The Streets of London – 3. und letzter Teil: Die Diplomaten und ihr Verkehrsverhalten

Beginn der City of London und der Congestion Charge Zone.
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Eigentlich sollte man sich ja in einem Land, in dem man zu Gast ist, sich auch entsprechend verhalten. Diplomaten sehen das offensichtlich etwas anders. Die Botschaften und ihre Diplomaten genießen diplomatische Vorrechte, die sie oft selbst interpretieren und für sich auslegen. So nehmen es viele Botschaftsangehörige in London nicht so genau mit den Verkehrsregeln der Hauptstadt, speziell, was das Parken anbelangt. Da wird mitten im Halteverbot geparkt, doppelte gelbe Linien am Straßenrand spielen keine Rolle und Parken in zweiter Reihe ist selbstverständlich: Man hat ja sein „CD“-oder „CC“-Nummernschild am Auto.

Einige Nationen tun sich dabei besonders hervor. Die „Hitparade“* der Staaten mit den höchsten angefallenen Parkgebühren führt Kasachstan** an, deren Botschaftsangehörige sich offensichtlich um Parkverbote überhaupt nicht kümmern, denn anders ist es nicht zu erklären, dass sie ca £190 000 an Strafen angesammelt haben. Ein Fahrer der Botschaft des Landes hat es mit seinem BMW immerhin auf mehr als 470 Parktickets gebracht, was in etwa £54 000 entspricht. Eine stolze Leistung.

Gefolgt wird Kasachstan auf der Top Ten-Liste von dem Sudan, Afghanistan, China und Saudi Arabien.

Was das Bezahlen der sogenannten Congestion Charge anbelangt, also der Gebühr, die man für das Befahren der Innenstadt Londons entrichten muss, sehen es die Botschaften noch „lockerer“. Viele Staaten interessiert das überhaupt nicht. Die USA tun sich dabei besonders hervor; £6,146,640 sind ihnen bis Mitte 2012 schon in Rechnung gestellt worden. Russland steht mit £4,653,960 in der Kreide und Japan mit £4,160,280.

Wie verhalten sich denn die deutschen Botschaftsangehörigen, was das Bezahlen der Congestion Charge anbelangt? Auch nicht viel anders: £3,641,170 sind da bisher angefallen, womit Deutschland knapp vor Nigeria liegt.

Laut einem Bericht der BBC schulden die in London ansässigen Botschaften seit Einführung der Congestion Charge im Jahr 2003 der Stadt : £ 58 Millionen.

*Entnommen aus dem Buch „The Top 10 of London“ von Alexander Ash
** Kasachstan hat mittlerweile über £37 000 an den Westminster Council überwiesen.

Die US-Botschaft am Grosvenor Square – Hier nimmt man es mit der Congestion Charge nicht so genau.
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Published in: on 15. September 2012 at 02:00  Kommentar verfassen  

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