The Highgrove Shops – Produkte aus der „Werkstatt“ von Prince Charles

Der Highgrove Shop in der Long Street in Tetbury.
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In Tetbury in Gloucestershire gibt es einen und auch in Bath in Somerset gibt es einen: Die Rede ist von den sogenannten Highgrove Shops, benannt nach Prince Charles‘ Anwesen Highgrove in Gloucestershire.

„Home and lifestyle products inspired by the beautiful gardens at Highgrove“ gibt es dort zu kaufen und die erzielten Einnahmen fließen in die „Charitable Foundation“ des Prinzen. Da man ja weiß, dass er großen Wert auf Produkte aus organischem Anbau legt und er einen ausgeprägten Sinn für den schonenden Umgang mit der Umwelt hat, sind die in den Läden erhältlichen Waren auch entsprechend ausgerichtet.

Das Angebot in den Shops ist sehr umfangreich; da gibt es z.B. Wein aus organischem Anbau und Produkte von der Duchy Home Farm, die zu Highgrove gehört, wie Honig von lokalen Bienenstöcken. Da gibt es den Highgrove Organic Afternoon Tea, den Highgrove Rosemary Jelly aus Wiltshire, den Prince’s Ginger Liqueur und natürlich den Christmas Pudding.

Die Lavendelerzeugnisse in den Shops wie Seife, Lotionen usw. werden aus Lavendel hergestellt, der in Sandringham (Suffolk) gewachsen ist, dem Landsitz der Queen. Holzprodukte wie die Liegestühle kommen aus einer Behinderten-Werkstatt in Dorset und das Porzellan stammt aus einer der wenigen noch verbliebenen Manufakturen in Stoke-on-Trent.

Man sieht: Die allgegenwärtigen „Made in China“-Erzeugnisse sucht man in den Highgrove Shops vergebens.
Wer nun nicht extra nach Bath oder Tetbury fahren möchte, um einen der Läden aufzusuchen, kann die Produkte auch in London bei Fortnum & Mason (Nahrungsmittel) oder bei Selfridge’s (Haus und Garten) kaufen oder den Online-Shop benutzen. Wer in Deutschland Interesse an den Highgrove-Angeboten hat, kann diese auch bestellen. Die Lieferkosten liegen bei £18 (bis 30kg).

Das Geschäft in Tetbury liegt in der Long Street, nur ein paar Schritte vom Snooty Fox Hotel entfernt.
Das Geschäft in Bath ist in der lebhaften Milsom Street im Zentrum zu finden.

Die Milsom Street in Bath; hier ist der zweite Highgrove Shop zu finden.
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Published in: on 30. November 2012 at 02:00  Comments (3)  
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Neu auf dem britischen Buchmarkt – John Nettles: Jewels and Jackboots – Hitler’s British Isles, the German Occupation of the British Channel Islands 1940-1945

John Nettles, der ehemalige Inspector Barnaby aus der TV-Krimiserie „Midsomer Murders“, hat sich mittlerweile einem anderen Projekt verschrieben, das auf seine Zeit als Detective Sergeant Jim Bergerac („Bergerac“, eine TV-Serie, die von 1981 bis 1991 in England ausgestrahlt wurde) zurückzuführen ist. In dieser Serie war John Nettles auf der Kanalinsel Jersey im Einsatz. Der langjährige Aufenthalt dort hat den Schauspieler sehr geprägt, denn auch nach über zehn Jahren nach Beendigung der Dreharbeiten beschäftigt sich Nettles mit den Kanalinseln, was in eine dreiteilige TV-Dokumentation mit dem Titel „The Channel Islands at War“ mündete (hier ein Filmausschnitt). Darin geht es um die deutsche Besatzung der Inseln während des Zweiten Weltkriegs.

Aus dieser Fernsehdokumentation ist ein Buch entstanden, das am 25. Oktober diesen Jahres auf dem britischen Buchmarkt erschien: „Jewels and Jackboots: Hitler’s British Isles, the German Occupation of the British Channel Islands 1940-1945„. John Nettles geht darin der Frage nach wie die Bewohner der Inseln mit der deutschen Okkupation umgingen und ob es zu einer Kollaboration mit den Besatzern kam. John Nettles besuchte u.a. auch das Lager Sylt auf der Insel Alderney, wo 6000 Kriegsgefangene Zwangsarbeit verrichten mussten und von denen schätzungsweise 40% starben. Jersey, Guernsey, Alderney and Sark bildeten den einzigen Teil des Königreiches, der im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen besetzt war.

John Nettles hat über die Kanalinseln schon früher Bücher geschrieben. 1988 erschien „Bergerac’s Jersey“ (BBC Books) und 1992 „John Nettles‘ Jersey: A Personal View of the People and Places“ BBC Books).

In diesem Film spricht John Nettles über sein neues Buch.

John Nettles: Jewels and Jackboots: Hitler’s British Isles, the German Occupation of the British Channel Islands 1940-1945. Channel Island Publishing 2012. 288 Seiten. ISBN 978-1905095384.

Published in: on 29. November 2012 at 02:00  Comments (3)  
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Kuriose „Appreciation Societies“ in England

Mit diesen Ventilkappen beschäftigt sich die Dust Cap Appreciation and Protection Society.
Eigenes Foto. Ich bitte, meine verschmutzten Felgen zu entschuldigen!!

Über einige der sogenannten „Appreciation Societies“ habe ich in meinem Blog schon berichtet wie die „Pylon Appreciation Society„, die sich für Strommasten interessiert oder die „Cloud Appreciation Society„, in der sich Wolkenfans zusammengefunden haben. Es gibt noch viele andere mehr oder weniger kuriose Gesellschaften, von denen ich hier einige, wie ich meine, besonders merkwürdige vorstellen möchte.

Mein Favorit ist die 2006 gegründete „Dust Cap Appreciation and Protection Society„; das ist eine verschworene Gemeinschaft von Freunden der „Autoreifenventilkappen“. Ihr Ziel:

– „To raise public awareness of dust caps. A recent survey conducted by the D.C.A.P.S. found that only 4 in 10 people knew what dust caps are, and that only 2 in 10 can correctly explain the role of a dust cap. We believe that it is vital to raise public awareness of dust caps, for the benefit of society“.

Bis vor kurzem war ich der Meinung, dass diese Ventilkappen alle gleich aussehen, aber weit gefehlt, es gibt da die unterschiedlichsten Varianten.

Die „Biscuit Appreciation Society“ widmet ihr ganzes Interesse Keksen:
„The society encourages individuals to form their own local biscuit appreciation society, host a local biscuit fete, play biscuit games or simply enjoy eating biscuits together.  Another thing they suggest is to start memorizing biscuit recipes“.
Beim Betrachten ihrer Webseiten wird schnell klar, dass sich diese Gesellschaft nicht ganz ernst nimmt, denn sie behaupet z.B. eine Warteliste von 17 Jahren für die Aufnahme neuer Mitglieder zu haben. Man beschäftigt sich ausgiebig mit der Kunst des „Biscuit Dunking“, also des Eintunkens von Keksen in Kaffee oder Tee, und mit „Vicar’s Tea Parties“ („Vicars are well known for having possibly the best biscuits on the planet“). Witzig!!

Sehr schön finde ich auch die „Roundabout Appreciation Society„, auf der sich Freunde des britischen Kreisverkehrs wohlfühlen werden. Deren Online-Shop ist sehr interessant; da kann man beispielsweise ein Tischset mit Glasuntersetzern mit Fotos des Magic Roundabout von Swindon kaufen oder einen Kalender mit Motiven der schönsten Kreisverkehre von Redditch  in Worcestershire. Ein Bestseller im Shop scheint auch der Kalender „Insane Asylums of England 2013“ zu sein (obwohl ich hier den Zusammenhang zu Kreisverkehren nicht sehe).

 

Published in: on 28. November 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Das Royal Holloway College bei Egham (Surrey) – Eines der ungewöhnlichsten Gebäude Englands

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„…the place shimmers above the tree-line like a lost temple in a Cambodian jungle“ schreibt Simon Jenkins über das Royal Holloway College an der M25 bei Egham in Surrey, westlich von London. Es ist für mich sicher eines der ungewöhnlichsten Gebäude Englands, dieses 1881 im neugotischen Stil erbaute Riesenhaus, das heute der Universität von London gehört.
Das Founder’s Building, so der ursprüngliche Name des Gebäudes, ist dem Loire-Schloss Chambord nachempfunden und gebaut wurde es von Thomas Holloway, einem Mann, der durch den Verkauf von Pillen im 19. Jahrhundert steinreich geworden war. Holloway schickte seinen Architekten William Henry Crossland für zwei Jahre an die Loire, um Chambord genau unter die Lupe zu nehmen und jede Einzelheit zu studieren. Königin Victoria eröffnete das College offiziell und gestattete ihm das „Royal“ im Titel zu tragen. Studieren durften hier nur junge Frauen, erst seit 1965 sind auch Männer zugelassen. Heute sind hier über 9000 Studenten aus allen Teilen der Welt eingeschrieben, die das Privileg haben, in einem atemberaubenden Gebäude arbeiten zu können. Im College gibt es sogar einen eigenen Radiosender, Insanity Radio, der von Studenten betrieben wird (hier live zu hören).

In den Innenhöfen des College stehen zwei Skulpturen, die von Prinz Victor von Hohenlohe-Langenburg angefertigt wurden. Der Prinz war Admiral in der Royal Navy und Bildhauer. Die Skulpturen zeigen einmal Königin Viktoria im nördlichen Hof und Thomas Holloway mit Ehefrau Jane im südlichen Hof.

Die Kulisse des Royal Holloway College eignet sich natürlich auch hervorragend für Filmaufnahmen und so wurden hier schon mehrere Spielfilme und Fernsehserien gedreht. Wer Sharon Stones „Basic Instinct II“ gesehen hat, erinnert sich vielleicht noch an die Schlussszene, die hier im College-Innenhof gedreht wurde.
Auch die 2009 ausgestrahlte  ITV2-Serie „Trinity“ wurde zum größten Teil hier im College hergestellt (hier ein Trailer).
Und auch „Midsomer Murders“ war hier zu Gast. Inspector Barnaby klärte in Episode 21 „Murder on St Malley’s Day“ (dt. „Mord am St Malley’s Day“) einen Fall in der Devington School (= Royal Holloway College) auf.

Dieser Film stellt das Royal Holloway College vor.

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Vergessene Krimiautoren – Eden Phillpotts (1862-1960)

Wer sich einmal mit dem Leben der Queen of Crime, Agatha Christie, beschäftigt hat, stößt unweigerlich in der Entwicklungsphase der angehenden Schriftstellerin auf den Namen Eden Phillpotts, ein Freund der Familie und Nachbar; sein Haus „Eltham“ in der Oakhill Road lag nicht weit von „Ashfield“ entfernt, dem Wohnsitz ihrer Eltern in der Barton Road im Seebad Torquay (Devon). Als die junge Agatha ihre ersten Schreibversuche unternahm, riet ihr ihre Mutter, Eden Phillpotts um Rat zu Fragen, was sie denn auch tat. Der 1862 geborene Phillpotts, „ein Mann von sonderbarem Aussehen, mit seinen nach oben gezogenen Augenwinkeln glich er mehr einem Faun als einem menschlichen Wesen“ (so Agatha Christie in ihrer Autobiografie „Meine gute alte Zeit“), war damals ein erfolgreicher Schriftsteller, dessen Kriminalromane und dessen Dartmoor-Zyklus gern gelesen wurden. Er nahm sich der jungen Dame an und förderte sie, was ihm Agatha Christie nie vergaß: „Wie dankbar ich ihm bin, lässt sich in Worten kaum ausdrücken…mir zu helfen, war ihm ein echtes Anliegen„.
1932 widmete sie ihrem Gönner einen ihrer Romane „Peril at End House“ (dt. „Das Haus an der Düne“): „To Eden Phillpotts. To whom I shall always be grateful for his friendship and the encouragement he gave me many years ago„.

Phillpotts war ein ausgesprochener Vielschreiber, dessen Bücher heute fast vergessen sind. Er fühlte sich zeitlebens in Devon am wohlsten und so beschäftigte er sich ausgiebig mit dem Dartmoor, das ja von Torquay nicht weit entfernt ist. Viele seiner Romane sind dort angesiedelt und er hat sogar einen Dartmoor-Zyklus geschrieben, der aus 18 Romanen und zwei Bänden mit Kurzgeschichten besteht. Ich habe davon einmal den Band „Widecombe Fair“ gelesen, ein 552 Seiten umfassender Roman, in dessen Mittelpunkt das jährlich am zweiten Dienstag im September stattfindende Volksfest in dem Dartmoor-Dörfchen Widecombe-in-the-Moor steht.

In einigen von Phillpotts Krimis löst der ehemalige Scotland Yard-Inspektor John Ringrose die Fälle, so z.B. in „A Voice from the Dark„, das ich einmal gelesen habe. Ganz gut fand ich auch Phillpotts‘ 1926 erschienes „The Marylebone Miser„, ein Locked-Room-Mystery, ebenfalls mit John Ringrose.

Die Literaturkritik hält nicht allzuviel vom Schaffen des Autors. So schreibt z.B. Richard C. Carpenter in „Twentieth Century Crime & Mystery Writers„: Phillpotts‘ mysteries, plodding, drawn-out, and conventional in characterization, are principally of historical interest“ und „It is nevertheless true that he did contribute to the detective mystery some notably original situations, though they often are so bizarre as to call for indulgent willingness to suspend disbelief on the reader’s part“.

1960 starb Eden Phillpotts im Alter von 98 Jahren in dem kleinen Dorf Broadclyst, in der Nähe von Exeter in Devon. Seine zahllosen Romane sind heute weitgehend vergessen. Ins Deutsche wurden laut Katalog der Deutschen Nationalbibliothek lediglich drei seiner Bücher übersetzt.

Hier in Broadclyst in Devon starb Eden Phillpotts im Jahr 1960.
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Published in: on 26. November 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Littlewick Green (Berkshire)

Die Village Hall von Littlewick Green. Eigenes Foto.

Die Village Hall von Littlewick Green.
Eigenes Foto.

Von der A4 Maidenhead – Reading geht es kurz hinter Maidenhead links ab in das kleine hübsche Littlewick Green, ein Dorf, das sich um das große Village Green herumgruppiert und das schon relativ früh von den Location Scouts der TV-Serie „Midsomer Murders“ entdeckt wurde. In Folge 8 „Dead Man’s Eleven“ (dt. „Sport ist Mord“) wurde für die Cricket-Szenen ein Drehort mit einem großen Green gesucht und hier in Berkshire gefunden. Littlewick Green erinnert mich stark an Warborough in Oxfordshire, das ebenfalls über einen solchen Dorfanger verfügt mit dem angrenzenden Pub „The Six Bells“ (s. dazu auch meinen Blogeintrag); hier ist es „The Cricketers“ (CAMRA Pub of the Year des Jahrs 2008).

Die Village Hall, auch am Green gelegen, dient bei Cricket-Matchs oft als Anzeigetafel wie auch in dieser Inspector-Barnaby-Episode. Eines der vielen hübschen Cottages im Dorf wurde für das Haus Portland Place von Colin und Christine Cooper verwendet, das sich die Barnabys im Zuge ihrer „Househunting-Tour“ ansehen. Dieses besonders schöne Cottage ist noch einmal in Folge 24 „A Talent for Life“ (dt. „Der Tod und die Lady“) und in Folge 73 „The Great and the Good“ (dt. „Schreie in der Nacht“) zu sehen.
Das Barnaby-Filmteam kam noch einmal für Folge 53 nach Littlewick Green zurück; für „The Animal Within“ (dt. „Das Tier in Dir“) verwendete man weitere Cottages, von denen das Dorf so viele zu bieten hat.

Littlewick Green hatte auch einmal einen berühmten Dorfbewohner: Ivor Novello, ein in den 1920 und 1930er Jahren beliebter und erfolgreicher Schauspieler und Komponist, hatte sich hier in einem Haus namens Redroofs niedergelassen und schrieb hier einen großen Teil seiner Kompositionen, die er in der oben erwähnten Village Hall erst einmal testete. Viele Berühmtheiten gingen in Redroofs aus und ein wie Winston Churchill oder Noel Coward. Heute ist in dem Haus die Redroofs Theatre School untergebracht, zu deren ehemaligen Schülerinnen u.a. Kate Winslet und Joanne Froggatt (die Anna Bates  in der TV-Serie „Downton Abbey“) gehörten.

An der A4 ein Stückchen weiter Richtung Reading liegt ein Pub, der sich des Namens des Schauspielers bedient, „The Novello„.

The Cricketers in Littlewick Green. Eigenes Foto.

The Cricketers in Littlewick Green.
Eigenes Foto.

Die Schauspielschule Redroofs. Eigenes Foto.

Die Schauspielschule Redroofs.
Eigenes Foto.

Eines der hübschen Cottages am Village Green. Eigenes Foto.

Eines der hübschen Cottages am Village Green.
Eigenes Foto.

Published in: on 25. November 2012 at 02:00  Comments (2)  
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Der Spinnaker Tower in Portsmouth (Hampshire)

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Der Hafen der Stadt Portsmouth an der englischen Südküste ist einer wichtigsten und größten Militärstützpunkte in ganz Europa. Hier gibt es so einiges zu sehen. In den Historic Dockyards z.B. liegt die HMS Victory, das berühmte Schiff Horatio Nelsons, das an der Schlacht von Trafalgar teilnahm. Nicht weit davon entfernt, kann man die HMS Warrior besichtigen, das erste britische gepanzerte Kriegsschiff. Ein drittes Schiff macht das Trio komplett: Die Mary Rose, das Kriegsschiff Heinrichs VIII, das 1511 gebaut wurde.

Auf den angrenzenden Gunwharf Quays steht seit 2005 ein weiterer Touristenmagnet, der mittlerweile zum Wahrzeichen der Stadt Portsmouth geworden ist: Der Spinnaker Tower. 2001 wurde mit dem Bau des 170m hohen und £35.6 Millionen teueren Turm begonnen, der die Form eines Spinnaker-Segels hat und sehr stark an das Burj Al Arab-Hotel in Dubai erinnert, das aber fast doppelt so hoch ist.

Seit dem 17. Oktober 2005 ist der Turm für die Öffentlichkeit zugänglich, wobei sich natürlich die drei Aussichtsplatformen der größten Beliebtheit erfreuen, die in 100m, 105m und 110m Höhe übereinanderliegen. Mit einem Hochgeschwindigkeits-Aufzug werden die Besucher in dreißig Sekunden bis nach oben transportiert und die größte Attraktion für viele ist der Glasboden der untersten Plattform. In der 2. Etage ist das Café in the Clouds untergebracht, wo man z.B. für £40 seinen Afternoon Tea zu sich nehmen kann (2 Personen inklusive Turmeintritt). Die oberste Plattform schließlich, The Crow’s Nest, ist offen und hier kann der Wind schon einmal ganz schön stark wehen (der Schwankungsbereich liegt hier oben bei 15cm).

Der Bau des Turmes hatte mehrfach für Schlagzeilen gesorgt: Er ist erst fünf Jahre später fertig geworden als ursprünglich geplant; die Baukosten lagen deutlich höher als angenommen; es gab ständig Probleme mit dem gläsernen Außenaufzug, der nie funktionierte und jetzt abgebaut wird.

Wie auch immer: Die Touristen lieben den Spinnaker Tower und strömen in Massen nach Portsmouth (was ja auch Sinn der Sache war); über zwei Millionen sind seit der Eröffnung auf den Turm gefahren, von dem aus man einen großartigen Ausblick hat, einen Ausblick mit Garantie, denn falls man bei seinem Besuch die drei Solent Forts (Spitbank, No Man’s Land und Horse Sand) nicht sehen kann, erhält man einen Gutschein, mit dem man innerhalb von drei Monaten erneut kostenlos den Turm besuchen kann. Der Standard-Eintritt für einen Erwachsenen kostet übrigens £8.25, Kinder zahlen £6.55.

Spinnaker Tower
Gunwharf Quays
Portsmouth
Hampshire
PO1 3TT
Tel. 023 9285 7520

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Published in: on 24. November 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Banbury (Oxfordshire) – Einige persönliche Eindrücke

Das Banbury Cross.
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Ich wohnte einmal für kurze Zeit in dem Dörfchen Shutford, einige Meilen westlich von Banbury in Oxfordshire, und da fuhren wir zum Essen abends oft in die Stadt, die zweitgrößte nach Oxford in der Grafschaft. Sicher, Banbury wird im immer im Schatten der Universitätsstadt stehen, aber irgendwie hat der Ort auch einen gewissen Charme.

Etwa 100m neben dem Whateley Hall Hotel, ein 3*-Sterne Hotel, das jetzt zur Mercure-Kette gehört und eine sehr schöne Fassade besitzt, steht das Banbury Cross, eine Art Wahrzeichen der Stadt, das 1859 errichtet wurde und an die Hochzeit von Königin Victorias ältester Tochter, die ebenfalls Victoria hieß, mit Prinz Friedrich von Preußen, dem späteren Kaiser Friedrich III, erinnert. Das steinerne Monument ist 16m hoch und wird an der Spitze von einem vergoldeten Kreuz gekrönt.
Es gibt einen alten Kinderreim aus dem 18. Jahrhundert, in dem das Banbury Cross im Mittelpunkt steht, allerdings ist das ein Vorgänger des gegenwärtigen Monuments: „Ride a Cock Horse to Banbury Cross„. Darin heißt es:

Ride a cock-horse to Banbury Cross,
To see a fine lady upon a white horse;
Rings on her fingers and bells on her toes,
And she shall have music wherever she goes.

Über die Bedeutung des Wortes „cock-horse“ ist man sich nicht ganz einig: Es kann sich dabei entweder um ein „Steckenpferd“ handeln oder um ein Pferd, das zusätzlich bei starken Steigungen vor eine Kutsche gespannt wurde. Und die „Fine Lady“ könnte Lady Godiva oder Elizabeth I sein. Man wird es wohl nie herausbekommen. Hier ist das Lied zu hören.

Wenn man Banburys St Mary’s Church besucht, wird man vor der Kirche einen Gedenkstein finden, der an das Buch „Gullivers Reisen“ (1726) des Schriftstellers Jonathan Swift erinnert. Swift soll bei seinen Spaziergängen über den Kirchhof mehrere Grabsteine gesehen haben, auf denen der Name „Gulliver“ stand, ein in Banbury damals verbreiteter Name. Auf diese Weise fand der Name Eingang in die Weltliteratur.

Vielleicht hat schon jemand einmal von der Süßigkeit „Banbury Cake“ gehört; dieses mit Korinthen gefüllte Gebäck wurde erstmals im 16. Jahrhundert von dem Bäcker Edward Welchman hergestellt. Heute ist es in der Stadt in Oxfordshire nicht mehr oft anzutreffen, aber im „The Banesberie Coffee Shop“ in der Butcher’s Row oder im „Pie in the Sky“ in der Church Lane kann man noch Banbury Cakes kaufen.

Angenehme Erinnerungen habe ich an das Thai Orchid Restaurant (56 North Bar), in dem man zwischen exotischen Pflanzen in einer Art Wintergarten sitzt; auch die Essensqualität dieses von der thailändischen Regierung mit einem Preis ausgezeichneten Restaurant ist sehr gut.

Übrigens: Manchmal hängt über Banbury der Geruch von geröstetem Kaffee; das liegt an einer der weltgrößten Fabriken zur Herstellung von Kaffee, die hier ihren Sitz hat: Kenco Coffee wird hier produziert.

Hier ist ein kurzer Film, der die Stadt Banbury vorstellt.

Das Buch zum Artikel:
Malcolm Graham: Banbury Then & Now. The History Press 2011. 96 Seiten. ISBN 978-0752463421.

St Mary’s Church.
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Whately Hall Hotel.
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Published in: on 23. November 2012 at 02:00  Comments (1)  
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König Georg IV und seine Festmahle im Royal Pavilion in Brighton

Karikatur Georgs IV von James Gillray.
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Die Herrschaft Georgs IV. August Friedrich (1762-1830) war von Exzentrik und Verschwendungssucht geprägt und er war wohl einer der unbeliebtesten Könige, die England jemals hatte. In seinem pompösen Royal Pavilion in Brighton genoss er es, gewaltige Festmahle abzuhalten und sich stundenlang vollzustopfen mit allen Köstlichkeiten, die seine Küche aufzubieten hatte.
Als er einmal von Großherzog Nikolaus von Russland besucht wurde, lud er den damals besten Koch der Welt, Marie-Antoine Carême, nach Brighton ein, um dort ein Festmahl zu bereiten wie man es vorher wohl selten gesehen hat. Es bestand aus 127 einzelnen Gerichten, darunter eine ein Meter hohe türkische Marzipan-Moschee.

Aber auch wenn Georg IV keine hohen Besuche empfing, forderte er seinen Köchen alles ab, sowohl qualitativ als auch quantitativ. Das konnte z.B. so aussehen:
Nach dem Genuss mehrerer Suppen wurden Fische serviert wie Lachs, Karpfen oder Schellfisch. Es folgte ein Dutzend Vorgerichte, bestehend u.a. aus Fleisch, Geflügel und Pasteten. Und jetzt ging es erst richtig los: Mehrere Braten wurden aufgetragen: Kaninchen, Hühnchen, Rebhuhn, Wildente; zwischendurch reichte man kleine süße Köstlichkeiten. Dann kam man (schon) zum Dessert und da verlustierte man sich mit Früchtetorten, Eiscrème, Pudding und Baisers. Georg IV trank dazu schon einmal drei Flaschen Wein (ganz allein, versteht sich) und der abschließende Käse wurde mit Bier heruntergespült. Dass diese Völlerei auf die Figur des Königs durchschlug, verwundert nicht!

Hier ist „King George IV“ als Sänger zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Saul David: The Prince of Pleasure. Abacus 2009. 496 Seiten. ISBN 978-0349110875.

Hier im Royal Pavilion in Brighton wurden die Festmahle Georgs IV abgehalten.
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Published in: on 22. November 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Der Untergang der „Marchioness“ – Eine der großen Katastrophen auf der Themse in London

Gedenkstätte in der Southwark Cathedral.
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In den frühen Morgenstunden des 20. August 1989 ereignete sich mitten in London auf der Themse ein schweres Schiffsunglück, das an den Untergang der SS Princess Alice am 3. September 1878 erinnert, nur dass damals erheblich mehr Menschen ertranken (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Das voll besetzte 46 Tonnen leichte Ausflugsboot „Marchioness“ wurde von dem 80 m langen, 13m breiten und 1880 Tonnen schweren Baggerschiff „Bowbelle“ gerammt und ging binnen 30 Sekunden unter. 51 Menschen überlebten die Katastrophe nicht. Das Boot war für eine Geburtstagsparty gechartert worden und 131 Menschen feierten auf der „Marchioness“, als sich die Kollision ereignete. Beide Schiffe hielten sich in der Mitte der Themse auf und die jeweils Verantwortlichen hatten offensichtlich ihren Crews keine klaren Anweisungen zur Beobachtung des Schiffsverkehrs gegeben. Zu diesem Schluss kam jedenfalls eine Untersuchungskommission. Der Kapitän der „Bowbelle“ wurde vor Gericht gestellt, aber freigesprochen, da die Geschworenen sich auf keinen gemeinsamen Schuldspruch einigen konnten.

In der Southwark Cathedral wurde in Erinnerung an die Ertrunkenen eine Gedenkstätte errichtet, die die Inschrift trägt „Many waters cannot quench love“.

Am 25. März 1996 ereilte auch die „Bowbelle“ ihr Schicksal, als sie vor der Küste von Madeira sank. Das Wrack erfreut sich seitdem bei Tauchern großer Beliebtheit. Hier ist ein Film darüber zu sehen.

Die britische ITV drehte 2006 einen Spielfilm über die Katastrophe, der aber nicht gesendet wurde, weil die Angehörigen der Opfer Einspruch erhoben und weil er wohl nicht sensibel genug produziert worden war (hier ein Ausschnitt). Eine Dokumentation der BBC „The Marchioness: A Survivor’s Story“ wurde jedoch 2009 ausgestrahlt.

Das Buch zum Artikel:
Magda Allani: Dark Waters – Chronicle of a Story Untold: A Survivor’s Account of the Marchioness Disaster on the Thames. Slow Burn Publications 2011. 250 Seiten. ISBN 978-1908671011. (Magda Allani ist eine der Überlebenden der Katastrophe).

Published in: on 21. November 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Ungewöhnliche Hotels – Das Pelirocco in Brighton (East Sussex)

Es gibt eine ganze Reihe von Hotels in der Welt, die sich von den Standard-Herbergen absetzen wollen, indem sie außergewöhnlich eingerichtete Zimmer zur Übernachtung anbieten. In Berlin haben wir da beispielsweise die Propeller Island City Lodge in der Albrecht Achilles Str. 58; dort kann man u.a. in Käfigen oder in Särgen schlafen. Im berühmten Madonna Inn in San Luis Obispo in Kalifornien sind alle Zimmer und Suiten unterschiedlich gestaltet und man kann dort z.B. in Room 209 „Oriental Fantasy“ oder in Room 139 „Jungle Rock“ übernachten; alle Zimmer verfügen über eine außergewöhnliche, manchmal sogar atemberaubende Einrichtung.

In Brighton in East Sussex finden wir am Regency Square, nur ein paar Schritte vom Meer und von der alten West Pier entfernt, auch ein Hotel, das in diese Kategorie passt: Das Pelirocco, das sich selbst „England’s most Rock ’n‘ Roll Hotel“ nennt. Passend zum Ruf von Brighton als Stadt der „Dirty Weekends“ gibt es hier den „Play Room“ mit Rundbett, darüber einen Baldachin mit integriertem Spiegel, und als Besonderheit eine Pole Dancing Area! Die Übernachtung kostet in dieser Suite die Woche über £249, am Dirty Weekend £349.
Der „Pin-Up Parlour“ ist der Schauspielerin und dem britischen Sexsymbol der 1950er Jahre Diana Dors gewidmet. Die Besonderheiten des Zimmers „Cloud Cuckoo“ sind eine Kuckucksuhr und viele besonders geformte Spiegel. Das Doppelzimmer „Soul Supreme“ verfügt über einen Plattenspieler mit Soul-LPs der Detroiter Firma Motown und an den Wänden hängen Bilder der Motown-Stars.

Ein spezieller Service wird im Pelirocco geboten: Taboudoir – The Bespoke Boudoir Photography Service. Für £150 können sich Damen von Profis stylen (Classic oder Vintage, Retro oder Contemporary) und sich anschließend in einem der Zimmer fotografieren lassen. Das optimale Erinnerungsfoto an ein Dirty Weekend!

Hotel Pelirocco
10 Regency Square
Brighton BN1 2FG
Tel. 01273 327055

Published in: on 20. November 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der „Footman“ in einem herrschaftlichen Haus

Wenn man sich einmal britische TV-Dramen wie „Downton Abbey“ oder „Upstairs, Downstairs“ ansieht, gibt es in den herrschaftlichen Häusern oft jemanden, der die Position des Footmans innehat. Was hat es mit dieser Person auf sich?

Der Name geht zurück in die Zeit, als die Herrschaften mit ihren Kutschen unterwegs waren. Sie hatten einen Diener, der vor oder neben den Kutschen herlief und darauf achtete, dass niemand in den Weg geriet, dass die Kutschen nicht umkippten usw. Er war also mehr oder weniger für die Sicherheit seiner Herrschaften verantwortlich. Diese meist kräftig gebauten jungen Männer wurden Footmen oder Running Footmen genannt.

Als diese genannten Aufgaben im Laufe der Zeit wegfielen, behielten manche Adlige ihre Footmen und die Position wurde neu definiert: „A man employed as a servant to wait at table, attend the door, and run various errands„. Der Footman wurde zu einer Art Statussymbol; man suchte oft gut aussehende Männer dafür aus, die eine spezielle Livrée tragen durften/mussten, sie waren stets gut informiert, was sich im Haus zutrug und sie verdienten gut. Der First Footman kam in der Rangfolge gleich nach dem Butler. Man erwartete von einem Footman, dass er unverheiratet blieb, manchmal war er auch homosexuell (s. dazu auch die Figur des Thomas Barrow in der TV-Serie „Downton Abbey“).

In London gibt es in der Charles Street in Mayfair, gleich um die Ecke vom Berkeley Square, einen Pub namens „The Only Running Footman“. Hier trafen sich seinerzeit die Footmen der herrschaftlichen Häuser, von denen es in Mayfair jede Menge gab. Der volle Name des Pubs lautet eigentlich „I Am The Only Running Footman“ und genau das ist auch der Titel eines Kriminalromans der amerikanischen Schriftstellerin Martha Grimes, die viele ihrer Bücher nach real existierenden englischen Pubs benannte. Wie immer recherchierte sie auch hier genau vor Ort in der Charles Street und Umgebung. Der deutsche Übersetzungstitel heißt „Inspektor Jury steht im Regen“ und erschien 1996 (die Originalausgabe erschien 1986).

In diesem kurzen Filmclip ist Martha Grimes in dem Londoner Pub zu sehen.

Die Londoner Charles Street. Rechts der Pub „The Only Running Footman“.
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Eigenes Foto.

Published in: on 19. November 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Castle Combe (Wiltshire) – Englands schönstes Dorf?

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Stolz verkündet die Homepage des Dorfes Castle Combe in Wiltshire: „The Prettiest Village in England„. Kann Sie das zu Recht behaupten? Ich habe schon viele andere Dörfer in ganz England gesehen, die diesen Anspruch auch behaupten könnten, aber Castle Combe ist schon etwas Besonderes. Kaum ein Kalender, der das dörfliche England darstellt, der kein Foto von Castle Combe beinhaltet. Meist ist es das gleiche Motiv: Die Brücke über den By Brook steht dabei fast immer im Vordergrund.

So ein hübsches Dorf zieht natürlich viele Besucher an. Ich hatte das Glück, so ziemlich allein in Castle Combe zu sein und das genoss ich dann auch besonders. Sein Auto sollte man möglichst bald am Ortseingang abstellen, denn der Parkraum im Dorf ist sehr begrenzt. Optimal ist es, wenn man in Castle Combe übernachtet und dann auch abends hier spazierengehen kann. Dafür bietet sich das sehr schön gelegene Manor House Hotel an.

Ein „Castle“ wie der Ortsname vermuten lässt, gibt es hier nicht mehr. Wer sich für Kirchen interessiert, der wird sich sicher die in der Ortsmitte gelegene St. Andrew’s Church ansehen.

Castle Combe war schon mehrfach Schauplatz von Spielfilmen, das liegt einfach auf der Hand und da mussten die Location Scouts der Produktionsfirmen auch nicht lange suchen. Wenn die Filmcrews anrücken, kann es für die Dorfbewohner schon manchmal ziemlich lästig werden, zuletzt geschehen bei den Dreharbeiten zu dem Steven Spielberg-Film „War Horse“ (dt. „Gefährten“), in dem u.a. Emily Watson und Benedict Cumberbatch zu sehen waren.

Schon 1967 diente Castle Combe in dem Film „Doctor Dolittle“ mit Rex Harrison in der Hauptrolle als Drehort; es folgten u.a. „Stardust“ (dt. „Der Sternwanderer“) aus dem Jahr 2007 mit Robert de Niro und Michelle Pfeiffer und 2010 der Horrofilm „The Wolfman“ (dt. „Wolfman“) mit Anthony Hopkins.

Zu finden ist Castle Combe an der B4039, südlich der M4 und nördlich der A420 (Chippenham-Bristol).

The Manor House Hotel.
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St Andrews Church in Castle Combe.
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Published in: on 18. November 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Minghella Ice Cream und die Isle of Wight

Hier in Wootton auf der Isle of Wight ist der Firmensitz von Minghella Ice Cream.
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Vor einigen Jahren besichtigte ich einmal in Waterbury im US-Bundesstaat Vermont die Eiscremefabrik „Ben & Jerry’s„, die vielleicht das beste Eis der USA herstellt. Dort zeigte man uns die Herstellung so verlockend klingender Sorten wie Red Velvet Cake, Chocolate Fudge Brownie oder Cinnamon Buns. Ben & Jerry’s gibt es ja mittlerweile auch in Deutschland zu kaufen.

An diese US-Firma muss ich immer denken, wenn ich mit dem Eishersteller Minghella konfrontiert werde, der auf der südenglischen Isle of Wight ebenfalls Gourmet-Eiscreme herstellt. Hier gibt es Sorten wie Raspberry Ripple Romance, Love Potion No 9 Ice Cream, Eton Mess Ice Cream und Crushed Walnuts & Maple Syrup. Das Eis der Firma Minghella wurde schon mehrfach mit den Great Taste Awards ausgezeichnet, die so etwas wie die Oscar’s in der britischen Welt der Nahrung und Genüsse darstellen. 230 Sorten Eis gibt es bereits und es wird immer weiter experimentiert.

Gegründet wurde die Firma 1950 von Edward und Gloria Minghella mit dem Ziel, das beste Eis der Welt herzustellen. Auch heute noch leiten die beiden, unterstützt von ihrer Tochter Gioia, das Unternehmen, das in der High Street in Wootton auf der Isle of Wight angesiedelt ist. Verwendung für die Produktion findet übrigens nur die Milch von Kühen der Insel.

Vielleicht kommt jemandem der Name Minghella irgendwie bekannt vor; ja, es gab da den berühmten Filmregisseur Anthony Minghella, der 1954 auf der Isle of Wight geboren wurde und der schon 2008 starb. Er war der Sohn von Edward und Gloria und sein bekanntester Film war sicher „The English Patient“ (dt. „Der englische Patient“) für den er 1997 den Oscar erhielt (hier einige Aufnahmen von der Preisverleihung). Zu diesem Anlass kreierte die Familie ein spezielles Eis: „Champagne Celebration„. Das Anthony Minghella Theatre in Newport auf der Isle of Wight wurde nach dem berühmten Sohn der Insel benannt und jedes Jahr findet hier das Minghella Film Festival statt.

Das Eis der Familie Minghella kann man auch außerhalb der Insel probieren, es wird z.B.  bei Fortnum & Masons angeboten. Besichtigungen der Fabrik sind nur nach vorheriger Absprache möglich.

Minghella
High Street
Wootton, Isle of Wight PO33 4PL
Tel: 01983 883545

Published in: on 17. November 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Normanton Church im Rutland Water – Die Kirche im Stausee

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Mitte der 1970er Jahre musste ein neues Wasserreservoir in der Mitte Englands gebaut werden, um dem steigenden Wasserbedarf gerecht zu werden. Man entschied sich dafür, einen Stausee in der Grafschaft Rutland anzulegen, musste dafür aber die Dörfer Nether Hambleden und Middle Hambleden abreißen und fluten. Jetzt ist Rutland Water das flächenmäßig größte Reservoir Englands.

Auch Teile des Ortes Normanton fielen dem Stausee zum Opfer und die Kirche St Matthew’s (auch Normanton Church genannt), einst Privatkapelle des Normanton Estates, sollte abgerissen werden, weil der Kirchenboden unterhalb der geplanten Wasserlinie liegen würde. Das war aber den Bewohnern der Umgebung zuviel des Guten und es erhob sich lautstarker Protest; nachdem nun schon Dörfer aufgegeben werden mussten, wollte man nicht auch noch auf die baulich sehr schöne Kirche verzichten. Der öffentliche Aufschrei hatte Erfolg: Der gefährdete untere Teil der Kirche wurde mit einem Gemisch von Zement und Steinen aufgefüllt, so dass der Kirchenboden jetzt etwa 60 cm über der Hochwasserlinie liegt.

Weiterhin wurde ein Damm vom Festland zur Kirche gebaut und das komplette Gebäude mit großen Steinen befestigt. Wenn der Stausee voll ist, sieht es, aus als ob St Matthew’s über der Wasseroberfläche schweben würde.

Die Kirche wird seit 1986 als Museum (Rutland Water Museum) genutzt und seit zwei Jahren kann hier auch wieder geheiratet werden. „Music on the Water“ ist eine Konzertreihe, die regelmäßig in St Matthew’s stattfindet und bei der klassische Musik oder Jazz gespielt wird.

St. Matthew’s Church
Normanton Park Road
Normanton (Nr. Edith Weston)
Rutland

Das Buch zum Artikel:
Bryan Waites: Normanton Church Rutland Water. Multum in Parvo Press 2009. 24 Seiten. ISBN 978-0952454472.

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Published in: on 16. November 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Red Light District – Der Ärger mit den roten Ampeln

Author: Yuri Kozin Brownbag. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Sir Simon Jenkins ist Autor mehrerer Bücher, darunter der beiden Standardwerke „England’s Thousand Best Houses“ und „England’s Thousand Best Churches“. Außerdem ist er Chairman des National Trusts.

Was ihn mir besonders sympathisch macht: Er ist ein entschiedener Gegner von Verkehrsampeln und hat sich schon mehrfach dafür ausgesprochen, 90% aller Ampelanlagen in Großbritannien abzureißen. Seine Argumente: Die rot-gelb-grünen Störenfriede behindern den Verkehrsfluss und sind gefährlich.  “We’re obsessed with traffic lights in Britain, and in London there’s a light practically every 30 yards, mostly with a clear street ahead„, so Jenkins gegenüber der Zeitschrift „Reader’s Digest“.

Mit dieser provokanten Meinung hat er natürlich auch die Ampel-Befürworter auf den Plan gerufen, die sich vehement gegen solche Pläne stemmen würden wie beispielsweise die Royal Society for the Prevention of Accidents. Londons Bürgermeister Boris Johnson lässt derzeit prüfen , inwieweit Ampelanlagen in seiner Stadt überflüssig sind. 20 (in Worten zwanzig) von Tausenden sind bisher abgebaut worden!

Ich bin der Meinung, dass es in Deutschland noch erheblich mehr Ampeln als in England gibt, wo der Verkehr wunderbar und sich selbst regelnd in großen Teilen durch Roundabouts gelenkt wird. Diese Kreisverkehre haben sich in großem Stil bei uns leider nicht durchsetzen können. So steht man hier immer wieder vor Ampeln, die den Verkehrsfluss abwürgen, nachts manchmal ganz allein, weit und breit ist kein anderes Auto zu sehen. Experimente in den Niederlanden und auch in Deutschland, bei denen in Orten sämtliche Verkehrsschilder und Ampeln abgebaut worden sind, haben durchaus positive Ergebnisse gezeigt. Auch in England hat man mit der Verkehrsplanungsphilosophie „Shared Space“ z.B. in Ashford (Kent) gute Erfahrungen gemacht.

Vielleicht ist Sir Simons Forderung nach 90% Ampelreduzierung etwas drastisch ausgefallen, aber ich kann dem National Trust-Boss prinzipiell nur voll zustimmen!!

Published in: on 15. November 2012 at 12:53  Comments (1)  

The Folly Fellowship – Die Organisation, die sich der Erhaltung der Follies verschrieben hat

Eigenes Foto.

Folly wird in Wörterbüchern mit „Reiner Zierbau“ oder „Nutzloser Prunkbau“ übersetzt. Die englischsprachige Wikipedia definiert den Begriff so:
„In architecture, a folly is a building constructed primarily for decoration, but either suggesting by its appearance some other purpose, or merely so extravagant that it transcends the normal range of garden ornaments or other class of building to which it belongs“.

Follies weisen häufig auch auf die exzentrischen Züge ihrer Erbauer hin, daher finden sich in Großbritannien recht viele davon. Damit diese „Juwelen“ britischer Baukunst nicht verfallen oder abgerissen werden, kümmert sich seit 1988 eine Organisation namens The Folly Fellowship um sie.  Ihre Hauptaufgaben: to protect, to preserve and to promote.

Die Organisation nimmt sich in liebevoller Weise dieser „Verrückheiten“ an und veröffentlicht dreimal im Jahr das Magazin „Follies„, einmal jährlich „The Follies Journal: The International Journal for Follies, Grottoes, and Garden Buildings“ und ein e-Bulletin namens „Foll-e„, das man sich auch online ansehen kann.

Einmal im Jahr kommen die Mitglieder zu einer großen Gartenparty zusammen, bei der Sandwiches und Pimms gereicht werden. Der Höhepunkt dieser Party ist stets die Enthüllung einer speziellen Torte, die in Form eines der besuchten Follies gestaltet ist. Die diesjährige Garden Party fand in den Stowe Landscape Gardens in Buckinghamshire statt.

Über das Thema „Follies“ sind schon zahlreiche Bücher geschrieben worden; zuletzt, im Juli 2012, erschien „Follies: Fabulous, Fanciful and Frivolous Buildings“ von Gwyn Headley.
Mein Favorit ist nach wie vor „Follies: A Guide to Rogue Architecture in England, Scotland and Wales„, ebenfalls von Gwyn Headley, in Zusammenarbeit mit Wim Meulenkamp, geschrieben. Mein Exemplar stammt zwar aus dem Jahr 1990, ist aber auch heute noch gut verwendbar.

Wer Mitglied in der Folly Fellowship werden möchte (der Jahresbeitrag ist 40 EURO) wende sich an:

Membership Secretary
Folly Fellowship
35 Queensfields West
Bognor Regis
West Sussex
PO21 5SG

Published in: on 15. November 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Meine Lieblings-Pubs – The Roman Bath in York (North Yorkshire)

Eigenes Foto.

Irgendwie kann man sich wohl nicht entscheiden, ob der Pub am St Sampson’s Square in YorkRoman Bath“ oder „Roman Baths“ heißt. Am Haus selbst wird die Singularform verwendet, auf der Homepage die Pluralform. Wie auch immer, dieses zentral gelegene Gasthaus verbindet wieder zwei Elemente, die wir in York so häufig finden: Römer und Geister, schließlich sind wir in Englands „most haunted city“.

„The Roman Bath“, ich bleibe bei dieser Schreibweise, soll seit 1783 an dieser Stelle stehen, allerdings führte er früher andere Namen wie The Barrel Churn, The Cooper oder The Mail Coach. Erst als man im Jahr 1930 Baumaßnahmen durchführte und dabei im Keller Reste römischer Bäder aus dem 1. Jahrhundert fand, wurde der Gasthof umbenannt.

Heute kann man sich im Keller von „The Roman Bath“ diese Badeanlagen ansehen, die aus einem Caldarium (eine Art Schwitzraum), dem Tepidarium (warme Bäder) und dem Frigidarium (kalte Bäder) bestehen, denn man hat die Ausgrabungen in ein Museum umgewandelt. Der Eingang zu den Räumlichkeiten führt durch den Pub.

Wo sich früher einmal Römer in York aufhielten, da sind auch Geistererscheinungen bzw. Geschichten von übernatürlichen Vorgängen nicht weit; so auch hier. Schon bevor die Anlagen entdeckt wurden, waren hier merkwürdige Geräusche zu hören: Es klang, als ob eine Wasserleitung geplatzt wäre, gurgelnde Geräusche von fließendem Wasser irritierten die Bewohner, aber es gab keine Wasserschäden im Haus. Einige schreiben diese merkwürdigen Geräusche badenden „Geister-Römern“ zu. Die Ghost Hunting Company „Fright Nights“ (ich berichtete darüber schon einmal in meinem Blog) führte am 4. August diesen Jahres in den unheimlichen Bädern eine Nachtwache durch; im stockdunklen Keller ging man auf Geisterjagd.

Ich habe „The Roman Bath“ zur Mittagszeit besucht und fühlte mich hier wohl. Abends wird hier häufig Live-Musik geboten, eine Geräuschkulisse, auf die ich in einem englischen Pub eher verzichten kann.

The Roman Bath
9, St Sampson’s Square
York, North Yorkshire YO1 8RN
Tel. 01904 620455

Published in: on 14. November 2012 at 02:00  Comments (2)  
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Wer war eigentlich…Claridge (der Gründer des Londoner Hotels Claridge’s)?

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In meinem Blog habe ich schon einmal die Bar des Londoner Hotels Claridge’s vorgestellt, die über 1500 Champagnersorten vorrätig hat. Nach wem wurde das Hotel in der Brook Street denn nun benannt?

William Claridge war Mitte des 19. Jahrhunderts Butler in einem sehr vornehmen Haushalt, der einiges von seinem Verdienst beiseite legte, bis er genug zusammen hatte, um sich ein kleines Hotel in der Brook Street im Londoner Stadtteil Mayfair kaufen zu können. Bald darauf, im Jahr 1854, erwarb er auch das angrenzende, sich über mehrere Gebäude hinziehende Edel-Hotel Mivart’s. Schon 1860 galt das „Claridge’s“ als eines der besten Hotels der Stadt. Aus Gesundheitsgründen musste William Claridge sein Haus aufgeben, und er verkaufte es an ein Konsortium, das aber den persönlichen Service, den man gewohnt war, nicht aufrechterhalten konnte.

1895 wurde es von Richard D’Oyly Carte, dem schon das Savoy gehörte, übernommen und von Grund auf umgestaltet. Das „Claridge’s“ war ein Treffpunkt für Adel und Prominenz. Queen Victoria und ihr Mann Prince Albert waren hier schon 1860 zu Gast. Während des 2. Weltkriegs lebten die Könige von Norwegen, Griechenland und Jugoslawien in dem Hotel im Exil. In der Suite 212 wurde 1945 der Sohn des jugoslawischen Königs geboren und Winston Churchill erklärte kurzerhand die Suite zu jugoslawischem Territorium, so dass der spätere Thronerbe behaupten könne, er sei auf jugoslawischem Boden geboren.
Der Schauspieler Spencer Tracy sagte einmal, er würde lieber nach seinem Tode ins „Claridge’s“ gehen statt in den Himmel (wenn er denn die Wahl hätte).

Über das Hotel wäre noch sehr viel mehr zu sagen; über William Claridge ist leider nicht allzuviel bekannt.
In diesem Film stellt sich das „Claridge’s“ selbst vor.

Das Buch zum Artikel:
Gemma Levine: Claridges – Within the Image. Collins 2004. 224 Seiten. ISBN 978-0007179831.

Das Hovercraft Museum in Lee-on-the-Solent (Hampshire) – Das einzige seiner Art in der ganzen Welt

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Ich bin nur ein einziges Mal mit einem Hovercraft gefahren, als sie noch auf der Strecke Calais-Dover verkehrten. Es ist schon ein eigenartiger Anblick, wenn diese merkwürdigen  Fahrzeuge vom Meer her kommend auf das Land fahren und sich dort dann schnaufend niederlassen. Die Überfahrt nach Dover war ziemlich rumpelig, und ich kam mir irgendwie vor, als ob ich in einem Linienbus säße. Der Verkehr über den Ärmelkanal mit den Luftkissenfahrzeugen wurde im Jahr 2000 eingestellt.
Heute pendeln Hovercrafts noch zwischen Southsea in Hampshire und Ryde auf der Isle of Wight, die die Strecke in zehn Minuten bewältigen.

Wer sich für diese Fahrzeuge interessiert, der kann sich darüber im 1988 eingerichteten Hovercraft Museum in Lee-on-the-Solent (Hampshire) informieren. Direkt an der Marine Parade, mit Blick auf die vorgelagerte Isle of Wight, werden in diesem weltweit einzigartigen Museum 60 Luftkissenfahrzeuge ausgestellt. Außerdem findet sich hier die größte Sammlung an Dokumenten und Büchern zum Thema, die von einigen Hovercraft-Herstellern mit ihren Archivbeständen noch vergrößert worden ist. Es schließt sich eine Sammlung von Hovercraft-Modellen an. Da das Museum kein festangestelltes Personal hat und nur von Freiwilligen betrieben wird, ist eine Voranmeldung erforderlich. Für £10 pro Person erhält man dann eine Führung durch das Gelände.

Dieser Film gibt einen Überblick über die im Museum ausgestellten Fahrzeuge und dieser Film zeigt das Ende des Hovercraft-Verkehrs über den Ärmelkanal.

The Hovercraft Museum
Building 40
Daedalus Site
Argus Gate
Chark Lane
Gosport
Lee-on-the-Solent – Hampshire – PO13 9NY
Tel. 02392 552090

Das Buch zum Artikel:
Ashley Hollebone: The Hovercraft – A History. The History Press 2012. 192 Seiten. ISBN 978-0752464794.

Published in: on 12. November 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Thomas Linley junior – Der englische Mozart und sein frühzeitiger Tod beim Grimsthorpe Castle (Lincolnshire)

Diese Bilddatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Um es gleich vorab klarzustellen: Thomas Linley ist nicht verwandt oder verschwägert mit Thomas Lynley, dem Londoner Detective Inspector aus der BBC-TV-Serie (die Schreibweise ihrer Nachnamen unterscheidet sich auch in einem Buchstaben).

Der 1756 in Bath (Somerset) geborene Linley junior war ein außerordentlich begabter Komponist und Violinist und wird gern als der englische Mozart bezeichnet. Er stammte aus einer musikalischen Familie: Sein Vater war Komponist; seine Schwestern Elizabeth Ann, Mary und Maria waren Sängerinnen; Bruder Samuel spielte Oboe, Bruder Ozia Orgel und Bruder William begann als Sänger und komponierte.

Im Alter von 12 Jahren wurde Thomas Linley nach Italien geschickt, wo er in Florenz bei Pietro Nardini studierte. Dort begegnete er auch dem jungen Wolfgang Amadeus Mozart, der später einmal von Linley sagte, hätte er länger gelebt, so wäre er mit Sicherheit einer der ganz Großen in der Welt der Musik geworden.
Viele von seinen Kompositionen gingen verloren, so z.B. einige bei einem Brand des Londoner Drury Lane Theaters im Jahr 1809. Linley arbeitet mit seinem Schwager zusammen, dem Dramatiker Richard Brinsley Sheridan, und steuerte Musik zu dessen Oper „The Duenna“ bei.

Thomas Linley starb viel zu früh im Alter von 22 Jahren am 5. August 1778 bei einem Bootsunfall auf einem See, der zum Grimsthorpe Castle in Lincolnshire gehört. Über den Unfall gibt es unterschiedliche Darstellungen. Es soll ein plötzliches Unwetter aufgekommen und das Boot gekentert sein, in dem er mit zwei Freunden unterwegs war. Bei dem Versuch, an Land zu schwimmen, kam er ums Leben. Als man ihn aus dem See holte, war er bereits 40 Minuten unter Wasser und alle Wiederbelebungsmaßnahmen führten nicht zum Erfolg. Das junge Genie war tot.
Beerdigt wurde er auf dem Friedhof der Kirche St Michael’s and All Angels in Edenham, einem Dorf, das nicht weit von der Unfallstelle entfernt liegt.

Hier ist Linleys „Concerto for violin & orchestra in F major“ zu hören.

Grimsthorpe Castle und der See, in dem Thomas Linley ertrank.
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St Michael’s and All Angels in Edenham.
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Published in: on 11. November 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Swinford Bridge – Eine Goldgrube an der Themse in Oxfordshire

Der Verkehr staut sich vor dem Brückenzollhäuschen der Swinford Bridge.
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Als ich einmal von der A40 Oxford-Cheltenham bei Eynsham auf die B4044 abbog, stand ich plötzlich vor einer Themsebrücke und musste für die Überquerung 5 Pence bezahlen. Die Swinford Bridge ist eine der letzten Toll Bridges in Großbritannien und äußerst unbeliebt bei denjenigen, die sie regelmäßig benutzen müssen. Eine echte Alternative gibt es zu der 1769 eröffneten Brücke nicht, denn die nächste ist erst ca 30 km westlich bzw. es ist die chronisch überlastete Oxford Ring Road im Osten.

Wie kam es nun dazu? Bereits bei der Erbauung wurde durch einen Act of Parliament festgelegt, dass der Brückenbesitzer das Recht auf die Erhebung eines Brückenzolls bekommt und dass die Einnahmen nicht zu versteuern sind. Diese Regelung gilt noch heute und so hat sich die Swinford Bridge zu einer Goldgrube entwickelt. Zugegeben, 5 Pence sind nicht viel, aber wenn man bedenkt, dass jährlich etwa 4 Millionen Fahrzeuge die Brücke überqueren, so kommt da schon eine ganze Menge zusammen: £200 000 und das steuerfrei.
Als der Swinford Bridge-Besitzer vor einigen Jahren starb, drängte man den Oxfordshire County Council den lästigen Brückenzoll abzuschaffen, aber nichts da: Die Brücke wurde auf einer Auktion im Londoner Park Lane Hotel am 3. Dezember 2009 versteigert und bei einem heftigen Bieterwettstreit für £1.08 Millionen verkauft. Eine gute Investition…wenn nicht teuere Reparaturarbeiten anfallen, denn die Brücke leidet natürlich durch die vielen PKWs und vor allem LKWs (die übrigens 50 Pence zahlen müssen).

Die Bewohner von Eynsham beklagen sich vor allem durch die Umweltbelastung, denn zu Spitzenzeiten bilden sich Autoschlangen vor dem Zollhäuschen, die bis in den Ort zurückreichen. Aber auch von „Highway Robbery“ wird von den täglich löhnenden Autofahrern gesprochen und eine „Scrap the Toll„-Kampagne wurde ins Leben gerufen mit einer Unterschriftensammlung, aber es war alles umsonst: Der Act of Parliament aus dem Jahr 1767 (in dem steht, dass diese Regelung „forever“ gelten soll) hat also nach wie vor auch im 21. Jahrhundert seine Gültigkeit.

Hier ist ein Film der „Scrap the Tolls“-Befürworter.

Zum Schluss die gute Meldung: Fußgänger und Fahrradfahrer dürfen die Swinford Bridge kostenlos überqueren!!

Die Themse und die Swinford Bridge.
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Published in: on 10. November 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Ridgmont (Bedfordshire) – Hier steht ein riesiges Amazon-Warenlager

Das Amazon Warenlager bei Ridgmont in Bedfordshire.
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Wenn ich mir die Tracking History, also den Laufweg, meiner Bestellungen bei Amazon UK ansehe, finde ich immer wieder als Ausgangsort den Namen Ridgmont in Bedfordshire; dem bin ich einmal nachgegangen.

Die gigantische US-Onlineversender Amazon hat in Großbritannien momentan acht Auslieferungslager, Fulfillment Centers genannt, davon zwei in Schottland, eines in Wales und fünf in England. Alle sind sehr verkehrsgünstig gelegen und befinden sich in unmittelbarer Nähe der Autobahnen; so auch das Lager in Ridgmont an der M1, Ausfahrt 13.

Ridgmont ist ein kleines Dorf, das früher einmal durch die Herstellung von Ziegelsteinen bekannt war; diese Industrie gibt es hier nicht mehr, stattdessen wurden auf dem Gelände der ehemaligen London Brick Works riesige Lagerhallen erbaut. Neben den Warenlagern der Firmen Wolseley und FedEx an der Station Road hat sich auch Amazon UK niedergelassen. Dieses Marston Gate genannte Industriegebiet liegt jenseits der Autobahn, von Ridgmont aus gesehen.

Amazons Fulfillment Center hier in Bedfordshire verfügt über eine Fläche von über 46 000 Quadratmetern und es arbeiten hier etwa 600 Menschen, zu Spitzenzeiten, wie zum Beispiel in der Vorweihnachtszeit, wird das Personal aufgestockt, so dass hier dann bis zu 2000 Arbeiter im Versand beschäftigt sind. Eine Besonderheit der Regallagerführung ist auch hier zu finden: Es gibt keine speziellen Abteilungen z.B. für Bücher, DVDs oder dergleichen. Hier liegen, auf den ersten Blick völlig ungeordnet, alle möglichen Waren durcheinander: Bücher neben Haushaltsgeräten, Spielzeug neben Kosmetikartikeln. Eine ausgeklügelte Software sorgt dafür, dass die rund um die Uhr arbeitenden „Amazonianer“ alles schnellstmöglich finden und zum Versand bringen. Bevor die zahllosen Päckchen und Pakete das Lager in Ridgmont verlassen, findet noch einmal eine Schlusskontrolle statt, bei der geprüft wird, ob das Gewicht mit dem auf dem Lieferschein übereinstimmt. Falls nicht, wird die Lieferung noch einmal aus dem Verkehr gezogen und überprüft.

Wer auf der M1 bei Milton Keynes an Junction 13 vorbeifährt, kann die Amazon-Lagerhäuser mit den geschwungenen Dächern dort liegen sehen.

Einen kleinen Eindruck wie die Arbeit in dem Warenlager in Ridgmont aussieht, vermittelt dieser Film.

…und hier das andere Ridgmont, das kleine Dorf in Bedfordshire.
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Published in: on 9. November 2012 at 07:00  Comments (1)  
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Peter Gabriel: „Solsbury Hill“

Der Solsbury Hill, von Bathford aus gesehen.
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Peter Gabriel war lange Zeit der Leadsänger der britischen Rockgruppe Genesis, bevor er die Gruppe verließ und seiner eigenen Wege ging. Die erste veröffentlichte Single nach seinem Ausstieg hieß „Solsbury Hill“ (vom Album „Peter Gabriel“); den selbstgeschriebenen Song benannte er nach dem Hügel in Somerset, etwa drei Kilometer östlich der Stadt Bath gelegen. Auf dem Solsbury Hill stand einmal eine Wallburg aus der Eisenzeit und man hat von dort oben eine wunderbare Sicht auf die Stadt Bath. Peter Gabriel ging hier häufig spazieren und so beginnt sein Lied:

Climbing up on Solsbury Hill
I could see the city light
Wind was blowing, time stood still
Eagle flew out of the night

Auf Gabriels Album „New Blood“ (2011), auf dem er ältere Songs neu einspielte, ist auch eine neue Version von „Solsbury Hill“ zu finden. Auf dem Intro zu dem Song sind Tonaufnahmen zu hören, die ein Tontechniker extra zu diesem Zweck auf dem Hügel bei Bath aufgenommen hat.

Auf dem Hügel soll einmal ein dem römischen Gott Apollo geweihter Tempel gestanden haben. Apollo war der Gott der Dichtkunst, der Musik und des Gesangs; also passte es sehr gut, dass dem Solsbury Hill ein eigenes Lied gewidmet worden ist.

Mitte der 1990er Jahre gab es einen Disput um den Hügel, als man eine Umgehungsstraße baute, die den Solsbury Hill teilweise in Mitleidenschaft zog.

Hier ist der Videoclip zu „Solsbury Hill“ zu sehen.

Blick vom Solsbury Hill auf die Stadt Bath.
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Published in: on 8. November 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Treo – Der schwarze Labrador, der in Afghanistan Menschenleben rettete

Auf den britischen Bestsellerlisten steht momentan ein Buch, das einem schwarzen Labrador namens Treo gewidmet ist. Geschrieben hat es David Heyhoe, Treos Hundeführer, und gleichzeitig sein bester Freund. In „It’s all about Treo“ schildert Heyhoe wie Treo bei der britischen Armee zu einem AES Dog ausgebildet wurde, der seine Fähigkeiten in Nord-Irland und vor allem in Afghanistan zum Einsatz brachte. AES-Hunde (Arms Explosive Search) werden mit der Aufgabe betreut, Sprengstofffallen aufzuspüren und haben somit einen außerordentlich wichtigen und gefährlichen Auftrag, den sie gemeinsam mit ihren Hundeführern absolvieren müssen.

Treo wurde im Defence Animal Centre der Army in Melton Mowbray in Leicestershire ausgebildet, war anschließend drei Jahre in Nord-Irland im Einsatz und dann in der 104 Military Working Dogs Support Unit in North Luffenham (Rutland) stationiert. Von 2008 bis 2010 arbeiteten David Heyhoe und Treo in der afghanischen Provinz Helmand, wo der Labrador zahlreiche Sprengstofffallen aufstöberte, die die Taliban aufgestellt hatten. Somit bewahrte der Hund mit Sicherheit viele Soldaten vor dem Tod bzw. vor schweren Verletzungen.

Die Beziehung zwischen Hundeführer und Hund muss schon eine ganz besondere sein, sonst würde das nicht funktionieren Und Heyhoe äußert sich dazu so: „Treo’s a handsome-as-hell black Labrador-Spaniel cross, and he’s my trusted friend. In the world of war-dogs he’s known as a toughie and troublemaker, not a licky, soppy kind of mutt“.

Treo wurde für seine hervorragende Leistungen auch belohnt. Im Jahr 2010 erhielt er die Dickin Medal (ich berichtete in meinem Blog schon einmal darüber), die höchste militärische Auszeichnung, die ein Tier in Diensten der britischen Armee bekommen kann. Mittlerweile ist Treo nicht mehr im Einsatz, er ist jetzt ein „retired dog“ und genießt hoffentlich sein Leben, fernab von feindlichen Taliban und gefährlichen Sprengstofffallen.

Hier ist ein Film über die Medaillenvergabe an Treo im Londoner Imperial War Museum.

Dave Heyhoe: It’s All About Treo – Life and War with the World’s Bravest Dog. Quercus 2012. 320 Seiten. ISBN 978-1780873961.

Published in: on 7. November 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Foulness Island (Essex) – (Fast) ein Großflughafen und eine militärisch streng abgeschirmte Insel

Die bewachte Einfahrt zu Foulness Island.
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Es heißt, dass selbst viele Engländer von der Insel mit dem nicht sehr verlockend klingenden Namen Foulness Island in Essex noch nie gehört haben. In die relativ große Stadt Southend mit ihrer langen Pier kommen schon eine ganze Menge Menschen, in die nordöstlich davon liegende Region dagegen nicht. So richtig wie eine Insel sieht Foulness Island auch nicht aus; die Flüsse Crouch und Roach mit einigen Nebenarmen trennen sie aber vom Festland ab. Wer sich das alles einmal näher ansehen möchte, wird aber schnell auf Probleme treffen, denn die Insel gehört dem britischen Verteidigungsministerium und ist somit militärisches Sperrgebiet. Das Merkwürdige ist, dass hier in Courtsend und Churchend trotzdem Menschen wohnen, die nicht zum militärischen Personal gehören. Bis vor einigen Jahren gab es hier sogar einen Pub, den George and Dragon in Churchend. Wollte man dort ein Pint trinken, so musste man sich telefonisch im Pub anmelden; der Gastwirt wiederum musste dafür die Einwilligung der Sicherheitsbehörden einholen, die den Zugang zur Insel bewachten, und dann durfte man, wenn man Glück hatte, passieren. Kein Wunder, dass der George and Dragon mittlerweile seine Pforten geschlossen hat.

Was genau auf der Insel passiert, weiß keiner so genau, denn hier ist alles streng geheim. Das Ministry of Defense bzw. die Firma Qinetiq, ein Rüstungs- und Forschungsunternehmen, testen und entwickeln auf Foulness Island allerlei militärisches Gerät; da soll auch schon einmal mit „schmutzigen Bomben“ experimentiert worden sein wie der SPIEGEL am 24. März 2008 berichtete. Nebulös ist da die Rede von „geheimen Projekten von nationaler Bedeutung, die England vor sehr realen Bedrohungen schützen“. Irgendwie erinnert mich das an die mysteriöse Area 51 in Nevada.

Um ein Haar wäre Foulness Island in den 1970er Jahren in einen Großflughafen umgewandelt worden. Dass die Londoner Flughäfen schon seit geraumer Zeit mit Erweiterungsproblemen kämpfen, ist ja allgemein bekannt. Vor allem Heathrow, der in einem dicht bebauten Gebiet liegt, hat kaum noch Potential für weitere Start- und Landebahnen und so hat man sich bereits damals Gedanken um einen neuen Flughafen für London gemacht. Die damalige konservative Regierung hatte sich schon auf Foulness Island festgelegt; sie wollte dort neben dem Flughafen auch noch einen großen Hafen für Frachtschiffe bauen, also ein Riesenprojekt, das viele Milliarden Pfund kosten sollte. Aber kurz vor Umsetzung der Pläne kam die Labour-Regierung unter Harold Wilson an die Macht, die das Projekt kurzerhand zu den Akten legte.

Das „Heathrow-Problem“ besteht nach wie vor und als Alternative wurde schon ein Flughafen in der Themsemündung diskutiert, favorisiert von Londons Bürgermeister Boris Johnson. Da boten sich z.B. die Shivering Sands bei Whistable in Kent an und sowohl die Isle of Sheppey als auch die Hoo Peninsula waren im Gespräch.

Der Kelch eines Großflughafens mit all seinen Umweltproblemen ist also an der Foulness Island vorbeigegangen; so ruht sie nach wie vor in einer Art Dornröschenschlaf, der ab und zu von geheimnisvollen Detonationen unterbrochen wird.

Wer sich die Insel unbedingt einmal ansehen möchte, der kann das von April bis Oktober an jedem ersten Sonntag im Monat zwischen 12 Uhr und 16 Uhr tun, denn dann ist das in der ehemaligen Grundschule untergebrachte Foulness Heritage Centre geöffnet, das die Geschichte dieser eigenartigen Insel dokumentiert.

Hier ist ein Film über die Insel.

Es hätte nicht viel gefehlt und statt Natur wären hier Landebahnen und Jumbo Jets zu sehen.
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Der ehemalige George and Dragon in Churchend.
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Published in: on 6. November 2012 at 02:00  Comments (1)  
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„Oz and James Drink to Britain“

Eigenes Foto.

Vom 6. Januar bis zum 24. Februar 2009 strahlte BBC2 eine achtteilige Serie mit dem Titel „Oz and James Drink to Britain“ aus. Bei Oz and James handelt es sich um Oz Clarke, einen irischstämmigen Weinspezialisten und TV-Moderatoren, und um James May, einen Journalisten und Fernsehmoderatoren, der vor allem durch das TV-Automagazin „Top Gear“ einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist.

Der Inhalt der Serie: Oz and James fahren kreuz und quer durch Großbritannien, um das typische Getränk der Briten zu finden. Die beiden meist heiteren, manchmal auch streitlustigen Gefährten, sind mit einem höchst ungewöhnlichem Gespann unterwegs: Sie fahren ein Rolls Royce Corniche Cabrio und ziehen einen schon betagten winzigen Wohnwagen hinter sich her, in dem sie dann auf Campingplätzen übernachten.
Auf der Fahrt durch das Königreich besuchen sie zahlreiche Brauereien (z.B. die vielleicht kleinste der Welt in Wigan und eine der ganz großen in Newcastle, die das weitverbreitete Newcastle Brown Ale herstellt), Winzer (z.B. die in meinem Blog schon einmal vorgestellte Breaky Bottom Vineyards), Wodka- und Whiskyproduzenten, und in Somerset besuchen sie den „Godfather of Cider“, den 84jährigen Frank Naish.

Während ihrer Tour durch die britische „Alkohollandschaft“ brauen Oz und James in ihrem Mini-Wohnwagen auch jeder sein eigenes Bier, das sie dann beim Worcester Beer Festival von einer fachkundigen Jury begutachten lassen.

Die letzte Folge endet damit, dass der Weinmann Oz und der Biermann James vor ihrem Wohnwagen sitzen, umgeben von einem Meer aus Flaschen, die sie von ihren Besuchen mitgebracht haben, und darüber diskutieren, was denn nun das typisch britische Getränk ist: Bier? Wein? Cider? Whisky? Nein, weit gefehlt: Beide kommen gemeinsam zu dem Schluss… es ist Tee! Let’s put the kettle on!

Hier ist ein „Probeschluck“ aus der TV-Serie. Die acht Folgen sind auf 2 DVDs erhältlich.

Published in: on 5. November 2012 at 02:00  Comments (1)  

Greensted Church in Greensted-juxta-Ongar (Essex) – Die älteste Holzkirche der Welt

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Wer einen Nerv für uralte, atmosphärisch dichte Kirchen hat, sollte auf jeden Fall der Greensted Church einen Besuch abstatten. St. Andrews Church ist der offizielle Name und das Gotteshaus liegt in dem kleinen Dorf Greensted-juxta-Ongar, nicht allzuweit von der M25 (Ausfahrt 28) entfernt, in der Grafschaft Essex. Wir haben es hier mit der ältesten Holzkirche der Welt zu tun, die seit weit über 1000 Jahren in diesem stillen Winkel an der Church Lane liegt. Es ist auch eine aktive Kirche, in der an jedem Sonntag ein Gottesdienst abgehalten wird.

1972 widmete die Royal Mail der Greensted Church sogar eine eigene 3-Pence-Briefmarke.

Eine so alte Kirche sieht natürlich nicht mehr so aus wie zur Zeit ihrer Erbauung; im Lauf der Jahrhunderte wurden immer wieder Renovierungsarbeiten durchgeführt und Anbauten vorgenommen. Die Kirche ist innen recht dunkel und, wie sollte es in England anders sein, sie gilt als „haunted„. So will man u.a. einen schwarzgekleideten Mann neben der Orgel und ein Milchmädchen neben der Kanzel gesehen haben. Chris Halton von Haunted Earth TV hat sich die Kirche daraufhin einmal genauer angesehen und hier  ist sein Film.

St Andrews in Greensted-juxta-Ongar geht mit der Zeit und besitzt eine eigene Homepage auf der u.a. auch zahlreiche Fotos zu sehen sind.

The Church of St Andrew
The Rectory
52 Epping Road
Toot Hill
Ongar, Essex. CM5 9SQ

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Die Kanzel.
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Published in: on 4. November 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Oxford Time oder Warum die Glocke Great Tom des Christ Church Colleges in Oxford jeden Abend um 21.05 Uhr läutet

Der Eingang zum Christ Church College in Oxford mit dem Tom Tower.
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Wer abends gegen 21 Uhr am Christ Church College in Oxford vorbeikommt, wird sich wahrscheinlich wundern, warum die Glocke vom dortigen Tom Tower nicht um 21 Uhr, sondern um 21.05 Uhr schlägt.
Das hängt mit der sogenannten „Oxford Time“ zusammen, denn die Universitätsstadt liegt 1° 15′ 24″ westlich von Greenwich, d.h. sie ist exakt 5 Minuten und 2 Sekunden hinter der Greenwich Mean Time zurück. Nicht, dass diese Tatsache irgend jemanden sonst in Oxford stört, aber das Christ Church College beharrt darauf, allerdings nur einmal am Tag, um 21.05 Uhr. Anschließend ist die Glocke Great Tom vom Tom Tower noch 101 Mal zu hören, eine alte Tradition, denn nach Gründung des Colleges gab es einen Glockenschlag für jeden der 101 Studenten, die damit aufgefordert wurden, zurückzukommen, bevor man die Collegetore für die Nacht schloss.

Nachdem Great Tom seine abendliche Schwerarbeit geleistet hat, ruht sich die Glocke bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr aus; dann nimmt sie ihre „Zeitanzeigetätigkeit“ wieder zur vollen Stunde auf (aber bis 21.05 Uhr nach der Greenwich Mean Time!!).

Wie man Great Tom, die lauteste Glocke von Oxford, läutet, kann man hier sehen.

Published in: on 3. November 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Chesham (Buckinghamshire)

Die High Street von Chesham. Eigenes Foto.

Die High Street von Chesham.
Eigenes Foto.

Die A416 von Amersham nach Berkhamstead führt durch den Ort Chesham in Buckinghamshire, der mehrfach vom Produktionsteam der TV-Serie „Inspector Barnaby“ aufgesucht wurde. Chesham hat eine sehr gute Anbindung an London, denn die Metropolitan Line führt bis hier heraus, so dass man in kurzer Zeit in King’s Cross oder an der Liverpool Street ist.

Die ca 20 000 Einwohner arbeiteten früher einmal vorwiegend in der Bürstenherstellung und Schuh- und Bierproduktion; das gibt es alles nicht mehr. Erhalten geblieben sind nach wie vor einige Firmen, die Fahnen, Wimpel und dergleichen anfertigen.

Chesham hat eine hübsche Innenstadt; so bot es sich an, einige Szenen der Folge 55 „The axeman cometh“ (dt. „Mord mit Groove“) hier zu drehen. Die High Street und der Market Square wurden für das bevorstehende Midsomer Rocks Festival von dem Produktionsteam mit Fähnchen und Marktbuden dekoriert und in einer Szene fährt der Axeman Jack McKinley mit seinem schweren Motorrad durch die Straßen der Stadt.

In Folge 35 „Things that go bump in the night“ (dt. „Nachts, wenn du Angst hast“) spielen einige Szenen im Crystal Goddess Shop am Market Square 17, in dem jetzt ein Imbissladen untergebracht ist; gleich nebenan in der Nummer 15 befindet sich das Chesham Museum, das in Folge 32 „Sins of commission“ (dt. „Der Club der toten Autoren“), als es noch der Chapter One Bookshop war, genutzt wurde; das gleiche Gebäude verwendete man in Episode 68 „The black book“ (dt.“Morden ist auch eine Kunst“) als Hauptquartier der Hogson Society.

Das Museum der Stadt. Eigenes Foto.

Das Museum der Stadt.
Eigenes Foto.

Published in: on 2. November 2012 at 02:00  Comments (2)