Richard Burton und seine seltsame letzte Ruhestätte in Mortlake (Greater London)

Mit freundlicher Genehmigung von Tom Holland.

Um es gleich vorweg zu sagen, dieser Richard Burton ist nicht der Schauspieler und ehemalige Ehemann von Elizabeth Taylor, sondern der Afrikaforscher, Orientalist und Übersetzer aus dem 19. Jahrhundert.

Sir Richard Francis Burton (1821 – 1890) gehört zu den großen britischen Forscherpersönlichkeiten jener Zeit, der viel Zeit in Afrika auf der Suche nach den Nilquellen verbrachte, gemeinsam mit John Hanning Speke den Tanganjikasee entdeckte und als Erster, zusammen mit dem Deutschen Gustav Mann, den Kamerunberg erstieg.
Burton war ein Sprachgenie und lernte auf seinen Reisen durch Afrika und Asien zahlreiche Sprachen, darunter Arabisch,  Swahili, Hindustani und Persisch.

Diese Fähigkeit nutzte er auch als Übersetzer, z.B. des Kama Sutra“ und der Erzählungssammlung „Tausendundeinenacht“.

Am 20. Oktober 1890 starb Richard Burton an den Folgen eines Herzinfarkts in Triest. Beigesetzt wurde er in Mortlake, im Südwesten Londons, auf dem Kirchhof der St Mary Magdalen’s Roman Catholic Church am North Worple Way. Sein Grabmal in Form eines Beduinenzeltes ist leicht auszumachen und wurde von seiner Frau Isabel Arundell entworfen, die dort an der Seite ihres Mannes ruht. Durch ein Fenster auf der Rückseite des Mausoleums kann man über eine kleine Leiter die Särge der beiden sehen.

Burton äußerte vor seinem Tod den Wunsch, einmal zusammen mit seiner Frau bis in alle Ewigkeit Seite an Seite in einem Zelt zu liegen. Am 15. Februar 1891 fand die Beerdigung statt; seine Frau folgte ihm fünf Jahre später ins Grab.

Das Mausoleum wurde im Laufe der Jahrzehnte immer mal wieder renoviert, denn sowohl Vandalismus als auch der Zahn der Zeit fügten dem steinernen Beduinenzelt Schäden zu. Für die dazu erforderlichen Arbeiten fanden sich glücklicherweise Geldgeber wie die Royal Geographical Society.

In Deutschland wurde der Name Richard Burton durch zwei Bücher von Ilija Trojanow wieder bekannt: „Nomade auf vier Kontinenten“ und „Der Weltensammler“, beide zeichnen das Leben des britischen Forschers nach.

1990 entstand ein US-amerikanischer Abenteuerfilm über die Entdeckungsreisen Burtons in Afrika mit dem Titel „Mountains of the Moon“ (dt. „Land der schwarzen Sonne“) unter der Regie von Bob Rafelson. Hier ist der Trailer zum Film.

Hier ist ein kleiner Film über das Grabmal.

In Brightling in East Sussex ließ sich John „Mad Jack“ Fuller in ähnlicher Form bestatten. Er wählte eine Pyramide als letzte Ruhestätte (s. dazu meinen Blogeintrag).

Das Buch zum Artikel:
Mary S. Lovell: A Rage To Live – A Biography of Richard and Isabel Burton. Abacus 1999. 928 Seiten. ISBN 978-0349110165.

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