Londoner Buchhandlungen…mit dem etwas anderen Angebot

Foyles an der Charing Cross Road. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Thomas Nugent

In einer Riesenstadt wie London wimmelt es natürlich von Buchhandlungen. Vor allem die Charing Cross Road ist DIE Shopping-Meile für Buchenthusiasten. Eine meiner Lieblings-Buchhandlungen hat dort seit Anfang 2009 leider die Pforten geschlossen: Murder One, die wohl als beste Krimi-Buchhandlung ganz Englands galt. Meine Frau ging dort immer mit großen Augen durch die Regale und konnte sich nie richtig entschließen, was sie alles nicht kaufen wollte. Zwei der früheren Mitarbeiterinnen, Tanya Stone und Marta Schmidt, haben unter dem Namen Murder One UK in Watford (Hertfordshire) eine neue Krimi-Buchhandlung mit einem ähnlichen Sortiment aufgemacht.

Eine hervorragende, auf Kochbücher spezialisierte Buchhandlung, Books for Cooks, findet sich in 4, Blenheim Crescent in Notting Hill, 1983 von Heidi Lascelles gegründet, „the best smelling shop in the world“, denn hier gibt es nicht nur Kochbücher zu kaufen, in der Testküche kann man die Rezepte aus den Büchern auch gleich nachkochen.

Seit 1893 gibt es am Cecil Court, zwischen Charing Cross Road und St Martin’s Lane, Londons Esoterik-Buchhandlung Nummer 1 Watkins Books. An sieben Tagen, an denen der Laden in der Woche geöffnet ist, kann hier der Esoteriker shoppen gehen und findet hier neben Büchern, DVDs und CDs auch Tarotkarten, Kristalle und zahlreiche andere Objekte. In der Buchhandlung werden auch Vorträge gehalten (s. hierzu auch den Youtube-Channel von Watkins Books).

Grant & Cutler hat sich im März 2011 mit der legendären Groß-Buchhandlung Foyles zusammengetan und residiert jetzt in deren erstem Stock in der Charing Cross Road. Grant & Cutler hat sich auf fremdsprachige Literatur spezialisiert und man findet hier Bücher in den entlegensten Sprachen wie Aserbaidschanisch, Tschetschenisch oder Kashmiri.

New Beacon Books in Finsbury Park hat sich seit 1966 auf die Literatur schwarzer Kulturen spezialisiert. Hier findet sich ein riesiges Angebot an Büchern schwarzer Autoren bzw. über schwarze Autoren.

Im High Stakes Gambling Bookshop in der Great Ormond Street wird man fündig, wenn man Literatur über das Thema „Glücksspiel und Wetten“ sucht. Bücher über Roulette, Blackjack, Sportwetten oder Lotterien finden sich hier in den Regalen im Überfluss.

In der Marchmont Street in Bloomsbury gibt es seit 1979 Englands führende Buchhandlung für homosexuelle Literatur, Gay’s the Word. Lesbierinnen und Schwule kommen in diesm Laden voll auf ihre Kosten.

Diese Aufzählung ließe sich natürlich noch lange fortsetzen, denn London ist ein Dorado für Buchliebhaber.

Die Londoner Charing Cross Road – Ein Mekka für Buchliebhaber. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Lewis Clarke

Published in: on 30. Juni 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Inspector Morse und Oxford – Geführte Touren durch die „City of Dreaming Spires“

Eigenes Foto.

Colin Dexter hat mit Inspector Morse eine der großen Figuren der englischen Kriminalliteratur geschaffen. Sowohl die Bücher als auch die TV-Serie mit dem großartigen John Thaw in der Titelrolle gehören zu meinen absoluten Favoriten. Die Stadt Oxford, in der alle Bücher bzw. Filme spielen, bildet jeweils den attraktiven Hintergrund.

1999 ließ Colin Dexter in dem Buch „The Remorseful Day“ (dt. „Und kurz ist unser Leben“) seinen Serienhelden sterben und seitdem hat der auch in Oxford lebende Schriftsteller kein Buch mehr veröffentlicht. John Thaw, der Inspector Morse in der TV-Serie verkörperte, starb im Jahr 2002.

In Deutschland ging man etwas lieblos mit dem Werk Colin Dexters um. Die Romane wurden zwar übersetzt und erschienen im Rowohlt-Taschenbuchverlag, verdient hätte er aber durchaus einige Hardcover-Ausgaben. Neu aufgelegt wurden die Krimis auch nicht und sind im Buchhandel nicht mehr lieferbar.
Nicht viel anders erging es der Fernsehserie. Einige Episoden wurden synchronisiert und im DDR-Fernsehen ausgestrahlt und das war’s dann auch.

So wie man in Edinburgh geführte Touren auf den Spuren von Ian Rankins Serienhelden Inspector Rebus mitmachen kann, so gibt es das gleiche auch in Oxford für Inspector Morse. Die Oxford Official Guided Walking Tours bieten diese Rundgänge jeden Samstag um 13.30 Uhr an, zeitweise zusätzlich noch montags und freitags. In zwei Stunden wird man auf diesen Touren (Kosten: £8.50 ) zu vielen wichtigen Stationen geführt, die in den Romanen bzw. Filmen eine Rolle gespielt haben.
Hier einige Beispiele:
– The Randolph Hotel mit seiner „Morse Bar„, in der man gelegentlich Colin Dexter antreffen soll (ich habe ihn bei meinem Aufenthalt dort leider nicht getroffen).
– Das dem Hotel direkt gegenüberliegende Ashmolean Museum of Art and Archaeology; spielt eine Rolle in „The Jewel That Was Ours“ (dt. „Tod für Don Juan“), verfilmt als „The Wolvercote Tongue“.
The Eagle and Child, eines der „Watering Holes“ des trinkfreudigen Inspectors, wo schon J.R.R. Tolkien und C.S. Lewis zahlreiche Pints zu sich genommen haben.
The Sheldonian Theatre; Schauplatz für einen Mord in „The Twilight of the Gods“ (gibt es nur als Film, nicht als Buch).

Die Touren beginnen jeweils am Tourist Information Centre, 16 Broad Street.

Hier ein kleiner Appetithappen auf Morses Oxford.

Das Buch zum Artikel:
Bill Leonard: The Oxford of Inspector Morse and Lewis. The History Press 2008. 192 Seiten. ISBN 978-0752446219.

The Randolph Hotel in Oxford. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright John Darch

The Ashmolean Museum. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright R Sones

Published in: on 29. Juni 2012 at 02:00  Comments (1)  
Tags: , ,

Sir Alec Guinness – Sein Grab liegt auf einem Friedhof in Petersfield (Hampshire)

Kettlebrook Meadows, das Haus, in dem Alec Guinness bis zu seinem Tod lebte. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Basher Eyre

Wenn ich den Namen Alec Guinness höre, muss ich unwillkürlich an seine Rolle als Earl of Dorincourt in der Verfilmung von Frances Hodgson Burnetts Roman „Little Lord Fauntleroy“ (dt. „Der kleine Lord“) denken. Der 1914 in London geborene Guinness gehörte zu den großen englischen Schauspielern des 20. Jahrhunderts und er bleibt unvergesslich mit seinen Filmen „The Bridge on the River Kwai“ (dt. „Die Brücke am Kwai“), „Kind Hearts and Coronets“ (dt. „Adel verpflichtet“) oder „The Ladykillers“ (dt. „Ladykillers“).

Sir Alec Guinness führte ein zurückgezogenes Privatleben.1938 heiratete er die Schauspielerin Merula Sylvia Salaman und sie blieben bis zu ihrem Tod ein Paar. Beide wohnten seit den 1950er Jahren in ihrem Haus Kettlebrook Meadows in Steep Marsh, einem kleinen Dorf nördlich von Petersfield in Hampshire. Guinness starb am 5. August 2000 an Leberkrebs und zwar im King Edward VII Hospital in Midhurst (West Sussex), einem Krankenhaus, in dem schon der Schauspielerkollege Boris Karloff 31 Jahre früher verstarb.
Nur zwei Monate später starb auch Alec Guinness‘ Ehefrau, die ebenfalls an Krebs erkrankt war und wie ihr Mann auch 86 Jahre alt wurde.

Die Trauerfeier, die im kleinen Kreis abgehalten wurde, fand in der St  Laurence Roman Catholic Church in Petersfield statt; dort auf dem Friedhof der Kirche, keine drei Kilometer von Kettlebrook Meadows entfernt, fanden Sir Alec und seine Frau Merula auch ihre letzte Ruhestätte (hier ein Foto von seinem Grabstein).

Hier ist ein Tribut an Alec Guinness und seine Filme.

Das Buch zum Artikel:
Piers Paul Read: Alec Guinness – The Authorized Biography. Pocket Books 2004. 640 Seiten. ISBN 978-0743416146.

St Laurence Roman Catholic Church in Petersfield. Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Michael FORD

Das King Edward VII Hospital in Midhurst, in dem Alec Guinness starb.Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Shazz and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Cottages mieten in England – Eine Alternative zu Hotels und B&Bs – Meine persönlichen Erfahrungen

Unser Cottage in Welford-on-Avon. - Eigenes Foto.

Unser Cottage in Welford-on-Avon. – Eigenes Foto.

Wem die englischen Hotels zu teuer sind oder wer sich an die „intimere“ Atmosphäre eines B&Bs nicht gewöhnen kann, der hat als weitere Alternative für einen Urlaub auf der Insel auch die Möglichkeit, sich ein Cottage zu mieten. Zahlreiche professionelle und private Vermieter bieten da ihre Dienste an.

Ich habe rund ein Dutzend verschiedene Cottages im Lauf der Jahre (für meistens eine Woche) gemietet und habe da sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Die häufigsten Probleme gab es bei den Heizungen; nur eines meiner Mietobjekte hatte eine Zentralheizung, alle anderen verfügten lediglich über Elektroöfen, die ihre Schwierigkeiten hatten, die Räume warm zu bekommen.
In einem  eigentlich ganz hübschen Cottage bei Bolton Percy in North Yorkshire froren wir sogar an manchen Sommertagen und man musste sich morgens überwinden, aus dem warmen Bett in das kalte Badezimmer zu gehen, das gar nicht beheizbar war.

Wie in manchen Hotels auch, gab es in diesen Cottages im Badezimmer keine Einhandmischer, so dass man nur die Wahl zwischen kochendem Wasser aus dem einen und eiskaltem Wasser aus dem anderen Wasserhahn hatte. Haarewaschen war da nur mit Hilfe meiner Frau möglich (und natürlich auch anders herum). Überhaupt gab es im Installationsbereich einige wiederkehrende Mängel; so funktionierte die Toilettenspülung oft nur nach mehrfacher Betätigung oder sie lief ständig durch.

Besteck und Geschirr war häufig ziemlich durcheinandergewürfelt und schien aus Restbeständen der Cottagebesitzer zu stammen.
Apropos Cottagebesitzer, die haben wir so gut wie nie zu Gesicht bekommen. Der Schlüssel lag meist unter der Fußmatte, und man wurde gebeten, ihn bei Abreise wieder dort zu hinterlegen.

In Pimperne (Dorset) war unser Cottage so weit vom nächsten Dorf entfernt, dass es manchmal richtig unheimlich war. Als wir dann noch im Radio vernahmen, dass ein Häftling aus dem nahegelegenen Zuchthaus ausgebrochen war, achtete man abends und nachts auf jedes verdächtige Geräusch (das aber meist von den um das Haus herum weidenden Kühen stammte).

Von unserem sehr schönen Reetdach-Cottage in Welford-on-Avon (Warwickshire) zum nächstgelegenen Pub waren es ca 500m; da aber die Dorfverwaltung von Welford an der Straßenbeleuchtung gespart hatte bzw. diese überhaupt nicht existierte, war es jedes Mal ein Unterfangen, die stockdunkle Straße entlangzugehen, um unseren Nightcap zu trinken. Es empfiehlt sich, zu einem Cottageurlaub, eine Taschenlampe mitzunehmen.

Bei manchen Cottages gehörte auch Garagen dazu, die aber alle so klein, eng und kurz waren, dass es mir nicht gelang, mein zugegebenermaßen recht langes und breites Auto dort hineinzumanövrieren. Also blieb es immer draußen vor der Garage stehen.

Ein von uns gemietetes Cottage bei Kendal in Cumbria war so schwer zu finden und abgelegen, dass wir uns auf den extrem engen Wegen, die die Gegend durchzogen, immer wieder verfuhren. Dafür brachte uns der Vermieter, ein freundlicher Farmer, immer wieder Eier und andere Nahrungsmittel von seinem Hof vorbei.

Miet-Cottages sind also nicht jedermanns Sache. Wer sich an den von mir aufgezählten Dingen nicht stört, der wird darin sicher schöne Urlaubstage verbringen. Ich ziehe persönlich schöne Country House Hotels vor, in denen es schöne warme gemütliche Zimmer gibt, in denen man sein Frühstück nicht selbst machen muss und sein Abendessen in angenehmem Ambiente genießen kann.

Mein Auto durfte/konnte nicht in die viel zu enge Garage und musste die Nächte davor verbringen. – Eigenes Foto.

Published in: on 27. Juni 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

The Shaven Crown Hotel in Shipton-under-Wychwood (Oxfordshire)

Eigenes Foto.

Etwa 6 km nördlich von Burford und 10 km südlich von Chipping Norton in Oxfordshire liegt an der A361 der kleine Ort Shipton-under-Wychwood und direkt an der Durchgangsstraße das Hotel The Shaven Crown. Das aus dem typischen honigfarbenen Cotswoldstein gebaute Haus hat seine Wurzeln im 14. Jahrhundert und blickt auf eine 700jährige Geschichte im Beherbergungsgewerbe zurück, womit es zu den ältesten Gasthöfen Englands zählt.

Die Mönche der nahegelegenen Zisterzienserabtei Bruern Abbey erbauten das Haus, um dort Pilger unterzubringen. Später wurde es von Elizabeth I als Jagdhaus benutzt. Anfang des 20. Jahrhunderts gelangte es in Privatbesitz und wurde, in Erinnerung an die Gründer, The Shaven Crown genannt. Das Wirtshausschild zeigt denn auch einen Mönch mit Tonsur.

Das Hotel verfügt nur über acht Zimmer, von denen das Prunkstück das Himmelbettzimmer ist, in dem sich früher die Kapelle befand. Eine Übernachtung darin kostet etwa £145 (manchmal liegen die Preise aber auch deutlich niedriger).
Es gibt ein Restaurant und eine lebhafte Bar, die Monk’s Bar mit mittelalterlichem Charakter. Bei unserem Besuch im Januar  brannte natürlich der Kamin und verströmte eine gemütliche Atmosphäre. Im großen Innenhof kann man im Sommer „al fresco“ dinieren, was in England sehr beliebt geworden ist.

Etwas gewöhnungsbedürftig sind in dem alten Gebäude die modernen Glastüren, die als Hoteleingang dienen. Simon Jenkins, der The Shaven Crown auch in sein Buch „England’s Thousand Best Houses“ aufgenommen hat, meint, dass diese Glastüren das Gebäude verschandeln und entfernt werden müssten.

Wer für seinen Cotswolds-Aufenthalt ein kleines, ruhiges Hotel mit viel Atmosphäre haben möchte, dem sei The Shaven Crown empfohlen. Ein Parkplatz für Gäste findet sich auf der Rückseite des Hotels. Die Zufahrt ist leicht zu übersehen (ich bin zweimal daran vorbeigefahren).

Hier ist ein Mini-Werbefilm über das Hotel.

The Shaven Crown Hotel
High Street
Shipton-under-Wychwood, Oxfordshire OX7 6BA
Tel. 01993 830330

Eigenes Foto

Ridgeway Brewings „Bad Elf“-Serie – Stark, stärker, am stärksten

Eigenes Foto.

Peter Scholey war einmal der Master Brewer bei der Brauerei Brakspear in Henley-on-Thames, die leider im Jahr 2002 ihre Pforten in der New Street schloss. Was nun? Scholey machte sich selbständig und entwickelte eigene Biere, die er allerdings nicht in einer eigenen Brauerei herstellt, sondern damit die Hepworth Brewery in Horsham (West Sussex) beauftragt.

Die Biere kommen unter dem Label Ridgeway Brewing auf den Markt und ein Teil davon, die Weihnachtsbiere, sind überwiegend für den US-Markt bestimmt.
Vor einigen Tagen trank ich ein Bier aus der „Bad Elf“-Serie (ja, man kann Weihnachtsbiere auch im Sommer trinken!), die sich durch einen recht hohen Alkoholgehalt auszeichnet und witzige Etiketten hat. Hier sind die „Bösen Elfen“ in der Reihenfolge ihrer Stärke einmal aufgelistet:

Bad Elf – mit 6%, das schwächste dieser Biere.
Very Bad Elf – hat immerhin schon 7,5%
Seriously Bad Elf – 9%, schon ganz schön viel für ein Bier
Criminally Bad Elf – 10,5%, aber es geht noch besser:
Insanely Bad Elf – hat sage und schreibe 12%

Ridgeway Brewing stellt noch einige weitere Biere her, die witzige Namen haben wie Santa’s Butt, Pickled Santa oder Reindeer Droppings.

Hier ist ein Film über eine Bierprobe des von mir getrunkenen „Seriously Bad Elf“ mit 9% Alkoholgehalt.

Ridgeway Brewing
6 Chapel Close
South Stoke, RG8 0JW
Oxfordshire
Tel. 0413 253-0500

Published in: on 25. Juni 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

New Malden (London) – Londons Little Korea

New Malden High Street. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Robin Webster

Wenn man durch manche Straßenzüge Londons oder auch anderer Städte fährt, meint man, in einem anderen Erdteil zu sein. Mir ging es so, als ich einmal durch Nuneaton in der Grafschaft Warwickshire fuhr. Ich fühlte mich nach Indien versetzt; auf der Straße waren überwiegend Männer mit Turbanen zu sehen, die Geschäfte waren fast alle in der Hand von Indern und trugen entsprechende Schriftzüge.

In dem Londoner Stadtteil New Malden im Südwesten der Stadt, der zum Royal Borough of Kingston upon Thames gehört, prägen Koreaner das Stadtbild. Hier sollen etwa 8000 Süd-Koreaner leben, im gesamten Borough sogar 20 000. Damit stellt dieser Teil Londons die größte koreanische Gemeinde in ganz Europa dar.
New Malden dient als kulturelles und als Einkaufszentrum der in London lebenden Koreaner; so findet man hier zahlreiche Cafés und Restaurants und kleine von Koreanern geführte Supermärkte. Korea Foods ist wohl der größte auf koreanische Waren spezialisierte Supermarkt. Auf der Webseite von „New Malden People“ werden koreanische Restaurants gelistet und bewertet. Auch „Time Out“ hält eine Liste von empfehlenswerten Lokalen mit koreanischer Küche bereit. Viele Läden sind in Englisch und Hangeul, der koreanischen Buchstabenschrift, beschriftet.

Es gibt aber auch Integrationsprobleme in New Malden. Die Kulturen der Engländer und der Koreaner sind doch sehr unterschiedlich; so gehen die Asiaten gern abends in ihre Karaoke-Bars, während die Engländer sich in ihre Pubs zurückziehen. Die Korean Residents’ Society versucht, Hilfestellung zu leisten bei der gesellschaftlichen Integration und beim Erlernen der englischen Sprache .

Published in: on 24. Juni 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Watlington (Oxfordshire)

Dieser Butchers Shop in Watlington diente als Ray Dorsets Fleischerladen in der Episode „Judgement Day“. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Steve Daniels

Wer die Episode 12 aus der TV-Serie „Inspector Barnaby“, die den Titel „Judgment Day“ (dt. „Der Mistgabel-Mörder“) trägt (mit Orlando Bloom in einer der Hauptrollen), noch in Erinnerung hat, der kann sich vielleicht auch an die Kulisse einer hübschen Kleinstadt erinnern, in der einige Szenen spielen: Das ist Englands kleinste Marktstadt, Watlington in Oxfordshire, dicht an der Ausfahrt 6 der Autobahn M40.
Ray Dorsets Fleischerladen war darin z.B. zu sehen; gedreht wurde bei „Calnan Bros. The Watlington Butchers„. Auch die im 17. Jahrhundert gebaute Town Hall konnte man in „Judgment Day“ sehen.

Ich parkte vor der St Leonard’s Church, die aus dem 12. Jahrhundert stammt und die meines Wissens nur einmal in der TV-Serie verwendet wurde und zwar in der Folge 22 „Ring Out Your Dead“ (dt. „Glockenschlag zum Mord“). Da war sie von außen zu sehen; die Innenszenen, bei denen die Bell Ringer agierten, wurden jedoch in St Michael’s in Bray (Berkshire) aufgenommen und das Glockenläuten kam von der St Dunstan’s Church in Monks Risborough (Buckinghamshire). Die Produzenten hatten sicher ihre Gründe, warum das so zusammengestückelt wurde.

In der Folge 27 „A Tale of Two Hamlets“ (dt. „Das Haus des Satans“) wurde eine Nebenstraße in Watlington, das hier Lower Warden hieß, in eine total heruntergekommene Gasse verwandelt. Auch in diesen Szenen wurde wieder getrickst, denn die Zufahrt zu dieser Gasse wurde wiederum in Long Crendon (Oxfordshire) gedreht.

An einer Straßenkurve in Watlington, am Kriegerdenkmal, liegt das Immobiliengeschäft Griffith & Partners, das zweimal bei „Inspector Barnaby“ verwendet wurde. In Episode 8 „Dead Man’s Eleven“ (dt. „Sport ist Mord“) war hier Beauvoisin’s Estates untergebracht und in Folge 38 „Orchis Fatalis“ (dt. „Die Blumen des Bösen“) diente der Laden als Reisebüro Midsomer Travel, in dem Cully arbeitete und dort von Sergeant Scott besucht wurde.

St Leonard’s Church in Watlington (Oxfordshire). – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Steve Daniels

Published in: on 23. Juni 2012 at 02:00  Comments (7)  
Tags:

Pubschilder – The Billy Wright in Wolverhampton (West Midlands)

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Gordon Griffiths

In der Princess Street in Wolverhampton wurde Ende letzten Jahres ein Pub eröffnet, der nach einer Fußballerlegende des örtlichen Vereins Wolverhampton Wanderers erinnert: The Billy Wright.

Der 1994 verstorbene Fußballer spielte von 1939 bis 1959 für die „Wolves“ und absolvierte 105 Spiele für die englische Nationalmannschaft. Wright wurde 1952 zum „Spieler des Jahres“ gewählt und erreichte 1957 bei der Wahl des „Fußballer des Jahres Europas“ den zweiten Platz. Ganz besonders zeichnete er sich durch seine Fairness aus; er wurde während seiner gesamten Karriere nie vom Platz gestellt und erhielt nie eine Verwarnung. Welcher Fußballspieler kann das in der heutigen Zeit von sich behaupten?

Vor dem Molineux Stadium, dem Stadion der Wolverhampton Wanderers, steht eine Statue von Billy Wright und eine Tribüne ist nach ihm benannt worden; nun also auch ein Pub in Wolverhampton.

Das Pubschild zeigt das Konterfei Billy Wrights und sein Geburts- und Sterbejahr. Der Pub ist in erster Linie ein Treffpunkt für Fußball- und Sportfans, denn in den Räumen sind viele Flachbildfernseher zu finden, die alle auf Sportkanäle eingestellt sind. Darüberhinaus werden zahlreiche Memorabilia der Wolverhampton Wanderers ausgestellt.

Hier sind einige Bilder von den Trauerfeierlichkeiten zu Ehren Billy Wrights und hier ist er und seine Mannschaft in voller Aktion zu sehen.

The Billy Wright
9 Princess Street
Wolverhampton
WV1 1HW
01902 421007

Das Buch zum Artikel:
Norman Giller: Billy Wright – A Hero for All Seasons. Robson Books 2002. 272 Seiten. ISBN 978-1861055286.

The York Maze – Einer der größten Mais-Irrgärten der Welt

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Bill Henderson

In Elvington vor den Toren der Stadt York in North Yorkshire findet sich eine Touristen-Attraktion, die immer nur für ein knappes Vierteljahr zur Verfügung steht: The York Maze, einer der größten Irrgärten der Welt. Warum nur für ein Vierteljahr? Auf einer Fläche, die etwa zehn Fußballfeldern entspricht, wird alljährlich ein großes Maisfeld bepflanzt und wenn der Mais eine bestimmte Höhe erreicht hat, wird der Irrgarten angelegt, der dann bis zur Ernte zugänglich ist.

In diesem Jahr ist der 14. Juli der Eröffnungstag und am 2. September ist dann Schluss mit dem Sich-Verirren, denn dann wird der Mais gebraucht und abgeerntet.
Der Clou des York Maize Mazes ist, dass der Irrgarten jedes Jahr in einer anderen Form angelegt wird: Einmal war es in Form des Starship Enterprise, einmal als New Yorker Freiheitsstatue und einmal als Wikingerschiff. Das Motto im Vorjahr war „Harry Potter„. Man rechnet mit ca 1,5 Stunden „Durchwanderungszeit“.

Die Organisatoren des Maize Maze sind auch in diesem Jahr wieder sehr erfinderisch, denn sie bieten einige „Events“ an, so ist z.B. am 21. Juli der Cornlympics Day in Konkurrenz zu den Londoner Olympischen Spielen. Die Wettbewerbe sind u.a. Speerwerfen mit Maisstängeln oder Maiskolben-Staffellauf. Am 4. August werden die World Sweetcorn Eating Championships abgehalten und am 18. August findet hier eine Beach Party statt.

Wenn der Mais schließlich abgeerntet ist, gibt es auf dem Gelände andere Verlustierungen wie Halloween Parties und Feuerwerke und… man kann hier natürlich auch seine Hochzeit feiern.

Hier ist ein Film über das York Maze aus dem Jahr 2009, als das Thema „Mondlandung“ hieß.

Es gibt in Yorkshire noch zwei weitere Mais-Irrgärten:
The Maize Maze at Cawthorne bei Barnsley neben dem Cannon Hall Country Park in South Yorkshire und das
Beverley Maze in Beverley im East Riding of Yorkshire.

Wer sich für weitere Mais-Labyrinthe in England interessiert, sollte die Webseite der Maize Maze Association aufrufen, die detaillierte Auskünfte gibt.

York Maze
Elvington Lane (B1228)
York
YO19 5LT
Tel: 01904 607341

Im Inneren des Labyrinths. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright hayley green

Published in: on 21. Juni 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: ,

Die Honesty Bar – Die Hotelbar für ehrliche Menschen

Zum ersten Mal wurde ich mit der Einrichtung einer Honesty Bar im Kennel Holt Hotel bei Cranbrook (Kent) konfrontiert. Leider existiert das Hotel heute nicht mehr, da es in private Hände übergegangen ist. Damals wurde ich nach meiner Ankunft durch das Haus und u.a. auch zur Lounge geführt. „And here is our honesty bar“ erklärte mir die Dame des Hauses. Es handelt sich dabei um eine Selbstbedienungs-Bar. Zahlreiche Flaschen mit den unterschiedlichsten Alkoholika standen auf einem Tischchen, daneben war ein Notizbuch platziert, in dem jeder seinen Namen und seine Zimmernummer aufschreiben sollte, sowie die verzehrte Menge und die Flaschennummer. Die Getränkepreise standen in einem kleinen danebenliegenden Buch. Die Gläser hatten alle Markierungen mit der Füllmenge. Mit der Hotelrechnung bei der Abreise bezahlte man dann seine Barrechnung. Auf diese Weise konnte man sich rund um die Uhr an den Getränken bedienen.

Honesty Bars gibt es hin und wieder in kleinen Hotels, für die eine von einem Barkeeper geführte Bar zu teuer wäre. Man vertraut einfach auf die Ehrlichkeit der Gäste.

Eine ähnlich geartete Einrichtung fand ich manchmal auch auf abgelegenen Parkplätzen, wo man auf einem Schild bat, die entsprechenden Parkgebühren in eine sogenannte Honesty Box zu werfen. Auch da wäre es einfach zu aufwendig, einen Parkwächter hinzustellen oder einen Parkautomaten zu errichten.

Ich habe in Deutschland noch keine Honesty Bars gesehen; vielleicht gibt es die ja auch hierzulande.

Published in: on 20. Juni 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Das Londoner MusEYEum – Das Museum, in dem sich alles um das menschliche Auge dreht

Hier in der Londoner Craven Street liegt das MusEYEum. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Roger Cornfoot

Das College of Optometrists, also die Fachhochschule der britischen Augenoptiker, betreibt in London das British Optical Association Museum (das MusEYEum) und ist überzeugt davon, dass die Besucher die ausgestellten Gegenstände “eye-catching” finden. In der Craven Street, ein paar Schritte vom Charing Cross Bahnhof entfernt, findet sich u.a. eine Sammlung von 3000 Brillen, von den Anfängen im 17. Jahrhundert bis zu Designerbrillen des 21. Jahrhunderts; darunter Prominentenbrillen wie die von Dr. Samuel Johnson, Ronnie Corbett (ein englischer Komiker) oder Charles Percy Snow (ein Wissenschaftler und Schriftsteller).

Wer sich speziell für Kontaktlinsen interessieren sollte (sehen die nicht alle ziemlich gleich aus?), wird in dem Museum ebenfalls fündig. Auch eine Vielzahl historischer optometrischer Instrumente wird hier zur Schau gestellt.

Weiterhin besitzt das MusEYEum eine Sammlung wertvoller historischer Bücher zum Thema Augenoptik, darunter Georg Bartischs „Ophthalmodouleia“, ein Werk aus dem Jahr 1583.

Der Eintritt in das Museum ist frei.
Hier ist ein kleiner Film über das MusEYEum.

British Optical Association Museum
41-42 Craven Street
 London  WC2N 5NG
Tel. 020 7766 4353

Published in: on 19. Juni 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Bronski Beat: „Smalltown Boy“ – Musikvideo aus dem Jahr 1984

Jimmy Somerville von Bronski Beat. – Author: http://www.jarekch.pl. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic license.

Die britische Band Bronski Beat debütierte 1984 mit ihrem Album „The Age of Consent„, woraus die starke Single „Smalltown Boy“ ausgekoppelt wurde. Der Song entwickelte sich schnell zu einer Art Hymne der Homosexuellen des Landes.

Der Inhalt:
Der Text handelt von einem Jungen, der sein Elternhaus verlässt, nachdem er sich zu seiner Homosexualität bekannt hat und sich von seinen Eltern nicht verstanden fühlt. Dabei wählte Bronski Beat die Sicht eines Außenstehenden, der teilweise über das Schicksal des Protagonisten berichtet und teilweise mit ihm über sein Schicksal spricht Die Geschichte hat autobiografische Elemente, weil Jimmy Somerville selber seiner Heimatstadt Glasgow den Rücken gekehrt hatte, da er sich wegen seiner Homosexualität dort nicht mehr wohl gefühlt hatte (so die Wikipedia).

Der Song wurde von den Bandmitgliedern Jimmy Somerville, Larry Steinbachek und Steve Bronski geschrieben, und die Melodie prägt sich nach mehrmaligem Hören nachhaltig ein.

Das Musikvideo gibt den Textinhalt ziemlich genau wieder. Jimmy Somerville spielt die Rolle des homosexuellen Jungen und auch Steinbachek und Bronski sind mit dabei.

Es existieren zahlreiche Coverversionen von „Smalltown Boy“, u.a. von:
Atrocity
Rosetta Stone
Indochine
Delain
Paradise Lost

Hier ist das Original „Smalltown Boy“  von Bronski Beat zu sehen und zu hören.

Published in: on 18. Juni 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Die Hog Hill Mill – Die umgebaute Windmühle bei Icklesham (East Sussex), die Paul McCartney gehört

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Nigel Chadwick

Wenn man von Rye in East Sussex auf der A259 in Richtung Südwesten fährt, kommt man bald nach Icklesham, einem Dorf mit ca 2800 Einwohnern. Wenn man am Ortseingang links in den Workhouse Lane einbiegt und der Straße einige Minuten folgt, sieht man bald, gegenüber von der Elms Farm, auf der linken Seite einen Hügel liegen auf dem eine Windmühle steht. Dies ist der Hog Hill und die Mühle heißt dementsprechend Hog Hill Mill. Es handelt sich hier um eine Bockwindmühle, die 1781 erbaut wurde und 1920 aufgegeben wurde.

1982 wurde die Mühle von Ex-Beatle Paul McCartney gekauft, restauriert und in den dazugehörenden Gebäuden ein Aufnahmestudio eingerichtet. Paul McCartney hat eine Farm, die nicht weit entfernt in Peasmarsh steht, so ist der Weg nur kurz, den er zurückzulegen hat, wenn er in seiner Hog Hill Mill arbeiten möchte.

Die EP „Available Light“ von James McCartney, Sohn von Paul und Linda, wurde hier z.B. aufgenommen. Hier sind Szenen aus dem Aufnahmestudio  mit Paul McCartney und Klaus Voormann zu sehen. Paul nahm in der Hog Hill Mill u.a. Teile seines Albums „Memory Almost Full“ auf.

„Jane Eyre Laid Bare“ – Eine erotische Version des Buchklassikers, demnächst im Handel

Charlotte Brontë. – The image is in the public domain.

Als ich vor Jahren erstmals Haworth in North Yorkshire besuchte, dachte ich, dass das eine kleine, abgelegene und ruhige Stadt sei. Als ich dann in den Ort fuhr, wurde ich auf einen großen, fast vollen Parkplatz gelenkt, auf dem mir Ordner  einen Platz zuwiesen. Es wimmelte in Haworth vor Menschen, vor allem Japaner waren in Scharen unterwegs. Wenn dass die Brontë-Schwestern gewusst hätten, dass einmal so viele Menschen aus aller Welt ihren Wohnort und vor allem ihr Wohnhaus, das Brontë Parsonage, aufsuchen würden!

Charlotte Brontës Klassiker „Jane Eyre“ wurde bis heute immer wieder neu aufgelegt, in viele Sprachen übersetzt und mehrfach verfilmt. Demnächst wird jetzt eine neu erzählte Version ihres Romans unter dem Titel „Jane Eyre Laid Bare“ erscheinen, in dem die Autorin Eve Sinclair den Stoff gehörig mit erotischen Zutaten versehen hat.
„“I think that readers through the ages have appreciated the smouldering sexual chemistry between Jane and Rochester and I have changed very little of Brontë’s original to retell the timeless story of a young girl falling for an unattainable older man and getting out of her depth in a sensual world she cannot control“, so die Autorin in „The Bookseller“.

„Jane Eyre Laid Bare“ wird im August zuerst als e-Book erscheinen, kurz danach als Taschenbuch und zwar im Verlag Pan Macmillan.

Erotische Adaptionen von Romanklassikern sind nicht neu. Als weiteres Beispiel sei Jane Austens „Pride and Prejudice“ genannt, das unter dem Titel „Pride and Prejudice: Hidden Lusts“ von Mitzi Szereto einen erotischen Touch verpasst bekam.

The Brontë Parsonage in Haworth (North Yorkshire). – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Dave Green

Published in: on 16. Juni 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Southwold (Suffolk) – Eine Stadt kämpft gegen eine Ladenkette

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Trish Steel

Unter der Adresse 70, High Street in Southwold in der Grafschaft Suffolk war einmal der Textilwarenladen Fanny & Franks zu finden. Das Geschäft schloss vor einiger Zeit und stand leer, bis es die Begehrlichkeit der Kaffeehauskette Costa Coffee weckte, nach Starbucks das weltweit zweitgrößte Unternehmen dieser Art.
Die Firma beantragte, dort eine Filiale zu eröffnen, was aber auf erbitterten Widerstand eines Großteils der Bewohner Southwolds stieß. Nachdem schon im letzten Jahr Tesco einen Supermarkt in der Stadt errichtete und W.H. Smith die letzte individuell geführte Buchhandlung ablöste, will man jetzt auf keinen Fall einen neuen Kettenladen in Southwold haben, denn dann wären Tür und Tor für weitere High Street Chain Stores geöffnet.

Die Kampagne „Say No To Costa Coffee“ dient dazu, die bisher fast makellose Hauptstraße des Küstenstädtchens zu erhalten (87% der Geschäfte sind in Privatbesitz). Es gibt bereits zahlreiche Teestuben, Cafés und Restaurants in der Stadt und man befürchtet, dass Costa Coffee das Ende für einige Ladeninhaber bedeuten würde.
Unterstützt werden die Bürger vom Southwold Town Council, der Southwold and Reydon Society und der Southwold Chamber of Trade. Man ist der Meinung, dass viele Touristen in die Stadt kommen, weil es hier nicht so aussieht wie in zahllosen anderen englischen Orten, in denen man mit den immer gleichen Kettenläden konfrontiert wird.

Die Firma Costa Coffee argumentiert, dass ein leer stehender Laden das Image der High Street nicht gerade fördert und dass durch die Eröffnung einer Filiale etwa 6 bis 12 neue Arbeitsplätze entstehen. (Wieviele würden aber dadurch letztendlich vernichtet werden?)

Der zuständige Waveney District Council hat sich für Costa Coffee ausgesprochen und jetzt bleibt abzuwarten, wer die Oberhand gewinnen wird.

Ich habe die hübsche Kleinstadt an der Küste Suffolks einmal besucht und mir hat sie sehr gut gefallen. Möge sie so bleiben wie ich sie vorgefunden habe, und ich drücke den Bürgern der Stadt an der Suffolk Heritage Coast ganz fest die Daumen, dass sie ihren Kampf gegen die Ladenketten gewinnen mögen.

Southwold High Street. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Basher Eyre

Published in: on 15. Juni 2012 at 02:00  Comments (3)  
Tags:

Mein Buchtipp – Paul Kingsnorth: Real England – The Battle Against the Bland

Bereits 2008 erschien Paul Kingsnorths beeindruckendes Buch „Real England – The Battle Against the Bland„. Der Journalist und Buchautor gehört zu der jungen Garde britischer Umweltaktivisten, die sich dafür einsetzen, dass ihr Land nicht von Big Business und Big Government beherrscht wird, was in weiten Teilen leider schon geschehen ist.

In seinem Buch schreibt Kingsnorth z.B. von der Macht der großen Supermärkte, die durch ihre Preispolitik die kleinen Ladeninhaber von den High Streets verdrängen, was zu einer Verödung der Innenstädte führt.

Zahlreiche Dörfer in der schönsten Umgebung, die England zu bieten hat, werden immer mehr von reichen Leuten aus den Großstädten aufgekauft, d.h. die dort erworbenen Häuser stehen den größten Teil des Jahres leer, weil sie nur zeitweise bewohnt werden, die Einheimischen können sich die hohen Hauspreise nicht leisten, die Dorfgemeinschaft zerfällt.

Pubs gehen in einem beunruhigenden Tempo zugrunde, weil sehr viele  den großen PubCos gehören (“ greedy property companies with a cuddly name – and they own nearly half the country’s pub freeholds“, so die Zeitschrift Private Eye). Punch Taverns, Enterprise Inns und wie dies Pubcos alle heißen, schließen ihre Pubs, sobald sie ihren Anforderungen nicht mehr gerecht werden bzw. wenn Bauunternehmer ihnen einen guten Preis für das Grundstück machen.

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus Kingsnorths Buch, der sich vehement gegen die Monokultur, für die politische Machtverlagerung auf die lokale Ebene und für den Kampf gegen die brutalen Methoden des Big Business einsetzt.

Der „Independent“ nennt das Buch „a watershed study, a crucially important book„. Außerordentlich lesenswert und in weiten Teilen auch auf Deutschland übertragbar!

Paul Kingsnorth: Real England – The Battle Against the Bland. Granta Books 2008. 304 Seiten. ISBN 978-1846270413. Auch als Taschenbuch lieferbar.

Published in: on 14. Juni 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Colman’s Mustard Shop & Museum in Norwich (Norfolk)

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Sebastian Ballard

Was Dijon für Frankreich ist, ist Norwich für England – senfmäßig betrachtet. Bereits 1814 gründete Jeremiah Colman die Firma Colman’s of Norwich und sie produziert noch heute den berühmten Senf. Ab 1866 war die Firma Hoflieferant für Königin Victoria und auch Queen Elizabeth verwendet den Senf aus Norfolk in ihrem Haushalt.
Der Name des Senfherstellers findet sich in Norwich u.a. in einer Straße, der Colman Road, einer Schule, der Colman’s First and Middle Schools, und in der University of East Anglia, wo ein Studentenwohnheim Colman House heißt.

In der Royal Arcade in Norwich liegt der Colman’s Mustard Shop mit einem angeschlossenen Museum, das über die Senfherstellung informiert. In dem hübschen Ladengeschäft kann man sich mit der gesamten Produktpalette der Firma Colman’s eindecken. Ich habe es bei meinem Besuch bei einem Glas Senf bewenden lassen. Es gibt hier u.a. zu kaufen:
Wholegrain Mustard with Beer
Wholegrain Mustard with Red Peppers
Wholegrain Mustard with Chillies
Colman’s Mustard Chocolate Bars
Colman’s Mustard Hot Chocolate

Darüberhinaus bietet der Laden natürlich alle erdenklichen Souvenirs mit dem Logo der Firma an wie Porzellanbecher, Manschettenknöpfe, Krawattennadeln usw.
Coleman’s Mustard Shop & Museum ist in Norwich im Laufe der Jahre zu einem Touristenmagneten geworden.

Hier ist ein witziger Werbespot der Firma zu sehen.

An der Thorpe Road im Osten von Norwich gibt es übrigens einen Pub namens The Mustard Pot.

Colman’s Mustard Shop &
Museum

15 Royal Arcade
Norwich
NR2 1NQ
Tel. 01603 627889

Das Buch zum Artikel:
Paul Hartley: The Colman’s Mustard Cookbook. Absolute Press 2004. 80 Seiten. ISBN 978-1904573159.

Published in: on 13. Juni 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Reginald Hill – Einer der besten englischen Krimiautoren aller Zeiten

Eigenes Foto.

Am 12. Januar diesen Jahres starb einer der besten englischen Krimiautoren aller Zeiten: Der 1936 in Hartlepool (County Durham) geborene Reginald Hill.
Hill war einer der Schriftsteller, die von Buch zu Buch immer besser wurden und man wird ihn sehr vermissen. Ich habe einen großen Teil seiner Bücher gelesen und muss sagen, dass er sehr anspruchsvolle Kriminalromane geschrieben hat, von denen vor allem seine „Dalziel & Pascoe„-Serie auch in Deutschland bekannt geworden ist.

Sein erster Roman um die beiden Detectives Andrew Dalziel und Peter Pascoe erschien 1970 unter dem Titel “ A Clubbable Woman“ (dt. „Eine Gasse für den Tod“). Leider ging es bei den deutschen Übersetzungen ziemlich drunter und drüber; die Bücher wurden (noch) nicht alle übersetzt und sie erschienen nicht in chronologischer Reihenfolge.
Die zweite Serie um den Detektiv Joe Sixsmith wurde noch gar nicht in Deutsche übersetzt.

Reginald Hill schrieb auch einige sogenannte „Stand Alones“, also Bücher, die zu keiner Serie gehören; dazu gehört auch sein letztes Werk „The Woodcutter“ (noch nicht ins Deutsche übersetzt), das nach Ansicht meiner Frau, die alle Bücher von Reginald Hill gelesen hat, sein bestes überhaupt ist.

Die Serie um die beiden Detektive aus Yorkshire wurde unter dem Titel „Dalziel & Pascoe“ von der BBC von 1996 bis 2007 verfilmt; einige davon wurden auch vom ZDF in deutscher Synchronisation ausgestrahlt. Warren Clarke spielte Andrew Dalziel und Colin Buchanan den Peter Pascoe.

Hill lebte viele Jahre in Doncaster in South Yorkshire, zog dann aber mit seiner Frau Pat nach Ravenglass in Cumbria, wo er dann auch Anfang diesen Jahres an einem Gehirntumor verstarb. Am 20. Januar wurde in der Kirche St. Michael and All Angels in Muncaster in Cumbria ein Gedenkgottesdienst für Reginald Hill abgehalten.

Es heißt, er hätte noch einen letzten Dalziel & Pascoe-Roman hinterlassen, der im Jahr 2013 erscheinen soll.

In diesem Film spricht Reginald Hill über sein Buch „Midnight Fugue“ (noch nicht ins Deutsche übersetzt).

Hier ist ein Ausschnitt aus der BBC-Reihe“ Dalziel & Pascoe“, Serie 10, Folge 3 „Wrong Time Wrong Place„.

St Michael and All Angels in Muncaster (Cumbria). Hier fand die Trauerfeier für Reginald Hill statt.    © Copyright Alexander P Kapp and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Michael and All Angels in Muncaster (Cumbria). Hier fand die Trauerfeier für Reginald Hill statt.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Alexander P Kapp and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 12. Juni 2012 at 02:00  Comments (3)  
Tags:

Dorset – Die Grafschaft mit den merkwürdigen Ortsnamen

Es gibt in England Dörfer, die merkwürdige, kuriose oder witzige Namen führen. In Dorset scheint es mir davon am meisten zu geben. Hier sind einige Beispiele:

Shitterton. Ein nicht „sehr feiner“ Name. Das Ortschild wurde so oft gestohlen, dass man es durch einen 1,5 Tonnen schweren Marmorblock ersetzte. Der wurde bisher noch nicht entwendet.

– Langton Herring. Liegt zwar nicht weit vom Meer entfernt, hat aber mit Heringen nichts zu tun. Der Ortsname leitet sich von der Harang-Familie ab, die hier im 13. Jahrhundert residierte.

Affpuddle. Liegt im Piddle Valley. Die Nachbarorte heißen Briantspuddle, Tolpuddle und Turners Puddle.

Piddletrenthide. Liegt natürlich auch am River Piddle. Die britische Presse hat den merkwürdigen Namen schon mehrfach aufs Korn genommen und er hat sich dort zu einer Art „Running Gag“ entwickelt. Die Folkband The Yetties hat einmal einen Song mit dem Titel „The Piddletrenthide Jug Band“ aufgenommen.

Toller Porcorum. Hieß früher einmal Swines Toller. Ist so ziemlich das gleiche, denn „Porcorum“ leitet sich ab von dem lateinischen „Porcus“, was wiederum Schwein heißt.

Mappowder. Leitet sich von dem altenglischen „mapuldor“ ab, das ist der maple-tree, also der Ahornbaum.

Cerne Abbas. Dieses von Touristen oft „heimgesuchte“ Dorf kennt man durch den Riesen mit der Dauererektion, dem Cerne Abbas Giant.

Fontmell Parva. Nein, das Dorf liegt nicht im Midsomer County, sondern wirklich in Dorset.

Sturminster Newton. Sturminster leitet sich von „large church on the river Stour“ ab, Newton von „new estate“. Es gibt auch noch ein Sturminster Marshall in Dorset, das ebenfalls am River Stour liegt.

Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Wer sich für das Thema interessiert, dem sei das Buch „Dorset Place-Names: Their Origins and Meanings“ von A.D. Mills empfohlen, 1986 im Verlag Countryside Books erschienen. ISBN 978-1853065446.

Das in Marmor gehauene Ortsschild von Shitterton. – This photo is in the public domain.

Chocolate-boxy Piddletrenthide. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Peter Beaven

Published in: on 11. Juni 2012 at 02:00  Comments (1)  

Thame (Oxfordshire) – Auch im Tod bleibt Robin Gibb seiner Stadt verbunden

Robin Gibbs Haus The Prebendal in Thame. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Steve Daniels

Ich berichtete kürzlich an dieser Stelle über meinen Besuch in der Stadt Thame in Oxfordshire im Rahmen meiner Reihe „Auf den Spuren von Inspector Barnaby“, der hier häufig anzutreffen war.
Am letzten Freitag, dem 8. Juni, wurde Robin Gibb, Sänger der Bee Gees, in seiner Heimatstadt, in der er viele Jahre lebte, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt. Der Trauerzug bestand aus einer von vier Pferden gezogenen weißen Kutsche, auf der der Sarg Robin Gibbs lag. Am Ende des Sargs befand sich die Flagge der Isle of Man, wo der Sänger am 22. Dezember 1949 geboren wurde.

Weit hatte es der Trauerzug nicht, denn Robin Gibb wohnte gegenüber der St Mary’s Church, wo er beigesetzt wurde. Bei der Trauerfeier in der Kirche las Robins Frau Dwina ein von ihr verfasstes Gedicht vor, das sie „My Songbird Has Flown“ nannte. Etwa 200 Gäste wohnten der Feier bei, darunter fanden sich auch Uri Geller, Mark Knopfler und Sir Tim Rice. Die Sargträger waren Robins Söhne RJ und Spencer, sowie Stevie Gibb, Barrys Sohn und Steven Murphy, Dwinas Sohn.

Als der Sarg aus der Kirche zum Grab getragen wurde, standen Kadetten des 594. Squadron der Royal Air Force aus Thame Spalier. Robin Gibb hatte vor zwei Jahren ihr neues Hauptquartier in der Windmill Road eröffnet.
Hier ist ein Film über den Trauerzug und die Beisetzung von SkyNews.

Die Bevölkerung Thames trauerte um ihren verstorbenen und verehrten Mitbürger. „Ciao Robin“ stand auf einem Banner im Fenster des italienischen Restaurants Mia Capri in der High Street.

Robin Gibb wohnte in dem alten The Prebendal House, das er selbst in diesem Film detailliert vorstellt. „Elizabeth I was here“, sagte Robin Gibb einmal. „So was Henry VIII. George III had some exiles from the French Revolution stay here, about 50 of them“.

Hören wir hier noch einmal Robin Gibb mit „Juliet„.

Nachtrag: Mittlerweile wurde an seinem Haus in Thame eine blaue Plakette angebracht. Hier ist ein Film über die Zeremonie und hier ein Film über Robins Grab.

St Mary’s Church in Thame, hier fand Robin Gibb seine letzte Ruhestätte. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Roger Davies

The Mug House in Claines (Worcestershire) – Der Pub auf dem Friedhof

The Mug House in Claines. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Whippet

Zwischen Worcester und Kidderminster in der Grafschaft Worcestershire liegt das kleine Dorf Claines, über das es nicht viel zu sagen gibt, außer, dass es einen ungewöhnlichen Pub besitzt: The Mug House. Dieser Pub, der im 15. Jahrhundert erbaut wurde und heute der großen, in Wolverhampton stationierten Brauerei Marston’s plc gehört (ihr gehören über 2000 Pubs im ganzen Land), liegt mitten auf dem Gelände der örtlichen Kirche St John the Baptistund man muss über den Friedhof laufen, um zu ihm zu gelangen.

Wenn man im Mug House sein Pint trinkt, dann tut man das auf den Überresten von ca 15 000 Menschen, die im Laufe der Jahrhunderte hier begraben wurden. Die Nähe zur Kirche bietet sich natürlich an, um hier Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen zu feiern (na ja, letzteres kann man wohl nicht feiern nennen). Das Verhältnis zwischen den Vikaren und Pubbesitzern war offensichtlich immer gut. In den 1950er Jahren soll der damalige Vikar zum Betreiber des Mug House einmal gesagt haben: „You fill my church and I’ll fill your pub“ (so im Daily Telegraph vom 8. September 2007 nachzulesen).

Dass es in einem Pub, der auf einem Friedhofsgelände liegt, spukt, liegt ja auf der Hand. Im Keller bewegen sich Gegenstände von selbst; in einem Raum des Gebäudes stellen sich die Nackenhaare der Hunde auf und sie starren auf den Kamin; Türen öffnen und schließen sich von allein. Auch ein Fernsehteam war schon im Haus, um die unerklärlichen Phänomene zu untersuchen.

Wer sich einmal die Glocken von St John the Baptist anhören und den Bell-Ringern bei der Arbeit zusehen möchte, kann dies hier tun.

Es gibt noch einen zweiten Pub, der auf geheiligtem Boden liegt: The Ring O‘ Bells in Kendal in Cumbria.

The Mug House
Claines Lane
Claines
Worcester, Worcestershire, WR3 7RN
Tel. 0871 951 1000

St John the Baptist in Claines. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Philip Halling

Der Queen’s Market im Osten Londons – Der Markt, der sich gegen Abrisspläne behaupten konnte

Der Queen’s Market (rechts) an der Green Street. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Glyn Baker

Die multikulturelle Gesellschaft Londons spiegelt sich im Queen’s Marketwider. Der älteste Straßenmarkt der Stadt, nicht weit vom Stadion des Fußballclubs Westham United entfernt, an der Ecke Green Street/Queen’s Street gelegen, wimmelt nur so von Nationalitäten der ganzen Welt. Hier kann man zu niedrigen Preisen Waren aus Afrika und Asien kaufen, Früchte werden angepriesen, von denen man noch nie gehört hat, Frauen aus Bangla Desh kaufen Stoffe, die sie zuhause zu Kleidern verarbeiten… und alles geht friedlich zu.

Diese Reinform des friedlichen Miteinanders, immer wieder von der Politik propagiert, sollte zerstört werden; das war jedenfalls der Wille der Stadtverwaltung vom Bezirk Newham, in dem der Queen’s Market liegt. Zusammen mit der Firma St. Modwen Properties sollte hier alles komplett abgerissen und dafür ein ultramoderner Komplex aus Luxuswohnungen und Geschäften errichtet werden. Man wollte zwar den bisherigen Betreibern der Stände des Markts Rechte einräumen, hier auch weiterhin Waren anzubieten, doch die dafür notwendigen Kosten hätten die wenigsten tragen können. Eine Filiale der Supermarktkette Asda sollte hier auch untergebracht werden, ein weiterer Sargnagel für die multikulturellen kleinen Geschäftsinhaber.

Doch es formierte sich erbitterter Widerstand in der Bevölkerung. Die Friends of Queen’s Market wurden gegründet, mit dem Ziel, die Pläne der Stadtverwaltung abzuschmettern. Acht Jahre lang dauerte der verzweifelte Kampf und es gelang den Friends den Bürgermeister von London, Boris Johnson, davon zu überzeugen, dass man hier in Newham kurz davor stand, einen großer Fehler zu begehen. Johnson kam den Bürgern im Osten Londons zu Hilfe und wischte die Pläne vom Tisch.

Der Queen’s Market existiert Gottseidank weiter, es wird kein weiteres anonymes Einkaufszentrum geben, das randvoll mit Kettenläden wäre, von denen es schon mehr als genug in den High Streets der englischen Städte gibt. Ein Triumph der Bürgerschaft von Newham!!

Wie es auf dem Markt so zugeht, zeigt dieser kleine Film über einen Fischhändler. Wäre es nicht jammerschade, wenn es so etwas nicht mehr gäbe?

Das Buch zum Artikel:
Paul Kingsnorth: Real England – The battle against the bland. Portobello Books 2009. 320 Seiten. ISBN 978-1846270420. Darin enthalten ein Kapitel über den Kampf für die Erhaltung des Queen’s Market. Ich werde dieses großartige Buch demnächst vorstellen.

Auf den Spuren von Inspector Barnaby – The Haseleys in Oxfordshire

The Plough in Great Haseley. – Eigenes Foto.

Nur einige Kilometer von einem der besten Hotels und Restaurants Englands entfernt, Raymond Blancs Le Manoir aux Quat‘ Saisons in Great Milton (s . dazu meinen Blogeintrag), liegen die  beiden Dörfer Great Haseley und Little Haseley. Von der A329 weist ein Schild zusammenfassend auf „The Haseleys“ hin.

Auf unserer Spurensuche nach den Schauplätzen der „Inspector Barnaby„-TV-Serie besuchten wir auch diese beiden Orte in Oxfordshire, sieben Kilometer von Thame entfernt. Wer sich noch an die Szene mit dem Aunt Sally-Spiel im Pub The Plough in der Episode 18 „Dark Autumn „(dt. „Morden, wenn die Blätter fallen“) erinnert: das wurde in Great Haseley gedreht. Als wir im Januar diesen Jahres den Pub aufsuchen wollten, war er geschlossen und stand zum Verkauf. Ein weiteres Opfer des landesweiten Pubsterbens? Gottseidank nicht, denn The Plough ist gerettet. Die dazu erforderlichen £400,000 sind fast beisammen und der Pub soll in Eigenregie des Dorfes weitergeführt werden. Toll!
Da das Produktionsteam nun schon einmal in Great Haseley war, nutzte man für die Episode auch gleich die Kirche St Peter’s mit für die Beerdigungsszenen und die Village Hall wurde als Antiquitätenladen umgebaut.
Weiterhin nutzte man die Village Hall in Episode 31 „The Fisher King“ (dt. „Grab des Grauens“), wo die Signierstunde abgehalten wurde und als Midsomer Parva Village Hall in Episode 61 „Blood Wedding“ (dt. „Ganz in Rot“).

St Peter’s taucht auch noch zweimal auf: In Episode 43 „Midsomer Rhapsody“ (dt. „Melodie des Todes“), wo die Hochzeitsszenen gedreht wurden, und in Episode 46 „Vixen’s Run“ (dt. „Der Krieg der Witwen“).

Der kleine Bruder von Great Haseley, Little Haseley, verfügt über einige sehr hübsche, strohgedeckte Cottages, die man in den oben erwähnten Folgen „Dark Autumn„, „Midsomer Rhapsody“ und in Episode 41 „Hidden Depths“ (dt. „Tief unter der Erde“) sehen kann. Haseley Court, in Privatbesitz, also nicht zu besichtigen, spielte eine Rolle in Folge 17 „Who Killed Cock Robin?“ (dt. „Leichen leben länger“), hier residierte Melvyn Stockard, und in der oben erwähnten Episode „Midsomer Rhapsody„, da war es das Haus von Noah Farrow.

St Peter’s in Great Haseley. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Des Blenkinsopp

Little Haseley. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Andrew Smith

Little Marlow (Buckinghamshire) – Edgar Wallace und „Scary Spice“

St John the Baptist in Little Marlow. – Eigenes Foto.

Den Pub The Queen’s Head in Little Marlow in Buckinghamshire habe ich in meinem Blog schon einmal vorgestellt. Das kleine, ruhig gelegene Dorf macht einen wohlhabenden Eindruck und viele werden es schon in eine der „Inspector Barnaby„-Episoden gesehen haben; Little Marlow war bei dem Produktionsteam sehr beliebt.

Auf dem Fern Lane Cemetery liegt eine weltberühmte Persönlichkeit begraben: Hier ruht der Autor von zahlreichen Kriminalromanen: Edgar Wallace. Der Friedhof liegt nicht in Little Marlow, sondern auf halber Strecke nach Bourne End. Von der Marlow Road, der A4155, biegt ein kleiner Weg nach Norden dorthin ab.
Edgar Wallace besaß ein Haus in Bourne End am Blind Lane namens Chalklands, in dem er in den letzten Jahren seines Lebens wohnte. Der Krimiautor starb in Beverly Hills in den USA; seine sterblichen Überreste wurden in seinen Heimatort überführt.

Die Parish Church St John the Baptist liegt mitten in Little Marlow; ich spazierte an einem warmen, sonnigen Sommervormittag über den kleinen Friedhof, ganz allein, es war keine Menschenseele zu sehen. Hier heiratete am 13. September 1998 das ehemalige Spice Girl Melanie Brown (Scary Spice) den Tänzer Jimmy Gulzar, eine Ehe, die schon zwei Jahre später wieder in die Brüche ging. Melanie Brown wohnte damals direkt neben der Kirche im Manor House, das aus dem 16. Jahrhundert stammt, und das sie für £2.5m gekauft hatte. Unter den vielen Hochzeitsgästen befanden sich auch Sporty Spice Mel C, Baby Spice Emma Bunton und Posh Spice Victoria mit Ehemann David Beckham; lediglich Ginger Spice Gerri Halliwell wurde nicht eingeladen.
Hier ist Melanie Brown mit „Today“ zu hören.

Hier geht es zum Friedhof von Little Marlow. Eigenes Foto.

Hier geht es zum Friedhof von Little Marlow.
Eigenes Foto.

Fern Lane Cemetery in Little Marlow, letzte Ruhestätte von Edgar Wallace. Eigenes Foto.

Fern Lane Cemetery in Little Marlow, letzte Ruhestätte von Edgar Wallace.
Eigenes Foto.

Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener – Jetzt ist sie in Großbritannien unterwegs

Die sympathische Fernsehköchin, Buchautorin und Restaurantbesitzerin Sarah Wiener ist wieder unterwegs. Nach ihren Rundfahrten mit ihrem Käfer-Cabrio durch Frankreich, Italien und Österreich hat sie sich jetzt im Jahr des Diamond Jubilees und der Olympischen Spiele Großbritannien vorgenommen. Auf dem Sender arte startet am 11. Juni, jeweils um 19.30 Uhr, ihre zehnteilige Serie „Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener in Großbritannien„.

Hier sind die zehn Stationen:

11. Juni: Whitby (North Yorkshire) – Zu Gast bei Paul Gildroy im Magpie Café – Rezept: Fish’n’Chips mit Sauce tartare

12. Juni: Machynlleth (Powys in Wales) – Zu Gast bei Gareth Jones im The Wynnstay Hotel und Restaurant – Rezept: Cheddar Fritters und Honig-Lamm mit Seegras-Küchlein und Minzsauce

13. Juni: Colbost bei Dunvegan auf der Isle of Skye in Schottland – Zu Gast bei Michael Smith im The Three Chimneys – Rezept: Lachs-Kedgeree & Cranachan

14. Juni: Pickering (North Yorkshire) – Zu Gast bei Victor Buchanan in The White Swan Inn – Rezept: Gebratenes Moorhuhn auf Sauerteigbrot mit Kartoffelchips

15. Juni: Polegate (East Sussex) – Zu Gast bei Neil Wakefield in The Sussex Ox – Rezept: Roastbeef mit Gemüsesauce, Yorkshire Pudding & Austern

18. Juni: Isle of Man – Zu Gast bei Tim Croft, Besitzer eines Fischgeschäfts – Rezept: Jakobsmuscheln auf Blutwurstscheiben an Apfelkompott und Apfelsauce

19. Juni: Corfe Castle Railway Station (Dorset) in einem Waggon der Swanage Railway (wetterbedingt) – Rezept: Typisch englisches Picknick

20. Juni: Belle Isle Estate (County Fermanagh in Nord-Irland) – Zu Gast bei Liz Moore in der Belle Isle Cookery School – Rezept: Venision, Champ & Wirsing

21. Juni: Cornwall – Zu Gast bei Jill Jobson – Rezept: Frühstück

22. Juni: Waltham Abbey (Essex) – Zu Gast bei Tony Lane im The Pie and Mash Shop – Rezept: Aal in Gelee und Pie & Mash

Die DVD zu der Fernsehserie erscheint am 30. Juni.

Published in: on 5. Juni 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Horse Guards Parade in London – Historischer Paradeplatz mitten in London und Austragungsort für die olympischen Beachvolleyball-Wettbewerbe 2012

   © Copyright Chris Downer and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Downer and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Queen feiert hier jedes Jahr im Juni ihren offiziellen Geburtstag und ihr zu Ehren wird die Militärparade Trooping the Colour hier abgehalten: Auf dem  Paradeplatz Horse Guards Parade mitten im Zentrum von London.
Schon seit dem 17. Jahrhundert dient der riesige Platz für Zeremonien und Heerschauen. Wenn Premierminister David Cameron sich eine Leiter nimmt und diese an die Mauer stellt, die den Garten von No 10 Downing Street begrenzt, so blickt er direkt auf diesen Platz (was er ja vielleicht während der Olympischen Spiele tut, um das Eintrittsgeld zu sparen :-)).

Einige Jahre lang wurde Horse Guards Parade als Parkplatz für 500 privilegierte Staatsbeamte benutzt, die dieses Privileg nur äußerst widerwillig aufgaben, als Dame Jennifer Jenkins sich dafür einsetzte, den Platz wieder den ursprünglichen Zwecken zuzuführen (wahrscheinlich besaß die Dame kein Auto bzw. parkte dort nicht).

Auf diesem Platz, auf dem britische Traditionen gepflegt werden, wird es während der Olympischen Spiele 2012 sehr viel lockerer zugehen, wenn junge Damen in knappen Bikinis und Herren in Badehosen hier Beachvolleyball spielen. Erst 1996 in Atlanta neu in die olympischen Wettbewerbe aufgenommen, erfreut sich diese Sportart großer Beliebtheit und in London werden 96 Athletinnen und Athleten auf dem Horse Guards Parade um Gold, Silber und Bronze kämpfen. Neben einigen Übungsplätzen steht das Hauptspielfeld, für das Tribünen mit einem Fassungsvermögen von 15 000 Zuschauern aufgebaut werden.
Am 28. Juli um 9 Uhr beginnt das erste Spiel. Am 8. August um 21 Uhr treten die beiden besten Damenteams in Kampf um Gold und Silber gegeneinander an, am 9. August, ebenfalls um 21 Uhr, ist das Endspiel der Herren.
Wenn dieser ganze Spuk vorbei ist, werden die Herren Feldmarschälle  Horatio Herbert Kitchener, Frederick Sleigh Roberts und Garnet Joseph Wolseley, deren Statuen am Rande des Platzes stehen, einmal tief durchatmen, denn dann haben sie die Horse Guards Parade wieder für sich allein.

Beachvolleyballspielerin in vollem Einsatz. Author: David Bunting. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Beachvolleyballspielerin in vollem Einsatz.
Author: David Bunting.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Die Whipsnade Tree Cathedral in Bedfordshire – Eine Kathedrale aus Bäumen und Büschen

   © Copyright Colin Park and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

    © Copyright Colin Park and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der kleine Ort Whipsnade im Süden Bedfordshires hat drei Besonderheiten vorzuweisen: Hier liegt der berühmte ZSL Whipsnade Zoo, auf einem Hügelhang findet sich der Whipsnade White Lion (s. hierzu meinen Blogeintrag) und dann gibt es hier noch die Tree Cathedral zu sehen, nicht schlecht für ein Dorf mit ca 500 Einwohnern.

Die Whipsnade Tree Cathedral ist ein Park, der in der Form einer Kathedrale gestaltet ist. 1932 wurde mit der Anlage begonnen. Ein gewisser Edmond K. Blyth baute sie unter dem Motto „Glaube, Hoffnung und Versöhnung“ in Erinnerung an den Ersten Weltkrieg, in dem er mehrere seiner Freunde verloren hatte.
Die Waldkathedrale wurde während des Zweiten Weltkriegs nicht weiter gepflegt und verwilderte schnell. Nach Kriegsende nahm man sich ihr wieder an, so dass im Jahr 1953 der erste Gottesdienst abgehalten werden konnte. 1960 ging das grüne Gotteshaus in die Hände des National Trusts über und steht heute allen Religionen für Andachten zur Verfügung.

Unterschiedliche Baumarten symbolisieren die Teile der Kathedrale, Rosskastanien bilden z.B. das Querschiff, Eichen den südlichen Eingang und das Hauptschiff und Eschen die Kreuzgänge. Den besten Überblick über die Anlage erhält man sicher, wenn man die Tree Cathedral von der Luft aus sieht.

Verwaltet wird diese besondere Kathedrale vom Whipsnade Tree Cathedral Fund.

Trustees c/o Chapel Farm
Whipsnade
Dunstable, Bedfordshire, LU6 2LL
Tel. 01582 872406

Published in: on 3. Juni 2012 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Die P G Wodehouse Society – Eine Gesellschaft, die die Erinnerung an einen großen Autor humoristischer Romane aufrecht hält

P.G. Wodehouse (1881 – 1975). – This image is in the public domain because its copyright has expired.

In meinem gestrigen Blogeintrag über die Hop Back Brewery sprach ich über ein Bier namens Summer Lightning. Genau den gleichen Titel trägt auch ein humoristischer Roman aus der Feder von Sir Pelham Grenville Wodehouse, 1929 erschienen; die deutsche Übersetzung heißt „Sommerliches Schlossgewitter“ (noch problemlos antiquarisch erhältlich).

Wodehouse, der von 1881 bis 1975 lebte, schrieb mehr als 70 Romane und über 200 Kurzgeschichten und ist auch heute noch sehr beliebt, denn viele seiner Werke werden immer wieder neu aufgelegt. Am berühmtesten wurde Wodehouse durch seine Romane, in denen Bertie Wooster und sein Diener Reginald Jeeves im Mittelpunkt stehen. Durch die TV-Serie „Jeeves and Wooster“ mit Stephen Fry und Hugh Laurie in den Hauptrollen, die in 23 Episoden von 1990 bis 1993 ausgestrahlt wurde, erhielt der Autor noch einmal einen neuen Beliebtheitsschub.

Die britische P G Wodehouse Society hat sich des Autors und seiner Werke angenommen, pflegt sein Andenken und gibt eine vierteljährlich erscheinende Zeitschrift heraus, die den witzigen Titel „Wooster Sauce“ trägt. Der Präsident der Society ist übrigens der großartige Schauspieler Richard Briers. Inspector Barnaby-Fans erinnern sich sicher gern an seine Rolle als mörderischer Vikar in der Episode „Death’s Shadow“ (dt. „Der Schatten des Todes“). Richard Briers spielte 1995 die Rolle des  Honorable Galahad Threepwood in einer Verfilmung des Wodehouse-Romans „Heavy Weather„, der im Sudeley Castle in Gloucestershire gedreht wurde, das ich in meinem Blog auch schon vorgestellt habe.

Die P G Wodehouse Society unternimmt wirklich eine Menge, nachzulesen auf ihrer Website unter „Recent Events“. Diese Website ist sehr gut gestaltet und enthält so ziemlich alles, was man über Wodehouse wissen sollte.

Das Buch zum Artikel:
P. G. Wodehouse: A Life in Letters. Hutchinson 2011. 624 Seiten. ISBN 978-0091796341.

Published in: on 2. Juni 2012 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

Die Hop Back Brewery in Downton (Wiltshire) – Die kleine Brauerei mit den vielen Auszeichnungen

Eigenes Foto.

Vor einigen Tagen trank ich auf meiner Terrasse eine Flasche Summer Lightning der Hop Back Brewery. Es passte genau: Es war ein „Fast-schon-Sommer-Tag“ und im Hintergrund zog ein Gewitter auf. Summer + Lightning, so wie das Bier.

In Downton vor den Toren Salisburys in Wiltshire liegt die Hop Back Brewery, die 1986 erstmals in The Wyndham Arms in Salisbury Bier braute, ein Pub, der John und Julie Gilbert gehörte. Die beiden kauften 1991 The Waterloo Arms in Southampton dazu und in beiden konnte man das selbstgebraute Bier trinken.

Bald wurde man auch über die Grenzen der Region hinaus auf dieses Bier aufmerksam, die Nachfrage stieg, die ersten Preise wurden eingeheimst und die Kapazität im Pub reichte nicht mehr aus. Also wurde ein Fabrikgelände in Downton gekauft und jetzt konnte man größere Mengen an Bier produzieren.

Die CAMRA (Campaign for Real Ale) zeichnete die Biere der kleinen Brauerei mehrfach aus. Das oben erwähnte Summer Lightning erhielt schon früh die Auszeichnung „Best Strong Beer„, später wurde es zum „Cask Ale Brand of the Year“ ausgerufen und beim Great British Beer Festival erhielt es einmal die Goldmedaille in der Kategorie „Bottle Conditioned Beer„.

Neben dem Summer Lightning-Bier werden noch andere Sorten hergestellt, z.B. das „Crop Circle“ (wir sind ja in Wiltshire, dem Land der Kornkreise!), das „Odyssey“ und das „Taiphoon„.

Zur Brauerei gehören mittlerweile neun Pubs, u.a. „The Gluepot“ in Swindon, „The „Hopleaf“ in Reading und „The Sultan“ im Londoner Stadtteil Wimbledon.

Hier ist eine ausführliche Bierprobe des Summer Lightning im Film zu sehen.

Published in: on 1. Juni 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: