Follies: The Needle’s Eye bei Rotherham (South Yorkshire)

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Nur wenige Kilometer von Rotherham (South Yorkshire) entfernt im Wentworth Park stehen die vier sogenannten Wentworth Follies, von denen ich heute The Needle’s Eye vorstellen möchte. Der 2. Marquis of Rockingham, zweimaliger Premierminister Englands Ende des 18. Jahrhunderts, war der „Schöpfer“ dieser rund 15 m hohen Pyramide. Wann sie genau gebaut wurde, ist nicht eindeutig, es muss aber in etwa zwischen 1740 und 1745 gewesen sein.

Warum nun wurde diese steinerne Pyramide, die von einer Urne gekrönt wird, gebaut? Es existiert da eine nette Geschichte, deren Wahrheitsgehalt aber auf sehr tönernen Füßen steht:
Der 2. Marquis of Rockingham soll einmal, während er nicht mehr ganz nüchtern war, eine Wette abgeschlossen haben, bei der er behauptete, er könne eine Kutsche durch ein Nadelöhr fahren. Am nächsten Morgen, bei genauerer und nüchterner Betrachtung dieser Wette, musste er doch feststellen, dass das wohl nicht zu bewerkstelligen ist, es sei denn… er baute einen Torbogen, der breit genug war, um mit einer Kutsche hindurchfahren zu können und nannte das ganze einfach „Needle’s Eye“ und schwupps war die Wette gewonnen.
Da in der Pyramide einige Einschusslöcher zu finden sind, wird auch gemutmaßt, dass hier einmal Exekutionen stattgefunden haben könnten.

The Needle’s Eye gibt nach wie vor einige Rätsel auf und bleibt vielleicht für immer ein Geheimnis des 2. Marquis of Rockingham.

Published in: on 31. Dezember 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Steve Clark & Shoba Vazirani: The British Television Location Guide

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Hier ist ein Buch für alle Freunde britischer Fernsehserien, die sich auch dafür interessieren, wo denn diese Serien gedreht wurden. „Location spotting“ ist für viele zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung geworden (ich selbst bin ein „Midsomer Murder Location Spotter“) und so profitieren einige Drehorte, die früher kein Mensch kannte, von dem Besucherstrom. Das recht einsam gelegene Goathland in North Yorkshire beispielsweise wird im Sommer immer noch von Touristenscharen aufgesucht, die hier auf den Spuren der Dorfkrimi-Serie „Heartbeatwandeln.
Die Pubs und Cafés in Holmfirth (West Yorkshire) freuen sich über die vielen Fans der Sitcom „Last of the Summer Wine„, die in der Kleinstadt für Umsatz sorgen.

Steve Clark und Shoba Vazirani stellen in ihrem „The British Television Location Guide„, nach Regionen unterteilt, Dutzende von diesen Drehorten vor und informieren auch über die Serien selbst. Viele dieser Serien sind in Deutschland kaum bekannt, weil sie im Fernsehen hier nicht ausgestrahlt wurden. Als Beispiele seien nur die Dauerbrenner „Coronation Street“, „EastEnders“ oder auch „The Vicar of Dibley“ genannt. Doch dank Youtube kann man sich von fast allen auch in Deutschland zumindest einen Eindruck verschaffen.

Steve Clarks „Location Guide“ eignet sich sehr gut für einen Englandurlaub, denn irgendwo stößt man immer auf einen Drehort. Die Neuauflage vom August 2011 ist noch einmal aktualisiert und erweitert worden.

Steve Clark and Shoba Vazirani: The British Television Location Guide. Splendid Books 2011. 144 Seiten. ISBN 978-0955891687.

Published in: on 30. Dezember 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Der Emley Moor Tower in West Yorkshire – Der höchste freistehende Turm Großbritanniens

Author: Alan Zomerfeld. - This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic license.

Er ist inklusive Antennenmast 385 m hoch, wiegt 11 200 t und besteht aus Stahlbeton.  Der Emley Moor Tower ist Großbritanniens höchster freistehender Turm und findet sich etwa 1,5 km westlich des Dorfes Emley, zwischen Huddersfield und Wakefield, in West Yorkshire. Dort, wo jetzt dieser riesige Fernsehturm steht, hatte die BBC schon vorher Sendeanlagen aufgestellt. 1969 stürzte dieser Sendemast bei einem starken Sturm und auf Grund von Vereisung um, was zu einem Totalausfall der Fernseh- und Radioprogramme in weiten Teilen des Nordens führte.
Nachdem man sich mit einigen Provisorien behalf, wurde ein neuer Fernsehturm in Stahlbetonweise gebaut, der 1971 seinen Betrieb aufnahm, und dem offensichtlich Stürme und Eis nichts mehr anhaben können.
Der weithin sichtbare Emley Moor Tower ist für West Yorkshire so etwas wie ein Symbol geworden, so wie der Angel of the North für die Region Tyne and Wear im Nordosten des Landes.

Im Inneren des Turms führt ein Lift in etwa sieben Minuten in den Kontrollraum, von wo aus man einen fantastischen Blick haben muss. Wer nicht ganz schwindelfrei ist, wird da seine Probleme haben, aber der Fernsehturm ist sowieso nicht öffentlich zugänglich. Sollte der Lift einmal ausfallen, kann man auch über Leitern in den Kontrollraum gelangen… über 865 Leitersprossen!

Author: Steven Earnshaw. - This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Published in: on 28. Dezember 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der vierte Sockel am Trafalgar Square – Begehrt bei zeitgenössischen Künstlern

Yinka Shonibares Buddelschiff auf dem vierten Sockel des Trafalgar Squares. - © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Der Trafalgar Square in London ist sicher einer der bekanntesten Plätze Großbritanniens; die Nelson-Säule und die Löwen, die Horatio Nelson zu Füßen liegen, gehören zum Programm jedes London-Touristen. Der Platz wird von vier Sockeln eingerahmt, von denen drei besetzt sind, mit den beiden Generälen Charles James Napier und Henry Havelock und dem Reiterstandbild Georgs IV.
Der vierte Sockel ist leer, d.h. er war viele Jahre verwaist. William IV sollte dort ursprünglich mit einem Standbild geehrt werden, aber man hatte schlichtweg kein Geld dafür und so blieb der Sockel leer. Bis man auf die Idee kam, ihn für künstlerische Zwecke zu verwenden und diese Idee war von Erfolg gekrönt. 1999 wurde das „Fourth Plinth Project“ ins Leben gerufen und jeweils für ein Jahr konnten drei Künstler dort ihre Skulpturen aufstellen.

2005 ging es dann weiter mit der Skulptur Marc Quinns „Alison Lapper Pregnant“, die die hochschwangere nackte Künstlerin Alison Lapper zeigte, die ohne Arme und mit verkürzten Beinen auf die Welt kam.

Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt Anthony Gormleys Projekt „One and Other“ im Jahr 2009. 100 Tage lang konnten sich Menschen nonstop für jeweils eine Stunde auf den Sockel stellen und dort tun, was immer sie wollten.

Der nigerianisch-britische Künstler Yinka Shonibare war als nächster dran, und er hatte die Idee ein großes Buddelschiff auf den Sockel zu stellen. Der Titel: Nelson’s Ship in a Bottle.

In diesem Jahr wurde entschieden, wer 2012 und 2013 die Ehre haben wird, den vierten Sockel als Ausstellungsfläche zu benutzen. Das dänisch-norwegische Künstlerpaar Michael Elmgreen und Ingar Dragset wird 2012 ihre Bronzeskulptur „Powerless Structures, Fig.101“ hier auf dem Trafalgar Square zeigen: Ein Junge auf einem Schaukelpferd.

Die Düsseldorferin Katharina Fritsch schließlich darf 2013 ihren ultramarin-blauen Riesenhahn auf dem vierten Sockel zur Schau stellen.

Londons Bürgermeister Boris Johnson: All of the shortlisted artists show what an extraordinary crucible the Fourth Plinth is for contemporary art. It continues to spark the imagination and there has been a tremendous response from the public. As we head towards 2012 – a pivotal year for culture as well as sport – these witty and enigmatic creations underline London’s position as one of the most exciting cities for art and are sure to keep people talking.“

Wie sich manche Teilnehmer an dem Projekt „One and Other“ von Anthony Gormley präsentierten, zeigt dieser Film.
Und hier ein Film über meinen Favoriten: Yinka Shonibares „Nelson’s Ship in a Battle“.

Das Buch zum Artikel:
Marc Quinn: Fourth Plinth. Steidl 2006. 48 Seiten. ISBN 978-3865212405.

Anthony Gormleys Projekt "One and Other". - This work is released into the public domain.

Marc Quinns "Alison Lapper Pregnant". - © Copyright Brian Robert Marshall and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Published in: on 27. Dezember 2011 at 02:00  Comments (1)  
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Clara Butt – Stimmgewaltige Sängerin, die Konzerthallen zum Erbeben bringen konnte

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Meine erste Begegnung mit der Altistin Clara Butt (1872 – 1936) war im The Springs Hotel bei North Stoke in Oxfordshire, das ich in meinem Blog schon vorgestellt habe. Dort ist ein Zimmer nach ihr benannt und ihr Geist soll hin und wieder im Hotel gesehen werden. Clara Butt starb in ihrem Haus in North Stoke, das nur wenige Autominuten vom Hotel entfernt ist.

Im The Springs las ich auch, dass man von Clara Butt sagte, ihre Stimme sei so gewaltig, dass man sie an einem klaren Tag bis über den Ärmelkanal hinweg hören konnte.
Geboren wurde Clara 1872 in Southwick in West Sussex und nachdem sie mit ihren Eltern nach Bristol gezogen war, erkannte man dort in ihrer Schule, dass sie eine großartige Stimme hatte und förderte sie dementsprechend. Ihre musikalische Ausbildung genoss sie u.a in Berlin und Paris.

Am 7. Dezember 1892 gab sie schließlich ihr Debut an der Londoner Royal Albert Hall mit Arthur Sullivans „The Golden Legend“. Der damalige Musikkritiker George Bernard Shaw äußerte sich von ihrem Auftritt begeistert: “ She far surpassed the utmost expectations that could reasonably be entertained„.

Clara Butt trat nur äußerst selten in Opern auf; sie bevorzugte Konzerthallen, die sie mit ihrer gewaltigen Stimme zum Erbeben bringen konnte. Ihr wurde nach dem 1. Weltkrieg der Titel DBE verliehen, Dame Commander of the Order of the British Empire, für ihre Verdienste, die sie sich während des Krieges erworben hatte.
Ihre letzten Lebensjahre standen unter keinem guten Stern: Ihre beiden Söhne starben sehr jung und sie selbst erkrankte an Krebs, wodurch sie an den Rollstuhl gefesselt war. Clara Butt starb am 23. Januar 1936 in ihrem Haus in North Stoke.

Hier sind einige historische Filmaufnahmen von Clara Butt und ihrer Familie und hier ist sie mit Elgars „Land of Hope and Glory“ zu hören.

Das Buch zum Artikel:
Winifred Ponder: Clara Butt – Her Life Story. Da Capo Press 1978. 261 Seiten. ISBN 978-0306775291. (Reprint der Ausgabe von 1928).
Meines Wissens ist das die einzige Biografie, die über sie geschrieben wurde und die noch, zu recht hohen Preisen, antiquarisch zu haben ist.

Published in: on 26. Dezember 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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John Callcott Horsley – Er entwarf die weltweit erste Weihnachts-Grußkarte

John Callcott Horsleys erste Weihnachtskarte. This image is in the public domain because its copyright has expired.

Der Londoner John Callcott Horsley (1817 – 1903) war ein Maler und Illustrator und ging in die Historie ein, als Schöpfer der ersten Weihnachts-Grußkarte. Der umtriebige und ideenreiche  Staatsbeamte Sir Henry Cole (1808 – 1882) hat aber auch seinen Anteil daran, denn er kam auf die Idee, zu Weihnachten anderen Menschen Karten zu schicken.

Diese erste Weihnachtskarte zeigt eine offensichtlich heitere Familie in Feierlaune, denn der Alkohol spielt bei ihrer Weihnachtsfeier eine nicht unbedeutende Rolle; sogar der kleinen Tochter wird ein Glas Rotwein eingeflößt, was zu einer Kontroverse führte („fostering the moral corruption of children“).

Sir Henry Cole hatte gar nicht damit gerechnet, dass seine Idee zünden würde, aber es dauerte nur ein paar Jahre und das Versenden von Weihnachtskarten war in England absolut „in“, zumal das Porto nur einen Penny kostete.
1000 Karten wurden 1842 mit dem Motiv von John Callcott Horsley gedruckt und lediglich 12 sollen noch heute erhalten sein.

Besonders beliebt waren in der viktorianischen Zeit die „trick cards„, eine Weiterentwicklung der „normalen“ Weihnachtskarte. Beim Öffnen der Karte entfaltete sich beispielsweise ein Blumenstrauß oder eine sehr realistisch reproduzierte Banknote erschien (die so naturgetreu nachgemacht war, dass sie schnell wieder aus dem Verkehr gezogen werden musste). Der Fantasie waren damals keine Grenzen gesetzt.

Noch ein paar Worte zu John Callcott Horsley. Er war der Schwager Isambard Kingdom Brunels, dem berühmtesten Ingenieur der viktorianischen Ära. Horsley war in einer Zeit, die von Prüderie beherrscht war, der „Oberprüde“, denn er wandte sich z.B. entschieden dagegen, dass beim Anfertigen von Aktzeichnungen Nackte Modell standen. Er machte sich dabei auch ziemlich lächerlich, denn er bekam den Spitznamen „Clothes Horsley“ verpasst.

Ganz andere Vorstellungen einer „Christmas Card“ hat Terry Gilliam, einer der Monty Pythons, hier zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
George Buday: The History of the Christmas Card. Spring Books 1964. 304 Seiten. Das Buch ist natürlich lange im Buchhandel vergriffen, aber leicht antiquarisch zu beschaffen.

John Callcott Horsley. - This image is in the public domain because its copyright has expired.

Published in: on 25. Dezember 2011 at 02:00  Comments (1)  
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Ein Mekka für alle Harry Potter-Fans entsteht zurzeit nördlich von London

Umbau der Warner Bros Studios zur Pilgerstätte für Harry Potter-Fans aus aller Welt. - Author: Leavesdenliving. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Zugegeben, ich habe keinen der Harry Potter-Romane gelesen und keinen der Filme gesehen, aber ich weiß , dass es eine Millionengemeinde von Kindern und Erwachsenen in der ganzen Welt gibt, die sowohl die Bücher als auch die Filme heiß lieben. Der 31. März 2012 ist ein Datum, das sicher viele von ihnen im Kalender dick ankreuzen werden, denn an diesem Tag wird ein Harry Potter-Mekka eröffnet, wie es das in dieser Form noch nicht gab.

Auf dem Gelände der Warner Bros. Studios in Leavesden entsteht zurzeit unter dem Namen „The Making of Harry Potter“ in einer riesigen Halle ein „place of pilgrimage“, wie sich Londons Bürgermeister Boris Johnson ausdrückte, in dem alles zusammengetragen wird, was die Herzen der Fans höher schlagen lässt.
In den Studios nördlich von London wurden alle HP-Filme gedreht und irgendjemand kam auf die geniale Idee, die Kulissen und die Requisiten der Filme einfach weiterzuverwenden und eine Studiotour daraus zu machen.

Der Erfolg dieser neuen Attraktion vor den Toren Londons scheint garantiert, 300 neue Arbeitsplätze sollen entstehen; Warner Bros. ist happy und unzählige HP-Fans werden es auch sein. Der Kartenvorverkauf läuft bereits auf vollen Touren (eine Reservierung ist unbedingt erforderlich!), trotz der happigen Eintrittspreise von £ 28 für Erwachsene (ab 16 Jahren) und £ 21 für Kinder (ab 5 bis 15 Jahre), lediglich Kinder unter 5 dürfen kostenfrei passieren.

„The Making of Harry Potter“ wird ganzjährig täglich ab 10 Uhr geöffnet sein.
Die Warner Bros. Studios befinden sich ca 30 km nordwestlich vom Zentrum Londons und nördlich der Stadt Watford in Hertfordshire, mit dem Auto gut über die M1 oder die M25 zu erreichen. Auch mit dem Zug ist man in ca 20 Minuten von der Londoner Euston Station am Bahnhof Watford Junction und von dort aus verkehrt dann ein Pendelbus zu den Studios (ca 15 Minuten Fahrt).
Hier ist ein kleiner Vorgeschmack im Film.
Also: Am 31. März 2012 geht es los.

Warner Bros. Studios Leavesden
Aerodrome Way
Leavesden, Hertfordshire WD25 7LS
Tel. 08450 840 900

Das Buch zum Artikel:
Harry Potter Film Wizardry. Bantam Press 2010. 160 Seiten. ISBN 978-0593066485.

Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Tiptree (Essex) und seine Marmeladenfabrik

Einfahrt zum Firmengelände von Wilkin & Sons in Tiptree.    © Copyright Peter Stack and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Einfahrt zum Firmengelände von Wilkin & Sons in Tiptree.
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Episode 42 „Sauce for the Goose“ der TV-Krimiserie „Midsomer Murders“ bzw „Inspector Barnaby“ wird Anfang Januar 2013 im deutschen Fernsehen unter dem Titel „Die Leiche ist heiß“ gezeigt. Das Fernsehteam musste sich zu den Dreharbeiten seinerzeit nach Tiptree in Essex begeben, denn man benötigte als Schauplatz eine Fabrik, die, laut Drehbuch, Relish, also eine Art Würzsauce, herstellt.

In der Episode wird im Laufe einer Besichtigungstour durch die Produktionshallen der Firma Plummer & Son ein Besucher erst durch einen Gabelstapler gegen eine riesige Palette von Gewürzflaschen zu Tode gequetscht und anschließend nackt in ein 200 Grad heißes Sterilisierungsgerät geworfen.

Die berühmte Marmeladenfabrik Wilkin & Sons in Tiptree öffnete damals ihre Pforten für die Dreharbeiten; die Produkte dieser Firma sind auch in Deutschland in jedem größeren Supermarkt zu finden. Im Tea Room kann man sich noch einige Memorabilia ansehen, die an die Filmarbeiten erinnern wie Auszüge aus dem Drehbuch und ein handsigniertes Foto von John Nettles.

Das Familienunternehmen Wilkin & Sons ist seit 1885 in Tiptree ansässig, wo auch ein großer Teil der verwendeten Früchte angebaut werden. Besonders stolz ist die Firma natürlich auch darauf, dass sie seit 1911 Hoflieferant des britischen Königshauses ist.
Auf dem Firmengelände findet sich das Tiptree Visitor Centre, in dem ein Museum über die Marmeladenherstellung informiert, ein Laden die Produkte von Wilkin & Sons verkauft und der schon erwähnte Tea Room Erfrischungen bereit hält.

Zur Weihnachtszeit vertreibt die Firma die „Original Spiced Fruit Christmas Conserve„, die aus zahlreichen Früchten, Sultaninen und Gewürzen besteht. Ich habe einige Gläser davon im Kühlschrank stehen.

Bei den Dreharbeiten zu „Sauce for the Goose“ durften auch einige  Firmenmitarbeiter als Statisten mitspielen. Weitere Schauplätze der Episode waren Marlow, Little Marlow und Amersham, alle in Buckinghamshire.

Wilkin’s Jam Factory
Factory Hill
Tiptree, Colchester, Essex, CO5 0RF

Tel. 01621-815407

Eigenes Foto

Das Besucherzentrum.    © Copyright Angela Tuff and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Besucherzentrum.
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London Particular – Der Nebel und die Erbsensuppe

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Noch heute meinen viele Menschen, die nie in London waren,  dass hier ständig Nebel über der Stadt liegt und man zeitweise nicht die Hand vor den Augen sehen kann. Nun, das stimmte auch eine Zeit lang, aber seitdem 1956 der Clean Air Act in Kraft trat, wodurch Privathaushalte keine Kohle mehr in ihren Öfen verfeuern durften, ist dieser Spuk vorbei und die Qualität der Londoner Luft ist deutlich besser geworden (obwohl einem die Autoabgase auch ganz schön zu schaffen machen).
Damals sagte man vom Londoner Nebel, er sei dick wie Erbsensuppe, ein richtiger „pea souper“ oder man sprach auch vom „London Particular„, ein Begriff, den schon Charles Dickens in seinem Roman „Bleak House“ verwendete.

Die Köche des historischen Restaurants „Simpson’s-in-the-Strand“ sollen die Erfinder der Erbsensuppe gewesen sein, die noch heute den Namen „London Particular“ trägt. Die Hauptzutaten für diese wärmende Suppe, die natürlich in der kalten Jahreszeit sehr beliebt ist,  sind gelbe oder grüne Erbsen, Sellerie, Karotten, Zwiebeln und Schinken. Wer das einmal nachkochen möchte, hier ist ein Rezept der berühmten Fernsehköchin Delia Smith.

Hier ist ein Film über den Londoner Nebel Anfang der 1950er Jahre.

Published in: on 22. Dezember 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Pubschilder – Botolphs Bridge Inn in West Hythe (Kent)

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Das Pubschild des Botolphs Bridge Inn in West Hythe in Kent ist eigentlich nicht sehr einladend, zeigt es doch unheimliche Mönche, die einen Sarg transportieren. Im Sarg liegt der Mönch St. Botolph (der im 7. Jahrhundert lebte), und seine sterblichen Überreste werden auf ein Boot getragen, das ihn an einen sicheren Ort bringen soll, wo ihn die marodierenden Dänen nicht finden können.

Ein interessantes Pubschild, das es ihn dieser Form wohl kein zweites Mal gibt.
Der Pub hat alles zu bieten, was man von einem traditionellen Gasthaus erwartet: Einen schönen Biergarten für den Sommer und Kaminfeuer für die kalten Wintertage. Man kann hier Lunch und Dinner bekommen (es gibt ein umfangreiches Angebot an Speisen) oder einfach nur ein Pint zu sich nehmen.
Eine gute Adresse, wenn man den Eurotunnel durchquert hat, und in westlicher Richtung einen netten Pub zum Mittagessen sucht.

Botolphs Bridge Inn
Botolphs Bridge Road
West Hythe
Kent
CT21 4NL
Telephone 01303 267346

Das Buch zum Artikel:
D.S. Pepper: Botolph. Earlsgate Publishing 2010. 400 Seiten. ISBN 9780956750808.
D.S. Pepper ist ein Autor, der in der Nähe wohnt, in Folkestone. Hier ist eine Leseprobe des Autors im Film.

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Published in: on 21. Dezember 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die offizielle Flagge von Wiltshire – The Bustard Flag

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Am 1. Dezember 2009 akzeptierte der Wiltshire Council die neue Flagge der Grafschaft, die „Bustard Flag„. Sie ist grün-weiß gestreift, wobei die grünen Streifen die grüne Landschaft der Downs und die weißen Streifen die Kalkfelsen darstellen sollen. Zugleich symbolisiert das Weiß der Flagge den Frieden und das Grün Hoffnung oder Freude.
Im Zentrum der Flagge Wiltshires befindet sich ein Vogel, eine Großtrappe (The Great Bustard). Dieser Vogel wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in Großbritannien ausgerottet, aber im Jahr 2004 von der sogenannten Great Bustard Group in einem Projekt wieder eingeführt und zwar in der  Salisbury Plain in Wiltshire.
Der Great Bustard steckt in einem grünen Kreis, der seinen Lebensraum, die Graslandschaft, repräsentiert, darüberhinaus aber auch für zwei berühmte Steinkreise Wiltshires steht, für Stonehenge und für Avebury.
Der Außenrand dieses Kreises ist noch einmal in sechs Teile untergliedert, wobei jeder dieser Teile eine Grafschaft symbolisiert, an die Wiltshire grenzt.

Entworfen wurde die Flagge schon 2007 von Mike Prior aus Bath und seiner Tochter Helen Pocock.

Das Buch zum Artikel:
Mark Bauer: Perfect Wiltshire. Halsgrove 2010. 144 Seiten. ISBN 978-1841149981.

Published in: on 20. Dezember 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Whipsnade White Lion in Bedfordshire – Englands größte Hügelfigur

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Wenn man aus dem Eurotunnel bei Folkestone fährt, wird man gleich von einem Weißen Pferd begrüßt, das oberhalb der Verladestationen auf einem Hügel „sitzt“. Von diesen Hügelfiguren gibt es einige im Land, meist sind es Pferde, mal auch ein Mensch, wie der Cerne Abbas Giant in Dorset, es gibt aber auch einen Weißen Löwen, den Whipsnade White Lion im Süden Bedfordshires. Dieser ist mit 147 m Länge die größte dieser Figuren.

Viele sind unbestimmten Alters, manche sollen uralt sein, der Löwe von Whipsnade dagegen ist ein noch junges Tier. 1933 kam er nach 18 Monaten Bauarbeiten zur Welt; sein Daseinszweck war bzw ist, auf den Tierpark von Whipsnade hinzuweisen, der eigentlich genau ZSL Whipsnade Zoo heißt, wobei das ZSL für Zoological Society of London steht.

Da der Löwe auf einem relativ flachen Hügel wohnt, ist er nicht von überall aus gut zu sehen, am besten geht das von der A4146 aus.
Während des 2. Weltkriegs wurde der White Lion verdeckt, damit er den einfliegenden Bombern nicht zur Orientierung dienen konnte. Zu bestimmten Anlässen wird er sogar illuminiert, was dann sicher vom Flugzeug aus besonders gut aussieht.

Das Buch zum Artikel:
Kate Bergamar: Hill Figures – White Horses and Other Figures of the Hills, Their History, Location and Care. Shire Publications 2008. 104 Seiten. ISBN 978-0747803454.

Published in: on 19. Dezember 2011 at 02:00  Comments (2)  
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Die Tilbury-Gravesend-Fähre – Die letzte Themsefähre vor der Nordsee

Die "Duchess M" pendelt zwischen Tilbury und Gravesend. - © Copyright Glyn Baker and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Seit einigen hundert Jahren gibt es die Möglichkeit, mit einer Fähre die Themsemündung zu überqueren. Als 1963 der Dartford-Tunnel eröffnet wurde, erübrigte sich eine Autofähre, so dass nur noch Fußgänger zwischen Tilbury in Essex und Gravesend in Kent befördert wurden. Das Schiff „Great Expectations“ (benannt nach dem Roman von Charles Dickens) nahm diese Aufgabe bis 1995 wahr, als die Besitzer, die White Horse Ferries, es stattdessen auf der Linie Hythe – Southampton einsetzten.

Heute wird die Verbindung über die Themsemündung von der Lower Thames and Medway Passenger Boat Company betrieben, und die 1956 gebaute „Duchess M“ hat die Aufgabe von der „Great Expectations“ übernommen.

Die Fährverbindung zwischen Tilbury und Gravesend besteht montags bis samstags in der Zeit von 5.40 Uhr bis 19.15 Uhr halbstündlich. Eine einfache Fahrt koste £3.50.

Es wird immer mal wieder darüber diskutiert, ob man die Fährverbindung nicht einstellen sollte, sie wird vom Thurrock Council und vom Kent County Council subventioniert, aber bisher hat man diese Bestrebungen stets abwenden können.

Hier ist ein Film über die Fährverbindung.

Civic Offices
New Road
Grays, Essex
RM17 6SL
Tel. 01375 652652

Das Buch zum Artikel:
John M. Ormston: The five minute crossing – The Tilbury-Gravesend ferries. Thurrock Local History Society 1998. 49 Seiten. ISBN 978-0953447909.

Das Fährterminal in Gravesend. - © Copyright Danny Robinson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 18. Dezember 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Association of Leading Visitor Attractions und die 10 meist besuchten Attraktionen Großbritanniens

Das British Museum in London hatte die meisten Besucherzahlen des Jahres 2010. - © Copyright Christine Matthews and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Association of Leading Visitor Attractions, oder kurz ALVA, ist ein Zusammenschluss von 42 britischen Museen, Gallerien, Kathedralen und Freizeitparks, die die hauptsächlichen Touristenmagnete des Landes bilden.

Gegründet wurde die Organisation 1990 mit dem Ziel, durch Austausch von Informationen das Management ihrer angeschlossenen Mitglieder zu verbessern.

Alljährlich gibt ALVA eine Statistik über die am häufigsten besuchten Attraktionen des Landes heraus. Die Besucherzahlen schwanken und sind manchmal abhängig von bestimmten Faktoren. Werden z.B. in einem Schloss Filme gedreht, so wird man dort mit ziemlicher Sicherheit deutlich mehr Besucher zählen. Die königliche Hochzeit in diesem Jahr hat sehr viele Menschen nach London gebracht, was wiederum positive Auswirkungen auf die Besucherzahlen der Sehenswürdigkeiten der Stadt zur Folge hatte. Im nächsten Jahr wird eine ähnliche Situation durch die Olympischen Spiele in London eintreten.

Da die Zahlen für das Jahr 2011 noch nicht endgültig vorliegen, sind hier die Top Ten des Jahres 2010:

1. British Museum (London)  5,842,138
2. Tate Modern (London) 5,061,172
3. National Gallery (London) 4,954,914
4. National History Museum (London) 4,647,613
5. Science Museum (London) 2,751,902
6. Victoria & Albert Museum (London) 2,629,065
7. National Maritime Museum (London) 2,419,802
8. Tower of London 2,414,541
9. St Paul’s Cathedral (London) 1,892,467
10. National Portrait Gallery (London) 1,819,442

Der Schwerpunkt liegt, wie nicht anders zu erwarten war, auf den Londoner Attraktionen. Erst auf Platz 14 finden sich die National Galleries of Scotland in Edinburgh und das Edinburgh Castle auf Platz 16. Der Zoo von Chester liegt auf Platz 17.

Platz 2: Tate Modern in London. - © Copyright Nigel Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Londoner National Gallery lag auf Platz 3. - © Copyright Paul Gillett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 17. Dezember 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Goodramgate – Yorks most haunted street

Die uralte, düstere Holy Trinity Church. – Eigenes Foto

In der Stadt York in North Yorkshire ist alles „haunted“. Da gibt es u.a. The most haunted pub, The most haunted church und The most haunted street; letztere ist die Straße Goodramgate (in York tragen viele Straßen den Namen „gate“), die den King’s Square mit dem Monk Bar verbindet. In dieser lebhaften, von zahlreichen Läden, Pubs und Restaurants gesäumten Straße ist es tagsüber bei Sonnenschein alles andere als gruselig, aber wenn dann langsam die Sonne untergeht und die Dämmerung sich über York breit macht, verändert sich die Atmosphäre…
Hier steht z.B. Lady Row, eine Gruppe von uralten Häusern, die vor 700 Jahren erbaut wurden;  was die wohl so alles erlebt haben mögen?
An der Holy Trinity Church kann man leicht vorbeigehen, ohne sie zu bemerken, ein kleiner Weg führt vom Goodramgate zu ihr. Die Kirche ist recht düster mit ihren alten aus dem 17. Jahrhundert stammenden Kirchenbänken. Ich war hier einmal im Rahmen eines Ghost Walks, als es schon fast dunkel war, und es herrschte eine wirklich unheimliche Stimmung. Bei einem dieser Ghost Walks soll einmal eine amerikanische Touristin versehentlich eingeschlossen worden sein, was der Dame nicht gut bekam. Auf dem kleinen Kirchhof von Holy Trinity haben sich auch einige unheimliche Dinge zugetragen, so sagt man.

Einer der most haunted pubs und zugleich einer der ältesten in York liegt am Goodramgate. Der Snickleway Inn, den ich noch als Angler’s Arms kenne, gehört laut Derek Acorah, dem Medium aus der TV-Reihe „Most Haunted“, zu den 100 gruseligsten Orten von ganz Großbritannien. Hier läuft ein kleines Mädchen häufig die Treppen hoch und runter und soll zu den aktivsten Geistern der Stadt gehören.
Weitere hübsche Pubs im Goodramgate sind z.B. The Old White Swan, wo 1781 der größte Mensch der Welt zu besichtigen war, oder The Royal Oak aus dem 15. Jahrhundert.

Wem es in dieser Straße so gut gefällt, dass er hier auch einmal wohnen möchte, kann das in einigen Mietappartments tun. Hier ist die Webseite.

Einen Bummel durch Goodramgate (auch bei Nacht!!) kann ich sehr empfehlen.

Das Buch zum Artikel:
Rupert Matthews: Haunted York. The History Press 2009. 95 Seiten. ISBN 978-0752449104.

Haunted Snickleway Inn. – Eigenes Foto

The Old White Swan aus dem 15. Jh. – Eigenes Foto

Übernachtung im Schweinestall? In Robin Hood’s Bay (North Yorkshire) ist das möglich

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Der alte Schmugglerort Robin Hood’s Bay liegt einige Kilometer südlich von Whitby an der Küste von North Yorkshire. Man kann hier in Hotels übernachten, man kann aber auch einen Schweinestall für einen Aufenthalt mieten: Der Landmark Trust macht’s möglich.
Es handelt sich hierbei selbstverständlich um keinen normalen Schweinestall. The Pigsty ist ein Folly, das 1883 von John Barry erbaut wurde, einem Schiffseigner, der in der nahegelegenen Fyling Hall wohnte.

Warum soll man seinen Schweinen eigentlich nicht auch mal was Gutes tun und sie in einem neoklassischen Gebäude mit einer Säulenfront unterbringen? Während der Bauarbeiten soll Barry (zur Verzweiflung der Baufirma) immer wieder Änderungswünsche eingebracht haben, aber schließlich stand der kleine Schweinepalast. Ob die glücklichen neoklassischen Schweine auch ein besonders schmackhaftes Fleisch geliefert haben, ist nicht überliefert.

1920 starb John Barry und sein Pigsty verfiel zusehends. Das marode Gebäude wurde 1988 vom Landmark Trust übernommen, restauriert und mit allen Annehmlichkeiten versehen, um es für Menschen attraktiv zu machen (die Schweine hatten es längst verlassen müssen). Der Landmark Trust vermietet The Pigsty, der für zwei Personen ausgelegt ist, für knapp £900 pro Woche in der Hauptsaison; in der Nebensaison kann man für etwas über £400 hier wohnen.

Wie der Blick vom Pigsty aussieht, kann man in diesem Mini-Clip sehen.

Das Buch zum Artikel:
Robin Lidster: Robin Hood’s Bay and Fylingthorpe Through Time. Amberley Publishing 2009. 96 Seiten. ISBN 978-1848686632.

Published in: on 15. Dezember 2011 at 02:00  Comments (1)  
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The French Horn Hotel in Sonning (Berkshire)

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Sonning ist einer jener hübschen Orte an der Themse, der von Jerome K. Jerome in seinem Buch „Drei Mann in einem Boot“ beschrieben wurde. „The most fairy-like little nook on the whole river“ nennt er Sonning und ich muss ihm recht geben. Wenn man diese Gegend näher erkunden möchte, bietet sich das Hotel The French Horn als Standort an. Direkt am Fluss gelegen, ist es ein ausgesprochen romantisches Haus, das hier schon seit ca zwei Jahrhunderten steht. Es befindet sich seit langer Zeit im Familienbesitz und verfügt über einen ausgezeichneten Ruf.

Unter den Hotelzimmern kann man zwischen Standard-, Superior- und Deluxe-Zimmern wählen oder sich für eine Juniorsuite oder Suite entscheiden. Von den teueren Räumen aus hat man einen sehr schönen Blick auf die Themse, die hier langsam vorüberzieht. £160 ist der Übernachtungspreis für die einfachen Zimmer, die Suiten kosten £215, jeweils inklusive Full English Breakfast.

Auch vom Hotelrestaurant aus hat man einen Blick auf die Themse und die Gärten. In der Küche steht, wie sollte es auch anders sein in einem Hotel, das The French Horn heißt, ein Franzose am Herd. Gilles Company ist Chefkoch und sein Restaurant hatte schon einmal die Ehre, vom Sunday Times-Kritiker Michael Winner „Best Restaurant Outside London“ bezeichnet zu werden.

The French Horn Hotel
Sonning-on-Thames
Berkshire
RG4 6TN
Tel. 0118 969 2204

Published in: on 14. Dezember 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Warwick Trebuchet – Die größte mittelalterliche Hebelwurfmaschine steht im Warwick Castle

The Warwick Trebuchet.    © Copyright Martin Addison and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Warwick Trebuchet.
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Die Blide oder Trebuchet war die größte und präziseste Wurfwaffe unter den mittelalterlichen Belagerungsmaschinen mit der man mittels eines Hebels Geschosse über die Mauern einer Burg werfen konnte. Oft wurden auch unappetliche Dinge mit Hilfe dieser Maschine in die Burghöfe geworfen wie Kadaver, in der Hoffnung, dass sich dadurch Krankheiten unter den Belagerten ausbreiten könnten.

Die größte Trebuchet der Welt steht im Warwick Castle in der Stadt Warwick, die 18m hoch ist und 22 Tonnen wiegt. Sie ist kein Original, es handelt sich dabei um eine Rekonstruktion des dänischen Archäologen Peter Vemming, der sich mit diesen mittelalterlichen Maschinen intensiv beschäftigt hat. Der Däne nutzte Originalzeichnungen und -baupläne aus dem 13. Jahrhundert für die Rekonstruktion.
Die überwiegend aus Eichenholz hergestellte Warwick Trebuchet ist in der Lage, Projektile 25 m hoch und 300 m weit zu katapultieren. Wie das genau funktoniert, kann man bei einem Besuch in der Burg selbst miterleben. Das Warwick Castle ist eines der wenigen in England, das ganzjährig geöffnet ist, jede Menge zu bieten hat und auch ganz schön happige Eintrittspreise nimmt. Ich kann mich an frühere Besuche in Warwick erinnern, als der Eintritt £ 12 kostete und das ist schon eine ganze Weile her; unter £ 20 kommt man da heute nicht mehr herein. Dafür kann man sich aber letztendlich auch eine der schönsten und größten Burgen Englands ansehen.

Eine Notiz am Rande:
In Episode 41 der TV-Krimiserie „Inspector Barnaby„, die den Titel „Hidden Depths“ trägt (dt. „Tief unter der Erde“), wird der Rechtsanwalt Otto Benham durch Weinflaschen, die mittels einer Trebuchet auf ihn katapultiert werden, ermordet.

Wie die Warwick Castle Trebuchet funktioniert, zeigt dieser Film.

Das Buch zum Artikel:
Ron L. Toms: The Big Book of Catapult and Trebuchet Plans! RLT Industries 2010. 172 Seiten. ISBN 978-0977649730.

The Shot at Dawn Memorial in Staffordshire – Ein Denkmal erinnert an 306 exekutierte britische Soldaten des 1. Weltkriegs

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In der Morgendämmerung hingerichtet (Shot at dawn) wurden damals während des 1. Weltkriegs 306 britische Soldaten. Der Grund: Feigheit vor dem Feind bzw. Fahnenflucht. Wie bei anderen Kriegsteilnehmern auch war man schnell dabei, Soldaten von einem Exekutionskommando erschießen zu lassen, ohne genau hinzuschauen, warum diese Männer so handelten. Oft waren sie „shell-shocked„, d.h. durch den permanenten Einschlag von Geschossen des Gegners litten sie unter psychischen oder nervösen Störungen.

Über dieses dunkle Kapitel eines extrem grausamen Krieges legte man den Mantel des Schweigens. Erst am 7. November 2006 entschied die britische Regierung, dass die damaligen Exekutionen zu unrecht stattfanden und dass die Ehre dieser Männer wiederhergestellt werden sollte.
Die Shot at Dawn Pardons Campaign hatte sich immer wieder für die hingerichteten Soldaten eingesetzt. Auf ihrer Webseite stehen die Namen aller 306 Soldaten, die im 1. Weltkrieg durch ihre eigenen Kameraden erschossen wurden. Wie mögen sich diese Männer des Exekutionskommandos wohl hinterher gefühlt haben?

Im National Memorial Arboretum bei Alrewas in Staffordshire, in der Nähe von Lichfield,  hat man mit dem Shot at Dawn Memorial diesen 306 Männern ein Denkmal gesetzt. Es zeigt einen jungen Soldaten mit verbundenen Augen, der an einen Pfahl gefesselt ist, in Erwartung der Todesschüsse seiner Kameraden. Der Bildhauer Andy de Comyn gestaltete die drei Meter hohe Figur nach dem Bild des 17jährigen Gefreiten Herbert Burden, der 1917 bei Ypres wegen Fahnenflucht im Morgengrauen hingerichtet wurde.

Neben dem Denkmal sind in einem Halbkreis Pfähle aufgestellt, auf denen die Namen, der Rang und das jeweilige Todesdatum der exekutierten Soldaten stehen.

Hier ist ein eindrucksvoller Film zum Thema.

The National Memorial Arboretum
Croxall Road
Alrewas
Burton-on Trent DE13 7AR
Tel. 01283 792333

Das Buch zum Artikel:
John Hughes-Wilson: Blindfold and Alone – British Military Executions in the Great War. Phoenix 2005. 544 Seiten. ISBN 978-0304366965.

Published in: on 12. Dezember 2011 at 02:00  Comments (1)  
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Jeremy Clarkson – Berühmt-berüchtigt für seine provokanten Äußerungen

Author: Tony Harrison. – This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Jeremy Clarkson ist ein englischer Journalist und Fernsehmoderator, der durch sein BBC-Automagazin „Top Gear“ bekannt wurde (das auch hin und wieder von deutschen Sendern ausgestrahlt wird), in dem er mit allem was Räder hat die merkwürdigsten und bizarrsten Dinge anstellt. Er schreibt regelmäßig Kolumnen für die „Sunday Times“ und für die „Sun“ und hat einen manchmal recht schrägen Humor, der nicht allen gefällt und mit dem er hin und wieder gewaltig provoziert.
So bezeichnete er einmal den früheren Premierminister Gordon Brown als „one-eyed Scottish idiot“ (Brown war auf dem linken Auge blind), rassistische Bemerkungen sind Clarkson nicht fremd und erst im September sorgte er für Aufruhr mit einer „Sun“-Kolumne, in der er die Abschaffung der walisischen Sprache befürwortete, mit den Worten:
I think we are fast approaching the time when the United Nations should start to think seriously about abolishing other languages. What’s the point of Welsh for example? All it does is provide a silly maypole around which a bunch of hotheads can get all nationalistic.“ Ist das nun wirklich alles ernst gemeint oder ist das „tongue-in-cheek“?

Vor wenigen Tagen ging er dann doch zu weit, als er in der BBC-Sendung „The One Show“ zum Thema „Streikende  im Öffentlichen Dienst“ folgende Worte fand:
I would have them all shot. I would take them outside and execute them in front of their families„. (Hier ein Ausschnitt aus der Sendung). Die Folge war eine Welle der Empörung wie sie die BBC selten erlebt hat und Clarkson sah sich gezwungen, sich für diese Äußerungen zu entschuldigen.
Aber er machte gleich weiter, indem er Selbstmörder, die sich vor eine U-Bahn werfen als „Johnny Suicide“ bezeichnete und sich darüber beklagte, dass dadurch Züge Verspätungen hätten. Weiterhin sagte er:
Change the driver, pick up the big bits of what’s left of the victim, get the train moving as quickly as possible and let foxy woxy and the birds nibble away at the smaller, gooey parts that are far away or hard to find„. Kann man solche Äußerungen noch als humorvoll bezeichnen?

Zurzeit steht Jeremy Clarksons aktuelles Buch „Round the Bend“ auf den britischen Bestsellerlisten, in dem er sich auf gewohnte Weise mit seinem speziellen Humor mit allen möglichen Themen auseinander setzt.

Published in: on 11. Dezember 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Berkhamsted (Hertfordshire) – Geburtsort von Graham Greene

Berkhamsted School. – © Copyright Nigel Cox and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Graham Greene gehört zu den großen britischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts, dessen Werke auch in Deutschland bekannt waren bzw. sind. Zu seinen größten Erfolgen zählen die Romane „The Third Man“ (dt. „Der dritte Mann“), „Brighton Rock“ (dt. „Am Abgrund des Lebens“) oder „The Human Factor“ (dt. „Der menschliche Faktor“). Viele seiner Romane wurden auch verfilmt, zuletzt „Brighton Rock„.

Geboren wurde Graham Greene am 2. Oktober 1904 in Berkhamsted im Westen der Grafschaft Hertfordshire, wo sein Vater Schulleiter war und wo Graham auch zur Schule ging. Einer seiner Vorfahren, Benjamin Greene, gründete übrigens die Greene King Brewery, die noch heute in Bury St Edmunds (Suffolk)  Bier braut.

Die Stadt Berkhamsted hält die Erinnerung an ihren großen Sohn auch heute noch wach, indem hier jährlich das Graham Greene International Festival veranstaltet wird. Organisiert wird das Festival, das zuletzt vom 29.09. bis zum 02.10. stattfand, vom Graham Greene Birthplace Trust, der sich die Aufgabe gestellt hat, das Studium der Werke Greenes zu fördern. Gesponsert wurde das Festival natürlich von der…. Greene King Brauerei.

Das Programm des diesjährigen Festivals war vollgepackt mit Workshops, Vorträgen (z.B. „Spies, Lies and Dangerous to Believe—espionage in the writings of Norman Lewis and Graham Greene“ oder „Problems with Pinkie: Adapting Brighton Rock for the screen, 1947 and 2010″) und Filmvorführungen. Das Festival endete mit einem Farewell Lunch in der Berkhamsted School.

Berkhamsted ist übrigens auch der Geburtsort von Sarah Brightman, die hier am 14. August 1960 zur Welt kam und die u.a. durch das Duett mit Andrea Boccelli  „Time to Say Goodbye“ in der ganzen Welt berühmt wurde.

Das Buch zum Artikel:
Scott Hastie: Berkhamsted – An Illustrated Guide. Alpine Press 1999. 176 Seiten. ISBN 978-0952863113.

Author: Wikidwitch. – This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Berkhamsted High Street. – © Copyright John Baker and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Paul’s Church in London – Die Kirche der Schauspieler

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Es gibt wohl kaum eine weitere Kirche in England, die so eng mit dem Theater und der Schauspielerei verbunden ist wie die Londoner St Paul’s Church, die auch „The Actors‘ Church“ genannt wird und die für den Bereich von Covent Garden zuständig ist. Nicht zu verwechseln mit der St Paul’s Cathedral!

1633 wurde die Kirche von Inigo Jones fertiggestellt, damals einer der bedeutendsten Architekten des Klassizismus. 1795 fiel die Kirche einem Feuer zum Opfer, aber man baute sie nach den Originalplänen wieder auf.

Die Verbindung zum Theater begann schon sehr früh, als 1662 ein italienisches Puppenspiel vor der Kirche aufgeführt wurde, ein Vorgänger der Punch & Judy Show, der englischen Version des Kasperletheaters. Alljährlich findet hier „The Covent Garden May Fayre and Puppet Festival“ statt; am 8. Mai diesen Jahres feierte man im Garten der Kirche  Mr. Punch’s 349. Geburtstag.

Gedenkstätten finden sich in St Paul’s u.a. für Charlie Chaplin, Noel Coward, Vivien Leigh und Ivor Novello, ebenso wie die Urnen mit der Asche der Schauspielerinnen Ellen Terry und Edith Evans. Zwei berühmte Theater sind in unmittelbarer Nähe von St Paul’s: Das Theatre Royal, Drury Lane,  und das Royal Opera House.

George Bernard Shaws „Pygmalion„, Vorbild für das Musical „My Fair Lady“, beginnt übrigens unter den Säulen der Vorhalle der Kirche:
Covent Garden at 11.15 p.m. Torrents of heavy summer rain. Cab whistles blowing frantically in all directions. Pedestrians running for shelter into the market and under the portico of St. Paul’s Church, where there are already several people, among them a lady and her daughter in evening dress. They are all peering out gloomily at the rain, except one man with his back turned to the rest, who seems wholly preoccupied with a notebook in which he is writing busily„.

Und wenn man schon „The Actors‘ Church“ genannt wird, werden in der Kirche natürlich auch Theaterstücke und Musicals aufgeführt. Plätze für 253 Besucher sind vorhanden. St Paul’s ist also eine moderne „Mehrzweck-Kirche“, die in der Gemeinde fest verankert ist.

Wie so eine Theateraufführung in der St Paul’s Kirche aussehen kann, zeigt dieser Trailer.

St Paul’s Church
Bedford Street
London WC2E 9ED
Tel. 020 7836 5221

Das Buch zum Artikel:
Reginald Jacobs: Covent Garden – Its Romance and History. Nonsuch Publishing 2007. 144 Seiten. ISBN 978-1845883621.

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Published in: on 9. Dezember 2011 at 02:00  Comments (2)  
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„The Philharmonic Dining Rooms“ in Liverpool – Einer der außergewöhnlichsten Pubs Englands

 

 

This work is released  into the public domain.

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Wenn man einmal Liverpool besucht, sollte man auf jeden Fall auch in die Hope Street gehen. Dort steht gegenüber der Liverpool Philharmonic Hall einer der außergewöhnlichsten Pubs in ganz England mit dem Namen Philharmonic Dining Rooms, der sich selbst als „one of the most lavish and ornate pubs in the country“ bezeichnet. Durch die Nähe zur Konzerthalle ist dieser Pub natürlich besonders bei Konzertbesuchern und den Mitgliedern des Royal Liverpool Philharmonic Orchestras sehr beliebt.

Erbaut wurde „The Phil“, wie es von Einheimischen kurz genannt wird, um das Jahr 1900 herum von dem Bierbrauer Robert Cain, einem der damals reichsten Männer im Königreich, dem über 200 Pubs in Liverpool gehörten.

Das Gebäude ist architektonisch bemerkenswert und steht schon seit langem unter Denkmalschutz. Beeindruckend ist der Haupteingang, der im Art Nouveau-Stil gestaltet wurde.
Das nicht minder beeindruckende Interieur des Pubs ist ganz dem Thema „Musik“ gewidmet; das ist man der Konzerthalle gegenüber natürlich schuldig. So sind zwei besonders schöne Räume nach den Komponisten Brahms und Liszt benannt. Man wird hier überall mit holzvertäfelten Wänden, Buntglasfenstern und Mosaikfußböden konfrontiert; kein Wunder, dass sich ständig Besucher aus aller Welt einfinden.

Eine weitere Besonderheit haben die Philharmonic Dining Rooms zu bieten: Die Herrentoiletten, die aus rosafarbenem Marmor und Mosaiken bestehen. Sie sind so spektakulär, dass auch Frauen einen Blick hineinwerfen dürfen (wenn sie gerade nicht benutzt werden).
The price of fame is not being able to go to the Phil for a quiet pint„, soll John Lennon einmal gesagt haben und der musste es ja als echter Liverpudlian gewusst haben.

„The Phil“  gehört zu den Nicholson’s Pubs, eine Kette von historisch besonders interessanten Gasthäusern.

Hier ist ein Rundgang durch das Haus im Film zu sehen.

The Philharmonic Dining Rooms
36 Hope Street
Liverpool
Lancashire
L1 9BX
Tel. (0151) 707 2837

Das Buch zum Artikel:
Christopher Routledge: Cains – The Story of Liverpool in a Pint. Liverpool University Press 2008. 160 Seiten. ISBN 978-1846311505.

Author: John Bradley. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International, 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic license.

Author: John Bradley.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International, 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic license.

Mein Buchtipp – Iain Aitch: We’re British, Innit: An Irreverent A-Z of All Things British

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Iain Aitch ist ein witziger Typ. Schon sein erstes Buch „A Fête Worse Than Death: A Journey Through an English Summer“ habe ich mit großem Vergnügen gelesen und auch sein zweites „We’re British, Innit: An Irreverent A-Z of All Things British“ ist allen zu empfehlen, die einen Nerv für britischen Humor haben. In diesem „Funny A-Z of all that we are and all that we do“ geht es um typisch Britisches, in Iain Aitchs unnachahmlicher Weise aufbereitet.

Über die Einführung und Wirkung von „Alcopops“ sagt er z.B.: „The side effect of this increase in teen drinking was a correlating rise in teen pregnancy, ensuring that the pensions crisis may yet be averted“.

Über „Marks & Spencer„: „Not to be confused with Communist Manifesto writers Marx and Engels, this supermarket-cum-department store is where Britain goes to buy its underwear. In fact, so widespread is this practice that HM Customs officials toyed with the idea of doing away with the checking of passports, simply checking the tag in the back of people’s underpants instead“.

Und über die „Seaside„: „It may have lost some of its allure in the twenty-first century, but it is still the place we go to make sandcastles, ride donkeys and catch crabs, be it in a bucket, from the bed in a B&B or from a local heroin-addict prostitute“.

Das Buch ist ein wahres Lesevergnügen!!

Iain Aitch ist aber nicht nur Journalist und Schriftsteller, er ist auch in die Annalen der britischen Geschichte eingegegangen als Erfinder des „World Phone in Sick Day“ und als Initiator des Londoner Santacons, eine Massenveranstaltung von Weihnachtsmännern bzw. -frauen.

Iain Aitch: We’re British, Innit: An Irreverent A-Z of All Things British. Collins 2008. 243 Seiten. ISBN 978-0-00-727132-0.

Published in: on 7. Dezember 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Kippers aus Craster (Northumberland) – Die Besten der Besten

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Wenn ich mehrere Tage hintereinander im Hotel das typisch englische Frühstück mit Rührei, Schinken, Würstchen usw. zu mir genommen habe, möchte ich auch einmal etwas anderes essen und so bestelle ich mir dann meistens einen Kipper.

Ein Kipper ist ein kalt geräucherter, vorgesalzener Hering mit oder ohne Kopf, der vom Rücken her gespalten wird und nur noch an den Bauchseiten zusammen hängt„, so das Lebensmittel-Lexikon. Der Kipper wird zum Frühstück warm serviert, ist sicher nicht jedermanns Sache, aber man sollte ihn einmal probieren.

Die besten Kipper kommen aus der kleinen Hafenstadt Craster in Northumberland. Dort ist die Fischräucherei der Firma L. Robson & Sons  schon seit 1906 tätig, die die Kippers auf traditionelle Weise herstellt. Etwa 16 Stunden hängen die Heringe in der Räucherei, deren Feuer durch Sägemehl aus Eichenholz genährt wird, das wiederum den Fischen ihren typischen Geschmack gibt. Ein gutes Hotelrestaurant weist auf der Frühstückskarte extra darauf hin, dass seine Kipper aus Craster kommen.

Außer den Kippers räuchert die Firma Robson & Sons auch noch Lachs, Schellfisch und Dorsch. Wenn man schon einmal in Craster ist, sollte man die Produkte der Firma auch vor Ort probieren und zwar in deren „Craster Fish Restaurant„, das auf dem Gelände der Räucherei liegt.

Wie Craster Kippers hergestellt werden, zeigt dieser Film.

L. Robson & Sons Ltd.
Craster, Northumberland, NE66 3TR
Tel. 01665 576223

Das Buch zum Artikel:
Colin Biott: We Can Mind the Time – Memories of Craster People. Craster Community Development Trust 2005. 160 Seiten. ISBN 978-0955085901.

Die Räucherei der Fa L. Robson & Sons. - © Copyright Joan Sykes and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Hafen von Craster; im Hintergrund das Dunstanburgh Castle. - © Copyright Joan Sykes and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.



Published in: on 6. Dezember 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Coxwold (North Yorkshire) – Ein Dichter der Weltliteratur, eine Kirche und ein schöner Pub

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Ich mag Coxwold! Viele Male bin ich in dem Bilderbuchdorf in North Yorkshire gewesen, das ca 27 km nördlich von York liegt, und in dem drei   Gebäude besonders sehenswert sind.

Da ist zum einen Shandy Hall, ein sehr hübsches altes Haus, das Mitte des 14. Jahrhunderts gebaut worden ist, und in dem von 1760 bis 1768 einer der großen Schriftsteller der Weltliteratur lebte: Laurence Sterne, der vor allem durch seinen umfangreichen Roman “ The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman (dt. „Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman“), berühmt wurde. Sterne, der in Coxwold eine Pfarrstelle inne hatte,  schrieb in Shandy Hall den größten Teil dieses Buches. Heute ist hier The Laurence Sterne Trust untergebracht, dessen Aufgabe es ist, das Andenken an den Schriftsteller wachzuhalten, indem man sich einmal um den Erhalt des Gebäudes kümmert und weiterhin hier alles an Dokumenten, Büchern und Bildern zusammenträgt, die in irgendeiner Form mit Sterne zusammenhängen. Shandy Hall berbergt die größte Sammlung von Laurence Sternes Werken weltweit. Von Mai bis September kann man sich das Haus und die Gärten ansehen. Das Grab von Laurence Sterne findet sich übrigens auf dem Kirchhof.

Coxwold verfügt über eine recht große Kirche, St Michael’s, die Anfang des 15. Jahrhunderts erbaut wurde. Bemerkenswert ist hier der Westturm, der eine achteckige Form hat.

Eine wichtige Funktion in Coxwold nimmt natürlich der örtliche Pub ein und die Dorfbewohner können über einen besonders schönen Gasthof verfügen, The Fauconberg Arms, eine Kutschenstation aus dem 17. Jahrhundert, in dem auch einige Gästezimmer bereit stehen.
Ich kann einen Besuch in diesem hübschen Dorf  in North Yorkshire sehr empfehlen!

Hier ist ein Film über Shandy Hall und hier ein Film über Coxwolds Gärten und St Michael’s.

Das Buch zum Artikel:
Thomas Keymer: The Cambridge Companion to Laurence Sterne. Cambridge University Press 2009. 224 Seiten. ISBN 978-0521614948.

Shandy Hall. - © Copyright Gordon Hatton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Fauconberg Arms. - © Copyright Gordon Hatton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Michael's Church. - © Copyright Trish Steel and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 5. Dezember 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Großbritanniens „No Entry Cities“ – Hässlich, langweilig, gefährlich??

Bradford in West Yorkshire. "No Entry City No.1"??. - Copyright Ruth Sharville and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Hotelkette Travelodge veranstaltete im Jahr 2010 eine Umfrage unter 5000 Briten, welche Städte ihrer Meinung nach zu den „No Entry Cities“ gehören, d.h. Städte, die langweilig, hässlich und gefährlich sind und die dem Besucher nichts zu bieten haben. Das Ergebnis dieser Umfrage war recht merkwürdig. Hier sind die 10 „auserwählten“ Städte:

1. Bradford
2. Wakefield
3. Dundee
4. Sunderland
5. Newport
6. St David’s
7. Wells
8. Ely
9. Ripon
10. Lichfield

Nun mag es nicht ungewöhnlich sein, dass eine Industriestadt wie Bradford, die auch nicht gerade über ein gutes Image verfügt, den Spitzenplatz eingenommen hat; es überrascht ebenfalls nicht, dass Wakefield und Sunderland ganz oben auf der Liste angesiedelt sind, aber Wells, Ely, Ripon und Lichfield? Ich kenne alle diese Städte und keine von ihnen war hässlich oder langweilig und besonders gefährlich kamen sie mir auch nicht vor.

Natürlich kam aus den betroffenen Kommunen nach Veröffentlichung der Umfrage ein lauter Aufschrei. „Skandalös“ fand man das in der Kathedralenstadt Wells in Somerset, die jährlich von 400 000 Menschen besucht wird,  und wetterte „Fortunately, Travelodge hasn’t desecrated Wells‘ beautiful skyline with one of its monstrous carbuncles“ (entnommen aus „This is Dorset“).

Mir ist auch nicht klar, was man an der Stadt Ely in Cambridgeshire aussetzen kann, in der ich vor wenigen Monaten war. Ich fand den von der Kathedrale dominierten Ort im Gegenteil sehr angenehm.
Auch Lichfield in Staffordshire, ebenfalls eine Katherdralenstadt, habe ich nicht in schlechter Erinnerung.

Wie konnte so ein Ranking entstehen? Es stellte sich beim genaueren Hinsehen heraus, dass über die Hälfte der Befragten gar nicht wussten, wo z.B.  Ely, Wells und Lichfield liegen. Diese mangelnden Geografiekenntnisse des eigenen Landes führten also zu dieser eigenartigen Auswahl der „No Entry Cities“.

Vielleicht hätten die Leute von Travelodge die Umfrageergebnisse gleich in den Müll werfen sollen, ehe da falsche Eindrücke bei potentiellen Besuchern der genannten Städte entstehen.

Zum Thema habe ich schon einmal einen Beitrag über „Crap Towns“ geschrieben.

Lichfield in Staffordshire. Platz 10. - © Copyright Brian Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wells in Somerset, auf Platz 7 der Umfrage. - © Copyright Danny Robinson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 4. Dezember 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Christmas Common (Oxfordshire) – Ein Weihnachtsbaum für die Downing Street – Schauplatz zweier Inspector Barnaby-Episoden

Der kleine Weiler Christmas Common in Oxfordshire. - © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Christmas Common ist doch ein hübscher Name für ein englisches Dorf. Der kleine Weiler liegt einige wenige Kilometer von Watlington und Thame entfernt in Oxfordshire an der Grenze zur Nachbargrafschaft Buckinghamshire.

In diesem Jahr hat Christmas Common die große Ehre, den Weihnachtsbaum zu liefern, der vor dem Amtssitz des britisches Premierministers in der Londoner Downing Street No. 10 aufgestellt wird. Genauer gesagt gebührt diese Ehre Andrew Ingram, der die Nordmanntanne vor 25 Jahren gepflanzt und so lange gepflegt hat, bis sie jetzt von der British Christmas Tree Growers‘ Association (BCTGA) als „Downing-Street-würdig“ befunden wurde. Ingram gewann auch den Titel „Champion Christmas Tree Grower 2011„.

Alljährlich findet ein Wettbewerb unter Weihnachtsbaumanbauern statt, bei dem der schönste von der BCTGA ausgesucht wird und der darf dann vor David Camerons Amtssitz aufgestellt werden.

Allzuviel gibt es über Christmas Common nicht zu sagen. Das Dorf verfügt über einen sehr hübschen Pub „The Fox and Hounds“ und war in zwei Folgen der TV-Krimiserie „Inspector Barnaby“ zu sehen und zwar in Episode 1 „The Killings at Badger’s Drift“ (dt. „Tod in Badger’s Drift“) und in Episode 22 „Ring Out Your Dead“ (dt. „Glockenschlag zum Mord“).

Wie das Aufstellen und Dekorieren des Weihnachtsbaums vor No. 10 Downing Street vor sich geht, zeigt dieser Film im Schnelldurchlauf.

Das Buch zum Artikel:
Lewis Hill: Christmas Trees – Growing and Selling Trees, Wreaths and Greens. Storey Books 1991. 152 Seiten. ISBN 978-0882665665.

The Fox and Hounds. - © Copyright Roger Cornfoot and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die All Saints‘ Church in Tudeley (Kent) und Marc Chagalls Kirchenfenster

All Saints' Church in Tudeley. - © Copyright Chris Whippet and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Im Westen der Grafschaft Kent, in der Nähe von Tonbridge, liegt der kleine Ort Tudeley, dessen Kirche All Saints‘  Besucher aus der ganzen Welt anzieht. Vom Äußeren her unterscheidet sich die kleine Dorfkirche nicht sehr von anderen Kirchen, die Fenster sind es, die so besonders attraktiv sind. Gestaltet wurden sie von dem berühmten französischen Maler Marc Chagall.

Wie kommt es nun, dass mitten in der englischen Provinz eine unscheinbare Kirche diese Besonderheit hat?
Sir Henry Joseph d’Avigdor-Goldsmid war ein Offizier, Banker und Politiker, der 1940 das Somerhill House erbte, das ganz in der Nähe von Tudeley steht. Sir Henry war viele Jahre im Unterhaus vertreten und beendete 1974 seine politische Karriere. 1963 traf die Familie ein Schicksalsschlag, denn am 19. September kam Tochter Sarah mit 21 Jahren bei einem Segelunglück vor der Küste von Rye ums Leben. Sir Henry und seine Frau traten an den französischen Maler Marc Chagall heran und fragten ihn, ob er in Erinnerung an ihre Tochter ein Kirchenfenster in All Saints‘ in Tudeley gestalten würde. Chagall sagte zu und kam 1967 selbst zur Einweihung nach Kent. Er war von der Kirche und den Lichtverhältnissen so angetan, dass er noch weitere sieben Fenster herstellen wollte, die dann auch 1974 eingesetzt wurden. 1985 schließlich wurden, nach langem Widerstand der Kirchengemeinde, auch noch die letzten vier Fenster installiert.
Das beeindruckendste dieser Chagall-Meisterwerke ist sicher das Sarah d’Avigdor-Goldsmid gewidmete Ostfenster über dem Altar, das überwiegend in Blautönen gemalt ist.

Im Rahmen des Tudeley-Festivals finden in der Kirche auch Konzerte statt, deren Erlös u.a. für den Erhalt des Gebäudes verwendet wird.

In diesem Film kann man sich die Kunstwerke alle ansehen.

Das Buch zum Artikel:
Patrick Reyntiens: Chagall Glass at Chichester and Tudeley. University College Chichester 2002. 104 Seiten. ISBN 978-0948765780.

Das Sarah gewidmete Ostfenster. - © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Südfenster. - © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 2. Dezember 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Woolsthorpe Manor, Isaac Newton und der Apfelbaum

Newtons Apfelbaum, noch ohne Zaun. - © Copyright Kokai and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Woolsthorpe Manor in der Nähe von Grantham in Lincolnshire gehört heute dem National Trust und war das Geburtshaus des berühmten englischen Naturforschers Isaac Newton (1643 – 1727), das von Anfang März bis Ende Oktober für Besucher geöffnet ist.

Newton kam immer wieder nach Woolsthorpe Manor zurück, so auch 1660, als in Cambridge, wo er studierte, die Pest ausgebrochen war. Im Garten des Hauses soll er eines Tages unter einem der Apfelbäume gesessen und beobachtet haben wie ein Apfel herunterfiel. Warum, so fragte sich Newton, fällt der Apfel nicht waagerecht oder seitwärts herunter, sondern genau senkrecht in Richtung des Erdmittelpunktes? Der junge Student folgerte daraus, dass die Erde den Apfel anziehen muss.
In seinem Werk „Philosophiae Naturalis Principia Mathematica“,  formulierte Newton später das sogenannte Gravitationsgesetz.

Jener berühmte Apfelbaum im Garten von Woolsthorpe Manor wurde 1820 von einem Sturm umgeworfen, doch der Baum ließ sich so leicht nicht unterkriegen und entwickelte neue Wurzeln aus denen dann ein neuer etwas merkwürdig geformter Apfelbaum entstand. Diese Attraktion zieht Jahr für Jahr zahlreiche Besucher nach Lincolnshire, vielleicht sogar zuviele, denn jeder will  gern einmal unter dem Isaac-Newton-Baum stehen, was wiederum die Wurzeln in Mitleidenschaft zieht. So sah man sich in diesem Jahr gezwungen, einen 60 cm hohen Weidenzaun um den Baum herum zu ziehen, um das Wurzelwerk zu schonen.
Die Äpfel gehören übrigens zur Sort „Flower of Kent„, ein Kochapfel, und man darf sie sich vom Baum pflücken, sofern man jetzt noch herankommt.
Ein kleines Stück des Baumes wurde 2010 mit dem Space Shuttle Atlantis ins Weltall genommen. Wenn das Isaac Newton damals gewusst hätte…

Hier sind einige stimmungsvolle Aufnahmen von Woolsthorpe Manor im Film und hier vom berühmten Apfelbaum.

Woolsthorpe Manor
Water Lane
Woolsthorpe by Colsterworth, near Grantham, Lincolnshire NG33 5PD
Telephone: 01476 860338

Das Buch zum Artikel:
Susan Haimes: Woolsthorpe Manor. National Trust 2006. 24 Seiten. ISBN 978-1843592242.

Woolsthorpe Manor. - © Copyright Paul Shreeve and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 1. Dezember 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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