Der Queen’s Market im Osten Londons – Der Markt, der sich gegen Abrisspläne behaupten konnte

Der Queen’s Market (rechts) an der Green Street. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Glyn Baker

Die multikulturelle Gesellschaft Londons spiegelt sich im Queen’s Marketwider. Der älteste Straßenmarkt der Stadt, nicht weit vom Stadion des Fußballclubs Westham United entfernt, an der Ecke Green Street/Queen’s Street gelegen, wimmelt nur so von Nationalitäten der ganzen Welt. Hier kann man zu niedrigen Preisen Waren aus Afrika und Asien kaufen, Früchte werden angepriesen, von denen man noch nie gehört hat, Frauen aus Bangla Desh kaufen Stoffe, die sie zuhause zu Kleidern verarbeiten… und alles geht friedlich zu.

Diese Reinform des friedlichen Miteinanders, immer wieder von der Politik propagiert, sollte zerstört werden; das war jedenfalls der Wille der Stadtverwaltung vom Bezirk Newham, in dem der Queen’s Market liegt. Zusammen mit der Firma St. Modwen Properties sollte hier alles komplett abgerissen und dafür ein ultramoderner Komplex aus Luxuswohnungen und Geschäften errichtet werden. Man wollte zwar den bisherigen Betreibern der Stände des Markts Rechte einräumen, hier auch weiterhin Waren anzubieten, doch die dafür notwendigen Kosten hätten die wenigsten tragen können. Eine Filiale der Supermarktkette Asda sollte hier auch untergebracht werden, ein weiterer Sargnagel für die multikulturellen kleinen Geschäftsinhaber.

Doch es formierte sich erbitterter Widerstand in der Bevölkerung. Die Friends of Queen’s Market wurden gegründet, mit dem Ziel, die Pläne der Stadtverwaltung abzuschmettern. Acht Jahre lang dauerte der verzweifelte Kampf und es gelang den Friends den Bürgermeister von London, Boris Johnson, davon zu überzeugen, dass man hier in Newham kurz davor stand, einen großer Fehler zu begehen. Johnson kam den Bürgern im Osten Londons zu Hilfe und wischte die Pläne vom Tisch.

Der Queen’s Market existiert Gottseidank weiter, es wird kein weiteres anonymes Einkaufszentrum geben, das randvoll mit Kettenläden wäre, von denen es schon mehr als genug in den High Streets der englischen Städte gibt. Ein Triumph der Bürgerschaft von Newham!!

Wie es auf dem Markt so zugeht, zeigt dieser kleine Film über einen Fischhändler. Wäre es nicht jammerschade, wenn es so etwas nicht mehr gäbe?

Das Buch zum Artikel:
Paul Kingsnorth: Real England – The battle against the bland. Portobello Books 2009. 320 Seiten. ISBN 978-1846270420. Darin enthalten ein Kapitel über den Kampf für die Erhaltung des Queen’s Market. Ich werde dieses großartige Buch demnächst vorstellen.

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