Der englische Verkehr – Einige persönliche Anmerkungen

Ein „juggernaut“ auf Kollisionskurs auf dem Weg nach Yorkshire. Eigenes Foto.

Dass man in England relativ wenige Autos mit deutschem Kennzeichen sieht, liegt sicher auch daran, dass manche den Linksverkehr scheuen. Als ich das erste Mal mit meinem Auto nach England fuhr und mit dem Verkehr „auf der falschen Straßenseite“ konfrontiert wurde, musste ich schon sehr konzentriert sein und mir immer wieder sagen „Links fahren, Links fahren“. Aber nach kurzer Zeit gewöhnte ich mich daran. Eine Gefahr besteht darin,  dass, wenn man von Parkplätzen zurück auf die Straße fährt, sich automatisch nach rechts orientiert.

Nach Dutzenden von Englandreisen ist es natürlich überhaupt kein Problem mehr und nach Verlassen des Eurotunnels ist man nach wenigen Minuten wieder automatisch „drin“ im Linksverkehr. Für Beifahrer ist er auch etwas gewöhnungsbedürftig, denn sie sind jetzt viel näher am Gegenverkehr und meine Frau zuckt immer wieder zusammen und rutscht nach links, wenn uns ein riesiger „juggernaut“, also ein Lastzug, entgegen kommt.

Da ich Kreisverkehre liebe, ist es für mich besonders angenehm, in England zu fahren. Der Verkehr regelt sich von selbst und man wird nicht, wie häufig in Deutschland, von roten Ampeln gestoppt, obwohl weit und breit kein anderes Auto zu sehen ist. Hat man sich einmal verfahren, kann man am nächsten Kreisverkehr einfach wieder umdrehen. Auch die zunächst etwas vertrackt aussehenden Doppel-, Dreifach- oder Vierfachkreisel erweisen sich schnell als harmlos.

Die meisten englischen Autofahrer sind, nach meinen Erfahrungen, auf den A- und B-Straßen ziemlich entspannt unterwegs; riskante Überholmanöver sind die Ausnahme. Auf den Motorways allerdings wird ganz schön „zügig“ gefahren; die Höchstgrenze von 70 Meilen pro Stunde wird von vielen mehr als Richtgeschwindigkeit angesehen.

Mir kommt es immer wieder so vor, als ob in England mehr Verkehr herrscht als in Deutschland. Gerade in Kleinstädten dauert die Parkplatzsuche manchmal ganz schön lange. Neulich brauchte ich in Thame in Oxfordshire mehr als eine halbe Stunde, um einen Platz zu ergattern. In Oxford selbst war die Suche nach einem freien Platz (es war allerdings Samstagnachmittag und die Stadt war brechend voll) auch kein Vergnügen. In Bury St Edmunds in Suffolk bin ich einmal unverrichteter Dinge wieder aus der Stadt herausgefahren, weil absolut kein Parkplatz zu finden war.

Was mir in England fehlt, sind ausreichend Rastplätze an den A- und B-Straßen. Wenn man einmal eine kurze Pause einlegen möchte, sind nie welche zu finden und wenn dann doch einmal ein „lay-by“ auftaucht, ist er oft ungepflegt und voller Schlaglöcher. Da besteht durchaus noch Nachholbedarf.

Published in: on 16. August 2012 at 02:00  Comments (5)