Marmite – Der Brotaufstrich, der geliebt und gehasst wird

An Marmite scheiden sich die Geister. Die einen können sich ein Frühstück ohne Marmite auf dem Toast nicht vorstellen, anderen wird schon beim Anblick des quetschbaren Kunststoffbehälters übel.

Marmite ist ein Brotaufstrich, der überwiegend aus Hefeextrakt besteht. Dafür werden die beim Bierbrauen bei der alkoholischen Gärung anfallenden Hefekulturen verwendet. Das Produkt wird auch heute noch in Burton-on-Trent in Staffordshire hergestellt, einer Stadt, in der es einmal 30 Brauereien gab; den Grundstoff für Marmite gab es also direkt vor Ort. Heute hat sich die Brauereilandschaft in der Stadt durch Übernahmen und Zusammenschlüsse stark verändert. Ich habe vor vielen Jahren noch die Bass Brauerei besichtigt, die von dem US-Konzern Coors übernommen worden ist.

Seit 1902 wird Marmite hergestellt, und die Soldaten im Ersten Weltkrieg bekamen es wegen des hohen Nährwertes zugeteilt. Was hat man dem Hefebrotaufstrich nicht schon alles an Wunderdingen angedichtet? Er soll  gegen Moskitostiche und die morgendliche Übelkeit von schwangeren Frauen helfen usw. Andererseits hat Marmite einen hohen Salzgehalt und beinhaltet sehr viele Zusatzstoffe, so dass der Verkauf in Dänemark verboten worden ist.
Neuere wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass der hohe Vitamin B3-Anteil das Immunsystem des Körpers wesentlich stärkt.

Wie auch immer: „Love it or hate it.“

Wer jetzt Appetit bekommen hat, der kann sich Marmite problemlos in Deutschland beschaffen, z.B. beim The English Shop, dort kostet ein 500 Gramm-Behälter €11.99.

Marmite unterhält bei Youtube einen eigenen Kanal. Sehr schön ist diese Szene mit einem Corgi, der sicher nicht zur Fraktion der Marmite-Fans gehört.

Das Buch zum Artikel:
Andrea O’Connor: The Bumper Book of Marmite. Absolute Press 2009. 144 Seiten. ISBN 978-1906650124.

Published in: on 4. September 2012 at 02:00  Comments (7)  
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