Pubschilder – „The Electrical Wizard“ in Morpeth (Northumberland)

© Copyright Trish Steel and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Kleinstadt Morpeth liegt im äußersten Nordosten Englands in der Grafschaft Northumberland. Dort finden wir einen Pub, der den Namen „The Electrical Wizard“ trägt und auf dem ein gewisser Walford Bodie abgebildet ist.
Bodie, der von 1869 – 1939 lebte, war seinerzeit eine umstrittene Person; er verdiente seinen Lebensunterhalt als Showhypnotiseur und Magier, der mit Elektrizität experimentierte, indem er beispielsweise 30 000 Volt durch seinen Körper fließen und dabei 16 Glühlampen hell erstrahlen ließ.

Bodie, der „britische Edison“, baute eine Kopie des Elektrischen Stuhls, wie er im Zuchthaus Sing Sing in den USA stand, und führte damit auf der  Bühne Scheinhinrichtungen durch. Walford Bodie war eine merkwürdige Gestalt und der Pub in Morpeth ist nach meinen Recherchen der einzige in Großbritannien, der ihm gewidmet ist.

„The Electrical Wizard“ wurde am 15. März in diesem Jahr eröffnet und gehört zur Kette der JD Wetherspoon Pubs.

In diesem Film stellt eine Theatergruppe das Leben des Walford Bodie in einem Straßenumzug nach.

The Electrical Wizard
11 New Market
Morpeth
Northumberland
NE61 1PS
Tel. 01670500640

Das Buch zum Artikel:
Roger Woods & Brian Lead: Showmen or Charlatans? –  The Stories of ‚Dr‘ Walford Bodie and ‚Sir‘ Alexander Cannon. Brian Lead 2005. 71 Seiten. ISBN 978-0951283820.

Der "Electrical Wizard" in Morpeth. - © Copyright Trish Steel and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 30. November 2011 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Aktuelle Kochbücher auf den englischen Bestsellerlisten

Obwohl die englische Küche noch immer nicht den allerbesten Ruf hat (zu Unrecht, denn ich habe in englischen Restaurants  schon sehr gut gegessen) und man sie auf dem Kontinent mit Fish & Chips, Lamm mit Pfefferminzsoße oder Yorkshirepudding mit Gravy gleichsetzt – Das Interesse der Engländer an TV-Kochshows und an Kochbüchern ist groß und so finden sich regelmäßig Bücher zum Thema Kochen (oft Begleitbücher zu Fernsehshows) auf den vorderen Plätzen der Bestsellerlisten.

Hier ist eine Auswahl mit dem Stand Ende November 2011:

Jamie Oliver: Jamie’s Great Britain. Jamies Bücher verkaufen sich hervorragend in England, einige sind auch in deutscher Übersetzung erschienen. Er wuchs schon als Kind im Restaurant seiner Eltern auf, die noch heute den Gastropub „The Cricketers“ in Clavering bei Saffron Walden in Essex betreiben. In seinem aktuellen Buch bricht Jamie Oliver eine Lanze für die britische Küche. Auch visuell ist dieses Buch ein Genuss. Basierend auf seiner Fernsehserie.

Lorraine Pascal: Home Cooking Made Easy. Die in der Karibik geborene Lorraine Pascal war erst Model, bevor sie ihre Liebe fürs Kochen entdeckte. Durch ihre BBC-Fernsehshow „Baking Made Easy“ wurde sie landesweit bekannt und das unter dem gleichen Titel erschienene Begleitbuch war ein durchschlagender Erfolg. Im September und Oktober diesen Jahres wurde die Nachfolgeserie „Home Cooking Made Easy“ ausgestrahlt und wieder parallel dazu ein Buch auf den Markt gebracht, das sich seit Wochen auf den Bestsellerlisten hält.

Hugh Fearnley-Whittingstall: Veg – River Cottage Everyday. Hugh Fearnley-Whittingstall betreibt seine „River Cottage“ Kochsendungen auf Channel 4. In seiner letzten Show, die im Herbst diesen Jahres lief, beschäftigte er sich mit Gemüse und in seinem Begleitbuch hat er über 200 Rezepte zusammengestellt, die mehr Appetit auf das „Grünzeug“ machen sollen. Auch dieses Kochbuch ist üppig illustriert.

Linda Collister: Great British Bake Off – How to Bake: The Perfect Victoria Sponge and Other Baking Secrets. Im Sommer 2010 startete die BBC ihre neue Kochshow „The Great British Bake Off„, eine der auch in Deutschland beliebten Kochwettbewerbe, in der Amateurbäcker gegeneinander antreten, von denen in jeder Sendung einer herausgewählt wird, bis am Schluss der Sieger übrigbleibt. Über 120 Rezepte sind in diesem Buch der BBC zusammengefasst – kurz vor Weihnachten ein sehr beliebtes Thema.

Published in: on 29. November 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Pudding Lane in London – Hier begann 1666 der Große Brand von London

Pudding Lane heute; im Hintergrund “The Monument to the Great Fire of London”.     © Copyright Peter Trimming and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Pudding Lane heute; im Hintergrund “The Monument to the Great Fire of London”.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Peter Trimming and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Pudding Lane, London EC3, das klingt doch eigentlich ganz gut. Süße Nachspeisen erscheinen da vor dem geistigen Auge und in einer  Straße mit diesem netten Namen würde man doch eigentlich ganz gern wohnen.

ABER: Mit Nachspeisen hat das Wort „pudding“ in diesem Fall gar nichts zu tun. Im Gegenteil, es ist eher eklig. „Pudding“ war im Mittelalter ein Begriff, der mit „Schlachtabfälle“ übersetzt werden kann, Eingeweide und alles, was nicht zum menschlichen Verzehr geeignet ist.
Auf dem Weg von den Schlachterläden, die sich in der benachbarten Straße Eastcheap in der City of London befanden, zu den Themse-Frachtkähnen, die diese Abfälle entsorgten, kamen die Karren durch die Pudding Lane und Teile der übelriechenden Ladung fiel da auch schon einmal auf die Straße. Die Adresse war seinerzeit also kein bevorzugtes Wohngebiet.

Im Jahr 1666 hatte auch ein Bäcker namens Thomas Farryner (es gibt auch andere Schreibweisen) seine Backstube in der Pudding Lane. Am frühen Morgen des 2. September brach hier ein Feuer aus; vermutlich hatte der Bäcker die Glut in seinem Backofen nicht vollständig gelöscht (auch hier gibt es noch andere Versionen über die Entstehung des Feuers). Farryner konnte dem sich rasch ausbreitenden Feuer entfliehen, einige andere Londoner jedoch nicht. Das Feuer, das vier Tage lang im Zentrum Londons wütetete, kostete einige Menschenleben (es war immer die Rede von sechs bis neun, es können aber auch wesentlich mehr gewesen sein) und legte die Innenstadt in Schutt und Asche. Über 13 000 Häuser und 87 Kirchen fielen den Flammen zum Opfer; auch die St Paul’s Cathedral war betroffen. Einer profitierte allerdings vom Great Fire of London: Der Architekt Sir Christopher Wren, denn der hatte in den nächsten Jahrzehnten alle Hände voll zu tun, alles wieder aufzubauen, was die Flammen zerstört hatten.

Das Buch zum Artikel:
Adrian Tinniswood: By Permission of Heaven – The Story of the Great Fire of London. Pimlico 2004. 352 Seiten. ISBN 978-0712668477.

Erinnerungsplakette.    © Copyright Christine Matthews and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Erinnerungsplakette.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Christine Matthews and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Alwinton Border Shepherds‘ Show in Northumberland – Schafe, Ringkämpfe und Querfeldeinrennen

Eine Dudelsackband aus den Highlands auf der Alwinton Show. - © Copyright David Clark and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Viel Abwechslung und Amüsement gibt es mitten in Northumberland nicht, da kommt es den wenigen Bewohnern dieses Gebietes (die Grafschaft ist die am dünnsten besiedelste Englands) gerade recht, wenn einmal im Jahr eine richtig schöne Landwirtschaftsshow abgehalten wird und zwar in dem kleinen Dorf Alwinton. Am 2. Samstag im Oktober findet diese „Country Fair“ jährlich statt, und das war in diesem Jahr das 146. Mal.

Im Mittelpunkt der Show stehen die Schafe, von denen es hier im Border Country an der Grenze zu Schottland jede Menge gibt. Die schönsten Tiere werden ausgezeichnet, einige müssen aber auch (ob sie wollen oder nicht) bei den Sheep Dog Trials mitmachen; das sind die Wettbewerbe, bei denen Border Collies verschiedene Aufgabe bekommen, mit dem Ziel eine kleine Herde von Schafen in ein „pen“, einen Pferch, zu treiben. Wenn alle Schafe darinnen versammelt sind und das Gatter geschlossen ist, ist die Aufgabe von Hund und „Handler“ erfüllt. Den Border Collies scheint das Spaß zu machen, den Schafen eher nicht. Wie das Ganze abläuft, kann man in diesem Film sehen.

Auf der Show in Alwinton gab es natürlich noch sehr viel mehr Attraktionen: Hunderennen, Fell Races (Querfeldeinrennen jeweils für Erwachsene und für Kinder), Ringkämpfe im Cumberland & Westmorland-Stil und jede Menge Verkaufsbuden und Erfrischungsstände, sowie Autoscooter und die unvermeidliche Hüpfburg.

Wenn nach diesem ereignisreichen Samstag alles abgebaut ist, kehrt wieder Ruhe in Alwinton ein und das kleine Dörfchen versinkt bis zum nächsten Oktober erneut in einen Dornröschenschlaf.

Das Buch zum Artikel:
Charles Bowden: The Last Shepherds. Granada Media 2005. 272 Seiten. ISBN 978-0233001524.

Ob ich wohl zum schönsten Schaf der Alwinton Show gekürt werde?? - © Copyright David Clark and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

"Downtown" Alwinton. - © Copyright Ian Drummond and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 27. November 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Downton Abbey – Die ITV-Dramaserie und ihre Titelmusik

 

Foto meiner CD.

Foto meiner CD.

Downton Abbey“ ist eine der erfolgreichsten britischen Fernsehserien der letzten Jahre, die in zwei Staffeln vom Sender ITV ausgestrahlt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. In über 100 Ländern ist die Serie schon gezeigt worden; in Deutschland läuft sie zu Weihnachten 2012 im ZDF,  nachdem sie zuvor im Pay-TV-Sender Sky Cinema zu sehen war.

Die Titelmusik von „Downton Abbey“ wurde von John Lunn geschrieben, der schon für den Soundtrack von zahlreichen anderen TV-Serien und Filmen verantwortlich war. Ich finde die Melodie wunderbar und sie bleibt (zumindest bei mir) tagelang im Ohr hängen. Gespielt wird „Downton Abbey – The Suite“ vom Chamber Orchestra of London und es gibt auf der Soundtrack-CD auch eine gesungene Version mit dem Titel Did I Make the Most of Loving You“ in der wunderschönen Interpretation der 21jährigen Mary-Jess Leaverland. Hier sind die Titelmelodie und Teile des Soundtracks zu hören.

Um noch einmal auf John Lunn zurückzukommen. Die Titelmelodien der TV-Serien, die er schrieb, klingen alle etwas ähnlich, sind aber alle außerordentlich gefühlvoll und „haunting“. Hier einige Beispiele:
– Die Mini-Serie „Little Dorrit“ nach dem gleichnamigen Roman von Charles Dickens.
– „The Wisdom of Crocodiles“ (dt. „Die Weisheit der Krokodile“), 1998, mit Jude Law.
– „Madame Bovary„, eine BBC-Verfilmung mit Hugh Bonneville (der den Earl of Grantham in „Downton Abbey“ spielt).
– „Cambridge Spies„, eine vierteilige BBC-Dramaserie von 2003.

Die 19 Titel des Original-Soundtracks von „Downton Abbey“ sind auf einer CD erhältlich, die am 19. September erschien. Ich finde John Lunns Kompositionen, genauso wie die TV-Serie, großartig.

Das Buch zum Artikel:
Jessica Fellowes: The World of Downton Abbey. Collins 2011. 304 Seiten. ISBN 978-0007431786. Sehr zu empfehlen!!!

Highclere Castle.    © Copyright pam fray and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Highclere Castle.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright pam fray and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 26. November 2011 at 02:00  Comments (1)  
Tags: ,

St Martin’s Church in Bladon (Oxfordshire) – Letzte Ruhestätte von Sir Winston Churchill

   © Copyright Philip Halling and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Philip Halling and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Sir Winston Churchill kam am 30. November 1874 im Blenheim Palace, nördlich von Oxford, zur Welt, und nur wenige Kilometer entfernt, in dem Dörfchen Bladon, fand er, auf eigenen Wunsch, auf dem Kirchhof von  St Martin’s seine letzte Ruhestätte.

Churchill starb am 24. Januar 1965 in London. Am 30. Januar fand der Trauerstaatsakt  in der St Paul’s  Cathedral statt. Anschließend wurde die Leiche des berühmten Staatsmannes mit einem Sonderzug (hier historische Aufnahmen davon), dessen Lokomotive die Typenbezeichnung „SR Battle of Britain class 21C151 Winston Churchill“ trug (und die heute im National Railway Museum in York steht), nach Long Hanborough in Oxfordshire gebracht und von dort zur St Martin’s Church in Bladon. Hier fand noch einmal eine Trauerfeier in engstem Familienkreis statt, die vom örtlichen Pfarrer zelebriert wurde.

Unzählige Menschen suchten seitdem die Grabstätte auf, so dass 1998 der Grabstein durch einen neuen, £350 000 teuren, ersetzt wurde und die Grabstelle neu hergerichtet werden musste. Auch 2006 war eine Renovierung des Churchill-Grabes nötig, so groß und auch zerstörerisch war der Besucherstrom.

Sir Winstons Frau Clementine starb 1977 und wurde neben ihm beigesetzt; auch Churchills Eltern, sein Bruder Jack, seine Kinder Randolph, Diana und Sarah, sowie sein Schwiegersohn Christopher Soames fanden auf dem Kirchhof von St Martin’s ihre letzte Ruhe.

Dieser Film zeigt einige Bilder von Churchills Grab.

Das Buch zum Artikel:
Roy Jenkins: Churchill – A Biography. Pan 2002. 1020 Seiten. ISBN 978-0330488051.

St Martin's in Bladon.    © Copyright Roger Davies and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Martin’s in Bladon.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Roger Davies and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Montagu Arms Hotel in Beaulieu (Hampshire)

© Copyright Chris Downer and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Im New Forest in Hampshire gibt es eine Vielzahl von angenehmen Hotels, das Montagu Arms in Beaulieu ist eines davon. In den einschlägigen Hotelführern wird es positiv erwähnt, der AA-Führer hat dem zu den „Pride of Britain“ gehörenden Haus vier Sterne verliehen.

Das 200 Jahre alte Montagu Arms wurde im Laufe der Zeit immer wieder verändert bzw. vergrößert, und wir finden im Hotel überall schöne Kamine und holzvertäfelte Wände.

Das Terrace-Restaurant gehört zu den besten weit und breit und rühmt sich eines Michelin-Sterns, den sich Matthew Tomkinson erkocht hat. Tomkinson arbeitete vorher in „The Goose“ in Britwell Salome in Oxfordshire, wo er auch schon einen der begehrten Sterne des Hotelführers erworben hatte.

Das Hotel ist nicht sehr groß und verfügt nur über 22 Zimmer und Suiten, von denen einige über ein Himmelbett verfügen. Die Übernachtungspreise in der Woche für ein Standard-Doppelzimmer beginnen bei £148.00 (incl. Frühstück) und enden bei £258.00 für die Deluxe Suite. Am Wochenende liegen die Preise deutlich höher (um £50.00 bis £90.00),

Über ein eigenes Spa verfügt The Montagu Arms nicht, die Gäste können aber das SenSpa von Careys Manor Hotel in Brockenhurst, dem Schwesterhotel,  mitbenutzen, das etwa 10 km entfernt liegt und das ich in meinem Blog auch schon vorgestellt habe. Beide Häuser kann ich für einen Aufenthalt im New Forest sehr empfehlen!

Dieser kleine Film gibt einen ersten Eindruck vom Hotel.

The Montagu Arms Hotel
Beaulieu
New Forest, Hampshire.
SO42 7ZL
Tel: 01590 612324

Published in: on 24. November 2011 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Daniel Lambert – Einst der dickste und schwerste Mann Englands

"Daniel Lambert". Porträt von Benjamin Marshall (1807). - This work has been identified as being free of known restrictions under copyright law, including all related and neighboring rights.

Auf dem Friedhof der St Martin’s Church in Stamford (Lincolnshire) liegt er begraben, Daniel Lambert, der einst schwerste Mann Englands, der am 21. Juni 1809 im Gasthof „Waggon and Horses“ in Stamford starb. Erstaunliche 335 kg brachte Lambert auf die Waage, der nur 39 Jahre alt wurde.
Warum der in Leicester geborene Mann so dick wurde, ist nie so ganz klar geworden, da er nicht übermäßig viel aß oder trank. Erst als Lambert Mitte 20 war, begann sein Körpergewicht gewaltig zuzunehmen. Wenn er auf Reisen ging, benutzte er eine extra verstärkte Kutsche und man kann sich vorstellen, welche Probleme der Bestatter hatte, als es darum ging Lamberts sterbliche Hülle in einen Sarg und dann in ein extrabreites Grab zu bringen.

Wie umfangreich Daniel Lambert war, geht aus folgender Schilderung eines Zeitgenossen hervor: „When sitting he appears to be a stupendous mass of flesh, for his thighs are so covered by his belly that nothing but his knees are to be seen, while the flesh of his legs, which resemble pillows, projects in such a manner as to nearly bury his feet“ (Clive Aslet: Landmarks of Britain).

Tragischerweise sah Daniel Lambert, ehemaliger Gefängniswärter,  keine andere Möglichkeit seinen Lebensunterhalt zu verdienen, als sich selbst mit seinem gigantischen Körper zur Schau zu stellen und dafür Geld zu nehmen. 1 Shilling kostete der Besuch in seiner Londoner Wohnung.

Als Lambert gestorben war, kaufte der Besitzer von Stamfords „Ram Jam Inn“ seine Kleider, die später im Museum von Stamford ausgestellt wurden; leider schloss das Museum am 30 Juni 2011 aus Kostengründen seine Pforten. Aus dem „Ram Jam Inn“ wurde später  „The Daniel Lambert“, der heute nicht mehr existiert.  Auch in Leicester gab es einen Pub mit diesem Namen, der in den 1970er Jahren abgerissen wurde.

In Stamfords „George Hotel„, in dem ich einige Male übernachtete und das ich in meinem Blog schon vorgestellt habe, hängt in der Eingangshalle ein Porträt von Daniel Lambert und sein Spazierstock ist hier auch ausgestellt.

Die Schriftstellerin Sue Townsend, die durch ihre Adrian Mole-Romane bekannt wurde, hat dem Dicken ein Theaterstück gewidmet, das „The Ghost of Daniel Lambert“ heißt und 1981 in Leicester uraufgeführt wurde.

Der Fußballverein von Stamford, Stamford A.F.C., der momentan in der Division One South der Northern Premier League spielt, hat den Spitznamen The Daniels, in Erinnerung an den Mann, dessen kurzes Leben auf dem Friedhof der Stadt in Lincolnshire ein Ende fand.

Daniel Lamberts Gewichtsrekord ist seitdem mehrfach übertroffen worden. Ein gewisser Paul Mason soll einmal ca 440 kg gewogen haben.

Hier ist ein Film der BBC über den Mann aus Leicester.

Daniel Lamberts Grab in Stamford. - © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 23. November 2011 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Das Bibendum Restaurant im Michelin-Gebäude in London

Das Michelin House in Chelsea. - © Copyright Julian Osley and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In der Fulham Road 81 im Londoner Stadtteil Chelsea steht ein Gebäude, das am 20. Januar 1911 eröffnet wurde und als Hauptquartier und Reifenlager der französischen Fa. Michelin diente. 100 Jahre ist dies nun her; der Verwendungszweck des sogenannten „Michelin House“ hat sich allerdings geändert. Statt Autoreifen finden sich jetzt ein Conran Shop, Büros, eine Bar und das berühmte Bibendum-Restaurant in dem Haus, das auch durch seine Bleiglasfenster bekannt geworden ist, deren Originale verschollen sind und durch Kopien ersetzt wurden. Die Fenster zeigen das Michelin-Männchen, die Werbefigur der Reifenfirma, das den Namen Bibendum trägt.

Was lag näher als dem Restaurant, dem Flaggschiff des gastronomischen Reichs Terence Conrans, den Namen Bibendum zu geben? Hier verbindet sich Art Deco-Kunst mit anspruchsvoller französischer Küche und daher zählt das Restaurant zu den besten und begehrtesten der britischen Hauptstadt.

Küchenchef ist seit 1995 Matthew Harris, der als Chef de Partie bereits seit der Eröffnung des Restaurants dabei ist und eine konstant gleichmäßige Leistung auf hohem Niveau gebracht hat.
Von mittags bis abends geöffnet ist die Bibendum Oyster Bar, die vor allem für seine frischen Meeresfrüchte in ganz London bekannt und beliebt ist.

Hier ist ein Film über die 100-Jahr-Feier des Michelin Houses, zu dem die Elite der britischen Köche geladen war.

Bibendum
The Michelin House
81 Fulham Road
London SW3 6RD
Tel. 020 7581 5817

Das Buch zum Artikel:
Terence Conran, Simon Hopkinson and Matthew Harris: The Bibendum Cookbook. Conran Octopus Ltd 2010. 224 Seiten. ISBN 978-1840915631.

© Copyright R Sones and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.


Published in: on 22. November 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Die Coniston Brewing Company – Bier aus dem Lake District


Mein aktueller Neuzugang zu meiner Sammlung englischer Biere ist das Bluebird Bitter von der Coniston Brewing Company, die ihren Sitz in Coniston in Cumbria hat.
Das Bluebird Bitter wurde erstmals 1998 als  Supreme Champion Beer of Britain beim  Great British Beer Festival in London ausgezeichnet. Das klare reine Wasser der Coniston Hills im Lake District hat sicher auch seinen Teil zum Geschmack dieses Bieres beigetragen. Benannt wurde das Bluebird Bitter übrigens nach dem Rennboot, mit dem Donald Campbell am 4. Januar 1967 auf dem See Coniston Water bei 527 km/h seinen Tod fand. Erst am 28. Mai 2001 fand man das Wrack und die sterblichen Überreste Campbells.

Die Brauerei ist noch ziemlich jung; sie wurde 1995 von Ian Bradley gegründet, dem Sohn der Inhaber des örtlichen Pubs The Black Bull; da war wohl damals schon etwas in der Muttermilch, das den Werdegang des Sohnes beeinflusste.

Die Standard-Biere der Coniston Brewing Company heißen z.B.  Old Man Ale, Thurstein Pilsener oder No.9 Barley Wine („Best served by a log fire with snow on the ground at the Black Bull Inn Coniston“) und in der kalten Jahreszeit wird noch zusätzlich das Winter Warmer Blacksmiths Ale gebraut.

Hier ist ein Film über die Verkostung des „Bluebird Bitter“ und hier ein weiterer kurzer Film über den hübschen Ort Coniston.

The Coniston Brewing Co. Ltd
Coppermines Road
Coniston LA21 8HL
Tel: 015394 41133

The Black Bull in Coniston.    © Copyright Peter Trimming and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Black Bull in Coniston.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Peter Trimming and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 21. November 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Bray (Berkshire)

St Michael’s Church in Bray. – Eigenes Foto

An einem frühen Sonntagmorgen spazierten wir durch das kleine Dorf Bray, das vor den Toren von Maidenhead an der Themse in der Grafschaft Berkshire liegt. In den Straßen war kaum jemand zu sehen, alles schien noch zu schlafen.
Kein Mensch käme auf die Idee, dass in diesem überschaubaren Dorf zwei der besten britischen Restaurants liegen, beide mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet. Die „Fat Duck“ von Heston Blumenthal stellte ich in meinem Blog schon einmal vor. Das zweite hochklassige Restaurant im Ort ist der „Waterside Inn“ von Alain Roux. So ist es nicht verwunderlich, dass hier zur Mittags- oder Abendessenszeit Bentleys, Jaguars oder andere entsprechende Fahrzeuge geparkt sind. Bei einem vorigen Besuch in Bray nahm eine Stretchlimousine sehr viel Parkraum ein.

Inspector Barnaby war hier nur einmal zu Gast und zwar in der Episode „Ring Out Your Dead“ (dt. „Glockenschlag zum Mord“) aus der 5. Staffel. In dem Film geht es um einen Wettbewerb von Bell Ringers, den die Vertreter von Midsomer Wellow unbedingt gewinnen wollen, aber leider werden ihre Mitglieder durch Morde immer weiter dezimiert. Die Aufnahmen wurden merkwürdigerweise an drei verschiedenen Standorten vorgenommen. Für die Außen- und Innenaufnahmen wurde die St Leonard’s Church in Watlington in Oxfordshire herangezogen, die Glocken waren die von St Dunstan’s in Monks Risborough (Buckinghamshire) und für das Innere des Glockenturms, dort wo die Bell Ringer übten und auch zu Tode kamen, verwendete man die St Michael’s Church in Bray.

Der Ort ist in England nicht nur durch seine beiden Restaurants bekannt geworden, sondern auch durch das im 18. Jahrhundert entstandene Lied „The Vicar of Bray„; eine Satire auf die Karriere besagten Vikars, der in seinem Amt bleiben möchte, obwohl die religiöse Situation sich im Lande ständig verändert.

Die Hauptstraße von Bray. – Eigenes Foto

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Stillleben am Sonntagmorgen in einer Nebenstraße von Bray. Eigenes Foto.

Stillleben am Sonntagmorgen in einer Nebenstraße von Bray.
Eigenes Foto.

Ein altes Haus in Bray. Eigenes Foto.

Ein altes Haus in Bray.
Eigenes Foto.

So soll es sein! In Bray herrscht Ruhe. Schild am berühmten Waterside Inn an der Themse. Eigenes Foto.

So soll es sein! In Bray herrscht Ruhe. Schild am berühmten Waterside Inn an der Themse.
Eigenes Foto.

 

Das Huddersfield Contemporary Music Festival 2011 – Experimentalmusik in West Yorkshire

Der Campus der Universität von Huddersfield und die St Paul’s Hall (die Kirche im Hintergrund), in der einige Aufführungen stattfinden. – © Copyright Steve Fareham and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ich habe Huddersfield in West Yorkshire als graue Stadt an einem grauen Tag in Erinnerung; bei Sonnenschein sieht das hier aber sicher viel freundlicher aus.
Einmal im Jahr ist Huddersfield internationales Zentrum für alle Freunde der neuen und experimentellen Musik mit dem Huddersfield Contemporary Music Festival; selbst London hat so etwa nicht zu bieten.

Gestern, am 18. November, begann das Musikfestival 2011, das bis zum 27. November laufen wird. Was wird geboten? Experimentalmusik, Jazz, elektroakustische Vorführungen, also Musik, die nicht so ohne weiteres leicht zu konsumieren ist. Um nur einige Namen zu nennen von Komponisten und Musikern, die schon am Festival teilgenommen haben bzw. deren Musik hier aufgeführt wurde: John Cage, Brian Eno, Karl-Heinz Stockhausen, Steve Reich.

Der diesjährige „Composer in Residence“ ist der dänische Komponist Bent Sørensen, der sich vor allem mit fraktaler Musik beschäftigt.

Ein weiterer dänischer Komponist, Jexper Holmen, wurde im vorigen Jahr auserkoren, zwei Jahre lang „Composer in Residence“ zu sein und in dieser Zeit, neue Kompositionen zu schreiben. Seine Plattenfirma Dacapo Records beschreibt seine Musik folgendermaßen: „Jexper Holmen is a composer of extremes…His earlier works were often provocative in their embrace of ‘ugliness‘ – loud and extreme instrumental sounds presented in only slightly varied repeated patterns confronted one with a raw musical surface“.

Das Festival ist mit Terminen vollgepackt; es geht bereits mittags mit den ersten Auftritten los und zieht sich bis in den späten Abend hin.

Als Beispiel wie experimentelle Musik auch  aussehen kann bzw. anzuhören ist, sei hier John Cage mit seinem „4’33““ genannt, ein „Musikstück“ für das keiner ein Notenblatt benötigt.

Das Buch zum Artikel:
Richard Steinitz: Explosions in November – The First 33 Years of Huddersfield Contemporary Music Festival. University of Huddersfield 2011. 308 Seiten. ISBN 978-1862180994 (Erscheint am 18.11.2011).

Der Blackpool Tower in Blackpool – Nach Renovierung ist er wieder geöffnet

© Copyright Chris Heaton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Am 1. September wurde der Blackpool Tower nach umfassender Renovierung für die Öffentlichkeit wieder  freigegeben, das Symbol der Vergnügungsstadt im Nordwesten Englands, das dem Pariser Eiffelturm nachempfunden wurde. Die Hauptattraktion der umgestalteten Aussichtsplatform, Blackpool Tower Eye genannt, ist der Skywalk, ein Glasboden, durch den man 158 m in die Tiefe blicken kann; schwindelfrei sollte man also schon sein, bevor man diesen Boden aus Spezialglas betritt.

Am 14. Mai 1894 wurde der Blackpool Tower eröffnet und er ist im Laufe der Jahre zu einem multifunktionalen Vergnügnungszentrum geworden. Mittelpunkt ist der großartige Ballroom, in dem man zum Klang einer Wurlitzer-Orgel nachmittags tanzen kann. Mehrere Folgen der beliebten BBC-One-Serie „Strictly Come Dancing“ (der deutsche Ableger lief unter dem Titel „Let’s Dance“ auf RTL) fanden hier schon statt.

Was wäre ein Vergnügungszentrum ohne eine Horrorattraktion? Seit dem 1. September gibt es hier im Turm den Blackpool Tower Dungeon, der von den gleichen Leuten entworfen wurde, die auch für den London und den York Dungeon verantwortlich sind. Hier werden die hoffentlich nicht allzu verängstigten Besucher u.a. mit den Pendle Witches, der Torture Chamber und  dem Elevator to Hell konfrontiert.

Zwischen den vier Füßen des Turms ist seit 1894 der Blackpool Tower Circus etabliert, der schon einmal geschlossen werden sollte, was aber auf heftigen Protest stieß, so dass man von den Plänen wieder Abstand nahm.

Weiterhin gibt es im Angebot des Blackpool Towers:

Jungle Jim’s Towering Adventureland – ein riesiger Abenteuerspielplatz für Kinder
Madam Tussaud’s Blackpool – das unvermeidliche Wachsfigurenkabinett
Ein 4D-Kino und viele weitere Amüsiermöglichkeiten für Erwachsene und Kinder.
Sehenwert ist auch die neue Illumination der Turmspitze, die im Zuge der Renovierungsarbeiten installiert wurde.

Hier sind einige Impressionen vom Turm im Film.

Das Buch zum Artikel:
Allan W. Wood & Ted Lightbown: Blackpool Through Time. Amberley Publishing 2010. 96 Seiten. ISBN 978-1848686625.

Blick vom Turm auf die Stadt Blackpool. - © Copyright Ian Petticrew and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.


Cher Lloyd: With Ur Love – Ein weiterer Hit aus der „X Factor(y)“

Cher Lloyd ist ein weiteres Produkt aus der britischen „X Factor(y)“. In der beliebten ITV-Casting-Show erreicht sie im vergangenen Jahr einen 4. Platz. Simon Cowell, einer der Juroren und Musikproduzent, nahm sie daraufhin unter Vertrag und brachte im Juni diesen Jahres ihre erste Single „Swagger Jagger“ auf den Markt, die sofort auf Platz 1 der britischen Charts kam.

Das erste Album, „Sticks + Stones„, der 18jährigen Sängerin aus Malvern in Worcestershire erschien jetzt am 7. November. Die Singleauskopplung „With Ur Love“ , an der Cher Lloyd auch mitgeschrieben hat, erreichte kurz nach Erscheinen ebenfalls die Top Ten der Charts in Großbritannien. Unterstützt wird Cher dabei von dem US-amerikanischen Sänger und Songwriter Mike Posner.

Das Musikvideo bietet neben der hübschen Cher und ihren beiden Mitstreiterinnen interessante Ausblicke auf die Londoner Skyline. Die durch ihre extravaganten Outfits aufgefallene Britin hat auch schon das Interesse von Jay-Z gefunden, einem der einflussreichsten US-Produzenten. Vielleicht kann aus Cher Lloyd einmal ein großer Star werden?

Hier ist „With Ur Love“ zu hören und zu sehen.

Published in: on 17. November 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Mein Buchtipp – Roger Long: Historic Inns Along the River Thames

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Die Themse ist ein Fluss, der mich immer wieder von neuem fasziniert; sei es als „kleine“ Themse in Wiltshire, sei es als „große“ Themse in London.
Am Rand dieses Flusses haben sich im Lauf der Jahrhunderte zahllose Gasthäuser etabliert, die zu einem Besuch einladen. Im Sommer kann man bei den meisten auf einer Terrasse oder auf dem Rasen direkt neben der Themse sein Pint zu sich nehmen und zuschauen wie sich das Wasser langsam in Richtung London fortbewegt.

Die dicht bewachsenen Ufer rufen Erinnerungen wach an Jerome K. Jeromes Buch „Drei Mann in einem Boot“ wie Harris & Co dort ihr Lager aufschlagen und ihr Abendessen zubereiten.

Eine Auswahl von besonders empfehlenswerten Gasthöfen an der Themse hat Roger Long in seinem Buch „Historic Inns Along the River Thames“ zusammengestellt und mit Schwarz-Weiß-Fotos illustriert.

Long beginnt seine Reise an der Themsequelle und so heißt dann auch der erste vorgestellte Gasthof „The Thames Head Inn„, der an der A433 zwischen Tetbury und Cirencester in Gloucestershire liegt.

Der letzte an der Themsemündung gelegene Inn ist „The Castle“ an der Eastern Esplanade in Southend-on-Sea in Essex.

Zwischen diesen beiden Eckpunkten finden sich in Roger Longs Buch viele reizvolle Häuser, die auch zu einem längeren Verweilen einladen. Was gibt es Schöneres, als nach einem angenehmen Abendessen den Tag mit einem kleinen Spaziergang an der Themse ausklingen zu lassen und den Booten nachzusehen, die gemächlich flussauf oder flussab fahren?

Roger Long: Historic Inns Along the River Thames. Sutton Publishing 2006. 142 Seiten. ISBN 978-0750943642.

The Thames Head Inn bei Kemble in Gloucestershire. – © Copyright John Attfield and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Swan Hotel in Staines. – © Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Prospect of Whitby in Wapping/London. © Copyright Christine Matthews and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Published in: on 16. November 2011 at 02:00  Comments (1)  

Borough Market – Einer der größten Lebensmittelmärkte Londons

© Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die London Lifestyle Awards wurden im vorigen Jahr erstmals vergeben und der Sieger in der Kategorie London Food Market of the Year  war der Borough Market, der im Stadtteil Southwark in den Hallen unterhalb der verlängerten London Bridge angesiedelt ist.

Der Borough Market ist „posh“, d.h. hier kaufen auch die Londoner Feinschmecker ein, die Köche der großen Restaurants und die vermögenden Bewohner der Metropole, für die die gehobenen Preise des Marktes keine Rolle spielen.
Der nur donnerstags bis samstags geöffnete Markt bietet eine riesige Auswahl an einheimischen und internationalen Produkten an. Ursprünglich war der Borough Market ein reiner Obst- und Gemüsemarkt; mittlerweile gibt es aber auch viele andere Dinge hier zu kaufen.
Die „Wine Pantry“ z.B. hat sich auf den Verkauf englischer Weine und Sekte spezialisiert und soll die größte Weinhandlung dieser Art in ganz Großbritannien sein.
The Sausage Man“ bietet Wurst und Schinken aus dem Schwarzwald an.
Une Normande à Londres“ hat eine riesengroße Auswahl an französischem Käse.
Der Stand von „Utobeer“ an der Middle Row hat sich auf Biere aus der ganzen Welt spezialisiert.
The Rabot Estate“ an der Stoney Street importiert edle Kakao-Produkte von der Karibikinsel St. Lucia.

Das ist nur eine kleine Auswahl aus dem riesigen Angebot, das man auf dem Borough Market findet. Hier kann man wirklich einen ganzen Tag zubringen, ohne dass es langweilig wird.

In einigen britischen Filmen wurden Szenen auf dem Borough Market gedreht, so. z.B. in „Lock, Stock and Two Smoking Barrels“ (dt. „Bube, Dame, König, grAS“) und „Bridget Jones’s Diary“ (dt. „Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“).

Hier ist ein Film über den Borough Market zu sehen.

Borough Market
8 Southwark Street
London SE1 1TL
Tel. 020 7407 1002

Das Buch zum Artikel:
Ptolemy Dean: The Borough Market Book –  From Roots to Renaissance. Civic Books 2006. 192 Seiten. ISBN 978-1904104902.

Das Richard III Museum in York (North Yorkshire) –

König Richard III auf der Anklagebank. Eigenes Foto.

Als wir neulich das Richard III Museum in York besuchten, gingen sintflutartige Regenfälle über der Stadt nieder und wir waren froh, uns in trockenen Räumen aufhalten zu können. Einige wenige Touristen suchten im Vorraum des Museums  Zuflucht, sonst waren wir ganz allein in der Ausstellung.

Seit 1992 gibt es das Museum schon, das im Monk Bar untergebracht ist, einem jener Tore in den Stadtmauern, die York noch heute in Teilen umschließen. Von den drei Räumen des Museums soll der oberste 1484 von Richard III selbst in Auftrag gegeben worden sein. Der König hätte sich wohl nicht träumen lassen, dass diese Räumlichkeiten nach mehr als 500 Jahren noch immer seinem Andenken gewidmet sind.

Die Ausstellung ist sehr interessant aufbereitet. Das Kernstück bildet ein Gerichtsverfahren, in dem Richard III dem Mord an seinen beiden Neffen angeklagt wird. Per Knopfdruck kann man den Ton dazuschalten und anschließend werden die Besucher aufgefordert, in ein ausliegendes Buch ihre Meinung zu schreiben, ob der König schuldig oder unschuldig ist.

Im obersten Raum, der durch eine kleine enge Steintreppe zugänglich ist, kann man die von Richard III angeordneten Hinrichtungen nacherleben. Bei unserem Besuch war der Raum geschlossen und ein Hinweisschild stand vor der Tür „Apologies: The executioner is on holiday. Your appointment with death has been postponed„. Noch einmal Glück gehabt!

Im Museumsshop kann man sich mit Literatur über Richard III und allerlei Devotionalien eindecken. Ein Besuch lohnt sich (auch bei schönem Wetter!).

Siehe auch mein Blogeintrag über die Richard III Society.

Nachtrag vom 04.06.2014: Der Inhaber und die „Seele“ des Museums, Mike Bennett, ist leider in diesem Jahr im Alter von nur 55 Jahren gestorben. Übernommen hat der York Archaelogical Trust das Museum, das am 4. April unter dem neuen Namen Richard III Experience wieder eröffnet wurde. Die neue Internetadresse: http://www.richardiiiexperience.com

Richard III Museum
Monk Bar
York
YO1 7LQ
Tel. 01904 634191

Das Buch zum Artikel:
John Ashdown-Hill: The Last Days of Richard III. The History Press 2011. 192 Seiten. ISBN 978-0752459608.

In uraltem Gemäuer ist das Museum untergebracht. Eigenes Foto.

Der Henker war glücklicherweise im Urlaub. Eigenes Foto.

 

Published in: on 14. November 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

80 Jahre Abbey Road Studios in London – Hier wurde Musikgeschichte geschrieben

Die Studios an der Abbey Road. - © Copyright Stephen Sweeney and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Abbey Road Studios, 3 Abbey Road, St John’s Wood, London NW8 9AY, so lautet die Adresse jener berühmten Aufnahmestudios, die durch die LP der Beatles, die den Name der Straße, an der die Studios liegen, weltbekannt wurden.
1929 kaufte die Firma EMI das Haus an der Abbey Road und baute es zu einem Studiokomplex um, der am 12.11.1931 mit einer Aufführung des London Symphony Orchestra unter der Leitung von Sir Edward Elgar von „Land of Hope and Glory“ (hier eine historische Filmaufnahme davon) eröffnet wurde. Gestern feierten die Studios also ihren 80. Geburtstag. In den folgenden Jahren wurden unzählige Klassikschallplatten an der Abbey Road produziert, bis dann später nach und nach auch Jazz- und Popmusik hier aufgenommen wurde.
Die Sängerin Eve Boswell war 1955 mit ihrem „Pickin‘ a chicken“ eine der ersten, die mit einem in den Studios produzierten Song der Einstieg in die britischen Popcharts gelang.

George Martin
war damals der wichtigste Mann der Fa EMI und er soll insgesamt 4836 Titel produziert haben. So richtig berühmt wurde Martin dann zu Beginn der 1960er Jahre als Produzent der Beatles und anderer britischer Popbands wie Gerry and the Pacemakers oder Billy J. Kramer and the Dakotas.
Die Beatles nahmen in den Abbey Road Studios die meisten ihrer Hitsingles auf, beginnend mit „Love me do„.

Aber nicht nur George Martin war hier tätig, auch andere erfolgreiche Produzenten waren mit ihren Schützlingen am Werk. Cliff Richard, Alma Cogan, Shirley Bassey und viele andere gingen in den Abbey Road Studios aus und ein.

Vor den Studios findet sich der berühmteste Fußgängerüberweg der Welt, den man von dem Album „Abbey Road“ der Beatles kennt. Auf der Plattenhülle sind die Vier zu sehen wie sie den Zebrastreifen überschreiten, der übrigens seit kurzem unter Denkmalschutz steht. Unter Denkmalschutz wurden mittlerweile auch die Abbey Road Studios gestellt, die 80 Jahre lang britische Musikgeschichte geschrieben haben.

Eine Liste der Sänger, Sängerinnen und Bands, die in den Londoner Studios schon einmal Platten aufgenommen haben, findet sich hier.

Das Buch zum Artikel:
Brian Southall: Abbey Road -The Story of the World’s Most Famous Recording Studios. Omnibus Press 2002. 228 Seiten. ISBN 978-0711991118.

Der berühmteste Zebrastreifen der Welt. - © Copyright Iain Crump and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 13. November 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Meine Lieblings-Pubs – The Barge in Swineshead Bridge (Lincolnshire)

Eigenes Foto

Verkehrsgünstig an der von Newark-on-Trent nach King’s Lynn führenden A17 gelegen, zieht The Barge Pub and Restaurant in Swineshead Brige in Lincolnshire gerade zur Mittagszeit eine Menge Gäste an, die sich hier stärken wollen. Als wir kürzlich in dem Pub Station machten, war das Restaurant sehr gut gefüllt.
The Barge liegt am South Forty Foot Drain, einem jener Entwässerungsgräben, von denen es in Lincolnshire und Cambridgeshire so viele gibt.
Im frühen 19. Jahrhundert taucht der Name des Pubs schon auf, als von Pferden gezogene Lastkähne (barges) Fracht von hier nach Boston und Lincoln lieferten. Passagiere wurden mit diesen Kähnen auch befördert. Der Name des Gasthofs wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in The Railway Hotel geändert, 1937 aber wieder in The Barge umbenannt.

Im Restaurant werden Speisen angeboten, die weitestgehend aus Produkten der Region bestehen. Die Spezialität des Hauses sind Fish and Chips.
The Barge ist ein Free House, also nicht an eine Brauerei gebunden. Mir hat es hier sehr gut gefallen, sowohl das Gebäude als auch die Inneneinrichtung.

Eigenes Foto

Published in: on 12. November 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Downham (Lancashire) – Das schilder- und antennenlose Dorf am Rande des Pendle Hill.

© Copyright John Darch and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wenn man nach Downham, einem kleinen Dorf in Lancashire nördlich des Pendle Hills kommt, fragt man sich : Hier fehlt doch irgendetwas?
Ja, es fehlt vieles, was zum normalen Erscheinungsbild eines Dorfes gehört. Es gibt auf den Dächern weder Antennen noch Satellitenschüsseln, auch Stromleitungen sucht man hier vergebens (die sind unterirdisch verlegt). Straßenschilder? Verkehrsschilder? Gelbe Streifen am Fahrbahnrand? Alles Fehlanzeige.

Downham Village gehört zum Besitz der Assheton Familie und Ralph John Assheton, 2nd Baron Clitheroe, untersagt jegliche Verschandlung der Häuser und der Straßen, so dass das Dorf, wenn man die Autos verschwinden ließe, noch genauso aussieht wie vor 100 oder 200 Jahren.

So ein Dorf ist natürlich der Traum eines jeden Film- oder Fernsehproduzenten. Wenn man hier einen historischen Film dreht, braucht man keine Antennen von den Dächern abmontieren oder die gelben Fahrbahnrandstreifen abkleben: das spart Arbeit und Kosten und so wurden in Downham auch schon Filme und Fernsehserien gedreht.
Schon 1961 produzierte hier Richard Attenborough „Whistle Down the Wind“ mit Hayley Mills in der Hauptrolle. Die BBC-TV-Serie „Born and Bred„, die von 2002 bis 2005 ausgestrahlt wurde, drehte man überwiegend in Downham, in der Serie Ormston genannt.

Der Mittelpunkt des „gesellschaftlichen Lebens“ von Downham ist, wie es auch sein sollte, der Pub, der The Assheton Arms heißt.

Downham Hall ist der Wohnsitz der Assheton Familie, die Kirche des Ortes ist dem Heiligen Leonard geweiht, es gibt ein Postamt und das war’s denn auch schon. Ein unverfälschtes Dorf am Hang des berüchtigten Pendle Hills (s. dazu auch meinen Blogeintrag vom04. April 2010).

Hier ist ein kleiner Film, der das idyllische Downham zeigt.

Das Buch zum Artikel:
Catherine Rothwell: Lancashire Villages. Frith Book Company 2004. 128 Seiten. ISBN 978-1859374962.

The Assheton Arms in Downham. – © Copyright Alexander P Kapp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 11. November 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Burnham Market (Norfolk) – Beliebter Zweitwohnsitz für wohlhabende Londoner

Das attraktive "Village Sign" von Burnham Market, dahinter "The Hat Shop". - © Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wo würde man wohl den größten Hutladen in England vermuten? In London, in Manchester? Nein, falsch. „The Hat Shop“ mit einem Angebot von tausenden von Hüten für Damen und Herren, liegt in einem Dorf mit ca 1000 Einwohnern, in Burnham Market in der Grafschaft Norfolk.

Burnham Market wird gern auch als Chelsea-by-the-Sea bezeichnet, weil es hier zahlreiche Zweitwohnungen gibt, die sich wohlhabende Londoner zugelegt haben. Diese neuen Bewohner, die sich im Laufe der Jahre in dem hübschen Dorf, das zwei Kilometer von der Nordküste Norfolks entfernt liegt, angesiedelt haben, prägen das Ortsbild, das man jetzt sehr wohl als Up-Market bezeichnen kann.
Da gibt es mehrere Galerien wie z.B. Andrew Ruffheads „The Fish and Ships Coastal Art Gallery“, Schönheitssalons, exklusive Designermodeläden, ein Weingeschäft usw.
Am Village Green liegt das elegante Hotel „The Hoste Arms„, eine ehemalige Kutschenstation aus dem 17. Jahrhundert, mit Wellness Spa und anspruchsvollem Restaurant, in dessen Küche der größte AGA-Kochherd der Welt steht.

Da Burnham Market auch als Chelsea-by-the-Sea bezeichnet wird, sind im Straßenbild des Ortes natürlich auch so manche Chelsea Tractors zu sehen; so werden die hochpreisigen Luxus-SUVs genannt wie z.B. Range Rovers oder Porsche Cayennes.

Hier ist ein Film, in dem Amanda Holden Burnham Market vorstellt.

Das Buch zum Artikel:
Frank Meeres: North Norfolk Coast. Phillimore 2010. 208 Seiten. ISBN 978-1860776267.

The Hoste Arms. - © Copyright Chris Wood and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 10. November 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Die Londoner Tower Bridge – Hier kann man auch heiraten und Parties feiern

© Copyright Nigel Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Tower Bridge in London ist wohl das Wahrzeichen schlechthin der britischen Hauptstadt. Jeder Besucher muss diese eindrucksvolle Brücke einmal gesehen und auch zu Fuß überquert haben.
Die wenigsten London-Besucher aber wissen, dass diese Brücke noch einiges mehr zu bieten hat.
Ein Schauspiel der besonderen Art ist die Öffnung der Brücke, damit ein Schiff hindurchfahren kann. Das passiert nicht allzuoft, da der gesamte Frachtverkehr auf der Themse stromabwärts abgewickelt wird. Wann die Brücke öffnet, ist auf der Webseite der Tower Bridge zu sehen; da steht die Uhrzeit und auch der Name des Schiffes wird genannt, das dann hier passiert.

In der Brücke finden sich auch einige Räume in unterschiedlichen Größen, die angemietet werden können, z.B. die Nordturm-Lounge, die Fußgängerbrücken und die Maschinenräume.
Standesamtliche Trauungen können in der Nordturm-Lounge und im Speisesaal des Brückenmeisters vorgenommen werden, wobei die Zeremonie mit £2000 + MwSt veranschlagt werden muss.
Wer eine der beiden die Türme des Bauwerks verbindenden Fußgängerbrücken für eine Party reservieren möchte, muss mit £4200 +MwSt für vier Stunden rechnen.
Einen intimeren Rahmen bietet der im Inneren des südlichen Brückenpfeilers der Tower Bridge gelegene Speisesaal des Brückenmeisters, der für £870 +MwSt ganztägig zu haben ist.

Wer hier aber weder heiraten noch eine Party ausrichten möchte, der kann sich die Tower Bridge natürlich auch ansehen, entweder auf eigene Faust oder mit einer Führung. Zu besichtigen sind hier die Maschinenräume, die Fußgängerbrücken und die Tower Bridge-Ausstellung, in der man alles über die Technik und die Geschichte des Londoner Wahrzeichens erfährt.

Hier ist ein kleiner Film über die Brücke.

Tower Bridge Exhibition
Tower Bridge Road
London SE1 2UP
Tel.: 020 7403 3761

© Copyright Nigel Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 9. November 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Striding Edge (Cumbria) – Ein Bergkamm im Lake District, der gefährlich werden kann

Nicht ganz ungefährlich, die Striding Edge. - © Copyright James Hearton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Lake District im Nordwesten Englands zeichnet sich nicht nur durch seine vielen Seen, sondern auch durch relativ hohe Berge aus. Fellwalking ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung, die darin besteht, auf den Bergen entlangzuwandern und da gibt es sowohl leichte als auch schwierigere Routen zu bewältigen.
Der Helvellyn ist mit 950 Metern der dritthöchste Berg Englands, was erst einmal nicht sehr beeindruckend klingt, aber man sollte ihn nicht unterschätzen. Die Striding Edge ist ein Bergkamm, der auf einer Länge von etwa zwei Kilometern bis zum Gipfel des Helvellyn hinaufführt und der bei Fellwalkern besonders beliebt ist. Teile des Pfades (soweit man ihn erkennen kann) sind sehr schmal und es geht auf beiden Seiten steil nach unten, so dass man auf jeden Fall geeignetes Schuhwerk tragen muss. Bei schlechtem Wetter und im Winter kann es hier oben sehr gefährlich werden und es hat auch schon  mehrere Todesfälle gegeben.
Wenn man den Gipfel des Helvellyn erreicht hat, muss man nicht den gleichen Weg zurück nehmen, sondern man kann über die Swirrel Edge bis zum Ausgangspunkt, dem Hole-in-the-Wall, zurückgehen.

Eine Tragödie spielte sich hier 1805 ab, als ein gewisser Charles Gough mit seinem Hund Foxie die Striding Edge bei sehr schlechten Wetterverhältnissen entlangwanderte. Gough verunglückte auf dem Bergkamm tödlich und wurde erst nach drei Monaten gefunden; bewacht wurde sein Leichnam die ganze Zeit über von Foxie, der nicht von seiner Seite wich. Der englische Dichter William Wordsworth hat diesem Vorfall ein Gedicht gewidmet, das er „Fidelity„, also „Treue“ nannte. Hier ist Wordsworths Gedicht nachzulesen.
Auch Sir Walter Scott nahm sich dieser Tragödie in seinem Gedicht „Hellvellyn“ an, während Sir Edwin Henry Landseer das alles in seinem Gemälde „Attachment“ festhielt.

In diesem Film sieht man die landschaftliche Schönheit der Striding Edge, aber auch die Gefährlichkeit der Begehung.

Das Buch zum Artikel:
Mark Richards: Great Mountain Days in the Lake District – 50 Great Routes – 50 Classic Routes Exploring the Lakeland Fells. Cicerone Press 2008. 288 Seiten. ISBN 978-1852845162.

Sir Edwin Landseer: Attachment (1829). - This image is in the public domain because its copyright has expired.

Published in: on 8. November 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Die A13 – Sie verbindet London mit der Nordseeküste von Essex

This work is in the public domain.

Die A13 ist eine große Trasse, die London ostwärts verlässt, und die Stadt mit Southend an der Nordseeküste in Essex verbindet. Sie ist nur knapp 70 km lang und sehr gut ausgebaut, so dass die Londoner die Strände bzw. die Amüsierviertel von Southend schnell erreichen können.

Die A13 gehört sicher nicht zu den landschaftlich besonders reizvollen Straßen Englands. Sie beginnt am Ostrand der Londoner City und der London-nahe Abschnitt führt durch Industrieansiedlungen und Container-Umschlagplätze,  an den Ford-Werken in Dagenham (wo heute nur noch Motoren gebaut werden) und an dem riesigen Lakeside Shopping Centre vorbei. Gewaltige Strommasten und Gasometer beherrschen das Landschaftsbild. Die Themsemündung ist nie weit entfernt.

Die Londoner Ringautobahn M25 wird an deren Ausfahrt 30 gekreuzt und die A13 bleibt bis kurz hinter Basildon in Essex vierspurig. Von dort bis zu ihrem Ziel in Southend ist sie nur noch eine „Normalstraße“. Das heißt, das Ziel ist genauer gesagt Shoeburyness, der Ort mit dem merkwürdigen Namen im Osten von Southend.

Es gibt einen sehr interessanten Film über die A13, der hier zu sehen ist:
Teil 1   Teil 2

Die Straße wurde auch schon besungen. Billy Bragg, der 1957 an der A13 in Barking geboren wurde, hat den Song“A13 Trunk Road to the Sea“ geschrieben und der hört sich wie eine genaue Routenbeschreibung der Straße an:

If you ever have to go to Shoeburyness
Take the A road, the OK road that’s the best
Go motorin‘ on the A13

If you’re looking for a thrill that’s new
Take in Fords , Dartford Tunnel and the river too
Go motorin‘ on the A13

It starts down in Wapping
There ain’t no stopping
By-pass Barking and straight through Dagenham
Down to Grays Thurrock
And rather near Basildon
Pitsea, Thundersley, Hadleigh, Leigh-On-Sea,
Chalkwell, Prittlewell
Southend’s the end

Das Buch zum Artikel:
Wendy Roby: 100% Essex – Doing It the Essex Way. Michael O’Mara 2010. 224 Seiten. ISBN 978-1843176145.

Die Commercial Road alias A13 in Stepney. Hier ist die Straße noch ganz jung. - © Copyright Malc McDonald and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier in Shoeburyness endet die A13. - © Copyright william and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.


Phyllis Pearsall und die Londoner Stadtpläne

Mein Exemplar des Londoner Straßenatlases. Eigenes Foto

Die Malerin und Schriftstellerin Phyllis Pearsall (1906-1996) war einmal im Jahr 1935 zu einer Party im Londoner Stadtteil Belgravia eingeladen, eine  Gegend, die sie nicht kannte. Sie nahm ihren Stadtplan zu Hilfe, der aus dem Jahr 1919 stammte (einen aktuelleren gab es nicht), und verlief sich fürchterlich in dem Londoner Straßengewirr. Der Stadtplan war eben völlig veraltet. Irgendwie erreichte sie die Party dennoch, aber das Thema „Stadtplan“ ging ihr an diesem Abend nicht aus mehr dem Sinn.

Am nächsten Tag startete sie ein Projekt, das sie ein Jahr lang in Atem halten sollte und sicherlich mehrere Paar Schuhe kostete: Sie ging sämtliche 23 000 Straßen Londons ab, was in etwa einer Strecke von 5 000 km entsprach. 18 Stunden pro Tag soll sie durch London gelaufen sein und dabei den ersten Entwurf eines „A-Z“-Stadtplans gezeichnet haben.

STOP:
Stimmt das auch wirklich alles?? Der Journalist Peter Watts meint in seinem Blog, nein, stimmt nicht, und bezieht sich dabei auf den Chef der Kartenabteilung der British Library Peter Barber, der ihm sagte: „The Phyllis Pearsall story is complete rubbish. ‘There is no evidence she did it and if she did do it, she didn’t need to“.

Liegen somit alle falsch, die BBC, die Wikipedia usw., die alle die gleiche schöne Geschichte von der straßenablaufenden Phyllis Pearsall erzählen? Möglicherweise. Pearsalls Großvater stellte Kartenmaterial her und Enkelin Phyllis soll, so die andere Version der Geschichte, diese Straßenkarten lediglich erweitert und auf den neuesten Stand gebracht haben; das ganze nannte sie dann „A-Z“.

Wie auch immer: Der  Stadtplan „London Geographer’s A–Z Street Atlas“ mit seinen mittlerweile ca 70 000 nachgewiesenen Straßen ist das Hilfsmittel Nummer 1, um sich in der Metropole zurechtzufinden. Wie lange noch? Bald werden wohl Smartphone-Apps die gedruckten Stadtpläne ablösen.

£5.95 kostet der aktuelle Stadtplan, der mit „Aaron Hill“ beginnt und bei „Zoroastrian House“ endet. Leider ist das Druckbild recht klein, so dass man manchmal eine Lupe benötigt, um die winzige Schrift entziffern zu können.

Das Buch zum Artikel:
Phyllis Pearsall: A. to Z. Maps – The Personal Story: From Bedsitter to Household Name. Geographers‘ A-Z Map Co 1990. 205 Seiten. ISBN 978-0850392432.

Published in: on 6. November 2011 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Tears for Fears: Shout – Ein Musikvideo aus Dorset

Durdle Door.   © Copyright Gwyn Jones and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Durdle Door an der Küste von Dorset.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Gwyn Jones and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Roland Orzabal und Curt Smith stecken hinter dem Bandnamen Tears for Fears, eine Band, die Anfang der 1980er Jahre in Bath (Somerset) gegründet wurde und die einige Jahre international erfolgreich war. „Shout„, aus ihrem Album „Songs from the big chair„, erschien 1984 und erreichte im Jahr darauf in 25 Ländern die Top Ten der jeweiligen Charts.
Über den Hintergrund des Songs sagt Roland Orzabal: „It came out in 1984 when a lot of people were still worried about the aftermath of the Cold War and it was basically an encouragement to protest“.

Das dazugehörige Musikvideo wurde an der Jurassic Coast von Dorset gedreht; genauer gesagt, am Durdle Door bei Lulworth. Dieses Felsentor aus Kalkstein ist eine der Sehenswürdigkeiten an der Küste Dorsets und wurde schon mehrfach in Filmen und Videos als Hintergrund verwendet. Cliff Richard nahm hier sein Weihnachtslied „Saviour’s Day“ auf und einige Szenen des Films „Wilde“ (dt. „Oscar Wilde) mit Stephen Fry wurden 1997 hier gedreht.

Tears for Fears haben sich hier also einen sehr schönen Schauplatz für ihr Musikvideo ausgesucht, das hier zu sehen ist.

Published in: on 5. November 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: ,

Boris Johnson – Der Londoner Bürgermeister und sein neues Buch

Am 4. Mai 2008 zog Boris Johnson als neuer Bürgermeister Londons in die City Hall ein und löste damit Ken Livingstone ab, der die Geschicke der Stadt seit dem Jahr 2000 lenkte. „I don’t always agree with him, but I respect the fact that he’s absolutely his own man„, hat Premier David Cameron einmal über seinen Parteifreund gesagt, womit zum Ausdruck kommt, dass Johnson nicht unbedingt jedermanns Sache ist.

Alexander Boris de Pfeffel Johnson, so der vollständige Name des Londoner Bürgermeisters, war, bevor er sich ganz seiner politischen Karriere widmete, als Journalist bei mehreren britischen Tageszeitungen beschäftigt; zuletzt Herausgeber des wöchentlich erscheinenden „The Spectator“. Auch als Buchautor machte der blonde Konservative von sich reden; so schrieb er u.a. die Bücher „Seventy-Two Virgins“ , „The Dream of Rome“ und „Have I Got Views For You“.
Sein aktuelles Werk ist vor wenigen Tagen erschienen und heißt „Johnson’s Life of London: The People Who Made the City That Made the World„, in dem er sich mit der Geschichte Londons und seiner wichtigsten Bewohner auseinandersetzt. Johnson schlägt dabei einen großen Bogen: Vom ersten Londoner Bischof Mellitus, der 624 starb, bis zu Keith Richard von den Rolling Stones führt der Weg; letzteren bewundert Johnson sehr und meint, dass er mindestens zum Ritter geschlagen werden müsste. Vielleicht liest ja Elizabeth II das Buch auch und bekommt eine Anregung… So hangelt sich Johnson durch die Londoner Geschichte und was er schreibt, ist nie langweilig, sondern immer interessant zu lesen.

Boris Johnson: Johnson’s Life of London: The People Who Made the City That Made the World. HarperPress 2011. 304 Seiten. ISBN 978-0007418930.

Londons Bürgermeister Boris Johnson. - Author: adamprocter2006. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Published in: on 4. November 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Oakham Castle in Rutland – Zugang für Adelige nur mit Hufeisen

The Great Hall des Oakham Castles. - © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Rutland ist Großbritanniens kleinstes County,  in dem es lediglich zwei Städte gibt: Oakham und Uppingham. Eingerahmt wird Rutland von Lincolnshire, Leicestershire und Northamptonshire.

In der Grafschaftshauptstadt Oakham steht gleich hinter dem Marktplatz das Oakham Castle, oder besser, das was davon noch übrig geblieben ist: Die Great Hall. Das Gebäude ist uralt; zwischen 1180 und 1190 wurde es von einem gewissen Walkelin de Ferrers erbaut, Lord of the Manor von Oakham.

Eine Burg stellt man sich eigentlich etwas anders vor, größer und mächtiger, aber Rutland ist ja auch eine kleine Grafschaft…

Wenn man die Great Hall betritt, fallen einem als erstes die vielen Hufeisen auf, die die Wände bedecken. 230 Exemplare sollen es sein, und wie kamen die dort alle hin? Es ist eine alte Tradition, dass alle Mitglieder des englischen Hochadels, die Oakham zum ersten Mal besuchen, dem Lord of the Manor der Stadt ein Hufeisen mitbringen. Das Hufeisen war im Wappen der de Ferrers zu finden, seitdem die Familie 1066 aus Frankreich nach England kam.

Das älteste Hufeisen in der Great Hall stammt aus dem Jahr 1470 und wurde von König Edward IV mitgebracht; der letzte Neuzugang wurde 2005 von Princess Alexandra, The Honourable Lady Ogilvy, die im Jahr 2005 Oakham einen Besuch abstattete, übergeben.

Man kann Oakham Castle von Dienstag bis Sonntag kostenfrei besichtigen und natürlich kann man in der Great Hall auch heiraten (in welchem historischen Gebäude Englands kann man das nicht?).

Wie das früher einmal ausgesehen haben mag, kann man sehr schön in dieser Animation sehen.

Oakham Castle
c/o Rutland County Museum
Catmose Street
Oakham
LE15 6DR
Tel. 01572 758440

Das Buch zum Artikel:
Sue Jennings & Robert Brook: Curious about…Oakham – Walks of Discovery In and Around Oakham. Lightbeam UK 2011. 16 Seiten. ISBN 978-1907752131.

Die Hufeisen in der Great Hall. - Author: Simon Garbutt. This version of the photo is in the Public Domain.

Ashton Hayes (Cheshire) – Auf dem Weg zum ersten klimaneutralen Dorf Englands

Photo taken from the website http://www.goingcarbonneutral.co.uk/

„Mit dem Begriff der Klimaneutralität werden Prozesse bezeichnet, bei denen das atmosphärische Gleichgewicht nicht verändert wird und in deren Verlauf es nicht zu einem Netto-Ausstoß von Treibhausgasen kommt“, so definiert die Wikipedia den Begriff „klimaneutral“ und genau dahin strebt das 1000-Seelen-Dorf Ashton Hayes in Cheshire: Englands erstes klimaneutrales Dorf zu werden.

Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, aber seit dem Start des Projekts „Ashton Hayes Going Carbon Neutral“ im Januar 2006 ist es den Bewohner gelungen, den CO2-Ausstoß des Dorfes um 23% zu verringern. Und alle machen mit: Erwachsene, Kinder, Geschäfte, der Pub.

Begleitet wird das Projekt von der Universität von Chester. Studenten von dort machen Haus-zu-Haus-Befragungen und interessieren sich dafür, welche Maßnahmen jeder einzelne ergriffen hat, um Energie zu sparen und den Ausstoß von Kohlendioxid zu verringern.

Der Wechsel zu Energiesparlampen ist im Dorf eine Selbstverständlichkeit, ebenso, dass jedes nicht benötigte elektrische Gerät auch tatsächlich ausgeschaltet wird. Die neueste Errungenschaft der Bewohner von Ashton Hayes ist ein Elektroauto der Marke Nissan Leaf, das sich jeder für einen Stundenmietpreis von £4.25 ausleihen kann.

Viele Dorfbewohner haben immer wieder neue Ideen, die von einer Gruppe von Ehrenamtlichen ausprobiert  und gegebenenfalls weiterempfohlen werden. So kommt Mosaiksteinchen zu Mosaiksteinchen und der Co2-Ausstoß des Dorfes in Cheshire nimmt immer mehr ab und das alles ausschließlich durch Eigeninitiative. Kein Steuergeld wurde bisher für das Projekt verwendet; Einnahmen wurden durch Spenden und Fördergelder erzielt.
Durch zahlreiche Presseberichte sind die Aktivitäten von Ashton Hayes im ganzen Land bekannt geworden und hoffentlich springen viele weitere Kommunen auch auf diesen „Energiesparzug“ auf.

Hier ist ein Film, der das Projekt vorstellt.

Das Buch zum Artikel:
Chris Bird: Local Sustainable Homes – How to Make Them Happen in Your Community. Transition Books 2010. 224 Seiten. ISBN 978-1900322768.

Published in: on 2. November 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

West Somerset Railway – Die Museumsbahn, die Minehead mit Bishops Lydeard verbindet.

Eine Dampflokomotive der WSR im Bahnhof von Minehead. - © Copyright Christine Matthews and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Viele Engländer sind Eisenbahnfans; vor allem lieben sie die alten rußspeienden Dampfloks und so gibt es im ganzen Land zahlreiche Museumsbahnen, die auf den meist kurzen Strecken „railway buffs“ von A nach B transportieren.
Die West Somerset Railway ist eine dieser Museumsbahnen, die auf einer Strecke von ca 32 km die Stationen Minehead und Bishops Lydeard in Somerset miteinander verbindet.
1862 wurde die West Somerset Railway in Betrieb genommen und 1971 geschlossen, aber nur fünf Jahre später als Museumsbahn wieder eröffnet.
Zehn Bahnhöfe liegen an der Strecke und je nach Saison finden bis zu acht Fahrten in jede Richtung statt. Ein Erwachsenenticket, das den ganzen Tag gültig ist, kostet £15.60.

Die West Somerset Railway bietet aber nicht nur die Standardfahrten zwischen den beiden Endstationen an; Höhepunkte sind die Sonderfahrten wie z.B.:

Murder Mystery Specials:  Neben einem Abendessen spielt sich vor den Augen der Gäste ein Mordfall ab, der von Mitgliedern der Murder Mystery-Truppe „Murder by Appointment“ dargestellt wird und den die Dampflok-Reisenden lösen müssen. Die nächste Fahrt findet am 10. Dezember statt, ist aber schon komplett ausgebucht.

Dunster by Candlelight: Am 2. und 3. Dezember werden mehrere Fahrten nach Dunster angeboten, ein sehr hübscher mittelalterlicher Ort mit eigenem Schloss. An den beiden Abenden werden die Straßen nicht von elektrischem Licht, sondern von Kerzen und Laternen beleuchtet.

Carol Trains:  In der Vorweihnachtszeit fahren die Züge der WSR an mehreren Abenden, jeweils um 19 Uhr, ab Minehead und ab Bishops Lydeard. Auf den Bahnhöfen werden dann Weihnachtslieder gesungen, begleitet von einer mitfahrenden Band.

Santa Express und Santa Special: Besonders beliebt bei Kindern sind diese beiden Züge, in denen jeweils Santa Claus mitfährt, der den Kindern an Bord kleine Geschenke überreicht.

Es ist schön, dass die vielen Angebote der West Somerset Railway so gut angenommen werden und dass dadurch die nostalgischen Dampfloks am Leben erhalten werden können.

Hier ist ein Film über die West Somerset Railway Autumn Steam Gala 2011.

The West Somerset Railway
The Railway Station
Minehead
Somerset
TA24 5BG
Tel: 01643 704996

Das Buch zum Artikel:
John Parsons: Saving the West Somerset Railway – The Branch Line That Refused to Die. The History Press 2011. 160 Seiten. ISBN 978-0752464039.

Eine Dampflok der WSR vernebelt den Bahnhof von Bishops Lydeard. - © Copyright Martin Bodman and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.