Mein Buchtipp – Benedict le Vay: Eccentric Oxford

 

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Neulich brachte ich mir aus der Oxforder Großbuchhandlung Waterstones ein weiteres Buch des Spezialisten für alles Exzentrische, Benedict le Vay, mit dem Titel „Eccentric Oxford“, mit. Sein „Eccentric Britain“ stellte ich vor einiger Zeit hier schon einmal vor.

Die Bücher le Vays machen einfach Spaß. Mit trockenem Humor nimmt er sich hier der  zahlreichen exzentrischen Persönlichkeiten Oxfords an, stellt die exzentrischen Colleges (es sind wohl ziemlich alle vertreten) und Kirchen vor und weist bei Rundgängen durch die Stadt auf die vielen skurrilen und eigenartigen Dinge hin, die man hier überall antrifft.

Le Vay macht uns in seinem Buch u.a. mit dem exzentrischsten aller Exzentriker, mit Gerald Tyrwhitt-Wilson, dem 14. Baron Berners (1882- 1950) bekannt, der z.B. nach dem Motto, „wenn man einen Hundewelpen ins Wasser wirft, lernt der instinktiv schwimmen“ das gleiche mit dem Spaniel seiner Mutter versuchte, indem er ihn aus dem Fenster eines oberen Stockwerks warf und meinte, der Hund würde nun instinktiv fliegen lernen…  Lord Berners betätigte sich u.a. auch als Komponist. Hier eine kleine Kostprobe, sein berühmter „Goldfisch“ aus dem Jahr 1919: „Le Poisson d’Or„.

Reverend Tatham vom Lincoln College war dafür berüchtigt, dass er in der Kirche St Mary the Virgin endlos lange, bis zu drei Stunden dauernde langweilige Predigten hielt. Nach und nach schlichen sich während dieser Sermone die Studenten und Professoren aus der Kirche; einmal blieb nur ein einziger Zuhörer sitzen, seltsam bewegungslos. Er war während der Predigt gestorben.

Wer in Oxford exzentrisch wohnen möchte, dem empfiehlt le Vay das Hotel Malmaison in der New Road, ein ehemaliges Gefängnis, dessen Zellen in Hotelzimmer umgewandelt wurden. „No bars, except the one you drink from, and cell phones in the rooms, no doubt“.

Ein Lesevergnügen!

Benedict le Vay: Eccentric Oxford. Bradt Travel Guides 2011. 304 Seiten. ISBN 978-1841624266.

Früher Gefängnis, heute Hotel: The Malmaison. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Terry Bean

Published in: on 31. Mai 2012 at 02:00  Comments (1)  

Cragside House bei Rothbury (Northumberland) – Das Haus eines genialen Erfinders

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William George Armstrong, 1. Baron Armstrongwar ein genialer Erfinder und außerordentlich erfolgreicher Industrieller. Geboren wurde er 1810 in Newcastle-on-Tyne, am 27.12.1900 starb er auf seinem Landsitz Cragside House bei Rothbury in Northumberland. Seinen Reichtum erwarb er sich in erster Linie durch die Herstellung von Waffen, so erfand er die nach ihm benannte Armstrong-Kanone. Als Armstrong starb, waren in seinen Unternehmen über 20 000 Menschen beschäftigt.

Cragside House wurde 1863 erbaut und Armstrong verwandelte seinen Landsitz immer mehr zu einem „Palace of a modern magician„. Er erfand immer neue Dinge und versuchte sie in seinem Haus einzubauen. Während er einmal im Dee angelte, kam ihm die Idee, Wasserkaft in elektrische Energie umzuwandeln. Genau das tat er dann auch 1868 und versorgte Cragside als erstes Haus in der ganzen Welt mit aus Wasserkraft gewonnener Energie. Er betrieb damit u.a. einen Fahrstuhl und in der Küche einen rotierenden Bratspieß. In Cragside fand man damals schon eine Geschirrspülmaschine, fließendes kaltes und warmes Wasser und ein Türkisches Bad.

Armstrong lud einige Berühmtheiten in seinen „Zauberpalast“ ein, so staunten u.a. der Schah von Persien und der König von Siam über die Erfindungen des Industriellen; auch der spätere König Edward VII und seine Frau Alexandra statteten Cragside einen Besuch ab.

Das im Tudor Revival Stil erbaute Haus wurde 1977 vom National Trust übernommen und 2007 generalüberholt. Das Haus und die ihn umgebenden Gärten (hier findet sich auch einer der größten Steingärten Europas) sind zu besichtigen (für den stolzen Preis von £14.60 pro Person).

Die BBC-Dokumentationsserie „Abroad Again in Britain„, von Jonathan Meades präsentiert, stellte Cragside vor. Hier ist der erste Teil zu sehen.

Cragside House
Rothbury
Morpeth NE65 7PX
Tel.  01669 620333

Das Buch zum Artikel:
Henrietta Heald: William Armstrong – Magician of the North. Northumbria Press 2010. 320 Seiten. ISBN 978-1904794493.

Published in: on 30. Mai 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Appleton Roebuck (North Yorkshire) – Eines meiner Lieblingsdörfer

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Wir wohnten einmal für einige Zeit in dem kleinen hübschen Dorf  Bolton Percy, einige Kilometer von der Brauereistadt Tadcaster in North Yorkshire entfernt. Nur einige Fahrminuten von Bolton Percy findet sich ein weiteres idyllisches Dorf, namens Appleton Roebuck, in das wir häufig fuhren, um dort in The Shoulder of Mutton zu Abend zu essen. Ich habe mich sofort in den Ort verliebt, der besonders bei unseren Abendspaziergängen sehr anheimelnd wirkte, wenn kaum jemand auf der Straße anzutreffen war und überall in den Häusern die Fenster beleuchtet waren. Hier hätte ich auch gern gewohnt!

Appleton Roebuck liegt ca 15 km von York entfernt. Dort und wohl auch in Tadcaster arbeiten die meisten Bewohner, denn im Ort selbst gibt es nur wenig Arbeitsmöglichkeiten.

Der merkwürdige Name Appleton Roebuck stammt aus der Zeit der Angelsachsen, als hier eine Apfelplantage betrieben wurde. Diese gehörte im 14. Jahrhundert einem Mann namens Rabuk.

Der bereits erwähnte Pub The Shoulder of Mutton (es gibt noch einen weiteren Pub The Roebuck Inn in der Main Street) in der Chapel Green Lane am Village Green gelegen, ist einer meiner Lieblings-Pubs. Er verfügt über ein sehr gemütliches und ansprechendes Interieur und hat ein kleines Restaurant mit einer guten Küche, wo wir häufig gegessen haben. Ein richtiger Wohlfühl-Pub!

Vor vielen Jahren kauften wir einmal ein Bild eines Malers aus Appleton Roebuck namens Brian Cotterill, das eine Landschaftsszene vor der Kulisse der Stadt York zeigt. Leider habe ich von diesem Maler nie wieder etwas gehört.

The Green in Appleton Roebuck. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Gordon Hatton

Vor den Toren der Stadt York; ein Bild des Malers Brian Cotterill aus Appleton Roebuck. – Eigenes Foto.

Published in: on 29. Mai 2012 at 04:00  Comments (2)  
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The Housemartins: „Caravan of Love“

Die britische Band The Housemartins (Die Mehlschwalben) aus Hull (East Riding of Yorkshire) bestand von 1983 bis 1988; dann löste sie sich in ihre Bestandteile auf und die Bandmitglieder traten in neuen Formationen auf. In Erinnerung geblieben (zumindest bei mir) sind sie mit ihrem Song „Caravan of Love„, der zu den ganz wenigen a cappella-Hits gehört, die es in die Charts geschafft haben. Geschrieben wurde „Caravan of Love“ 1985 von drei ehemaligen Mitgliedern der US-Band The Isley Brothers. Ein Jahr später nahmen die Housemartins (Paul Heaton, Stan Cullimore, Norman Cook, Hugh Whittaker) den Song auf und schafften damit Ende November 1986 den Sprung auf den Spitzenplatz der britischen Charts.

Leider ist es mir bis jetzt noch nicht gelungen, herauszubekommen, in welcher Kirche das Musikvideo gedreht wurde. Hier ist das Video zu sehen.

Im Jahr 2010 unternahm der damalige Leadsänger der Housemartins, Paul Heaton, eine Tournee durch England, die er „The Pedals and Pumps-Tour“ nannte; mit dem Fahrrad fuhr er an die 1000 Meilen durch das ganze Land und trat nur in Pubs auf. Heaton fährt leidenschaftlich gern Fahrrad und machte auf seiner Tournee Werbung für die britischen Pubs, deren Überleben langfristig nicht gesichert zu sein scheint. Zurzeit ist er erneut auf einer noch längeren Fahrrad-Tour unterwegs, während der er 33 Shows in Pubs absolvieren wird.
Paul Heaton ist im vorigenJahr selbst unter die Pub-Besitzer gegangen, in dem er The Kings Arms in Salford (Greater Manchester) übernommen hat.

Paul Heatons The Kings Arms in Salford. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Dixon

Published in: on 28. Mai 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Spaghetti Junction in Birmingham – Vor 40 Jahren wurde der Monster-Verkehrsverteiler eröffnet

Author: Highways Agency. – This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Am 24. Mai 1972, also vor 40 Jahren, wurde der Gravelly Hill Interchange in Birmingham eröffnet. Dieser Autobahnverteiler mit riesigen Ausmaßen erinnert mich an den Four Level Interchange in Los Angeles, den ich einige Male befahren habe.
Aus dem Gravelly Hill Interchange wurde bald Spaghetti Junction, ein passender Begriff für dieses Straßenknäuel. Hier treffen mehrer Autobahnen und A-Straßen zusammen: Die M6, der Aston Expressway (A38M), die A38 und die A5127. Einige andere Straßen tummeln sich hier auch noch, dazu kommen zwei Eisenbahnlinien und drei Kanäle, die sich an an der sogenannten Salford Junction ein Stelldichein geben. In diesem Bereich von Birmingham ist also ganz schön was los.

Nach der Eröffnung der Spaghetti Junction befuhren ca 40 000 Fahrzeuge pro Tag diesen Verteiler; heute hat sich diese Zahl mehr als verfünffacht. Die Bauzeit dieses etwa 25 m hohen, auf über 550 Betonsäulen ruhenden Straßenmonsters betrug vier Jahre.

Reparaturarbeiten sind hier immer wieder fällig, was zum einen auf die hohe Belastung durch den Verkehr zurückzuführen ist, zum anderen durch die Tonnen von Salz und Streumaterial, die im Winter auf die Straßen gekippt werden.

Die Baukosten betrugen damals £10.8 Millionen und um den Verteiler zu bauen, mussten u.a. 160 Häuser, eine Fabrik, ein Pub und ein Bankgebäude abgerissen werden. Kurz vor der Eröffnung, lagen den Zeitungen herausnehmbare Straßenpläne bei, denn man befürchtete, dass sich einige Autofahrer bei diesen vielen Auf- und Abfahrten verirren könnten. Trotzdem war die Neugier an dem Gravelly Hill Interchange damals so groß, dass sich die Autos schon Stunden vor der Eröffnungsfeier an den Zufahrten stauten. Jeder wollte einmal ausprobieren, ob er die Spaghetti Junction bewältigen konnte, ohne sich zu verfahren.

Hier ist ein Film über die Spaghetti Junction anlässlich des 40jährigen Bestehens.

Towpath Talk – Das Magazin für Freunde des britischen Kanalsystems

Mit dem Narrowboat unterwegs. – Eigenes Foto.

In Großbritannien gibt es eine zunehmende Zahl von Menschen, die ihren Urlaub gern auf den Kanälen verbringen, sei es auf eigenen oder auf gemieteten Narrowboats oder anderen Motorbooten. Das Kanalsystem im Land ist weitverzweigt und man kann z.B. von London aus problemlos bis in den Norden fahren. Ein gemächlicher Urlaub (wenn da nicht die vielen Schleusen wären…).

Für alle, die sich für die britischen Kanäle interessieren, gibt es ein kostenloses Magazin namens Towpath Talk. Es erscheint jeweils am letzten Donnerstag eines Monats in einer Auflage von ca 29 000 Exemplaren bei der Mortons Media Group Ltd in Horncastle in Lincolnshire. Auf in der Regel 64 Seiten wird man mit diesem Magazin über alles informiert, was es an Wissenswertem über die Kanäle zu berichten gibt. Die zurzeit aktuelle Ausgabe 79 vom Mai 2012 hat u.a. als Thema „A Day Out on the Thames & London Canals“ und bietet Infos über den Thames Diamond Jubilee Pageant am 3. Juni.

In erster Linie ist der Towpath Talk aber ein Werbeblatt für Verkäufer und Vermieter von Narrowboats, für Marina-Betreiber, für Werften und für Inneneinrichter von Booten.

Man kann sich Towpath Talk auch nach Deutschland schicken lassen; das kostet £15 für 12 Ausgaben.

Towpath Talk
Media Centre
Morton Way
Horncastle
Lincs
LN9 6JR
Tel 01507 529529

Published in: on 26. Mai 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Tolkien Trail bei Hurst Green in Lancashire – Auf den Spuren des „Herr der Ringe“-Schöpfers

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Alexander P Kapp. – Cromwell’s Bridge.

Das Stonyhurst College ist eine schon 1593 gegründete katholische Schule nahe des Ortes Hurst Green in Lancashire, in der viele spätere Berühmtheiten ihre Ausbildung genossen haben. Das College ist in einem beeindruckenden, riesigen, Ehrfurcht einflössenden  Gebäude untergebracht.

Sir Arthur Conan Doyle ging hier zur Schule und die Baskerville Hall in seinem Sherlock Holmes-Roman soll Stonyhurst nachempfunden sein.
Der berühmte J.R.R. Tolkien schrieb einen Teil seiner Romantrilogie „Der Herr der Ringe“ im Stonyhurst College, in dem sein Sohn Michael als Lehrer angestellt war. Tolkien unternahm lange Spaziergänge in der Umgebung der Schule und seine Fantasiewelt Mittelerde soll von der Landschaft Lancashires beeinflusst worden sein. Heute kann man diese Spaziergänge auf dem sogenannten Tolkien Trail nachvollziehen, einem 9 km langen Rundweg, der zu einem großen Teil am River Ribble und River Hodder entlangführt. Der Trail beginnt in Hurst Green und führt am Stonyhurst College und seinem Observatorium vorbei; weitere Stationen auf dem Weg, den Tolkien oft gegangen ist, sind Hodder Place, ein Bauwerk aus dem Jahr 1780, Cromwell’s Bridge, die über den Hodder führt, Hacking Hall und ein steinerner Aquädukt aus den 1880er Jahren.

Tolkien wohnte bei seinen Aufenthalten im Stonyhurst College meist in dem Gästehaus New Lodge; dort und in einem Klassenzimmer in der oberen Gallerie der Schule schrieb er an seinem Roman, der ihn weltberühmt machte.

Hier sind einige stimmungsvolle Fotos vom College versammelt.

Stonyhurst College. Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright robert wade

 

Das Observatorium des Stonyhurst Colleges am Tolkien Trail. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright mark belshaw

Der Baddeley Cake im Londoner Drury Lane Theatre

Robert Baddeley, der Spender des nach ihm benannten Kuchens, in seiner letzten Rolle als Moses in Sheridans „School for Scandal“. This image is in the public domain.

Vor einigen Jahren habe ich einmal das Londoner Theatre Royal in der Drury Lane besichtigt (übrigens eines der „most haunted theatres“ in England). Leider habe ich bisher noch keine Vorstellung dort besucht.

In diesem Theater spielt sich jedes Jahr am 6. Januar (Twelfth Night) eine besondere Zeremonie ab: Nach dem Ende der Vorstellung wird dann der sogenannte Baddeley Cake angeschnitten. Robert Baddeley (1733–1794) war ein Schauspieler, der ab 1762 bis zu seinem Tod im Theatre Royal arbeitete. Seine letzte Rolle war die des Moses in Richard Brinsley Sheridans Stück „The School for Scandal“ (dt. „Die Lästerschule“). Bevor Baddeley starb, legte er testamentarisch fest, dass jedes Jahr am 6. Januar im Green Room des Theaters Wein und Kuchen für die Theatertruppe gereicht werden soll. Die dafür notwendigen £3  sollten aus seinem Vermächtnis entnommen werden.

Dieser Brauch, der erstmals am 6. Januar 1796 vollzogen wurde,  hat sich bis heute gehalten. Seit ab 1975 Alan Barrett aus Bath den Baddeley Cake gestaltete, nahm er die Form einer Modetorte an, d.h. jedes Jahr war die Vorstellung vom 6. Januar maßgebend für das Aussehen des Cakes. So gab es schon Torten mit Motiven aus  Hello Dolly, Pirates of Penzance, 42nd Street, Miss Saigon und My Fair Lady.

Ab 2009 hat die Firma Squires Kitchen die Gestaltung des Baddeley Cakes übernommen und das Thema der letzten Torte im Januar 2012 war“Shrek the Musical„, das hier seit geraumer Zeit mit großem Erfolg aufgeführt wird.

Das Theatre Royal, Drury Lane. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Paul Gillett

Published in: on 24. Mai 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Follies – Der Charborough Tower in Morden (Dorset)

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Downer

Nördlich von Wareham in Dorset, bei dem Dörfchen Morden, liegt ein Folly, das das Countryfile Magazine unter die Top 10 Großbritanniens gewählt hat: Der Charborough Tower, ein 1790 von der Drax-Familie, die hier auch heute noch wohnt, erbauter Turm im gotischen Stil auf dem Gelände des Charborough Park Estates.
Der 30m hohe Turm ist achteckig und scheint fünf Stockwerke zu haben. Vom Charborough House führt ein großartiger Zugang zum Turm; über einen von einer steinernen Balustrade gesäumten, breiten, grasbewachsenen Weg gelangt man zu diesem Dorsetschen Folly, das leider nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Nur an einigen Tagen im Jahr besteht die Möglickeit, sich das Anwesen und den Turm anzusehen, meist in Zusammenhang mit einer Veranstaltung für wohltätige Zwecke.

Im Turm führt eine steinerne Wendeltreppe bis zur Aussichtsplattform, von der aus man seinen Blick über vier Grafschaften schweifen lassen kann. Verziert ist der Charborough Tower mit steinernen Fratzen und Wasserspeiern.

Thomas Hardys Roman „Two on a tower“ aus dem Jahr 1882 ist hier angesiedelt. So weit ich ermitteln konnte, ist dieses Buch nie in die deutsche Sprache übersetzt worden.

Charborough Park
Wareham
Dorset
BH20 7EN
Tel. 01258 857204

Charborough House. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright John Lamper

Published in: on 23. Mai 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Thame (Oxfordshire)

Das Spread Eagle Hotel am Cornmarket. – Eigenes Foto.

Einer der prominentesten Einwohner von Thame in der Grafschaft Oxfordshire, Robin Gibb, ist am Sonntag, dem 20. Mai seinem langjährigen Krebsleiden erlegen. Der Sänger der Bee Gees wohnte am Rande von Thame in einem großen Anwesen, starb aber in London.

Als wir Thame zuletzt an einem Freitagvormittag besuchten, hatte ich echte Schwierigkeiten, mein Auto zu parken. Die Stadt war so voll, dass es mir erst nach ca 30 Minuten gelang, an der Hauptstraße einen Parkplatz zu finden. Das ist in englischen Kleinstädten häufiger der Fall.

Das Produktionsteam der TV-Serie „Inspector Barnaby“ war schon so häufig in Thame, dass man das kaum noch zählen kann.Wenn man die High Street und den Cormarket entlang geht, wird man ständig mit Gebäuden konfrontiert, die man in der Krimiserie schon einmal gesehen hat. Hier sind nur einige Beispiele:

Das Spread Eagle Hotel spielt als The Morecroft Hotel die Hauptrolle in Episode 63 Midsomer Life“ (dt. „Leben und Morden in Midsomer“), in der eine Horde schnöseliger Off-Roader aus London sich bei den Einheimischen unbeliebt macht. Nur ein paar Schritte vom Hotel entfernt, liegt das Haus, in dem in der gleichen Episode die Redaktion der Zeitschrift „Midsomer Life“ untergebracht war. In dem früheren Thame Tourist Office war zuletzt das Citizen Advice Bureau zu finden.

In der Episode 57 „Picture of Innocence“ (dt. „Kameraschüsse“) finden sich viele Szenen, die in Thame gedreht wurden, beispielsweise steht hier der Fotoladen, der sich strikt der Digitalfotografie verweigert, und auch die Szene, in der Tom Barnaby von einer fremden Frau umarmt und geküsst wird, drehte man in der Stadt am River Thame.

Wer sich noch an Episode 36 „Things that go bump in the night“ (dt. „Nachts, wenn du Angst hast“) erinnert, kennt sicher noch das Beerdigungsunternehmen, in dem sein Inhaber Richard Pennyman ermordet wird. Der Drehort, ein Innenhof etwas abseits der Hauptstraße, wurde später noch einmal in Episode 46 „Vixen’s run“ (dt. „Der Krieg der Witwen“) verwendet. Auch der Oxfam Bookshop am Cornmarket ist in „Vixen’s run“ als der Cover to Cover Bookshop zu sehen, den Jenny, die Tochter der Köchin Hatty, führt.

In vielen weiteren Episoden finden sich noch Straßenszenen, die in Thame aufgenommen wurden. Sehenswert ist hier u.a. noch der Birdcage Pub am Cornmarket, ein aus dem 13. Jahrhundert stammendes Gebäude, in dem es entsetzlich spuken soll. Aber da ich mich in diesem Beitrag auf das Thema „Inspector Barnaby“ beschränke, lasse ich es hiermit erst einmal bewenden (es gibt noch sehr viel mehr in Thame zu sehen!).

In diesem Gebäude befand sich die Redaktion von „Midsomer Life“ in der gleichnamigen Episode. – Eigenes Foto.

Der Birdcage Pub in der High Street von Thame. – Eigenes Foto.

Gasogene Books – Ein Verlag in Indianapolis, der sich ganz Sherlock Holmes verschrieben hat

Diese Bilddatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Die Popularität des großen Detektivs Sherlock Holmes aus der Londoner Baker Street, dessen letztes literarisches Auftreten 1927 in „The Adventure of Shoscombe Old Place“ (dt.: „Shoscombe Old Place“) stattfand, ist auch nach 85 Jahren ungebrochen. Robert Downey jr verkörperte den „Super Sleuth“ 2009 in Guy Ritchies Film „Sherlock Holmes“ und zurzeit zeigt die ARD die gleichnamige BBC-Fernsehserie, in der Benedict Cumberbatch die Hautrolle spielt.

In Indianapolis im US-Bundesstaat Indiana hat sich der Verlag Gasogene Books ganz dem britischen Detektiv verschrieben. Dort erscheinen ausschließlich Bücher, die sich mit dem Thema „Sherlock Holmes“ beschäftigen (Gasogene war eine Art Siphon mit dem man Sodawasser herstellen konnte und der auch in Holmes‘ Wohnung zu finden war).

Der Verlag (ein Imprint der Wessex Press) hat eine besonders schöne Edition sämtlicher Sherlock Holmes-Romane und -Geschichten unter dem Titel „The Sherlock Holmes Reference Library“ veröffentlicht und bietet darüber hinaus Werke der Sekundärliteratur an. Hier sind einige Beispiele:

David Hammer: A Deep Game – The Travelers‘ Guide to the London of Sherlock Holmes
Léo Sauvage: Sherlockian Heresies
Vincent Starrett: The Private Life of Sherlock Holmes
75th Anniversary Edition
Leslie S. Klinger: Baker Street Rambles

Gasogene Books
P.O. Box 68308
Indianapolis, IN 46268
USA

Published in: on 21. Mai 2012 at 02:00  Comments (4)  
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The Thames Head Inn (Gloucestershire) – Der Pub an der Themsequelle

Eigenes Foto.

Als wir auf der A433 von Tetbury nach Cirencester fuhren, kamen wir auch an The Thames Head Inn vorbei, einem Pub, der sich rühmt, der erste Themse-Pub zu sein, denn die Quelle liegt nur einige hundert Meter entfernt. Begrüßt werden die Gäste bei der Zufahrt zum Parkplatz von Father Thames, dessen Bild das Pubschild ziert.

The Thames Head Inn gehört zu den Pubs, die der in Swindon ansässigen Brauerei Arkell’s gehören. Früher war hier einmal ein Bahnhof, aber nachdem der geschlossen wurde, steht der Pub ziemlich einsam an der A433 und war bzw ist nur mit dem Auto zu erreichen.

Neben Bar Snacks kann man hier auch „richtig“ essen; die Karte hält einige Klassiker der englischen Küche bereit wie Bangers and Mash, Bubble and Squeak und Steak, Kidney & Ale Pie.

Die Wirte der einsam gelegenen Gasthöfe müssen sich schon etwas einfallen lassen, um wirtschaftlich überleben zu können, So bietet der Thames Head Inn in einer umgebauten Scheune Übernachtungsmöglichkeiten an, Tagungen und Konferenzen können hier durchgeführt werden und natürlich sind auch Hochzeiten immer willkommen. Mit „nur Bier ausschenken“ kommt man da eben nicht über die Runden.

The Thames Head Inn
Tetbury Road
Cirencester
Gloucestershire
GL7 6NZ
Tel. 01285 770 259

Old Father Thames ziert das Pubschild des Thames Head Inns. – Eigenes Foto.


Published in: on 20. Mai 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Saint Bartholomew the Great – Eine Kirche in der Londoner City, die mit der Zeit geht

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Die Priory Church of St Bartholomew the Great ist eine anglikanische Kirche in Smithfield in der City of London, eingezwängt zwischen Häusern, die der Kirche kaum Platz zum Atmen lassen. St Barts gehört zu den „glücklichen“ Kirchen, denen der Große Brand von 1666 nichts anhaben konnte und auch die Angriffe der deutschen Luftwaffe auf London im 2. Weltkrieg ließen sie kalt. Hier ein kurzer Film über die Geschichte der Kirche.

Manche meinen sogar, St Bartholomew the Great wäre eine der schönsten Kirchen; mag sein, sie gehört aber auf jeden Fall zu den fortschrittlichsten in London. Dass Kirchen über eine eigene Homepage verfügen ist nichts besonderes, aber St Barts twittert, bloggt und ist auch auf Facebook vertreten; obwohl die Kirchengemeinde im Augenblick etwas schwächelt (der letzte Blogeintrag liegt schon ein halbes Jahr zurück und getwittert wurde zuletzt vor vier Monaten). Gibt es denn gar nichts Neues aus dem kirchlichen Leben von Smithfield zu berichten oder ist etwa der „Blog/Twitter-Beauftragte“ erkrankt?

St Bartholomew the Great hat seine schönen Räumlichkeiten schon mehrfach Filmproduktionsfirmen zur Verfügung gestellt (und sicher damit auch die Kirchenkasse etwas aufgefüllt). Am bekanntesten dürften die Szenen aus dem Film „Four Weddings and a Funeral“ (dt.“Vier Hochzeiten und ein Todesfall“) sein. Die vierte Hochzeit wurde hier gedreht, bei der Charles (Hugh Grant) beinahe eine Frau heiratet, die er gar nicht liebt und nur durch die Hilfe seines gehörlosen Bruders David aus der Patsche geholfen wird.

Shakespeare in Love“ ist ein weiterer Erfolgsfilm mit Szenen in St Barts, ebenso „Elizabeth: The Golden Age“ (dt. „Elizabeth – Das goldene Königreich“) mit Cate Blanchette, „The Other Boleyn Girl“ (dt. „Die Schwester der Königin“) mit Scarlett Johansson, „Jude“ (dt. „Herzen in Aufruhr“) mit Kate Winslet und Guy Ritchies „Sherlock Holmes“ mit Robert Downey jr und Jude Law. Und das sind nur einige Beispiele…

Zeit für Gebete, Andachten, Taufen und Hochzeiten bleibt auch in einer so modern ausgerichteten Kirche wie Saint Bartholomew the Great nach wie vor!

Übrigens: Saint Bartholomew the Great gilt als die „most haunted church of London“ wie dieser Film zeigt.

Saint Bartholomew the Great
West Smithfield
 London EC1A 9DS
Tel. 020 7606 5171

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The Singing Ringing Tree bei Burnley (Lancashire) – Eine Klangskulptur in den Pennines


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Oberhalb der 90 000 Einwohner Stadt Burnley in Lancashire auf dem Crown Point in den Pennines steht ein eigenartiges Kunstwerk, das von den beiden Architekten Mike Tonkin und Anna Liu entworfen und am 14. Dezember 2006 an diesem Ort aufgestellt wurde. The Singing Ringing Tree ist eine  drei Meter hohe Klangskulptur, die aus Röhren aus galvanisiertem Stahl besteht. Der in den Pennines oft stark wehende Wind verfängt sich in den Röhren, wodurch choralartige Klangmuster entstehen.
Ob diese Form von Musik wohl den Schafen gefällt, die um den musikalischen Stahlbaum herum grasen? Ich finde, dies ist ein geniales Kunstwerk in einer beeindruckenden Landschaft, das auch sehr gut aussieht.

The Singing Ringing Tree gewann 2007 den National Award of the Royal Institute of British Architects und gehört zu dem Projekt der Panopticons, das sind insgesamt vier Skulpturen im Osten Lancashires, jeweils so hoch aufgestellt, dass man von dort einen großartigen Blick hat. Die Kunstwerke sollen auf die landschaftlichen Schönheiten der Region aufmerksam machen.

Die anderen drei Panopticons sind:
Colourfields in Blackburns Corporation Park
Atom bei Wycoller mit grandiosem Blick auf die Pendle Hills
Halo auf dem aufgefüllten ehemaligen Tagebau Top ‚o Slate.

Dieser Film zeigt The Singing Ringing Tree in voller Aktion.

Published in: on 18. Mai 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Paul Moody & Robin Turner: The Search For the Perfect Pub

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Paul Moody und Robin Turner sind immer auf der Suche nach „Juwelen“ in der sich ständig verändernden britischen Publandschaft. In ihrem Buch „The Rough Pub Guide: A Celebration of the Great British Boozer“ (Orion Books 2008) haben sie ein Countdown der 50 eigenwilligsten Pubs zusammengestellt (Platz 1: The Montague Arms, New Cross, London; Platz 2: The Dyffryn Arms, Pontfaen, Dyfed; Platz 3: The Temple, Manchester).

In Moody und Turners letztem Buch, „The Search For the Perfect Pub„,machen sie sich auf die Suche nach dem perfekten Pub. Das Buch trägt den Untertitel „Looking For the Moon Under Water“ und die Autoren nehmen damit Bezug auf ein Essay, das George Orwell 1946 schrieb, in dem er den fiktiven Pub „The Moon Under Water“ beschrieb, seine Vorstellung damals von dem perfekten britischen Pub.

Das Buch ist gleichzeitig eine locker geschriebene Untersuchung über die Rolle und die Problematik des Pubs im 21. Jahrhundert:

Wirte versuchen die schwindenden Gästezahlen aufzufangen, indem sie ihre Häuser in Gastro-Pubs, Themen-Pubs oder Musik-Pubs umwandeln.

Die großen Pubcos, das sind die großen Gesellschaften, denen tausende von Pubs gehören, lassen die Wirte oft im Regen stehen und helfen ihnen nicht, sondern schließen die Gasthöfe kurzerhand, wenn sie nicht die geforderten Umsatzzahlen bringen.

Die großen Supermarktketten bieten Bier deutlich billiger an, was dazu führt, dass die Pints zuhause getrunken werden.

Das Rauchverbot hat ein übriges getan und den Pubs Umsatzverluste eingebracht.

Schwere Zeiten stehen der britischen Institution „Pub“ bevor, aber: Es gibt sie glücklicherweise immer noch, die „Boozer“, und sie spielen nach wie vor eine außerordentlich wichtige gesellschaftliche Rolle. Dieses Buch kann ich jedem empfehlen, der sich für dieses Thema interessiert. Auf meinen Reisen sind Pubbesuche immer sehr wichtig und ich fahre nie nach England, ohne meinen „AA Pub Guide“ dabeizuhaben.

Hier ist ein Video, in dem ein Publican von den Problemen seiner Zunft singt.

Paul Moody & Robin Turner: The Search For the Perfect Pub – Looking For the Moon Under Water. Orion Books 2011. 288 Seiten. ISBN 978-1409112679.

Mein persönlicher „Perfect Pub“: The Falkland Arms in Great Tew (Oxfordshire). – Eigenes Foto.

Der River Avon – ein idyllischer, aber auch gefährlicher Fluss

Der idyllische Avon bei Stratford. – Eigenes Foto.

Der Avon schlängelt sich auf einer Strecke von 136 km durch mehrere englische Counties, bevor er sich bei Tewkesbury mit dem Severn vereinigt. Man kann ihn zu einem Teil mit dem Boot befahren und so mieteten wir uns in Evesham ein 20 m langes und 2 m breites Narrowboat mit dem wir nach einer kurzen Einweisung  in Richtung Stratford-on-Avon fuhren.
Der kleine Fluss war hier ausgesprochen ruhig, recht schmal und sehr idyllisch. Kühe standen am Rand, Angler begrüßten uns mehr oder weniger mürrisch (sie fühlten sich von unserem Boot wohl gestört) und die Zweige von einigen Bäumen hingen in das langsam dahinfließende Wasser. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 7 km/h kamen wir natürlich nur langsam voran; dazu kamen noch die zahlreichen Schleusen, die auch jedes Mal Zeit kosteten, aber davon hatten wir ja genug.

In Stratford-on-Avon war der Fluss deutlich breiter und wir konnten unser Narrowboat zentrumsnah parken, direkt gegenüber dem Gebäude der Royal Shakespeare Company. Viele weiße Schwäne zogen mit stolzgeschwellter Brust an uns vorbei, was noch zu der Idylle beitrug.

Das war also der romantische, stille Avon, der allerdings auch ein anderes Gesicht hat. Als wir zurück in Richtung Evesham fuhren, schwoll der Fluss plötzlich an, die Strömung wurde rapide stärker und schon hatten wir unser Problem, denn die Ampel am Stan Glover Lock in Luddington zeigte Rot, d.h. der Avon war ab hier wegen Hochwasser nicht mehr befahrbar. Notgedrungen mussten wir unser Boot hier also an die Leine legen und hoffen, dass wir in absehbarer Zeit weiterfahren konnten. Leider erwies sich Luddington als ziemlich einsames Nest (es hatte nicht einmal einen Pub!). Am nächsten Morgen sprang die Ampel glücklicherweise auf Grün und wir setzten unsere Reise, wieder bei ruhigem Fahrwasser, in Richtung Evesham fort.

Der Avon zeigte sich vor einigen Wochen, mit Hilfestellung des Severn, wieder von seiner gefährlichen Seite, als er Tewkesbury zum wiederholten Male überschwemmte. Auf Luftbildern sah es aus, als ob die Abbey auf einer Insel läge.
Am vergangenen Sonnabend ertrank ein Mann mit seinem dreijährigen Sohn in den Fluten des Avon in Barford (Warwickshire), als er mit seinem Boot über ein Wehr fuhr. Die Strömung des Avon war so stark, dass der Mann das Boot nicht mehr kontrollieren konnte, so dass es sich am Wehr überschlug.

Man sollte den Avon, so idyllisch und ruhig er auch sein kann, also keinesfalls unterschätzen.

Hier ist ein Film, der die Strecke, die wir zurückgelegt haben, in Zeitraffer zeigt. Der Film wurde nicht von uns gedreht!!

Das Buch zum Artikel:
Dudley Matthews: The River Avon – Navigation Guide and Visitor Guide. Avon Navigation Trust 2009. 100 Seiten. ISBN 978-0956228901.

Hier zeigt der Fluss schon sein wilderes Gesicht. – Eigenes Foto.

Hier bei Luddington strandeten wir für einen Tag vor dem Wehr.   © Copyright David P Howard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier bei Luddington strandeten wir für einen Tag vor dem Wehr.
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Published in: on 16. Mai 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Manchester City – Ein Fußballverein im Spiegel der Literatur

Das Stadion des Manchester City Football Club. – © Copyright Steven Haslington and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Nach 44 Jahren gewann der Fußballverein Manchester City vor wenigen Tagen wieder einmal die englische Meisterschaft, zum Leidwesen des Lokalrivalen, Alex Fergusons Manchester United.

Aus diesem Anlass möchte ich an dieser Stelle einmal eine Auswahl an Büchern vorstellen, die sich mit dem Verein beschäftigen.

David Clayton: „Manchester City On This Day: History, Facts & Figures from Every Day of the Year“ (2011).  Eine Chronik der „Blues“, wie die Spieler genannt werden, mit allen wichtigen Daten aus der Vereinsgeschichte.

David Clayton: „When Football Was Football – Manchester City: A Nostalgic Look at a Century of the Club“ (2010). 100 Jahre Manchester City. Der Verein in Fotografien aus dem Archiv des Daily Mirror.

Colin Shindler: „Manchester City Ruined My Life“ (2012). „The cry of a frustrated romantic“. Das Buch eines Fans über die Glitzerwelt des Vereins, in den gewaltige Geldsummen gepumpt worden sind.

David Conn: „Richer Than God – Manchester City, Modern Football and Growing Up“ (erscheint im Juli 2012). Ein Verein und seine schwerreichen arabischen Besitzer.

Ian Cheeseman: Colin Bell – Reluctant Hero: The Autobiography of a Manchester City and England Legend“ (2005). Porträt des Mittelfeldspielers Colin Bell, von dem viele sagen, er sei einer der größten in der Vereinsgeschichte gewesen. Er spielte von 1966 bis 1979 für Manchester City.

Eric Alexander: „Please May I Have My Football Back – My Life at Manchester City“ (2009). Geschichte der Alexander Familie, die viele Jahre auf das engste mit dem Club verbunden war.

Paul Lake: „I’m Not Really Here“ (2011). Autobiografie eines Manchester City-Spielers, der dem Verein von 1986-196 treu blieb und der auf Grund einer schweren Verletzung seine Karriere schon früh aufgeben musste.

Mark Hodkinson: „Blue Moon – Down Among the Dead Men with Manchester City“ (2011). Der Autor schildert die schlimmsten Jahre des Vereins, als er 1998/99 in die dritte Liga abstieg.

…und das ist nur eine kleine Auswahl an Büchern über Manchester City. Weitere sind bereits angekündigt.

Und hier zum Abschluss noch einige (bierselige?) Fangesänge.

Wo ist die Lebenserwartung in Großbritannien am höchsten und wo am geringsten?

Hier im vornehmen Kensington ist die Lebenserwartung für Frauen und Männer in ganz Großbritannien am höchsten. – © Copyright Mike Quinn and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Männer und Frauen, die in der schottischen Großstadt Glasgow leben, haben die geringste Lebenserwartung in ganz Großbritannien, das zeigen die Zahlen des Office for National Statistics für die Zeiträume 2004-2006 und 2008-2010. Danach sterben die Glasgower Männer im Durchschnitt mit nur 71 Jahren, die Frauen mit 78 Jahren. Überhaupt sieht das in Schottland nicht so gut aus. Die Zahlen für das ganze Land: Männer werden durchschnittlich 75 Jahre, Frauen 80 Jahre alt.

Die Bevölkerung Englands darf da etwas erwartungsfroher in die Zukunft schauen, denn Männer werden da im Durchschnitt 78 Jahre, Frauen 82 Jahre alt.
Wer sein Leben am längsten genießen möchte (und sich das leisten kann) sollte nach London ziehen und zwar nach Kensington oder Chelsea, denn da liegen die Spitzenwerte Großbritanniens. Hier haben Männer eine Lebenserwartung von durchschnittlich 85 Jahren, Frauen sogar von 87 Jahren.

Weitere „gesunde“ Regionen in England mit einer hohen Lebenserwartung sind der Südwesten und der Südosten des Landes, speziell die Küstengebiete Dorsets und Devons; aber auch da gibt es gewisse Unterschiede, so ist z.B.  die Lebenserwartung in Städten wie Bristol, Brighton oder Plymouth nicht ganz so hoch wie in der Umgebung.

Wer sich mit dieser Thematik detailliert auseinandersetzen möchte, dem sei das Buch „The Grim Reaper’s Road Map: An Atlas of Mortality in Britain“ (Policy Press 2008, ISBN 978-1861348234) empfohlen, in dem vier Wissenschaftler der Universitäten von Sheffield und Bristol die Todesursachen von 14 Millionen Menschen in einem Zeitrahmen von 24 Jahren untersucht und die Auswertungen in Statistiken und Übersichtskarten zusammengestellt haben.

Deutlich niedriger liegt die Lebenserwartung für die Bewohner der schottischen Stadt Glasgow. – © Copyright Thomas Nugent and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 15. Mai 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Cotchford Farm bei Hartfield (East Sussex) – Winnie the Pooh und ein Ex-Rolling Stones-Mitglied

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Als wir von unserem Ashdown Park Hotel (s. hierzu meinen Blogeintrag) nach Tunbridge Wells fuhren, kamen wir auch durch das Bilderbuchdorf Hartfield in East Sussex. Südlich von Hartfield geht von der Chuck Hatch Road die Cotchford Lane ab und daran liegt die Cotchford Farm (hier ein Foto der Farm), die in den letzten Jahrzehnten immer mal wieder in den Medien erwähnt wurde; aus zwei Gründen.

1925 wurde die Farm von dem Schriftsteller Alan Alexander Milne erworben, der einen der großen Kinderbuchklassiker schrieb „Winnie-the-Pooh„, zu Deutsch „Pu der Bär“.  Milne schrieb die Geschichten für seinen  Sohn Christopher Robin Milne, dessen Stofftiere als Vorbilder für die Figuren des Buches dienten und der auf der Cotchford Farm aufwuchs. Das Buch war außerordentlich erfolgreich, wurde in viele Sprachen übersetzt und viele Male verfilmt. Mitten in Hartfield steht der hübsche kleine Laden Pooh Corner, in dem man alles kaufen kann, was in irgendeiner Form mit Pu, dem Bären zu tun hat.
A.A. Milne starb hier am 31. Januar 1956 und vieles sieht auf der Farm noch so aus wie in den Tagen, als die Milnes hier noch lebten.

Diese Farm wurde dann1968 von Rolling Stones-Mitglied Brian Jones für £35.000 gekauft und am 3. Juli 1969 geriet die Farm in die Schlagzeilen der Weltpresse, denn an dem Tag wurde Brian Jones in seinem Swimming Pool tot aufgefunden. Nach einer gerichtsmedizinischen Untersuchung soll er unter Alkohol und Drogen gestanden haben, während er schwamm und dann ertrank. Bis heute halten sich Gerüchte, dass der Rolling Stone ermordet wurde, was mehrere Autoren in ihren Büchern zu beweisen versuchten.

Stephen Wooley produzierte im Jahr 2005 auf der Grundlage dieser Bücher den Film „Stoned„, der das Leben von Brian Jones auf der Cotchford Farm bis zu seinem Tod zeigt. Vielleicht wird auch dieser Fall niemals aufgeklärt werden, der nunmehr schon fast 43 Jahre zurückliegt.
Hier ist eine Episode aus Crimewatch, die den Tod von Brian Jones untersucht.

Zurzeit steht die Cotchford Farm zum Verkauf. Der Preis: £2 Millionen.

Cotchford Farm
Cotchford Lane
Hartfield, East Sussex TN7 4, UK
Natürlich ist die Farm in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden!!

Das Buch zum Artikel:
Laura Jackson: Brian Jones – The untold life and mysterious death of a rock legend. Piatkus 2009. 304 Seiten. ISBN 978-0749941536.

Pooh Corner in Hartfield.    © Copyright Ian Paterson and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Pooh Corner in Hartfield.
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William Huskisson (1770-1830) – Erstes prominentes Opfer eines Eisenbahnunglücks

Hier bei Newton-le-Willows in Lancashire ereignete sich der tödliche Unfall. – Author: Lmno. This file is licensed under the Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0 License.

Am 15. September 1830 kam erstmals in der Geschichte des englischen Eisenbahnwesens ein Mensch ums Leben, der in die Kategorie „Prominenter“ einzuordnen ist. Vorher starben schon Eisenbahner, die im technischen Betrieb tätig waren, aber an diesem Tag im September erwischte es einen Politiker und Parlamentsmitglied namens William Huskisson, der bei der Eröffnung der neuen Liverpool and Manchester Railway anwesend war. Die 56 km lange Eisenbahnstrecke verband die Industriestadt mit der Hafenstadt.

An diesem denkwürdigen Tag starteten acht Züge von Liverpool aus; auf einem fuhr der damalige Premierminister Arthur Wellesley, Duke of Wellington, mit.

Bei Newton-le-Willows in Lancashire (jetzt Merseyside) musste der Zug, in dem die Prominenz saß, anhalten, damit die Lokomotive Wasser aufnehmen konnte. Man stieg aus, um sich die Beine zu vertreten; William Huskisson wechselte ein paar Worte mit dem Premierminister und achtete nicht besonders auf das parallel verlaufende Gegengleis auf dem sich die Dampflokomotive Rocket näherte. Als er sich der Gefahr bewusst wurde, versuchte Huskisson noch, sich in den Waggon zu flüchten, doch die Wagentür schwang auf und der daran hängende Politiker geriet genau in den Weg der heranrauschenden Lokomotive. Huskisson stürzte und sein linkes Bein wurde von den Rädern der Lok zertrümmert.
Der berühmte Eisenbahnpionier George Stephenson fuhr den Schwerverletzten mit einem Zug in das nächstgelegene Krankenhaus nach Eccles, wo man versuchte, dem Parlamentsmitglied das Leben zu retten. Die Verletzung war aber zu schwerwiegend und Huskisson starb noch am selben Tag.

Huskisson wurde auf dem St James Cemetery in Liverpool beerdigt und an dem Ort, an dem er ums Leben kam, errichtete man eine Gedenktafel, die heute im National Railway Museum in York untergebracht ist.

Das Buch zum Artikel:
Simon Garfield:  The Last Journey of William Huskisson – How a Day of Triumph Became a Day of Despair at the Turn of a Wheel. Faber and Faber 2003. 256 Seiten. ISBN 978-0571216086.

Das Huskisson Monument auf dem St James Cemetery in Liverpool. – Author: Man vyi. This work is released into the public domain.

Gedenktafel für William Huskisson, heute im National Railway Museum in York. – Author: Reinhard Dietrich. This work is released into the public domain.

Wallsworth Hall (Gloucestershire) – Kunstgalerie, die sich dem Thema Natur in der Kunst widmet

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Ein paar Kilometer nördlich von Gloucester an der A38 liegt Wallsworth Hall, ein Haus mit einer bewegten Geschichte. Etwa 1740 wurde es erbaut, wechselte mehrfach den Besitzer, diente eine Zeit lang als Trainingszentrum für Krankenschwestern, stand dann lange leer und wurde schließlich 1987 vom Nature in Art Trust gekauft, in dessen Händen Wallsworth Hall bis heute liegt.

Die Nature in Art Museum & Art Gallery wurde 1988 eröffnet und bezeichnet sich selbst als „the world’s first museum and art gallery dedicated to fine, decorative and applied art inspired by nature“.

Kunst mit Bezug zur Natur ist also das Thema der Galerie und hier werden Werke von bedeutenden Künstlern wie Pablo Picasso oder René Lalique ausgestellt, aber auch Objekte weniger bekannter Maler und Bildhauer sind hier anzutreffen.
Zahlreiche Sonderausstellungen finden in Wallsworth Hall statt wie zurzeit „Capturing the extraordinary„, Fotos aus dem Weltall, vom Hubble Space Telescope aufgenommen. Zeitgleich läuft die Ausstellung „Animal fantasies„, in der Tiere aus dem Reich der Fantasie gezeigt werden.

Hier haben wir es mit einem einzigartigen Museum bzw. mit einer sehenswerten Kunstgalerie zu tun, wo mit Sicherheit jeder etwa Ansprechendes finden wird.

Wallsworth Hall hat dienstags bis sonntags jeweils von 10 – 17 Uhr geöffnet und kostet £5.25 Eintritt.

Wallsworth Hall
Twigworth
Gloucester GL2 9PA
01452 731422

Zufahrt zur Wallsworth Hall. – © Copyright John Grayson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 12. Mai 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Swan Hotel in Lavenham (Suffolk) – Wohnen in mittelalterlichem Ambiente

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Lavenham in Suffolk, eine Kleinstadt mit zahlreichen Tudorhäusern, beherbergt ein Hotel, das so recht nach dem Herzen vieler europäischer und amerikanischer Touristen ist, denn so stellt man sich einfach eine urige englische Herberge vor.
Seit dem 15. Jahrhundert schon steht „The Swan Hotel“ mitten im Herzen von  Lavenham und bietet äußerlich eine attraktive Fachwerkfassade und im Inneren finden wir Eichenbalken, Kaminfeuer und vertäfelte Wände, alles, um sich hier so richtig wohl zu fühlen.

Wenn man schon in so einem historischen Hotel übernachtet, sollte man möglichst auch ein Zimmer mit Himmelbett buchen. Die Four Poster Rooms im Swan Hotel sind nicht ganz billig; sie kosten £290 pro Nacht inklusive Frühstück. Die Standardzimmer sind für £195 zu haben.

Für das Abendessen empfiehlt sich das Fine Dining „Gallery Restaurant„, für das Chefkoch Justin Kett zuständig ist, der früher im Castle Hotel in Taunton (Somerset) tätig war. Das Restaurant im Swan Hotel wurde von der Automobile Association (AA) mit zwei Rosetten ausgezeichnet (das Hotel mit 4 Sternen).

Nach dem Abendessen kann man noch einen Drink in der „Airmen’s Bar“ zu sich nehmen, benannt nach den amerikanischen Soldaten der Air Force im Zweiten Weltkrieg, die in der Nähe von Lavenham stationiert waren. Einige Erinnerungsstücke an diese Zeit sind in der Bar ausgestellt.

„The Swan Hotel“, das zu der „Pride of Britain„-Hotelgruppe gehört, bietet sich als Standort an, wenn man diesen Teil von Suffolk einmal näher kennenlernen möchte.

Dieser Film zeigt die Annehmlichkeiten des „Schwanenhotels“ auf.

The Swan Hotel
High Street
Lavenham, Suffolk CO10 9QA
Tel. 01787 247477

Lavenham High Street. – © Copyright Andrew Hill and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 11. Mai 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Crimefest 2012 in Bristol (24. – 27. Mai) – Treffpunkt britischer und amerikanischer Krimiautoren

Das Bristol Marriott Royal am College Green; hier findet das Crimefest 2012 statt. – © Copyright Neil Owen and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In den USA gibt es die Bouchercon, das Thrillerfest oder die Left Coast Crime, alles Veranstaltungen, bei denen sich die Krimiautoren des Landes treffen, sich austauschen und wo Preise vergeben werden.

Auch Großbritannien kann so etwas vorweisen und dazu gehört u.a. das jährlich in Bristol stattfindende „Crimefest„, das in diesem Jahr vom 24. bis zum 27. Mai ausgetragen wird. Das erstmals 2008 durchgeführte Treffen scheint sich mittlerweile etabliert zu haben, denn große Namen aus der Welt des Krimis haben ihr Kommen zugesagt, u.a. Lee Child, P.D. James, Frederick Forsyth und aus den USA Sue Grafton und Jeffery Deaver.

Die vier Tage sind vollgepackt mit Vorträgen, Diskussionen und Interviews, die alle im Bristol Marriott Royal Hotel stattfinden. Einige Beispiele:

– Historical Crime Fiction: Stepping Back in Time – How Do You Choose Your Time and Place?

– Death in a Cold Climate – Scandinavians

– The Nature of Evil: Where Does It Come From and Why Do We Write About It?

– Idiosyncratic Protagonists: Creating Believable and Unique Characters

Auch in diesem Jahr werden wieder drei Crimefest Awards vergeben:

Der Audible Sounds of Crime Award für das beste Audiobook (£1,000). Vorjahressieger: John Le Carré für „Our Kind of Traitor“, gelesen von John Le Carré und Peter James für „Dead Like You“, gelesen von David Bauckham.

Der Goldsboro Last Laugh Award für den humorvollsten Krimi (£500). Vorjahressieger: L C Tyler für „The Herring in the Library“.

Der eDunnit Award für den besten Krimi im elektronischen Format ( £500 + eReader). Vorjahressieger: Philip Kerr für „Field Grey“.

CRIMEFEST
Basement Flat
6 Rodney Place
Bristol BS8 4HY
Tel: 0117-9737829.

Published in: on 10. Mai 2012 at 02:00  Comments (2)  
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The Colour: „London’s Calling“ – Wird das der Hit der diesjährigen Olympischen Spiele?

London ruft zu den Olympischen Spielen. Hier die Olympischen Ringe am St Pancras Bahnhof. – © Copyright Stephen McKay and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Colour ist eine Band aus Norfolk bestehend aus:

Adam North aus Long Stratton bei Norwich
Scott Field aus Hingham bei Wymondham
Rob Forder aus East Harling bei Thetford
Alex Jones aus Watton
James Poole aus Martham bei  Great Yarmouth

Ende 2010 hat sich die Band formiert; James Poole hat „London’s Calling“ im Juni 2010 geschrieben und aufgenommen hat die Band den Song im November letzten Jahres in den Fly Studios in  Holt in Norfolk. Das Video wurde im Februar in einer Lagerhalle in Cambridge gedreht; die Tänzerinnen und Tänzer kommen von den Body Works Studios in Cambridge.

The Colour erhofft sich, dass der eingängige Song während der Olympischen Spiele häufig zu hören sein wird und zu einer Art Hymne der Spiele werden könnte.

Hier ist „London’s Calling“ zu hören und zu sehen.

Das Olympiastadion im Osten Londons. – © Copyright Robert Lamb and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 9. Mai 2012 at 15:00  Comments (1)  
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Bramshott in Hampshire und Boris Karloff – Ein Dorf, ein Schauspieler und viele Geister

St Mary’s in Bramshott, Boris Karloffs Lieblingskirche. – © Copyright Trish Steel and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Was Pluckley für Kent ist, ist Bramshott für Hampshire – Beides Dörfer, die sich der meisten Geistererscheinungen in ihren jeweiligen Grafschaften brüsten.
Allein 17 verschiedene Geister sollen in Bramshott schon gesichtet worden sein; ob das wohl ein Grund für den englischen Schauspieler Boris Karloff, der vor allem als Darsteller in Horrorfilmen bekannt geworden ist, war, hierherzuziehen?

William Henry Pratt hieß er eigentlich,  benannte sich aber in Boris Karloff um,  und er blieb bis heute mit der Figur des Frankenstein verbunden, die er mehrfach verkörperte.

Das Cottage „Roundabout“ (das über eine Gartenmauer in Sargform verfügte) in Bramshott im Osten der Grafschaft Hampshire war sein letztes Domizil, bevor er am 2. Februar 1969 im King Edward VII Krankenhaus in Midhurst (West Sussex) im Alter von 81 Jahren starb.
Karloff lebte dort zusammen mit seiner Frau Evelyn, die ihren Mann um 24 Jahre überlebte und 1993 in ihrem Cottage „Roundabout“ starb.

Beide Karloffs waren sehr mit der Dorfkirche St Mary’s verbunden, die nicht weit von ihrem Wohnhaus entfernt steht, und so spendete Evelyn in Erinnerung an ihren Mann sehr viel Geld, um die Glocken der Kirche neu aufhängen zu lassen. In der Kirche ist auch eine Plakette zu Ehren Boris Karloffs angebracht worden.
Der Schauspieler ist übrigens nicht auf dem Kirchhof vom St Mary’s begraben. Er wurde im Krematorium von Guildford eingeäschert und hat dort im Garden of Remembrance seine letzte Ruhestätte gefunden. In der Londoner St Paul’s Church, die Schauspielerkirche, über die ich in meinem Blog schon berichtete, ließ Evelyn Karloff ebenfalls eine Plakette zu seinen Ehren anbringen.

Was tut nun ein ehemaliger Darsteller in Horrorfilmen nach seinem Ableben? Er kommt wieder, und so soll Boris Karloff mehrmals in Bramshott gesichtet worden sein wie er dort auf den Wegen in der Umgebung des Ortes entlangwanderte.

Hier ist ein Ausschnitt aus dem Film „Frankenstein“ mit Boris Karloff in der Titelrolle.

Das Buch zum Artikel:
Stephen Jacobs: Boris Karloff –  More Than a Monster. Tomahawk Press 2010. 568 Seiten. ISBN 978-0955767043.

Tunbridge Lane in Bramshott. – © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Cricklade (Wiltshire) – Champion of Champions bei den Britain in Bloom Awards 2011

© Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Jedes Jahr im Herbst werden sie vergeben die „Britain in Bloom„-Auszeichnungen der Royal Horticultural Society und sie sind sehr begehrt. Gold-, Silber- und Bronzemedaillen werden verliehen für die schönsten, blumenreichsten und kunstvollst geschmückten Dörfer und Städte Großbritanniens. Wovon allerdings alle teilnehmenden Orte träumen, ist, die höchste Auszeichnung zu bekommen, die Champion of Champions heißt.

Im vergangenen Jahr bewarben sich über 1000 Dörfer und Städte, lediglich 76 kamen in die Endrunde und 12 Juroren der Royal Horticultural Society tourten im August durch das Königreich, um die Finalisten aufzusuchen und kritisch unter die Lupe zu nehmen. Am 25. September war es dann soweit und der Sieger wurde verkündet: Cricklade im Norden der Grafschaft Wiltshire wurde zum Champion of Champions ausgerufen.

Die Kleinstadt an der Themse setzte sich gegen alle Mitbewerber durch und konnte mit den drei wichtigsten Kriterien punkten:

– Gartenkultur
– Mitwirkung der Gemeinde an dem Projekt
– Umweltbewusstsein

Die Einwohner Cricklades haben unzählige Stunden darauf verwendet, ihre Stadt schöner zu machen. Alle Schandflecken, die sich fanden, wurden beseitigt, ein „Community Garden“ wurde angelegt, neue Hecken und Sträucher gepflanzt und sogar die auch in Cricklade anzutreffenden Graffitisprayer hielten sich in dieser Zeit zurück (vielleicht sind sie auch von dem Britain in Bloom-Virus angesteckt worden).

Ich war vor einigen Wochen in Cricklade, dort wo die Themse noch recht schmal ist. Ein hübscher, angenehmer Ort, in dem es auf Grund der Jahreszeit leider noch nicht blühte.

Dieser kleine Film gibt einen ersten Eindruck von Cricklade.

© Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 8. Mai 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Blue Plaques – Hinweise auf besondere Persönlichkeiten an britischen Häusern

South Audley Street, London W1. – © Copyright Christine Matthews and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wenn man in den „Genuss“ einer Blue Plaque, also einer blauen Plakette, an seinem Geburts-, Wohn- oder Sterbehaus  kommen möchte, muss man schon mindestens 20 Jahre lang tot oder über 100 Jahre alt sein und irgendetwas geleistet haben, was national oder international von besonderer Bedeutung ist.

Die Entscheidung über die Vergabe einer dieser Plaketten trifft ein spezielles Gremium der Denkmalschutzorganisation English Heritage (Mitglied dieses Gremiums ist übrigens auch Stephen Fry). Pro Jahr gehen ca 100 Vorschläge dort aus der Bevölkerung ein und etwa ein Drittel davon wird akzeptiert. Wenn ein Vorschlag abgelehnt wird, kann erst in 10 Jahren ein neuer Versuch gestartet werden.
Natürlich muss der Eigentümer des Hauses, an dem die Plakette angebracht werden soll, seine Zustimmung dazu geben. Wenn dann die Formalitäten alle geklärt sind, geht es an die feierliche Anbringung. Etwa 20 dieser Blue Plaques werden pro Jahr vergeben.

Ursprünglich gab es diese Hinweistafeln nur in London, aber man weitete das später auf das ganze Land aus. Es gibt bestimmte Regionen in London, wo es vor blauen Plaketten nur so wimmelt, z.B. in Bloomsbury, speziell am Bedford Square und in der Gower Street. Auch im Cheyne Walk an der Themse in Chelsea gibt es sehr viele davon zu sehen.
Die erste Plakette wurde 1867 zu Ehren von Lord Byron vergeben, existiert aber nicht mehr, da das Haus schon 22 Jahre später abgerissen wurde. Die älteste noch existierende Hinweistafel stammt aus dem gleichen Jahr 1867 und die ist in der King Street, St James’s, Westminster zu finden. Sie erinnert an den französischen Kaiser Napoleon III.

Es gibt in London und in anderen Regionen des Landes noch weitere Plaketten, die nicht von English Heritage vergeben werden und die manchmal auch aus blauen Keramikschildern bestehen. Beispielsweise werden von der Birmingham Civic Society Blue Plaques in der ganzen Stadt angebracht, die auf Persönlichkeiten hinweisen, die in irgendeiner Weise mit Birmingham in Verbindung stehen.

Hier ist ein kurzer Film über das Londoner Blue Plaque System und hier ein etwas umfassenderer.

Das Buch zum Artikel:
Emily Cole: Lived in London – Blue Plaques and the Stories Behind Them. Yale University Press 2009. 368 S. ISBN 978-0300148718.
Das Vorwort zu dem Buch stammt aus der Feder von Stephen Fry.

Eaton Place, London. – © Copyright Basher Eyre and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Woburn Place, London WC1. – © Copyright Kevin Gordon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 7. Mai 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Cuddington (Buckinghamshire)

The Crown in Cuddington. – Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Beim Abendessen in der "Crown". Eigenes Foto.

Beim Abendessen in der „Crown“.
Eigenes Foto.

Auf unserer Tour auf Inspector Barnabys Spuren machten wir auch in Cuddington in Buckinghamshire halt. Dieses hübsche kleine Dorf gruppiert sich um das Village Green herum und hier finden wir auch den Dorfladen, das Postamt und The Crown, Cuddingtons Pub, in dem wir eine Mittagspause einlegten.

Insgesamt acht Mal wurden in dem Dorf Episoden der TV-Serie gedreht, wobei meistens der Pub, die Village Hall, der Dorfladen und die Kirche St Nicholas  im Mittelpunkt standen.

In „Bad Tidings“ (dt. „Immer wenn der Scherenschleifer…“) wurde der Spanische Abend in der Village Hall des Ortes gedreht und hier errichtete Tom Barnaby auch sein polizeiliches Quartier in „Death of a stranger“ (dt. „Ein Toter, den niemand vergisst“).

In „Talking to the dead“ (dt. „Die Untoten von Barton Woods“) machte man aus den Cuddington Stores den spiritualistischen Laden Paradorma. Szenen aus „Not in my backyard“ (dt. „Eine Schande für das Dorf“) wurden hier ebenfalls gedreht.

Der Kirchhof von St Nicholas ist zu sehen in „Shot at dawn“ (dt. „Wenn der Morgen graut“).

Sehr schön fanden wir den Dorfpub The Crown, der unter Denkmalschutz steht, und der sich sehr gut für ein Pint Real Ale eignet, in dem man aber auch auf angenehme Weise speisen kann. In der Episode „Death in disguise“ (dt. „Ein böses Ende“) kann man The Crown sehen, als Cully aus einem Bus aussteigt und ihren Vater begrüßt.

Das Dorf in Buckinghamshire wurde schon mehrfach bei den Wettbewerben „Britain in Bloom“ und „Best kept Village“ ausgezeichnet.
Fazit: Ein Bilderbuchdorf, wie es schöner nicht sein könnte.

Nachtrag: Im Mai 2013 nahmen wir auch unser Abendessen in „The Crown“ ein. Ein nettes empfehlenswertes Restaurant!

Eigenes Foto der Visitenkarte des Pubs.

Eigenes Foto der Visitenkarte des Pubs.

St Nicholas in Cuddington. Eigenes Foto.

St Nicholas in Cuddington.
Eigenes Foto.

Eine der kleinen urigen Straßen in Cuddington. Eigenes Foto.

Eine der kleinen urigen Straßen in Cuddington.
Eigenes Foto.

Die Achilles Statue im Londoner Hyde Park – Ein (fast) nackter Mann im bekanntesten Park der Stadt

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Die Achilles Statue oder auch Wellington Monument im Hyde Park war ursprünglich das erste Denkmal in London, das einen nackten Mann darstellte. Aber wie das nun mal so ist, mochte der/die eine oder andere den anatomisch korrekt dargestellten Körper nicht sehen und so musste ein Feigenblatt her, um die Genitalien des griechischen Helden zu verdecken. Zweimal wurde das „Deckblatt“ (von wem auch immer) entfernt, aber Achilles wurde danach sofort wieder bedeckt.

1822 wurde die von Sir Richard Westmacott geschaffene, ca 6m hohe Statue aufgestellt, zu Ehren des Dukes of Wellington. Die Inschrift auf dem Sockel lautet:

To Arthur, Duke of Wellington,
and his brave companions in arms
this statue of Achilles
cast from cannons won at the victories
of Salmanaca, Vittoria, Toulouse and Waterloo
is inscribed by their country women.
Placed on this spot
on the XVIII day of June MDCCCXXII
by command of
His Majesty George IIII.

Man hatte zwölf von den Franzosen erbeutete Kanonen verwendet, um die Statue herzustellen. Der Achilles findet sich an der Südostecke des Hyde Parks an der Park Lane.

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Published in: on 5. Mai 2012 at 02:00  Comments (2)  

The Treasurer’s House in York (North Yorkshire) – Schauplatz einer der berühmtesten Ghost Stories Englands

Treasurer’s House in York. – Eigenes Foto.

Ich hatte schon so viel über die Geschichte des Klempnerlehrlings Harry Martindale gelesen, der im Februar 1953 im Keller des Treasurer’s House in York eine merkwürdige Begegnung hatte, dass ich das Haus unbedingt einmal selbst aufsuchen wollte. Im Schatten des York Minsters liegt das Treasurer’s House, das seit 1930 in der Obhut des National Trusts ist, und das man ganzjährig besichtigen kann, im Winterhalbjahr allerdings mit Einschränkungen.

Bis zum Jahr 1547 wohnte hier der Schatzmeister des Münsters von York, danach wechselte es vielfach die Besitzer. Von 1897 bis 1930 gehörte es dem Industriellen Frank Green, der es in den heutigen Zustand versetzte und viel Geld investierte.

Man kann das ganze Haus auf eigene Faust besichtigen, nur die Kellertour und die Dachboden-Tour sind mit Führer zugänglich. Das Haus gehört in York, das sowieso schon mit Geistergeschichten reich versehen ist, zu den Gebäuden mit den meisten Geistersichtungen. Man braucht nur eine der netten Damen anzusprechen, die in den Räumen die Aufsicht haben, und schon erfährt man Details über die „haunted rooms“.

Der eingangs erwähnte Harry Martindale hatte an jenem Februartag im Jahr 1953 im Keller des Hauses eine Begegnung der besonderen Art. Er war dort allein mit Bauarbeiten beschäftigt, als er sich plötzlich einer Gruppe von römischen Soldaten und einem Pferd gegenübersah, die aus der einen Kellerwand hervortraten und in der anderen wieder verschwanden. Begleitet wurde die geisterhafte Erscheinung von der Musik eines trompetenartigen Instruments. Harry konnte die Soldaten später minutiös beschreiben und seine Beschreibung stimmte exakt mit dem überein, was bis dahin über die römischen Legionäre bekannt war. Er sprach sogar von Einzelheiten der Kleidung und Bewaffnung, die die Forschung erst Jahre später als zutreffend bestätigen konnte. Harry selbst hatte sich mit dem Thema Römer übrigens noch nie vorher beschäftigt gehabt. Als er aus den Kellerräumen voller Panik entfloh und dem Kurator des Hauses begegnete, meinte dieser „By the look of you, you have seen the Roman soldiers!“ Harry war also nicht der erste, der die Legionäre gesehen hatte.

Ich nahm an der Keller-Tour teil, die durch modrige, niedrige Gänge führte, bis hin zu dem Ort, an dem Harry seine denkwürdige Erscheinung hatte. Dort schilderte die junge Dame, die die Gruppe führte, noch einmal genau, was sich an diesem Ort damals ereignete. Harry Martindale hält auch noch heute an seiner Geschichte fest.
Es lohnt sich auf jeden Fall, das Treasurer’s House in York einmal aufzusuchen.

In diesem Film erzählt Harry Martindale die Geschichte noch einmal.

Treasurer’s House
Minster Yard
York, North Yorkshire, YO1 7JL
Tel. 01904 624247

Der Eingang zum Keller. Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Das sehenswerte Innere des Treasurer’s House. – Eigenes Foto.