einem jeweils vorangestellten Stadtplan eingezeichnet sind.

Hier einige Beispiele:

– Der Beefsteak Club in der Irving Street, den es noch heute gibt, feiert das Beefsteak als Symbol für Freiheit und Wohlstand.

– Die „Embankment Lions“ sind in die Mauern der Uferstraßen eingelassene Löwenköpfe, die als Frühwarnsystem für Überflutungen dienten.

– Die Brixton Windmill ist die einzige noch verbliebene Windmühle in dem Süd-Londoner Stadtteil Brixton.

In das Buch haben sich zwar einige Fehler eingeschlichen; trotzdem: Eine interessante Lektüre mit zahlreichen Anregungen für einen London-Besuch.

Tom Quinns Buch ist zwar im Buchhandel vergriffen, kann aber problemlos z.B. bei Amazon antiquarisch gekauft werden.

Tom Quinn: Eccentric London. New Holland Publ. 2005. 128 Seiten. ISBN 978-1843308966

Published in: on 23. Oktober 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

St Peter’s Barge – Die einzige schwimmende Kirche Londons

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Am West India Dock im Bereich der Canary Wharf liegt sie, die einzige schwimmende Kirche Londons und wohl auch ganz Großbritanniens. St Peter’s Barge war einmal ein Frachtkahn, der auf den niederländischen Kanälen eingesetzt war, bevor er 2003 als Kirche umgebaut und von den Niederlanden nach London gebracht wurde. Die Church of England installierte dann hier einen hauptamtlichen Pastor, der von vier Mitarbeitern unterstützt wird.

Ziel der St Peter’s Gemeinde ist, den Menschen, die in der  Canary Wharf arbeiten und leben, einen Anlaufplatz zu bieten, wo sie ihrem Glauben nachgehen können. Zweimal pro Woche jeweils in der Mittagszeit werden Lunchtime Services angeboten für die Menschen, die in den großen Bürogebäuden arbeiten, während sonntags um 16 Uhr und um 18.30 Uhr Gottesdienste für diejenigen stattfinden, die hier wohnen.

Es gibt in dem ganzen Canary Wharf-Komplex keine einzige Kirche, was sicher u.a. auch an den immens hohen Mieten liegt, die hier gefordert werden, so war die Lösung mit der schwimmenden Kirche die preiswerteste. An die 100 000 Menschen arbeiten hier in den Docklands, von denen sich bis zu 60 – 70 zu den mittäglichen Andachten einfinden. Marcus Nodder, der zurzeit verantwortliche Pastor von St Peter’s Barge, ist zufrieden mit der Nutzung seiner Kirche.

Wie so ein Lunchtime Service abläuft, ist hier zu sehen.

St Peter’s Barge
West India Quay
Hertsmere Road
London E14 4AL

Zielgruppe der schwimmenden Kirche: Die in diesen Bürokomplexen der Canary Wharf arbeitenden Menschen. - © Copyright John Salmon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 22. Oktober 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Althorp (Northamptonshire) – Letzter Ruheort von Prinzessin Diana

Der Lake Round Oval mit Insel auf dem Landsitz der Spencers, Althorp.    © Copyright Simon Ledingham and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Lake Round Oval mit Insel auf dem Landsitz der Spencers, Althorp.
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Am 6. September 1997 machte sich nach einer bewegenden Trauerfeier, die in die ganze Welt übertragen wurde, der Leichenwagen mit dem Sarg von Prinzessin Diana auf den 123 km langen Weg von der Westminster Abbey nach Althorp in Northamptonshire, wo die bei einem Unfall in Paris ums Leben gekommene Prinzessin auf dem Landsitz der Spencers beigesetzt werden sollte.

Diana verbrachte fünf Jahre ihrer Kindheit in Althorp und ihr Bruder Charles Spencer hielt es für angemessen, wenn seine Schwester hier auch ihre letzte Ruhestätte finden würde.
Ursprünglich sollte Diana im Familiengrab der Spencers in der Dorfkirche von Great Brington beigesetzt werden, aber man fürchtete, dass das kleine Dorf von Touristen regelrecht überrannt werden könnte, so entschied man sich für den Landsitz Althorp als Dianas Ruhestätte. Dort gibt es den kleinen Lake Round Oval und darauf eine Insel. Hier wurden die Haustiere der Familie Spencer beerdigt, u.a. Dianas Lieblingskatze Marmalade. Einige der Bäume auf der Insel hatte Diana selbst gepflanzt. Das Grab ist vom Seeufer aus nicht zu sehen.
Gegenüber von der Insel am Rand des Sees befindet sich das Diana Memorial, eine Gedenkstätte für die Prinzessin.

Althorp ist jedes Jahr lediglich für zwei Monate zugänglich; im nächsten Jahr vom 1. Juli bis zum 31. August. Der Andrang in dieser Zeit ist sehr groß und so kann man bereits ab dem 1. Januar 2012 seine Tickets für einen Besuch buchen.

Hier sind einige Eindrücke von Althorp im Film zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Charles Spencer: Althorp – The Story of an English House. Penguin Books 1998. 176 Seiten. ISBN 978-0670883226.

Dianas Gedenkstätte am Lake Round Oval in Althorp.    © Copyright Kenneth  Allen and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Dianas Gedenkstätte am Lake Round Oval in Althorp.
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St Mary the Virgin in Great Brington. Hier wurden viele der Spencer Familie beigesetzt.    © Copyright Anthony Wornum and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Mary the Virgin in Great Brington. Hier wurden viele Mitglieder der Spencer Familie beigesetzt.
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Spukorte – Samlesbury Hall in Samlesbury (Lancashire)

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Samlesbury Hall ist ein wunderschönes, uraltes Haus in dem gleichnamigenDorf in Lancashire, nur einige Autominuten von Preston entfernt. In seiner langen Geschichte diente es allen möglichen Zwecken: Familiensitz, Pub, Mädcheninternat und jetzt findet man in den Räumen ein Museum, eine Gallerie, ein Restaurant und man kann das Haus für Hochzeiten und private Feiern buchen.

Dass es in so alten Gemäuern auch spukt, liegt auf der Hand; ja, Samlesbury Hall rühmt sich sogar „one of the most haunted sites“ in ganz England zu sein. So werden an jedem zweiten Sonntag im Monat “ Simon’s Spooky Ghost Walks“ durchgeführt, auf denen man mit den Geistern des Hauses vertraut gemacht mit, von denen es einige hier gibt. The White Lady soll Lady Dorothy Southworth sein, die das Haus einmal bewohnte; in einem der Räume geht der „Kopflose Priester“ um, der sein Haupt während der Zeit Heinrichs VIII verlor und Joseph Harrison, der in der Hall wohnte und sich auf der Minstrel Gallery das Leben nahm, zeigt eine besondere Vorliebe für Besucherinnen mit langen Haaren, an denen er gern einmal zieht.

Natürlich war das Fernsehteam von „Most Haunted“ auch hier schon zu Gast (sogar zweimal). Yvette Fielding, Derek Acorah und Richard Felix verbrachten eine ganze Nacht in dem Spukhaus und was sie dabei erlebten, kann man hier sehen.

Samlesbury Hall ist täglich, außer samstags, von 11 – 16 Uhr geöffnet.

Samlesbury Hall
Preston New Road
Samlesbury, Preston, Lancashire PR5 OUP
Tel. 01254 812 010

Das Buch zum Artikel:
Jason Karl: Haunted Places of Lancashire. Countryside Books 2006. 96 Seiten. ISBN 978-1853069864.

Published in: on 19. Oktober 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Little Ben – Der kleine Londoner Bruder vom Big Ben

Author: Tagishsimon. This file is licensed under the Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0 License.

Den Big Ben, vielleicht das Londoner Wahrzeichen, kennt wohl jeder. Dass Big Ben aber einen kleinen Bruder, den Little Ben hat, ist nicht so bekannt. In der Londoner Victoria Street steht die Nachbildung, ein gusseiserner, etwa 9 m hoher Turm, der 1892 aufgestellt wurde und bis 1964 hier blieb. In diesem Jahr nahm man ihn wegen Straßenbauarbeiten weg, aber 1981 stellte ihn der Westminster City Council wieder auf, mit freundlicher finanzieller Unterstützung des französischen Mineralölunternehmens Elf Aquitaine, die damit ein Zeichen für die französisch-britische Freundschaft setzen wollte.

Eine Besonderheit Little Bens ist, dass die Uhr nur im Sommer die britische Zeit anzeigt; im Winterhalbjahr zeigt er die Central European Time an, die eine Stunde vor der Greenwich Mean Time liegt. Das Herz in Little Bens Brust schlägt also sowohl für Großbritannien als auch für seinen Sponsor Frankreich, was  in Form eines kleinen Spruchs am Turm deutlich gemacht wird:

My hands you may retard or may advance
my heart beats true for England as for France.

Hier ein kleiner Film über Little Ben.

Wo gibt es den besten Afternoon Tea in Großbritannien?

Eigenes Foto.

Nicht nur in den USA gibt es eine Tea Party-Bewegung, auch im Mutterland des Afternoon Teas ist es wieder „in“, die Zeit zwischen Lunch und Dinner mit einer Kanne Tee und einigen Leckereien zu überbrücken, wobei mir diese Art  „Tea Party“ wesentlich sympathischer ist als die US-amerikanische.

Anna Maria Russell, 7. Duchess of Bedford, soll den Afternoon Tea etwa um 1840 „erfunden“ haben. Bei meinem Aufenthalt kürzlich im Oakley Court Hotel bei Windsor sah ich, dass dort recht viele Hotelgäste in der Lounge ihren Nachmittagstee zu sich nahmen, der reich mit leckeren Dingen garniert war, wobei ich mich fragte wie man dann 2-3 Stunden später schon wieder zum Abendessen schreiten kann.

Der UK Tea Council zeichnet jedes Jahr drei Etablissements aus, die einen vorbildlichen Afternoon Tea anbieten und das in drei verschiedenen Kategorien. Wer den Tea Guild’s Top Tea Award erhält, der darf sich wie ein Oscar-Gewinner fühlen, denn in der Teebranche gibt es keine höhere Auszeichnung. Wie beim „Michelin“ zieht ein Heer von anonymen Testern durchs Land und überprüft Tea Rooms, Pubs und Hotels auf die Qualität ihres nachmittäglichen Angebots. Hier sind die drei Sieger des Jahres 2011:

Den „The Tea Guild Top Tea Place Award“ erhielten die Rocke Cottage Tea Rooms bei Clungunford in Shropshire gelegen. In diesem aus dem 17. Jahrhundert stammenden Cottage stimmt nach Meinung der Inspektoren einfach alles: Perfekter, freundlicher und kenntnisreicher Service, ausgezeichnete Qualität der angebotenen Produkte, die alle aus der nähesten Umgebung kommen und angenehmes Ambiente. Auf der Karte finden sich Zusammenstellungen, die so nette Namen haben wie „The Queen of Hearts She Made Some Tarts All On a Summers Day„oder „Polly Put the Kettle  On, We’ll All Have Tea“. 

The Tea Guild Top City & Country Hotel Tea Award 2011“ ging an The Angel Hotel im walisischen Abergavenny in Monmouthshire. Auch hier rühmten die Inspektoren den vorbildlichen freundlichen Service, Auswahl und  Qualität des angebotenen Tees und die leckeren Scones und Sandwiches. „The Full Afternoon Tea“ kostet hier £16.80 und „The Angel High Tea“  £19.80. Wer möchte, kann das noch mit einem Glas Champagner krönen.

The Tea Guild Top London Afternoon Tea Award 2011“ schließlich wurde einem der besten Londoner Hotels verliehen, dem Claridge’s. Hier nimmt man seinen Tee im The Foyer zu sich, von dessen Art Déco-Einrichtung die Inspektoren begeistert waren. In dieser stilvollen Atmosphäre werden vom sachkundigen freundlichen Personal zahlreiche Teesorten angeboten, die in hervorragender Qualität serviert werden. Hier muss man für seinen Afternoon Tea allerdings tiefer in die Tasche greifen: Die Standardausgabe kostet £38. In der Vorweihnachtszeit und bis zum 2. Januar serviert man im Claridge’s den Festive Afternoon Tea mit Weihnachtsgebäck, Stollen und Champagner für £55. Hier ist ein Film über Afternoon Tea bei Claridge’s.

So klingt der „Afternoon Tea“ der Kinks.

Das Buch zum Artikel:
Perfect Places for Afternoon Tea (AA Lifestyle Guides). Automobile Association 2011. 304 Seiten. ISBN 978-0749566395.

Rocke Cottage Tea Rooms bei Clungunford. – © Copyright Trevor Rickard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Angel Hotel in Abergavenny. – © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Claridge’s in Mayfair, London. – © Copyright Mr Biz and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 16. Oktober 2011 at 02:00  Comments (1)  
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Der Museumsshop im Londoner Sherlock Holmes Museum – Hier gibt es alles rund um den Meisterdetektiv zu kaufen.

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Böse Zungen behaupten, dass es im Londoner Sherlock Holmes Museum (hier ein Film) nicht allzuviel zu sehen gibt, dass der Museumsshop (hier ein kurzer Schwenk durch den Laden) der eigentliche Sinn und Zweck sei.

221b Baker Street, London NW1 6XE lautet die Adresse des SHM, da wo auch der fiktive Superdetektiv mit seinem Adlatus Dr. Watson residierte; doch ein Haus mit dieser Nummer existiert in der Baker Street eigentlich gar nicht. Die Betreiber des Museums haben die „221b“ einfach am Eingang angebracht, in Wirklichkeit müsste das Haus wohl die Nummer „240“ tragen. „The first mystery at the Sherlock Holmes Museum is finding it„,  heißt es daher in Gareth Rubins wunderschönem humorvollen Buch „Crap days out„, das kürzlich erschienen ist und das ich demnächst an dieser Stelle vorstellen werde.

Ja, der Museumsshop: Hier gibt es alles Mögliche und Unmögliche rund um Sherlock Holmes  zu kaufen. Hier sind einige Beispiele:
– Eine Minibüste vom Meister als Briefbescherer für £10
– Ein Kugelschreiber in Form einer Spritze mit einer blutroten Flüssigkeit darin für £3
– Eine Schachtel mit Kräutern, die gegen „Mobile Phone Addiction“ helfen sollen, für £5
– Ein Vogelkäfig mit einem Singvogel darin, den man aufziehen kann und der dann tiriliert für £7
– Eine Uhr in Form der Tower Bridge für £15
– Ein Druck „The Death of Sherlock Holmes„, den man rahmen kann, für £5
– Ein Schachspiel, bei dem die Bauern Polizisten und die beiden Könige Sherlock Holmes bzw. sein Gegenspieler Professor Moriarty sind für £200
– Ein Salz- und Pfefferstreuer mit den Figuren Holmes und Watson für £22

und mein Favorit: Ein Teepott in Form eines Rennwagens. Der Inhalt reicht für eine Tasse. Preis: £25.

Gerry Rafferty schrieb 1978 seine Hommage an die Baker Street in London.

Das Buch zum Artikel:
Allan Foster: Sherlock Holmes and Conan Doyle Locations – A Visitor’s Guide. McFarland 2010. 250 Seiten. ISBN 978-0786446179

Author: Damiano Luchetti. - This work is released into the public domain.

Published in: on 15. Oktober 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Pubschilder – The Woodcolliers Arms in Bewdley (Worcestershire)

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Einige Kilometer westlich von Kidderminster liegt Bewdley (Worcestershire) und in dieser Kleinstadt findet sich der Pub The Woodcolliers Arms, dessen Pubschild nicht an einer Art “ Galgen“ über dem Eingang hängt, sondern an der Hauswand befestigt ist. Es zeigt einen „woodcollier“ bei der Arbeit, das ist ein lokaler Begriff für einen Holzkohlehersteller. Vor langer Zeit stellten die Besitzer des Pubs auch gleichzeitig Holzkohle her. Ich finde das Pubschild sehr gelungen; irgendwie strahlt es eine entspannende Atmosphäre aus: Der auf den Spaten gelehnte Arbeiter, der glimmende Holzkohlehaufen und die hügelige Landschaft im Hintergrund.

Eine Besonderheit des Woodcolliers Arms ist die Küche, in der ein russischer Koch das Sagen hat. Boris Rumba bietet seinen Gästen russisch inspirierte Gerichte an, eine Seltenheit in britischen Pubs.
The Woodcolliers Arms ist ein sogenanntes Free House, d.h. es gehört keiner Brauerei und kann selbst auswählen, welche Biersorten es anbietet. Hier wird z.B. ein spezielles Bier, das Woodcolliers Bitter augeschenkt, das die Ludlow Brewing Company extra für den Pub herstellt. Hier kann man auch Biere mit den merkwürdigen Namen Order of the Garter oder Lazy Days bekommen, die von der St Georges Brewery in Worcester gebraut werden.

Woodcolliers Arms
76 Welch Gate
Bewdley
Worcestershire
DY12 2AU
Tel: 01299 400589


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Published in: on 14. Oktober 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Dorchester-on-Thames (Oxfordshire)

Dorchester High Street. – Eigenes Foto

An einem sonnigen Sonntagnachmittag fuhren wir kürzlich nach Dorchester-on-Thames in Oxfordshire, parkten unser Auto an der High Street und gingen im Ort spazieren. Neugierig auf Dorchester (nicht zu verwechseln mit dem größeren Dorchester in Dorset!) wurden wir durch mehrere Episoden der TV-Krimiserie „Inspector Barnaby„, die hier gedreht wurden.
In der High Street finden sich viele schöne Fachwerkhäuser, eines der schönsten ist das George Hotel, das direkt gegenüber der Abbey steht. Vor dem Eingang steht eine alte Kutsche und ein Torbogen führt von der Straße auf den Parkplatz des Hotels. Das Haus wurde 1495 erbaut und war ein sogenannter „Coaching Inn“; hier machten die Überlandkutschen Halt, die Pferde wurden hier gewechselt und die Passagiere übernachteten auf Wunsch im Haus.

Das George Hotel bietet auch innen all das, was man sich von so einem alten Gebäude erwartet: Eichenholzbalken, große Kamine (sogenannte Inglenooks) und Himmelbetten.

Ein großer Teil der „Inspector Barnaby“-Folgen 44 „The House in the Woods“ (dt. „Fluch über Winyard“) und 33 „The Maid in Splendour“ (dt. „Tod im Liebesnest“) wurden im George Hotel gedreht. Da hieß es „The Feathers“ bzw. „The Maid in Splendour“.

Nicht weit vom George Hotel entfernt, liegt auf der anderen Straßenseite ein weiteres hübsches Hotel „The White Hart„, das 1691 erbaut wurde und über ähnliche Annehmlichkeiten verfügt. Teile von „Small Mercies“ (dt. „Böse kleine Welt“) wurden hier gedreht.

Die Abbey Church ist die Gemeindekirche von Dorchester, in der auch Teile des Dorchester-on-Thames Festivals stattfinden, das zuletzt zehn Tage lang im Mai diesen Jahres ausgetragen wurde.

Inspector Barnaby musste aus beruflichen Gründen noch mehrmals nach Dorchester (der Ort erhielt in der Serie einen fiktiven Namen) und zwar in Folge 35 „Things That Go Bump in the Night“ (dt. „Nachts, wenn du Angst hast“), Folge 36 „Dead in the Water“ (dt. „Nass und Tod“) und Folge 52 „Dance with the Dead“ (dt. „Tanz in den Tod“).

Das Buch zum Artikel:
Warwick Rodwell: Dorchester Abbey Oxfordshire – The Archaeology and Architecture of a Cathedral, Monastery and Parish Church. Oxbow Books 2009. 256 Seiten. ISBN 978-1842173886.

Hier, im George Hotel, ermittelte Inspector Barnaby mehrfach. – Eigenes Foto

The White Hart Hotel in der High Street. – Eigenes Foto

Der Abbey Churchyard. – Eigenes Foto

Sussex by the Sea – Die Liebeserklärung des William Ward-Higgs an Sussex

Hier in South Bersted entstand „Sussex by the Sea“. – This work is released into the public domain. This applies worldwide.

Viele englische Grafschaften haben eine Hymne, die dann zu allen möglichen Anlässen gespielt wird. Die Hymne von Lincolnshire habe ich in meinem Blog schon einmal vorgestellt.

Auch East und West Sussex verfügen über eine „county anthem“, die „Sussex by the Sea“ heißt und im Jahr 1907 komponiert wurde. Entstanden ist sie in dem kleinen Dorf South Bersted, das an der Küste von West Sussex liegt, und der „geistige Vater“ war ein gewisser William Ward-Higgs, der mit seiner Familie von 1902 – 1908  dort lebte, aber auch eine Rechtsanwaltskanzlei in London betrieb.

Wie kam es nun dazu, dass Ward-Higgs, der nicht aus Sussex stammte (er wurde in Lancashire geboren), eine Hymne auf die Grafschaft(en) schrieb?
Da gibt es zwei Versionen:
1. Es war seine Liebe zu Sussex, die ihn veranlasste, einen Marsch zu schreiben, der dann auch bald als Regimentsmarsch des Royal Sussex Regiments übernommen wurde.
2. Ward-Higgs komponierte das Lied anlässlich der Hochzeit seiner Schwägerin Gladys mit dem Hauptmann Roland Waithman vom 2. Bataillon des Royal Sussex Regiments.

Der Rechtsanwalt und Freizeitkomponist Ward-Higgs starb 1936 in Roehampton durch Selbstmord; er wird zumindest in Sussex unvergessen bleiben.

„Sussex by the Sea“ beginnt so:

Now is the time for marching
Now let your hearts be gay
Hark to the merry bugles
Sounding along our way
So let your voices ring, my boys,
And take the time from me
And I’ll sing you a song, as we march along,
Of Sussex by the Sea

und der Refrain lautet:

Oh, Sussex, Sussex by the sea
Good old Sussex by the Sea
You may tell them all that we stand or fall
For Sussex by the sea.

…und so hört es sich an.

Das Buch zum Artikel:
Michael George: Sussex by the sea. Monterey Press 2011. 156 Seiten. ISBN 978-0956018816

Published in: on 12. Oktober 2011 at 02:00  Comments (1)  
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Highgate Cemetery – Der idyllische Friedhof im Norden Londons

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Ich spaziere ausgesprochen gern auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise, auf dem man sich stundenlang aufhalten kann. Er wurde Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt, da die Friedhöfe in der Innenstadt von Paris nicht mehr in der Lage waren, die vielen Toten aufzunehmen.
In London war es nicht anders. Auch hier quollen die Friedhöfe in der Innenstadt über, die hygienischen Verhältnisse waren katastrophal, so dass man sich entschied, an der Peripherie der Stadt sieben neue Friedhöfe anzulegen, einer davon der Highgate Cemetery, der am 20. Mai 1839 eröffnet wurde. Die parkartige Anlage ist nur wenige Gehminuten von Hampstead Heath im Norden Londons entfernt, aber, im Gegensatz zum Père Lachaise in Paris, nicht vollständig frei zugänglich. Im neueren, östlichen Teil kann man sich frei bewegen, während der alte, der westliche Teil nur mittels Führungen zu besichtigen ist.
Die werktäglichen Führungen für den Westteil sind sehr begehrt, so dass empfohlen wird, mindestens eine Woche vorher zu buchen, während die Führungen am Wochenende (stündlich von 11 Uhr bis 15 Uhr bzw. 16 Uhr im Sommer) nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt…“ vorgenommen werden.

Der Highgate Cemetery ist ein Dorado für die Vogel- und Tierwelt Londons. Zahlreiche Vogelarten und Kleintiere sind hier zu sehen, die sich in dem idyllischen Friedhof angesiedelt haben. Wie sich ein Spaziergang über den Friedhof  anhört, kann man hier erfahren.

Highgate ist der letzte Ruheort für viele Prominente geworden, deren Gräber natürlich am häufigsten aufgesucht werden. Unumstrittener „Star“ hier ist das Grab von Karl Marx. Marx starb 1883 in London und bei seiner Beisetzung waren lediglich eine Handvoll Trauergäste anwesend. Auf seinem Grabstein steht der berühmte Satz „Workers of all land unite“.

Hier sind noch einige bekannte Menschen, die auf dem Highgate Cemetery beigesetzt sind:
Douglas Adams, Verfasser der Romanreihe „Per Anhalter durch die Galaxis“
George Eliot alias Mary Ann Evans, Autorin der Romane „Die Mühle am Fluss“ und „Middlemarch“
Malcolm McLaren, Punker, Sänger, Modemacher, der erst am 22. April 2010 hier seine letzte Ruhestätte fand
– Ein Teil der Dickens-Familie: Charles‘ Bruder Alfred, seine Frau Catherine und seine Eltern John und Elizabeth. Charles Dickens selbst wurde in der Westminster Abbey beigesetzt.
John Galsworthy, Literaturnobelpreisträger und Autor der „Forsyte-Saga“
Patrick Wymark, Schauspieler und Vater von Jane Wymark (Tom Barnabys Frau Joyce in der ITV-Krimiserie „Inspector Barnaby“)

Anfang der 1970er Jahre geriet der Friedhof in die Schlagzeilen, als Berichte von einem Vampir laut wurden, der angeblich dort sein Unwesen trieb und der Highgate Vampire genannt wurde.

Schätzungsweise 53 000 Gräber sind auf dem Highgate Cemetery bis jetzt zu finden und es werden immer mehr, denn der Friedhof wird auch weiterhin genutzt.

Highgate Cemetery
Swain’s Lane
London
Highgate
N6 6PJ
Tel. 020 8340 1834

Das Buch zum Artikel:
John Gay & Francis Barker: Highgate Cemetery – Victorian Valhalla. John Murray Publishers 1988. 111 Seiten. ISBN 978-0719541377 (nur noch antiquarisch erhältlich).

Das Grab von Karl Marx.    © Copyright Julian Osley and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Grab von Karl Marx.
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„Wer wird Millionär?“ – Die Erkennungsmelodie von Keith und Matthew Strachan

1998 war wohl das beste Jahr im Leben von Keith Strachan. Er bekam einen Anruf von der TV-Produktionsfirma Celador, die händeringend jemanden brauchte, der eine Titelmelodie für die neue Quizshow „Who wants to be a millionaire?“ schreibt.  Es lag zwar schon eine Komposition von Peter Waterman vor, die aber neu arrangiert werden sollte. “They said they wanted something dramatic and full of tension, so I knew it had to be a new piece altogether,” erinnert sich Keith Strachan. So machte er sich gemeinsam mit seinem Sohn Matthew Strachan ans Werk und was dann dabei heraus kam, machte die beiden Komponisten zu Millionären.

Die beiden Strachans orientierten sich an den Eröffnungstakten von Gustav HolstsMars, das ist ein Teil seiner Orchestersuite „Die Planeten“, und das Endergebnis ist in der ganzen Welt bekannt, überall da, wo es nationale Ausgaben von „Wer wird Millionär?“ gibt.

Keith Strachan stammt übrigens aus Consett im County Durham, da wo auch Rowan Atkinson geboren wurde. Den Ort stellte ich in meinem Blog hier schon einmal vor. Das Schreiben von TV-Erkennungsmelodien war ihm nicht fremd, denn er komponierte bereits für die Comedy-Serie „The Detectives“ und die Gameshow „Talking Telephone Numbers“ die Titelmelodie.

Auch Sohn Matthew Strachan betätigte sich im Feld der Film- und TV-Musik, so schrieb er u.a. die Erkennungsmelodien zu den Fernsehshows „Question time“ und „Winning lines„.

Noch ein Wort zu der Quizshow „Who wants to be a millionaire?“. Die „Originalshow“, die Idee stammt dazu stammt aus England, wird seit 1998 bis heute von Chris Tarrant präsentiert, sozusagen der englische Günther Jauch. Im kommenden Jahr will die ITV eine tagsüber ausgestrahlte Parallelsendung bringen, die dann von Sharon Osbourne, der Frau von Heavy Metal-Sänger Ozzy Osbourne, geleitet werden soll. Hier ein Beispiel wie „Wer wird Millionär?“ in England aussieht.

Hier
ist die Erkennungsmelodie zu „Who wants to be a millionaire?“

Eine von Amoure gemixte Version erreichte sogar im Jahr 2000 die britischen Single-Charts (Platz 33).

Das Buch zum Artikel:
Chris Tarrant: Millionaire moments – the story of „Who wants to be a millionaire?“. Little, Brown 2002. 224 Seiten. ISBN 978-0316724562.

Chris Tarrant, der englische Günther Jauch. - Author: Phooto. - This file is licensed under the Creative Commons Attribution 3.0 Unported license.

Jump London – Durch die Straßen und über die Dächer der Hauptstadt

This work has been released into the public domain by its author, Wavertree.

„Parkour ist eine unter anderem von David Belle gegründete Sportart, bei welcher der Teilnehmer – der Traceur (französisch: „der den Weg ebnet“ oder „der eine Spur legt“) – unter Überwindung sämtlicher Hindernisse den kürzesten oder effizientesten Weg von A zum selbstgewählten Ziel B nimmt“; so die Wikipedia.

Diese nicht ganz ungefährliche Sportart wird überwiegend von jungen Männern auch in der britischen Hauptstadt ausgeübt, wo sie an Mauern hoch klettern, über Dächer springen und andere Hindernisse überqueren. Das sieht alles sehr leicht aus, erfordert aber eine sehr gute Kondition.

Nicht so ganz klar scheinen die Unterschiede zwischen den Traceurs und den Free Runners zu sein, die ebenfalls auf akrobatische Weise in den Großstädten unterwegs sind. Begriffe wie Pop Vault, Cat Crawl oder Gap Jump bezeichnen die Art und Weise wie die Hindernisse angegangen bzw. überwunden werden.

Die Dokumentation „Jump London„, die im Jahr 2003 von Channel 4 ausgestrahlt wurde, machte die Themen Parkours und Free Running auch in der Öffentlichkeit bekannt. Der Film zeigt drei französische Traceurs bei der Ausübung ihrer Sportart in London, wobei sie berühmte Bauwerke wie die Royal Albert Hall oder das Globe Theatre mit einbeziehen.

Zwei Jahre später folgte die Fortsetzung „Jump Britain„, in der zwei der drei Traceurs, gemeinsam mit Mitgliedern von Urban Freeflow, London verlassen und andere britische Bauwerke wie das Edinburgh Castle oder  die Tyne Bridge in Newcastle „bezwingen“.

Hier ist die komplette Dokumentation „Jump London“.

In dem Musikvideo „Proper Education“ von Eric Prydz sind auch einige Free Runner mit ihren Aktionen zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Jan Witfeld, Ilona Gerling, Alexander Pach: Le Parkour & Freerunning – Entdecke deine Möglichkeiten! Meyer & Meyer 2010. 320 Seiten. ISBN 978-3898995412

Published in: on 9. Oktober 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Burgh Island Hotel in Devon – Hier wohnten schon Agatha Christie und Noel Coward

Eigenes Foto.

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Um es gleich vorweg zu sagen, der irische Sänger Chris de Burgh hat mit Burgh Island nichts zu tun :-).
Das in der Bigbury Bay vor der Südküste Devons gelegene Burgh Island Hotel ist schon etwas ganz Besonderes. Bei Ebbe kann man die Insel bzw. das Hotel problemlos zu Fuß erreichen, bei Flut muss man die Hilfe des sogenannten Sea Tractors in Anspruch nehmne, das ist ein Gefährt mit sehr großen Rädern und hohen Aufbauten, das die Hotelgäste bei Bedarf durch die Fluten geleitet.

Das weiße Hotel an der Spitze der kleinen Insel war schon immer als Rückzugsort für Prominente beliebt, so wohnten hier u.a. die Krimiautorin Agatha Christie, der Schriftsteller Noel Coward, der Rennfahrer Malcolm Campbell und der Schauspieler George Formby jr.
Nach einigen dieser früheren Gäste sind auch die Zimmer des Hotels benannt.

Agatha Christie, die auf Einladung des damaligen Hotelbesitzers Archie Nettlefold hier weilte, wurde durch die besondere Lage des Art Deco-Hotels zu ihren Romanen „Ten little Indians“ (das später in „Then there were none“ umbenannt wurde; der deutsche Übersetzungstitel „Und dann gabs keines mehr“) und „Evil under the sun“ (dt. „Das Böse unter der Sonne“) angeregt.

Das Hotel pflegt und besitzt noch immer den Charme der glamourösen 30er Jahre, so gibt es hier jeden Mittwoch- und Samstagabend einen Dinner Dance bei dem Black Tie und Evening Dress vorgeschrieben sind. Auch sonst legt man im Haus sehr viel Wert auf angemessene Kleidung. „It is simply impossible to be overdressed at Burgh Island“ heißt es von der Hotelleitung. Wer nicht im Haus wohnt, kann übrigens auch als „Non-Resident“ am Black-Tie-Dinner teilnehmen.

Die Übernachtungspreise für die meisten Zimmer liegen bei etwa 450 Euro und beinhalten auch Frühstück und Abendessen. Für die Gartensuite sollte man noch einmal 50% dazurechnen.

Neben dem Hotel liegt der urige ehemalige Schmugglergasthof Pilchard Inn, in dem die Hotelgäste, wenn sie es etwas informeller haben möchten, auch das Abendessen zu sich nehmen können.

Es liegt auf der Hand, dass ein Hotel mit dieser außergewöhnlichen Lage auch gern als Filmkulisse genommen wird. Passenderweise drehte man hier im Jahr 2001 die Episode „Evil under the sun“ aus der TV-Serie „Agatha Christie’s Poirot“ mit David Suchet in der Hauptrolle.
Auch Joan Hickson war 1992 als Miss Marple in der gleichnamigen TV-Krimiserie in der Folge „The mirror crack’d from side to side“ auf Burgh Island zu sehen.

In der BBC-Serie „Lovejoy„, in der ein Antiquitätenhändler im Mittelpunkt steht und die von 1986 bis 1994 ausgestrahlt wurde, spielte die Folge „Somewhere over the rainbow“ im Burgh Island Hotel.

Hier ist ein Film über das Hotel zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Tony Porter: The Great White Palace. Deerhill Books 2005. 319 Seiten. ISBN 978-0955072703

Der Sea Tractor vor dem Burgh Island Hotel. Eigenes Foto.

Der Sea Tractor vor dem Burgh Island Hotel.
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Der Pilchard Inn neben dem Burgh Island Hotel. Eigenes Foto.

Der Pilchard Inn neben dem Burgh Island Hotel.
Eigenes Foto.

Published in: on 8. Oktober 2011 at 02:00  Comments (1)  
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Chesil Beach – 28 Kilometer langer Strand vor der Küste Dorsets

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Von Portland bis nach West Bay erstreckt sich vor der Küste Dorsets ein 28 Kilometer langer Kieselstrand, der sich Chesil Beach nennt. Er ist ca 160 Meter breit und bis zu 12 Meter hoch. Chesil Beach ist ein Teil der sogenannten Jurassic Coast Süd-Englands. Hinter diesem Kieselstrand ist eine Lagune entstanden, The Fleet, die sowohl von Süßwasser als auch von Meerwasser gespeist wird und zu einem Naturreservat geworden ist, in dem sich zahlreiche Wasservögel und Fische angesiedelt haben. Auf einem Boot mit Glasboden, dem Fleet Observer, das von Ostern bis Ende Oktober verkehrt, kann man sich die Unterwasserwelt der Lagune ansehen.
Im ganzjährig geöffneten Chesil Beach Visitors Centre, südlich von Ferrybridge gelegen, kann man sich über die Gegend informieren und Führungen entlang des Strands buchen. Bei den „Low Tide Walks“ sieht man bei Ebbe seltene Meereslebewesen, die dann zum Vorschein kommen.

Vor und während des 2. Weltkriegs war The Fleet ein Bombenabwurfgelände der Royal Air Force. Die Dam Busters übten hier, bevor sie ihre Angriffe auf deutsche Staudämme starteten.

Im nächsten Jahr wird sich die Besucherzahl in der Region drastisch erhöhen, denn bei den Olympischen Spielen 2012 werden die Segelwettbewerbe vom Hafen von Portland aus gestartet.
Hoffentlich stranden dann nicht einige dieser Boote am Chesil Beach, denn die Strömung vor der Küste ist nicht ungefährlich; zahlreiche Schiffe sind hier schon auf Grund gelaufen, worüber man sich im Museum von Portland genauer informieren kann.

Chris de Burgh veröffentlichte im letzten Jahr ein Album mit dem Titel „Moonfleet and other Stories„, das auf dem gleichnamigen Abenteuerroman von J. Meade Falkner basiert, der 1898 erschien (dt. „Moonfleet“, 2005) und am Chesil Beach spielt. De Burgh nahm einige der dazugehörenden Musikvideos dort auf; als Beispiel ist hier „Everywhere I go“ zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Ian McEwan: Am Strand (Original: On Chesil Beach). Diogenes-Verlag 2008. 208 Seiten. ISBN 978-3257237887. Ein Roman, der am Chesil Beach spielt.

The Fleet. - © Copyright Tony Atkin and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 7. Oktober 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das London Restaurant Festival 2011 und das spektakuläre London Eye Dinner

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Das diesjährige London Restaurant Festival findet vom 3. bis zum 17. Oktober statt. 2009 ins Leben gerufen, werden jetzt zum dritten Mal in ganz London in über 600 teilnehmenden Restaurants spezielle Menüs angeboten und Veranstaltungen rund um das Thema Essen durchgeführt. Spitzenköche aus der Hauptstadt, aber auch „Normalköche“ aus dem Lokal an der Ecke haben sich in diesem Jahr wieder Gedanken gemacht wie sie ihre Gäste kulinarisch verwöhnen können.

Das Highlight des diesjährigen London Restaurant Festivals dürfte aber wohl das an vier Tagen angebotene Dinner in einer der Gondeln des Riesenrades London Eye darstellen. Vom 3. bis zum 6. Oktober, jeweils ab 19.15 Uhr, werden drei Gondeln zu einem Mini-Restaurant umfunktioniert, in denen jeweils 10 Gäste Platz haben. Der Abend beginnt bei einem Glas Champagner im Savoy Hotel, dann werden die Gäste zum London Eye chauffiert. Hier nimmt man in seiner Gondel Platz und erhält nach jeder vollständigen Rotation des Riesenrades einen neuen Gang des Menüs serviert, jeweils von einem anderen Spitzenkoch zubereitet, u.a. von  Hélène Darroze vom Connaught Hotel und Nuno Mendes  vom Viajante. Es muss schon ein großartiges Erlebnis sein, dieses Menü zu sich zu nehmen und gleichzeitig einen atemberaubenden Blick auf das erleuchtete London zu haben.
Dieser einmalige Abend hat natürlich seinen Preis. Zwischen £12,500-£15,000 kostet eine Gondel, je nachdem ob man den Tag mit einer Übernachtung im Savoy Hotel ausklingen lassen möchte.
Die Einnahmen kommen übrigens einem wohltätigen Zweck zugute.

Das Buch zum Artikel:
„Time Out“ London Eating and Drinking Guide 2012. Time Out Guides 2012. 288 Seiten. ISBN 978-1905042630 (Erscheint am 10. Oktober 2011).

Nächtlicher Blick vom London Eye auf die Hungerford Bridge. - © Copyright Paul Gillett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 6. Oktober 2011 at 02:00  Comments (2)  
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Pubschilder – The Cat & Custard Pot Inn in Shipton Moyne (Gloucestershire)

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Ich werde ab jetzt in loser Reihenfolge einige besonders schöne oder originelle Pubschilder in meinem Blog vorstellen.

Sehr schön finde ich dieses doppelseitige Schild eines Pubs in Gloucestershire: The Cat & Custard Pot Inn in Shipton Moyne, etwa 5 km von Tetbury entfernt.
Auf der einen Seite sieht man eine ausgelassene Jagdgesellschaft (die vielleicht gerade aus dem Pub gekommen ist und einige Pints intus hat), auf der anderen Seite ist eine Katze zu sehen, die ihren Kopf tief in einen Topf mit Vanillesauce (custard)  gesteckt hat.

Der Name des Pubs soll dem Buch „Handley Cross or Mr Jorrocks’s Hunt“ von  Robert Smith Surtees entnommen sein, das 1843 erschien und Farbdrucke enthält, u.a. auch „The Kill on The Cat and Custard Pot Day“, das wir in etwas modernisierter Form auf dem Pubschild wiederfinden.

The Cat & Custard Pot Inn
The Street

Shipton Moyne
Gloucestershire
GL8 8PN
Tel. (01666) 880249

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Published in: on 5. Oktober 2011 at 11:23  Comments (1)  

Bill Bryson und sein Kampf gegen die Zersiedlung und Verstädterung der englischen Landschaft

So schön wie hier bei Hartlebury in Worcestershire sollte die englische Landschaft auch in Zukuft aussehen. - © Copyright P L Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der US-amerikanische Reiseschriftsteller Bill Bryson mit Wohnsitz in Wramplingham (Norfolk) ist zornig. Zornig gegenüber der britischen Koalitionsregierung und ihrem geplanten  National Planning Policy Framework, ein in der britischen Öffentlichkeit sehr umstrittenen Vorhaben, das es Industrieplanern und Baufirmen sehr viel leichter macht, größere Bauvorhaben im „Green Belt“, also in der freien Natur, durchzusetzen. Kritiker fürchten, dass es zu den schlimmsten negativen Auswirkungen auf die englische Landschaft seit dem 2. Weltkrieg kommen wird.

Bill Bryson ist Präsident der Campaign to Protect Rural England, einer Organisation, die sich dem Schutz des ländlichen Raums widmet. Aus seinem Heimatland, den USA, weiß Bryson, welche Auswirkungen ungebremste Bauaktivitäten haben und wie schnell eine Landschaft zersiedelt werden kann. Er und viele andere Bewohner auf dem Land fürchten, dass demnächst noch mehr Gewerbegebiete, Supermärkte und Siedlungen um die Dörfer und Kleinstädte herum entstehen werden, was dann wiederum zur Zerstörung der jahrhundertealten Strukturen führen wird, mit verheerenden Auswirkungen auch auf das soziale Gefüge dort. Schon jetzt stehen immer mehr Läden auf den High Streets leer und noch mehr Tescos und Asdas auf der „grünen Wiese“ werden diese Leerstände noch vermehren. Die Builder und Developer freuen sich schon auf das geplante Gesetz und suchen sich wohl schon im Geiste die Sahnestücke heraus, auf denen sie die Landschaft verschandeln wollen.

Bill Bryson ist übrigens kein grundsätzlicher Gegner der Vereinfachung von Bauvorhaben, aber sie sollen nicht mitten in die Natur geklotzt werden, sondern seiner Meinung nach sollten dafür „brownfields“ genutzt werden, also Gelände, das schon einmal bebaut worden ist und nun leer steht.

Das Buch zum Artikel:
Richard Askwith: The Lost Village: In Search of a Forgotten Rural England. Ebury Press 2008. 368 Seiten. ISBN 978-0091909130

Sieht so die Zukunft des englischen Green Belt aus wie hier bei Guildford? - © Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 5. Oktober 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

John Elwes – Der König der Londoner Geizhälse und Exzentriker

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John Elwes wurde 1714 in eine Familie hineingeboren, die schon damals in Londoner Kreisen als extrem geizig galt, obwohl die Bankkonten gut gefüllt waren.
Seine wohlhabende Mutter soll an Unterernährung gestorben sein und sein ebenfalls gut betuchter Onkel sass oft abends vor dem Kamin, in dem lediglich ein Stückchen Holz brannte, und er ging dann im Dunkeln in sein Schlafgemach, um die Kosten für eine Kerze zu sparen.

Kein Wunder also, dass auch John Elwes auf diese Linie einschwenkte und sparte, was das Zeug hielt. Hier einige Beispiele:

– Er weigerte sich, dass seine Söhne eine gute Ausbildung erhielten, weil die ja dann auf die Idee hätten kommen können, Geld auszugeben, statt es zu behalten.

– Selbst bei scheußlichstem Wetter ging Elwes von einem Ende Londons zum anderen, damit er nicht ein paar Pennies für eine Kutsche ausgeben musste.

– Er soll angeblich eine Perücke getragen haben, die ein Bettler weggeworfen hatte und einen Mantel, der schon vor lauter Abnutzung schimmelgrün geworden war und den früher einmal ein Angehöriger dazu verwendet hatte, um ein Loch in der Wand zu stopfen.

– Wenn er London einmal verließ, nahm er immer ein oder zwei gekochte Eier mit, um nicht einkehren zu müssen, und er schlief dann immer im Freien unter einer Hecke. In einem Gasthof zu übernachten, kam für John Elwes nicht in Frage. Sein Pferd ließ er immer auf dem Gras neben der Straße laufen, damit die Hufeisen nicht so schnell abgenutzt wurden.

– John Elwes besaß mehrere Häuser in London und auch ein Anwesen in Suffolk, die er aber nicht möblierte; stattdessen nahm er immer ein paar Kleinmöbel mit, wenn er die Häuser aufsuchte.
Man könnte diese Liste seiner exzentrischen Handlungen noch lange fortführen. Zum Abschluss sei noch gesagt, dass als Elwes auf dem Sterbebett lag und er zusammen mit seinem Anwalt sein Testament aufsetzte, auch noch gespart wurde, denn der Anwalt durfte das Schriftstück nicht bei Kerzenschein aufsetzen, sondern musste sich mit dem schwachen Licht, das das Kaminfeuer warf, zufriedengeben.

Zehn Jahre war der Londoner Exzentriker und Ober-Geizhals Mitglied des Parlaments für Berkshire, und als er 1789 starb, hinterließ er seinen beiden unehelichen Söhnen und seinem Neffen £800,000, was einem heutigen Wert von £28,000,000 entspricht. Elwes kam mit rund £50 jährlich aus. Ich kann mir vorstellen, dass die Erben nachträglich keine Probleme mit dem Lebenswandel des lieben John hatten.

Als Charles Dickens 1843 „A Christmas Carol“ schrieb, soll John Elwes Pate für die Figur des Ebenezer Scrooge gestanden haben.

Das Buch zum Artikel:
Edward Topham & James Ridgway: The Life of the Late John Elwes, Esquire; Member in Three Successive Parliaments for Berkshire. BiblioBazaar 2010. 116 Seiten. ISBN 978-1140596066.

St John the Baptist in Stoke-by-Clare (Suffolk). Hier vor dem Altar liegt John Elwes begraben. - © Copyright Keith Evans and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 4. Oktober 2011 at 02:00  Comments (2)  
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St Peter’s Brewery in St Peter South Elmham bei Bungay (Suffolk)

Eigenes Foto

In dem kleinen Dorf St Peter South Elmham südlich von Bungay in Suffolk liegt die St Peter’s Brewery, die erst 1996 von John Murphy gegründet wurde. Die Brauerei benutzt weitestgehend Produkte aus der nahen Umgebung und holt das Wasser aus einem eigenen Brunnen auf dem Gelände.
St Peter’s stellt ausschließlich Real Ales her und der Anteil an Flaschenbieren liegt bei 90%.
Die Flaschen unterscheiden sich von Bieren aus anderen Brauereien dadurch, dass sie oval sind. Die Form beruht auf einer Flasche, die etwa 1770 für den Gastwirt Thomas Gerrard hergestellt wurde, der einen Gasthof am Delaware River in Nordamerika betrieb.

St Peter’s stellt eine breite Palette an Bieren her, darunter auch Exoten wie Grapefruit Bier und glutenfreies Bier, aber auch Organic Ale und Organic Best Bitter. Ich habe drei Sorten probiert: Best Bitter, Old Style Porter und Cream Stout, die ich alle sehr gut fand.

Wie die meisten Brauereien stellt auch St Peter’s saisonale Biere her wie das Summer Ale und das Winter Ale. Das neueste Produkt, das erst am 24. Oktober in den Handel kommt, nennt sich The Saints Whisky Beer und ist eine Kooperation mit The English Whisky Co im nahegelegenen Roudham in Norfolk.

Wer die Brauerei einmal besichtigen möchte, der kann das jeden Samstag und Sonntag zwischen 11 Uhr und 15 Uhr tun, dann finden stündlich geführte Touren statt. Einen Shop gibt es hier auch, wo man die ganze Palette der Biere kaufen kann.

Hier ist eine Bierprobe des Old Style Porters zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Roger Protz & Steve Sharples: Country Ales & Breweries. Weidenfeld & Nicholson 1999. 160 Seiten. ISBN 978-0297836254 (nur noch antiquarisch erhältlich).

St. Peter’s Brewery Co Ltd.
St. Peter’s Hall,
St. Peter South Elmham,
Bungay, Suffolk.
NR35 1NQ

St Peter's Hall, hier ist die Brauerei untergebracht.    © Copyright Bob Jones and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Peter’s Hall, hier ist die Brauerei untergebracht.
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Published in: on 2. Oktober 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Thomas Hardys Herz und sein Grab auf dem Kirchhof von St Michael’s in Stinsford (Dorset)

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Als der berühmte englische Schriftsteller Thomas Hardy am 11. Januar 1928 in Dorchester (Dorset) starb, gab es unterschiedliche Auffassungen darüber, wo er begraben werden sollte. Die öffentliche Meinung tendierte dazu, ein so großer Schriftsteller müsste doch eigentlich in der Westminster Abbey in der Poet’s Corner seine letzte Ruhe finden. Seine engste Familie sah das aber anders; sie wollte, wie Hardy zu Lebzeiten auch, dass er auf dem Kirchhof des kleinen Dorfes Stinsford, das ebenfalls in Dorset liegt, beigesetzt wird.

Was nun? Man entschied sich dafür, dass Hardys Asche nach London in die Westminster Abbey gebracht werden, sein Herz aber auf dem Kirchhof von St Michael’s in Stinsford bleiben sollte. So waren beide Seiten zufrieden gestellt.

Beides geschah dann auch so: ABER – bald machten merkwürdige Gerüchte die Runde. Es hieß, Hardys Herz läge da gar nicht auf dem Kirchhof; es wäre vorher von einer Katze gefressen worden, als es nach der Entnahme eine Zeit lang unbeobachtet auf einem Tisch gelegen hatte. Es gibt mehrere Versionen über diese unverzeihliche Tat der Katze. Der Autor Frank Smyth ist der Meinung, dass der Täter Hardys Katze Cobby war, die sich dieses Teil ihres Herren einverleibt hatte. Als der Begräbnisunternehmer das Fehlen des Herzens bemerkte, soll er kurzerhand die Katze getötet und sie an Stelle des Herzens in das dafür vorgesehene Gefäß getan haben, dass dann in das Grab eingelassen wurde. Cobby wurde jedenfalls nie wieder gesehen, was für diese Version spricht.

Hier ist ein ganz alter Film der British Pathé, der die Beerdigungszeremonie auf dem Friedhof von Stinsford zeigt. Was mag wohl wirklich in der Box sein, die der Priester vor sich her trägt?

Das Buch zum Artikel:
Andrew Norman: Thomas Hardy – Behind the Mask. The History Press Ltd 2011. 224 Seiten. ISBN 978-0752456300.

St Michael's in Stinsford.    © Copyright Peter Trimming and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Michael’s in Stinsford (Dorset).
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