„Bond in Motion“ – Eine Ausstellung von James Bond-Autos im Beaulieu National Motor Museum im New Forest (Hampshire)

Zwei Aston Martins in der „Bond in Motion“-Ausstellung.
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Wer sich für Autos interessiert, sollte unbedingt dem Beaulieu National Motor Museum bei Brockenhurst im New Forest in Hampshire einen Besuch abstatten. Man sollte für diesen Besuch aber viel Zeit einplanen, denn es gibt dort sehr viel zu sehen.

Der 86jährige Edward John Barrington Douglas-Scott-Montagu, 3rd Baron Montagu of Beaulieu gründete das Museum bereits 1952 auf seinem großen Besitz, der vom Palace House beherrscht wird, einem der Treasure Houses of England, das besichtigt werden kann. Aber erst 1972 wurde aus der Autosammlung Baron Montagus das National Motor Museum.

Der ziemlich hohe Eintritt von £20 beinhaltet allerdings auch alle Attraktionen, die hier zu sehen sind wie das Palace House, das National Motor Museum, die Beaulieu Abbey usw.

Vor 50 Jahren kam der erste James Bond-Film in die Kinos, vor 40 Jahren wurde das National Motor Museum eröffnet: Anlass für die Sonderausstellung „Bond in Motion„, in der 50 Fahrzeuge gezeigt werden, die in den 007-Filmen eine Rolle spielten. Bis zum 6. Januar 2013 läuft diese Ausstellung noch, die sicher für jeden Fan des Agenten eine Augenweide ist. Zu sehen sind hier u.a.

– Der Aston Martin DB5, den Pierce Brosnan in „Goldeneye“ (dt. „Goldeneye“) fuhr
– Der Aston Martin V12 Vanquish, der ebenfalls von Pierce Brosnan in „Die another day“ (dt. „Stirb an einem anderen Tag“) gelenkt wurde.
– Der BMW Z8, auch der von Pierce Brosnan in „The world is not enough“ (dt. „Die Welt ist nicht genug“) gefahren.
– Der Ford Mustang Mach1, das Auto von Bond Girl Tiffany Case in „Diamonds are forver“ (dt. „Diamantenfieber“)
– Der Lotus Esprit S1 aus dem Film „The spy who loved me“ (dt. „Der Spion, der mich liebte“

Neben diesen Autos werden auch noch andere Fahrzeuge wie ein Tuk Tuk Taxi, Motorräder und Schnellboote ausgestellt, die alle einmal in einem der Agentenfilme eine Rolle gespielt haben.

Dieser Film gibt einen guten Überblick über „Bond in Motion“.

Beaulieu Enterprises Ltd
John Montagu Building
Beaulieu
Brockenhurst
Hampshire SO42 7ZN
Tel: 01590 614614

Das Buch zum Artikel:
Alastair Dougall: Bond Cars and Vehicles. Dorling Kindersley 2010. 144 Seiten. ISBN 978-1405355353.

James Bonds Jaguar XKR aus dem Film „Die another day“.
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Das National Motor Museum in Beaulieu.
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Published in: on 30. September 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Friedhof der Kuscheltiere im Londoner Hyde Park

With kind permission of Stephanie Wolff.

Selten habe ich ein so gruseliges Buch wie Stephen Kings „Pet Sematary“, zu Deutsch „Friedhof der Kuscheltiere“ gelesen. Der Roman spielt in dem Kleinstädtchen Ludlow im US-Bundesstaat Maine, wo sich die Familie Creed niedergelassen hat. Neben ihrem Haus liegt ein Tierfriedhof, auf dem sich merkwürdige Dinge abspielen… Auch der gleichnamige Film ist nur etwas für Leute mit starken Nerven. Hier ist der Trailer.

Auch im Londoner Hyde Park gibt es einen verwunschenen Pet Cemetery, der nicht so ganz leicht zu finden ist. In der Nähe des Victoria Gates an der Bayswater Road versteckt sich dieser kleine Tierfriedhof, dessen erster „Bewohner“ 1881 ein Malteserhündchen namens Cherry war. Es begann alles damit, dass der Torwächter des Victoria Gates einem befreundeten Ehepaar einen Gefallen tat und den geliebten Cherry nach dessen Tod im Park vergrub. Ein kleiner Grabstein mit einer Inschrift wurde für den Hund errichtet und mit einer Trauerzeremonie nahm man Abschied.
Irgendwie sprach sich das in London schnell herum und nach und nach wuchs das kleine Areal. Immer mehr Grabsteine, die alle die gleiche Form hatten, wurden errichtet, denn viele Menschen wollten ihren Lieblingen eine angemessene letzte Ruhestätte bieten.
Über 300 Tiere, darunter Katzen, Vögel und sogar ein Affe, sind hier beigesetzt und auf vielen Grabsteinen finden sich rührende Inschriften wie
“Wee Bobbit – so lonely without our darling sweetheart” oder
“Darling Dolly – my sunbeam, my consolation, my joy.”

Dieses verwunschene Stück Park wurde von George Orwell einmal als „perhaps the most horrible spectacle in Britain“ bezeichnet, was ich doch für etwas übertrieben halte. In diesem Film kann man sich selbst einen Eindruck über den Friedhof der Kuscheltiere im Londoner Hyde Park verschaffen, der übrigens nicht zu besichtigen ist.

Teile eines Spielfilms wurden hier einmal gedreht: „The Optimists of Nine Elms“ (1973) mit Peter Sellers in der Hauptrolle. Hier sind einige Bilder daraus zu sehen.
Die US-Rockband The Ramones hat auch einmal einen Titel eingespielt, der „Pet Sematary“ heißt, dessen Musikvideo aber nicht im Londoner Tierfriedhof gedreht wurde; hier zu sehen und zu hören.

Tierfriedhöfe sind gar nicht so selten, so dass es sogar eine International Association of Pet Cemeteries and Crematories gibt.

With kind permission of Stephanie Wolff.

Published in: on 29. September 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Alison Archer: Cows to Corpses – My Life in a Village Pub

Foto meines Exemplars.

Foto meines Exemplars.

Wer einmal wissen möchte wie es hinter dem Tresen und in der Küche eines englischen Pubs zugeht, dem kann ich Alison Archers Buch „Cows to Corpses: My Life in a Village Pub“ sehr empfehlen! Sie und ihr Mann Rob haben bis zum Jahr 2006 im Marketingbereich gearbeitet, als sie sich ihren Lebenstraum erfüllten: Sie kauften sich einen Pub. Der Name des Pubs wird im Buch zwar nicht genannt, aber es handelt sich um The Bell in Bosbury (Herefordshire).

Aus dem Traum wird schnell ein Albtraum, denn es läuft nicht rund. Der neu eingestellte Koch wird den Anforderungen nicht gerecht, so dass Ehemann Rob sich selbst an den Herd stellen muss, was wiederum mit großem Stress verbunden ist. Alison stellt sich hinter den Tresen, zapft Bier und unterhält sich mit den Gästen. Langsam kommt der Pub in Schwung, das Restaurant ist gut ausgelastet, die Stammgäste werden mehr, aber für Alison und Rob gibt es so gut wie keine Freizeit, auch der neueingestellte Koch entlastet das Ehepaar nicht wirklich.

Das Buch umfasst den Zeitraum vom Februar 2006 bis zum Juni 2007. Im Jahr 2009 mussten sie The Bell wieder verkaufen, denn die Wirtschafts- und Finanzkrise machte auch vor dem kleinen Ort Bosbury nicht halt. Ihre Schulden, die sich angehäuft haben, machen ihnen nach wie vor schwer zu schaffen und der einzige Weg, sie abzuzahlen, ist, ihr Haus zu verkaufen, was sie natürlich unbedingt vermeiden wollen. Alison Archer schrieb dieses Buch in der Hoffnung, von den Einnahmen den Schuldenberg abtragen und so in ihrem Haus bleiben zu können. Wenn sie 20 000 Exemplare verkauft, könnte es klappen.

„Cows to Corpses“ gibt auch einen sehr lebendigen Einblick in das Leben eines englischen Dorfes im 21. Jahrhunderts. Ich habe es sehr gern gelesen und kann es unbedingt empfehlen. Wer es kauft, tut auch noch eine gute Tat!

Hier geht es zu ihrer Homepage und hier ist Alison im Film zu sehen.

Good Luck, Alison and Rob!!!

Alison Archer: Cows to Corpses – My Life in a Village Pub. FeedARead.com 2012. 280 Seiten. ISBN 978-1781760581.

The Bell in Bosbury.
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Nicht mehr gebrauchte Kirchen – Was tun damit?

All Saints Church in Harthill (Cheshire).
This work is released into the public domain.

Bei meinem letzten Besuch in der Stadt York fiel es mir wieder auf: Die Zahl der nicht mehr benötigten Kirchen und ihre Wiederverwendung für andere Zwecke nimmt zu. Warum werden immer mehr Kirchen in England stillgelegt und verkauft?

Das liegt sicher daran, dass sich immer mehr Menschen, vor allem jüngere, von der Kirche abwenden. Nur noch 6.3% der Bevölkerung gehen regelmäßig in den Gottesdienst; die Durchschnittszahl der sonntäglichen Gottesdienstbesucher liegt bei 84. Das Verhältnis Kirche zu Einwohnern liegt bei 1: 1340.
Schon vor 10 Jahren sagten Experten voraus, dass die christlichen Kirchen in England etwa um das Jahr 2045 so gut wie tot seien und nur noch 0,5% der Bevölkerung die Gottesdienste aufsuchen werden.

Bei diesem dramatischen Rückgang an Kirchenbesuchern verwundert es natürlich nicht, dass seit 1969 mehr als 1600 Kirchen stillgelegt, abgerissen oder verkauft worden sind. Um einige wenige kümmern sich Organisationen wie The Friends of Friendless Churches (s . dazu meinen Blogeintrag) oder der Churches Conservation Trust.

Viele dieser redundanten Kirche wurden an Privatleute verkauft, die sie als Wohnhäuser umbauten, viele wurden anderen Zwecken zugeführt.

Die hübsche All Saints Church in Harthill (Cheshire) wird jetzt für Zwecke der Gemeinde benutzt. Ebenfalls in Cheshire und zwar in Warrington liegt die St Ann’s Church, die 1995 geschlossen wurde und in der man ein Kletterzentrum eingerichtet hat. Das gleiche hat man mit St.Werburghs in Bristol gemacht, in der das Bristol Climbing Centre (hier ein Film) beheimatet ist.

Andere Verwendungszwecke für aufgegebene Kirchen: Nachtclubs, Spirituosenhandlungen, Schallplattengeschäfte, Textilläden, Tatoo- und Piercingstudios. Einige Kirchen sind sogar in Moscheen umgewandelt worden wie beispielsweise in Clitheroe in Lancashire. In ehemaligen Kirchenräumen kann man in Worcester im Restaurant The Olive Branch speisen.

Wenn die Prognosen zutreffen, und es sieht im Moment ganz danach aus, werden in den nächsten Jahren noch sehr viel mehr Kirchen zum Verkauf freigegeben werden.

St Ann’s Church in Warrington (Cheshire). Ein altes Foto aus dem Jahr 1994, bevor hier ein Kletterzentrum eingerichtet wurde.
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St Werburgh’s in Bristol. Auch hier wurde ein Kletterzentrum eingerichtet.
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Published in: on 28. September 2012 at 02:00  Comments (1)  

The Great North Dog Walk in South Shields (Tyne and Wear) – Weltrekordhalter im Gassigehen

The Leas in South Shields – Hier findet der jährliche Great North Dog Walk statt.
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Die Engländer lieben ihre Hunde und so ist es nicht verwunderlich, dass der Weltrekord im Gassigehen auch von England gehalten wird. The Great North Dog Walk nennt sich eine jährlich stattfindende Veranstaltung im Nordosten des Landes, und zwar in South Shields an der Nordseeküste, an der jeder teilnehmen kann, der einen Hund besitzt. Größe und Rasse spielen dabei keine Rolle. Was müssen die Hunde bzw. ihre Herrchen und Frauchen denn nun tun? Sie müssen einen 5,6 km langen Weg entlang der Küste zurücklegen, was für große Hunde sicher überhaupt kein Problem darstellt; für kleinere kurzbeinige Hunde ist die Strecke möglicherweise nicht so leicht zu meistern.

Tony Carlisle, Gründer und Organisator der Veranstaltung, war schon dreimal United Kingdom Fund-Raiser Of The Year und so kommen auch die Einnahmen des Dog Walks wohltätigen Einrichtungen zugute.

1995 wurde der erste Great Northern Dog Walk abgehalten, bei dem nur 327 Hunde am Start waren. Von Jahr zu Jahr trafen sich immer mehr Vierbeiner und ihre Besitzer und 2011 waren es dann sagenhafte 22,742 Hunde, was dem Treffen einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde verschaffte. Der Dog Walk war damit offizieller Weltmeister im Gassigehen.

Während des Rundgangs, bei dem natürlich alle Hunde an der Leine geführt werden müssen, stehen Tierärzte und eine Ambulanz bereit, um gegebenenfalls wunde Pfötchen behandeln zu können. Genügend Wasser wird am Start, an der Ziellinie und auch auf dem Kurs bereitgehalten. Sollten die Hunde während des Gassigehens ihre Notdurft verrichten, so liegt es in der Verantwortung der Besitzer, diese auch wieder zu entfernen (Zuwiderhandlung dieser Regel kann zum Ausschluss zukünftiger Dog Walks führen!).

Hier ist ein Film über den diesjährigen Dog Walk in South Shields.

The Great North Dog Walk
Tony Carlisle
P.O. BOX 305
South Shields, NE34 0WW
Tel. 07599 518673

Published in: on 27. September 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Dewsbury Minster Church of All Saints (West Yorkshire) – Patrick Bronte und der Devil’s Knell

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Dewsbury ist eine Stadt in West Yorkshire, die früher einmal von der lokalen Textilindustrie geprägt war; ein Industriezweig, der, wie in so vielen anderen englischen Städten, schon seit langem zu einer aussterbenden Spezies gehört.
Mitten in der Stadt steht der Mittelpunkt der anglikanischen Gemeinde, die Dewsbury Minster Church of All Saints, eine uralte Kirche, die bis ins 13. Jahrhundert zurückgeht.

Zwei Besonderheiten der Kirche möchte ich hier erwähnen:
Im Dezember 1809 trat hier ein gewisser Patrick Bronte als Hilfspfarrer seine Stelle an, die er bis ins Jahr 1811 behalten sollte. Anschließend führte ihn sein Weg als Geistlicher über Hartshead und Thornton bei Bradford nach Haworth, wo er bis zu seinem Tod bleiben sollte. Patrick Bronte war der Vater der drei Bronte-Schwestern, die in der englischen Literaturgeschichte bis heute eine wichtige Rolle spielen. In der Kirche findet sich eine Gedenktafel, die an Reverend Patrick Bronte erinnert.

Die zweite Besonderheit der Minster Church spielt sich jedes Jahr am Heiligen Abend ab: Ringing the Devil’s Knell. Zwischen 21.30 Uhr und 22 Uhr versammeln sich die Bell Ringer in der Kirche, um die Glocke Black Tom of Southill zu läuten und zwar einmal für jedes Jahr ab Christi Geburt bis heute. Der Ausdruck Devil’s Knell oder auch The Old Lad’s Passing Bell beruht auf dem Glauben, dass der Teufel in dem Augenblick  starb, als Christus geboren wurde. Das Läuten wird so sorgfältig „getimt“, dass der letzte Glockenschlag exakt um Mitternacht erklingt. Im 15. Jahrhundert soll ein gewisser Sir Thomas de Soothill in einem Wutanfall seinen jungen Diener ermordet und als Reue für seine Tat die Glocke Black Tom der Kirche gestiftet haben.

Hier ist The Devil’s Knell am Heiligen Abend 2007 zu hören.

All Saints Minster Church
Rishworth Rd.
Dewsbury, West Yorkshire WF12 8DD

Das Buch zum Artikel:
W.W. Yates: The Father of the Brontes – His Life and Work at Dewsbury and Hartshead. Imelda Marsden 2006. 149 Seiten. ISBN 978-0955269509.

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Published in: on 26. September 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Old Railway Station Hotel in Petworth (West Sussex) – Übernachtung einmal anders

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Wer einmal nicht in einem „normalen“ Hotel übernachten möchte und sich gerade in West Sussex aufhält, der könnte z.B. in Petworth  in einem umgebauten Bahnhof oder in einem Pullman-Eisenbahnwaggon nächtigen. The Old Railway Station Hotel bietet beides.

König Edward VII nutzte diesen 1892 erbauten Bahnhof immer, wenn er zu den Pferderennen in Goodwood reiste. Der Rennplatz ist nicht weit von Petworth entfernt. Am 20. Mai 1966 fuhr der letzte Zug durch den etwas außerhalb der Stadt gelegenen Bahnhof, dann war Schluss. Damit das Gebäude weiterhin genutzt werden konnte, kam jemand auf die Idee, daraus ein Hotel zu machen und so wurde es komplett umgebaut. In dem ehemaligen Wartesaal kann man jetzt sein Frühstück oder Nachmittagstee zu sich nehmen und es befinden sich zwei Gästezimmer im Haus.
Vielleicht hat es einen noch größeren Reiz, nicht im Bahnhof, sondern in einem der vier Pullman-Waggons zu schlafen, die man extra zu diesem Zweck nach Petworth holte. Diese Eisenbahnwaggons vom Typ der Orient Express-Linie sind in jeweils zwei Abteile getrennt worden, so dass 8 Hotelzimmer daraus entstanden sind. Man hat diese Räume liebevoll mit Messingbetten und Mahagoni-Vertäfelungen ausgestattet, auch Flachbildfernsehgeräte gehören zur Innenausstattung. Wann hat man schon einmal Gelegenheit, in solch schönen Waggons zu schlafen?

Die Übernachtungspreise liegen zwischen £46 und £95 pro Person, abhängig von der Jahreszeit, aber auch in diesem Hotel gibt es Sonderangebote wie das Mid-Week Break mit dem man günstiger fährt.

Hier ist ein Film über das Old Railway Station Hotel, in dem der Eigentümer, Gudmund Olafsson, über sein Haus erzählt.

The Old Railway Station Hotel
Petworth West Sussex  GU28 0JF
Tel. 01798 342346

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Mein Buchtipp – Phil Penfold: Only in Yorkshire

Eigenes Foto

Hier ist das ideale Buch für jeden Yorkshire-Fan: „Only in Yorkshire – A meandering miscellany of facts, figures, folklore and legends that can be found…only in Yorkshire„. Der Autor ist Phil Penfold, ein Journalist, der für zahlreiche Blätter schrieb bzw. schreibt wie The Daily Mail, The Daily Express, The Yorkshire Post oder The Dalesman. Die witzigen Illustrationen stammen von Pete Clark, der schon einmal mit dem „Cartoonist of the Year„-Award ausgezeichnet worden ist.

Penfold hat in seinem Buch Kurioses, Humorvolles und Erstaunliches über Yorkshire zusammengetragen und mir hat es (als Fan dieser Grafschaft) viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen.
Hier sind einige Beispiele zum Appetitanregen:

Penfold schreibt über das Rhabarber-Dreieck zwischen Wakefield, Morley und Rothwell, in dem Rhabarber in geschlossenen Räumen angebaut wird, in denen die Besucher nicht reden dürfen und wo die empfindlichen Pflanzen bei Kerzenlicht gedeihen (s. hierzu auch meinen Blogeintrag).

Wentworth Woodhouse bei Rotherham kann sich damit brüsten, mit 185 m die längste Fassade eines Country Houses in ganz Europa zu besitzen.

Der exzentrische 17. Viscount Mountgarret schoss einmal auf einen Ballonfahrer, der offensichtlich auf seinem Besitz landen wollte und damit die Moorhühner gestört hätte, die dort gerade ihre Nester gebaut hatten.

Wenn man über Yorkshire schreibt, dürfen natürlich auch Gespenstergeschichten nicht fehlen und so hat Penfold diesem Thema ein ganzes Kapitel gewidmet, „Ghosts and Ghouls„, in dem wir Bekanntes und weniger Bekanntes über die so reichhaltige Welt der Geister in dieser Grafschaft erfahren.

Ein nettes Buch zum Verschenken und Selberlesen!

Phil Penfold: Only in Yorkshire. Skipton, North Yorkshire: Dalesman 2011. 144 Seiten. ISBN 978-1855682955.

Beautiful Yorkshire – Whitby Abbey. Eigenes Foto.

Beautiful Yorkshire – Haunted St Williams College in York. Eigenes Foto.

Beautiful Yorkshire – Die kleine Bucht von Staithes. Eigenes Foto.

Published in: on 24. September 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Der Oxford Covered Market – Magnet für Touristen und Einheimische

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Es macht immer wieder Spaß, bei einem Besuch in der Universitätsstadt Oxford dem Covered Market einen Besuch abzustatten. Seit mehr als 200 Jahren steht mitten in der Stadt dieses von dem Architekten John Gwynn entworfene Gebäude, das täglich geöffnet und von vier Seiten zugänglich ist.

Ähnlich der Budapester Markthalle, die in meiner Erinnerung etwas großzügiger geschnitten ist und breitere Gänge hat, dient die Markthalle in Oxford überwiegend zur Versorgung der Bewohner mit frischen Lebensmitteln.

Neben Ständen mit Obst und Gemüse, Backwaren, Fisch, Fleisch und Geflügel finden sich mehrere Imbissstände wie Brown’s Café, die Oxford Sandwich Company oder Bolitas, in denen man brasilianische Snacks bekommt.

Manerhält im Covered Market aber auch zahlreiche andere Dinge wie Textilien (z.B. Next to Nothing), Schmuck (z.B. Nothing), Hüte (The Hat Box) oder Schuhe (u.a. Macsamillion). Im Timber Treasures gibt es ausschließlich aus Holz hergestellte Artikel. Was ich leider bei meinem letzten Besuch nicht mehr gefunden habe, war der Second Hand-Buchladen, der früher über eine riesige Auswahl gebrauchter Bücher verfügte.

Der Oxford Covered Market ist von der High Street, der Market Street und dem Cornmarket zugänglich. Die Öffnungszeiten sind: Von Montag bis Samstag von 9 Uhr bis 17.30 Uhr und Sonntag von 10 Uhr bis 16 Uhr. Besonders an Samstagnachmittagen kann es hier ganz schön voll werden. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!

Hier ist ein Rundgang durch den Covered Market zu sehen.

Oxford Covered Market
Market Street
Oxford OX1 3DZ

Das Buch zum Artikel:
Marilyn Yurdan: The Changing Faces of Oxford Covered Market. Robert Boyd Publications 2008. 96 Seiten. ISBN 978-1899536894.

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Published in: on 23. September 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Eton College und seine kulinarischen Besonderheiten

Eton Mess wie ich es auf dem Londoner Flughafen Heathrow gegessen habe. Eigenes Foto.

Eton Mess wie ich es auf dem Londoner Flughafen Heathrow gegessen habe.
Eigenes Foto.

Wenn man den Namen Eton hört, denkt man sicher als erstes an sein berühmtes College, an das Thema Kulinarik denkt man da eher als letztes. Ein neu erschienenes Kochbuch versucht uns nun eines Besseren zu belehren. In „The Eton Cookbook„, herausgegeben von Caroline Waldegrave und Sandra Robinson,  sind die Lieblingsrezepte von ehemaligen Collegeabsolventen versammelt.

William Waldegrave, Minister im Kabinett John Majors, steuert das vielleicht bekannteste Rezept, das mit der Stadt Eton verbunden ist, bei: The Eton Mess, ein traditionelles Dessert, das aus Erdbeeren, Sahne und Baisers besteht. Diese Süßspeise wird immer gern bei dem jährlich stattfindenden Cricket Match gegen das Winchester College gegessen. Hier ist die Eton Mess-Version von Starkoch Marco Pierre White.

Londons Bürgermeister Boris Johnson ist mit einem recht einfachen Rezept vertreten: Käsetoast.

Der Abenteurer Bear Grylls, dessen Survival-Dokumentarfilmreihe „Ausgesetzt in der Wildnis“ vom deutschen Fernsehsender DMAX ausgestrahlt wird, gibt sein Lieblingsrezept Huckleberry Chocolate Pie preis.

Vom 11. Baronet of the Binns, Sir Thomas „Tam“ Dalyell Loch, einem ehemaligen schottischen Parlamentsmitglied, erfahren wir das Rezept West Lothian Porridge.

Eine kleine Auswahl aus dem 200 Rezepte umfassenden Kochbuch stellt Caroline Waldegrave heute, am 22. September,  anlässlich des Windsor Festivals 2012 jeweils um 12 Uhr, 13 Uhr und 14 Uhr vor.

Bestellt werden kann das Buch für £25 + Porto z.B. beim Eton College Shop.

Published in: on 22. September 2012 at 02:00  Comments (2)  
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Posh – Ein Wort und seine mögliche Herkunft

Spätestens seit dem früheren Spice Girl Victoria Beckham, die damals als Posh Spice bezeichnet wurde, ist der Begriff „posh“ auch in Deutschland bekannt geworden. Das Wort bedeutet soviel wie „elegant“ oder „schick“.

Der Fußballverein Peterborough United in Cambridgeshire trägt ebenfalls den Spitznamen The Posh. Ein früherer Trainer des Vorgängervereins, der sich Peterborough & Fletton United nannte, soll einmal gesagt haben, „I am looking for posh players for a posh new team„.

Woher kommt nun der Begriff „posh“ eigentlich? Da gibt es eine ganze Reihe von Erklärungen, die sich recht interessant anhören, aber zu 100% sicher ist sich niemand. Also:

Version 1:
Die Reederei Peninsular and Oriental Steam Navigation Company, die  lange Zeit die Strecke England – Indien bediente, hatte auf ihren Schiffen Kabinen für bevorzugte Gäste, die bei der Reise nach Indien auf der Backbordseite und bei der Rückreise auf der Steuerbordseite lagen. Diese Kabinen waren auf den jeweiligen Reisen nicht der heißen Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Auf den Tickets dieser Erste-Klasse-Kabinen stand „Port Out Starboard Home“, also abgekürzt „POSH“.

Version 2:
„Posh“ ist ein Wort, das aus dem Slang stammt, der Anfang des 20. Jahrhunderts an englischen Universitäten gesprochen wurde. In der Zeitschrift „Punch“ tauchte das Wort im Jahr 1918 erstmals in gedruckter Form in einem Cartoon auf und stellte eine Alternative zu dem an Universitäten gebräuchlichen Wort „swish“ dar, was soviel wie „todschick“ bedeutete.

Version 3:
In den 1903 erschienen „Tales of St Austin’s“ von P. G. Wodehouse behauptet jemand von einer Weste, sie sei „quite the most push thing of the sort at Cambridge„, wobei in diesem Satz das Wort „push“ ein Druckfehler gewesen sein soll und in späteren Ausgaben des Buches durch „posh“ ersetzt wurde. Möglicherweise hatte sich da aber auch P.G. Wodehouse vertan, der mit dem Universitätsslang nicht ganz so vertraut war.

Version 4:
Anfang des 20. Jahrhunderts war „posh“ ein Wort, das einen Dandy bezeichnete.

Ich habe diese unterschiedlichen Versionen dem „Dictionary and Thesaurus – Merriam-Webster Online“ entnommen.

Woher das Wort auch immer kommen mag, es ist mittlerweile fest in der englischen Sprache verankert.

Published in: on 21. September 2012 at 02:00  Comments (1)  

The Circle Line Pub Crawl – Nur etwas für absolut Trinkfeste

Ein Pub Crawl ist so etwas wie „ein Zug durch die Gemeinde“, d.h. man begibt sich von Pub zu Pub, um dort jeweils ein oder auch mehrere Pints zu trinken. Wie es der Name ja schon signalisiert, kann das heißen, dass man die letzten Pubs auf der Tour nur noch kriechend (crawling) erreicht.

Eine Herausforderung selbst an die trinkfestesten Pub Crawler ist der Londoner Circle Line Pub Crawl. Die Circle Line ist eine der Londoner U-Bahnlinien, die  auf einer Strecke von 27,2 Kilometern einmal kreisförmig durch den inneren Stadtbereich führt. Kreisförmig ist nicht so ganz richtig, die Streckenführung sieht eher aus wie ein Kreis auf den jemand getreten hat.

Die Circle Line hat 27 Stationen und die Herausforderung an die Pub Crawler besteht darin, an jeder U-Bahnstation auszusteigen und im nächstgelegenen Pub ein Bier zu trinken. Das macht insgesamt 28 Glas Bier, denn das letzte Glas muss im Anfangspub getrunken werden. Im Internet gibt es sogar eine eigene Webseite, die die nächstgelegenen Pubs an den einzelnen Stationen nennt.

Die Tour dauert so ca zwölf Stunden und es wird dringend empfohlen, jeweils nur ein halbes Pint pro Pub zu sich zu nehmen, wobei immerhin ca acht Liter zusammenkommen (1 Pint entspricht 0,568 Litern). Es gibt aber auch Männer (es sind wohl fast nur Männer, die diese Tortur auf sich nehmen), die  diese „Half-Pint-Circle-Line-Crawler“ als Weicheier bezeichnen und in jedem Pub ein ganzes Pint zu sich nehmen, was einem Konsum von 15,904 Litern entspricht. Es sollen überwiegend trinkfeste Australier sein, die diese gewaltige Biermenge in sich hineinkippen und dann auch noch halbwegs aufrecht stehen können.
Die Webseite für die Circle Line Pub Crawler empfiehlt den ganz besonders Durstigen, nach Bewältigung der Strecke, noch ein Abschluss-Pint am Leicester Square zu sich zu nehmen…

Paddington Station – Eine der U-Bahnstationen der Circle Line.
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The Pride of Paddington nahe der U-Bahnstation Paddington – Ein Pub, der für den Circle Line Pub Crawl in Frage kommt.
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Published in: on 20. September 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Der Hindhead Tunnel (Surrey) und die A3 – Einer der längsten Tunnels in England

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Die A3 ist eine stark befahrene Straße, die von London nach Portsmouth an der Südküste führt. Sie ist ca 100 Kilometer lang und  seit kurzem in voller Länge als Dual Carriageway ausgebaut, also als vierspurige Trasse. Bis zum letzten Jahr war lediglich ein kleines Teilstück zweispurig und das war am sogenannten Devil’s Punch Bowl in Surrey, ein landschaftlich besonders schönes Gebiet bei Hindhead.

Schon seit längerem hatten sich die Behörden Gedanken gemacht wie man dieses Nadelöhr beseitigen könnte; verschiedene Alternativen wurden diskutiert, bis man sich schließlich entschied, einen Tunnel zu bauen, der den Vorteil hat, dass der Verkehr unterirdisch geführt wird, so dass der Devil’s Punch Bowl, eine Site of Specific Scientific Interest, also ein Naturschutzgebiet, von Lärm und Abgasen verschont wird. Aber auch die Anlieger konnten im wahrsten Sinne des Wortes tief durchatmen, denn der starke Verkehr ging auch ihnen mächtig auf die Lungen und die Nerven.

2008 begannen die Bauarbeiten an dem 1,830 m langen Tunnel, der am 29. Juli 2011 offiziell eröffnet wurde. Der Tunnel besteht aus zwei Röhren mit jeweils zwei Fahrspuren, ist einer längsten in England und mit Baukosten in Höhe von £370 Millionen auch einer der teuersten.

Am 14. Mai 2011, also einige Wochen vor der Eröffnung, wurde ein Tag der Offenen Tür (oder in diesem Fall ein Tag des Offenen Tunnels) durchgeführt, an dem Interessierte den Tunnel zu Fuß durchqueren konnten. Obwohl man dafür Karten für £6 kaufen musste, fanden sich 7000 Besucher ein und genossen einen Spaziergang, den es wohl für Fußgänger nie wieder geben wird.

Der nach dem Ort Hindhead benannte Hindhead Tunnel sorgte schon bald nach Eröffnung wieder für Schlagzeilen, denn mit der Nachtruhe, die sich die Anlieger sehnlichst gewünscht hatten, war es schnell wieder vorbei. Der Tunnel besaß eine magische Anziehungskraft für die Besitzer von Sportwagen, die sich dort Rennen lieferten. Ferraris, Lamborghinis und andere schnelle Fahrzeuge versuchten nachts mit aufheulenden Motoren neue Durchquerungsrekorde aufzustellen, auf einer Strecke, die mit 70 mph (ca 110 km/h) begrenzt ist.

Für viele wurde der Hindhead Tunnel nachts zu einer „No Go Area“. Die Polizei versuchte diesem Treiben Einhalt zu gebieten, in dem Überwachungskameras an den Tunnelenden installiert wurden, die die Durchschnittsgeschwindigkeit der Fahrzeuge messen.

Am 10. September ereignete sich kurz vor Mitternacht auf der A3 ganz in der Nähe des Tunnels ein schwerer Unfall, bei dem drei Menschen ums Leben kamen und mehrere schwer verletzt wurden. Ein Reisebus aus Liverpool kam auf der Rückfahrt von der Isle of Wight von der Fahrbahn ab und kollidierte mit einem Baum.

Hier ist ein Film über den Tunnel und die Supercars.

Der Tag des Offenen Tunnels am 14. Mai 2011.
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Published in: on 19. September 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Neil Dudgeon – Nachfolger von John Nettles als Inspector Barnaby

 Foto meiner DVD.

Als John Nettles ankündigte, nach 14 Jahren die Rolle des Inspectors Tom Barnaby nicht mehr weiterspielen zu wollen, suchte man natürlich einen Nachfolger, der in die Fußstapfen des Inspektors mit der 100%-Aufklärungsquote aus dem Midsomer County passen würde. Das war natürlich nicht leicht, denn John Nettles hatte sich auf seine sympathische Art in die Herzen von Millionen Zuschauern in der ganzen Welt gespielt.

Man wurde fündig in der Person eines gewissen Neil Dudgeon, der aufmerksamen Zuschauern der Krimiserie nicht fremd war. Schon in Episode 14 Garden of Death“ (dt. „Der Garten des Todes“), die erstmals am 10. September 2000 ausgestrahlt wurde, war Dudgeon als der Gärtner Daniel Bolt zu sehen. Und in Folge 75 „The Sword of Guillaume“ (dt. „Köpfen ist auch keine Lösung“) aus dem Jahr 2010 sah man ihn als DCI John Barnaby, der damals in Brighton arbeitete, und uns als Toms Cousin vorgestellt wurde. Der Weg wurde möglicherweise damals schon für ihn als Midsomer County-DCI geebnet.

Ich habe mir mittlerweile die Folgen 82 bis 89 mit dem neuen Barnaby angesehen und muss sagen, man gewöhnt sich allmählich an das neue Gesicht und die neuen Aufklärungsmethoden; er ist ein guter Nachfolger! Um den Übergang leichter zu machen, hat man Dudgeon Jason Hughes als Detective Sergeant Ben Jones weiterhin zur Seite gestellt, der ja schon mit Tom Barnaby viele Fälle gelöst hat.
Nicht mehr dabei ab Folge 86 ist Barry Jackson als Dr. George Bullard, der in „The Sleeper Under the Hill“ von Tamzin Malleson als Dr. Kate Wilding abgelöst wurde.

Neil Dudgeon wurde am 2. Januar 1961 in Doncaster in South Yorkshire geboren. Er studierte von 1979 bis 1982 an der Universität von Bristol und hatte seinen ersten größereren Fernsehauftritt in der Serie „Piece of Cake„, in der er die Rolle des Piloten Flying Officer ‚Moggy‘ Cattermole spielte, übrigens an der Seite von Nathaniel Parker, der als Inspector Lynley in der gleichnamigen TV-Serie auch in Deutschland bekannt ist.

Es folgten zahlreiche Auftritte in TV-Serien wie „Lovejoy“, „A Touch of Frost“ oder „Roman’s Empire“.
Neil Dudgeon ist mit Mary Peate verheiratet, die für die BBC Rundfunkprogramme produziert, und sie haben zwei Kinder. Er ist begeisterter Fan des Fußballvereins Fulham Football Club.

Published in: on 18. September 2012 at 02:00  Comments (1)  
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St Lawrence Church in West Wycombe (Buckinghamshire) – Die Kirche mit der goldenen Kugel

St Lawrence Church in West Wycombe.
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Was wäre der kleine Ort West Wycombe in Buckinghamshire heute ohne Sir Francis Dashwood, der von 1708 bis 1781 lebte? Ein eher unbedeutendes Dorf an der A40.
Sir Francis Dashwood, Politiker und Parlamentsmitglied, ließ die sogenannten Hell Fire Caves ausheben, erbaute das Dashwood Mausoleum oberhalb von West Wycombe, in dem die Urnen mit der Asche der Dashwood-Familienmitglieder untergebracht sind und zeichnet verantwortlich für die goldene Kugel, die auf dem Turm der St Lawrence Church angebracht ist.

Dashwoods berühmt-berüchtigter Hellfire Club traf sich in den Höhlen und dort sollen satanische Rituale und Orgien stattgefunden haben. Die Hell Fire Caves sind zu besichtigen, doch davon in einem eigenen Blogeintrag später mehr.

Sir Francis ließ 1763 die St Lawrence Church umbauen; er gab ihr im Inneren ein gewisses italienisches Flair, ließ den Turm erhöhen und setzte eine goldene Kugel darauf. The Golden Ball, dessen Hülle wirklich aus Gold besteht, ist hohl und bietet darin Platz für etwa 6 bis 8 Personen, die über eine Treppe im Turm durch eine Klappe in die Kugel einsteigen konnten.  Sir Francis soll sich darin mit anderen Hellfire Club-Mitgliedern getroffen haben. Auch hat man von dort oben aus mit Hilfe von Spiegeln und dem Sonnenlicht mit anderen Stellen kommuniziert.
Der Namensgeber der Kirche, der heilige Lawrence, war übrigens der Schutzheilige der Prostituierten, was nicht ganz ohne Witz war, denn es hieß, dass damals Prostituierte, als Nonnen verkleidet, bei den Treffen des Hellfire Clubs eine nicht unbedeutende Rolle gespielt haben. Die Kirche gehört heute dem National Trust, man kann sie besichtigen und gegen eine Gebühr den Turm hinaufsteigen, um The Golden Ball von der Nähe aus zu betrachten.

Church of St Lawrence
Church Lane
West Wycombe Hill
Bucks
HP14 3AP

Das Buch zum Artikel:
Eric Towers: Dashwood – The Man and the Myth. Life and Times of the Hell Fire Club’s Founder. Aquarian Press 1986. 256 Seiten. ISBN 978-0850304275.

The Golden Ball.
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Published in: on 17. September 2012 at 02:00  Comments (2)  
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Herbst und Winter – Meine Lieblings-Reisezeiten für England

Ende Januar: Mein Auto vor dem Thornbury Castle Hotel.
Eigenes Foto.

Wenn ich im Freundes- oder Bekanntenkreis erwähne, dass ich am liebsten im Herbst oder im Winter nach England fahre, werde ich immer angeguckt, als ob ich nicht ganz richtig im Kopf wäre. Wie kann man ausgerechnet in der kalten Jahreszeit nach England reisen, in ein Land, in dem es auch im Sommer immer regnet und in dem es im Herbst ständig neblig ist (wie sich das viele Deutsche noch immer vorstellen)?

Warum reise ich nun zu den Zeiten am liebsten nach England, die von nahezu allen anderen Touristen gemieden werden? Zum einen mache ich gern Dinge, die andere nicht machen, zum anderen fühle ich mich am wohlsten, wenn ich nicht von Touristenschwärmen umgeben bin. In meinen Januaraufenthalten zum Beispiel traf ich so gut wie nie auf ein anderes Auto mit deutschem Kennzeichen.

Ich liebe es, wenn es früh dunkel wird und ich mich mit meiner Frau in ein Country House Hotel oder Schlosshotel zurückziehen kann, in dem es nach Kaminfeuer riecht, in dem man sich nach einem ausgiebigen gemütlichen Abendessen mit einem Glas Whisky in die Lounge begeben kann, natürlich vor ein prasselndes Kaminfeuer. In der Lounge brennen Kerzen, leise klassische Musik läuft im Hintergrund, man blickt auf Gemälde von historischen Persönlichkeiten, die anderen anwesenden Gäste unterhalten sich in gedämpftem Ton…

Als wir kurz nach dem 11. September 2001 in England weilten, war unser Schlosshotel, das Thornbury Castle, fast leer. Das gern von Amerikanern besuchte Hotel litt unter den Massenstornierungen aus den USA. Wir waren fast allein in dem alten, wunderschönen Gemäuer.

Vor wenigen Jahren gerieten wir im Januar in ein Schneechaos, d.h. in England hielt man es für ein Schneechaos:  Die Schulen fielen aus, in Heathrow blieben Flugzeuge am Boden, im Radio wurde davor gewarnt, mit dem Auto zu fahren.

Für uns waren es  ganz normale Wintertage: Herrlich, unsere Schlosshotels waren tief verschneit. Im Cliveden Hotel bei Taplow in Berkshire lieh man uns Gummistiefel, damit wir im Park spazierengehen konnten. Bei der Abreise säuberte der Hotelmanager unser Auto vom Schnee,  stand dabei bis zu den Knöcheln im Matsch und winkte hinter uns her. Wir genossen unseren Aufenthalt in vollen Zügen.

Sicher, man muss insofern Abstriche im Winter machen, da praktisch alle Stately Homes und ähnliche Sehenswürdigkeiten geschlossen sind, aber man kann auch ohne Besichtigungen einen angenehmen Urlaub in England verbringen. Voraussetzung aber für einen gelungenen Aufenthalt im Herbst oder Winter: Romantische Hotels! In meinem Blog habe ich in der entsprechenden Kategorie schon viele beschrieben.

Im Park des Ashdown Park Hotels in East Sussex. Über Nacht hatte es plötzlich geschneit.
Eigenes Foto.

Nach dem Abendessen in der Lounge des Thornbury Castle Hotels.
Eigenes Foto.

Unsere Plantagenet Bedchamber im Thornbury Castle Hotel.
Eigenes Foto.

Das verschneite Cliveden Hotel.
Eigenes Foto.

Das George Hotel in Dorchester (Oxfordshire) an einem kalten Winterabend.
Eigenes Foto.

Published in: on 16. September 2012 at 02:00  Comments (4)  

The Streets of London – 3. und letzter Teil: Die Diplomaten und ihr Verkehrsverhalten

Beginn der City of London und der Congestion Charge Zone.
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Eigentlich sollte man sich ja in einem Land, in dem man zu Gast ist, sich auch entsprechend verhalten. Diplomaten sehen das offensichtlich etwas anders. Die Botschaften und ihre Diplomaten genießen diplomatische Vorrechte, die sie oft selbst interpretieren und für sich auslegen. So nehmen es viele Botschaftsangehörige in London nicht so genau mit den Verkehrsregeln der Hauptstadt, speziell, was das Parken anbelangt. Da wird mitten im Halteverbot geparkt, doppelte gelbe Linien am Straßenrand spielen keine Rolle und Parken in zweiter Reihe ist selbstverständlich: Man hat ja sein „CD“-oder „CC“-Nummernschild am Auto.

Einige Nationen tun sich dabei besonders hervor. Die „Hitparade“* der Staaten mit den höchsten angefallenen Parkgebühren führt Kasachstan** an, deren Botschaftsangehörige sich offensichtlich um Parkverbote überhaupt nicht kümmern, denn anders ist es nicht zu erklären, dass sie ca £190 000 an Strafen angesammelt haben. Ein Fahrer der Botschaft des Landes hat es mit seinem BMW immerhin auf mehr als 470 Parktickets gebracht, was in etwa £54 000 entspricht. Eine stolze Leistung.

Gefolgt wird Kasachstan auf der Top Ten-Liste von dem Sudan, Afghanistan, China und Saudi Arabien.

Was das Bezahlen der sogenannten Congestion Charge anbelangt, also der Gebühr, die man für das Befahren der Innenstadt Londons entrichten muss, sehen es die Botschaften noch „lockerer“. Viele Staaten interessiert das überhaupt nicht. Die USA tun sich dabei besonders hervor; £6,146,640 sind ihnen bis Mitte 2012 schon in Rechnung gestellt worden. Russland steht mit £4,653,960 in der Kreide und Japan mit £4,160,280.

Wie verhalten sich denn die deutschen Botschaftsangehörigen, was das Bezahlen der Congestion Charge anbelangt? Auch nicht viel anders: £3,641,170 sind da bisher angefallen, womit Deutschland knapp vor Nigeria liegt.

Laut einem Bericht der BBC schulden die in London ansässigen Botschaften seit Einführung der Congestion Charge im Jahr 2003 der Stadt : £ 58 Millionen.

*Entnommen aus dem Buch „The Top 10 of London“ von Alexander Ash
** Kasachstan hat mittlerweile über £37 000 an den Westminster Council überwiesen.

Die US-Botschaft am Grosvenor Square – Hier nimmt man es mit der Congestion Charge nicht so genau.
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Published in: on 15. September 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

The Streets of London Teil 2: The London Beer Flood – Eine Katastrophe, der im Jahre 1814 acht Menschen zum Opfer fielen

Das Dominion Theatre in der Tottenham Court Road. Hier stand seinerzeit die Meux Brewery, die die London Beer Flood verursachte.
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In einer Riesenwelle von Bier sein Leben zu beenden, mag für den einen oder anderen vielleicht nicht die schlimmste aller Todesarten sein, aber genau auf diese Weise verloren acht Menschen am 17. Oktober 1814 in London ihr Leben.

Was war geschehen? Die Meux Brewery braute damals ihr Bier in der Tottenham Court Road und zur Lagerung waren dort riesige Bottiche aufgestellt, in denen hunderttausende von Litern Bier aufbewahrt wurden.  An besagtem Tag brach einer dieser Bottiche und die gewaltige Bierflut, die sich daraus ergoss, riss weitere Bottiche mit sich, so dass sich insgesamt fast 1,5 Millionen Liter in die umgebenden Straßen ergossen. Der fünf Meter hohe Bier-Tsunami zerstörte zwei Häuser und einen Pub, aber, was schlimmer war, er strömte auch in ein Slumgebiet, in dem viele Menschen in Kellergeschossen lebten. Diese tiefliegenden Wohnungen wurden schnell von den Biermassen gefüllt, so dass dort acht Menschen ertranken.

Es gab aber auch Menschen, die von dem Unglück zu profitieren versuchten, indem sie alle verfügbaren Gefäße aus ihren (verschonten) Wohnungen holten, um so viel Bier wie möglich abzuschöpfen. Andere machten sich die Mühe gar nicht erst und tranken das Bier gleich so von der Straße weg. Es ging damals das Gerücht um, dass eine weitere Personen einige Tage später an Alkoholvergiftung gestorben war…

Manche der Betroffenen versuchten, aus dem Unglück Geld zu schlagen, indem sie ihre ertrunkenen Angehörigen in ihren Wohnungen gegen Gebühr zur Schau stellten, wovon auch ausgiebig Gebrauch gemacht wurde, denn in einem Haus waren so viele Schaulustige versammelt, dass der Fußboden durchbrach, was zu weiteren Verletzten führte. Es muss ein furchtbares Chaos geherrscht haben; die Rettungskräfte standen teilweise bis zu den Hüften im Bier, um Opfer und Verletzte zu bergen.

Die Meux-Brauerei wurde verklagt, aber der Richter sprach die Verantwortlichen frei; seiner Meinung nach war das Unglück ein Akt Gottes. Natürlich war das Ganze auch ein hoher finanzieller Verlust für die Brauer. Da sie für das ausgelaufene Bier bereits Steuern bezahlt hatten, stellten sie den Antrag, diese wieder zurückerstattet zu bekommen; dem Antrag wurde stattgegeben.

1922 wurde Meux’s Brewery in der Tottenham Court Road abgerissen und sieben Jahre später auf dem Gelände das Dominion Theatre errichtet, das dort heute noch steht. Hier spielt man seit mehr als zehn Jahren das „Queen“-Musical „We Will Rock You„.

Published in: on 14. September 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Streets of London Teil 1: Ralph McTell und sein gleichnamiger Song

The Streets of London.
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Zu meinen Lieblingsbüchern in meiner Bibliothek gehört das Monumentalwerk „Dictionnaire Historique des Rues de Paris“ von Jacques Hillairet, der darin sämtliche Straßen von Paris (meiner zweiten „großen Liebe“ neben England) auflistet und näher beschreibt. Ein großartiges Buch!

Der 1944 in Farnborough in Kent geborene Sänger Ralph McTell zog in den 1960er Jahren quer durch Europa und arbeitete als „busker„, also als Straßensänger, auch sehr gern in Paris. Die Armut vieler Menschen, der er dort begegnete, wollte er in einem Song mit dem Titel „The Streets of Paris“ dokumentieren. Da er aber den Parisern nicht zu nahe treten wollte, entschied er sich dafür, seinen Song „The Streets of London“ umzubenennen, denn auch in der britischen Hauptstadt gab/gibt es viele obdachlose und arme Menschen.

Eigentlich sollte das Lied Bestandteil von Ralph McTells ersten Album „Eight Frames a Second“ sein, aber er empfand es selbst als so düster und deprimierend, dass er davon Abstand nahm. Erst auf seinem nächsten Album „Spiral Staircase„, das 1969 erschien, sollte dann der Song zu finden sein. 1974 veröffentlichte man „The Streets of London“ als Single, mit sehr großem Erfolg, auch in Deutschland.

Von dem englischen Sänger hat man in Deutschland seitdem nicht mehr viel gehört,  in seinem Heimatland ist er aber noch sehr aktiv und geht gern auf Tour. Am 4. Oktober beginnt seine neue Tour in Runcorn in Cheshire, die am 8. Dezember in der Londoner Cadogan Hall zu Ende geht.

So how can you tell me you’re lonely,
And say for you that the sun don’t shine?
Let me take you by the hand and lead you through the streets of London
I’ll show you something to make you change your mind

Das ist der Refrain von Ralph McTells „The Streets of London“, das die dunkle Seite der Hauptstadt beschreibt; auch heute noch, nach vielen Jahrzehnten, aktuell.

Ein vergleichbares Lexikon über die Straßen von London wie das oben erwähnte von Paris gibt es leider nicht. Am nähesten kommt da die ebenfalls großartige „The London Encyclopedia„, die aber bei weitem nicht alle Londoner Straßen umfasst.

Hier ist Ralph McTells „The Streets of London“ zu hören.

Eine Notiz am Rande: Ralph McTell wurde nach dem britischen Komponisten Ralph Vaughan Williams (s. hierzu meinen Blogeintrag) benannt, bei dem sein Vater als Gärtner arbeitete.

The Bull and Spectacles in Blithbury (Staffordshire)

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Es gibt schon merkwürdige Pubnamen in England. Wie kommt der Bulle zu der Brille im Namen des Pubs The Bull and Spectacles in Blithbury in der Grafschaft Staffordshire? Da gibt es mehrere Versionen. Früher hieß der Pub The Bull’s Head; als einmal ein betrunkener Gast  den Kopf des Bullen mit seiner Brille verzierte, fand man das so witzig, dass man den Pub umbenannte – so Version 1.

Version 2: Ein Bulle hat mit dem Pubnamen gar nichts zu tun, sondern es ist eine Verballhornung von Anne Boleyn (Bull-inn), eine der Frauen Heinrichs VIII.

Version 3: Ein preisgekrönter Bulle fraß einmal giftige Beeren und starb fast daran. Ein Witzbold aus dem Dorf machte den Vorschlag, dem Bullen eine Brille zu verpassen, damit so etwas in Zukunft nicht noch einmal passiert.

Die Homepage des Pubs schweigt sich jedenfalls über die Entstehung des Namens aus – vielleicht wissen es die Besitzer auch nicht so genau. Es heißt, dass der Pub auch von drei Geistern heimgesucht wird. Diese schwer fassbaren Geschöpfe scheinen sich in britischen Pubs besonders wohl zu fühlen, denn es gibt bestimmt hunderte von „haunted pubs“.

The Bull and Spectacles legt Wert auf gutes Essen und so geht die Speisekarte weit über das Standardangebot der meisten Pubs hinaus.

Blithbury liegt an der B5014 südlich von Abbots Bromley, dort wo der Horn Dance beheimatet ist (s. dazu meinen Blogeintrag).

The Bull and Spectacles
Uttoxeter Road
Blithbury
Rugeley
WS15 3HY
Tel: 01889 504201

The Bull and Spectacles erhält ein neues Pubschild.
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Die National Telephone Kiosk Collection im Avoncroft Museum bei Bromsgrove (Worcestershire)

Ein Teil der National Telephone Kiosk Collection in Bromsgrove
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Braucht man Telefonzellen eigentlich noch? Heute, wo jeder mindestens ein Mobiltelefon besitzt? In England erfreuen sich die alten, nicht mehr so oft zu findenden roten Telefonzellen noch immer großer Beliebtheit. Die „red telephone kiosks“ zählen zu den britischen „icons„, wurden aber trotzdem nach und nach durch die nüchternen Telefonzellen der British Telecom ersetzt.

Wer sich für das Thema interessiert, sollte der National Telephone Kiosk Collection einen Besuch abstatten. Diese Sammlung von 32 unterschiedlichen Telefonzellen ist ein Teil des Avoncroft Museums und befindet sich etwa 3 Kilometer südlich der Stadt Bromsgrove in Worcestershire.

Das Avoncroft Museum of Historic Buildings ist ein Open Air Museum, auf dessen Gelände man Gebäude wieder errichtet hat, die an anderen Orten vor dem Abriss standen.

Die dortige Telefonzellensammlung gibt einen Überblick über alle Formen, von den Anfängen bis in die heutige Zeit. Kiosk No.1 wurde 1921 eingeführt, Kiosk No.8 im Jahr 1968. Danach kam die KX-Serie, die nicht mehr rot war und die man heute überall findet.
In der Sammlung bei Bromsgrove findet man auch noch einige Vermittlungsstellen, die sich doch deutlich von den heutigen computergesteuerten Telefonzentralen unterscheiden.

Wie sehr die Engländer ihre roten Telefonzellen lieben, zeigen einige Aktivitäten, die zu ihrem Erhalt durchgeführt wurden:

In Westbury-sub-Mendip in Somerset gestaltete man einen K6-Kiosk in eine „Bibliothek“ um, da der Bücherbus den Ort nicht mehr anfuhr.

In Brookwood in Surrey adoptierte man eine K6-Zelle und restaurierte sie liebevoll.

In Shepreth in Cambridgeshire wurde die örtliche Telefonzelle als Mini-Pub umgebaut und The Dog and Bone genannt.

Auch Settle in North Yorkshire adoptierte eine rote Zelle und richtete darin eine Galerie ein, die wohl kleinste Kunstgalerie der Welt, die auch noch rund um die Uhr geöffnet hat.

In Kersall in Nottinghamshire steht die „Best Kept Telephone Box in the World“ (s. dazu meinen Blogeintrag).

Hier ist ein Film über einen Telefonzellen-Restaurierer.

Die „Bibliothek“ in Westbury-sub-Mendip (Somerset).
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Published in: on 11. September 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Auszeichnung meines Blogs vom Reiseportal Easyvoyage

Kategorie: Grossbritannien Reisen
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Flagge Großbritannien animiert 240x180
Mein Blog wurde vom Reiseportal Easyvoyage in der Kategorie Reisen Großbritannien als “Bester Blog” ausgezeichnet.

Easyvoyage ist ein Reiseportal, welches, nach Ländern sortiert, wertvolle Informationen, Tipps und Serviceangebote für die Reiseplanung vorhält.

Natürlich freue ich mich sehr über die Auszeichnung und bedanke mich herzlich beim Easyvoyage-Team!!

Flagge Großbritannien animiert 240x180

Flagge: Quelle – http://www.flags.de

Published in: on 10. September 2012 at 18:50  Comments (9)  

Ilfracombe (Devon) und Damien Hirsts umstrittene Statue Verity

Ilfracombe an der Nordküste Devons.
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Über moderne Kunst kann man wunderbar streiten und genau das tun die Bürger der kleinen Küstenstadt Ilfracombe im Norden der Grafschaft Devon. Auf einem Parkplatz direkt am Hafen soll nämlich eine Statue des Künstlers Damien Hirst aufgestellt werden, die eine nackte schwangere Frau mit einem Schwert in der Hand zeigt. Wie steht es denn  nun mit der Beziehung der Hochschwangeren zu der verschlafenen Küstenstadt? Bleibt das vielleicht Hirsts Geheimnis?

Die zuständigen Behörden, die jetzt grünes Licht für die Aufstellung Veritys, so der Name der schwangeren Dame, gegeben haben, sind möglicherweise nicht  in erster Linie von dem künstlerischen Wert der Bronzeskulptur überzeugt, sondern rechnen vielleicht mit einer Ankurbelung des Tourismus, denn aufsehenenerregend ist Verity schon. Damien Hirst hat sein Werk mit über 20 Metern Höhe ein kleines Stückchen höher als Anthony Gormleys berühmten Angel of the North angesetzt und man spricht heute schon vom Angel of the West. Böse Zungen in Ilfracombe nennen die Statue dagegen Belly of the South, in Anspielung auf die Problematik der vielen Teenagerschwangerschaften in der Stadt.

Warum gerade Ilfracombe? Ganz einfach, Damien Hirst wohnt auf einem großen Anwesen außerhalb der Stadt, und er möchte dem Seebad etwas Gutes tun, indem er Verity dort für 20 Jahre aufstellt. Oder will er vielleicht seinem Restaurant 11 The Quay, das nur etwa 100 Meter entfernt liegt, neue Besucherströme zuführen?

Ilfracombe hat noch ein Gebäude, das bei seiner Errichtung seinerzeit für Aufsehen sorgte: Das Landmark Theater, das sehr schnell „Madonna’s Bra“ bezeichnet wurde, auf Grund der Form der beiden Gebäudeteile.

Werden sich die Bewohner Ilfracombes auch bald an die schwangere Verity gewöhnen? Geplant ist die Aufstellung für Mitte Oktober.

Ich habe Ilfracombe als recht trüben grauen Ort in Erinnerung, aber wirken nicht alle Seebäder bei Regen so? Hätte damals bei meinem Aufenthalt die Sonne geschienen…

11 The Quay – Damien Hirsts Restaurant in Ilfracombe.
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Das Landmark Theater in Ilfracombe, auch Madonna’s Bra genannt.
This work has been released into the public domain.

John Alington – The Mad Vicar of Old Letchworth

Letchworth Hall – heute ein Hotel.
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Ich habe einen Nerv für englische Exzentriker, besonders mag ich John Alington, der von 1795 bis 1863 lebte. Der „Mad Vicar“ lebte auf Letchworth Hall, einem Herrenhaus, heute ein Hotel, in Hertfordshire.

Reverend John Alington (1795 – 1863) hatte das große Anwesen und ca 40 Farmen in der Umgebung geerbt, war also ein sehr wohlhabender Mann. Irgendwie ist ihm sein Reichtum zu Kopf gestiegen und er entwickelte merkwürdige Charakterzüge. Nachdem er sich mit dem örtlichen Vikar, Rev. Samuel Knapp, überworfen hatte, hielt er einfach eigene Gottesdienste in seinem Haus ab, die sehr eigenartig abliefen. Erst einmal liefen die Schäfchen der Gemeinde fast alle zu ihm über, da sie als Bauern in John Alingtons Lohn und Brot standen (wes Brot ich ess…) und bei dessen Gottesdiensten war erheblich mehr Action als bei Samuel Knapp. Das Lieblingsthema bei Alingtons Predigten war die freie Liebe, und er ermutigte seine Gemeindemitglieder durchaus diese draußen im Gras auch zu praktizieren.
Gern kleidete sich der exzentrische Vikar auch beim Gottesdienst in ein Leopardenfell und fuhr auf einem Laufrad durch den Andachtsraum.

Musik gab es auch, aber keine Kirchenmusik, und der mittlerweile in Fahrt gekommene Prediger sprang von einer seiner beiden Kanzeln zur anderen und trug dabei Liebesgedichte und zweifelhafte Geschichten vor. Anschließend gab es Freibier und Frei-Brandy. Ist es da verwunderlich, dass Alingtons „Kirche“ brummte und die von Samuel Knapp leer blieb? 1858 warf Rev. Knapp das Handtuch und gab auf, was Rev. Alington veranlasste, dafür einen Dankgottesdienst abzuhalten.

Alington war seinen Untertanen stets ein guter Arbeitgeber. Wenn sie einmal keine Arbeit hatten, beschäftigte er sie damit, auf den Feldern Gruben auszuheben und sie anschließend wieder aufzufüllen… und er bezahlte sie dafür.

Einige Jahr bevor er starb, hatte er einen Sarg gekauft, in dem er sich durch seinen Garten tragen ließ, als „Probelauf“ für seine einstige Beerdigung. 1863 erkrankte er, fand die Medizin, die man ihm verschrieb, als ekelhaft, trank stattdessen ein großes Glas Brandy, seufzte und verstarb…

In diesem Sarg wurde der „Mad Vicar of Old Letchworth“ denn auch begraben. Irgendwie schade, dass es solche exzentrischen Persönlichkeiten immer weniger gibt.

Die Great Hall, in der die „Gottesdienste“ seinerzeit abgehalten wurden, ist heute Teil des Letchworth Hall Hotels in Letchworth Garden City in Hertfordshire, nördlich von London.

St. Mary’s Church in Letchworth – Hier versuchte Rev. Knapp gegen seinen Widersacher, John Alington, zu bestehen, ohne Erfolg.
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Published in: on 9. September 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Mein bevorzugter Hotelführer für Reisen nach Großbritannien: Condé Nast Johansens Great Britain & Ireland – Recommended Hotels & Spas

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Für die Vorbereitung meiner Reisen nach England und natürlich auch vor Ort ist seit vielen Jahren ein spezieller Hotelführer für mich sehr wichtig, der „Condé Nast Johansens Great Britain & Ireland: Recommended Hotels & Spas„. Seit 1983 gibt es diesen Führer durch die britische Hotellandschaft schon und er unterscheidet sich in einigen Punkten von anderen Hotelführern wie etwa dem Michelin, dem The Good Hotel Guide oder dem AA Hotel Guide.

Der „Johansen“ listet nur Top Hotels im 5*-Segment, ist dadurch natürlich nicht so umfangreich wie die anderen Führer, hat ein sehr großes Format ( 25.1 x 17.8)  und besticht durch sehr gute Farbfotos, die einen entsprechenden Eindruck der jeweiligen Hotels vermitteln. Parallel zu diesem Führer existiert noch ein weiterer: „Condé Nast Johansens Recommended Small Hotels, Inns and Restaurants„.

Durch meinen „Johansen“-Guide habe ich zahlreiche ausgezeichnete Hotels kennengelernt, die ich in meinem Blog im Laufe der Zeit schon vorgestellt habe wie das Cliveden Hotel in Berkshire, das Ashdown Park Hotel in East Sussex oder Tylney Hall in Hampshire.

In jedem Jahr werden von Condé Nast Johansen in mehreren Kategorien Awards for Excellence vergeben. So erhielt in diesem Jahr in der Kategorie Most Romantic Hotel das Combe House in der Nähe von Honiton in Devon diese Auszeichnung.
Das Most Excellent Country House Hotel des Jahres 2012 wurde das Lime Wood in Lyndhurst in Hampshire.
Den Condé Nast Johansens 2012 Readers‘ Award erhielt The Old Rectory Hotel im Exmoor Nationalpark in Devon.

Wer Wert legt auf gediegene, ansprechende, schön gelegene Hotels, dem kann ich diesen Hotelführer sehr empfehlen. Ich war bisher noch von keinem der Johansen-Hotels enttäuscht.

Condé Nast Johansens Great Britain & Ireland: Recommended Hotels & Spas 2012. Conde Nast Johansens Ltd. 196 Seiten. ISBN 978-1903665572. Die Ausgabe 2013 erscheint am 15. November.

Condé Nast Johansens Recommended Small Hotels, Inns and Restaurants 2013. Conde Nast Johansens Ltd. 196 Seiten. ISBN 978-1903665640. Diese Ausgabe für das Jahr 2013 erscheint am 19. Oktober.

Peter James – Ein Krimiautor und sein Serienheld Roy Grace, auf dessen Spuren man jetzt in Brighton wandeln kann.

Roy Graces erster Fall.

In Oxford gibt es Inspector-Morse-Touren, in Edinburgh Inspector-Rebus-Touren und seit kurzem kann man im Seebad Brighton an der englischen Südküste auf den Spuren von Detective Superintendent Roy Grace wandeln.

D.S. Roy Grace ist der Serienheld einiger sehr erfolgreicher Romane von Peter James, dessen erster Fall 2005 in „Dead simple“ (dt. „Stirb ewig“) geschildert wurde. Sieben weitere Krimis folgten, von denen bisher fünf ins Deutsche übersetzt wurden, die es alle auf die Bestsellerlisten geschafft haben. Für „Stirb ewig“ erhielt Peter James in Deutschland 2005 den „Krimi-Blitz“ für den besten Kriminalroman des Jahres. Die deutsche Fangemeinde des Detective Superintendents wuchs von Thriller zu Thriller. Zuletzt erschien 2011 in deutscher Übersetzung „Dead like you“ (dt. „Du sollst nicht sterben“). Auf eine Übersetzung warten noch „Dead man’s grip“ (2011) und „Not dead yet“ (2012).

Am 25. August wurde erstmals in Brighton ein Rundgang auf den Spuren von Roy Grace durchgeführt, der sofort ausgebucht war; auch alle Grace-Touren im September sind bereits belegt. Lyn Neville von Brighton Walks hat sich ein Jahr lang auf diese Touren vorbereitet und erhielt dabei tatkräftige Unterstützung von Peter James selbst, der sich natürlich darüber freut, dass man seinem Detektiv diese Ehre erweist.

Tourbeginn ist jeweils samstags um 15 Uhr am Bahnhof von Brighton. Die Teilnahme kostet £10 und der Spaziergang dauert zwei Stunden. Wer daran teilnehmen möchte, wende sich an Brighton Walks unter der Telefonnummer 01273 302100.

Peter James ist sehr an paranormalen Phänomenen interessiert. Er wohnte einmal in einem von Geistern heimgesuchten Haus in Ditchling (East Sussex) und auf einem ehemaligen Bauernhof außerhalb von Lewes (East Sussex), in dem es auch von Geistern wimmelte. Sein derzeitiger Wohnsitz ist ein Pfarrhaus aus der viktorianischen Zeit, das, nach eigenen Angaben, geisterfrei ist.

Peter James ist Vizepräsident des  Old Police Cells Museums in Brighton und Ambassador der Brighton University; er ist der Stadt am Meer also sehr verbunden.

In diesem Film spricht Peter James über seien Roman „Dead man’s grip“.

Roy Graces letzter Fall

Brighton: Hier löst D.S. Roy Grace seine Fälle. Eigenes Foto.

Published in: on 5. September 2012 at 02:00  Comments (2)  
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Marmite – Der Brotaufstrich, der geliebt und gehasst wird

An Marmite scheiden sich die Geister. Die einen können sich ein Frühstück ohne Marmite auf dem Toast nicht vorstellen, anderen wird schon beim Anblick des quetschbaren Kunststoffbehälters übel.

Marmite ist ein Brotaufstrich, der überwiegend aus Hefeextrakt besteht. Dafür werden die beim Bierbrauen bei der alkoholischen Gärung anfallenden Hefekulturen verwendet. Das Produkt wird auch heute noch in Burton-on-Trent in Staffordshire hergestellt, einer Stadt, in der es einmal 30 Brauereien gab; den Grundstoff für Marmite gab es also direkt vor Ort. Heute hat sich die Brauereilandschaft in der Stadt durch Übernahmen und Zusammenschlüsse stark verändert. Ich habe vor vielen Jahren noch die Bass Brauerei besichtigt, die von dem US-Konzern Coors übernommen worden ist.

Seit 1902 wird Marmite hergestellt, und die Soldaten im Ersten Weltkrieg bekamen es wegen des hohen Nährwertes zugeteilt. Was hat man dem Hefebrotaufstrich nicht schon alles an Wunderdingen angedichtet? Er soll  gegen Moskitostiche und die morgendliche Übelkeit von schwangeren Frauen helfen usw. Andererseits hat Marmite einen hohen Salzgehalt und beinhaltet sehr viele Zusatzstoffe, so dass der Verkauf in Dänemark verboten worden ist.
Neuere wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass der hohe Vitamin B3-Anteil das Immunsystem des Körpers wesentlich stärkt.

Wie auch immer: „Love it or hate it.“

Wer jetzt Appetit bekommen hat, der kann sich Marmite problemlos in Deutschland beschaffen, z.B. beim The English Shop, dort kostet ein 500 Gramm-Behälter €11.99.

Marmite unterhält bei Youtube einen eigenen Kanal. Sehr schön ist diese Szene mit einem Corgi, der sicher nicht zur Fraktion der Marmite-Fans gehört.

Das Buch zum Artikel:
Andrea O’Connor: The Bumper Book of Marmite. Absolute Press 2009. 144 Seiten. ISBN 978-1906650124.

Published in: on 4. September 2012 at 02:00  Comments (5)  
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Bridport (Dorset) – Die Stadt der Seile und Netze

Die West Street in Bridport.
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Es gibt Städte mit denen man gedanklich automatisch ein Produkt verbindet, das dort hergestellt wird/wurde. Northampton war die Stadt der Schuhe, Luton die Stadt der Hüte, Worcester die Stadt der Handschuhe. Bridport, im Süden der Grafschaft Dorset, war jahrhundertelang die Stadt der Seile. Die Bedeutung, die diese Industrien für ihre jeweiligen Orte hatten, ist heute meist nur noch rudimentär vorhanden.

In der näheren Umgebung von Bridport wurde Hanf und Flachs angebaut und daraus wurden Seile hergestellt, die vor allem Verwendung in der Schifffahrt fanden. Heinrich VII erließ seinerzeit ein Dekret, dass der Hanf, der in einem Radius von acht Kilometern um Bridport angebaut wurde, ausschließlich für die Marine verwendet werden durfte.

Auch die Seile, die die Henker benutzten, kamen aus Bridport und der Ausdruck „to be stabbed by a Bridport dagger“ bedeutete nichts anderes, als gehängt zu werden.
Im 19. Jahrhundert verlagerte sich die Seilherstellung für Schifffahrtszwecke nach Portsmouth und so stellte man stattdessen in Bridport Fischernetze her, vor allem für die Fischereiflotten, die vor Neufundland ihre Netze auswarfen.

Auch heute werden in der Stadt in Dorset noch Netze hergestellt, auch wenn sie jetzt aus anderen Materialien bestehen. Die Firma Edwards Sports Products Ltd kann sich rühmen, die Tornetze für Premier League Clubs wie Arsenal, Everton, Tottenham and Liverpool FC geliefert zu haben. Auch die Tennisnetze, die in Wimbledon Verwendung finden, stammen von der Firma aus Bridport.

Die Firma Bridport Nets hat eine große Bandbreite unterschiedlicher Netze im Angebot wie Tarnnetze und Gerüstbaunetze.

Wer sich für das Thema „Seile und Netze“ interessiert, kann sich darüber im Museum von Bridport informieren.

Natürlich gibt es in der Stadt der Seile auch einen entsprechenden Pub: The Ropemakers.
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Das Museum von Bridport.
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Published in: on 3. September 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Musikvideo – Fleetwood Mac: „Everywhere“

Im November 1987 eröffentlichte die britisch-amerikanische Band Fleetwood Mac die Single „Everywhere„, ihrem Album „Tango in the night“ entnommen. Bandmitglied Christine McVie schrieb das Lied und sang es auch.

Das Musikvideo setzt das Gedicht „The Highwayman“ des englischen Dichter Alfred Noyes (1880 – 1958) um. Darin geht es um einen Straßenräuber (als Vorbild diente wohl Dick Turpin), der sich in Bess, die Tochter eines Gastwirts verliebt. Der Räuber wird verraten, Bess opfert ihr Leben, um ihren Geliebten zu warnen, der sich daraufhin rächen will, dabei aber erschossen wird. In Winternächten finden die Geister der beiden Liebenden wieder zueinander.
Das Gedicht beginnt so:

The wind was a torrent of darkness among the gusty trees,
The moon was a ghostly galleon tossed upon cloudy seas,
The road was a ribbon of moonlight over the purple moor,
And the highwayman came riding—
Riding—riding—
The highwayman came riding, up to the old inn-door.

Everywhere„, hier zu sehen und zu hören, erreichte seinerzeit Platz 14 der amerikanischen Billboard Hot 100.

Sängerin Christine Perfect (die spätere Mrs McVie) wurde 1943 in Cumbria geboren und zwar in dem kleinen Ort Bouth bei Ulverston. Aufgewachsen ist sie in Bearwood in den West Midlands.

Alfred Noyes.
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Hier in Bouth in Cumbria wurde Fleetwood Macs Christine McVie geboren.
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Published in: on 2. September 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The London Eye – Interessantes und Kurioses über das höchste Riesenrad Europas

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The London Eye, das Riesen-Riesenrad ist zu einem weiteren Wahrzeichen der britischen Hauptstadt geworden. Die 135 m hohe Touristenattraktion, die jedes Jahr über 3,5 Millionen Besucher anzieht, ist aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.
Es gibt 32 Gondeln, die jeweils etwa 25  Personen fassen. Aber: Es gibt keine Gondel mit der Nummer 13, dafür aber eine mit der Nummer 33. Man ist eben doch etwas abergläubisch.
Mit 2100 Tonnen Gewicht ist das Riesenrad so schwer wie 1,272 Londoner Taxen.

Vor den Olympischen Spielen hatte man die 10 Tonnen schweren Gondeln noch einmal generalüberholt und die Heizung und Klimatisierung energieeffizienter gestaltet. Dazu wurde jeweils eine Gondel abgehängt, auf der Themse flussabwärts bis zu den Tilbury Docks befördert, dort auf einen LKW umgeladen und nach Cropthorne in Worcestershire gebracht, wo die Firma UK Loco die Arbeiten durchführte. Der Betrieb des Riesenrades wurde dabei nicht beeinträchtigt; die abgehängte Gondel wurde jeweils durch ein Dummy ersetzt, eine Gondel, in der aber niemand fahren konnte. Das ganze Projekt kostete £12.5 Millionen.

Im Ticketpreis für das Riesenrad ist auch ein 4D-Film inbegriffen, den man sich, bevor man „an Bord“ geht, ansehen kann. Dazu bekommt man eine Spezialbrille ausgehändigt und zur Musik von Coldplay und Goldfrapp erwartet die Besucher ein ganz besonderes Erlebnis, bei dem alle Sinne mit einbezogen werden (also auch das Riechen und Fühlen!).

Die Geschwindigkeit des Riesenrades beträgt 0,9 Stundenkilometer und eine Umrundung dauert dreißig Minuten, so kann man die Gondeln betreten und wieder verlassen, ohne dass das Rad anhalten muss.

Man kann die Gondeln des London Eye auch für spezielle Zwecke mieten, z.B. für Hochzeiten oder für Firmenpräsentationen.

Das Riesenrad hatte in seiner bisher recht kurzen Geschichte bereits vier verschiedene Namen:
– Millennium Wheel (vor der Inbetriebnahme)
– British Airways London Eye (2000 bus 2008)
– Merlin Entertainments London Eye (2008 bis 2011)
– EDF Energy London Eye (derzeitig)

Natürlich wurden auch schon Musikvideos auf dem London Eye gedreht, z.B. „The Beginning of the End“ von Status Quo und „Back Here“ von BB MAK

Sir Richard Rogers, der berühmte Architekt, sagte einmal über das London Eye:
„The Eye has done for London what the Eiffel Tower did for Paris, which is to give it a symbol and let people climb above the city and look back down on it. Not just for specialists or rich people, but for everybody. The beauty of it: it is public and accessible, and it is in a great position in the heart of London“.

Hier ist ein Film über das Riesenrad.

Das Buch zum Artikel:
Marks Barfield Architects: Eye –  The Story Behind the London Eye. Black Dog Publishing 2007. 192 Seiten. ISBN 978-1906155087.

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