The Memorial to Heroic Self Sacrifice im Londoner Postman’s Park

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In der Londoner City, unweit der St Paul’s Kathedrale, liegt der Postman’s Park, der nach dem Hauptpostamt benannt wurde, das hier einmal untergebracht war.
Auf dem Gelände des Parks, der früher einmal ein Friedhof war, steht seit dem Jahr 1900 das Memorial to Heroic Self Sacrifice, eine Idee des viktorianischen Malers und Bildhauers George Frederic Watts.

Geschützt von einem 15m langen Dach besteht das Memorial aus einer Wand mit 120 Kacheln von denen jede einem Helden gewidmet ist, der bei dem Versuch andere Menschen zu retten, dabei selbst ums Leben gekommen ist. Neben dem Namen des Helden ist auch kurz beschrieben, wofür er geehrt worden ist.
Bei der Einweihung waren lediglich vier dieser Kacheln „besetzt“, bis zum Jahr 1908 kamen noch etliche dazu, in den 1930er Jahren wurden weitere vier Helden geehrt und dann war Schluss; lediglich am 11. Juni 2009 widmete man eine weitere Gedenktafel einem gewissen Leigh Pitt, der einem ertrinkenden Jungen das Leben rettete, dabei aber selbst ertrank.
54 Kacheln sind bis heute besetzt, Platz genug für weitere Helden wäre also da.

Dieser Film zeigt das Memorial to Heroic Self Sacrifice und die Namen der aufopferungsvollen Menschen.

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Beating the Bounds – Ein alter Brauch, der noch heute ausgeübt wird

Beating the Bounds in Oxford. - Author: Andrew Gray. his file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

In einigen dörflichen aber auch städtischen Kirchengemeinden wird auch heute noch ein uralter Brauch ausgeübt, der sich „Beating the Bounds“ nennt und in etwa mit „Schlagen der Grenzsteine“ übersetzt werden kann. Da zieht ein Priester mit einer Gruppe von Gemeindemitgliedern und Kindern durch die Kirchengemeinde, alle mit Stöcken „bewaffnet“, die alle Grenzsteine bzw. Grenzmarkierungen aufsuchen, die dann mit den Stöcken „geschlagen“ werden.
Wozu soll das gut sein? Dieser Brauch sollte ursprünglich dazu dienen, dem kirchlichen Nachwuchs (es waren häufig Chorknaben) zu zeigen, wo sich genau die Grenzen der Gemeinde befinden, und damit die sich das auch gut einprägten, wurden sie an den Grenzsteinen manchmal auch mit den Stöcken geschlagen oder mit dem Kopf dagegen gestoßen. Diese brutale Form der Gedächtnisaufbesserung findet sich glücklicherweise heute nicht mehr.

Benedict le Vay beschreibt in seinem Buch „Eccentric Oxford“ wie Beating the Bounds in der Gemeinde St Michael in Oxford abläuft. Da zieht am Himmelfahrtstag der Vikar mit seiner Gemeinde drei Stunden lang durch die Gegend, um die 30 Grenzsteine aufzusuchen, die dann mit den Worten „Mark! Mark! Mark!“ geschlagen werden. Das kann dann zu so kuriosen Situationen führen, dass die Gruppe mitten durch die Damenunterwäscheabteilung von Marks & Spencer zieht und dort den Fußboden mit ihren Stöcken bearbeitet oder dass die Außenwand einer Filiale der Drogeriekette  Boots the Chemist geschlagen wird.

Jede Kirchengemeinde, die Beating the Bounds heute noch praktiziert, hat seine Besonderheiten. Je nach Größe kann das Ganze sogar mehrere Tage dauern. In ländlichen Regionen wie z.B. dem Dartmoor wird bei dieser Prozession auch gleich geprüft, ob die Inschrift der Grenzsteine noch leserlich ist.
Mögen diese alten Traditionen noch möglichst lange beibehalten werden!

Dieser Film zeigt wie Beating the Bounds in der Kirchengemeinde von St Michael in Oxford abläuft.

Ein "Boundary Stone", hier bei Greystone in Lancashire. - © Copyright Dr Neil Clifton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 28. Februar 2012 at 02:00  Comments (2)  
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Hucknall in Nottinghamshire – Hier findet sich die letzte Ruhestätte von Lord Byron

St Mary Magdalene in Hucknall (Nottinghamshire).    © Copyright David Hallam-Jones and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Mary Magdalene in Hucknall (Nottinghamshire).
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Lord Byron, Englands großer Dichter, der für die damalige Zeit einen skandalösen Lebensstil pflegte, wohnte eine Zeit lang in Newstead Abbey im Südwesten der Grafschaft Nottinghamshire, dem Familiensitz der Byrons. Nicht weit davon entfernt, in Hucknall,  liegt die letzte Ruhestätte von George Gordon Byron, 6th Baron Byron, so sein vollständiger Name, der schon im Alter von 36 Jahren in Messolongi in Griechenland starb, wo er am griechischen Freiheitskampf teilgenommen hatte.

Byrons Leichnam wurde einbalsamiert (es hieß, dass sein Herz in Griechenland geblieben ist,  nach anderen Quellen sollen es seine Lungen gewesen sein, die die Griechen gern behalten wollten) und nach England gebracht. Da die Westminster Abbey ihn auf Grund seiner „fragwürdigen Moralvorstellungen“ nicht in ihren Mauern haben wollte, wurde er im Familiengewölbe der Byrons in der Kirche St. Mary Magdalene in Hucknall beerdigt.

An seiner Seite liegt auch seine Tochter Augusta Ada, Countess of Lovelace, die mit dem Computerpionier Charles Babbage arbeitete und nach der die Programmiersprache Ada benannt ist.
Der König von Griechenland schickte 1881 eine  Marmorplatte nach Hucknall, die direkt über Byrons Grab angebracht wurde. Ein Gedenkstein findet sich außerhalb der Kirche mit der Inschrift “ But there is that within me which shall tire torture and Time, and breathe when I expire“.

St. Mary Magdalene in Hucknall ist zu einer Pilgerstätte für Byron-Freunde aus der ganzen Welt geworden.

Das Buch zum Artikel:
Fiona MacCarthy: Byron – Life and Legend. Faber and Faber 2003. 688 Seiten. ISBN 978-0571179978.

Byrons Gedenkstein vor der Kirche.    © Copyright Phil Evans and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Byrons Gedenkstein vor der Kirche.
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Herbert Adams – Ein fast vergessener Klassiker des britischen Kriminalromans

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Herbert Adams ist ein britischen Krimiautor, dessen Romane bereits in den 1930er Jahren ins Deutsche übersetzt wurden, später dann in den 1950er und 1960er Jahren noch einmal im Goldmann-Verlag erschienen und danach in Vergessenheit geraten sind, was leider auch für sein Heimatland gilt.

Über Adams‘ Leben ist nur sehr wenig bekannt. Er wurde 1874 in geboren und über seinen Geburtsort gehen die Meinungen auseinander; London bzw. die Grafschaft Dorset werden da genannt. Auch über das Todesjahr gibt es unterschiedliche Auffassungen, die zwischen 1952 und 1958 schwanken. Verheiratet war er mit Jessie Louise Cooper. Die deutsche Wikipedia gibt an, dass Adams als Immobilienmakler tätig war; er war aber auch Mitglied des britischen Surveyors Institute. Alles sehr mysteriös wie seine Krimis, deren erster 1924 unter dem Titel „The Secret of the Bogey House“ erschien, in dem erstmals Amateurdetektiv Jimmie Haswell auftrat. Adams‘ zweiter Serien-Detektiv, Roger Bannion,  wurde 1928 in dem Roman „Exit the Skeleton“ eingeführt. Die Figur des Jimmie Haswell verschwand bald wieder, während Roger Bennion seinen letzten Fall 1958 in „Death of a Viewer“ löste.

Die Romane gehören in die Kategorie der „cozies“, also der gemütlichen Krimis und spielen oft auf Golfplätzen wie z.B. „The Nineteenth Hole Mystery“ (1939), „The Body in the Bunker“ (1935) oder „Death Off the Fairway“ (1936).

Susan Oleskiw schreibt in „Twentieth Century Crime and Mystery Writers“ zutreffend: „Despite the changes in the mystery novel that left Adams’s works dated, his stories contain a cleanness of vision and integrity of form that makes them attractive to many readers“.

Ich besitze glücklicherweise ein Dutzend seiner Werke und mir hat die Lektüre immer sehr viel Spaß gemacht. Die Romane sind schon seit langer Zeit, sowohl vom britischen wie vom deutschen Markt verschwunden, antiquarisch kann man sie natürlich zum Teil noch bekommen.

Published in: on 26. Februar 2012 at 02:00  Comments (2)  
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Pubschilder – The Royal Oak in Burford (Oxfordshire)

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Burford (Oxfordshire) in den Cotswolds ist ein recht lebhafter und sehr attraktiver Ort. Die Parkplätze an der Hauptstraße sind fast immer belegt, aber es gibt einen großen nahegelegenen Zentralparkplatz von dem man in ca 4 Minuten zu der steilen High Street kommt. Auf dem Weg dorthin liegt in einer ruhigen Nebenstraße „The Royal Oak„, ein Pub mit Restaurant und auch zwei Zimmern.

„The Royal Oak“ ist einer der häufigsten Namen für britische Pubs. Charles II flüchtete nach der Schlacht von Worcester 1651 nach Boscobel Wood, wo er sich vor seinen Verfolgern auf einer Eiche versteckte. Diese Royal Oak ist Namensgeberin für unzählige Pubs mit unterschiedlichen Pubschildern.
Das Schild vor der Burforder königlichen Eiche fand ich besonders gut gelungen. Damals muss aber doch erheblich mehr Laub an der Eiche gewesen sein, sonst hätten die Häscher den armen Charles II bestimmt gesehen.

An der High Street in Burford gibt es weitere sehr schöne Pubs; wer es aber ein wenig ruhiger haben möchte, ist mit der „Royal Oak“ in der Witney Road gut bedient.

The Royal Oak
26 Witney Road
Burford
Oxfordshire
OX18 4SN
Tel. 01993 823278

Die steile High Street von Burford (Oxfordshire) an einem Samstagvormittag. - Eigenes Foto.

Published in: on 25. Februar 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Rund um London auf der M25 mit dem Reisebus – Ein Vergnügen der besonderen Art

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Die meisten Menschen hassen die M25, auch London Orbital oder Großbritanniens größter Parkplatz genannt, die einmal komplett um die britische Hauptstadt herumführt. Sie ist eine der am stärksten befahrenen Straßen des Landes auf der man häufig im Stau steht. Ich bin viele Male auf der M25 gefahren, notgedrungen, da ich zu einer bestimmten Zeit am Eurotunnel sein musste. Die zurzeit (noch) gültigen 70 Meilen Höchstgeschwindigkeit werden hier oft weit überschritten, sofern es der Verkehrsfluss denn überhaupt zulässt.

Seit kurzem gibt es die Möglichkeit, die M25 zum Vergnügen zu befahren – mit dem Reisebus. Das in Hove (East Sussex) ansässige Busunternehmen Brighton & Hove Bus and Coach Company hat im letzten Herbst versuchsweise eine „M25 Orbital Coach Tour“ ins Programm genommen, die sofort ausverkauft war. Am 22. März findet die nächste Fahrt statt, die auch schon ausverkauft ist. Weitere Touren sind bereits terminiert. Für die vergleichsweise geringe Summe von £15 kann man auf diese Weise, ohne selbst fahren zu müssen, die Sehenswürdigkeiten links und rechts der Ringautobahn von einem bequemen Reisebussitz aus begutachten. Und zu sehen gibt es einiges, worauf ein eigens mitfahrender Reiseleiter aufmerksam macht.
Ob man die M25 im oder gegen den Uhrzeigersinn befährt, bleibt eine Überraschung für die Fahrgäste und wie lange die Tour überhaupt dauern wird, weiß kein Mensch, das hängt ganz von der Verkehrsdichte ab. Geplant sind für die etwa 180 km lange Strecke jedenfalls 4 Stunden. Als kleinen Gag kann man eine Flasche Champagner gewinnen, die derjenige erhält, der die im Bus  zurückgelegten Meilen errät bzw. am nähesten dran ist.

Andere Busunternehmen haben bereits die Ohren gespitzt und werden wohl demnächst ähnliche Touren anbieten; außerdem stehen die Olympischen Spiele vor der Tür mit unzähligen London-Besuchern, die amüsiert werden wollen.

Zur Vorbereitung auf so eine Reise empfehle ich zwei sehr lesenswerte Bücher (s. hierzu auch meinen früheren Blogeintrag):

Roy Phippen: M25 Travelling Clockwise (Pallas Athene Arts 2004)
Iain Sinclar: London Orbital (Penguin 2003).  Sinclair ist damals zu Fuß die ganze M25 entlanggegangen.

Einen kleinen Trip auf der M25 zeigt dieser Film.

Brighton & Hove Bus and Coach Company
43 Conway Street
Hove, East Sussex, BN3 3LT
Tel. 01273 886226

Der Verkehrsampelbaum auf der Hundeinsel – Das geliebte und gehasste Londoner Kunstwerk

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Verwirrend??
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Es gab einen ziemlich großen Aufschrei im letzten Dezember, als man den Westferry Traffic Light Tree auf der Isle of Dogs im Londoner Canary Wharf-Bezirk von seinem Standort entfernte. Der französische Bildhauer Pierre Vivant hatte das acht Meter hohe und aus 75 blinkenden, computergesteuerten Verkehrsampeln bestehende Kunstwerk von 1995 bis 1998 geschaffen und es wurde mitten auf einem Kreisverkehr aufgestellt, wo es den Verkehr nicht regeln sollte.

Im Zuge der Umgestaltung des Kreisverkehrs wurde der Traffic Light Tree dort weggenommen und zwischengelagert. Irgendwo in der Gegend soll er aber wieder aufgestellt werden.
Es gab allerdings auch stimmen, die die Entfernung des dauerblinkenden Ampelgestrüpps begrüßten. Immer wieder hatte es ortsfremde Autofahrer gegeben, die davon irritiert waren und nicht wußten, ob nun die Kreisverkehrregelung hier galt oder eine der auf Rot, Gelb oder Grün stehenden Ampeln.

Die Versicherungsgesellschaft Saga führte im Jahr 2005 eine Umfrage nach den besten und den schlechtesten Kreisverkehren Großbritanniens durch und Sieger in der Kategorie bester bzw. schönster Kreisverkehr wurde unser Roundabout mit dem Ampelbaum (Platz 2 erreichte erstaunlicherweise  „The Plough“ in Hemel Hampstead, den ich in meinem Blog schon vorgestellt habe).

The Sculpture imitates the natural landscape of the adjacent London Plane Trees, while the changing pattern of the lights reveals and reflect the never ending rhythm of the surrounding domestic, financial and commercial activities„, so beschreibt Pierre Vivant sein Kunstwerk, das dort aufgestellt worden war, wo bis dahin eine vor sich hin kümmernde Platane stand, die wohl die Autoabgase nicht mehr verkraften konnte.

Pierre Vivant, der Schöpfer des Ampelbaums, wurde 1952 geboren und arbeitet sowohl in Paris als auch in Oxford. Einige seiner anderen Werke sind hier zu sehen.
Ich bin einmal gespannt, wo denn nun der Westferry Traffic Light Tree seine neue Heimat finden wird.

Hier ist die künstlerische Verkehrsregelungsanlage in vollem Betrieb zu sehen.

Published in: on 23. Februar 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Spotted Dick – Eine beliebte Süßspeise mit einem leicht anrüchigen Namen

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Um wieder einmal die Wikipedia zu zitieren: „Spotted dick ist ein in Großbritannien verbreiteter gedämpfter oder gebackener  Pudding aus Rindernierenfett und Trockenfrüchten (meistens Korinthen), der üblicherweise mit Custard serviert wird“. Das klingt vielleicht nicht besonders verlockend, der Spotted Dick ist aber in England sehr beliebt. Vor kurzem sah ich diese Süßspeise in einem Pub angeboten, allerdings habe ich sie noch nie probiert.

Die Engländer haben ja schon einige komische Namen für ihre Speisen gewählt, wenn ich an Bubble and Squeak oder Bangers and Mash denke. Der Spotted Dick gehört mit in diese Kategorie. Da „dick“ im Sprachgebrauch auch „Penis“ heißt, gibt das der Süßspeise einen besonderen Touch.
Beim Bestellen des Spotted Dick werden immer mal wieder anzügliche Bemerkungen gemacht, so dass man z.B. in einigen Kantinen aus dem Spotted Dick einen Spotted Richard oder Sultana Sponge machte, aber irgendwie war das alles nicht das richtige und man kehrte immer wieder zu dem Originalnamen zurück.

Eine Version wie der Name „dick“ zustande kam, ist, dass er sich aus pudding-> puddink -> puddick -> dick ableitet. Egal, ob das nun stimmt oder nicht: Spotted Dick bleibt ein beliebter Pudding im Vereinigten Königreich.

Wer diese Nachspeise mit dem „giggle factor“ selbst einmal machen möchte, hier ist das Rezept. Man kann es auch in der Dose kaufen, z.B. hier.

Dieser Film zeigt im Detail wie man Spotted Dick herstellt.

Das Buch zum Artikel:
Brian Turner: Brian Turner’s Favourite British Recipes – Classic Dishes from Yorkshire Pudding to Spotted Dick. Headline Book Publishing 2003. 224 Seiten. ISBN 978-0755310920.

Published in: on 22. Februar 2012 at 02:00  Comments (2)  
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Die Thames Mudlarks – Schatzsuche im Schlamm der Londoner Themse

Die Themse bei Chiswick.   © Copyright Stefan Czapski and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Themse bei Chiswick.
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Mitten in London beträgt der Unterschied zwischen Ebbe und Flut mehrere Meter, d.h. dass bei Wasserniedrigstand für einige Stunden Teile der Themse zum Vorschein kommen, die sonst vom Wasser überspült sind. Das ist die Zeit, zu der man die Mudlarks bei ihrer Arbeit beobachten kann. „Mudlark“ heißt soviel wie „Schmutzfink“ und eine schmutzige Arbeit ist das schon, was diese Leute hier tun. Mit Hilfe von Metalldetektoren suchen sie den Uferschlamm ab auf der Suche nach „Schätzen“, wobei das Wort „Schatz“ im weitesten Sinne gebraucht wird.

Die Mudlarks gab es auch schon im 18. Jahrhundert; das waren damals Menschen, die von der Suche nach Wertsachen im Themseschlamm ihren Lebensunterhalt bestritten. Gegenüber damals ist das heutige Suchen sicher angenehmer, denn die Themse gilt jetzt als einer der saubersten Flüsse Europas.

Die 1980 gegründete Society of Thames Mudlarks besitzt die „Lizenz zum Suchen“, die ihr von der Port of  London Authority ausgestellt worden ist. Alles, was die Mitglieder der Gesellschaft im Schlamm der Themse an historischen Artefakten finden, müssen sie dem Museum of London melden, das mittlerweile über eine umfangreiche Sammlung an Themsefunden besitzt.

Was findet man denn nun in dem Schlamm? Neben Dingen des alltäglichen Lebens, die in die Themse geworfen werden, entdecken die Mudlarks auch manchmal jahrhundertealte Gegenstände. So hat eines der Mitglieder der Gesellschaft über 2500 Knöpfe gefunden, von denen die ältesten aus dem 14. Jahrhundert stammen. Diese umfangreiche Knopfsammlung ist auch im Museum of London zu besichtigen. Ferner fand man in dem Schlamm des Flusses Münzen, Halsketten aus der Eisenzeit, Schmuckstücke der Angelsachsen und jede Menge Gegenstände aus der Römerzeit.

Neben der oben erwähnten Society of Thames Mudlarks gibt es noch andere Gruppierungen, die mit Metalldetektoren am Ufer der Themse tätig sind wie beispielsweise die Thames and Field Metal Detecting Society.

Dieser sehr informative Film zeigt die Arbeit der Mudlarks in London.

Published in: on 21. Februar 2012 at 02:00  Comments (5)  
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Jack the Stripper – Ein Londoner Serienmörder, der nie gefasst wurde

Hier, in der Nähe der Hammersmith Bridge, am Themseufer, begann die Mordserie. Hannah Tailford war das erste (?) Opfer Jack the Strippers. - © Copyright Stefan Czapski and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

1888 trieb Jack the Ripper sein Unwesen im Londoner Osten. Fünf Morde gingen auf sein Konto, dann hörte man nie wieder etwas von ihm und er konnte nicht gefasst werden.

Eine ähnliche Mordserie ereignete sich 1964/65, wieder in London. Mindestens sechs Prostituierte (Hannah Tailford, Irene Lockwood, Helen Barthelemy, Mary Flemming, Frances Brown, Bridget O’Hara) fielen einem Serienmörder zum Opfer, dem man den Namen Jack the Stripper gab, da er alle Frauen nach der Ermordung unbekleidet zurückließ. Diese sogenannten „Hammersmith Murders“ fielen in den Zuständigkeitsbereichvon Scotland Yards Chief Superintendent John Du Rose, der mit sehr großem Aufwand versuchte, den Täter zur Strecke zu bringen. Über 7000 Interviews mit Verdächtigen wurden geführt, man hatte auch einige heiße Spuren, aber man konnte den Frauenmörder einfach nicht fassen. Die Morde hörten auf. Wieder ein Fall, der in den Annalen der Londoner Polizei als ungelöst geführt wird.

Wie auch im Fall von Jack the Ripper gab es bei seinem Fast-Namensvetter viele Spekulationen, die sich auch in der Literatur niederschlugen. Das Buch „Goodbye Piccadilly, Farewell Leicester Square“ aus dem Jahr 1969 von Arthur La Bern basiert auf den Mordfällen; Alfred Hitchcock verfilmte das Buch 1972 unter dem Titel „Frenzy„. Auch die Londoner Journalistin Cathi Unsworth nahm sich in ihrem Krimi „Bad Penny Blues“ den ungelösten Jack the Stripper-Morden an.
Chief Superintendent John Du Rose, den es sicher sehr geärgert hat, dass er den Fall nicht lösen konnte (er wurde „Four Day Johnny“ genannt, weil er seine Fälle so schnell löste), schrieb über die Hammersmith-Morde in seinen Memoiren „Murder Was My Business„, die 1973 erschienen. Auch „Found Naked and Dead“ (1974) von Brian McConnell versucht, etwas Licht in die mysteriösen Prostituiertenmorde zu bringen.

Das Buch zum Artikel:
Neil Milkins: Who Was Jack the Stripper? – The Hammersmith Nudes‘ Murders. Rose Heyworth Press 2011. 152 Seiten. ISBN 978-0956851208. Milkins hat eine Theorie, wer der Mörder sein könnte. Hier ein kurzer Film darüber.

Published in: on 20. Februar 2012 at 02:00  Comments (2)  
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Mein Buchtipp – Graham Uney: Oxfordshire – The Glorious County

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Graham Uney hat schon zahlreiche Bücher geschrieben, speziell Wanderführer für viele Regionen Großbritanniens, aber auch Porträts englischer Counties.
Ein sehr schöner Bildband ist „Oxfordshire: The Glorious County„, in dem Uney die Facetten dieser englischen Grafschaft zeigt. Besonders die Dörfer haben es ihm angetan, so finden sich in dem Buch sehr stimmungsvolle Fotos von Goring, Wroxton, Deddington und Benson, um nur einige Dörfer zu nennen.

„It is a county of light and colour, of big skies and intimate corners. Oxfordshire’s palate runs through warming tones of red and orange stonework in the walls of old farms, villages and towns, topped by earthly tones of thatched cottages“, so Uney in der Einführung zu seinem Buch. Genauso habe ich die Grafschaft auch immer wieder erlebt.

Graham Uney: Oxfordshire – The Glorious County. Halsgrove 2008. 144 Seiten. ISBN 978-1841148113. Bildband im Querformat.

Die Themse bei Wallingford (Oxfordshire). – Eigenes Foto.

Ewelme in Oxfordshire. – Eigenes Foto.

Published in: on 19. Februar 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Danesfield House Hotel & Spa bei Marlow in Buckinghamshire

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Zwischen Marlow in Buckinghamshire und Henley-on-Thames in Oxfordshire liegt ein sehr schönes Hotel namens Danesfield House, das in den letzten Jahren mit Auszeichnungen regelrecht überhäuft wurde. Hier einige Beispiele:

Condé Nast Award for Most Excellent Hotel Venue UK 2010
Michelin Star awarded in Michelin Guide Great Britain & Ireland 2012
Winner – Most Relaxing Spa UK 2011
12th top UK Restaurant in Good Food Guide 2012

Danesfield öffnete seine Pforten als Luxushotel am 1. Juli 1991. Vorher war es das Hauptquartier der Firma Carnation Foods; davor gehörte es der Royal Air Force.
Das Hotelrestaurant besitzt einen sehr guten Ruf, den es dem Küchenchef Adam Simmonds zu verdanken hat und der sich bereits einen Michelin-Stern erkocht hat. Seit 2007 ist er hier tätig; vorher hat er u.a. bei Raymond Blanc im Le Manoir aux Quat‘ Saisons und bei Marco Pierre White in dessen Les Sauveurs gearbeitet.

Das Danesfield House Hotel verfügt über 86 Zimmer und Suiten, von denen einige auch über Four-Poster-Betten verfügen. Der Blick geht von vielen Zimmern auf die Gärten und die dahinter fließende Themse. Die Preise für eine Nacht bewegen sich zwischen £159 für ein Standard-Doppelzimmer und £259 für eine Executive Junior Suite. Günstiger übernachten kann man auch mit einem Package, das Dinner, Bed and Breakfast beinhaltet.

Das Aromatherapy Associates Spa bietet eine Fülle von Anwendungen und verfügt über ein sehr schönes Hallenbad.

Wer aus der „Inspector Barnaby„- Serie die Episode „Judgment Day“ (dt. „Der Mistgabel-Mörder“) gesehen hat, erinnert sich vielleicht an die Szenen, in denen sich die Jury-Mitglieder für den Perfect Village Competition (inklusive Joyce Barnaby) in einem Hotel treffen, in dem später eine der Jurorinnen ermordet wird. Diese Szenen wurden im Danesfield House Hotel gedreht.

Hier sind einige Aufnahmen des Hotels.

Danesfield House Hotel and Spa
Henley Road
Marlow-On-Thames,
Buckinghamshire, SL7 2EY

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Mord im Pfarrhaus – Thornbury in South Gloucestershire trauert

St Mary's Church in Thornbury. - Eigenes Foto.

„Mord im Pfarrhaus“ lautet der Titel eines berühmten Kriminalromans von Agatha Christie; genau das hat sich in dieser Woche in der Kleinstadt Thornbury in South Gloucestershire ereignet. Reverend John Suddards wurde am Dienstagmorgen, dem 14. Februar, von Bauarbeitern in seinem Pfarrhaus tot aufgefunden; er wurde durch mehrere Messerstiche getötet.

Als ich davon erfuhr, war ich doch sehr bestürzt. Ich bin Dutzende Male an diesem Pfarrhaus in der Castle Street vorbeigefahren, auf dem Weg zu meinem Lieblingshotel, dem Thornbury Castle Hotel, das ich in meinem Blog ja schon mehrfach erwähnte. Das Pfarrhaus liegt direkt am Beginn der Einfahrt zum Hotel, knapp 100 Meter vom Castle entfernt. Exakt ein Monat vor dem Mord  war ich zuletzt für einige Tage hier.

Reverend John Suddards war für die Kirchen St Mary’s, die direkt an das Hotel angrenzt, St Paul’s, am Ortsrand, und St Arilda’s in Oldbury-on-Severn, das ich erst kürzlich in meinem Blog vorstellte, zuständig. Seit sechs Monaten war er erst in Thornbury tätig und in seiner Gemeinde sehr beliebt.

Übernommen wurde der Mordfall von der Avon & Somerset Police, unter der Leitung von Detective Chief Inspector Simon Crisp, der auch schon schnell einen Verdächtigen festnahm. Ob es sich bei ihm um den wirklichen Täter handelt und was für ein Motiv hinter der Tat steckt, ist bis zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.

Die Kleinstadt Thornbury trauert um ihren Vikar und ist geschockt, denn Gewaltverbrechen sind hier selten; ein Mord ist seit Menschengedenken nicht verübt worden.

Hier ist ein Bericht der Daily Mail über den Mordfall in Thornbury und hier ein Beitrag von BBC Bristol mit einem kurzen Film.

Nachtrag vom 10.03.2012: Inzwischen ist der 47jährige Stephen Farrow von der Polizei festgenommen worden. Er steht auch unter dem Verdacht,  zu Beginn des Jahres die 77jährige Betty Yates in Bewdley in Worcestershire ermordet zu haben.

St Paul's in Thornbury. - © Copyright Jonathan Billinger and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Arilda's in Oldbury-on-Severn. - Eigenes Foto.

Published in: on 17. Februar 2012 at 08:10  Comments (1)  
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Chillingham Castle (Northumberland) – Englands Spukschloss Nummer Eins

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Weit oben im englischen Norden, in der Grafschaft Northumberland, liegt Englands „most haunted castle“: Chillingham Castle. Das aus dem 12. Jahrhundert stammende Schloss wird von Sir Humphry Wakefield und seiner Familie bewohnt und da man für den Unterhalt eines so alten Gebäudes viel Geld benötigt, wird Chillingham Castle heute für alle möglichen Dinge vermarktet. Hochzeiten in Schlössern sind in England sehr beliebt, so wird auch dieses Haus in Northumberland dafür zur Verfügung gestellt. Weiterhin kann man hier Tagungen durchführen und die Räumlichkeiten für private Feiern mieten.

Da Chillingham Castle das Spukschloss Nummer Eins in England sein soll, werden natürlich auch Ghost Tours angeboten. Wem das noch nicht reicht: Um sich so richtig zu gruseln, kann man auch an einer Nachtwache teilnehmen und darauf hoffen, einen der Schlossgeister zu treffen. £60 kostet das. Von 22.30 Uhr bis um 4.30 Uhr darf man die gruseligsten Räume des Schlosses aufsuchen und wer besonders mutig ist, wagst sich auch in die Folterkammer vor…
Als Erinnerung an die Gruselnacht kann man zum Schluss auch noch ein T-Shirt zum Sonderpreis von £11.99 und eine DVD kaufen, auf der Geisterexperte Richard Felix durch das Haus führt. Geschäftstüchtig ist man schon auf Chillingham Castle.
Auch RTL II war hier schon zu Besuch und drehte einen Film.

Der Historienfilm „Elizabeth“ mit Cate Blanchett und Ralph Fiennes wurde zum Teil hier gedreht, wobei Chillingham Castle zu Leith Castle wird.

Wer in dem Castle einmal übernachten möchte, kann dies tun. Einige Apartments im Schloss selbst und die Coaching Rooms, wo früher die Kutschen und die Pferde untergebracht waren, stehen dafür das ganze Jahr über zur Verfügung.
Am 1. April 2012 werden die Tore für Besucher wieder geöffnet und dann sind  das Haus und die Gärten zwischen 12 Uhr und 17 Uhr zugänglich.

Chillingham Castle
Chillingham, Alnwick
Northumberland, UK
NE66 5NJ
Tel. 01668 215359

UK Rock Paper Scissors Championship – Treffpunkt der Schere-Stein-Papier-Experten

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„Schere, Stein, Papier  ist ein weltweit verbreitetes Knobelspiel, das sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen beliebt ist. Jeder der beiden Kontrahenten entscheidet sich für ein Symbol, welches gleichzeitig mit der Hand dargestellt wird. Da jedes Symbol gegen eines der anderen gewinnen und gegen ein anderes verlieren kann, ist der Spielausgang ungewiss, da kein Spieler weiß, für welche Symbole sich die anderen Spieler entscheiden werden“, so die Wikipedia.

Vielleicht ist es nicht ganz so bekannt, dass es hierfür auch nationale und sogar Weltmeisterschaften gibt. Die UK Rock Paper Scissors Championships wurden erstmals am 13. Juli 2007 in Rhayader in Wales ausgetragen. Seitdem wechseln die Austragungsorte jährlich. Am 22. Oktober 2011 fanden die Wettkämpfe zuletzt in London statt, mit 256 Teilnehmern. Teilnehmen kann jeder, der sich anmeldet und eine kleine Gebühr bezahlt. Der Siegerpreis betrug zuletzt £100.

Der Knights Templar Pub in der Londoner Chancery Lane, ein Pub der Witherspoon-Kette, war der Ort, an dem sich die Freunde des Schere-Stein-Papier-Wettkampfes trafen (gut ausgesucht!!).
Max Deeley ist der gegenwärtige UK Champion, der sich im „Endspiel“ gegen Richard Ainsworth durchsetzte.
Wie das alles so abläuft, kann  man in diesem Film sehen.

Das Buch zum Artikel:
Len Fisher: Rock, Paper, Scissors – Game Theory in Everyday Life: Strategies for Co-operation. Hay House 2010. 288 Seiten. ISBN 978-1848502024.

£100 £100

Published in: on 16. Februar 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Asquiths World Famous Teddy Bear Shop in Henley-on-Thames (Oxfordshire)

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Fast jeder Mensch hat (nicht nur als Kind) einen „soft spot“ für Teddybären. Ich auch, und so begutachtete ich kürzlich bei einem Bummel durch die hübsche Themsestadt HenleyAsquiths World Famous Teddy Bear Shop“ in dem Eckgebäude an der New Street. Der große Laden ist über und über mit Teddybären aller Größen und Fabrikate besetzt. Man führt hier alle großen Marken wie Steiff, Hermann, Gund, Merrythought und natürlich die Eigenmarke Asquiths.

Vor 26 Jahren wurde dieser erste Teddybärladen der Welt eröffnet und ist in einem alten aus dem 15. Jahrhundert stammenden Haus untergebracht. Mittlerweile gibt es noch weitere Läden in England, die sich dem Verkauf von Teddybären verchrieben haben.  Leider sind die Teddybärmuseen immer weniger geworden; so bedauere ich noch immer, dass das Museum in Broadway (Worcestershire) samt angeschlossenem Laden vor Jahren geschlossen wurde, schließlich habe ich dort meinen absoluten Lieblingsbären Christopher gekauft (s. Foto unten), der sich in meinem Blog auch schon einmal selbst portrtätiert hat.

Die Asquith-Bären sind handgefertigt und dadurch natürlich auch recht hochpreisig. Unter €100 sind diese limitierten und nummerierten Bären nicht zu haben.
Wer seinen Teddybär mit auf Reisen nehmen möchte, der sollte bei Asquiths auch gleich einen „Teddy Bear Passport“ mitnehmen; darin kann man ein Passfoto seines Lieblingsbären einkleben und Platz für Visastempel ist genug vorhanden.
Einen Besuch in Henley-on-Thames und einen Abstecher zu Asquiths kann ich sehr empfehlen!

Asquiths
2-4 New Street
Henley-on-Thames
Oxfordshire RG9 2BT
Tel. 01491 5719 78

Der gefiel mir besonders gut bei Asquith's in Henley. Eigenes Foto.

Der gefiel mir besonders gut bei Asquiths in Henley.
Eigenes Foto.

Mein Lieblingsbär Christopher, den es nicht einmal mehr bei Asquiths zu kaufen gibt. – Eigenes Foto.

Christophers Geburtsurkunde. – Eigenes Foto.

Published in: on 15. Februar 2012 at 02:00  Comments (2)  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Haddenham (Buckinghamshire)

Dorfidylle mit Aylesbury-Ententeich. Eigenes Foto.

Von all den Dörfern, die ich auf den Spuren von „Inspector Barnaby“-Drehorten aufgesucht habe, ist Haddenham in Buckinghamshire vielleicht das schönste. Mit über 8000 Einwohnern ist das 3 km nordöstlich von Thame gelegene Dorf recht groß, aber die Dorfmitte ist absolut idyllisch und sehenswert.
Ich parkte vor der Kirche St. Mary’s und hatte von dort aus einen Blick auf den mit Enten besetzten Dorfteich, auf dahinter liegende Cottages, auf den Red Lion Pub und auf „Parminter & Son the Butchers„. Alles das ist in zahlreichen Folgen von „Inspector Barnaby“ zu sehen. Der Schlachterladen „Parminter“ z.B. taucht in „Birds of Prey“ (dt. „Unglücksvögel“) auf. In der Episode „Judgement Day“ (dt. „Der Mistgabel-Mörder“) wird aus Haddenham Little Kirkbridge, eines der Dörfer, das am „Perfect Village Competition“ teilnimmt. Insgesamt neun Mal war das Midsomer Murder-Team in diesem wunderschönen Dorf zu Gast, u.a. in den Folgen „Orchis Fatalis“ (dt. „Die Blumen des Bösen“), „Shot at Dawn“ (dt. „Wenn der Morgen graut“) und „Midsomer Life“ (dt. „Leben und Morden in Midsomer“).

In dem kleinen Dorfteich vor der Kirche werden übrigens die berühmten Aylesbury Enten gezüchtet, die nach der Stadt in Buckinghamshire benannt sind.
Vor den Toren Haddenhams liegt Tiggywinkles, ein Tierkrankenhaus, das sich um verletzte und kranke Wildtiere kümmert. Hier finden sich neben Füchsen, Dachsen und Wildvögeln auch zahlreiche Igel und das Besucherzentrum beherbergt das einzige „Hedgehog Memorabilia Museum“ der Welt.

Ich kann einen Besuch in Haddenham sehr empfehlen; ich fühlte mich im Dorf wie in eine andere Zeit versetzt.

Das Buch zum Artikel:
William A. Strange: Haddenham and Cuddington – The Early History of Two Buckinghamshire Villages. Buckinghamshire Archaeological Society 2008. 62 Seiten. ISBN 978-0949003270.

Nachtrag: Leider schloss der Red Lion kurz nach unserem Besuch für immer seine Pforten!

Parminter & Son the Butchers und The Red Lion in Haddenham. – Eigenes Foto.

St. Mary’s in Haddenham. – Eigenes Foto.

Die Dawlish Sea Wall in Devon – Ein Meisterwerk von Isambard Kingdom Brunel

© Copyright Paul Anderson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

„Für einen Ingenieur gibt es das Wort Unmöglich nicht“, war ein Leitsatz Isambard Kingdom Brunels, der im 19. Jahrhundert Eisenbahnlinien, Brücken und Schiffe baute. So war er auch für den Bau der South Devon Railway verantwortlich, einer Linie, die von Exeter nach Plymouth führte und deren erstes Teilstück 1846 eröffnet wurde. Die Strecke von Exeter nach Newton Abbot war als atmosphärische Eisenbahn geplant, eine neue Technik, die sich aber bald als zu kostspielig im Unterhalt erwies. Auf diesem Abschnitt findet sich auch die Dawlish Sea Wall, eine landschaftlich besonders schöne Strecke, die direkt an der Küste entlangführt. Eisenbahnenthusiasten meinen sogar, dass es sich hier um eine der eindrucksvollsten Linien der Welt handelt.

Es liegt auf der Hand, dass der Unterhalt der Bahnlinie sehr teuer ist, die so dicht am Meer und an den Klippen vorbeiführt. Die Rede ist von von £9 Millionen, die in den letzten Jahren für die Sicherheit ausgegeben wurden. Bei stürmischen Wetter kann es vorkommen, dass die Wellen bis über die Schienen, ja sogar bis über die Eisenbahnwaggons schlagen und bei besonders extremen Wetterlagen muss die Strecke geschlossen werden.

Ein Pub in Starcross, der direkt an der Eisenbahnlinie liegt, erinnert noch an die frühen Brunelschen Tage und seine damals aufsehenerregende Antriebstechnik: The Atmospheric Railway Inn.

Wie die Dawlish Sea Wall bei Sturm aussieht, zeigt dieser Film und hier ist noch ein Ausschnitt aus der großartigen BBC-Dokumentation „Coast„.

Das Buch zum Artikel:
Colin J. Marsden: Dawlish Sea Wall – The Railway between Exeter and Newton Abbot. Ian Allen 2009. 96 Seiten. ISBN 978-0711033740.

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Published in: on 13. Februar 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Claridge’s Bar – Die Londoner Hotelbar mit der vielleicht größten Champagnerauswahl der Welt

Claridge's Hotel in London. - Author: Oosoom. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Das im vornehmen Mayfair gelegene Claridge’s Hotel gehört zu den besten und elegantesten Hotels von London. William and Marianne Claridge gründeten das Haus in der Mitte des 19. Jahrhunderts und es ist noch heute der Treffpunkt der High Society der Stadt.

Die Claridge’s Bar ist, wie das ganze Hotel, im Art Déco Stil eingerichtet, mit roten Ledersitzmöbeln. Designt wurde die Bar von David Collins, der auch die „Blue Bar“ im Berkeley Hotel und die „Connaught Bar“ im The Connaught Hotel gestaltete.

Wer gern Champagner trinkt, kann eigentlich keinen besseren Platz für ein Glas oder eine Flasche finden, denn die Bar des Claridge’s rühmt sich, die wohl weltweit größte Auswahl zu haben.
Hier sind einige Beispiele:
8 verschiedene offene Champagner werden angeboten, darunter auch die Marken Krug und Dom Pérignon, die man glasweise nicht so oft bekommt. Dafür muss man dann allerdings auch £63 bzw. £58 ausgeben.

Wer eine Flasche Dom Pérignon trinken möchte, hat die Auswahl unter 8 verschiedenen Sorten bzw. Jahrgängen. Der Dom Pérignon Oenothèque Rosé kostet z.B. £1200.
Von der Nobelmarke Krug wartet die Bar sogar mit Magnumflaschen aus den Jahren 1964 und 1969 auf. Die Preise: £4600 bzw. £3900.

Eine Besonderheit bietet Claridge’s Bar noch an, einen Cognac der Marke Louis XIII Rare Cask für £1200 das Glas (nicht die Flasche!).

Hier sind einige Eindrücke vom Hotel und auch der Bar im Film.

Claridge’s
Brook Street
Mayfair
London W1K 4HR
T: +44 (0)20 7629 8860

Das Buch zum Artikel:
Gemma Levine: Claridges – Within the Image. Collins 2004. 224 Seiten. ISBN 978-0007179831.

Published in: on 12. Februar 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Dorney Lake (Buckinghamshire) – Austragungsort für die olympischen Ruderwettbewerbe 2012

Author: Doc Searls. - This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Nur wenige hundert Meter vom Oakley Court Hotel entfernt, in dem ich letztes Jahr einige Tage lang wohnte (s. hierzu auch meinen Blogeintrag), liegt der Austragungsort der Ruderwettbewerbe bei den diesjährigen Olymischen Spielen: Dorney Lake. Gleich daneben liegt übrigens Dorney Court, Schauplatz mehrerer Episoden der „Inspector Barnaby“-TV-Serie (s. auch hierzu meinen Blogeintrag).

Ursprünglich war Dorney Lake als Trainingsgelände für die Rudermannschaften des nahegelegenen Eton College gedacht. Die Themse fließt zwar gleich nebenan, aber durch den Schiffsverkehr auf dem Fluss und die zeitweise recht starken Strömungen war das zum Trainieren nicht optimal.

Der 2200 m lange, achtbahnige Kurs hat sich im Lauf der Jahre zu einer der besten Anlagen in ganz Europa entwickelt, auf dem z.B. im Jahr 2006 die Ruderweltmeisterschaften ausgetragen wurden.
Das Eton College Rowing Centre wurde speziell für die Olympischen Spiele noch einmal verbessert und erweitert, so dass bis zu 30 000 Besucher gleichzeitig die Wettbewerbe verfolgen können. Die Athleten werden übrigens in dem 16 km entfernten Royal Holloway College untergebracht, ein riesiger Prachtbau der University of London.

Die Ruderwettbewerbe werden in der Zeit vom 28. Juli bis zum 4. August ausgetragen. Anschließend, vom 6. bis zum 11. August, finden auf dem Dorney Lake olympische Kanuwettbewerbe statt. Die paralympischen Ruderer treffen sich hier in der Zeit vom 31. August bis zum 2. September.

Dieser Film gibt einen ersten Eindruck von der Ruderanlage.

Eton College Rowing Centre
Dorney Lake, off Court Lane
Dorney
Windsor, SL4 6QP
Tel. 01753 832756

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Published in: on 11. Februar 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Meine Lieblingspubs: The Trout Inn in Lechlade-on-Thames (Gloucestershire)

The Trout Inn in Lechlade (Gloucestershire) und die St. John’s Bridge. – Eigenes Foto

Als ich kürzlich den Old Father Thames (s. hierzu auch meinen Blogeintrag) am St John’s Lock bei Lechlade in Gloucestershire besuchte, machte ich, da es Mittagszeit war, auch gleich einen Abstecher in den gegenüber der Schleuse gelegenen Pub The Trout Inn. Der Weg dorthin führt über die St John’s Bridge, eine recht schmale Brücke, bei deren Überquerung man aufpassen muss, dass man nicht von einem der zahlreichen LKWs überrollt wird, die die alte Brücke auch gerade passieren.

The World Famous Trout Inn at Lechlade“ nennt sich der von Bob und Penny Warren geleitete Gasthof, den es an dieser Stelle schon seit 1472 gibt. In Inneren sieht es in der „Forelle“ so aus wie man sich einen typischen englischen Pub wünscht: Steinfußboden und Holzbalken, eine niedrige Decke und eine gemütliche Bar.
„The Synge of St. John Baptist Head“ hieß das Gasthaus bis 1704 und wurde dann in „The Trout Inn“ umbenannt. So ruhig es bei meinem Besuch auch war, man unternimmt so einiges hier: Live-Jazz, Folkfestivals und Quiz Nights sind nur einige Beispiele für die Aktivitäten der landschaftlich sehr schön gelegenen „Forelle“.

The Trout Inn
St. John’s Bridge
Faringdon Road
Lechlade-on-Thames
Gloucestershire
GL7 3HA
Tel. (01367) 252313

Eigenes Foto.

Eigenes Foto der Visitenkarte des Pubs.

Eigenes Foto der Visitenkarte des Pubs.


Published in: on 10. Februar 2012 at 02:00  Comments (3)  
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Swimbridge (Devon) – Ein Vikar, ein Terrier und ein Pub

St James Church in Swimbridge.    © Copyright Richard Croft and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St James Church in Swimbridge.
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Swimbridge im Norden von Devon ist ein kleiner Ort, in dem eine Hunderasse entstand, die sich in die ganze Welt ausgebreitet hat. Reverend John (Jack) Russell (1795-1883) waltete in dem Dorf seins Amtes und war für die St. James Church zuständig.
Während seines Studiums am Exeter College in Oxford traf Russell eines Tages einen Mann, der seinen Hund spazieren führte. Der angehende Vikar war von dem Tier, ein Foxterrier, so angetan, dass er seinen Besitzer überredete, es ihm zu verkaufen, was dieser dann auch tat. Trump, so wurde die Hündin ab sofort genannt, hatte bald ihren ersten Wurf und Russell züchtete die Rasse weiter, so dass Trump als Urmutter aller Jack Russel Terrier gilt.

John Russell war nicht nur ein begeisterter Hundezüchter, er war auch passionierter Jäger, was bei seinen Vorgesetzten nicht so gut ankam. Als sein Bischof ihn eines Tages zu überreden versuchte, sich von seiner Jagdhundmeute zu trennen, sagte der Vikar, dass er das selbstverständlich sofort tun werde, fügte dann aber nach einer kleinen Denkpause hinzu, dass vom nächsten Tag an seine Frau sich stattdessen um die Meute kümmern werde.

Gegenüber der St James Kirche steht der Pub von Swimbridge, der natürlich (in memoriam) The Jack Russell heißt und dessen Pubschild selbstverständlich ein Jack Russell Terrier ziert.

Der Hundzüchter/Jäger/Vikar Russell ist auf dem Kirchhof von St. James begraben, wo man seinen Grabstein auch noch heute besichtigen kann.

Hier ist ein Film über Jack Russell Terrier.

Das Buch zum Artikel:
E.W.L. Davies: A Memoir of the Rev. John Russell and His Out-Of-Door Life. Read Books 2005. 420 Seiten. ISBN 978-1846640445.

Der Pub von Swimbridge.    © Copyright Stephen McKay and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Pub von Swimbridge.
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Ein besonders hübsches Exemplar eines Jack Russell Terriers. – This work is released into the public domain.

Published in: on 8. Februar 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Charles Dickens – Heute vor 200 Jahren wurde er geboren

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Charles Dickens ist nach wie vor einer der ganz großen englischen Schriftsteller, dessen Werke auch heute noch gelesen und verfilmt werden. Anlässlich seines heutigen 200. Geburtstages finden speziell in London, aber auch in anderen Teilen Großbritanniens und der Welt, eine Vielzahl von Veranstaltungen und Würdigungen statt. Hier eine kleine Auswahl:

Der Prince of Wales und Gemahlin nehmen an einer Kranzniederlegung an Dickens‘ Grab in der Westminster Abbey teil (eigentlich wollte C.D. in Rochester beerdigt werden und nicht in London). In der Poet’s Corner der Abbey finden Lesungen statt, die Ralph Fiennes (Schauspieler und Regisseur), Claire Tomalin (Biografin von Charles Dickens, deren aktuelles Buch zurzeit überall in englischen Buchhandlungsschaufenstern zu finden ist) und Mark Dickens (ein direkter Nachkomme) vornehmen werden.

Der British Council führt das 2012 Global Dickens Read-a-thon durch, eine Mammutveranstaltung, bei der in 24 Ländern Texte von Dickens gelesen werden. Beginnend in Australien setzt sich diese Livelesung von A wie Albanien bis Z wie Zimbabwe in allen Erdteilen fort.

Prince Charles und die Duchess of Cornwall werden auch dem Londoner Charles Dickens Museum einen Besuch abstatten, wo eine Lesung von Gillian Anderson auf sie wartet. Anderson spielte in der BBC-Verfilmung von „Great Expectations“ die Miss Havisham.

In einem der renommiertesten Kinos Großbritanniens, dem BFI Southbank (BFI steht für British Film Institute), werden in den nächsten Wochen zahlreiche Filme gezeigt, die nach den Romanen von Charles Dickens gedreht wurden.

Das Bicentenary Dinner findet im Londoner Mansion House statt. Der Erlös der Veranstaltung soll dem Charles Dickens Museum zugute kommen. Bei diesem Anlass wird die Royal Mint auch die neue £2-Dickens-Münze vorstellen.

In Dickens‘ Geburtsstadt Portsmouth wird vor seinem Geburtshaus eine Gedenkfeier stattfinden, ein Gottesdienst in der St. Mary’s Church abgehalten, mit Lesungen von Simon Callow und Sheila Hancock, und ein viktorianischer Straßenmarkt durchgeführt.

Es ist also jede Menge los heute und in den nächsten Tagen und Wochen; ich meine,  Charles Dickens hat es sich verdient.

Hier ist ein Film der BBC über die „Dickens Industrie“.

Published in: on 7. Februar 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Carnforth (Lancashire) – Ein Bahnhof und ein Filmklassiker

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Wenn man einem eingefleischten britischen Eisenbahnfan gegenüber den Namen Richard Beeching erwähnt, kann es sein, dass dieser Mensch einen Wutanfall bekommt. Dr. Richard Beeching war in den 1960er Jahren für das Eisenbahnnetz des Landes verantwortlich und verkleinerte dieses Netz radikal; man sprach damals von der „Beeching Axe„. Die Folge: Viele Nebenstrecken wurden stillgelegt, Ortschaften vom Bahnnetz abgeschnitten, Bahnhöfe verfielen.

Die Kleinstadt Carnforth im nördlichen Lancashire war auch von diesen Maßnahmen betroffen. Dank Dr. Beeching hielt kein Fernzug mehr in der Stadt und die Bahnsteige, an denen diese Züge früher hielten, wurden abgetragen. Der Bahnverkehr beschränkte sich nur noch auf Regionalverbindungen; die Bahnhofsanlagen verfielen allmählich.
Doch durch die Gründung des Carnforth Station and Railway Trusts im Jahr 1996 kam wieder Hoffnung auf. Mit Hilfe eines £1.5 Millionen Projekts wurden die verfallenen Bahnhofsanlagen wieder aufgebaut, ein Besucherzentrum errichtet und ein Lokal eröffnet.

Nicht ganz unschuldig an der Wiederauferstehung dieses Kleinstadtbahnhofs war ein Filmklassiker, der vor mehreren Jahrzehnten, im Jahr 1945, genau in diesem Bahnhof gedreht wurde. Man wählte diesen Drehort weil er sicherer war, als der Großraum London, schließlich herrschte noch Krieg und mit Bombenangriffen war immer wieder zu rechnen.
David Lean drehte hier den Film „Brief Encounters„, der in Deutschland unter dem Titel „Begegnung“ in den Kinos zu sehen war (und immer noch als DVD erhältlich ist). Die Hauptrollen spielten Trevor Howard und Celia Johnson; die Vorlage bildete das Bühnenstück „Still Life“ von Noel Coward.
Die Dreharbeiten fanden nachts statt, weil es tagsüber mit dem Zugverkehr Probleme gegeben hätte. Der traurige Liebesfilm fand sehr viele Anhänger und so entwickelte sich der Bahnhof von Carnforth zu so etwas wie einer Wallfahrtsstätte für „Brief Encounter“-Fans.

Heute findet man im Besucherzentrum eine Ausstellung über den Film und die Dreharbeiten; man kann im Brief Encounter Refreshment Room, der den Filmräumlichkeiten nachempfunden wurde, essen und trinken und auch seinen Sunday Lunch zu sich nehmen. Selbst die Bahnhofsuhr, die im Film immer wieder zu sehen ist und die von der Firma JB Joyce aus Whitchurch in Shropshire Ende des 19. Jahrhunderts hergestellt wurde, hängt noch immer im Bahnhof, der wie mit dem Zauberstab wieder zum Leben erweckt worden ist.

Es gibt ein Lied, das das Thema Carnforth und die Eisenbahn behandelt, „The Carnforth Song„, hier zu hören.

Hier ist der Trailer zum Film „Brief Encounters“ zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Gordon Suggitt: Lost Railways of Lancashire. Countryside Books 2003. 160 Seiten. ISBN 978-1853068010.

Die Carnforth Bahnhofsuhr. - © Copyright Stephen McKay and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Hinter den Kulissen der TV-Sendung

Höchst gefährlich und im Midsomer County zu meiden: Die Kirchen (wie hier die Kirche von Ewelme in Oxfordshire). – Eigenes Foto

Der britische TV-Sender ITV3, der die populäre Krimi-Reihe „Midsomer Murders“ ausstrahlt, die im ZDF unter dem Titel „Inspector Barnaby“ läuft, hat aufgrund der Beliebtheit der Sendung einige Dokumentationen erstellt, die einen Blick hinter die Kulissen werfen bzw. auf humorvolle Weise Zusatzinformationen liefern.

In „Map of Midsomer Murders“ führt John Nettles selbst durch das fiktive Midsomer County und zeigt die Schauplätze der unzähligen Morde bzw. die Dörfer, in denen die Serie gedreht wurde.
Natürlich gibt es weder ein Midsomer County noch Orte mit den schönen Namen Badger’s Drift, Midsomer Deverell oder Morton Fendle. Es gibt aber ein Midsomer Norton, das allerdings ganz woanders liegt, nämlich in Somerset. Und dieser Ort war der eigentliche Namensgeber des Counties und der kleinen mordreichen Dörfer. Anthony Horowitz, der die ersten Drehbücher schrieb, fand diesen Ortsnamen und war der Meinung, dass dieser optimal zur Serie passt. Nachbarorte von Midsomer Norton dienten auch gleich  in leicht abgewandelter Form als Namensgeber; so wurde aus Wellow Midsomer Wellow, aus Chew Magna Midsomer Magna und aus Corston Causton.

Sehr witzig gemacht ist ITVs „Surviving Midsomer: An Insider’s Guide„; darin gibt der vielbeschäftigte Gerichtsmediziner Dr. George Bullard alias Barry Jackson wertvolle Tipps was man im Midsomer County nicht tun und was man unbedingt beachten sollte, um hier zu überleben.
Beispiele: Besuchen Sie nie Dorffeste – Halten Sie sich von den Wäldern fern (vor allem nachts) – Achten Sie, darauf, was Sie essen (es könnte Gift darin sein) und vor allem:  Meiden Sie die Kirchen von Midsomer County (nachts in eine Kirche zu gehen, ist purer Leichtsinn!!).

In Deutschland als DVD erhältlich ist die ZDF-Doku „Inspector Barnaby – Super Sleuth„, in der alle zu Wort kommen, die zum Gelingen der Serie beigetragen haben: Caroline Graham, auf deren Büchern das alles basiert, Brian True-May, der Produzent, Anthony Horovitz, der Drehbuchautor und natürlich die Schauspieler selbst.

Das Buch zum Artikel:
Sabine Schreiner & Joan Street: Midsomer Murders on Location – A Guide to the Midsomer Counties of Berkshire, Buckinghamshire, Hertfordshire and Oxfordshire. Irregular Special Press 2009. 92 Seiten. ISBN 978-1901091373. (Das Buch gibt es inzwischen auch schon in einer erweiterten Neuauflage).
NACHTRAG:
Die deutsche Übersetzung „Inspector Barnaby: Die Drehorte der beliebten ZDF-Serie“ erscheint im November 2013 im Verlag Klaus Kellner. ISBN 978-3956510076

Auf diesem Village Green in The Lee (Buckinghamshire) sind bei Dorffesten schon viele Menschen ums Leben gekommen. Also: Meiden!! – Eigenes Foto.

Achten Sie darauf, was Sie im Midsomer County essen und trinken!! – Eigenes Foto.

Published in: on 5. Februar 2012 at 02:00  Comments (1)  

Hobbs House Bakery in Chipping Sodbury (South Gloucestershire) und die Fabulous Baker Brothers

Die Hobbs House Bakery in der Church Street von Tetbury.
Photo © Jo Turner (cc-by-sa/2.0)

Als ich vor einigen Tagen in der Church Street in Tetbury (Gloucestershire) die Auslagen einer Buchhandlung betrachtete, fiel mir ein Buch auf, das dort ausgestellt war und den Titel „The Fabulous Baker Brothers“ trug. Auf dem Schutzumschlag waren zwei Männer zu sehen, die vor der Hobbs House Bakery standen. Als ich mich umdrehte, blickte ich auf die… Hobbs House Bakery. Wie das, fragte ich mich, über diesen kleinen Laden ist ein Buch geschrieben worden? Ich forschte nicht weiter nach, bis ich jetzt auf den britischen Bestsellerlisten genau dieses Buch unter den Top Ten wiederfand.

Also: Die Fabulous Baker Brothers sind die beiden Brüder Tom und Henry Herbert, die zurzeit mit ihrer Koch- bzw. Backshow beim Sender Channel Four viel Erfolg haben. Der Laden in Tetbury ist eine Filiale ihres Hauptgeschäfts in Chipping Sodbury (South Gloucestershire), das auch auf dem Buchumschlag abgebildet ist und nicht weit entfernt liegt.

Tom Herbert ist von Beruf Bäcker, dessen Backwaren nicht nur in den südlichen Cotswolds sehr begehrt sind. Sein berühmtes „Shepherd’s Loaf“ ist das teuerste Brot Großbritanniens; im Laden kostet es stolze £12, wenn man es sich zuschicken lassen will, kostet es  £21. Viele Prominente, die in den Cotswolds wohnen, gehören zu den Stammkunden der Hobbs House Bakery.

Gleich nebenan hat Bruder Henry Herbert seinen Fleischerladen. Er ist gelerneter Koch, der sogar im Londoner 2-Sterne-Restaurant „Le Gavroche“ gearbeitet hat, dann aber zur Verwunderung seiner Kollegen seine Karriere in der Gastronomie aufgab und den Fleischerladen in Chipping Sodbury übernahm. Seine Produkte sind alle „free range“ und stammen überwiegend aus der nahen Umgebung.

Hobbs House Bakery und Hobbs House Butchery ergänzen sich optimal in ihrem Angebot und die beiden Brüder arbeiten sehr gut zusammen.
Neben dem hervorragenden Brot, das im Hobbs House verkauft wird, gibt es eine große Auswahl an Kuchen und Torten, aus denen der Sodbury Cake besonders herausragt. Die Queen Mum liebte diesen Kuchen so sehr, dass sie sich ihn immer, wenn sie in Highgrove (der Landsitz von Prince Charles, der gleich um die Ecke liegt) zu Gast war, bringen ließ.

Es läuft also im Augenblick alles rund für die „Fabulous Baker Brothers“, die auch noch Filialen in Cirencester und Nailsworth betreiben: Ihre Fernsehshow kann sich gut gegen die Konkurrenzsendung der BBC „The Great British Bake Off“ behaupten und das Buch zur Sendung verkauft sich hervorragend.

In diesem Film sind die beiden Brüder in voller Aktion zu sehen.

Hobbs House Bakery,
Hatters Lane, Chipping Sodbury,
Bristol BS37 6AA
Tel. 01454 321 629

Das Buch zum Artikel:
Tom Herbert und Henry Herbert: The Fabulous Baker Brothers. Headline 2012. 256 Seiten. ISBN 978-0755363650.

Die Broad Street von Chipping Sodbury.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 4. Februar 2012 at 02:00  Comments (2)  
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Der Dame Agatha Christie Trail in Wallingford (Oxfordshire)

The Corn Exchange in Wallingford, Heimat der Sinodun Players – Eigenes Foto.

Englands wohl bekannteste Krimiautorin, Agatha Christie, verbrachte einen Teil ihres Lebens in der Kleinstadt Wallingford in Oxfordshire, wo sie auch am 12. Januar 1976 starb. Um genau zu sein, sie lebte in Winterbrook, einem Stadtteil von Wallingford.
Das hervorragend ausgestattete Tourismusbüro der Stadt  (mit sehr freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeiterinnen!!) hat ein Faltblatt herausgegeben, mit dessen Hilfe  man auf den Spuren von Dame Agatha Christie in Wallingford und Umgebung wandeln kann.

Winterbrook House, wo die Schriftstellerin viele Jahre ihres Lebens  verbrachte, ist jetzt in Privatbesitz und mit einer blauen Plakette neben der Eingangstür versehen, die an die berühmte frühere Bewohnerin erinnert. Eine hohe Hecke versperrt allerdings die Aussicht auf das Haus (Hier ein kleiner Film).

Agatha Christie war von 1951 bis 1976 auch die Präsidentin der örtlichen Theatergruppe The Sinodun Players, die in der Corn Exchange spielen, dem Theater und Kino Wallingfords (auch heute noch). In und vor der Corn Exchange im Zentrum der Stadt wurden übrigens auch mehrere Episoden der „Inspector Barnaby“-Serie gedreht, doch davon in einem eigenen Blogeintrag später mehr.

Beerdigt wurde Agatha Christie in dem kleinen Nachbardorf Cholsey, das man auch leicht zu Fuß erreichen kann. Auf dem Kirchhof von St Mary’s direkt an der Umfassungsmauer steht ihr Grabstein, dessen Inschrift schon recht verwittert ist.
Ein echter Fan der englischen Krimiautorin muss diesem Ort einfach einen Besuch abstatten!

Das Buch zum Artikel:
Richard Hack: Duchess of Death – The Biography of Agatha Christie. JR Books 2010. 320 Seiten. ISBN 978-1906779832.

St Mary’s in Cholsey. – Eigenes Foto.

Agatha Christies Grab auf dem Kirchhof von St Mary’s in Cholsey. – Eigenes Foto.

Eigenes Foto meines Trailguides.

Eigenes Foto meines Trailguides.

Maggi Hamblings „A Conversation With Oscar Wilde“ – Eine Skulptur des Schriftstellers mitten in London

Author: Tagishsimon. - This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Hinter der Londoner Kirche St. Martin-in-the-Fields und gegenüber dem Charing Cross Bahnhof befindet sich seit 1998 in der Adelaide Street eine Skulptur, die an den großen Schriftsteller Oscar Wilde erinnert. Maggi Hambling hat „A Conversation With Oscar Wilde„, wie das Kunstwerk heißt, geschaffen; eine 1945 in Sudbury (Suffolk) geborene Künstlerin, deren Werke nicht ganz unumstritten sind. So sorgte die Skulptur „Scallop„, die sie am Strand von Aldeburgh in Suffolk aufstellte, bei einigen der Bewohner des Ortes für Aufregung, die das Kunstwerk als Beleidigung für die Augen bezeichneten.

Doch zurück zu dem aus Bronze und Granit gefertigten Oscar Wilde. Kopf und Arme scheinen aus einem Sarg herauszuragen, in der einen Hand hält er eine Zigarette und das Monument soll einladen, sich zu ihm zu setzen und inmitten der hektischen Umgebung, nicht weit vom Trafalgar Square, einige Minuten lang eine stille Konversation mit dem Schriftsteller zu halten.

In den 1980er und frühen 1990er Jahren waren die Anhänger Oscar Wildes der Meinung, dass es höchste Zeit wäre, ihm in der Stadt, in der er so lange Zeit verbracht hat, ein Denkmal zu setzen. Ein Kommitee wurde eingesetzt, das 12 Künstler aufforderte, Vorschläge für solch ein Monument einzureichen;  der überzeugendste Entwurf kam von Maggi Hambling. Viele Londoner und mehrere Organisationen spendeten kleinere und größere Summen, bis schließlich das Geld zusammenkam, um die Skulptur zu finanzieren.

Hoffen wir, dass die Einladung zu einer Unterhaltung mit O.W. auch weiterhin angenommen wird, und dass die Vandalen der Hauptstadt einen großen Bogen um das Monument machen.
Übrigens steht auch am Gefängnis von Reading eine Oscar Wilde-Skulptur (s. hierzu meinen Blogeintrag)

Hier ist ein Film über Maggi Hambling zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Maggi Hambling: The Works. Unicorn Press 2006. 240 Seiten. ISBN 978-0906290842.

Published in: on 2. Februar 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Oldbury-on-Severn (South Gloucestershire) – Das Dorf verfügt über eine schöne und eine hässliche Seite

St Arilda's Church in Oldbury-on-Severn. - Eigenes Foto

Nur wenige Kilometer hinter meinem englischen Lieblingshotel, dem Thornbury Castle (hier mein Blogeintrag 1 und Blogeintrag 2) in South Gloucestershire, schlängeln sich kleine Straßen zur Mündung des Severn. Hier liegt ein kleiner Ort namens Oldbury-on-Severn, der Heimat eines großen Atomkraftwerks ist, der Oldbury Nuclear Power Station. 1967 ging der erste der beiden Reaktoren ans Netz, der zweite folgte ein Jahr später. Jetzt geht es dem Kraftwerk an den Kragen, denn ein Reaktor wurde bereits am 30. Juni 2011 abgeschaltet, der zweite soll ab Februar 2012 keine Energie mehr produzieren – für immer. Der wenig schöne Anblick des Kraftwerks wird noch viele Jahr erhalten bleiben, denn es dauert sehr lange, bis so eine Power Station komplett abgetragen ist. ABER: Armes Oldbury. Die Energieriesen E.ON und RWE planen bereits ein neues Atomkraftwerk, nur ein kleines Stück weiter nördlich von der alten Anlage. Wie immer gibt es auch in Oldbury Befürworter und Gegner der Planungen. Hier ein kurzer Film über das, was da kommen soll.

Oldbury hat aber auch seine schönen Seiten, z.B. die Kirche St Arilda’s, die oberhalb des Ortes liegt und von der aus man einen wunderschönen Blick auf die umliegende Landschaft, die Severnmündung und die Waliser Berge hat. Die Heilige Arilda soll im 5. Jahrhundert gelebt haben und ist eine örtliche Heilige, die sonst im Land unbekannt ist. Es gibt ganz in der Nähe, in Oldbury-on-the-Hill, noch eine weitere Kirche, die dieser Heiligen gewidmet ist, St Arild’s Church, die aber nicht mehr „in Betrieb“ ist. Achtung Verwechslungsgefahr!!

Ich kann diesen kleinen Ausflug zu St Arilda’s sehr empfehlen. Ein kleiner Friedhof umgibt die Kirche, es sind Bänke aufgestellt und es ist sehr ruhig hier oben. Wunderschön!!

Das Buch zum Artikel:
The Churchyard Book of Oldbury-on-Severn – A survey of the memorials with their inscriptions, situated in the upper churchyard and Church of St Arilda, Oldbury-on-Severn, South Gloucestershire. Oldbury-on-Severn Village History Group 2009. 350 Seiten. ISBN 978-0956286000.

Die hässliche Seite... - © Copyright David Exworth and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

...und die schöne Seite von Oldbury. Blick von St Arilda's auf den Severn und die Waliser Berge. - Eigenes Foto.

Published in: on 1. Februar 2012 at 02:00  Comments (2)  
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