Highgate Cemetery – Der idyllische Friedhof im Norden Londons

   © Copyright Derek Harper and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Derek Harper and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ich spaziere ausgesprochen gern auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise, auf dem man sich stundenlang aufhalten kann. Er wurde Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt, da die Friedhöfe in der Innenstadt von Paris nicht mehr in der Lage waren, die vielen Toten aufzunehmen.
In London war es nicht anders. Auch hier quollen die Friedhöfe in der Innenstadt über, die hygienischen Verhältnisse waren katastrophal, so dass man sich entschied, an der Peripherie der Stadt sieben neue Friedhöfe anzulegen, einer davon der Highgate Cemetery, der am 20. Mai 1839 eröffnet wurde. Die parkartige Anlage ist nur wenige Gehminuten von Hampstead Heath im Norden Londons entfernt, aber, im Gegensatz zum Père Lachaise in Paris, nicht vollständig frei zugänglich. Im neueren, östlichen Teil kann man sich frei bewegen, während der alte, der westliche Teil nur mittels Führungen zu besichtigen ist.
Die werktäglichen Führungen für den Westteil sind sehr begehrt, so dass empfohlen wird, mindestens eine Woche vorher zu buchen, während die Führungen am Wochenende (stündlich von 11 Uhr bis 15 Uhr bzw. 16 Uhr im Sommer) nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt…“ vorgenommen werden.

Der Highgate Cemetery ist ein Dorado für die Vogel- und Tierwelt Londons. Zahlreiche Vogelarten und Kleintiere sind hier zu sehen, die sich in dem idyllischen Friedhof angesiedelt haben. Wie sich ein Spaziergang über den Friedhof  anhört, kann man hier erfahren.

Highgate ist der letzte Ruheort für viele Prominente geworden, deren Gräber natürlich am häufigsten aufgesucht werden. Unumstrittener „Star“ hier ist das Grab von Karl Marx. Marx starb 1883 in London und bei seiner Beisetzung waren lediglich eine Handvoll Trauergäste anwesend. Auf seinem Grabstein steht der berühmte Satz „Workers of all land unite“.

Hier sind noch einige bekannte Menschen, die auf dem Highgate Cemetery beigesetzt sind:
Douglas Adams, Verfasser der Romanreihe „Per Anhalter durch die Galaxis“
George Eliot alias Mary Ann Evans, Autorin der Romane „Die Mühle am Fluss“ und „Middlemarch“
Malcolm McLaren, Punker, Sänger, Modemacher, der erst am 22. April 2010 hier seine letzte Ruhestätte fand
– Ein Teil der Dickens-Familie: Charles‘ Bruder Alfred, seine Frau Catherine und seine Eltern John und Elizabeth. Charles Dickens selbst wurde in der Westminster Abbey beigesetzt.
John Galsworthy, Literaturnobelpreisträger und Autor der „Forsyte-Saga“
Patrick Wymark, Schauspieler und Vater von Jane Wymark (Tom Barnabys Frau Joyce in der ITV-Krimiserie „Inspector Barnaby“)

Anfang der 1970er Jahre geriet der Friedhof in die Schlagzeilen, als Berichte von einem Vampir laut wurden, der angeblich dort sein Unwesen trieb und der Highgate Vampire genannt wurde.

Schätzungsweise 53 000 Gräber sind auf dem Highgate Cemetery bis jetzt zu finden und es werden immer mehr, denn der Friedhof wird auch weiterhin genutzt.

Highgate Cemetery
Swain’s Lane
London
Highgate
N6 6PJ
Tel. 020 8340 1834

Das Buch zum Artikel:
John Gay & Francis Barker: Highgate Cemetery – Victorian Valhalla. John Murray Publishers 1988. 111 Seiten. ISBN 978-0719541377 (nur noch antiquarisch erhältlich).

Das Grab von Karl Marx.    © Copyright Julian Osley and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Grab von Karl Marx.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Julian Osley and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

   © Copyright Derek Harper and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Derek Harper and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.