König Georg IV und seine Festmahle im Royal Pavilion in Brighton

Karikatur Georgs IV von James Gillray.
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Die Herrschaft Georgs IV. August Friedrich (1762-1830) war von Exzentrik und Verschwendungssucht geprägt und er war wohl einer der unbeliebtesten Könige, die England jemals hatte. In seinem pompösen Royal Pavilion in Brighton genoss er es, gewaltige Festmahle abzuhalten und sich stundenlang vollzustopfen mit allen Köstlichkeiten, die seine Küche aufzubieten hatte.
Als er einmal von Großherzog Nikolaus von Russland besucht wurde, lud er den damals besten Koch der Welt, Marie-Antoine Carême, nach Brighton ein, um dort ein Festmahl zu bereiten wie man es vorher wohl selten gesehen hat. Es bestand aus 127 einzelnen Gerichten, darunter eine ein Meter hohe türkische Marzipan-Moschee.

Aber auch wenn Georg IV keine hohen Besuche empfing, forderte er seinen Köchen alles ab, sowohl qualitativ als auch quantitativ. Das konnte z.B. so aussehen:
Nach dem Genuss mehrerer Suppen wurden Fische serviert wie Lachs, Karpfen oder Schellfisch. Es folgte ein Dutzend Vorgerichte, bestehend u.a. aus Fleisch, Geflügel und Pasteten. Und jetzt ging es erst richtig los: Mehrere Braten wurden aufgetragen: Kaninchen, Hühnchen, Rebhuhn, Wildente; zwischendurch reichte man kleine süße Köstlichkeiten. Dann kam man (schon) zum Dessert und da verlustierte man sich mit Früchtetorten, Eiscrème, Pudding und Baisers. Georg IV trank dazu schon einmal drei Flaschen Wein (ganz allein, versteht sich) und der abschließende Käse wurde mit Bier heruntergespült. Dass diese Völlerei auf die Figur des Königs durchschlug, verwundert nicht!

 Das Buch zum Artikel:
Saul David: The Prince of Pleasure. Abacus 2009. 496 Seiten. ISBN 978-0349110875.

Hier im Royal Pavilion in Brighton wurden die Festmahle Georgs IV abgehalten.
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Published in: on 22. November 2012 at 02:00  Comments (1)  
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