Die Küstenstadt Whitby (North Yorkshire) im Spiegel der Literatur

Eigenes Foto.

Die kleine Hafenstadt Whitby an der Ostküste der Grafschaft North Yorkshire hat es mir schon seit langem angetan, was man daran erkennen kann, dass ich an dieser Stelle schon mehrere Blogeinträge getätigt habe, z.B. über den Dracula Trail, die Ghost Walks und den Roman „The Hundred and Ninety-nine Steps“ von Michel Faber, der in Whitby spielt.

An Fabers Roman möchte ich anknüpfen, denn es gibt eine ganze Reihe von weiteren  Büchern, die in der Hafenstadt angesiedelt sind.

– Der in Yorkshire geborene und in Kanada lebende Krimiautor Peter Robinson lässt zwei seiner Romane in Whitby spielen: „Caedmon’s Song“ (1987, dt. „Das stumme Lied“) und „Friend of the Devil“ (2007, dt. „Wenn die Dämmerung naht“).

– Der erste Band der Sister Fidelma Mysteries des Historikers und Krimiautors Peter Tremayne, ein Pseudnym von Peter Berresford Ellis, mit dem Titel „Absolution By Murder“ (1994, dt. „Nur der Tod bringt Vergebung“) spielt während der Synode von Whitby im Jahr 664.

– Der Kinderbuchautor Robin Jarvis hat in den 1990er Jahren eine Fantasy-Trilogie geschrieben mit dem Titel „The Whitby Witches“ (sie wurde nicht ins Deutsche übersetzt).

– „Britain’s spookiest town“, so nannte der Guardian Whitby einmal, war auch der Ort, in dem seinerzeit Graf Dracula an Land ging. Bram Stokers Klassiker beginnt hier an der rauen Küste North Yorkshires, und er hat nicht unwesentlich zur Bekanntheit der Stadt beigetragen.

– Wilkie Collins verbrachte 1861 einige Zeit im Royal Hotel und sein weniger bekannter Roman „No Name“ (1862, dt. „Ohne Namen“) enthält Szenen, die in Whitby spielen.

– Auch Paul MagrsThe Adventures of Brenda and Effie„-Serie nutzt die zuweilen unheimliche Atmosphäre der Stadt;  bisher sind vier Horror-Romane erschienen, als letzter „The Bride That Time Forgot“ (gibt es nicht auf Deutsch).

Storm Jameson wurde 1891 in Whitby geboren und einige ihrer Roman sind hier angesiedelt, z.B. „The Moon is Making“ (1938, nicht ins Deutsche übersetzt). Die Autorin, von der einige Romane übersetzt worden sind, dürfte in Deutschland kaum noch bekannt sein.

– Auch Mrs Gaskell, die mit vollem Namen Elizabeth Cleghorn Gaskell hieß und von 1810 – 1865 lebte, verbrachte 1859 einige Zeit in Whitby, um für ihr Buch „Sylvia’s Lovers“ (1863, wurde nicht übersetzt) zu recherchieren. Whitby erscheint hier als Monkshaven.

– Und als letztes natürlich noch einmal Michel Fabers atmospärisch sehr dichte Novelle „The Hundred and Ninety-Nine Steps“ (2001, dt. „Hundertneunundneunzig Stufen“).

Ich kann nur jedem empfehlen, der nach Whitby fährt, die 199 Stufen zu der Abtei hinaufzusteigen. Von dort oben hat man einen wunderschönen Blick auf die Stadt und das Meer.

Britain’s spookiest town? Eigenes Foto.

Published in: on 17. August 2012 at 02:00  Comments (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Hallo Ingo,
    da ich historische Krimis liebe, ich bin ein „Cadfael“ Fan, habe ich mir den Tremayne gleich bestellt. Danke für den Tipp.
    Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
    Pit
    P.S.: In Whitby war ich vor Jahren auch schon selber. Es lohnt sich wirklich.

  2. Hi Ingo,
    ich war gerade mit Dina vor einem Jahr in Whitby, da ich den Geburtsort des Walfängers und Wissenschaftlers William Scoresby (eigentlich Vater & Sohn) aufsuchen wollte und das Scoresby Archiv. Uns beiden hat Whitby ausnehmend gut gefallen, obwohl es sehr touristisch ist.
    Liebe Grüße aus dem heute windigen, aber hochsommerlichen Norfolk
    Klausbernd


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