Der Untergang der „Marchioness“ – Eine der großen Katastrophen auf der Themse in London

Gedenkstätte in der Southwark Cathedral.
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In den frühen Morgenstunden des 20. August 1989 ereignete sich mitten in London auf der Themse ein schweres Schiffsunglück, das an den Untergang der SS Princess Alice am 3. September 1878 erinnert, nur dass damals erheblich mehr Menschen ertranken (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Das voll besetzte 46 Tonnen leichte Ausflugsboot „Marchioness“ wurde von dem 80 m langen, 13m breiten und 1880 Tonnen schweren Baggerschiff „Bowbelle“ gerammt und ging binnen 30 Sekunden unter. 51 Menschen überlebten die Katastrophe nicht. Das Boot war für eine Geburtstagsparty gechartert worden und 131 Menschen feierten auf der „Marchioness“, als sich die Kollision ereignete. Beide Schiffe hielten sich in der Mitte der Themse auf und die jeweils Verantwortlichen hatten offensichtlich ihren Crews keine klaren Anweisungen zur Beobachtung des Schiffsverkehrs gegeben. Zu diesem Schluss kam jedenfalls eine Untersuchungskommission. Der Kapitän der „Bowbelle“ wurde vor Gericht gestellt, aber freigesprochen, da die Geschworenen sich auf keinen gemeinsamen Schuldspruch einigen konnten.

In der Southwark Cathedral wurde in Erinnerung an die Ertrunkenen eine Gedenkstätte errichtet, die die Inschrift trägt „Many waters cannot quench love“.

Am 25. März 1996 ereilte auch die „Bowbelle“ ihr Schicksal, als sie vor der Küste von Madeira sank. Das Wrack erfreut sich seitdem bei Tauchern großer Beliebtheit.

Die britische ITV drehte 2006 einen Spielfilm über die Katastrophe, der aber nicht gesendet wurde, weil die Angehörigen der Opfer Einspruch erhoben und weil er wohl nicht sensibel genug produziert worden war (hier ein Ausschnitt). Eine Dokumentation der BBC „The Marchioness: A Survivor’s Story“ wurde jedoch 2009 ausgestrahlt.

Das Buch zum Artikel:
Magda Allani: Dark Waters – Chronicle of a Story Untold: A Survivor’s Account of the Marchioness Disaster on the Thames. Slow Burn Publications 2011. 250 Seiten. ISBN 978-1908671011. (Magda Allani ist eine der Überlebenden der Katastrophe).

Published in: on 21. November 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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