Herbst und Winter – Meine Lieblings-Reisezeiten für England

Ende Januar: Mein Auto vor dem Thornbury Castle Hotel.
Eigenes Foto.

Wenn ich im Freundes- oder Bekanntenkreis erwähne, dass ich am liebsten im Herbst oder im Winter nach England fahre, werde ich immer angeguckt, als ob ich nicht ganz richtig im Kopf wäre. Wie kann man ausgerechnet in der kalten Jahreszeit nach England reisen, in ein Land, in dem es auch im Sommer immer regnet und in dem es im Herbst ständig neblig ist (wie sich das viele Deutsche noch immer vorstellen)?

Warum reise ich nun zu den Zeiten am liebsten nach England, die von nahezu allen anderen Touristen gemieden werden? Zum einen mache ich gern Dinge, die andere nicht machen, zum anderen fühle ich mich am wohlsten, wenn ich nicht von Touristenschwärmen umgeben bin. In meinen Januaraufenthalten zum Beispiel traf ich so gut wie nie auf ein anderes Auto mit deutschem Kennzeichen.

Ich liebe es, wenn es früh dunkel wird und ich mich mit meiner Frau in ein Country House Hotel oder Schlosshotel zurückziehen kann, in dem es nach Kaminfeuer riecht, in dem man sich nach einem ausgiebigen gemütlichen Abendessen mit einem Glas Whisky in die Lounge begeben kann, natürlich vor ein prasselndes Kaminfeuer. In der Lounge brennen Kerzen, leise klassische Musik läuft im Hintergrund, man blickt auf Gemälde von historischen Persönlichkeiten, die anderen anwesenden Gäste unterhalten sich in gedämpftem Ton…

Als wir kurz nach dem 11. September 2001 in England weilten, war unser Schlosshotel, das Thornbury Castle, fast leer. Das gern von Amerikanern besuchte Hotel litt unter den Massenstornierungen aus den USA. Wir waren fast allein in dem alten, wunderschönen Gemäuer.

Vor wenigen Jahren gerieten wir im Januar in ein Schneechaos, d.h. in England hielt man es für ein Schneechaos:  Die Schulen fielen aus, in Heathrow blieben Flugzeuge am Boden, im Radio wurde davor gewarnt, mit dem Auto zu fahren.

Für uns waren es  ganz normale Wintertage: Herrlich, unsere Schlosshotels waren tief verschneit. Im Cliveden Hotel bei Taplow in Berkshire lieh man uns Gummistiefel, damit wir im Park spazierengehen konnten. Bei der Abreise säuberte der Hotelmanager unser Auto vom Schnee,  stand dabei bis zu den Knöcheln im Matsch und winkte hinter uns her. Wir genossen unseren Aufenthalt in vollen Zügen.

Sicher, man muss insofern Abstriche im Winter machen, da praktisch alle Stately Homes und ähnliche Sehenswürdigkeiten geschlossen sind, aber man kann auch ohne Besichtigungen einen angenehmen Urlaub in England verbringen. Voraussetzung aber für einen gelungenen Aufenthalt im Herbst oder Winter: Romantische Hotels! In meinem Blog habe ich in der entsprechenden Kategorie schon viele beschrieben.

Im Park des Ashdown Park Hotels in East Sussex. Über Nacht hatte es plötzlich geschneit.
Eigenes Foto.

Nach dem Abendessen in der Lounge des Thornbury Castle Hotels.
Eigenes Foto.

Unsere Plantagenet Bedchamber im Thornbury Castle Hotel.
Eigenes Foto.

Das verschneite Cliveden Hotel.
Eigenes Foto.

Das George Hotel in Dorchester (Oxfordshire) an einem kalten Winterabend.
Eigenes Foto.

Published in: on 16. September 2012 at 02:00  Comments (5)  

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5 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Das sehe ich genau wie du, lieber Georg, Winter und Herbst sind hier so gemütlich – und fast keine Touristen sind unterwegs. Da kann man englische Gastfreundschaft vom Feinsten erleben.
    Liebe Grüße aus Norfolk
    Klausbernd

  2. Bin gruen vor Neid! Solch schoene ‚cozy‘ Winterabende in England sind beneidenswert!

  3. Traumhaft. Der Herbst hat war magisches und der Ort ist das ganze Jahr schön. Wunderschöne, gemütliche Bilder. Ich möchte auch gerne England sehen, bisher war es noch nicht möglich. Bis dahin geniesse ich Ihre Aufnahmen. Vielen dank.

  4. […] man in den Wintermonaten durch England fährt, was ich sehr gern tue und worüber ich in meinem Blog schon geschrieben habe, hat man schlechte Karten, wenn man in dieser Zeit Country Houses, Schlösser […]

  5. […] einem früheren Blogartikel schrieb ich über meine Vorliebe, im Winter nach England zu reisen. Wenn es dann auch noch schneit, […]


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