The Debatable Land – Ein einst umkämpfter Landstrich an der englisch-schottischen Grenze

Die schottisch-englische Grenze an der A7 im Debatable Land.
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2014 stimmen die Schotten über die Zukunft ihres Landes ab. Die Scottish National Party(SNP), die für die Unabhängigkeit Schottlands kämpft und die stärkste Partei im Land ist, will unter ihrem Chef Alex Salmond endlich wieder ein selbständiges Schottland. Ob ihr das gelingt, ist aber nach wie vor zweifelhaft.

Sollte es die SNP tatsächlich schaffen, würde es dann wieder Probleme mit dem sogenannten Debatable Land geben? Das ist ein Landstrich an der englisch-schottischen Grenze, an dem Cumbria und Dumfries and Galloway aneinanderstoßen und der schon vor Jahrhunderten umstritten und umkämpft war. Diese 16×6 Kilometer große Region verfügte über keine klare Grenzlinie und wurde sowohl von Schottland als auch von England beansprucht. Es kam soweit, dass dort Gesetzlosigkeit herrschte; jeder konnte rauben, plündern und töten, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Mehrere Clans taten sich hier besonders hervor wie die Grahams, die Armstrongs, die Elliots und die Bells; speziell die Grahams galten als extrem blutrünstig. Schließlich einigte man sich über die Grenzlinie und baute den sogenannten Scots‘ Dike, einen etwas über 5 km langen, 4 m breiten und ein Meter hohen Erdwall, von dem heute nur noch wenig zu sehen ist.

Das alles spielte sich im 16. Jahrhundert ab. Als König James im Jahr 1603 Herrscher von England und Schottland wurde, sprach er ein Machtwort und beseitigte die Querelen, indem er die streitsüchtigen Clans aus der Region vertrieb.

2008 unternahm die SNP einen Versuch, die Stadt Berwick-on-Tweed in Northumberland wieder nach Schottland zurückzuholen (die Grenzstadt wechselte im Laufe der Geschichte mehrfach die Staatszugehörigkeit), würde sie es auch wieder mit dem Debatable Land versuchen?

Longtown in Cumbria, an der A7 gelegen, ist die letzte englische Stadt vor der schottischen Grenze und bildet mit dem River Esk den südlichsten Punkt dieser Region und der dort einst ansässige Graham-Clan (der zwar vertrieben wurde, aber wieder zurückkehrte) hat einige Spuren hinterlassen, so z.B. Netherby Hall, nördlich von Longtown, der Stammsitz der Grahams für mehrere Jahrhunderte; auch das Graham Arms Hotel wurde von der Familie gebaut. Ob die Besitzer der Eisenwarenhandlung in der High Street, John & Stuart Graham, auch von dem Clan abstammen, kann ich leider nicht sagen.

Das von den Grahams erbaute Hotel in Longtown (Cumbria).
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Netherby Hall, Stammsitz der Graham-Familie.
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