Das Scotland Yard Black Museum – Ein Horrorkabinett des britischen Verbrechens

New Scotland Yard, hier ist das Black Museum untergebracht.    © Copyright Stephen Richards

New Scotland Yard, hier ist das Black Museum untergebracht.
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Vor einigen Jahren besuchte ich einmal in Paris das Musée de la Préfecture de Police, ein Museum in der Rue de la Montagne Sainte-Geneviève im 5. Arrondissement, das sich mit der Geschichte des Verbrechens der Stadt beschäftigt.

Etwas Vergleichbares gibt es auch in London: Das Black Museum of Scotland Yard; im Gegensatz zu dem Pariser Museum ist es leider nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
Die Ursprünge dieser Sammlung von Gegenständen, die mit Verbrechen zu tun haben, geht bis in das Jahr 1874 zurück. Das Black Museum bzw. Crime Museum, so der offizielle Name, ist heute in Zimmer 101 im Gebäude von New Scotland Yard untergebracht. Es dient zu Anschauungszwecken für Polizeibeamte und nur die haben hier Zutritt.

Das Black Museum beherbergt Gegenstände, die aus spektakulären Verbrechen stammen, z.B.:
– Die Briefe, die Jack the Ripper an Scotland Yard schickte
– Der Herd auf dem der Serienmörder Dennis Nilsen seine Opfer kochte.
– Fundstücke von der Leatherslade Farm auf der sich die Männer, die den Postzugraub von 1963 begingen, versteckten.
-Die Schaufel mit der Dr. Crippen 1910 seine Frau unter den Fliesen im Keller seines Hauses vergrub.
– Der sogenannte Bulgarische Regenschirm durch den der Dissident Georgi Markow am 7. September 1978 in London ermordet wurde.

Es gab einige berühmte Besucher des Black Museums, z.B. Sir Arthur Conan Doyle, Harry Houdini, Jerome K. Jerome und Mitglieder des Königshauses.

Basierend auf der Idee eines „Mörder-Museums“ wurde 1959 der Spielfilm „Horrors of the Black Museum“ veröffentlicht (hier der Trailer).

Der „Normalbürger“ hat also keine Chance, dieses Horrorkabinett zu besichtigen. Wer sich gruseln möchte, muss dann schon mit dem London Dungeon vorliebnehmen.

Das Buch zum Artikel:
Gordon Honeycomb: Murders of the Black Museum. John Blake 2011. 288 Seiten. ISBN 978-1843582861.

Published in: on 4. März 2012 at 02:00  Kommentar verfassen  
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