Die Thames Mudlarks – Schatzsuche im Schlamm der Londoner Themse

Die Themse bei Chiswick.   © Copyright Stefan Czapski and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Mitten in London beträgt der Unterschied zwischen Ebbe und Flut mehrere Meter, d.h. dass bei Wasserniedrigstand für einige Stunden Teile der Themse zum Vorschein kommen, die sonst vom Wasser überspült sind. Das ist die Zeit, zu der man die Mudlarks bei ihrer Arbeit beobachten kann. „Mudlark“ heißt soviel wie „Schmutzfink“ und eine schmutzige Arbeit ist das schon, was diese Leute hier tun. Mit Hilfe von Metalldetektoren suchen sie den Uferschlamm ab auf der Suche nach „Schätzen“, wobei das Wort „Schatz“ im weitesten Sinne gebraucht wird.

Die Mudlarks gab es auch schon im 18. Jahrhundert; das waren damals Menschen, die von der Suche nach Wertsachen im Themseschlamm ihren Lebensunterhalt bestritten. Gegenüber damals ist das heutige Suchen sicher angenehmer, denn die Themse gilt jetzt als einer der saubersten Flüsse Europas.

Die 1980 gegründete Society of Thames Mudlarks besitzt die „Lizenz zum Suchen“, die ihr von der Port of  London Authority ausgestellt worden ist. Alles, was die Mitglieder der Gesellschaft im Schlamm der Themse an historischen Artefakten finden, müssen sie dem Museum of London melden, das mittlerweile über eine umfangreiche Sammlung an Themsefunden besitzt.

Was findet man denn nun in dem Schlamm? Neben Dingen des alltäglichen Lebens, die in die Themse geworfen werden, entdecken die Mudlarks auch manchmal jahrhundertealte Gegenstände. So hat eines der Mitglieder der Gesellschaft über 2500 Knöpfe gefunden, von denen die ältesten aus dem 14. Jahrhundert stammen. Diese umfangreiche Knopfsammlung ist auch im Museum of London zu besichtigen. Ferner fand man in dem Schlamm des Flusses Münzen, Halsketten aus der Eisenzeit, Schmuckstücke der Angelsachsen und jede Menge Gegenstände aus der Römerzeit.

Neben der oben erwähnten Society of Thames Mudlarks gibt es noch andere Gruppierungen, die mit Metalldetektoren am Ufer der Themse tätig sind wie beispielsweise die Thames and Field Metal Detecting Society.

Dieser sehr informative Film zeigt die Arbeit der Mudlarks in London.

Published in: on 21. Februar 2012 at 02:00  Comments (5)  
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5 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. […] Themseufer; dort suchten sie im Schlamm des Flusses nach angeschwemmten “Schätzen”. (Heutige Mudlarks sind am Themseufer mit Metalldetektoren zu finden). Noch übler war das, was die Gong Farmer tun […]

    • das mache ich auch manchmal,leider habe ich noch nichts interessantes gefunden aus Tonpfeifen.Aber über die freue ich mich auch.würde mich freuen mit jemand Kontakt zu haben,der auch Englandliebhaber ist.Bin erst gestern wieder aus London zurückgekommen

      • Hallo Marion!
        Danke für Deinen Kommentar! Ich hoffe, Du hattest einen schönen Aufenthalt in London. Als Mudlark muss man wohl sehr viel Geduld aufbringen, aber irgendwann kommt ja dann vielleicht doch der große Fund. Möglicherweise findest Du ja in meinem Blog noch das eine oder andere, das Dich interesssiert.
        Viele Grüße!
        Ingo

  2. Hallo,
    ‚England immer links‘ von Otto Schwarz (DeliusKlasing) würde m.E. gut in die Reihe der Buchtipps passen…
    Gruß
    Rod

    • Hallo Rod,
      vielen Dank für den Hinweis. Das Buch habe ich noch nicht gelesen. Es scheint sehr interessant zu sein.
      Viele Grüße!
      Ingo


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