Der Kensal Green Cemetery – Eine grüne Oase im Westen Londons

Der Haupteingang zum Kensal Green Cemetery an der Harrow Road.
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Als die hygienischen Zustände auf den Londoner Friedhöfen im 19. Jahrhundert immer schlimmer wurden, entschied man sich dafür, neue große Anlagen dafür vorzusehen. Bisher bestattete man die Toten auf kleinen Kirchhöfen, die schnell überfüllt waren. 1832 wurde ein Gesetz erlassen, das private Friedhöfe zuließ und der erste der sogenannten „Magnificent Seven„, der Kensal Green Cemetery, wurde am 24. Januar 1833 vom Bischof von London geweiht und in diesem Monat fand auch die erste Beerdigung statt.

Vorbild für den Kensal Green Cemetery war der Pariser Friedhof Père Lachaise und so pflanzte man gleich zu Beginn 800 Bäume, um der Anlage einen parkähnlichen Charakter zu geben. Wie in Paris findet man auch auf dem Londoner Pendant zahlreiche große Mausoleen, in denen die Reichen und Berühmten beigesetzt wurden.
Betrieben wird Kensal Green seit Beginn bis heute von der General Cemetery Company, die auch für das West London Crematorium zuständig ist, das auf dem gleichen Gelände liegt.

Über 65 000 Grabstellen findet man hier und es sollen 550 Berühmtheiten in Kensal Green beerdigt worden sein, deren Namen im Dictionary of National Biography stehen. Hier einige Beispiele:

– Die beiden Ingenieure Sir Marc Isambard Brunel und sein Sohn Isambard Kingdom Brunel
– Der Schriftsteller William Makepeace Thackeray
– Der Schriftsteller Wilkie Collins
– Der Mathematiker und Erfinder Charles Babbage
– Der österreichische Lyriker Erich Fried
– Der Nobelpreisträger Harold Pinter
– Der Erfinder und Industrielle Carl Wilhelm Siemens

Im West London Crematorium wurden seinerzeit die Schauspielerin Ingrid Bergman und der Queen-Sänger Freddie Mercury verbrannt.

Die Friends of Kensal Green Cemetery bieten im Sommerhalbjahr jeden Sonntag um 14 Uhr eine geführte Tour durch den Friedhof an, die zeitweise auch die Katakomben einschließt, die unter der Anglican Chapel liegen. Im Winterhalbjahr finden diese Touren nur an jedem 1. und 3. Sonntag im Monat statt.

Hier sind einige stimmungsvolle Bilder vom Kensal Green Cemetery zu sehen.

Kensal Green Cemetery
Harrow Road
London
W10 4RA

Das Buch zum Artikel:
James Stevens Curl: Kensal Green Cemetery. Phillimore 2001. 448 Seiten. ISBN 978-1860771941.

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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. […] Ableben eine ihm gegenüber wohlmeinende Gefolgschaft, die dafür sorgte, dass auf dem Friedhof von Kensal Green, wo er beerdigt worden war, ein aus Portlandstein und Carraramarmor bestehendes Monument errichtet […]

  2. […] Friedhof von Kensal Green hat viele Ähnlichkeiten mit dem Père Lachaise in Paris, dichtbewachsene Wege ziehen sich durch […]


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