Der River Avon – ein idyllischer, aber auch gefährlicher Fluss

Der idyllische Avon bei Stratford. – Eigenes Foto.

Der Avon schlängelt sich auf einer Strecke von 136 km durch mehrere englische Counties, bevor er sich bei Tewkesbury mit dem Severn vereinigt. Man kann ihn zu einem Teil mit dem Boot befahren und so mieteten wir uns in Evesham ein 20 m langes und 2 m breites Narrowboat mit dem wir nach einer kurzen Einweisung  in Richtung Stratford-on-Avon fuhren.
Der kleine Fluss war hier ausgesprochen ruhig, recht schmal und sehr idyllisch. Kühe standen am Rand, Angler begrüßten uns mehr oder weniger mürrisch (sie fühlten sich von unserem Boot wohl gestört) und die Zweige von einigen Bäumen hingen in das langsam dahinfließende Wasser. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 7 km/h kamen wir natürlich nur langsam voran; dazu kamen noch die zahlreichen Schleusen, die auch jedes Mal Zeit kosteten, aber davon hatten wir ja genug.

In Stratford-on-Avon war der Fluss deutlich breiter und wir konnten unser Narrowboat zentrumsnah parken, direkt gegenüber dem Gebäude der Royal Shakespeare Company. Viele weiße Schwäne zogen mit stolzgeschwellter Brust an uns vorbei, was noch zu der Idylle beitrug.

Das war also der romantische, stille Avon, der allerdings auch ein anderes Gesicht hat. Als wir zurück in Richtung Evesham fuhren, schwoll der Fluss plötzlich an, die Strömung wurde rapide stärker und schon hatten wir unser Problem, denn die Ampel am Stan Glover Lock in Luddington zeigte Rot, d.h. der Avon war ab hier wegen Hochwasser nicht mehr befahrbar. Notgedrungen mussten wir unser Boot hier also an die Leine legen und hoffen, dass wir in absehbarer Zeit weiterfahren konnten. Leider erwies sich Luddington als ziemlich einsames Nest (es hatte nicht einmal einen Pub!). Am nächsten Morgen sprang die Ampel glücklicherweise auf Grün und wir setzten unsere Reise, wieder bei ruhigem Fahrwasser, in Richtung Evesham fort.

Der Avon zeigte sich vor einigen Wochen, mit Hilfestellung des Severn, wieder von seiner gefährlichen Seite, als er Tewkesbury zum wiederholten Male überschwemmte. Auf Luftbildern sah es aus, als ob die Abbey auf einer Insel läge.
Am vergangenen Sonnabend ertrank ein Mann mit seinem dreijährigen Sohn in den Fluten des Avon in Barford (Warwickshire), als er mit seinem Boot über ein Wehr fuhr. Die Strömung des Avon war so stark, dass der Mann das Boot nicht mehr kontrollieren konnte, so dass es sich am Wehr überschlug.

Man sollte den Avon, so idyllisch und ruhig er auch sein kann, also keinesfalls unterschätzen.

Hier ist ein Film, der die Strecke, die wir zurückgelegt haben, in Zeitraffer zeigt. Der Film wurde nicht von uns gedreht!!

Das Buch zum Artikel:
Dudley Matthews: The River Avon – Navigation Guide and Visitor Guide. Avon Navigation Trust 2009. 100 Seiten. ISBN 978-0956228901.

Hier zeigt der Fluss schon sein wilderes Gesicht. – Eigenes Foto.

Hier bei Luddington strandeten wir für einen Tag vor dem Wehr.   © Copyright David P Howard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier bei Luddington strandeten wir für einen Tag vor dem Wehr.
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Published in: on 16. Mai 2012 at 02:00  Comments (1)  
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  1. […] hatte einmal das Vergnügen, mit einem 20 Meter langen “narrowboat” den River Avon entlangzuschippern, und ich muss sagen, das war eine sehr ruhige Angelegenheit. Mehr als 5 […]


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