Bring-Your-Own-Restaurants – Hier kann man seinen Wein selbst mitbringen

Wenn man so eine Flasche in sein BYO-Top-Restaurant mitbringt, blamiert man sich bestimmt nicht. - User: Ile-de-re. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

In manchen Lokalen der einfacheren Art, die über keine Ausschanklizenz von Alkoholika verfügen,  konnte man in England schon immer seinen Wein mitbringen. Einige verlangen ein geringes Korkgeld dafür, andere nicht.

Seit einigen Jahren hat die Zahl dieser Bring Your Own (BYO)-Restaurants zugenommen und zwar nicht auf dem Sektor der Billiglokale, sondern in dem Bereich der hochpreisigen Restaurants.

Es gibt viele Leute, die einen Abend in einem angenehmen Restaurant bei einem schönen (auch teueren) Essen verbringen wollen, aber die oft hohen Preise für eine Flasche Wein nicht bezahlen wollen. In vielen Restaurants wird der Einkaufspreis des Weines mit 3 oder 4 multipliziert und auf der Karte angeboten. Dabei erzielen die Restaurants ihre höchsten Gewinne; das Essen selbst wirft meist nicht so viel ab. Kein Wunder, dass man auf diese sprudelnde Einnahmequelle nicht so ohne weiteres verzichten möchte.
Aber eine zunehmende Zahl der englischen Restaurantbesucher möchte es anders und so musste man sich wohl oder übel darauf einstellen.

Es gibt Top-Restaurants, die ein immenses Korkgeld erheben, so z.B. muss man in Londons L’Atelier de Joel Robuchon £50 bezahlen, um sich seine eigene Flasche am Tisch servieren zu lassen. Londons Pied à Terre verlangt ebenfalls £50, reduziert das Korkgeld aber auf £25, wenn man eine weitere Flasche von der eigenen Karte bestellt. Das Restaurant des Ritz Hotels fordert sogar £85 beim Mitbringen einer Flasche Champagner.
Es versteht sich von selbst, dass man in Restaurants dieser Kategorie keine Flasche Billigwein mitbringt, das würde denn doch beim Sommelier ein tiefes Stirnrunzeln verursachen; nein, eine besonders gute, hochpreisige Flasche sollte es schon sein.

Es gibt sogar schon Restaurants, die BYO erlauben und die dadurch Umsatzsteigerungen erzielt haben. Der Guardian sprach bereits von einer „Bring-your-own bottle revolution“, so beliebt ist diese Bewegung geworden und es gibt im Internet Verzeichnisse von BYO-Restaurants.

Wer z.B. in Englands Austern-Stadt Whitstable in Kent seinen eigenen Wein zum Essen mitbringen möchte, der hat gleich zwei Restaurants zur Auswahl, die das akzeptieren: Wheelers Restaurant, die gar kein Korkgeld erheben, und Jojo’s, bei denen man £2 (für bei Tesco gekauften Wein jedoch £5???) bezahlen muss.

In Deutschland kenne ich keine BYO-Restaurants; vielleicht schwappt diese Bewegung ja irgendwann einmal über den Kanal zu uns über.

Published in: on 25. April 2012 at 02:00  Comments (3)  
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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Ein BYO Restaurant ist normaleweise ein Restaurant ohne Lizenz zum Ausschank. Es gibt viele in London usw.. Pied a Terre und Reblochon haben mit BYO’s nicht zu tun. (Nur fur Journalisten und Blogger auf Spesen) Die normale BYO Restaurants haben auf eine Lizenz verzichtet Geld zu sparen oder es gibt ein Grund warum die keine Lizenz haben wollen z.B. Religion aber die Leute sind tolerant genug ihre Gäste zu erlauben ihre eigene Getränke mitzubringen. Korkgeld wird nicht immer verlangt aber wenn meistens gering. 2 bis 5 Pfund, vielleicht bis 10 Pfund.

    • Wie ich in meinem Blog schrieb, hat sich die BYO-Bewegung ausgeweitet und ist nicht mehr auf den ursprünglichen Grund (keine Ausschanklizenz) beschränkt. Der Guardian hat hierzu einen Artikel veröffentlicht mit der Überschrift „Michelin-starred restaurants embrace bring-your-own bottle revolution“ und da wurden die Londoner Restaurants Aubergine, Arbutus, Club Gascon und Boisdale genannt.Der „Gourmet Traveller“ listet auch die von mir genannten Pied à Terre und L’Atelier de Joel Robuchon auf. Natürlich sind das keine BYO-Restaurants im herkömmlichen Sinn und es kommt auch nicht so häufig vor, dass man seinen Wein mitbringt, aber immerhin ist das möglich und wie ich finde erstaunlich.

  2. auch in der schweiz sind byo-restaurants selten. die wenigen, die ich kenne sind voll mit weinfreaks. der grund hier ist, dass in restaurantkellern kaum gereifte weine oder raritäten zu finden sind. für 25 schweizer franken pro flasche ist das ein fairer deal für beide seiten. zum beispiel auf http://www.waldgarten.ch und anderen.


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