Mein Buchtipp – Alison Archer: Cows to Corpses – My Life in a Village Pub

Foto meines Exemplars.

Foto meines Exemplars.

Wer einmal wissen möchte wie es hinter dem Tresen und in der Küche eines englischen Pubs zugeht, dem kann ich Alison Archers Buch „Cows to Corpses: My Life in a Village Pub“ sehr empfehlen! Sie und ihr Mann Rob haben bis zum Jahr 2006 im Marketingbereich gearbeitet, als sie sich ihren Lebenstraum erfüllten: Sie kauften sich einen Pub. Der Name des Pubs wird im Buch zwar nicht genannt, aber es handelt sich um The Bell in Bosbury (Herefordshire).

Aus dem Traum wird schnell ein Albtraum, denn es läuft nicht rund. Der neu eingestellte Koch wird den Anforderungen nicht gerecht, so dass Ehemann Rob sich selbst an den Herd stellen muss, was wiederum mit großem Stress verbunden ist. Alison stellt sich hinter den Tresen, zapft Bier und unterhält sich mit den Gästen. Langsam kommt der Pub in Schwung, das Restaurant ist gut ausgelastet, die Stammgäste werden mehr, aber für Alison und Rob gibt es so gut wie keine Freizeit, auch der neueingestellte Koch entlastet das Ehepaar nicht wirklich.

Das Buch umfasst den Zeitraum vom Februar 2006 bis zum Juni 2007. Im Jahr 2009 mussten sie The Bell wieder verkaufen, denn die Wirtschafts- und Finanzkrise machte auch vor dem kleinen Ort Bosbury nicht halt. Ihre Schulden, die sich angehäuft haben, machen ihnen nach wie vor schwer zu schaffen und der einzige Weg, sie abzuzahlen, ist, ihr Haus zu verkaufen, was sie natürlich unbedingt vermeiden wollen. Alison Archer schrieb dieses Buch in der Hoffnung, von den Einnahmen den Schuldenberg abtragen und so in ihrem Haus bleiben zu können. Wenn sie 20 000 Exemplare verkauft, könnte es klappen.

„Cows to Corpses“ gibt auch einen sehr lebendigen Einblick in das Leben eines englischen Dorfes im 21. Jahrhunderts. Ich habe es sehr gern gelesen und kann es unbedingt empfehlen. Wer es kauft, tut auch noch eine gute Tat!

Hier geht es zu ihrer Homepage und hier ist Alison im Film zu sehen.

Good Luck, Alison and Rob!!!

Alison Archer: Cows to Corpses – My Life in a Village Pub. FeedARead.com 2012. 280 Seiten. ISBN 978-1781760581.

The Bell in Bosbury.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Pauline Eccles

Published in: on 28. September 2012 at 18:44  Kommentar verfassen  
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Nicht mehr gebrauchte Kirchen – Was tun damit?

All Saints Church in Harthill (Cheshire).
This work is released into the public domain.

Bei meinem letzten Besuch in der Stadt York fiel es mir wieder auf: Die Zahl der nicht mehr benötigten Kirchen und ihre Wiederverwendung für andere Zwecke nimmt zu. Warum werden immer mehr Kirchen in England stillgelegt und verkauft?

Das liegt sicher daran, dass sich immer mehr Menschen, vor allem jüngere, von der Kirche abwenden. Nur noch 6.3% der Bevölkerung gehen regelmäßig in den Gottesdienst; die Durchschnittszahl der sonntäglichen Gottesdienstbesucher liegt bei 84. Das Verhältnis Kirche zu Einwohnern liegt bei 1: 1340.
Schon vor 10 Jahren sagten Experten voraus, dass die christlichen Kirchen in England etwa um das Jahr 2045 so gut wie tot seien und nur noch 0,5% der Bevölkerung die Gottesdienste aufsuchen werden.

Bei diesem dramatischen Rückgang an Kirchenbesuchern verwundert es natürlich nicht, dass seit 1969 mehr als 1600 Kirchen stillgelegt, abgerissen oder verkauft worden sind. Um einige wenige kümmern sich Organisationen wie The Friends of Friendless Churches (s . dazu meinen Blogeintrag) oder der Churches Conservation Trust.

Viele dieser redundanten Kirche wurden an Privatleute verkauft, die sie als Wohnhäuser umbauten, viele wurden anderen Zwecken zugeführt.

Die hübsche All Saints Church in Harthill (Cheshire) wird jetzt für Zwecke der Gemeinde benutzt. Ebenfalls in Cheshire und zwar in Warrington liegt die St Ann’s Church, die 1995 geschlossen wurde und in der man ein Kletterzentrum eingerichtet hat. Das gleiche hat man mit St.Werburghs in Bristol gemacht, in der das Bristol Climbing Centre (hier ein Film) beheimatet ist.

Andere Verwendungszwecke für aufgegebene Kirchen: Nachtclubs, Spirituosenhandlungen, Schallplattengeschäfte, Textilläden, Tatoo- und Piercingstudios. Einige Kirchen sind sogar in Moscheen umgewandelt worden wie beispielsweise in Clitheroe in Lancashire. In ehemaligen Kirchenräumen kann man in Worcester im Restaurant The Olive Branch speisen.

Wenn die Prognosen zutreffen, und es sieht im Moment ganz danach aus, werden in den nächsten Jahren noch sehr viel mehr Kirchen zum Verkauf freigegeben werden.

St Ann’s Church in Warrington (Cheshire). Ein altes Foto aus dem Jahr 1994, bevor hier ein Kletterzentrum eingerichtet wurde.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright S Parish

St Werburgh’s in Bristol. Auch hier wurde ein Kletterzentrum eingerichtet.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Sharon Loxton

 

Published in: on 28. September 2012 at 02:00  Comments (1)