Klassiker des englischen Kriminalromans: Joseph Smith Fletcher

Eigenes Foto.

Joseph Smith Fletcher gehört zu den längst vergessenen Autoren von Kriminalromanen, sowohl in Deutschland, als auch in England. Selbst in Yorkshire, wo er 1863 geboren wurde, kennt ihn heute kaum ein Mensch mehr. Dabei gehörte er in den 1920er und 1930er Jahren, sowohl in Großbritannien als auch in den USA, zu den populärsten Schriftstellern, mit einem gewaltigen „Output“; über 230 Bücher soll er geschrieben haben: Kriminalromane, historische und Liebesromane, aber auch Sachbücher, davon viele mit Bezug zu seiner Heimat Yorkshire.

Bei dieser Menge an Büchern liegt es auf der Hand, dass die Qualität nicht immer die beste war. Ich habe gerade noch einmal „Murder of the only Witness“ (dt. „Der einzige Zeuge“) aus dem Jahr 1933 gelesen, in dem einer seiner Serienhelden, der Londoner Privatdetektiv Ronald Camberwell, mitspielt. Das ist ein nett zu lesender, aber nicht sehr gehaltvoller Country- House-Murder-Krimi.
Zu seinen besten und populärsten Krimis zählen „The Middle Temple Murder“ (1919; dt. „Das Geheimnis um Mr. Marbury“) und „The Charing Cross Mystery“ (1923; dt. „Das Verbrechen im Nachtzug“). Ersterer gehörte zu den Lieblingsromanen des US-Präsidenten Woodrow Wilson, der J.S. Fletcher „entdeckt“ haben soll.

Geboren wurde Fletcher in Halifax (West Yorkshire) und er wuchs bei seiner Großmutter auf einer Farm in Darrington, bei Pontefract auf und besuchte die Silcoates School in Wakefield, alles Orte in West Yorkshire. Spätere Wohnorte waren London und Dorking (Surrey). 1935 starb Joseph Smith Fletcher im Alter von 71 Jahren.

Heute erinnert so gut wie nichts mehr an den produktiven Schriftsteller. Nur in der Kirche von Darrington, dort wo er aufwuchs, widmete man ihm einen Lettner. Und im Jahr 2006 wurde ihm zu Ehren im Gissing Centre in Wakefield eine Ausstellung gezeigt, die an Fletchers Leben und Werk erinnerte.

St Luke and All Saints in Darrington (West Yorkshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Alexander P Kapp

Published in: on 24. Juli 2012 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags: